Unser Coronatagebuch - Newsletter für die Gemeinde

Liebe Gemeinde, dieses Tagebuch ist für Sie!
Alle Bilder lassen sich mit einem klick vergrößern.

Aktuelles Material für Gottesdienst Zuhause finden Sie weiterhin hier

Freitag, 24. Juli bis Sonntag, 26. Juli 2020 - letzter Eintrag

Liebe Leserinnen! Liebe Leser!
Heute lesen Sie hier die vorläufig letzte Ausgabe unseres Coronatagbuches. Seit Mitte März begleitete Sie, unsere fast täglich, neugestaltete Website, durch die Coronazeit. Das Coronatagebuch war dabei so etwas wie das Fenster zur Welt. Darum fanden sich fast von Beginn an Fotogalerien und musikalische Grüße auf unserer Homepage. Wenn Menschen schon nicht in die Natur können, dann kommt die Natur zu ihnen und das gleiche galt für die Kirchenmusik und die vielen Verlinkungen zu Gottesdiensten, Chören und kirchlichen Angeboten in der Coronazeit. Kinder und Familientipps ergänzten das breite Angebot von Themen, die hier zu lesen waren.
Vom Kochrezept bis zur Lebensänderung, vom politischen Statement zum Bibellesetipp, das Coronatagebuch sollte informieren, unterhalten und Themen der Zeit beleuchten. Dazu sollte immer die gute Nachricht des Evangeliums durchleuchten. So manche fanden zu einer täglichen Bibellektüre zurück. Das Tagebuch begann immer mit einer guten Nachricht. Inhaltlich war es  manchmal durchaus auch polarisierend und Meinungen und Stellungnahmen von Menschen aus der Politik und der Kirche informierten über ihren Standpunkt. Unsere Regionalbischöfe schrieben hier, der Bürgermeister und der stellvertretende Landrat waren Autoren unsere Bundestags und Landtagsabgeordneten hielten den Kontakt, der Diakoniepräsident war unter den Autoren genauso, wie Anselm Grün der Pater aus Münsterschwarzach. Jugendliche schrieben ihre Gedanken zusammen und alle drei Dekane brachten Beiträge. Fritz Stiegler und Barbara Stamm formulierten ihre Ideen für eine friedlichere Welt. Mit dem Coronatagebuch hielten wir als Hauptamtlichenteam Kontakt mit Ihnen. Unterhaltsam, mit wertvollen Tipps und einer gehörigen Portion Vertrauen. Die Denkanstöße von Thomas Rucker sind vielen in Erinnerung und gaben vieles von seinem Leben und seinen Gedanken preis. Vielleicht haben seine Kirchenbeschreibungen aus dem Umland zu manch coronakonformen Ausflügen geführt.
Nun mit Beginn der Schulferien in Bayern verändert sich manches und viele, auch persönliche Kontakte werden und sind wieder möglich. Das Leben mit der Bedrohung durch Corona entwickelt sich weiter und es braucht andere Formen um weiter in Kontakt zu bleiben. Stichworte heißen mobile Kirche, Feuerabende und Fensterlgottesdienste.  Denn als Kirchengemeinde sind wir ganz nah an den Menschen. Das Tagebuch war dafür in den letzten 120 Tagen das richtige Medium, jetzt aber braucht es Energie für das analoge Leben. Darum sage ich im Namen von Kirchenvorstand und Hauptamtlichenteam danke für Ihre Treue als Leserinnen und Leser. Dieser Dank gilt auch allen die in der Erstellung und Logistik Seite beteiligt waren. 
Bleiben Sie behütet und gesund.
Ihr Jörn Künne

Der Bibellesetipp
Grundlage unseres Glaubens ist die vergebende Liebe Gottes, die keine Vor- oder Gegenleistungen verlangt. Allein aus Gnade und weil seine Liebe ihn treibt sind wir von Gott angenommen.  Niemand hat das besser zusammengefasst, als Paulus. Darum lesen Sie die gute Nachricht in den Worten des Apostels Paulus:
Römer 3. 21-28

Aus dem Gemeindeleben

Die Gottesdienste am Sonntag finden um 9 Uhr und um 10 Uhr unter den üblichen Corona-Bedingungen in der Laurentiuskirche statt.

Nach all den Lockerungen in den letzten Wochen beenden wir an diesem Sonntag auch die nächtliche Beleuchtung des Kirchturmes und auch das tägliche Gebet des Hauptamtlichenteams endet mit Beginn der Schulferien.

Die letzte Druckausgabe des Coronatagebuches findet sich in den kommenden Tagen in der Kirche und bei Blumen Fröschel.

Die Zukunft des Coronatagebuches
Solange kein weiterer Lockdown und eine zweite Welle durchs Land zieht wird es jetzt kein elektronisches Coronatagebuch mehr geben. Alle Ausgaben und Artikel sind auf dieser Seite im Archiv zu finden.  Anstelle des Coronatagebuches wird es ein elektronisches Extrablatt geben, mit interessanten Artikeln mit aktuellen Informationen und dem Blick aufs Gemeindeleben. Es lohnt sich, immer wieder einmal auf diese Seite zu schauen und so auf den neuesten Stand gebracht zu werden. Manche Beiträge, wie die Kochrezepte werden vermutlich auch noch einmal extra zusammengefasst und thematisch geordnet. Vielleicht wird es auch eine gedruckte Form des Extrablattes geben, die zwischen den einzelnen Kirchenbotennummern aktuelle Informationen weitergibt.

Die letzte Bildergalerie
Günter Hochberger schenkt uns zum Abschluss eine erfrischende Bildergalerie - Sie zeigt Weitersdorf im Winter. Vielen lieben Dank für diese wunderschönen Bildergalerien, die uns durch die letzten Monate begleitet haben. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Das Pilzgulasch von Anni Grüttner
400g mageres Schweinefleisch(am besten Nuss, ist mager und zart) mit einer Zwiebel in grobe Würfel schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen und etwas anbraten, 400g  frische Mischpilze leicht mit anbraten, mit Gemüsebrühe  ca. 30 min. köcheln (Mischpilze  aus Glas  o. Dose nur ca. 15min.) 1 Becher Schmand und 1 Becher süße Sahne verrühren, mit aufkochen, das Gulasch mit Zitronensaft evtl. noch Gemüsebrühe abschmecken, es sollte schön sämig sein und dazu mit Spätzle, Kartoffelpüree oder Semmelknödel in Scheiben und anbraten.
Ein leckeres, etwas anderes Gulasch. Guten Appetit!

Die KiTa Sonnenblume in Zeiten der Pandemie
Im Kindergarten Sonnenblume in Roßtal war es in den letzten Wochen verhältnismäßig ruhig. Der Alltag und das Leben mit Corona haben sich gut eingespielt. Seit Mitte Juli dürfen wieder alle Kinder die Einrichtung besuchen. Mit einem Hygienekonzept und den Vorgaben und Richtlinien des Bayerischen Staatsministerium natürlich. Wir haben neue Zugänge zu den Gruppen geschaffen, Funkklingeln angebracht, Desinfektionsspender aufgehängt, Fieberthermometer bestellt, Maskenpflicht für die Eltern bei der Bring- und Abholsituation eingeführt. Die Kinder verbleiben mit ihren Erzieherinnen in ihren Gruppen und werden nicht gemischt, der Garten wurde in verschiedene Bereiche abgetrennt und die neuen Regeln, wie ständig Hände waschen und in die Armbeuge niesen oder husten, sind mittlerweile verinnerlicht.
Die Vorschulkinder durften ihre Abschiedswoche genießen, die Fotografin kam in den Kindergarten, alle waren entspannt und glücklich. Die Jahresplanung für das nächste Kindergartenjahr ist in vollem Gange. Praktikanten und Mitarbeiter werden verabschiedet. Eine fast normale „Vorferienstimmung“ macht sich breit.
Da klingelt plötzlich das Telefon und die Anruferin war vom Gesundheitsam. Ganz schnell wurden wir wieder an Corona erinnert und in welcher Zeit wir im Moment leben.
Es geht um die Käfergruppe. Eine Person wurde vom Hausarzt mit leichten Symptomen getestet. Nun müsse man das Ergebnis abwarten und die eventuellen Kontaktpersonen speziell in der letzten Woche ausfindig machen.
Die Käfergruppe wird ab sofort geschlossen. Mitarbeiter und Kinder müssen zu Hause bleiben, Geschwisterkinder dürfen weiterhin die Einrichtung besuchen. Die Familien müssen sich nicht in häusliche Quarantäne begeben. Es handle sich um eine rein präventive Schließung. Das Gesundheitsamt ermittelt. Die Ärztin bittet um Diskretion um eine Massenpanik zu verhindern und Transparenz den betroffenen Familien gegenüber.
Wir machen uns sofort an die Arbeit. Träger, Mitarbeiterinnen und Eltern werden in Windeseile informiert. Dank der guten Vorarbeit arbeiten wir schnell und zielgerichtet und nun heißt es abwarten.
Am Montag kommt die offizielle Entwarnung. Die Person ist negativ. Wir atmen erleichtert durch.
Nun kann alles kann wieder seinen „fast normalen Corona Gang“ gehen...

Und dann kam der Lockdown: Politik in Zeiten von Corona von Marlene Mortler
(Mitglied des Europäischen Parlaments, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AG ELF) der CSU)
Auch als Europa-Abgeordnete habe ich die Zeit des Lockdown in den ersten Wochen zur inneren Einkehr genutzt. Im Detail heißt das: Tempo herausgenommen, mich auf das Wesentliche und auf meine Familie konzentriert. Vor allem war und bin ich dankbar dafür, dass wir auf einem großen Bauernhof wohnen. Hier ist immer etwas los und es gibt genügend zu tun. Verglichen mit anderen Menschen, war diese Zeit für uns vermutlich wie ein Paradies.
Regelmäßig habe ich den Link zum Gottesdienst meiner Kirchengemeinde bis zuletzt genutzt, um online dabei zu sein. In dieser Zeit hat mein „Lieblingspfarrer“ Thomas Hofmann eine wunderschöne Komposition, passend zu Corona, getextet, gesungen und gespielt. Zu finden ist das Video auf YouTube unter dem Titel „Musikvideo: Nein, nicht Corona gehört die Welt (ER trägt die Krone)“ – sehr empfehlenswert!
Aber was bedeutet die Corona-Pandemie für uns Politiker? Bis heute arbeiten wir Abgeordneten des Europäischen Parlaments hauptsächlich im Remote-Modus – also mit unzähligen Videokonferenzen in den unterschiedlichsten Formaten und Apps – weiter. Damit konnten wir zwar Anfahrts-zeiten und Energien sparen. Allerdings wurde „freie“ Zeit auch immer mehr mit weiteren Ideen und virtuellen Konferenzen aufgefüllt. Daraus ergibt sich zweierlei:
1. Eine Konferenz (virtuell) ersetzt auf Dauer nicht das persönliche Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Es braucht den direkten Kontakt, denn den einen oder anderen Kollegen vor Ort zu treffen und zu sprechen, spiegelt die wahre und unersetzliche Parlamentsarbeit wi-der.
2. Die vielen Aktivitäten, Diskussionen und Abstimmungen machen deutlich, dass uns Europa nicht nur am Herzen liegt, sondern es nach wie vor unser Ziel ist, nicht nach Schuldigen, sondern nach (besseren) Lösungen zu suchen.
Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat nun die herausfordernde Aufgabe, unsere Mitgliedstaa-ten und unsere Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Für diese Aufgabe hat die Bundesregierung ein eigenes Präsidentschaftsprogramm entwickelt, das die Prioritäten für unsere Präsident-schaft und die zentralen Herausforderungen der EU umfasst. Die nachhaltige Überwindung der Corona-Krise, die wirtschaftliche Erholung und die Erschaffung eines stärkeren, innovativeren und nachhaltigen Europas stehen dabei im Vordergrund.
Was wir alle aus dieser Krise gelernt haben sollten? Kein Land kann diese Krise im Alleingang be-wältigen und reparieren. Die kühnsten Maßnahmen sind bislang immer die sichersten in und für Europa gewesen. Die Zeichen stehen auf Solidarität. Gerade jetzt! Das ist der Moment Europas – unser Moment!!!

Bleibt am Ende der Dank an Jutta Hermann und das Team im Hintergrund
Nicht nur die vielen interessanten Artikel und nicht nur die vielen schönen Bilder und Beiträge machten das Coronatagebuch aus. Ohne dieses Team, die diese Artikel in Form brachten und das Coronatagebuch gestalteten, wäre es nie so lange möglich gewesen mit dieser Qualität online präsent zu sein. Zu diesem Team gehören auch Johanna Wollnik, die Korrektur gelesen hat und Alexander Schneider, der in den letzten Wochen manche Ausgabe gestaltete. Vielen Dank liebes Team. Das war eine Spitzenleistung. Ihr Jörn Künne

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Donnerstag, 23. Juli 2020

Die gute Nachricht
„Noch heute möchte ich den Totenschädel des Mannes streicheln, der die Ferien erfunden hat.“ So loben nicht nur Schüler die Erfindung der Ferien. Obwohl sie eigentlich gar keine menschliche Idee waren. Der Erste der von seiner Arbeit ruhte, war am 7. Schöpfungstag, Gott selber. Die Regeln zur Arbeitsruhe an diesem Sabbat-Tag waren und sind in Israel rigoros. Hiervon könnte sich der Sonntagsschutz in unserem Kulturkreis ein Scheibchen abschneiden… Wir halten fest:  Ferien sind wichtig, Pausen sind nötig und ebenso der Sonntag als arbeitsfreier Tag für alle Menschen.

Der Bibellesetip
Nicht die Verwandlung von Wasser in Wein ist die Botschaft des großen Weinwunders zu Kana, sondern dass mit Jesus die Fülle von Gottes neuer Welt angebrochen ist. Der Wein steht für die Fülle, die dort herrscht und das ist doch wirklich eine gute Nachricht. Darum lesen Sie selber: Johannes 2. 1-11

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Die Kirchweih in Defersdorf, oder besser die Nicht-Kirchweih in Defersdorf ist jetzt auch vorbei. Ich war dort beim Nicht-Kirchweih-Gottesdienst und danach um noch ein wenig mit den Leuten zu plaudern. Auch wenn man nicht feiern kann, ganz können es die Menschen nicht lassen. Die Kärwabuam haben den alten Baum umgesägt und die kleinen Kärwabuam haben einen kleinen Kärwabaum aufgerichtet. In der Küche wurden die Küchle gebacken und wenigstens am Samstagabend hat man sich in der Wirtschaft getroffen.
Kirchweih ist für die Verantwortlichen und ihre Helfer mit viel Arbeit verbunden, damit die anderen feiern können. Es ist auch mal schön, wenn das alles nicht gemacht werden muss. Aber ganz ohne Fest geht es doch nicht. „Ohne Sonntag gäbs nur Werktage“ heißt ein kirchlicher Slogan. Feste sind auch wichtig. Als Gott die Welt gemacht hat, hat er Sonne und Mond gemacht denn „sie sollen Zeichen sein für Festzeiten, für Tage und Jahre.“
(1. Mose 1,14)

Aus dem Gemeindeleben 

Abschiedsfeier für Ex-Bürgermeister Hannes Völkl
Gestern war es nach all den Corona-Verzögerungen möglich, sich bei Bürgermeister Johann Völkl zu bedanken. Bei einem kleinen Fest im Schloßhof erklangen Lob und Dank für 12 Jahre an der Spitze in der Gemeinde und ein herzliches Dankeschön auch von Kirche und Diakonieverein an Hannes Völkl.

Coronatagebuch- Printausgabe
Mit der 15. Druckausgabe endet die Serie von auch gedruckten Coronatagebüchern. Das Leben hat sich soweit normalisiert, dass viele normale Kontakte wieder möglich sind. Gottesdienste, Besuche, Veranstaltungen sind wieder möglich, darum ist diese Ausgabe unseres Coronatagebuches die vorläufig letzte Ausgabe dieses Mediums mit dem die Kirchengemeinde über Wochen Kontakt zu den Gemeindegliedern gehalten hat. Die neue Printausgabe liegt ab Freitag in der Kirche und bei Blumen Fröschel aus.

Coronatagebuch- the end!
Mit der Wochenendausgabe des Coronatagebuches endet die Begleitung der Kirchengemeinde durch die Coronazeit. An dieser Stelle folgt eine Art Blog der Kirchengemeinde, in der Kommentare, Tipps, Aufreger und aktuelle Informationen unter dem Titel „Extrablatt“ veröffentlicht werden. Dieses Extrablatt wird ebenfalls in einer Printausgabe weiterverbreitet werden.

Gemeindehelfertreffen
Statt eines Ausfluges, sind die Gemeindehelferinnen und -helfer sowie ihre Partnerinnen und Partner zu einem Dank- und Denkabend eingeladen. Heute treffen sie sich um 18 Uhr zu einem kleinen Gitarrenkonzert und einer Gesprächsrunde über die Coronazeit und die Folgen.
Wir müssen übers Geld reden… Natürlich gibt es auch in der Kirchengemeinde einen großen Einbruch an Spenden und Gaben, während vielfach die Kosten weiterliefen. Darum auch zum Ende des Coronatagebuches, wir freuen uns über alle Gaben und Spenden, mit denen wir die Gemeindearbeit weiter finanzieren können. Wenn Sie uns unterstützen wollen, dann bitten wir um eine Überweisung auf folgendes Konto: DE18 7625 0000 0009 6528 68, Sparkasse Fürth.

Mobile Kirche und Kirchweihen 
Inzwischen gibt es erste Erfahrungswerte von unserer mobilen Kirche und den Erlebnissen mit ihr. Am Sonntag ist sie in Buttendorf zu erleben und in Großweismannsdorf und die Defersdorfer sind heute noch begeistert von ihrem Gottesdienst auf dem Festplatz.

Der Kommentar
Und noch einmal das Thema „Verantwortung“… noch einmal der Blick auf Kindertagesstätten und Erkältungen. Noch einmal die Nachfrage, wer trägt die Verantwortung und wer übernimmt sie. Nach den Pressemitteilungen entscheiden ab Herbst die Mitarbeitenden, ob ein Kind, das eine Schniefnase hat unter Corona leidet und darum an der Türe der Kita zurückgewiesen wird. Klar, haben die allermeisten Kinder einen normalen Schnupfen, aber was ist, wenn doch ein Kind Corona haben sollte und die Kita besucht? Wie will man in der Bringzeit 100 Kinder als medizinisch nicht ausgebildete Erzieherin auf Coronasymptome untersuchen? Wer übernimmt dafür die Verantwortung? Die Eltern aller Kinder, die wollen, dass ihre Kinder betreut werden? Sicher nicht. Die Eltern, die ihr Kind abgegeben haben? Sicher nicht, denn die Erzieherin hat ja gesagt. Und die Erzieherin am Eingang mit ihrem Angestelltengehalt soll dann verantwortlich sein dafür, dass klein Kevin alle angesteckt hat und die Großeltern von klein Lara dann ins Krankenhaus müssen und klein Lara daran schuld ist, weil sie die Krankheit aus der Kita mitgebracht hat. Aus Sicht des Trägers und im Interesse der Mitarbeitenden und dann auch auf den zweiten Blick der Eltern, bedarf es hier eine dringende Nachbesserung, denn wer wird jetzt verantwortlich gemacht?
Im eigenen Interesse sollten Kinder mit Schnupfen und Krankheitssymptomen die Kita meiden. Ein Kitatag ist anstrengend für Kinder und ein verschleppter Schnupfen, eine verschleppte Grippe… Darum Vorsicht beim Weiterschieben von Verantwortung. Auch wenn es ersteinmal so ganz einfach ausschaut mit der Verlagerung der Entscheidung auf die Mitarbeitenden. Meint Ihr Jörn Künne


Mittwoch,  22. Juli 2020

Die gute Nachricht
Getretener Quark wird breit nicht stark, so die Meinung mancher Diskussionsverächter. Die EU hat es gestern gezeigt, langes Reden führt auch zu starken Signalen und Europa ist handlungsfähig. 27 Staaten unter einen Hut zu bringen ist eine Meisterleistung und ein deutliches Signal, an alle die rund um den Globus auf das langsame Absterben Europas setzen. Das würde im fernen Osten, entlang der Moskwa oder auch jenseits des Atlantiks so manchem gefallen. Nein, Europa kann handeln und langes Reden sorgt dann eben doch für starke Signale.

Der Bibellesetipp
Einen tiefen Einblick in die Anfänge einer kirchlichen Organisation gibt Paulus in seinen Korintherbriefen. Klar versuchte man um das Jahr 50 nach Christus herum mit Briefen Kontakt zu halten. Auch wurden Boten und Mitarbeiter hin und her geschickt, aber auch Geld spielte von Anfang an eine gewisse Rolle, denn Spendenaktionen stärkten die gegenseitige Verantwortung füreinander und besiegelten den Zusammenhalt der Gemeinden. Und Paulus sammelt Geld für die Glaubensgeschwister in Jerusalem. Davon berichtet 2. Korintherbrief 8, 1-24

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker    
Wenn ich an einen sonnigen Tag von meinem Büro zur Kirche gehe, höre ich es Summen und Brummen. Auf den Gräbern am Laurentius-Friedhof blühen die Blumen und Stauden. Und in ihnen regt sich das Leben. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten tuen sich am Nektar der Blüten gütlich.
„Die unverdrossne Bienenschar / fliegt hin und her, sucht hier und da / ihr edle Honigspeise;“ (Paul Gerhardt, Evangelisches Gesangbuch Lied Nr 503)

Aus dem Gemeindeleben
Andacht AWO – Seniorenkreis
Heute ist der AWO-Seniorenclub zu Gast zu einem Treffpunkt Gottesdienst im Roßtaler Pfarrgarten. Ab 14 Uhr wird miteinander ein Mut-mach-Gottesdienst gefeiert, bei dem viele gute Gedanken auch ausgetauscht werden können.
Ideen aus dem Gemeindeentwicklungsausschuss
Am Montag tagte der Gemeindeentwicklungsausschuss der Kirchengemeinde im Pfarrgarten. Die wunderschöne abendliche Kulisse des Pfarrgartens half eine Reihe von guten Ideen für einen Herbst der vielen, kleinen Veranstaltungen zu entwickeln. Denn eines erscheint gewiss. Es wird keine großen Feste geben und auch Gottesdienste mit mehr als den erlaubten 70-80 Personen werden unmöglich sein. Was aber sehr realistisch erscheint sind Gottesdienste im kleinen Format und im Freien. Dazu abendliche Treffpunkte mit einem kurzen auch biblischen Impuls und Denkanstößen mit einer Begegnung in den Quartieren. Bereits im November sollen damit Erfahrungen gesammelt werden und Begegnung in den Quartieren Roßtals und der anderen Gemeindeteile ermöglichen.
Außerdem wurde über entspannende Feuerabende am Feuerkorb nachgedacht.  Diese könnten ab der Zeitumstellung an verschiedenen Orten stattfinden und zum entspannenden Verweilen einladen.  Damit könnten ein  paar besinnliche Momente in die beruflich und privat angespannte Zeit kommen und manch einer wird an die Lagerfeuer seiner Zeltlagerzeiten erinnert.

Anfangen, Anfangen, Anfangen! Gedanken zum Weg aus der Corona-Pandemie von Carsten Träger
(Umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion)
Die letzten Monate waren für unser Land und die Menschen eine enorme Herausforderung. Der Schutz der Gesundheit aller stand an erster Stelle. Verglichen mit vielen anderen Ländern ist es uns gut gelungen, die Corona-Pandemie einzudämmen und so viele Menschenleben zu retten. Trotzdem waren die erforderlichen Maßnahmen einschneidend und haben viele von uns hart getroffen. Jetzt ist die Zahl der Neuinfektionen bundesweit und hier in Stadt und Landkreis Fürth niedrig und wir sind auf dem Weg, Schritt für Schritt zu einer „neuen Normalität“ zurückzukehren.
Einer der Wünsche, die ich vor einigen Wochen in diesem Tagebuch geäußert habe, war, dass wir unsere Wirtschaft wieder erfolgreich in Schwung bringen. „Die Wirtschaft“ – das klingt zunächst immer nach Konzernen und Großunternehmen. „Die Wirtschaft“ – das sind aber vor allem auch die Kneipen und Restaurants bei uns ums Eck, die gerade in der belebten Frühjahrszeit vollständig auf die eingeplanten Einnahmen verzichten mussten. Das sind die Kulturschaffenden, die nicht auftreten konnten. Das sind auch die Einzelhändler, die nach wie vor weit von früheren Kundenzahlen entfernt sind, und das sind die Handwerker, denen in der Lieferkette der großen Unternehmen viele Aufträge weggebrochen sind. Ihre Existenzen stehen auf dem Spiel.
Deshalb haben wir in Berlin ein beispielloses Konjunkturpaket auf den Weg gebracht, um neue Dynamik in die Wirtschaft zu bringen. 130 Milliarden Euro stehen bereit für berufliche und soziale Sicherheit in der Krise und für starke Impulse für Wirtschaft, Innovation und Klimaschutz.
Im Mai habe ich geschrieben, dass wir den wirtschaftlichen Neustart als Chance sehen müssen; Wirtschaft, Umwelt und Naturschutz und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zusammendenken, gezielt neue, umweltfreundliche und klimaschonende Technologien fördern und in gute Arbeitsplätze investieren. Ich bin froh, dass ich heute sagen kann: Das tun wir! Der Solardeckel ist endlich weg und die EEG-Umlage sinkt. Das bringt einen kräftigen Schub für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit Milliardeninvestitionen in die Schlüsseltechnologie Wasserstoff bereiten wir eine umwelt- und klimafreundliche Mobilitätswende vor und legen den Grundschein für eine neue Erfolgsgeschichte. Wir helfen dem ÖPNV, indem wir einen großen Teil der enormen Ausfälle aus dem Fahrscheinverkauf ersetzen und wir erstatten den Kommunen die entgangene Gewerbesteuer zur Hälfte – die andere Hälfte muss der Freistaat Bayern liefern. Wir unterstützen auch die Automobilbranche – aber eben nicht mit Rezepten von gestern, sondern bei der Entwicklung und Markteinführung alternativer Antriebssysteme. Und wir steigen bis allerspätestens 2038 aus der Kohleverstromung aus und unterstützen die betroffenen Regionen kräftig beim Strukturwandel.
Das alles sind große Schritte, und doch ist es im Angesicht der ungewissen weiteren Entwicklung ein „Anfangen“. Wir werden weiter Woche für Woche Bilanz ziehen und nachjustieren. Im Herbst werden wir prüfen, ob und welche weiteren Maßnahmen nötig sind. Noch ist die Krise nicht überwunden. Aber wir sind auf einem guten Weg. Ich bin sicher: Mit Achtsamkeit, Entschlossenheit und gegenseitiger Unterstützung kann unser Land gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen!
Mit herzlichen Grüßen,
bleiben Sie gesund
Ihr Bundestagsabgeordneter
Carsten Träger

Glabsters na  - Und sie belauschen uns doch
Sprechen zwei junge Erwachsene miteinander über ihre Urlaubspläne. Der junge Mann erzählt seine Ideen über einen Dänemarkurlaub und dass er mit seinem Handy im Internet auf der Suche nach einer guten Verbindung dorthin war. Die junge Frau hat zu diesem Zeitpunkt ihr Handy im 50 Meter entfernten Auto liegen.
Als sie ihr Handy Stunden später wieder anschaltet ploppt dort Werbung für Schiffsverbindungen auf, die exakt für die besprochene Routenführung passen.
Zauberei? Zufall? Oder haben die beiden Handys miteinander Daten ausgetauscht und der Vorschlag mit den Schiffsrouten kam zur Frau, weil sie dort erfolgreicher erscheint.  Ein Schelm, wer dahinter Absicht vermutet…. Oder ist Ihnen auch schon Ähnliches passiert und Ihr Handy kann Gedankenlesen?

Basteltipp: Schutzengel-Handschmeichler (Wdh. 18.04.2020)
Ein Handschmeichler ist ein Gegenstand, der sich gut anfühlt, wenn man ihn in der Hand hält. Er verbindet mit den Menschen, von denen man ihn bekommen hat, und spendet Trost. Er passt auch gut in eine Hosen- oder Jackentasche. Ein Schutzengel darauf bringt zum Ausdruck, dass Gott uns begleitet.
Anleitung: Man benötigt glatte ovale Steine, die die richtige Größe haben, dass wir sie mit unserer Hand umschließen können. Filzstifte in dunklen, kräftigen Farben und Klarlack (schnell trocknend), Pinsel, eventuell etwas Glitzerpaste. Stehen keine Steine, aber Modelliermasse wie Fimo zur Verfügung, können in einem ersten Schritt die Steine geformt werden. Modellierte Handschmeichler haben den Vorteil, dass sie sich besonders gut in die Hand schmeicheln.
Die Steine werden mit den Filzstiften bemalt: Engelgestalten oder einfach nur Flügel, die dann auch noch mit der Glizterpaste verziert werden können. Nach dem Trocknen wird das Bild mit Klarlack fixiert. Quelle:Kirche mit Kindern - Sorgen zu Gott bringen

Der Kommentar
Leben mit Corona ist die neue Realität und damit verändert sich das Gemeindeleben. Vom Shutdown, in dem nur noch digitale und technische Kontakte zu vielen Menschen möglich waren, zu einer neuen Lebensform, die um die Risiken von Corona weiß . Corona wird uns bleiben, wie andere Viren auch. Die Begegnung und das gemeinsame Leben geht weiter, wenn auch immer mit Abstand und Mundschutz und immer wieder auch konsequenten Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit. Leben mit der Krankheit ist in Deutschland mit aller Vorsicht möglich. Aber es bleiben klare Risiken, die immer einberechnet werden müssen. Großveranstaltungen, gemeinsames Singen, enge stickige Räume, Umluftanlagen, arbeiten mit Krankheitssymptomen… Vieles muss neu gedacht, geklärt und erst einmal ausprobiert werden. Aber in unserem Land ist Leben mit der Bedrohung durch Corona möglich und wir haben die Freiheit unser Leben danach auszurichten und die neue Zeit miteinander zu gestalten.


Dienstag, 21.07.2020

Die gute Nachricht
War jetzt schon 100 Mal zu lesen. Und das Coronatagebuch unserer Kirchengemeinde erscheint heute mit der 100. Ausgabe. Geplant als Kontaktmagazin der Kirchengemeinde in schwieriger Zeit, hält das Coronatagebuch in der Printausgabe und in der digitalen Ausgabe Kontakt zur gesamten Gemeinde und erreichte in den Spitzenzeiten fast soviele Menschen medial, wie in einer normalen Woche vorher analog. Vielen Dank allen Leserinnen und Lesern für die bisherige Treue.

Der Bibellesetipp
Meine persönliche Lieblingsstelle in der Bibel ist die Geschichte vom Durchzug durch das Schilfmeer. Gott hilft seinem Volk druch die schlimmsten Gefahren hindurch. Das Wasser weicht und trockenen Fußes ziehen sie hindurch, gerettet  vor den Ägyptern. Gott hilft in größter Gefahr das ist die tröstliche Botschaft auch für unsere Gegenwart und die ertrinkenden Ägypter dürfen wir dabei erst einmal ausblenden. 2. Buch Mose 14.15-23

Der Denkanstoß von Thomas Rucker
Vielleicht erinnert sich jemand an die Gitarrenklänge die mit der Geige den Gesang der amerikanischen Gruppe „Kansas“ begleiten bei dem Lied „Dust In The Wind“.
„Wenn ich die Augen nur einen Augenblick schließe ist der Augenblick vorbei.“ heißt es da, und „wie ein Wassertropfen in einem endlosen Meer“. Im Refrain kommt dann die Schlussfolgerung „For all we are is dust in the wind“ („Denn alles, was wir sind, ist Staub im Wind“).
Die Erkenntnis ist nicht neu. Schon im ersten Psalm heißt es „sie sind wie wie Spreu, die der Wind verstreut.“ (Psalm 1,4). Und im 8. Psalm stellt sich David die Frage „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ (Psalm 8,4+5) Angesichts der Werke Gottes, der Berge und Meere, der Bäume und Tiere, Sonne und Mond, der Unendlichkeit des Alls fragt sich David, wie auch mancher Mensch heute: „Was sind wir Menschen mehr als Dust In The Wind?“
Aber mit seiner Frage gibt er schon die Antwort: „Wir sind mehr!“, denn Gott denkt an uns und er nimmt sich unser an.

Aus dem Gemeindeleben

Fensterlgottesdienst
Heute um 16 Uhr findet vor den Fenstern des AWO heimes wieder ein Fensterlgottesdienst statt. Begleitet von Brigitte Stief am Akkordeon wird Pfarrer Thomas Rucker auf der Nord und der Westseite einen Gottesdienst für die Menschen im AWO Heim gestalten.

Herzlichen Dank Günter Hochberger
Hier kommt sein vorerst letztes Fotoabenteuer zusammengefasst in einer Galerie mit einer Vielfalt von Sonnenuhren. (pdf bitte im Vollbildmodus betrachten)

Der Kinder- und Jugendtipp
Die Kindersuchmaschine Blinde Kuh richtet sich an Kinder von 6 und 12 Jahren. Kinder und Eltern finden hier Tipps zum Lernen ohne Schule sowie gegen Langeweile und eine große Auswahl an vielen weiteren spannenden Kinderseiten. Schaut hier doch mal vorbei: www.blinde-kuh.de

Der Coronakommentar
Die 100.Ausgabe des Coronatagebuches ist Grund allen Beteiligten ein großes Dankeschön auszusprechen. Im Verlauf der letzten vier Monate hat sicher über ein halbes Hundert Menschen sich für das Coronatagebuch engagiert. Ehrenamtliche, die die Printausgaben verteilten und so den Kontakt zu Menschen aufrecht erhielten, die sonst sehr zurückgezogen  gelebt haben, Menschen die diese Zeilen mit Herzblut kontrolliert und  Fehler ausgemerzt haben, Mitarbeiterinnen, allen Voran Frau Jutta Hermann, die diese 100 Ausgaben erst ermöglicht hat und die die  Texte zusammengestellt hat. Dann allen, die Beiträge  schickten und allen voran Herrn Hochberger für all die Bilderserien und Herrn Westphal für all die Audiodateien und Filmaufnahmen. Dazu vielen anderen kreativen Mitarbeitenden, die Bilder, Videos und Audios eingestellt haben . Dann den Autoren aus Politik, Kirche, Diakonie, Kirchenvorstand und Kirchengemeinde, die immer zuverlässig Texte und Beiträge schickten. Buchtipps, Jugend und kindertipps, Kommentare, die das Hauptamtlichenteam schickten, Beiträge aus den Reihen des Kirchenvorstandes, sämtliche Kochrezepte über Gerichte, die es sonst nur bei den Gemeindefesten gibt, Kontakte weltweit und unsere Partnerinnen und Partner rund um den Globus machten mit, schrieben uns und wir schreiben zurück. Die Challenges, Briefe, Telefonate, Gesprächsanregungen… Und Reaktionen aus der Gemeinde. Viel viel kam an und wurde gelesen und bedacht.  Zur 100. Ausgabe darum allen noch einmal ein herzliches Dankschön fürs Mitmachen und Mitgestalten und mit der Wochenendausgabe wird das Coronatagebuch in ein elektronisches und auch gedrucktes Extrablatt verwandelt werden.  Danke und wir machen morgen im Büro noch einmal einen Sekt auf und stoßen an auf ein erfolgreiches Projekt, das half die Coronazeit zu überstehen und mit der 103. Ausgabe  am Wochenende wird das Coronatagebuch (hoffentlich für immer) Geschichte sein und durch das elektronische Extrablatt ersetzt werden.

 

 

Montag, 20. Juli 2020

Die gute Nachricht
Vor 76 Jahren scheiterte das letzte große Attentat auf Adolf Hitler. Ein letzter Versuch die totale Katastrophe aufzuhalten und die Niederlage einzugestehen. Der Bombenanschlag scheitert und die letzten 9 Monate des Krieges werden endgültig zur Hölle und sorgen für unendlich viel Tod und Verderben. Was am 20 Juli die gute Nachricht ist? Man hat es wenigstens noch einmal versucht. Wenigstens ein öffentlich wirksames Zeichen eines Gewissens gegen all die Menschenverachtung und Brutalität des Nationalsozialismusses. Ein Zeichen, auch christlich motiviert, um dem Rad in die Speichen zu fallen wenn Tyrannei und Menschenverachtung herrschen.

Der Bibellesetipp
Zwei Bibelstellen zum 20 Juli. Auch die Männer des 20. Juli waren zerrissen zwischen Gehorsamsschwur und Tyrannenmord und sie suchten auch theologische Begründungszusammenhänge. Die seit Luther gültige Besinnung auf Römer 13 trug angesichts der bekannten Verbrechen nicht mehr. Darum kam Offenbarung 13 zum klingen. Dort war nichts mehr davon zu lesen, daß alle Obrigkeit von Gott kommt, sondern dort war die Obrigkeit das Tier aus dem Abgrund, das am Ende von Gottes Lamm besiegt wird.  Und damit konnte der Widerstand  gegen die nationalsozialistische Führung gerechtfertigt werden. Doch lesen Sie selber: Römer 13, 1-10 und Offenbarung 13

Aus dem Gemeindeleben

Nicht-Kirchweih-Sonntag
Es wäre Kirchweih in Defersdorf gewesen, aber wie soviele Großveranstaltungen in dieser Zeit fällt das aus. Nein, es fällt nicht aus, aber es ist ganz anderes als sonst.
In der Woche davor war ich noch im Dorf und habe den letztjährigen Kärwabaum gesehen, hoch, vertrocknet, mit dem inzwischen braunen Kranz unter der Spitze. Ein trauriger Anblick. Das hatten sich wohl auch die Kärwabuam gedacht und das Ding gefällt. Die kleinen Kärwabuam haben am Samstag ihren Baum aufgestellt. Nicht so hoch, aber es ist ein Kärwabaum.
Und die großen Kärwabuam saßen am Samstagabend beieinander und haben gefeiert. Sonst hätten sie die ganze Woche über den Stodl leergeräumt, geputzt, dekoriert, bestuhlt und dann herumgewuselt, damit die Fremden sich zu einer Maß Bier bei der Kärwa hinsetzen können. Am Samstag hat der Garten von der Wirtschaft ausgereicht, und das Bier haben andere gebracht.
Für gut vierzig Leute waren dann am Sonntagmorgen Stühle und Bierbänke im Schatten des Wirtshauses für den Gottesdienst aufgebaut. Und die Menschen strömten herzu. Noch etliche weitere Bierbänke mussten aufgestellt werden, für den Gottesdienst den der Posaunenchor Rosstal mit großer Besetzung musikalisch begleitete. Menschen aus Defersdorf kamen, und andere ,die sich mit dem Dorf verbunden fühlen, die hier aufgewachsen sind oder in eine Familie eingeheiratet haben.
Wenn man die vielen Menschen sah, die zum Gottesdienst gekommen waren, dann konnte keiner von ihnen wie der Kranke aus der Evangeliumsgeschichte (Johannes 5) sagen: „Ich habe ja niemanden.“ Gottesdienst ist nicht nur Gott loben und danken, sondern eben auch im Hause Gottes sein und der Familie Gottes begegnen, den Menschen, die wir gerne haben und kennen. Nach dem Gottesdienst standen noch viel in Grüppchen beieinander oder saßen auf der Terrasse der Wirtschaft zum Kärwafrühschoppen.
So eine Nicht-Kärwa ist auch mal schön, aber sie macht auch Lust nächstes Jahr wieder eine richtige Kärwa zu feiern.

Die Zukunft des Coronatagebuches...
... steht in diesen Tagen auf dem Prüfstand. Gemeinsam mit dem Kirchenvorstand wird überlegt, wie die guten Erfahrungen mit einem elektronischen Medium Teil der Gemeindearbeit in der Nachcorona Zeit werden kann. Statt eines täglichen Briefes an die Gemeinde werden Berichte, Aktionen und Bemerkenswertes immer wieder aktuell auf die Home Page der Kirchengemeinde gestellt. Aus diesen speist sich  vielleicht dann auch ein gedrucktes Extrablatt, das zwischen den Kirchenboten in der Monatsmitte  erscheinen wird. Sollte allerdings erneut ein Lockdown erfolgen und das öffentliche Leben zum Erliegen kommen, wird zu einer täglichen Ausgabe des Coronatagebuches zurückgekehrt.  Näheres folgt.

Analoge Gemeindearbeit
- Heute findet das Familienfrühstück mit Picknickcharakter im Gemeindehaus und im Pfarrgarten statt.

- Und um 20 Uhr probt der Posaunenchor im Gemeindehaus

- Am Dienstag ist wieder Fensterln vor dem AWO Altenheim zu erleben und für die Seniorinnen und Senioren findet vor den Fenstern  auf der Nord und der Westseite des Altenheimes ein Gottesdienst statt.

Mitarbeiten in einer starken Gemeinschaft:
- Die Kirchengemeinde bietet immer wieder interessante ehrenamtliche, aber auch bezahlte Stellen zur Mitarbeit. So wird nach wie vor für die Begleitung von Beerdigungen und Trauerfeiern auf dem Martinsfriedhof ein Mesner, eine Mesnerin gesucht. Nähere Informationen bietet das Kirchenbüro Tel. 57416
- Ehrenamtlich mitdenken und Mitplanen ist im Beirat des Diakonievereins ebenfalls möglich. Dort ist die Amtsperiode eigentlich schon seit März abgelaufen, aber coronabedingt werden erst im Herbst Neuwahlen stattfinden- interessierte Ehrenamtliche melden sich bitte im Kirchenbüro  Tel. 57416

Picknickkonzert mit der Blechmafia
Es gibt noch Karten für das Konzert mit der Blechmafia, die am Freitag 24.7. ab 18.30 Uhr im Pfarrgarten spielen werden. Zu kaufen sind diese sowohl im Kirchenbüro als auch online unter.

Grafflmarktannahme
Zwar fand im Frühjahr kein Grafflmarkt statt, aber eine Sondergrafflmarktannahme organisieren Freiwillige des Diakonievereins am 15. August im Pfarrgarten. Näheres wird in Kirchenboten und zeitung stehen.

Der Denkanstoß von Thomas Rucker
Auch die Kinos haben wieder geöffnet. Seit zwei Wochen läuft dort der Film „Harriet“ über eine bei uns bisher unbekannte historische Persönlichkeit aus den USA. Harriet Tubman wurde vor etwa 200 Jahren im Süden der USA geboren. Sie war die Enkelin einer Frau, die aus Afrika als Sklavin über den Atlantik verschleppt worden war. Schon als kleines Mädchen musste Harriet Tubman arbeiten und wurde als Sklavin für unterschiedliche Arbeiten vermietet. Dadurch lernte sie aber auch die Sümpfe und Wälder Marylands kennen. 1849 entfloh Harriet Tubman ihren Besitzern. Obwohl man sie jederzeit hätte aufgreifen können, kam sie in den folgenden elf Jahren 13 Mal nach Maryland zurück und half mehr als 70 Personen auf den Weg in die Freiheit.
Harriet Tubman war Conductor (Fluchthelfer) bei der Underground Railroad, einem illegalen Netzwerk von Fluchthelfern für entlaufene Sklaven. Auf der Gedenkplakette an ihrem letzten Wohnsitz in Auburn im Staat New York steht (politisch nicht korrekt): „I nebber run my train off de track“ womit sie ausdrücken wollte, dass sie nie einen Flüchtling verloren hat.
Während des amerikanischen Bürgerkrieges arbeitet Harriet Tubman als Krankenschwester, Kundschafterin und Spionin. In den letzten Jahren ihres Lebens engagierte sie sich in der amerikanischen Frauenbewegung. Im Heiligenkalender der Episkopalkirche der Vereinigten Statten von Amerika gedenkt man Harriet Tubman am 20. Juli.
Als Conductor der Underground Railroad war Harriet Tubman's Codename „Moses“. Manche sagen, weil sie die Flüchtlinge wie Moses durch das Wasser der Flüsse und Sümpfe in Maryland geführt hat. Andere vermuten, dass der Gospel auf Harriet Tubman anspielt „Go down Moses, go down in Egyptsland! Tell Old Pharaoh: Let my People go!“ („Geh hinunter Mose, geh hinunter nach Ägypten. Sag dem Pharaoh: Lass mein Volk ziehen!“)
„Darum geh nach Ägypten, Mose! Ich sende dich zum Pharao, denn du sollst mein Volk Israel aus Ägypten herausführen!“ (2. Mose 3,10)
„Als nun Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen und machte das Meer trocken, und die Wasser teilten sich. Und die Israeliten gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen.“ (2. Mose 14,21+22)

Der Kinder- und Jugendtipp
Das traditionelle Zeltlager in der ersten Sommerferienwoche musste die Evangelische Jugend Roßtal leider absagen. Ganz verzichten müssen die Zeltlagerkinder aber nicht auf Zeltlager-Stimmung und das Wiedersehen mit den Zeltlager-Freunden. Die EJ bietet nämlich ein "Zeltlager Reloaded" an und legt die Workshops des Zeltlagers neu auf. Die Anmeldung zu diesem Betreuungsangebot im Pfarrgarten am 28. und 30. Juli finden interessierte Eltern hier: Anmeldung Zeltlager Reloaded
Für weitere Infos dazu, wenden Sie sich gerne an Jugenddiakon Alexander Schneider.

Das schnelle Essen am Montag
Kartoffelreste vom Sonntag? Nudelreste vom Samstag? Beides mit etwas Butter in einer Pfanne anbraten, nach Geschmack Zwiebeln oder Speck mitbraten. Je nach Menge, 1-3 Bioeier darüber aufschlagen. Die Eier stocken lassen, salzen und pfeffern und fertig ist das schnelle Essen am Montag.

Der Coronakommentar
Phantasie und Lebensfreude sind zurück. Nicht nur die sonnigen Hochsommertage, oder auch die beginnenden Sommerferien, auch die weiterhin sehr niedrigen Coronaneuinfektionen in Deutschland, machen Lust auf Leben und Lust auf mehr. Vieles ist wieder möglich. Vieles geschieht wieder im Freien und der Phantasie sind nur wenige Grenzen gesetzt. Gottesdienste im Freien,  Mikrophon und mobile Kirche machen es möglich. Picknickkonzerte und Freiluftlesungen. Das Leben verlegt sich vor die Haustüre und nicht nur in der Kirchengemeinde verlagert sich das öffentliche Leben ins Freie, ein Blick in den Kulturteil der Zeitung beweist das. Phantasie und Lebensfreude finden andere Formen sich zu äußern und zeigen das Leben ist mehr als Arbeit und Corona und mit ein bißchen Nachdenken macht das Leben wieder Freude und das nicht nur weil die Sonne scheint.

 

Freitag, 17. Juli bis Sonntag, 19. Juli 2020

Die gute Nachricht
Haben Sie schon einmal den Begriff „die gute Nachricht“ gegoogelt? Probieren sie es aus. Unter diesem Suchbegriff findet sich auf den ersten 20 Treffern immer nur die Bibel. Die Gute Nachricht ist dabei der Titel einer etwas freieren Bibelübersetzung aus den späten 1980ern und damit ein Markenname. Gute Nachrichten finden sich damit fast nur in der Bibel. Das ist das dann doch etwas erstaunliche Ergebnis einer einfachen Googleabfrage. Das schenkt Selbstbewusstsein für das Weitertragen des christlichen Glaubens, denn wer sonst hat schon fast ein Monopol auf gute Nachrichten?

Der Bibellesetipp
Da zieht ein Komet am Himmel seine Bahn. Alle 6.000-7.000 Jahre kommt er wieder und verschwindet in den Tiefen des Weltraums. Und man schaut die Bilder an und beginnt zu träumen, ein winziges Staubkorn diese Welt im Kosmos, ein winziger Planet unter Abermilliarden Sonnen, Planeten, Kometen, Gaswolken, weißen Riesen und roten Zwergen, schwarzen Löchern und dem Sternenstaub und jeder von uns ist ein Stück Sternenstaub und dem Himmel so nah. Das drückt auch der Beter des 8. Psalmes in zeitlos schönen Worten aus. Lesen Sie selber: Psalm 8

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Die Gott lieben werden sein wie die Sonne
Beim Blättern in dem violetten Ergänzungsheft „Kommt, atmet auf“ zu unserem Gesangbuch fand ich das Lied „Die Gott lieben werden sein wie die Sonne.“ (KAA 059)
Ich habe in meinem Leben mindestens zwei Menschen kennen gelernt, die wirklich gestrahlt haben wie die Sonne.
Der eine ist ein Schulfreund mit dem ich zwei Jahre lang in der Oberstufe den Physik-Leistungskurs besucht habe. Schule ist gräßlich und ich kennen kaum Schüler höherer Jahrgänge, die mit Freude und einem Lächeln die Schule besuchen. Normalerweise hingen wir müde, abgeschlafft und angelascht in den Seilen vor dem Physiksaal herum. Und dann kam er am Morgen, strahlte über das ganze Gesicht und rief uns fröhlich „Guten Morgen“ zu. Es erschien uns unmöglich, dass ein Mensch um Acht Uhr Morgens schon so fröhlich sein kann. Wir vermuteten, dass er heimlich von den Radioaktiven Proben in der Physiksammlung nascht, damit er immer so strahlt. Aber sein Strahlen und seine Fröhlichkeit hat auf uns abgefärbt. Je länger wir zusammen waren, umso freundlicher wurde auch unsere Stimmung am Morgen.
Die zweite Person ist eine Freundin, die vor vielen Jahren an einem trüben Tag heiratete. Als der Pastor sie fragte „Ob sie ….“ da antwortete sie laut und vernehmlich, mit fester Stimme, mit einem überirdischen Strahlen auf ihrem Gesicht „JA“. Und die Sonne ging auf und es wurde ein wunderschöner Tag. Ja, und ich sehe noch heute nach bald dreißig Jahren immer noch ihr Strahlen vor mir.
„Die ihn aber lieb haben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!“ (Richter 5,31)

Neue Bildergalerie Sonnenuhren
Von kunstvoll, filigran bis imposant in Stein gemeißelt – die Vielfalt der Sonnenuhren die Günter Hochberger für uns fotografiert hat. (pdf bitte im Vollbildmodus betrachten)

Aus dem Gemeindeleben

Die 13. Printausgabe unseres Coronatagebuches finden Sie, ab 17 Uhr, in der Kirche und bei Blumen Fröschel ausliegen.

Barbara Gastner rückt als Kirchenvorsteherin in Roßtal nach. Nach dem Rücktritt Rainer Gegners wird Barbara Gastner zum stimmberechtigten Mitglied des Kirchenvorstandes und vertritt damit den südlichsten Gemeindeteil unserer Pfarrei.

Gottesdienst am Kärwatag in Defersdorf
Auf dem Dorfplatz in Defersdorf, mit den üblichen Abstandsregeln, findet am Sonntag um 10.30 Uhr ein Freiluftgottesdienst mit Pfarrer Thomas Rucker und dem Roßtaler Posaunenchor statt. Bis zu 200 Menschen dürfen ja im Freien Gottesdienste besuchen und miteinander Gottesdienstfeiern, sofern der Mindestabstand zwischen Haushalten von 1,5 Metern eingehalten wird.
Gottesdienste in Roßtal finden, nach dem gültigen Hygienekonzept, in St. Laurentius um 9 Uhr und um 10 Uhr statt. Diakonin Judith Popp freut sich auf das gemeinsame Feiern am Sonntag.

Gottesdienst Zuhause
Anleitung für Gottesdienst@home von Pfarrer Meisinger aus Veitsbronn

Lesetipp: Linda Jarosch „Ich liebe die Frau, die ich bin“
Ich darf - ich will - ich kann
„Ich liebe die Frau, die ich bin“ – für viele Frauen ein schwieriger Satz. Zu sehr ist die heutige Gesellschaft noch von klischeehaften Rollenbildern geprägt. Von Ideen, die Frauen und Mädchen klein halten, ihrer Stimme berauben und den Mut nehmen, ihre Fähigkeiten wertzuschätzen.
Für Linda Jarosch ist dieser Zustand nicht hinnehmbar. Dass zur Rechtfertigung oft genug biblische Sprüche und Geschichten zitiert werden, für sie nicht tragbar. In ihrem neuen Buch hinterfragt die 73-Jährige traditionelle (christliche) Frauenbilder. Sie ermutigt Frauen, einschränkende Denkmuster hinter sich zu lassen. Sich frei zu entfalten. Sich neu zu entdecken. Damit es einmal leicht über die Lippen geht: „Ich liebe die Frau, die ich bin.“
Linda Jarosch, geboren 1947, wuchs mit sechs Geschwistern in einem Münchner Vorort auf. Nachdem sie einige Zeit im elterlichen Elektrobetrieb arbeitete, nahm sie sich eine Auszeit für ihre eigene Familie. In dieser Zeit und mit Blick auf Ihre eigenen Erfahrungen als Mutter von drei Kindern begann sie als Bildungsreferentin im Bereich der Frauen- und Familienhilfe zu arbeiten.
2005 erschien ihr erstes Buch im Vier-Türme-Verlag. „Königin und wilde Frau“ verfasste sie gemeinsam mit ihrem Bruder Anselm Grün.

Radelt mal wieder!
Eine schöne Radtour rund ums Biberttal finden Sie bei outdooractive.com. Und im Anschluss freuen wir uns über eine Anmeldung beim Stadtradeln – natürlich für die Gruppe Ihrer Pfarrei.
(https://www.outdooractive.com/de/route/radtour/frankenhoehe/tour-14-rund-ums-biberttal-wintersdorf-oberasbach-rosstal-ammerndorf/108256152/)

Picknick Konzert im Pfarrgarten
Die BlechMafia spielt für uns am Freitag, den 24. Juli um 19:30 Uhr im Pfarrgarten.
Bitte bringen Sie Ihre eigene Picknickdecke und Proviant mit. Einlass ist bereits um 18:30 Uhr.
Kartenvorverkauf im Pfarrbüro und online unter www.picknick-konzert.cortex-tickets.de.
Aus Gründen des Infektionsschutzes bitten wir Sie Ihren Namen und Telefonnummer auf dem Ticket zu notieren.
Bei Regen wird das Konzert in die St.-Laurentius-Kirche verlegt.
 

Rosensirup von Anni Grüttner
Von ungespritzten Duftrosen, 250g frische Rosenblätter mit dem Saft von 2 Bio Zitronen beträufeln und 4 Stunden zugedeckt ziehen lassen. In einen großen Topf geben, 500g fair- gehandelten Rohrzucker dazugeben und unter ständigem Rühren einmal aufkochen lassen. Etwas abgekühlt durchseien und in kleine Fläschchen oder Marmeladengläser abfüllen. Der Sirup hält im Kühlschrank einige Monate. Schmeckt sehr gut im Obstsalat, Müsli und auch im Tortenboden.
 

Donnerstag, 16. Juli 2020

Die gute Nachricht
Verantwortung liegt auf vielen Schultern. Das ist schwer, weil es viele betrifft und nicht jeder gerne Lasten trägt und das ist leicht, weil dann viele mittragen und ihren dann kleineren Beitrag zum großen Ganzen leisten. Der Umgang mit Corona fordert Verantwortung von jedem Einzelnen und Corona fordert die gesamte Menschheit und Weltbevölkerung zur gemeinsamen Antwort auf das Virus heraus. Alternativen als zu Kontaktsperren, Abstandsregeln und Hygiene gibt es leider immer noch nicht, aber dass in Roßtal alle sehr vorsichtig sind, macht Mut und hilft Corona in die Schranken zu weisen.

Der Bibellesetipp
Ein Leib viele Glieder und alle brauchen einander, das ist ein vertrautes altes Bild und gleichzeitig ein Gleichnis für unsere Gesellschaft. Dass Paulus dieses Bild verwendet, zeigt noch einmal: Wir gehören zusammen und wir tragen gemeinsam Verantwortung füreinander. Doch lesen Sie selbst im 1. Korinther 12.12-26

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Ich war wegen einer Beerdigung hinter Cadolzburg auf dem Dorf. Auf der Rückfahrt dachte ich eine Abkürzung zu nehmen und kam durch Dörfer, durch die ich sicher nicht wollte. Aber ich bin Mann. Ich war zwar nie bei den Pfadfindern gewesen, aber Männer können nach dem Sonnenstand navigieren, da ist uns sozusagen in die Wiege gelegt. Schließlich endete meine Straße als Sackgasse auf einem Einödhof in der Mitte von Nirgendwo. Jetzt endlich machte ich das, was mir ein Navi (und eine Frau) schon längst gesagt hätte „Wenn möglich, drehen Sie um!“
Im religiösen christlich-jüdischen Kontext gibt es das auch. Wenn man sich in seinem Leben verrannt hat, umkehren, einen neuen besseren Weg einschlagen. Das hebräische Wort „schuv“ bedeutet soviel wie umkehren und wird in unserer Bibel oft mit „Buße“ übersetzt. Die allererste Predigt von Jesus lautet: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“
(Matthäusevangelium 4, 17 Einheitsübersetzung)

Aus dem Gemeindeleben
Am Freitag liegt die Printausgabe des Coronatagebuches in der Kirche und bei Blumen Fröschel ab ca. 17 Uhr aus. Zusätzlich findet sich auch noch die Ausgabe der Vorwoche dort, denn durch einen Fehler bei der Herstellung kam es zu einer verzögerten Zustellung. Beide Exemplare sind wie immer kostenlos.

Fest der weltweiten Kirche
Das Fest findet in diesem Jahr online am 19. Juli, ab 11 Uhr statt.
https://mission-einewelt.de/festderweltweitenkirche-2020/

Buchtipp: Giannina Wedde „In deiner Weite lass mich Atem holen“
„Zu schenken, was wir nicht besitzen,
zu beheimaten, was nie aufhört zu reisen,
zu sehen, was sich nie unverhüllt zeigt,
das ist Segnen.
Wer segnet, legt den Atem Gottes
wie Tau auf die zitternden Gräser.“    aus „Der Atem Gottes“

Giannina Wedde beobachtet immer wieder, wie rastlos die Menschen durch den Alltag hetzen, angetrieben von einer Tiefen inneren Verlorenheit. Sie sehnen sich nach einer neuen Verbundenheit – mit sich selbst, in ihren Beziehungen und mit Gott.
Für all diese Suchenden schafft die Autorin in ihren poetisch anmutenden Segenstexten einen Raum des Ankommens und der Geborgenheit. Ihre einfühlsamen Worte des Segens geben Halt und lassen die Seele im Vertrauen auf Gott befreit aufatmen. Tief verwurzelt in der christlichen Mystik und zugleich offen für andere Traditionen der Spiritualität zeigt Giannina Wedde Wege zu einer modernen und lebendigen Segenspraxis auf, die jeden an Gottes stärkender Liebe teilhaben lässt.

Das Buch ist im Vier-Türme-Verlag erschienen und kostet 19,00 €. Erhältlich ist es im örtlichen Buchhandel oder über www.vier-tuerme.de. ISBN 978-3-7365-0136-2

Zur Autorin:
Giannina Wedde studierte Germanistik, Philosophie, Publizistik und Theaterwissenschaft. Als Liedermacherin, Autorin und Coach begleitet sie viele Menschen auf ihrer spirituellen Sinnsuche. Tief verwurzelt in der christlichen Mystik findet die Künstlerin und Autorin Impulse in spirituellen Traditionen aus aller Welt. Mit ihrer Gebetspraxis des Klanggebets bringt sie ihre Verbundenheit mit Gott und zu dieser Welt zum Ausdruck. Giannina Wedde lebt in Berlin. Sie hält aber auch regelmäßig Seminare und Workshops im Geistlichen Zentrum Schwanberg in Unterfranken.

STADTRADELN – Jetzt anmelden!
Der Landkreis Fürth nimmt vom 19. Juli bis 08. August 2020 am STADTRADELN teil. Auch die Kirchengemeinde hat sich mit einer Gruppe registriert. Melden Sie sich jetzt an und sammeln Sie mit uns Kilometer (Gruppenname: Ev.-Kirchengemeinde Roßtal). Unter allen Teilnehmern werden am Ende verschiedene Preise verlost. Anmeldung unter https://www.stadtradeln.de/index.php?&&id=8143

Aus dem Weltladen
Genießen Sie den Sommer im eigenen Garten! Den passenden Hängesitz gibt es bei uns im Welt-Laden. Der Hängesitz besteht aus 100% Baumwolle und Holz und ist bis zu 120kg belastbar. Er wurde nach traditionell salvatorischem Handwerk in El Salvador hergestellt.
Öffnungszeiten: Dienstag 14:00–18:00 Uhr, Mittwoch 09:00–12:00 Uhr, Donnerstag 14:00–18:00 Uhr, Freitag 09:00–12:00 Uhr und 14:00–18:00 Uhr, Samstag 09:00–12:00 Uhr

Der Corona Kommentar   
Es ist beängstigend. Kometen über dem nächtlichen Firmament, Hungersnöte in den Bürgerkriegsgegenden, Heuschrecken in Afrika, Waldbrände in Australien und Kalifornien, weltweit die Rezession und Flutkatastrophen gibt es in Japan und Asien immer wieder. Und dazu noch die Pandemie. Bald ist die Gesamtzahl der biblischen Endzeitzeichen erreicht und man könnte meinen, wir steuern auf die Katastrophe zu. Tun wir ja letztlich auch schon ohne die Pandemie. Der Klimawandel, menschengemacht nimmt Tempo auf und die Coronapause ist nur ein kleines Zeitfenster zum Verschnaufen. Allerdings schon hier wird deutlich, die Menschen haben es in der Hand, ob sie sich selber abschaffen. Der Klimawandel hat mit uns Menschen zu tun und könnte verhindert werden. Aber weil er schleichend ist, merken ihn die Menschen nicht. Das war anders, als es um die vielen Atomwaffen ging und die Mittelstreckenraketen in Europa. Da war die Bedrohung sehr real und auch bei Covid Sars 19 ist diese Bedrohung sehr konkret und Millionen von Menschen durchlebten die schlimmsten Wochen ihres Lebens. Aber im Unterschied zu Heuschreckenplagen und Flutkatastrophen, hat es die Menschheit in der Hand, die Katastrophe zu minimieren und zu vermeiden. Abstand, Hygiene, Kontaktminimierung sind die Mittel. Aber wer die Bilder der feiernden Menschen in den Urlaubszentren, oder den Innenstädten sieht, der verliert den Glauben an die Menschheit. Und es schaut so aus, als ob sie sich selber abschafft, die Coronazahlen steigen. Natürlich sind Partys lustiger als Vorsichtsmaßnahmen. Aber dass es eines Tages heißen kann, wegen eines Urlaubsommers und einiger alkoholfröhlichen Partys ist die Menschheit ausgestorben, das sind die Partys doch nicht wert. Aber die Menschheit hat es selber in der Hand und sie muss und kann ihre Chance nutzen. Sonst rotten wir uns gegenseitig aus und diesmal wäre es völlig vermeidbar. Meint ihr Jörn Künne

 

 

Mittwoch, 15. Juli 2020

Die gute Nachricht
Kommt heute aus Tansania, dort geht es allen soweit gut.
Hier kommt das englische Original:
Dear Pastor Künne,
Hoping that by God's grace you are doing well in Rosstal as well as Fürth.
Here in Siha we are fine and keep on with our daily duties.
We so grateful that you think about us to such an extent that you took your time to pray for us. Thank you very much.
We learn a lot from you and we will apply it for you and others. That is one of the duties of the church.
I see in the pictures some whom I know and met in Rosstal e.g. Maria.
Greetings to all.
May God bless you.
Fadhili

Der Bibellesetipp
Verbindungen weltweit zu halten, einander im Glauben und in der Liebe zu stärken, oder auch bestärkt zu sein, machte Kirche schon seit Anbeginn aus. Paulus war dabei ein Weltmeister im Briefe schreiben und seine Korrespondenz ist bis heute in weiten Teilen erhalten. Wie Christen sich im Glauben gegenseitig stärken können kann im Philipperbrief gut nachvollzogen werden .und unser Glaube verbindet uns weltweit mit unseren Freunden in Tansania, Amerika, Mecklenburg und Frankreich. Doch lesen Sie selber Philipper 1, 1-11.

Thomas Rucker: Corona Quarantäne
Die Sommergrippe hat zugeschlagen. Mittwoch war mir schon nicht gut, Kopfschmerzen Kribbeln im Hals. Aber wer würde die Beerdigung am Nachmittag machen? Also rafft Pfarrer sich noch auf, geht auf den Friedhof. Mit genügend Abstand bleibt das hoffentlich Folgen los.
Aber die Halsschmerzen werden immer schlimmer. Abends ist es soweit, dass ich lieber hungere als etwas hinunterzuschlucken. Am Donnerstagmorgen rufe ich meinen Hausarzt an und die schicken mich gleich zur Infektionssprechstunde. Komisches Gefühl im Keller zu sitzen, Maske auf, isoliert von allen anderen Menschen. Und dann piept noch mein Mobiltelefon. Die Corona-WarnApp meldet einen Kontakt mit einem Corona positiven Menschen. Ich überlege, der Zeit nach war das am Mittwochvormittag beim Einkaufen.
Die Ärztin, im blauen Schutzkittel, vermummt mit Maske ruft mich ins Untersuchungszimmer. Bei meinen Symptomen ist sie auch ehr für Sommergrippe, aber da die WarnApp angeschlagen hat und ich mit vielen Menschen zusammenkomme, macht sie vorsichtshalber den Test.
Ekelhaft. Sie muss einen tiefen Rachenabstrich machen, d.h. sie führt das Teststäbchen so tief in den Rachen ein, dass ich fast anfange zu Würgen. Dann noch ein Nasenabstrich. Keine Minute und alles ist fertig.
Ich bekomme noch die Verhaltensmaßregeln erklärt. Es wird mir angeraten bis zum Erhalt des Testergebnisses mich in Selbstquarantäne zu begeben. Ich darf nach draußen, aber möglichst alleine und nur im eigenen Garten oder Balkon. Kontakt mit fremden Menschen meiden, mit Familienmitgliedern reduzieren. Möglichst keinen Körperkontakt. Das Testergebnis dauert zwei Tage, und weil das Wochenende dazwischen ist bis Montag. Solange werde ich arbeitsunfähig geschrieben.
Auf dem Nachhauseweg treffe ich einen Nachbarn. Er geht auf mich zu, will mit mir ein Schwätzchen halten. Ich erzähle, dass ich einen Coronatest habe machen lassen. Er geht drei Schritte zurück. Verständlich, aber ich komme mir vor wie die Aussätzigen in den Geschichten von Jesus. Noch mehr als ich meine Kolleginnen darüber informiere. Jeder überlegt, wann er oder sie mir begegnet ist. Ob sich jemand bei mir infiziert hat, können wir überhaupt noch die Konfirmationen am Sonntag halten? Zumindest ich werde nicht dabei sein.
Zuhause ist das Haus groß genug, dass ich für die paar Tage ins Gästezimmer umziehe. Ich habe viele Bücher die ich einmal lesen wollte, Dinge die ich aufräumen sollte, langweilen werde ich mich nicht. Aber dann beim Essen. Unser Esstisch ist zwei Meter lang. Es sieht komisch aus, ich am einen Ende, Frau und Tochter am anderen. Und es tut weh, im Herzen.
Frau und Tochter werden das Wochenende über wegfahren zu Freunden. Es gibt noch eine lange Liste, was sie mir alles fürs Wochenende einkaufen sollen. Als sie dann Freitagnachmittag abfahren, eigentlich würde ich sie umarmen, aber ich soll ja den körperlichen Kontakt meiden. Es tut weh, im Herzen.
Das Wochenende wird angenehm. Ich bin alleine im Haus und kann vieles machen was liegen geblieben ist. Zwei gute Rum Whiskey am Donnerstag und am Freitag haben alle Viren und Bakterien im Hals abgetötet, und es geht mir wieder gut, fast gut.
Im Kino ist der Film „Harriet“ angelaufen, ich kann nicht hingehen. Im Streaming-Dienst ist seit Freitag „Frozen II“ online; wollte ich mit meinem Kumpel, der auch Disney-Prinzessinnen-Fan ist, gemeinsam anschauen. Geht nicht, wird auf nächste Woche verschoben. Es ist heiß, jetzt wäre ein Radler gut. Stand aber nicht auf der Einkaufsliste. Genauso auch nicht, dass das Müsli fast alle ist.
Quarantäne, nein es ist kein Zwangsurlaub. Das Schlimmste ist wohl, dass man anderen Menschen, auch den Liebsten, nicht nahe sein darf.
Andererseits, mein Kollege aus Stein war um Ostern ernsthaft an Corona erkrankt und hat jetzt noch Zeiten, wo er kaum Luft bekommt. Ein anderer Kumpel erzählt, dass er und seine Frau sich seit der Coronainfektion immer schlapp und müde fühlen.
Ich bin glücklich als am Montag der Anruf kommt, dass das Testergebnis negativ ausgefallen ist. (Meine Kolleginnen freuen sich auch.)
Ich brauche Corona nicht, auch keinen weiteren Test mit Quarantänebeschränkungen. Wenn die Nase-Mund-Bedeckung hilft, das zu vermeiden, dann ziehe ich sie gerne auf.

Aus dem Gemeindeleben

Aus dem Kirchenvorstand: Rücktritt des ersten Bürgermeisters
Nach 20 Jahren Einsatz für die Kirchengemeinde und vielen, vielen Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit ist Rainer Gegner der erste Bürgermeister der Kirchengemeinde Roßtal von seinem Amt als Kirchenvorsteher zurückgetreten. Dies geschieht natürlich auch um die Neutralität des Bürgermeisters den Glaubensgemeinschaften gegenüber zu wahren. Kirchenvorstand und Hauptamtlichenteam danken ihm sehr herzlich für den langjährigen und engagierten Einsatz und für viele Stunden im Hintergrunddienst bei der Betreuung sämtlicher IT-Technik in den Kindergärten und in den Kichenbüros.

Digitale Andachten
Unter dem Titel Schätze unserer Kirche finden Sie online Kurzandachten.
Gemeindediakonin Judith Popp begibt sich auf die Suche nach Frauen in unserer St. Laurentius-Kirche.
"Auf der Suche nach den Frauen finde ich Maria, die Mutter von Jesus. Sie steht betend unter dem Kreuz. In ihrer betenden Haltung begegne ich ihr, begegne ich mir und den Frauen in unserer Welt."

Abstandsregeln gelten weiterhin
Auch für Beerdigungen gelten weiterhin die vorgeschriebenen Abstandsregeln. In die Martinskapelle passen rund 30 Personen, die sich in einem Raum aufhalten dürfen. Bis zu 170 weitere Menschen dürfen sich dazu auf dem Friedhof aufhalten, wenn sie rund 1,5 Meter auseinanderstehen. Mund-Nasenschutz bleibt empfohlen Körperberührungen sollten vermieden werden, erkrankte Personen sollten daheim bleiben und natürlich gelten die Hust- und Niesetikette, damit Covid keine Chance bekommt.

Mobile Kirche statt Gotteshaus
Aufgrund der geringen Platzzahlen in unseren Gotteshäusern wird es in den kommenden Wochen immer wieder Freiluftgottesdienste geben. Manch gewohnter Kirchgang wird im Freien stattfinden können und müssen. Klappstuhlspenden für Freiluftgottesdienste werden dabei weiterhin gerne entgegengenommen. Eine besondere Gabe waren auch Einmalregenmäntel, die nun zur Ausstattung unserer mobilen Kirche gehören. Ein Teil der Ausstattung wird am Sonntag auf dem Defersdorfer Dorfplatz zum Einsatz kommen, denn auch wenn es nicht möglich ist Kirchweih zu feiern, so dürfen doch Gottesdienste im Freien
in unseren Ortsteilen gefeiert werden.

Picknick im Pfarrgarten
Die BlechMafia spielt für uns am Freitag, den 24. Juli um 19:30 Uhr im Pfarrgarten.
Bitte bringen Sie Ihre eigene Picknickdecke und Proviant mit. Einlass ist bereits um 18:30 Uhr.
Kartenvorverkauf im Pfarrbüro und online unter www.picknick-konzert.cortex-tickets.de.
Aus Gründen des Infektionsschutzes bitten wir Sie Ihren Namen und Telefonnummer auf dem Ticket zu notieren.
Bei Regen wird das Konzert in die St.-Laurentius-Kirche verlegt.

Glabsters na!? 
Wieder einmal haben Unbekannte Ihren Bauschutt und ihren Eternit in unseren Wäldern abgeladen. Unerträglich, welche Frechheit und welche kriminelle Energie manche Zeitgenossen besitzen, wenn sie die Wälder als Schuttablage benutzen und ihren giftigen Bauabfall im Wald entsorgen. Diesmal sind laut Waldbesitzer die ermittelnden Polizisten vorsichtig optimistisch, dass sie die Täter erwischen, denn offenkundig haben diese einen Fehler gemacht und die Tatzeit lässt sich ziemlich genau eingrenzen. Eine strenge zeitnahe Verurteilung der Täter ist nur zu wünschen, damit dieses Verhalten nicht andernorts noch weitergeht.

Zur öffentlichen Diskussion rund um die Vorsichtsmaßnahmen in den Kindertagesstätten
Herbert Bühling Geschäftsführer von 11 Kindertagesstätten beschreibt die Realität in den Kindertagesstätten mit einem zwinkernden Auge aus Sicht eines der Krankheitserreger in einer typischen deutschen Kindertagesstätte:

Hallo zusammen,
ich bin ein Schnupfenvirus. Ein kleiner, ganz harmloser Schnupfenvirus. Es gibt ganz viele so wie mich. Ich fühle mich wohl in meinem Menschen. Einmal durch die Luft genießt und schon finde ich meist einen neuen Menschen und ich kann mich prima vermehren. Mein Mensch versorgt mich dann mit Wärme und mit Nahrung. Und ich komme weiter vom einem zum anderen, ohne, dass ich etwas tun muss. Wirklich toll, diese Menschen!
Außerdem haben diese Menschen ganz besondere Orte für mich, an denen ich mich so richtig wohl fühle. An diesen Orten gibt es ganz viele von den kleinen Menschen, ich glaube Kinder heißen die, die ganz viel Zeit zusammen verbringen. Und ganz eng miteinander singen und spielen und essen. Da fühle ich mich als Schnupfen so richtig wohl. Und wenn ich es geschafft habe, einmal dorthin zu kommen, dann geht es ganz schnell. Und Schwups, bin ich in 10 oder sogar 15 anderen Kindern gelandet. Und auch in den Erwachsenen, die dort mit dabei sein. Das ist ein richtig toller Ort für mich.
Wie gesagt, die meisten von meiner Art sind für die Menschen ganz harmlos. Aber seit Kurzem gibt es da einen Neuen unter uns. Die Menschen nennen ihn Corona-Virus. Von dem habe ich ganz schlimme Sachen gehört. Er fängt ganz harmlos an, so wie ich auch. Aber dann wird er richtig gefährlich für die Menschen. Das finde ich auch nicht schön. Denn seitdem dieser Virus da ist, haben die Menschen Angst. Vor allem um ihre kleinen Kinder. Aber auch die Großen haben Angst. Denn je älter diese Menschen werden, desto gefährlicher ist dieses Corona. Ich habe gehört, dass Menschen daran sterben können.
Was wohl passiert, wenn dieses Corona an den Ort mit den ganz vielen kleinen Menschen gelangt? Das möchte ich mir lieber nicht ausmalen.
Deswegen sind die Menschen an diesen Orten für die kleinen Menschen jetzt besonders vorsichtig und haben ganz viele besondere Regeln, die ich vorher so nicht kannte. Mit Mundschutz und ganz viel Händewaschen und Fieber messen. Die erwachsenen Menschen dort wollen einfach nicht, dass den Kleinen oder ihnen selbst etwas Schlimmes passiert. Deswegen sind sie jetzt besonders vorsichtig und schicken jedes Kind vorsorglich nach Hause, wenn es einen Schnupfen- oder Hustenvirus hat. Auch solche, wie mich. Das macht mir natürlich auch das Leben schwer. Aber ich kann es aus der Sicht der Menschen schon verstehen. Denn sie können ja nicht wissen, ob es ein harmloser Virus ist, so wie ich, oder doch tatsächlich dieser gefährliche Corona-Bursche.
Nicht auszudenken was passiert...

Der Coronakommentar  
solch einen Dusel…. Mehr kann man eigentlich nicht dazu sagen. Die 96. Minute und ein natürlich nicht verdienter Klassenerhalt. Aber warum soll der Club nicht auch einmal den berühmten Bayern (München) Dusel haben. Aber am Beispiel dieser Rettung in letzter Minute wird deutlich es liegt eben nicht nur an Leistung und Können. Es gehört immer auch ein wenig Glück dazu, dass etwas gelingt - etwas gut wird. Das war beim Club so und das ist bei unserem Umgang mit Corona so. Es war Dusel und Glück, dass im richtigen Moment das Richtige getan wurde. Und es war Dusel und Glück, dass die Warnrufe aus Italien rechtzeitig eintrafen und die Armeelastwagen mit den Toten zu recht aufrüttelten. Damit ist unser Land einigermaßen glimpflich durch die Pandemie gekommen. Aber wie beim Club auch jetzt geht die Arbeit erst richtig los und aus dem Dusel muss das Glück des Tüchtigen werden. Das bedeutet Arbeit, Anstrengung und Entbehrungen. Corona ist nicht verschwunden und wir wollen das Glück nicht auf die Probe stellen, denn auch der Bayern (München) Dusel, ist immer auch das Ergebnis eines harten Trainings. Darum verspielen wir nicht unser Glück und sind dafür vorsichtig von der Kinderkrippe an bis ins Seniorenheim. Meint ihr Jörn Künne

 

 

Dienstag, 14. Juli 2020

Die gute Nachricht
Der Alien Corona ist nicht länger die unbekannte große Bedrohung, sondern im Gegenteil eine immer bekanntere Bedrohung und was man kennt, damit kann man auch leichter umgehen und je mehr man von etwas weiß, desto leichter fällt die Bewältigung der Krise und ein Leben mit Corona, mit Abstand, Mundschutz und Hygiene wird möglich. Informieren Sie sich über Corona am Besten bei den Fachleuten vom Robert Koch-Institut und klicken Sie hier: www.rki.de

Der Bibellesetipp
Manchmal fragt man sich, bewirkt all das Nachdenken in Predigt, Coronatagbuch und Andachten etwas. Steht Glaube und Kirche auch angesichts der Austrittszahlen am Rande der Bedeutungslosigkeit und bewirken Worte überhaupt etwas. Daß dem trotzdem so  ist und auch hoffnungslose Fälle sich ändern können, beweist das Buch Jona und die Predigt Jonas verändert das Herz der Nineviten und damit deren Dichten und Trachten. Doch lesen sie selber Jona 3

Der Gesundheitstipp
Abnehmen fällt schwer aber hilft. Hilft gegen ein belastetes Herz, gegen Schmerzen in Rücken oder Knie, hilft letztlich auch eine Coronaerkrankung leichter zu überstehen. Darum Abnehmen durch Bewegen, Intervallfasten, weniger und gesünder essen und das Leben fällt einem buchstäblich leichter.



Der Kinder- und Jugendtipp  
Eine weitere gute Nachricht: der Sommer fällt nicht aus! Die Evangelische Jugend startet ihn nämlich neu. Anders als sonst, aber genauso bunt und actiongeladen wie gewohnt. Kanufahren? - Geht! Ein Städtetrip nach Rothenburg? - Warum nicht? Ein Quizduell im Pfarrgarten? - Auf jeden Fall! Bei den vielen Aktionen, die auf der Seite der EJ Fürth zusammengetragen sind, ist der Sommer fast zu kurz. Alle Aktionen mit weiteren Infos und der Anmeldung, findest Du auf www.ej-fuerth.de/re-sommer. Melde dich mit deinen Freunden an und starte mit der Evangelischen Jugend den Re-Sommer 2020!  

Das 20 Minuten-Essen am Dienstag: schneller Reiseintopf
Je nach Geschmack nehme man eine kleine Dose Schmalzfleisch von einem der örtlichen Metzger, schmelze das Fleisch in einem großen Topf, brate eine kleine Zwiebel darin glasig. Füge eine Tasse fair gehandelten Basmati dazu, brate den Reis kurz mit und fülle knapp 3 Tassen Wasser dazu. Ein Brühwürfel oder ein Teelöffel Salzgemüse sorgen für mehr Geschmack. Deckel drauf, Temperatur reduziert und dann kocht in 10-15 Minuten (Siehe Kochanweisung) der Reis gar. (vegetarische Variation: Statt Schmalzfleisch eine Tomatenbüchse nehmen, oder ähnliches.)

Der Denkanstoß von Thomas Ruckers
Wenn ich an einen sonnigen Tag von meinem Büro zur Kirche gehe, höre ich es Summen und Brummen. Auf den Gräbern am Laurentius-Friedhof blühen die Blumen und Stauden. Und in ihnen regt sich das Leben. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten tuen sich am Nektar der Blüten gütlich.
„Die unverdrossne Bienenschar / fliegt hin und her, sucht hier und da / ihr edle Honigspeise;“ (Paul Gerhardt, Evangelisches Gesangbuch Lied Nr 503)

Aus dem Gemeindeleben

Fensterln vor dem AWO-Heim
Heute um 16 Uhr findet vor den Fenstern des AWO Heimes wieder ein Fensterlgottesdienst statt.

Kirchenvorstand
Um die Jahresrechnungen für das Jahr 2019 geht es heute Abend in der Kirchenvorstandssitzung. Finanzzahlen bestimmen in dieser Präsenzsitzung das Nachdenken und  die Arbeit des gemeindeleitenden Gremiums.

Konfirmationsrückblick
Dank der wunderbaren Stimme von Brigitte Vogt wurden die Konfirmationsgottesdienste am Sonntag zu einem eindrücklichen und persönlichen Erlebnis, das die Jugendlichen und ihre Familien noch lange bewegen wird. Statt der großen Feierlichkeit eines Gottesdienstes mit rund 70 Beteiligten und drei Chören, feierten die Konfirmandinnen und Konfirmanden ganz persönlich zusammen mit ihren Familien. Vertrauenspersonen der Jugendlichen begleiteten Sie zum Segen vor den Altar und sorgten damit für manch Gänsehautmoment.

Der Blick über den Tellerrand - 25 Jahre Partnerschaft mit Siha in Tansania  
Unser Dekanat Fürth unterhält seit 25 Jahren eine Partnerschaft mit dem tansanischen Dekanat Siha an den westlichen Hängen des Kilimanjaro. Der offizielle Beginn war ein Besuch von Dekan Eliguard Nasari in Fürth. Durch die Aufteilung des tansanischen Dekanats Hai in „Hai East“ und „Hai West“ wurde Hai West partnerlos. Gleichzeitig äußerte der Dekanatsmissionskreis Fürth den Wunsch nach einer konkreten Partnerschaft. So begann eine segensreiche Beziehung.
Über die Jahre hin reisten zahlreiche offizielle und auch mehr private Delegationen in den später umbenannten District Siha. Es wurden gemeinsame Gottesdienste gefeiert, Gemeinden, Schulen, diakonische Einrichtungen und die Hilfsprojekte besucht. Bei größeren Besuchsreisen kamen auch die touristischen Attraktionen nicht zu kurz.
Im Gegenzug reisten Gruppen, Jugendliche und Chöre aus Siha in unser Dekanat. Sie besuchten Kirchengemeinden, Feste, diakonische Einrichtungen und staatliche Institutionen. Im Mittelpunkt standen stets die persönliche Begegnung und der direkte Austausch auf der Grundlage des gemeinsamen Glaubens.
Mit den Jahren entwickelten sich Hilfsprojekte im Dekanat Siha, von denen die meisten noch heute vom Dekanat Fürth unterstützt werden: die Krankenstation mit Mutter-Kind-Abteilung in Sanya Juu, die Schule in Fuka mit teilweise behinderten Schülern, die Tumaini-Behindertenhilfe, die Unterstützung von Waisen, Straßenkindern und armen Menschen. Die Gehälter einer Hebamme und von Pflegepersonal in der Krankenstation werden regelmäßig bezuschusst. Die neuesten Projekte sind der Aufbau einer Handwerkerschule und der Bau eines dringend benötigten Operationssaals in der Krankenstation.
Durch die Corona-Krise musste der Jubiläumsbesuch in Siha im August 2020 auf nächstes Jahr verschoben werden. Durch regen Kontakt über Mails und WhatsApp können die Beziehungen aber aufrecht erhalten werden.
Wer eines der Projekte oder die Partnerschaft allgemein unterstützen möchte, kann Spenden auf das Konto des Kirchengemeindeamtes Fürth DE28 7625 0000 0000 0594 85 überweisen und erhält eine Spendenquittung. (Bericht: Markus Broska)

Glabsters na: immer diese Hektik
Nein, Corona hat nichts verändert, die Hektik ist zurück. Und das Tempo auch - dort wo es geht… Die Autobahnen sind voll, die Züge auch und wer in der Öffentlichkeit unterwegs ist, wundert sich, warum es so gar keinen Unterschied gibt zu früher und gedrängelt, gerast, überholt wird, als ob von ein paar Sekunden Zeitgewinn das Leben abhängt. Tut es vielleicht auch, wenn man auf ein paar Sekunden Zeitgewinn verzichten kann. Einmal weniger überholt. Einmal weniger schnell durch die Kurven, einmal mehr Vorsicht und das Leben geht weiter … Aber es gilt hier wie bei Corona das Präventionsparadox und das macht gerade mit 150 PS unvorsichtig….

Der Coronakommentar
Wir haben uns das Normal zurückgewünscht und es ist zurück. Wir haben uns die Lockerungen erhofft und gewünscht und bekommen nun die Quittung. Party bilder aus Stuttgart, die im Chaos enden, Der Dürerplatz in Nürnberg über voll wie immer und die Bilder aus Mallorca zeigen, viele Deutsche sind eventsüchtig und vielleicht auch ein gutes Stück weit partygeil. Als ob Alkohol das wichtigste wäre und das Leben nur nach der Möglichkeit den nächsten Rausch zu bekommen ausgerichtet werden muß. Vergnügen und Spaß geht auch anders und Kultur, Natur, Sport, Sonne und Licht bieten genügend Alternativen zu Malle, Ischgl und den Partymeilen der Städte.  Denn wollten wir dieses Normal wirklich wieder, oder gibt es nicht ganz andere, einfachere Formen miteinander zu feiern und das Leben zu genießen?  Das fragt
Ihr Jörn Künne

 

 

Montag, 13. Juli 2020

Die gute Nachricht
Konfirmation in Coronazeiten - am Sonntag fand in der Laurentiuskirche die erste Konfiemation statt. Mit wenig Gemeindebeteiligung, aber vollem Einsatz der Familien, feierten die Konfirmanden drei schöne familiäre Gottesdienste. Brigitte Vogt an der Orgel sorgte für die musikalische Begleitung und trug mit ihren Lieder dazubei, daß die Jugendlichen spüren konnten, wir starten mit Gottes Segen in unser eigenes Leben.

Der Bibellesetipp
Aufbruchssituationen von jungen Menschen finden sich mehrfach in der Bibel. Segensworte sollen schützen und ermutigen und ein Josua, der in die Fußstapfen von Mose treten soll braucht diesen Segen ganz besonders, denn der Schatten des Vorgängers und die Herausforderungen der Gegenwart belasten ziemlich und so ermutigt ihn Gott  mit einem Zeitlos schönen Segenswort: Lesen sie selber: Josua 1.1-9

Aus dem Gemeindeleben
Falsch gedruckt
Leider verzögert sich die Auslieferung der 12. Coronaprintausgabe durch einen Druckereifehler. Einige Handabzüge lagen trotzdem in der Kirche zu Abholung bereit.

Ständala vorm AWO-Heim
Heute um 19.45 spielt der Posaunenchor vor dem Awo Heim in Roßtal ein Gute Nacht Ständala für die Seniorinnen und Senioren im Heim

Fensterlgottesdienst morgen
Morgen am Dienstag, den 14.7., findet erneut um 16 Uhr ein Fensterlgottesdienst vor den Fenstern des AWO Heimes statt.

Der Kinder- und Jugendtipp
Das Netzwerk Seitenstark hat eine kindgerechte Themenseite zur Corona-Pandemie veröffentlicht. Außerdem bietet es Kindern die Möglichkeit, sich in einem Forum online mit Freundinnen und Freunden und anderen Kindern zu treffen.

Der Coronakommentar
Tu langsam , es pressiert…. Nicht zum ersten Mal hören Sie diesen Satz von mir. Gehört habe ich diesen Satz das erste Mal von einer Clarsbacher Bauernfamilie, die damit ganz klar ein Loblied auf eine durchdachte Arbeitsweise sang. Denn Hektik im Stall und die Tiere spüren es sofort. Ein schnell schnell auf dem Acker geht auch nicht, denn Bulldog und Werkzeug arbeiten nur bei einem festgelegten Tempo richtig gut. Und jeder kennt es, wer schnell schnell macht, der macht auch ganz schnell einen Fehler und dem folgt der nächste. Natürlich darf einem die Arbeit flott von der Hand gehen und natürlich darf man fleißig sein, aber ein hektisches Schnell Schnell ist fehleranfällig. Rund um Corona erleben wir es in manchen Ländern mit, die sehr schnell wieder Geschäfte und Events öffneten. Und manchmal ging damit das mühsam Erarbeitete wieder verloren…. Tu langsam es pressiert. Diese alte Weisheit hilft Fehler zu vermeiden, sorgt für weniger Unfälle im Straßenverkehr, oder im Haushalt. Tu langsam es pressiert, jeder sollte diesen Satz in der Coronazeit gelernt haben, denn alle Ungeduld ist vergeblich, wenn ein Lockdown wieder alles schließt, oder ein Überholvorgang tödlich endet.

 

Freitag, 10. Juli bis Sonntag, 12. Juli 2020


Die gute Nachricht
Wir feiern wieder Konfirmation. Zwar nicht mit dem großen Gottesdienst, der von drei Chören und rund 80 Mitarbeitenden vorbereitet wird, sondern familiär auf drei Etappen. Aber es ist wieder Konfirmation und die Jugendlichen bekommen für ihren Aufbruch in ein wahrhaftig nicht ganz einfaches Leben die Bestärkung, die sie für die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft brauchen. Gottes Segen soll dich begleiten…

Der Bibellesetipp
Nicht nur junge Leute brauchen beim Aufbruch in die Zukunft Verheißungen und gute Wünsche. Auch mit 70 lässt sich dann noch Neues wagen: Abraham macht es vor und wird zum Segen für alle. Doch lesen Sie selbst in 1. Buch Mose 12, 1-4.

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Seit Mitte März ist jeden Abend um 18 Uhr eine Diakonin/Diakon/Pfarrer in unserer St. Laurentius Kirche und betet stellvertretend für die Menschen unserer Gemeinde. Es erinnert mich an das, was vor über dreißig Jahren der Bischof im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg (damals hieß es noch Kreisdekan) Pfarrer Gottfried Naether zu uns Vikaren und zu den Gemeinden gesagt hat. In allen Ordinationsgottesdiensten war eines gleich. Pfarrer Naether wandte sich an die Gemeinde und sagte: „Liebe Gemeinde, die halbe Stunde am Tag die eure Pfarrerin/euer Pfarrer im Gebet für die Gemeinde verbringt, ist keine verlorenen Zeit.“
Ich merke, dass es mir gut tut, und auch meinen Dienst in der Gemeinde, wenn ich am Abend für eine halbe Stunde, weg von Schreibtisch, Telefon und Computer in der St.-Laurentius-Kirche bin.
„Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ (Psalm 66,19-20)

Aus dem Gemeindeleben

Heute probt der ökumenische Gospelchor United Voices im Pfarrgarten, wer möchte kann vom Friedhof her den beschwingten Klängen lauschen.

Die Stühle sind da
Für unsere mobile Kirche wurden leider keine Stühle gespendet, so dass über das Kirchenbüro 30 Klappstühle für Gottesdienste im Freien bestellt wurden. Diese standen damit bereits am Mittwoch für den Freiluftgottesdienst der Kantorei zur Verfügung. (Gerne werden für dieses Projekt Spenden entgegengenommen) Ab jetzt heißt es Kirche ist mobil und die Gottesdienste im Freien können wie geplant stattfinden.

Gottesdienst Zuhause
Für den 5. Sonntag nach Trinitatis am 12.07.2020 finden Sie hier Material für Gottesdienst@home. Verfasst von Pfarrer Johannes Meisinger, Veitsbronn-Obermichelbach

 

Konfirmation 2020 - Ein Gottesdienst für Konfirmanden, ihre Familien und die ganze Gemeinde
Am Sonntag finden die ersten Konfirmationsfeiern in der Laurentiuskirche statt. Begleitet von den Pfarrern Thomas Rucker und Jörn Künne und den Vertrauensleuten des Kirchenvorstandes feiern 11 Jugendliche in drei Gottesdiensten ihre Konfirmation. Die Familien der Jugendlichen bekommen dabei Areale im Kirchenschiff und in den Kreuzstühlen zugewiesen. Für die Gemeinde ist im Glockenhaus und auf den Emporen Platz genug, um die Jugendlichen bei ihrem Bekenntnis zu begleiten und ihnen Gottes Segen für die Zukunft zu wünschen. Die Konfirmationen finden am Sonntag um 9 Uhr, um 10.30 Uhr, und um 14 Uhr jeweils in der St. Laurentiuskirche statt. Im Mittelpunkt dieser Gottesdienste, die sehr persönlich gestaltet werden, stehen die Jugendlichen mit ihrem Bekenntnis und ihrer Einsegnung.

Unsere Konfirmanden
Um 9.00 Uhr konfirmieren:
Tobias Gegner, Roßtal
Simon Lehnert, Buchschwabach
Alexander Otto, Roßtal

Um 10.30 Uhr konfirmieren:
Flora Herdt, Roßtal
Ben Kissenberth, Kleinweismannsdorf
Ludwig Lautner, Roßtal
Lea Richter, Raitersaich

Um 14.00 Uhr konfirmieren:
Leonard Edinger,  Roßtal
Tom Gastner, Roßtal
Vincent Griebel, Roßtal
Emil Wilhelm, Roßtal

Das erste Konzert
Die BlechMafia spielt für uns am Freitag, den 24. Juli um 19:30 Uhr im Pfarrgarten.
Bitte bringen Sie Ihre eigene Picknickdecke und Proviant mit. Einlass ist bereits um 18:30 Uhr.
Kartenvorverkauf im Pfarrbüro und online unter www.picknick-konzert.cortex-tickets.de.
Aus Gründen des Infektionsschutzes bitten wir Sie Ihren Namen und Telefonnummer auf dem Ticket zu notieren.
Bei Regen wird das Konzert in die St.-Laurentius-Kirche verlegt.

Warum denn in die Ferne schweifen…
Kennen Sie die schönsten Fahrradtouren im Landkreis? Den Hohenzoller Radweg mit seiner eigenen App, kenn Sie bestimmt. Aber auch auf der Homepage unseres Landkreises finden sich viele Radtouren – sogar mit Einkehrtipps.
Übrigens, wir freuen uns über alle Radfahrer, die unser Team beim diesjährigen Stadtradeln unterstützen. (Hier geht es zur Anmeldung und den Informationen zum Stadtradeln)

Die aktuelle Bildergalerie
Herr Günter Hochberger hat uns die Bildergalerie Roßtaler Lichtspiele zur Verfügung gestellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)


Gedanken für das Danach von Petra Guttenberger (Mitglied des Landtages, Vorsitzende des Ausschusses für Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Integration)
Die Corona-Pandemie ist zweifelsohne noch nicht vorbei und ich bin der festen Überzeugung, wir werden mit diesem Virus auch in Zukunft leben müssen.
Dies sollte jedoch kein Grund zu Resignation und Angst sein, da Angst nicht vor Ansteckung schützt, aber Leben verhindert.
Es hat sich gezeigt, dass man das Virus verlangsamen konnte und dass ca. die 98 % der Menschen, die sich damit infiziert haben, diesen Einschnitt wohlbehalten überstehen. Wir müssen aber auch sehen, dass es schwere Fälle gibt und deshalb in der Zukunft auf Hygienemaßnahmen besonderen Wert legen.
Ganz egal, ob jemand glaubt, dass es eine zweite Welle geben könnte, oder diese für ziemlich unwahrscheinlich hält - das Schwierigste für die Menschen war und ist aus meiner Sicht die Ungewissheit, die mangelnde Planbarkeit und der Umstand, dass es gerade in der Wissenschaft keine einheitlichen Meinungen gibt.
Wie sollte dies auch der Fall sein, da es sich um ein neues Virus handelt, bei dem jeder Tag Lernen und Finden von Erkenntnis darstellt.
Nichts desto weniger müssen wir zur Normalität zurückkehren und es wäre vermessen zu glauben, dass man ein funktionierendes Wirtschaftssystem über Monate hinweg mit staatlichen Subventionen am Laufen halten könne.
Der Mensch muss wieder die Möglichkeit haben, sich eigenverantwortlich zu entfalten, fernab von Einschränkungen seiner Grundrechte und dabei abzuwägen, was er sich und anderen zumuten will.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es mit einem Bewusstsein für Hygiene und Abständen und schneller Reaktion, wenn es zu Infektionen kommt, eine Zukunft in Normalität, fern von Maskenpflicht, Veranstaltungsobergrenzen, Verbot von liturgischem Singen ohne Masken u.ä., geben wird.
Gut wäre es, es gäbe einen Impfstoff, aber ich bin mir sicher, dass dieses Vertrauen in die Selbst­verantwortung und in die Verantwortung vor Gott auch ohne Impfstoff möglich sein wird.
Die sehr frühzeitige Reaktion des Bundestagspräsidenten, dass es nicht nur alleine um das Verhindern von Ansteckung und das Bewahren von Leben, sondern auch um das Gestalten eines menschenwürdigen Lebens geht, wird mir besonders bei den Situationen in den Alten- und Pflegeheimen deutlich.
Die große psychische Spannung, die leider auch teilweise fortgesetzt wurde, als rechtlich schon andere Möglichkeiten bestanden und die zur Vereinsamung von Menschen in diesen Einrich­tungen geführt haben, ist für mich eine sehr belastende Situation.
Als Abgeordnete habe ich alles daran gesetzt hier zu helfen und dafür Sorge zu tragen, dass rechtliche Möglichkeiten durch Träger auch entsprechend umgesetzt werden, um den Menschen in diesen Einrichtungen das ihnen zustehende Besuchsrecht und die Entfaltung ihrer Grundrechte zu ermöglichen, etc.
Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass in Zukunft immer weniger Familien ihre Angehörigen in solche Einrichtungen bringen werden, da die Pandemie und ihre Maßnahmen auch hier Ängste hinterlassen werden, die nicht einfach vorbei sind, sondern noch lange nachwirken werden.
Ich jedenfalls wünsche allen Menschen den Mut, das Miteinander wieder zu pflegen und der Angst vor dem Leben mit Zuversicht und Vertrauen in das Leben zu begegnen.
In diesem Sinne wünsche ich allen - packen wir es gemeinsam an, schauen wir optimistisch in die Zukunft - die ersten Therapieerfolge sind bereits zu verzeichnen und mit Zuversicht und Optimismus werden wir auch diese schwere Zeit positiv hinter uns lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Guttenberger, MdL

Der Kommentar
Nein, ein Segen ist keine Versicherung. Und Glauben ist nicht mit einer Vollkasko vergleichbar. Nein, ein Segen verhindert keine Gefahren und keine Herausforderungen. Aber ein Segen blickt nach vorne, ein Segen hilft die Zukunft zu wagen. Darum finden sich in unserer Kultur Segensrituale bei Lebensübergängen. Am Beginn des Lebens die Taufe. An der Schwelle zum Erwachsenwerden die Konfirmation. Ganz deutlich auch bei der Familiengründung , wenn der Trausegen über einem Paar gesprochen wird. Segen ist die Ermutigung Zukunft wagen zu können und selbstbewusster und gestärkter Herausforderungen anzugehen. Segen hilft nach vorne zu schauen und dabei das mutmachende und Gute zu entdecken. Segen ermuntert zum Perspektivwechsel und ermutigt nach vorne zu schauen. Gerade Jugendliche, noch nicht krisenerfahren wie die ältere Generation, gerade junge Menschen auf der Suche nach dem Leben erhalten durch den Konfirmationssegen einen Anstoß trotz vieler Fragen und Problemen das Leben fröhlich zu wagen. Gottes Segen macht so Mut die Zukunft zu gestalten. Darum wird es Zeit die Konfirmationen am Sonntag zu feiern und die Jugendlichen mit einem Segen auf ihren Weg zu schicken. Meint Ihr Jörn Künne

Donnerstag, 9. Juli 2020

Die gute Nachricht
Echte Erfahrungen sind wichtig. Nach all den virtuellen Welten, in die Menschen durch Corona getrieben wurden, tut es gut, wieder einmal das reelle Leben zu leben. Auch wenn an manchen Stellen übertrieben wird und das neue Normal noch lange nicht eingekehrt ist. Aber dass das Leben nun nicht mehr nur digital stattfindet, das tut gut und ist eben doch ein menschliches Bedürfnis. Darum viel Freude mit echten Erlebnissen und vielleicht helfen Ihnen im Umgang mit der digitalen Wirklichkeit folgende neue 10 Gebote:

Anbei die 10 Gebote der digitalen Ethik
1.    Erzähle und zeige möglichst wenig von Dir.
2.    Akzeptiere nicht, dass Du beobachtet wirst und Deine Daten gesammelt werden.
3.    Glaube nicht alles, was Du online siehst und informiere Dich aus verschiedenen Quellen.
4.    Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.
5.    Respektiere die Würde anderer Menschen und bedenke, dass auch im Web Regeln gelten.
6.    Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast.
7.    Schütze Dich und andere vor drastischen Inhalten.
8.    Messe Deinen Wert nicht an Likes und Posts.
9.    Bewerte Dich und Deinen Körper nicht anhand von Zahlen und Statistiken.
10.    Schalte hin und wieder ab und gönne dir auch mal eine Auszeit.
Link: http://www.digitale-ethik.de/digitalkompetenz/10-gebote/

Der Bibellesetipp
Ein ganz kurzer Lesetipp heute. Aber ein gewichtiger Umstand. Haben Sie schon einmal über ihren Namen nachgedacht? Prägte er Ihr Leben? Welche Bedeutung hat dieser für Sie? Was macht es mit Ihnen, eine von vielen Elisabeths zu sein? Was macht es mit Ihnen, dass ihr Name Gott ist Gnade bedeutet, wenn Sie Hans oder Johanna heißen? Und warum macht Ihr Name sie einzigartig und das auch vor Gott. Doch lesen Sie selbst in Jesaja 43, 1.

Die aktuelle Bildergalerie
Herr Günter Hochberger hat uns die Bildergalerie Roßtaler Lichtspiele zur Verfügung gestellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Es gibt so wenige Gelegenheiten, die Abendlieder in unserem Gesangbuch mit der Gemeinde zu singen. Manchmal beim Abendgebet um 18 Uhr singe ich eines meiner Top-Ten-Lieder aus dem Gesangbuch:

Mein schönste Zier und Kleinod bist
auf Erden Du, Herr Jesu Christ;
Dich will ich lassen walten
und allezeit in Lieb und Leid
in meinem Herzen halten.

Dein Lieb und Treu vor allem geht,
kein Ding auf Erd so fest besteht;
solchs muss man frei bekennen.
Drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not
von Deiner Lieb mich trennen.

Dein Wort ist wahr und trüget nicht
und hält gewiss, was es verspricht,
im Tod und auch im Leben.
Du bist nun mein und ich bin Dein,
Dir hab ich mich ergeben.

Der Tag nimmt ab. Ach schönste Zier,
Herr Jesu Christ, bleib Du bei mir,
es will nun Abend werden.
Lass doch Dein Licht auslöschen nicht
bei uns allhier auf Erden. (Evangelisches Gesangbuch Nr 473)

Aus dem Gemeindeleben
Das Coronatagebuch zum Mitnehmen liegt am Freitag ab 17 Uhr in der Kirche und bei Blumen Fröschel aus. Bitte bedienen Sie sich an der Printvariante unseres Coronatagebuches.

Das Martinerle an der Wegbrücke
Kennen Sie es schon, das Wahrzeichen unseres Martinimarktes, der wie so vieles der Coronapandemie zum Opfer gefallen ist? Lesen Sie hier was es mit dem Martinerle auf sich hat.
Das Roßtaler „Martinerla“ ist inzwischen schon zu einem sehr bekannten Symbol geworden.
Deshalb haben sich die Mitglieder des Gewerbeverbandes Roßtal 2003 dazu entschlossen, dem Markt Roßtal zum Dank für die gute Zusammenarbeit als Geschenk zum 1050jährigen Jubiläum eine Sandsteinskulptur in der groben Form des Martinerla zu schenken.
Nach einer Idee unserer Mitglieder wurde diese vom Roßtaler Steinmetz und Bildhauer, Victor Bulgariu in der jetzigen Form gestaltet. Den Beginn konnten die Besucher des Martinimarktes vor der Grundschule selbst mit verfolgen.
Sie ist aus feinkörnigem Sandstein aus der Pfalz geschaffen. (Fränkischer Sandstein ist zu grob).
Die Skulptur hat 3 Seiten und stellt eine Symbiose zwischen dem „Heiligen Martin“ und dem „Martinerla“ (Roßtaler Schmalzgebäck) dar. Es hält in den Armen die Wappen der Partnerstädte Thalheim/Erzgebirge (seit 1991) und Auzances/Frankreich (seit 1997) als Zeichen dafür, dass aus Partnerschaften auch Freundschaften wachsen, sowie das jetzige Wappen von Roßtal.
Die Skulptur wurde so aufgestellt, dass die Wappen in etwa in die Richtung unserer Partnergemeinden zeigen. Auch die Wahl des Standortes „Grünfläche an der Wegbrücke“ haben wir bewusst so gewählt, weil alle Seiten zu jeder Tageszeit von der Sonne gut ausgeleuchtet und frei einsehbar sind.

Heike Schalldach: Stadtradeln 2020 – Radeln in der Corona-Zeit - Radeln neu entdecken
In den zurückliegenden Monaten hat sich unsere Mobilität durch die Corona-Pandemie deutlich verändert. Weniger Menschen mussten mit dem Auto zur Arbeit fahren, viele mieden die öffentlichen Verkehrsmittel aus Angst vor zu viel Nähe. Auf den deutlich leereren Straßen war das Fahrradfahren auf einmal eine sichere und schnelle Form der Fortbewegung. Nebenbei konnte man auch etwas für seine Fitness tun und die frische Luft genießen. Der Trend der letzten Jahre konnte im wahrsten Sinne des Wortes an Fahrt gewinnen.
Da passt es sehr gut, dass nun das „Stadtradeln“ im Landkreis Fürth wieder startet, um weitere Menschen zum Umsteigen zu motivieren. Die Aktion findet vom 19.07. bis 08.08.2020 statt.
Das besondere am „Stadtradeln“ ist, dass man seine Kilometer für eine Gruppe sammelt. Für die Kirchengemeinde habe ich eine Gruppe angelegt (der Name ist: Ev.-Kirchengemeinde Roßtal). Melden Sie sich an! Machen Sie mit in unserer Gruppe! Unter allen Teilnehmern werden am Ende verschiedene Preise verlost.
Anmeldung unter https://www.stadtradeln.de/index.php?&&id=8143

Friedhofmesner/Friedhofsmesnerin gesucht
Für die Begleitung von Beerdigungen auf dem Martinsfriedhof sucht die Kirchengemeinde Roßtal einen Mesner/eine Mesnerin. Sie sollten vorzugsweise nachmittags flexibel sein und die Beerdigungen von kirchlicher Seite her mitbegleiten. Bewerbungen und nähere Informationen erhalten Sie im Kirchenbüro.

Gottesdienst für Angehörige und Pflegende

Der Coronakommentar  
Unsere schöne neue Welt können wir mit Computer und Bildschirm erschaffen. Unsere Abenteuer lassen sich mit Energy Drinks und Chips problemlos bestehen und für alle Gefahren auf dem Bildschirm gibt es einen Exit-Knopf. Und auf den drücken jetzt viele . Die Sehnsucht nach dem echten Leben ist groß und die Freude auf Freizeitvergnügen ist riesig. Bilder von feiernden Massen bestimmen die Medien und scheinbar ist es wieder normal dort weiter zu machen, wo im März Schluss war. Oder? Die Innenstädte füllen sich wieder, aber nicht mehr ganz so. Die Fahrradindustrie kommt kaum nach und E-Bike-Kauftipps füllen die Ratgeberspalten. Gewandert wird und unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden gingen brav an der Seite ihrer Eltern zusammen mit ihren Geschwistern spazieren. Die Sehnsucht nach echten Erlebnissen ist groß und E-Mails checkt keiner mehr gerne und Telefonkonferenzen sind längst lästig. Die Sehnsucht nach echten Erlebnissen die treibt uns voran, und das tut gut. Mit der nötigen Vorsicht und unter Zuhilfenahme von Vernunft und Nachdenken lässt sich ein neues Normal auch gestalten und organisieren. Mit echten Erlebnissen und nicht in einer künstlichen Partywelt. Lassen Sie es uns versuchen.
Meint Ihr Jörn Künne

 

Mittwoch, 8. Juli 2020

Die gute Nachricht
Kennen Sie das Märchen vom Hemd des Glücklichen?
Kurz zusammengefasst geht es so: Ein König erkrankte schwer und weil er sehr beliebt war wollten ihn seine Berater retten. Darum schickten sie nach den besten Ärzten überall auf der Welt. Deren Rat lautete, der König solle das Hemd eines Glücklichen Menschen anziehen, dann werde er geheilt. Sofort wurden Boten ausgeschickt, um ein solches Hemd zu besorgen.  Doch wo sie auch nachfragten, keiner war wirklich glücklich. Die Reichen hatten Angst vor Dieben, die Schönen vor dem Alter, die Verliebten vor der Zukunft und so weiter… Ein Glücklicher war nicht zu finden. Am späten Abend aber kurz vor dem Stadttor hörten sie aus einem kleinen Haus einen Mann fröhlich Pfeifen und zwischenrein die Worte, was bin ich doch glücklich. Sofort blieben die Boten stehen und lauschten. Drinnen im Haus sang eine Männerstimme: Wie glücklich ich doch bin, Ich habe Arbeit, zu Essen, ein Dach über dem Kopf und mir ist warm. Wie glücklich ich doch bin…
Die Boten klopften und wurden überrascht hereingerufen. Sofort brachten sie ihr Anliegen vor und fragten nach dem Hemd des Glücklichen. Da wurde ihr Gegenüber betrübt und schüttelte den Kopf. Nein er sei so arm, dass er nicht einmal ein Hemd besäße…..

Der Bibellesetipp
Besitz fesselt und verhindert den Blick auf den Nächsten. Selten dass Besitz glücklich macht. Meist bereitet er mehr Sorge, als Freude und am Ende wird er zur Last. Darum seht die Vögel unter dem Himmel… lesen Sie heute unter dem Thema Besitzverzicht: Matthäus 6, 24-34

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Von der Punkrock-Band „Die Ärzte“ höre ich immer wieder mal das Lied „Junge“ im Radio. Wie bekannt mir die Sätze da vorkommen, die Eltern zu ihren Kindern sagen.

Junge, warum hast du nichts gelernt?
Warum gehst du nicht zu Onkel Werner in die Werkstatt?
Der gibt dir 'ne Festanstellung, wenn du ihn darum bittest.
Nie kommst du nach Hause! Wir wissen nicht mehr weiter!
Junge, brich deiner Mutter nicht das Herz.

Und wie du wieder aussiehst, Löcher in der Hose,
Und immer deine Freunde, ihr nehmt doch alle Drogen,
Und dann noch deine Haare, und ständig dieser Lärm.
Und immer diese Texte. Das will doch keiner hören!

Denk an deine Zukunft, denk an deine Eltern.

Ob Jesus das auch von seinen Eltern zu hören bekommen hat? Zumindest von seiner Mutter, die gar nicht begeistert war, dass ihr Erstgeborener mit dubiosen Freunden umherzieht und nicht seinen familiären Pflichten nach dem Tod des Vaters nachkommt.
„Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu Jesus und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir.“ (Markusevangelium 3,31-32)


Aus dem Gemeindeleben
Die Printausgabe des Coronatagebuches  wird am späten Freitagnachmittag in der Kirche und bei Blumen Fröschel ausgelegt werden und kann dort als kostenlose Lektüre in der Coronazeit mitgenommen werden.

Gottesdienst für die Kantorei
Heute um 19.30 feiert die Kantorei einen fröhlichen Gottesdienst zum Abschluss dieses Sommers. Statt einer Wanderung mit anschließendem Schlemmen in einem Gasthaus gibt ein Freiluftgottesdienst einen schönen Rahmen für den Saisonabschluss im Sommer 2020

Fensterln vor dem Betreuten Wohnen
Morgen wird vor den Fenstern des Betreuten Wohnens ein Gottesdienst stattfinden. Um 15.15 Uhr wird zu den Akkordeonklängen von Brigitte Stief ein Fensterlgottesdienst im Hof des Betreuten Wohnens stattfinden.

Informationen aus dem Diakonieverein
In der Sitzung am Montagabend wurde ein Grafflannahmetermin für den 15. August beschlossen. An diesem Samstagvormittag nehmen Mitarbeitende des Diakonievereins Graffl für den Grafflmarkt im kommenden Frühjahr an. Näheres wird noch bekanntgegeben.

Glabsters na!?
Der Diktatur der Dinge zu entkommen, bot Corona reichlich Zeit. Viele nutzten den Lockdown, um endlich einmal genussvoll zu entrümpeln. Aber was des einen Freud - ist des anderen Leid. Denn zum Entrümpeln ist so einfach Entrümpelungskarte nehmen und zum nächsten Wertstoffhof fahren.
Was aber macht der echte Waldliebhaber er entrümpelt, dort, wo es ihm gefällt.  Zum Beispiel mittenhinein in den schönen deutschen Wald denn seit dort im Dunklen Tann kein Wolf, kein Bär und nicht einmal eine Wildkamera mehr lauern wird einfach abgeladen und weggeworfen, was die alte Küche, oder das Verschlissene Sofa hergibt. Der Förster und der Waldbesitzer wird’s schon richten. Was dabei nur sehr schwer zu verstehen ist, der Aufwand bis zum nächsten Wertstoffhof zu fahren ist  doch gleich groß wie die Fahrt in den schönen deutschen Wald, den unsere Städter so lieben…. So als Müllhalde lieben….

Die Zwei-Wochen-Challenge
Miteinander diskutieren und reden ist Aufgabe der aktuellen zwei-Wochenchallenge. Und damit die Themen nicht ausgehen, diskutieren Sie doch einmal, was Sie für ihr Leben wirklich brauchen und was nötig ist zum glücklich sein. Und vielleicht schauen sie zuvor einmal bei Grimms Märchen vorbei und lesen Hans im Glück…

Der Coronakommentar
Durchschnittlich 10.000 Dinge besitzt ein Bundesbürger. Durchschnittlich 10.000 Dinge, von denen  vielleicht  dreihundert, vierhundert täglich genutzt werden, und weitere 1.000 im Laufe eines Monats. Klar, dass diese Zahlen nachdenklich machen. Klar, dass diese Zahlen unseren Umgang mit Konsumgütern in Frage stellen. Und Corona tat da ein Übriges. Weiße Hemden fürs Büro, wenn in der Telefonkonferenz auch das Schlabber T-Shirt reicht… Einkaufen macht auch keinen Spaß. Weder mit der Maske noch bei Amazon. Und das große Einkaufserlebnis ist es nicht, nachts im Bett auch noch am Tablett zu sitzen und Preisvergleiche anzustellen, nach einem langen Tag im Homeoffice. Corona zeigt was der Durchschnittsdeutsche wirklich braucht. Nein, Toilettenpapier, Nudeln und eine Jogginghose sind dafür zu wenig. Aber 10.000 Dinge, die meist im Schrank stehen und die man vielleicht einmal brauchen könnte, sind eindeutig zu viel. Auch wenn man nach dem Krieg gelernt hatte, sich nach jeder Schraube zu bücken und jeden Nagel noch einmal gerade zu klopfen. Das ist das Erbe der Nachkriegszeit und nicht die Gegenwart. Bedarfsgerechtes Einkaufen und Lieferketten zur Versorgung der Bevölkerung war auch im schlimmsten Shutdown immer gewährleistet. Auch wenn es statt der Billignudeln, dann eben die Makkaroni aus dem Biomarkt gab.
Nein, der durchschnittliche Deutsche hat mit 10.000 Dingen einfach zu viel. Was sich in Keller und Dachboden eines durchschnittlichen Einfamilienhauses ansammelt bereitet den Erben, eines hoffentlich fernen Tages, viel Freude.
Darum gilt es hier eine weitere Lehre aus der Coronazeit zu ziehen. Lieber einmal mehr zu verzichten, als sich noch weiter unter die Diktatur der Dinge zu begeben. Und manchmal ist weniger mehr und dafür stimmen Qualität und Herkunft der Dinge, die dann doch nötig sind.

 

 

Dienstag, 7. Juli 2020

Die gute Nachricht
Es wird mitgedacht. Nicht alles was in diesen Rubriken steht, wird widerspruchs- oder kommentarlos gelesen. Und das ist gut so. Darum danke für alles Mitdenken, Kommentieren und für wohlwollende Kritik und Anregungen, denn das Coronatagebuch ist nicht fehlerlos, sondern eine Zeitschrift, die den Kontakt zur Gemeinde erhalten soll in schwieriger Zeit und da ist der gegenseitige Austausch und die erhaltenen Rückmeldungen durchaus beabsichtigt. Darum vielen Dank für alle Rückmeldung und vor allem für jedes Mitdenken!

Der Bibellesetipp 
Auch wenn das Bild vom Leib und den Gliedern für ein Gemeindeleben nicht unbedingt originell ist, so beschreibt es doch die Gemeinschaft und die Zusammengehörigkeit einer Kirchengemeinde treffend und betont den Zusammenhalt, aber auch die verschiedenen Aufgaben einer Kirchengemeinde. Zeit, sich das für den Aufbruch aus der Coronazeit wieder einmal vor Augen zu führen. Darum lesen sie selbst: 1.Korintherbrief 12

Der Denkanstoß von Thomas Rucker
Eine quäkende Mundharmonika, deren eintönige Melodie am Bahnsteig einer Bahnstation irgendwo in den staubigen Ebenen des amerikanischen Westens erklingt. Lange Bildeinstellungen verschmelzen mit den Tönen zu einem Western, in dem man die guten Helden nicht findet. Sergio Leones „Once Upon A Time In The West“ („Spiel mir das Lied vom Tod“) wird erst durch die Musik Ennio Morricones zu dem gewaltigen Western-Epos, das sich in unser Gedächtnis eingebrannt hat.
Genauso bewegt in „The Mission“ die Melodie von Gabriels Oboe nicht nur die Herzen der Guarini an den Iguazu Wasserfällen, sondern auch die Herzen der Zuschauer, wenn sie im Kampf des Indigenen Volkes gegen die portugiesischen Sklavenhändler mitfiebern.
Ennio Morricone hat mit der Musik zu vielen Filmen den Bildern eine Sprache gegeben, die unserer Seele bewegt. Gestern ist er im Alter von 91 Jahren verstorben.
Auch von David erzählt man sich, dass er mit seiner Musik die Herzen der Menschen bewegen konnte. „Immer wenn der böse Geist über Saul kam, griff David zur Harfe und begann darauf zu spielen. Dann wurde es Saul leichter ums Herz, er fühlte sich wieder besser und der böse Geist ließ ihn in Ruhe." (1. Samuel 16, 14-23)

Neue Bilder von Günter Hochberger
Licht und Schatten abends und morgens. Günter Hochberger hält mit seinen Fotografien faszinierende Lichtspiele in Roßtal quer durch die Jahreszeiten fest. Hier geht's zur neuen Bildergalerie Roßtaler Lichtspiele (pdf bitte im Vollbildmodus betrachten)

Aus dem Gemeindeleben

Fensterlgottesdienst vor der AWO
Heute wird wieder gefensterlt. Vor den Fenstern der Nord und der Westseite feiern wir mit allen Bewohnern, deren Fenster geöffnet sind, oder die auf den Balkonen sitzen Gottesdienst. Brigitte Stief begleitet diesen Gottesdienst musikalisch.

Gottesdienst für die Kantorei
Am Mittwoch um 19.30 feiert die Kantorei im Pfarrgarten einen fröhlichen Gottesdienst und trifft sich so vor der Sommerpause noch einmal. Die sonst übliche Chorwanderung muß leider entfallen.

Von Turm- und Wanderfalken
Während die Wanderfalkenfamilie große Aufmerksamkeit erregte, gelang es den Turmfalken relativ unbeobachtet gleich ein Gelege von vier Turmfalken jungen auszubrüten. Gleich wie die größeren Wanderfalken verzichteten die Turmfalken auf den neuen Falkenkasten und brüteten in der unteren Fensternische im ersten Stock der Nordseite. Großes Geschrei allerdings gab es, als die Kleinen flügge wurden und zwischen Kirchturm und den Eichen in der Gasse hin und herflogen.  Schön für uns, die Raubvögel rund um den Turm zu beobachten. Für manch Maus aber und für viele andere Vögel, die als Nahrung dienen, gilt das eher nicht, denn das Prinzip der Natur fressen oder gefressen werden gilt leider doch und nicht nur Federn zeugen vom großen Appetit der schönen Vögel…

Nach 46 Jahren fällig
1974 war es, als der Ostgiebel des ersten Pfarrhauses das letzte Mal renoviert und gestrichen wurde. Kein Wunder, daß die laufenden Maßnahmen aufwendiger und länger dauern werden.

Braucht der Pfarrer gwiß kaa Geld?
Fragt angesichts ausfallender Feste und Veranstaltungen so mancher. Nein, die Gemeinde braucht natürlich Geld. Corona ließ die Einnahmen gewaltig einbrechen. Gleichzeitig wurden Ausgaben für Coronamaßnahmen, vom Desinfektionsmittel angefangen bis hin zu den Stühlen für eine mobile Kirche in erklecklicher Höhe fällig. Die Kirchengemeinde freut sich darum über jede Spende und alle Hilfe in der kommenden Zeit.

Der Lesetipp von Dr. Frank Jungnickel
„Who wants to live forever?“ sang Freddy Mercury mit dem für ihn typischen Pathos. Die meisten werden sagen: “Diese Frage stellt sich nicht, weil alle Menschen sterblich sind.“
Und doch gibt es einige Exoten, die sich nach ihrem Tod einfrieren lassen, um wieder zum Leben erweckt zu werden, wenn der medizinische Fortschritt dies in ferner Zukunft ermöglicht.
Und wieder andere basteln an diesem Traum, indem sie das menschliche Genom so verändern möchten, dass die biologischen Alterungsprozesse außer Kraft gesetzt werden.
Die u.a. aus dem „Literarischen Quartett“ bekannte Schriftstellerin Thea Dorn hat dieses Thema in ihrem Roman „Die Unglückseligen“ verarbeitet. Eine Molekularbiologin der Gegenwart trifft auf den Physikochemiker Johann Wilhelm Ritter aus der Goethezeit. Letzterem ist es gelungen, durch riskante galvanische Selbstversuche, in seinem Körper die Alterungsprozesse zu stoppen. Die Biologin ist fasziniert von der Möglichkeit, mit seiner Hilfe die Unsterblichkeit zu verwirklichen. In die Handlung des Romans mischt sich ab und zu eine anonyme Stimme ein. Vielleicht ist es die des Teufels. Man kann sich denken, dass das Ganze nicht gut ausgeht. Ein sprachliches Meisterwerk, das trotz aller Phantasie viel Realitätsbezug hat.
Einen für mich noch interessanteren Ansatz hat Simone de Beauvoir in ihrem Roman „Alle Menschen sind sterblich“ gewählt. Der Roman wurde bereits 1946 publiziert und ist eine faszinierende Zeitreise vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Der Held des Buches hat mit Hilfe eines Wunderelixiers den Tod besiegt. Was bedeutet das aber für Ihn? Sein Schicksal erinnert an den Monolog im Buch Kohelet (Der Prediger Salomo) „Es geschieht nichts Neues unter der Sonne“.
Am Ende hat er den Eindruck, dass sich alles wiederholt. Selbst die Liebe wird dadurch schal. Und seine Erfahrungen als Herrscher, bzw. als Berater großer Herrscher zeigen, dass es nicht genügt, das Glück seiner Untertanen anzustreben. Die Grenzen des Machbaren sind eng gezogen durch menschliche Schwächen und die Komplexität der gesellschaftlichen Verhältnisse. Ein spannender Ausflug durch die europäische Geschichte aus einer besonderen Perspektive.
Wer möchte nach dieser Lektüre noch ewig leben?

Der „Renner“ am Apfelfest: Apfelspatzen
Zutaten:
500 gr. Mehl
4 Eier
200 gr. Zucker
500 gr. Quark
Salz
2 Vanillezucker
1 Backpulver
250 gr. geraspelte Äpfel
etwas Milch, Rum und Zitronensaft
Fett/Öl zum Fritieren

Zubereitung:
Aus den Zutaten einen Rührteig herstellen und mit zwei Teelöffeln
den Teig als Bällchen in das heiße Fett/Öl geben und goldbraun backen.
Nicht zu viele Bällchen auf einmal in das Fett/Öl geben, da der Teig noch aufgeht
und sich die Bällchen von selbst drehen, wenn sie braun und gar werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren und gutes Gelingen wünscht Euch das „Apfelfest-Team“ des Obst-und Gartenbauvereines Buchschwabach!

Der Coronakommentar
Es geht schon wieder los… Es geht schon wieder los mit all der Hektik, mit all dem Druck rundherum. Waren für viele Die Strengen Coronatage eher ein Gefängnis, geht es jetzt wieder los mit all der Hektik, all dem alten Normal, das sich zum neuen Normal dazugesellt. Statt dankbar zu sein für die Coronazeit, statt dankbar zu sein, überlebt zu haben, und dankbar zu sein, daß die bisherigen maßnahmen geholfen haben amerikanische, oder italienische Zahlen zu vermeiden, wird immer noch lautstark nach neuer Freiheit geschrien, der Freiheit im Streß und in der Freizeit alle Erfüllung  des Lebens zu finden. Lautstark und unvernünftig, Lautstark und immer mit dem Anspruch ich weiß es besser,a ls alle Virologen dieser Welt wird die völlige Freiheit der Vergangenheit zurückgefordert. Eine Vergangenheit, die nie mehr kommen wird und die viele auch nicht mehr wollen. Ein klein wenig Langsamer, ein klein wenig anders, ein klein wenig weniger Leistungsbetont, nicht mehr nur Hektisch nicht mehr nur mit viel Druck, sondern auch entschleunigt … und viele haben gute Erfahrungen mit dem Langsamer und der Pause gemacht und viele haben neues in ihrem Leben und für ihr Leben entdecken können.  Das gilt es jetzt zu bewahren und festzuhalten, denn den lebenssinn in überbordender Arbeit zu sehen, oder in einer Eventsuche sondersgleichen, das kann nicht der Sinn sein. Darum  genau hingeschaut, was ist Corona für mich und wie bewahre und behalte ich die guten Seiten dieser Tage für mich und meine Familie, ein Zurück in die alte Zeit verbietet sich aber ein Nachdenken was soll bleiben, was wurde wichtig, was ist nötig, das ist das Gebot der Stunde. Viele Gute Gespräche mit ihren Freunden, Kollegen, Familienangehörigen Wünscht Ihr Jörn Künne



Montag, 6. Juli 2020


Die gute Nachricht
Amazon ist nicht alles. Auch wenn das Versandmodell von Amazon immer größere Gewinne einfährt. Die Sehnsucht nach dem Realen führt in die Nachbarschaft und zu den kleinen Läden. Viele haben in den letzten Wochen Umsatzzuwächse gehabt, von denen die Geschäfte in den Innenstädten nur träumen können und Skandale wie Tönnies, oder das schofelige Verhalten mancher Billigkleidungsverkäufer tun da ein übriges. Und wenn die Nachbarschaft wieder mehr zählt, dann  gilt das doch auch beim Einkaufen und das ist gar nicht so schlecht.

Der Bibellesetipp
Viel zu wenig kommen die Ideen des Paulus zum tragen. Dabei hat er die Lehren des Jesus von Nazareth tiefgreifend reflektiert und seine Aussagen in seine und in unsere Gegenwart übersetzt. Denn allzu viel wird heute über Rache nachgedacht und es zählt viel zu oft der Satz wie du mir, so ich dir und wer Politische Aussagen insbesondere der Populisten hört,meint, es muß immer so sein und bleiben. Aber es geht ganz anders, darum  Klicken und lesen Sie hier: Römer 12. 17-21

Der Denkanstoß von Thomas Rucker
Dieser Tage habe ich mal wieder den Film „Stand By Me - Das Geheimnis eines Sommers“ angeschaut. Nach einer Erzählung von Stephen King schildert der Film Erlebnisse von vier Jungen aus einer amerikanischen Kleinstadt im Jahre 1959. Zum einen werden ihre Erlebnisse auf einer zwei tägigen Wanderung durch die Wildnis auf der Suche nach einem verschwunden Jungen erzählt. Zum anderen aber auch von ihren Wünschen und Träumen.
Teddy möchte wie sein Vater, der Kriegsveteran, zur Army gehen, wird aber nicht genommen wegen seiner Kurzsichtigkeit und seiner kaputten Ohren. Deswegen rutscht er in den Alkoholismus und die Kriminalität ab.
Chris kommt aus einer Familie von Versagern und Kriminellen, und kaum einer erwartet von ihm, dass er anders wird. Aber er schafft es auf College und wird ein Rechtsanwalt, der sich für die Benachteiligte und Gerechtigkeit einsetzt.
Gordie’s Eltern ignorieren ihn, weil er schüchtern ist und Bücher liest, im Gegensatz zu seinem großen Bruder, der ein erfolgreicher Footballspieler ist. Obwohl er keine Unterstützung von zuhause erfährt, wird er ein erfolgreicher Schriftsteller.
Manchmal führt das Leben uns andere Wege, als Eltern, Lehrer oder Freunde uns vorgeben oder von uns erwarten.
Das ist in der Bibel nicht anders. Auch Amos hatte sich nie geträumt, dass er einmal Prophet wird und vor der Tempeltür König und Priester anklagt, wie gottvergessen sie sind. Als er deswegen zur Rede gestellt wird, wie er so etwas wagen kann, antwortet er: „Ich bin kein Prophet noch ein Prophetenjünger, sondern ich bin ein Rinderhirt, der Maulbeerfeigen ritzt. Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Geh hin und weissage meinem Volk Israel! So hört nun des HERRN Wort!“ (Der Prophet Amos 7,14-16)

Aus dem Gemeindeleben  

Miteinander leben und feiern in Buchschwabach
Heute feiert der Seniorenkreis Buchschwabach im Gemeindehausgarten einen Freiluftgottesdienst. Um 14 Uhr treffen sich die Buchschwabacher Seniorinnen und Senioren und erleben bis ca. 15.30 einen fröhlichen und kreativen Gottesdienst im Freien.

In der Pandemie an Andere denken
Heute findet das Gebet für Afrika im Pfarrgarten statt. Um 18.30 Uhr denken Missionskreis und Interessierte an die Partner im tansanischen Dekanat Siha. Dabei wird auch über den Fortschritt beim Bau des Operationssaales für Kaiserschnitte in Sanya Yuu informiert.

Botschafter des Evangeliums nicht zu überhören:
Heute probt der Posaunenchor um 20 Uhr im Gemeindehaus Roßtal.

Am Dienstag wird wieder gefensterlt
Vor den Fenstern des Seniorenheimes der Arbeiterwohlfahrt  finden um 16 und um 16.30 Uhr wieder Fensterlgottesdienste statt. Mit Frau Stief am Akkordeon finden diese sommerlichen Gottesdienste statt und ermöglichen den Bewohnerinnen und Bewohnern des AWO Heimes an einem Gottesdienst teilzunehmen.

Leichenhaus mit neuer Farbe
Auch wenn keiner darin liegen möchte und keiner darin wohnen will, der Außenanstrich des Leichenhauses auf dem Laurentiusfriedhof ist fertig und fügt sich jetzt edel leuchtend in die Reihe unserer Fachwerkhäuser auf dem Friedhof ein.

Klappstuhlspenden
Weil alle Gartenklappstühle zur Zeit benutzt werden und auch keine Brauerei mehr Klappstühle für die mobile Kirche zur Verfügung stellen kann, werden Spenden für den Kauf dieser Stühle erbeten.  Allen Spendern ein herzliches Dankeschön. Wird doch durch den Kauf der Stühle ermöglicht als Kirche in diesem Sommer mobil zu sein und die gute Nachrciht von der Liebe Gottes weiterzutragen.

Der Gesundheitstipp
Sommer, Sonne, Schlafen, leichte Vitaminreiche Kost und ausreichend Bewegung, so stimuliert man das Immunsystem und das wird gerade im kommenden Spätherbst dringend gebraucht und benötigt. Darum auch Urlaub auf Balkonien kann erholsam sein, wenn nur diese paar Grundregeln befolgt werden. Und dann kann der Herbst kommen.

Die zwei Wochenchallenge "Miteinander reden"
Auch für die zweite Woche der Challenge gibt es genug zu reden und zu diskutieren. Eine interessante Fragestellung für diese Dialoge könnte sein: Wen schützt die Maske und warum bin ich auf einmal für die Gesundheit des Anderen verantwortlich und weshalb schütze ich den Unbekannten und dadurch mich selber. Und ist das nicht auch beim Autofahren so? Und wo findet meine Freiheit ihre Grenzen?  Genug Stoff für mehrere Gespräche in der zweiten Woche unserer Challenge.

Der Kinder- und Familientipp
Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) bietet eine Datenbank, in der Eltern Apps für Kinder verschiedener Altersstufen suchen können. Apps mit altersspezifischen Lernspielen, Puzzles und kreativen Gestalten - alle sind sie vom DJI getest und u.a. auf ihren pädagogischen Wert beurteilt worden.  

Glabsters na!
Jetzt soll der Pfarrer auch noch darauf achten, dass die Besucher alle richtig nießen können…. Am Ende einer neunseitigen Belehrung für das richtige Durchführen von Veranstaltungen für Gemeinden steht tatsächlich der Satz, dass der Veranstalter von Gottesdiensten und Seminaren für die richtige Einhaltung der Nießetikette verantwortlich ist… Coronavorsichtsmaßnahmen treiben auch seltsame Blüten…

Der Coronakommentar
Mit den Nachbarn muß man Häuser bauen. Die Regel aus gar nicht so alter Zeit, hat jetzt rund um Corona eine neue Bedeutung gewonnen. Nachbarschaft trägt, sei es beim Gespräch mit Abstand am Gartenzaun, als das Leben wirklich stillstand, sei es bei den Besorgungen, als das Einkaufen wirklich schwierig wurde, oder beim Austausch über Arztbesuch und Verhaltensregeln. Nachbarn sind wichtiger, als oft gemeint. Da ist der örtliche Supermarkt, der angefahren wird und dessen Verkäuferinnen zu recht ein Dankeschön bekamen, und der uns die gewünschten Artikel auch bestellt, da ist die Apotheke vor ort, die beraten hat, viel genauer und besser als alle Internetbestellmöglichkeiten. Da ist der örtliche Bauernladen und das Schwein ist bekannt, das verwurstet wurde. Nachbarn sind wichtig, in der Region, wenn es um die Wasserüberleitung geht, oder den Straßenbau, und auch das unsere europäischen Nachbarn , denn gegenseitige Hilfe war gefragt, aber auch das Lernen voneinander. Die dringenden Warnungen und Hilferufe aus den Kliniken Italiens und Spaniens und Deutschland hatte zwei, drei Wochen mehr Zeit die Intensivstationen vorzubereiten und vom Wissenstransfer zu lernen. Und umgekehrt füllten Patienten unserer Nachbarn deutsche Krankenhäuser, als die Welle ausblieb….  Nachbarn sind wichtig und mit ihnen Zukunft zu bauen, nach all den Erfahrungen rund um Corona eigentlich eine Selbstverständlichkeit und doch eine Gestaltungsaufgabe gerade weil Corona auch viele Egoismen ausgelöst hat. aber ohne Nachbarn geht es gar nicht. Das ist eine der Lehren dieser Tage. Meint Ihr Jörn Künne

 

Freitag, 3. Juli bis Sonntag, 5. Juli 2020

Die gute Nachricht
Alternative Ideen schaffen alternative Fakten. Nein der Kreativität in Coronazeiten sind keine Grenzen gesetzt und sie ermöglicht eben mit vielen neuen Ideen auch Gottesdienste für Zielgruppen im Pfarrgarten oder Onlineandachten mit Führungen zu den Schätzen der Kirche. Statt auf Bänken und Stühlen sitzen beim Picknickkonzert die Besucher auf Decken und vor dem Altenheim finden Kurzgottesdienste statt. Chöre proben im Freien und der Seniorenkreis feierte einen alternativen Gottesdienst. Corona zwingt zur Kreativität und die schafft tatsächlich Alternativen zu unseren Veranstaltungen und auch wenn es unendlich schade ist, dass wir an diesem Wochenende kein Gemeindefest feiern können, viele kleine Gottesdienste schaffen auch ein fröhliches alternatives Gemeindeleben. (Foto: Gemeindefest 2019Familiengottesdienst)

Der Bibellesetipp
Vieles fühlt sich wie ein Aufbruch in eine andere Zeit an, vieles fühlt sich neu an, in diesen Tagen. Da kommt eine Aufbruchsgeschichte aus der Bibel gerade recht. Jakob flieht vor der Wut seines Bruders und erlebt, dass ihm der Himmel offensteht. Mit Gottes Segen macht er sich auf den Weg und wird ein klein wenig zum Vorbild für uns und unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden auch.  Doch lesen Sie selbst im 1. Buch Mose 28, 10-22.

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Was mir fehlt
Als Posaunen-Schwester und Posaunen-Bruder kennen wir den Leitspruch der evangelischen Posaunenchöre „Gott loben das ist unser Amt.“ (Evang. Gesangbuch Nr 288 Vers 5).
Was mir in der Zeit der Kontaktbeschränkungen am Meisten gefehlt hat? Jetzt wo wir wieder proben dürfen, merke ich es: Mit dem Posaunenchor Musik machen, mit dem Blech oder mit Gesang gemeinsam Gott loben.
„Jauchzet dem HERRN, alle Welt! Danket ihm, lobet seinen Namen!“ (Psalm 100)

Aus dem Gemeindeleben

In eigener Sache
Die digitale Ausgabe des Coronatagebuches erscheint seit letzter Woche nur noch mit fünf Ausgaben von Montag bis Freitag. die Druckausgabe liegt ab ca. 16.30 Uhr am Freitag in der Kirche und bei Blumen Fröschel aus und kann kostenlos mitgenommen werden.

Neustart bei den Chören
United Voices der ökumenische Gospelchor probt ab sofort wieder freitags ab 18 Uhr im Pfarrgarten, oder bei Regenwetter in der Kirche
Die Windlichter musizieren je nach Verabredung im Gemeindehaus Buchschwabach, oder im dortigen Gemeindegarten.
Der Posaunenchor Roßtal trifft sich zum gemeinsamen Spiel wieder montags im Gemeindehaus Roßtal ab 20 Uhr

Die Konfirmation 2020
Am Sonntag den 12.7. feiern wir mit drei Konfirmationsgottesdiensten die Konfirmation von 11 Jugendlichen. Diese Gottesdienste finden um 9 Uhr um 10.30 Uhr und um 14 Uhr in der Laurentiuskirche statt. Abstandsregeln und Coronaverbote lassen keine großen Festgottesdienste zu. Darum feiern immer drei, vier Familien miteinander den großen Tag der Jugendlichen .

Es konfirmieren am Sonntag 12.7. um 9 Uhr:
Tobias Gegner aus Roßtal
Simon Lehnert aus Buchschwabach
Alexander Otto aus Roßtal

Um 10.30 Uhr konfirmieren:
Flora Herdt aus Roßtal
Ben Kissenberth aus Kleinweismannsdorf
Ludwig Lautner aus Roßtal
Lea Richter aus Raitersaich

Und um 14 Uhr konfirmieren:
Leonard Edinger aus Roßtal
Tom Gastner aus Roßtal
Vincent Griebel aus Roßtal
Emil Wilhelm aus Roßtal

Seniorenkreis
Einen wunderschönen lauschigen Gottesdienst im Pfarrgarten feierte der Seniorenkreis am Mittwoch. Die folgenden Bilder geben ein paar Impressionen vom Seniorenkreis wieder. So schön kann Gottesdienst im Freien zu Coronabedingungen sein.

Die Gottesdienstregeln
Haben sich ein klein wenig verändert. Nasen-Mundschutz wird bis zum Erreichen des Platzes getragen. Anschließend empfehlen wir den Mundschutz weiterhin zu tragen, aber er darf auch abgenommen werden. Daß der Abstand bei den Gesprächen zu Beginn, oder auch am Ausgang 1,5 Meter betragen muß, bleibt bestehen, ebenso, wie die Handdesinfektion, wie auch der Verzicht auf Körperkontakte bei allen Begegnungen. Und daß Erkrankte das Haus hüten sollen ist eine Selbstverständlichkeit.

Gottesdienste am Sonntag
Am Sonntag feiern wir um 9 Uhr und um 10 Uhr Gottesdienste in der St.-Laurentius-Kirche.

Am Sonntag 5. Juli 2020 ist um 18:00 Uhr wieder Blickwinkelgottesdienst - ein Wallfahrtsgottesdienst
Immer wieder kommen in Roßtal Menschen vorbei, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind, die wallfahren manchmal bis Santiago de Compostella. Wallfahrten kennen wir schon aus der Bibel, drei Mal im Jahr zogen die Israeliten zu ihrem Hauptheiligtum dem Tempel in Jerusalem. Die alten Lieder und Gebete, die sie damals sangen und beteten, sind uns im Buch der Psalmen überliefert. Mit ihren Worten und mit der Musik von Wilgard Hübschmann an der Gitarre spüren wir ihren Wegen im Gottesdienst nach.

Das Gebet für Afrika
Ein Gebet für die Menschen im Partnerdekanat Siha, südlich des Kilimandscharos findet am Montag um 18.30 Uhr im Pfarrgarten statt. Neueste Informationen aus Siha werden dabei weitergegeben. Brigitte Vogt begleitet diese Andacht und den gegenseitigen Austausch am Klavier.

Kartenvorverkauf Picknick-Konzert der Blechmafia
Im Pfarrbüro können Karten für das Picknick-Konzert der Blechmafia, am 24. Juli, erworben werden. Auch online ist der Ticketkauf möglich - www.picknick-konzert.cortex-tickets.de

Gottesdienst Zuhause
Für den 4. Sonntag nach Trinitatis am 05.07.2020 finden Sie hier Material für Gottesdienst@home. Verfasst von Diakon Gerhard Landes, Veitsbronn/Obermichelbach/Tuchenbach

Stellungnahme der evangelischen und katholischen Dekanate Fürth, Erlangen, Nürnberg, Schwabach und Ansbach zum verkaufsoffenen Sonntag
Die evangelischen und katholischen Dekaninnen und Dekane lehnen den Vorstoß, verkaufsoffene Sonntage ohne Anlassbezug zu ermöglichen, ab.
Allen Verlautbarungen zur Folge, scheint der aktuelle Vorstoß der Bürgermeister und Landräte nicht allein auf das Jahr 2020 beschränkt, um den Folgen der Coronakrise zu begegnen, sondern der Versuch, grundsätzlich die Regelung zu ändern.
Der Sonntag als Tag, an dem Familien Zeit miteinander verbringen, Gottesdienste gefeiert werden und Menschen zur Ruhe kommen können, bleibt auch unter Coronabedingungen schützenswert. Die Arbeitsbelastung der Angestellten hat sich eher noch verschärft, die Familiensituationen sind durch wegfallende Kinderbetreuung bei gleichzeitiger Berufstätigkeit oftmals angespannter. Gerade unter diesen Bedingungen ist der freie Sonntag besonders wertvoll.
Wir meinen: Man kann nicht auf der einen Seite den Angestellten im Einzelhandel applaudieren und bessere Arbeitsbedingungen fordern und auf der anderen Seite die Regelungen zum Schutz des freien Sonntags in Frage stellen.
Wir nehmen gleichzeitig die aktuelle Not des stationären Einzelhandels wahr, auch deren Verschärfung durch die Corona-Krise, teilen aber nicht die Einschätzung, dass der verkaufsoffene Sonntag ein entscheidender Schlüssel zur Verbesserung ist. Denn auch sonntags wäre das Einkaufserlebnis eingeschränkt, wie in dem Brief als Begründung angeführt, da die Menschen auch sonntags mit Mund-Nasen-Schutz einkaufen müssten. Aus unserer Sicht braucht es andere Initiativen, um den Einzelhandel in dieser schwierigen Situation zu stärken und die Attraktivität der Innenstädte zu erhöhen. Insbesondere sind wir aber alle als Kundinnen und Kunden gefragt, unser Einkaufsverhalten kritisch zu überdenken und zu verändern.
gez.
Dekanin Britta Müller, Stadtdekan Jürgen Körnlein, Stadtdekan Hubertus Förster (Nürnberg), Dekan Peter Huschke, Dekan Michael Pflaum (Erlangen), Dekan Jörg Sichelstiel, Dekan André Hermany (Fürth), Dekanin Berthild Sachs (Schwabach), Dekan Matthäus Ottenwälder (Roth-Schwabach), Dekan Hans Stiegler (Ansbach)

Diakonie Fürth: Tagesstätten-Alltag in der „neuen Normalität“ -   Spielerisch, kreativ, mahnend
Sie fallen direkt ins Auge, wenn man die Tagesstätte im Haus der Diakonie in der Königswarterstraße betritt. Direkt neben der Eingangstür zieren 15 bunte Selbstporträts die Wand der Einrichtung, die psychisch kranken Menschen aus Fürth Halt und Struktur für ihren Alltag sowie vielfältige Beschäftigungsangebote bietet. So individuell die einzelnen Bilder sind, haben sie doch eines gemeinsam: den Mund-Nasen-Schutz.
Dieser erinnert an die vielzitierte „neue Normalität“. Denn die Selbstporträts sind eine spielerisch-mahnende Auseinandersetzung damit, dass auch in der Tagesstätte coronabedingt alles anders ist. Die Anzahl der Gäste ist begrenzt. Sie können nur noch im Zwei-Schicht-System am Tagesstätten-Alltag teilhaben. Das gemeinsame Mittagessen an einem Tisch ist perdu. Die zahlreichen kreativen Angebote, wie Gesellschaftsspiele, Singen oder Ausflüge, können aufgrund der geltenden Abstandsregeln nur eingeschränkt stattfinden.
Dennoch macht Sigrid Maier, Leiterin der Tagesstätte, zusammen mit ihrem Team das Beste aus der herausfordernden Situation. Unter anderem mit Aktionen wie den gemalten Selbstporträts. „Menschen, die psychisch bereits belastet sind, leiden umso mehr unter den Folgen von Corona. Denn die Umstände der Pandemie können seelische Erkrankungen noch weiter verschlechtern“, so die Diplom-Sozialpädagogin. „Wir wollen ihnen mit unserer Kompetenz und Erfahrung dennoch einen möglichst sicheren Rahmen bieten und sie bei der Umsetzung ihrer persönlichen Ziele unterstützen.“

Die Tagesstätte für psychische kranke Menschen
In der Tagesstätte der Diakonie Fürth finden Menschen mit einer psychischen Erkrankung einen strukturierten Tagesablauf und Fachkräfte, die sie in einem geschützten Rahmen unterstützen und begleiten. Die Gäste können hier ihre Fähigkeiten und Stärken wiederentdecken sowie wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Weitere Infos: www.diakonie-fuerth.de.

Link zu den echten Fakten rund um Corona
Robert Koch-Institut und Johns Hopkins University

Martin Horneber: Qualität - in allem was wir tun!
Mit einem feierlichen Empfang wurden in der Turnhalle des Kindergartens Sonnenblume am 29. Juni die Ergebnisse der zweijährigen Projektarbeit der Qualitätsbeauftragten der evangelischen Kindertagesstätten in Rosstal, Buchschwabach und Großweismannsdorf gefeiert.
Daniela Haas, die selbst viele Jahre als Leitung die Kindergartenpraxis von Grund auf kennt, hat im Auftrag der Kindertagesstätten ein umfassendes Qualitäts-Management-Konzept, das vom evangelischen Kindertagesstättenverband entwickelt und begleitet wurde, in allen fünf Einrichtungen der evangelischen Kindertagesstätten eingeführt.
Der Geschäftsführer Herbert Bühling: "was hier in dieser Zeit relativ kurzen Zeit geleistet wurde, ist wirklich eine hervorragende Leistung von allen!
Damit haben wir die Grundlagen für einheitliche Abläufe geschaffen, die unseren hohen Ansprüchen gerecht werden und die vor allem unter der Mitwirkung ganz vieler Erzieherinnen formuliert und etabliert wurden.
Frau Fromme vom Verband evangelischen Kindertagesstätten, die den Prozess begleitet, drückte ebenso ihren Respekt aus:
"Roßtal hat diesen Prozess wirklich sehr konsequent, engagiert und gründlich gemacht. Da sind sie alle zu Recht sehr stolz drauf!"
Dankbar und ebenso stolz ist auch der Träger der Kindertagesstätte, die evangelische Kirche, vertreten durch Pfarrer Jörn Künne und die ehrenamtlichen Mitglieder des Kindertagesstättenausschusses des Kirchenvorstandes.
Martin Horneber: "Wir haben in den letzten Jahren auch schwierige Zeiten durchgemacht, wo es nicht immer leicht war und wir mussten auch ein paar Krisen überstehen. Umso schöner ist es, so einen Tag wie heute zu begehen, wo wir die Früchte mühsamer Arbeit, konzentrierten Nachdenkens und Detailarbeit im KiTa-Alltag ernten.“

Frau Daniela Haas verabschiedet sich zum 6. Juli in eine Kinderpause. Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihr Engagement und für die Grundlagen, die sie hier mit dem Team gelegt hat. Wir hoffen, Sie bald wieder zu sehen und diese so erfolgreichen Arbeiten weiterführen zu können.

Qualität - in allem was wir tun! – so lautet das Motto der Arbeit der evangelischen Kindertagesstätten in Roßtal, Buchschwabach und Großweismannsdorf.
Das ist unser Anspruch, damit unsere Kinder immer in guten Händen sind!
Das aktuelle Leitbild unserer Kitas finden Sie hier und Einzelheiten zu den KiTas auf der Homepage.
Im Bild: Daniela Haas und Herbert Bühling
Ihr Martin Horneber
Vertreter des Kirchenvorstandes Roßtal

Schwäbischer Träubeleskuchen  von Gunda Schmidt
Zutaten für den Teig
125 g Butter
40 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz        
180 g Mehl
2 EL Weißwein
Zutaten für die Füllung
400 g Zucker
5 Eiweiß
250 g gemahlene Mandeln
500 g rote Johannisbeeren, gewaschen und verlesen
Zubereitung
Aus den Teigzutaten einen Mürbeteig kneten und ihn in Folie eingewickelt ca. 30 Min. im Kühlschrank kalt stellen.
Eine Springform fetten und wenn zudem gewünscht mit Mehl oder Semmelbrösel ausstäuben.
Den Teig auf dem Backbrett rund ausrollen in die Form geben und einen ca. 3 cm hohen Rand formen.
Die Beeren mit 150 g Zucker bestreuen und 10 Min. ziehen lassen.
Die Eiweiße zu steifem Schnee schlagen und den restlichen Zucker nach und nach einrieseln lassen. Die Mandeln unterheben. Diese Masse nun mit den Beeren vorsichtig vermischen und die Füllung auf den Teig streichen.
Den Kuchen bei 200 Grad ca. 40-50 Min. backen.
Gutes Gelingen und guten Appetit wünscht Gunda Schmidt

Wandertipp zum Wochenende
Warum denn in die Ferne schweifen… Wunderbare auch kulinarisch interessante Wanderrouten finden sie auf der Homepage des Landkreises (Bildmaterial und Verlinkung: https://www.landkreis-fuerth.de/erlebnis-landkreis/sehenswertes-erlebnis/wandern.html)

Der Coronakommentar
Sprich mit mir, das ist die Aufgabe der kirchengemeindlichen zwei-Wochen-Challenge. Und das ist ein Teil unseres Menschseins - einander zu verstehen und miteinander zu sprechen. Und das auf Augenhöhe. Der Mensch ist ein soziales Wesen und da gehört das Gespräch von Gegenüber zu Gegenüber mit dazu. Der Mensch braucht den Austausch, um Mensch zu bleiben. Der Alltag einander erzählt, aber eben auch der Dialog als Gesprächsform. Leider haben Talkshows Dialoge oft so zugespitzt, dass gestritten statt dialogisiert wird und manchmal nur noch Schlagworte ausgetauscht werden. Dabei dienen Dialoge immer auch dem Erkenntnisfortschritt und der Konsensfindung. Dies umso mehr, als zur Zeit gewichtigste, ethische Fragestellungen diskutiert werden müssen. Mit den Kindern, mit den Partnern, in den Familien und natürlich auch in unserer Gemeinde. Eine Frage fürs Wochenende könnte die Diskussion sein, welche von den durchschnittlich 10.000 Dingen, die der typische Deutsche besitzt braucht man wirklich und ein interessantes Gespräch ist vorprogrammiert. Oder die Frage nach der Verantwortung, die sich jetzt jederzeit stellt. Wie schaut es aus mit Besuchen bei der älteren Generation? Wie schaut es aus mit Schlappheit sind meine Kopfschmerzen Teil eines Fiebers oder eher Folge einer Party? Kann man noch zum Schifahren fahren, oder darf ich sinnvollerweise kein Fleisch mehr essen. Bin ich letztlich nur für mich alleine verantwortlich oder nicht immer auch für meine Umgebung und meine Umwelt. Corona verschiebt da viele Grenzen und lädt ein zum Dialog. Jetzt ist Wochenende, Zeit für den Dialog und darum sprecht miteinander.
Meint Ihr Jörn Künne

 

Donnerstag, 2. Juli 2020

Die gute Nachricht  
Fahrradfahren ist in … und tatsächlich hat Corona diesen Beitrag zur Verkehrswende geleistet. Viele Menschen nutzen nun das Fahrrad um zur Arbeit zu gelangen oder die Freizeit an der frischen Luft zu genießen. Statt Autowandern und Städtetrip geht es jetzt mit dem Rad durch den fränkischen Rangau, ins Seenland und dank Elektromobilität sind auch die Berge kein Problem mehr und die Klimabilanz dankt es uns…

Der Bibellesetipp
Vorsicht ist rund um Corona angebracht, aber ein Rückzug in die eigene Innerlichkeit nicht. Natürlich sind Menschen in Roßtal vorsichtig aber sich völlig in die eigenen vier Wände zurückzuziehen ist nach über 100 Tagen Corona-Lockdown keine Möglichkeit. Dazu gibt es viel zu viele Aufgaben für einen Jeden von uns. Neben Corona wartet das Leben und mit ihm viele Aufgaben und Herausforderungen für die Zukunft, darum ermuntert auch in Coronazeiten das Gleichnis von den genutzten Talenten zum Einsatz für die Gemeinschaft. Doch lesen sie selbst, nutzen Sie ihre Gaben und Talente, nur halt unter Coronabedingungen, und in früheren Übersetzungen las man nicht das Wort Zentner, sondern Talente und das trifft es noch mehr.
Matthäus 25.14-30

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
„Oh lord won't you buy me a Mercedes Benz.“ (O Herr, möchtest du mir nicht einen Mercedes Benz kaufen), mancher von uns kennt dieses Gebet von Janis Joplin, das sie mit rauchiger Stimme acapella singt. Sie hatte den Song am 1. Oktober 1970 aufgenommen, wenige Tage vor ihrem Tod.
Es gibt so vieles, was ich gerne hätte und worum ich Gott im Gebet bitten könnte, Weltfrieden, Gerechtigkeit, Klimaschutz, keine Krankheit,  auch persönlich langes Leben, keine materiellen Sorgen, ein Mercedes Benz wäre nicht dabei, aber etwas ähnliches.
Um was aber würde ich Gott bitten, wenn ich weiß, ich werde in drei Tagen tot sein?
„Und wenn morgen die Welt unterginge, werde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ (Dieser Satz steht nicht in der Bibel, und ist auch nicht von Martin Luther, aber das wäre eine Möglichkeit wie ich mit dem nahenden Tod umgehe.)

Reinhard Westphal: Bücherladen im zweiten Pfarrhaus
Nachdem der Bücherladen in der Richtersgasse am 18. Oktober 2019 ausgeräumt werden musste, haben fleißige Helfer alle Bücher und Regale ins zweite Pfarrhaus gebracht. Damit waren in drei Räumen mehr als 13.000 Bücher gestapelt.
Für den Grafflmarkt im Mai 2020 hatten wir wieder drei- bis viertausend Bücher erwartet. Weitere außerplanmäßige Bücherannahmen waren damit ohnehin ausgeschlossen. Um Platz zu schaffen wurden etwa 5400 Bücher zu den nahegelegenen Gebrauchtwarenhöfen der Diakonie gebracht.
Seit der Schließung des Bücherladens in der Richtersgasse können Lesefreunde im Gemeindehaus Bücher aus einem Selbstbedienungsregal erwerben.
Neue erfreuliche Messwerte zur Schadstoffbelastung im zweiten Pfarrhaus ließen einen Wunschtraum des Bücherteams wieder auferstehen, einen Bücherladen dort einzurichten.
Am 17. Juni 2020 hat der Kirchenvorstand Betrieb im 2. Pfarrhaus unter Einhaltung der Coronaregeln zugestimmt. Damit konnte das Team die Arbeiten zur Einrichtung eines Bücherladens aufnehmen. Regale wurden bereits aufgestellt und bestückt. In einem zweiten Raum wurden Büroschränke zu Regalen umfunktioniert. Auch Regale und Räume sind inzwischen gereinigt, die Fenster geputzt. Das Team nahm sich des Vorgartens und des Weges an. Zunächst ging es darum den Wildwuchs einzudämmen, verdorrte Buchsbäume zu entfernen und den Zugang zum Haus freizulegen. Viele Säcke mit Häckselgut fielen dabei an.
Einige tausend Bücher sind noch in Kartons eingelagert. Helfer - wegen Corona jeweils nur einzelne -kommen abwechselnd ins zweite Pfarrhaus und ordnen die Bücher in die Regale.
Bis zur Eröffnung des Bücherladens ist noch viel zu tun. Auch müssen u.a. Hygiene-Konzepte festgelegt und umgesetzt werden. Das wird noch ein wenig dauern. Aber wir sind optimistisch, dass wir bald einen Eröffnungstermin bekannt geben können.

Aus dem Gemeindeleben
Baustellen rund um den Kirchhof. Während das Leichenhaus schon fast fertig ist, werden am ersten Pfarrhaus gerade die Hölzer auf Fehlstellen und auf Fäulnisschäden untersucht.

Gottesdienste feiern wir am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr in der Laurentiuskirche.

Am Sonntag darauf finden drei Gottesdienste zur Konfirmation statt. Zusammen mit nunmehr 11 Konfirmandinnen und Konfirmanden feiern wir um 9 Uhr, um 10.30 Uhr und um 14 Uhr je einen Konfirmationsgottesdienst in sehr persönlichem, kleinem Rahmen.

Die Druckversion des Coronatagebuches ist am Freitag ab ca. 16.30 Uhr wieder in der Kirche und bei Blumen Fröschel zu erhalten.

An diesem Sonntag hätte das Gemeindefest zusammen mit den Roßtaler Kunst und Kulturorten stattfinden sollen. Aber wir planen für das kommende Jahr dieses Fest nachzuholen. Hier ein paar Bilder aus dem vergangen Jahr.

Der Kinder und Familientipp
Kindertagesstätten auf hohem Niveau: Unsere Kitas sind spitze, informieren Sie sich über unsere Konzepte und unsere Arbeit: www.kitas.ev-kirche-rosstal.de

Der Coronakommentar
Talente entdecken, die Zeit gut nutzen und neue Perspektiven fürs Leben entwickeln. Das alles war in den vergangenen Wochen auch ein Ergebnis des Lockdowns und der Beschränkung des Lebens auf Beruf und die eigenen vier Wände. Mancher wurde zum begeisterten Radler, andere zu flotten Spaziergängern. Kreatives wie Malen und Basteln und das nicht nur als Kinderbeschäftigungsprogramm. Die Nähmaschine kam zu neuen Ehren und manche Gärten sind aufgeräumt wie nie zuvor. Gedichte wurden geschrieben und Websites gestaltet. Die alte Gitarre aus dem Schrank geholt und auf dem verstimmten Klavier ertönte manch Evergreen. Übungsprogramme zum Singen, aber auch für die körperliche Fitness wurden gemacht und ja viele verborgene Talente kamen zum Vorschein. Weil keine großen Events möglich waren, war endlich Zeit dafür und natürlich lässt sich so das Leben auch ohne große Highlights gestalten und wer weiß welche Talente für unsere Kirchengemeinde und unsere Dorfgemeinschaft noch geweckt und entdeckt wurden…
Meint ihr Jörn Künne


Mittwoch, 1. Juli 2020

Die gute Nachricht
Wieder ein Schritt hin zur „neuen Normalität“, heute gehen die Kindertagesstätten in den Regelbetrieb über. Alle Kinder in den Kindertagesstätten dürfen wieder kommen und natürlich mit viel Händewaschen und nach dem Fiebermessen die Kitas auch besuchen. Damit endet für die letzten Kinder, eine über einhunderttägige Pause in der Kindergartenzeit. Eine neue Zeit beginnt für Eltern, Erzieherinnen und Kinder. Auch wenn per Post, per Video, per WhatsApp versucht wurde mit den Kindern in Kontakt zu bleiben, geht doch nichts über den persönlichen Kontakt und das gemeinsame Spielen in Kindergarten und Krippe.

Der Bibellesetipp
Kinder haben ihren Platz, sie sind nicht die Zukunft, sondern jetzt schon da und Gottes geliebte Kinder. Niemand beweist dies deutlicher, als Jesus, wenn er gegen den Widerstand seiner Jünger die Kinder ruft und segnet. Doch lesen sie selbst in Markus 10, 13-16

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Kärwa - es ist der letzte Abend. Das Zelt kocht, die Kärwa-Bubn und -Madli tanzen auf den Bänken und Tischen. Die Band oben auf der Bühne stimmt von Klaus Lage das Lied an „Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert. Tausend und einen Nacht und es hat zoom gemacht.“
Als ich das Lied 1980 auf Klassenfahrt das erste Mal in einem kleinen Berliner Club gehört habe, war Klaus Lage noch ein regional bekannter Schlagersänger, der mit seiner Gitarre auf eine kleine Bühne aufgetreten ist. Aber der Text hat uns als End-Teenager angesprochen. „Wir waren nur Freunde und jetzt ist alles ganz neu.“ Plötzlich merkt Mann, dass der gute Freund (weiblich) mit dem man bisher alles gemacht hat, eigentlich auch die Frau fürs Leben ist. Wahre, tiefe Liebe, der Traum eines Teenagers 1980 und 2019.
Vierzig Jahre später, der Teenager geht inzwischen schwer auf die sechzig zu. Die Freunde von damals, der eine schluckt Pillen gegen den Bluthochdruck, der andere hatte einen Herzinfarkt, und wieder einen haben wir auf den Friedhof begleitet. „Tausendmal ist nichts passiert, tausend und eine Nacht und es hat bumm gemacht“. Ganz andere Gedanken die mir heute bei diesem Lied durch den Kopf gehen.
„So wacht nun; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt.“ (Markusevangelium 13,35)

Neue Bildergalerie Roßtal und drumrum
Herr Günter Hochberger war mit seiner Kamera in Roßtal und Umgebung unterwegs und hat uns wunderschöne Aufnahmen davon zur Verfügung gestellt. Hier geht es zur Bildergalerie (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Aus dem Gemeindeleben

Hausbesuche sind wieder möglich
Ab heute starten Diakonin Judith Popp und Pfarrer Jörn Künne wieder ihre Hausbesuche. Nach telefonischer Vereinbarung besuchen sie im ersten und im dritten Sprengel Menschen, die ihren 70. Geburtstag feiern und Menschen ab dem 75.Geburtstag. Im zweiten mitvertretenen Sprengel werden alle 70. Und 75. Geburtstage und ab dem 80. Geburtstag auch alle weiteren Jubilarinnen und Jubilare besucht.

Leichenhaus Roßtal wird gestrichen
Passend zu den Fronten des Mädchenschulhauses wird dieses kleine Fachwerkgebäude gestrichen und ergänzt mit seiner Farbgebung die Fachwerkfronten auf der Südseite des Kirchhofs. Das erste Pfarrhaus und das Bahrhäuschen werden folgen.  
Seniorenkreisgottesdienst im Garten
Heute findet im Pfarrgarten von 14:00 bis 15:30 Uhr ein spezieller Seniorengottesdienst für alle Seniorinnen und Senioren statt. Mit den entsprechenden Regeln treffen sich so die Älteren seit langem einmal wieder zu einem Gottesdienst mit Überlänge. Der Nussbaum bietet dabei Schatten und einen Platz zur Erholung.

Der Weltladen hat für sie geöffnet:
Die Lieferdienste werden ab Juli eingestellt. Das Weltladen-Team freut sich, Sie zu den bekannten Öffnungszeiten im Laden begrüßen zu dürfen.
Dienstag     14:00 – 18:00 Uhr
Mittwoch    09:00 – 12:00 Uhr
Donnerstag 14:00 – 18:00 Uhr
Freitag       09:00 – 12:00 Uhr und 14:00 – 18:00 Uhr
Samstag     09:00 – 12:00 Uhr

Qualitätsmanagement und Kindertagesstätten
So schlimm die Krankheit wütet, und so fatal die Teilschließung der Kitas war, eine Frucht der Coronazeit in den Kitas konnte gestern geerntet und gefeiert werden. Das Qualitätshandbuch für die Kindertagesstätten konnte weitgehend fertiggestellt werden und wurde gestern im Kindergarten Sonnenblume entsprechend gefeiert. (ein ausführlicher Bericht folgt)

 

Das neue Normal: Ein Reisebericht von Marie Bollmann
Marie Bollmann ist 18 Jahre alt und im zweiten Ausbildungsjahr zur Physiotherapeutin. Seit ihrer Konfirmation ist sie schon in der Evangelischen Jugend engagiert. Im letzten Jahr wurde sie als Jugendvertreterin in den Jugendausschuss der Kirchengemeinde gewählt, wo sie seitdem Verantwortung für die Jugendarbeit übernimmt. Die coronabedingte Absage der Pfingstfreizeit nutzte Marie, um gemeinsam mit ihrem Freund Urlaub im hohen Norden zu machen. Für das Coronatagebuch der Kirchengemeinde schildert sie ihre Erfahrungen:
Was ist anders, in Coronazeiten in den Urlaub zu fahren?
Ich war vor zwei Wochen, in den Pfingstferien für 9 Tage mit meinem Freund im Urlaub in Deutschland. Wir waren für die ersten fünf Tage auf Sylt und in den anderen vier Tagen waren wir in Hamburg. Am ersten Urlaubstag haben wir das kleine Örtchen Hörnum angeschaut und uns ist aufgefallen, dass trotz Corona viele Touristen unterwegs waren. Die Sicherheitsregeln waren ähnlich wie in Bayern, 1,5 Meter Abstand halten, das Aufsetzen der Maske in geschlossenen Räumen oder wenn der Abstand von 1,5 Metern an der frischen Luft nicht eingehalten werden kann. Auch in unserer Unterkunft einem Apartment Hotel, waren viele Menschen unterwegs. Die einzige Einschränkung war, dass das Bad und der Wellness Bereich noch geschlossen waren und das Restaurant verkürzte Öffnungszeiten hatte. Am nächsten Tag sind wir im Auto an den Ellenbogen gefahren. Ein Naturschutzgebiet, welches man nur mit dem Auto durch eine Mautstraße besuchen kann. Dort haben wir den nördlichsten Punkt Deutschlands erreicht und sind an den Dünen und am Strand entlangspaziert. Am Sonntag sind wir mit dem Fahrrad von Rantum über Keitum bis nach Westerland gefahren und sind auf einem Deich über eine Schafsweide geradelt. Am letzten Tag haben wir uns einen Strandtag gegönnt und die Sonne im Strandkorb genossen. Anschließend ging unsere Reise weiter nach Hamburg. Unser erster Ausflug führte uns auf die Elbphilharmonie und wir genossen die phantastische Aussicht. Dort gab es eine kleine Einschränkung man musste auf Grund von Corona 10 Minuten warten, um auf die Toilette zu gehen. Es konnten nur zwei Personen pro Geschlecht in den Toilettenraum eintreten, welcher eigentlich für mehr als zwei Personen gedacht war. Das war aber nicht so schlimm denn im Urlaub hat man ja Zeit Am Donnerstag starteten wir mit einem Klassiker: einer Hamburger Hafenrundfahrt. Aufgrund von Corona durfte nur die Hälfte der Passagiere auf das Boot und die Stühle waren so gestellt, dass der Mindestabstand eingehalten werden konnte. Nach der Bootsfahrt haben wir eine Stadtführung mit den gelben Regenschirmen durch St. Pauli gemacht bei der auch auf die Abstandsregeln geachtet wurde. Diese Führung ist echt empfehlenswert. Am späten Abend waren wir noch im Miniatur Wunderland. Dort musste man im Voraus für eine bestimmte Uhrzeit Karten kaufen und durfte auch erst um diese Uhrzeit ins Museum. Die Masken mussten während des gesamten Museumsbesuch getragen werden, dass hieß für uns 2,5 Stunden Maske tragen. Durch ein ausgeklügeltes System (Miniatur Wunderland STvO) wurde auch der Mindestabstand eingehalten. Am letzten Tag haben wir das KZ Neuengamme besucht. Die einzige Einschränkung war, dass es keine Führungen gab. Zusammenfassend war dieser Urlaub trotz der besonderen Zeit sehr erholsam und man musste nicht immer an Corona denken.

Der Ausflugstipp Kirchen in der Nachbarschaft: Paul Gerhardt Kirche in Stein
Ein der jüngsten Kirchen im Fürther Dekanat steht in Stein-Deutenbach. Die Paul Gerhardt Kirche an der Schillerstraße wurde kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember 1992 (4. Advent) durch Landesbischof Johannes Hanselmann eingeweiht. Professor Hans-Busso von Busse, München, entwarf die moderne Kirche als eine sechseckige Stahl-/Glaskonstruktion, ein Zentralbau mit Glockenträger. Sie ist inzwischen als Gesamtkunstwerk über die Region hinaus bekannt.
Im Inneren gruppiert sich die Gemeinde in einem fast vollständigen Kreis um den Altar. Der Tisch des Herrn, wo im Heiligen Abendmahl in Brot und Wein der auferstandene Christus gegenwärtig ist, ist so das Zentrum der gottesdienstlichen Gemeinde.
Für den Liturgen und Prediger stellt diese Anordnung der Sitze allerdings eine Herausforderung dar. Egal welche Position man einnimmt, man spricht zu den Menschen vor einem, hat aber immer auch andere, denen man den Rücken zudreht oder die einen nur von der Seite sehen.
Für mich ist eines der Highlightes dieser Kirche die gläserne Orgel, die das fehlende Stück des Kreises der Gemeinde um den Altar bildet. Immer wenn die Orgel ertönt, kann man durch die gläserne Front die Arbeit der Mechanik im Inneren einer Orgel beobachten.
Die Paul Gerhardt Kirche in Stein ist in der Corona Zeit täglich zum Gebet (und zum Schauen) geöffnet.

Ein schnelles Rezept für Kürbiskernaufstrich von Frau Schläger
Zutaten für 4 Portionen
125g Butter 
200g Kürbiskerne (klein gehackt)
1EL Kürbiskernöl
0.5 Bund Petersilie
0.5 Bund Schnittlauch
250g Topfen (mager) 
1 Stk kleine Zwiebel
1 Stk Knoblauchzehe 
1 Prise Salz und Pfeffer
Zubereitung
1. Die Butter in einer Rührschüssel mit dem Mixer flaumig rühren, den Topfen dazu geben und alles gut verrühren.
2. Die Zwiebel schälen und ganz fein hacken, ebenso die Kürbiskerne zerkleinern.
3. Schnittlauch und Petersilie waschen, Schnittlauch in Röllchen schneiden und Petersilie hacken.
4. Die Knoblauchzehe pressen, mit den restlichen Zutaten zum Butter-Topfen-Gemisch hinzufügen und zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die zwei Wochen Challenge: Im Gespräch bleiben
Fragen sie nach und diskutieren Sie die Weisheit der Kinder in der Coronazeit. Was kann man von Ihnen lernen?

Der Coronakommentar
Wir haben tolle Kinder. Wir haben wirklich großartige Kinder, nicht nur in Roßtal, sondern überall in Deutschland. Kinder, die die Coronazeit für sich zu gestalten wussten und die manchmal mit mehr Weisheit als Erwachsene und mit mehr Vernunft, als ältere Menschen die Krise gemeistert haben. Wir haben tolle Kinder, die sich klar an die Regeln hielten und auf gar keinen Fall Großeltern anstecken wollten. Die früh aufstanden und sich meistens problemlos an den PC setzten, um mit dem Homeschooling zu beginnen. Die wieder Spaziergänge mit den Eltern machten und auf dem Fahrrad, jeden Berg hinauffuhren. Die sich stundenlang mit ihrem Spielzeug beschäftigen konnten und die sich mit ihren Geschwistern die allermeiste Zeit gut vertrugen. Wir haben es mit Kindern zu tun, die durch den Zaun mit ihren Freunden sprachen und aufs Schwimmbad in den Ferien verzichteten. Wir haben Kinder, die philosophische Gespräche über Tod und Sterben, über Verantwortung und Tierwohl führten. Die von den Logo Nachrichten angestoßen, die Welt verstehen wollten und die nun wieder brav in die Schule gehen, wenn sie gerade wieder an der Reihe sind. Keine einfachen Zeiten für eine unbeschwerte Kindheit, keine einfachen Zeiten für Familien groß und klein. Klar, dass die Kinder jetzt etwas gut haben. Dass die Kinder eine Belohnung verdienen, die ihnen gerecht wird und die nicht erst an Weihnachten fällig ist. Darum, vergesst den Dank an die Kinder nicht, denn die waren in den letzten 100 Tagen alle systemrelevant und das nicht nur in der Wohnung ihrer Eltern. Und Kinder haben Rechte, vielleicht ist es an der Zeit die wieder einmal zu lesen: https://www.bmfsfj.de/kinderrechte

 

Dienstag, 30. Juni 2020

Die gute Nachricht
Gut, dass es Geschwister gibt. Gerade in Zeiten der Krise halten Geschwister zusammen. Gerade in der Coronazeit waren die Geschwister für viele Jugendliche und Kinder, der Halt in zeiten, in denen alle Kontakte nach Außen nur noch virtuell stattfanden. Aber mit Geschwistern kann man reden, lachen, Geheimnisse teilen, Spielen und Basteln, die Eltern überlisten und natürlich auch einmal streiten. Aber der Bruder, die Schwester, sie helfen die Coronazeit zu überwinden. Darum gut wenn du Geschwister hast….

Der Bibellesetipp
Von Geschwisterliebe und vom Einsatz füreinander handelt auch der Lesetip heute: Martha, Maria und ihr Bruder Lazarus leben zusammen . Als der Bruer erkrankt, organisieren die Schwestern für ihren Bruder die nötige Hilfe. Jesus kommt und macht aus seinem Besuch in Bethanien ein Glaubensbekenntnis zu dem Gott, der auch über den Tod hinaus Leben schaffen kann. Aber lesen Sie diesen Abschnitt einmal aus dem Blickwinkel von Geschwisterzusammenhalt: Johannes 11.1-45

Der Denkanstoß von Thomas Ruckers   
Mancher, der bei den Kurzandachten das Video über die Schnitzereien auf der zweiten Empore der Laurentius Kirche gesehen hat, war entsetzt, dass ich, Pfarrer Rucker auch ein Messer gezückt habe und damit herumfuhrwerkte.
Nein, ich habe nicht meinen Namen in den Balken geritzt. Ja, es ist ein echtes scharfes Messer. Vor einigen Jahren habe ich bei einem Schmiedekurs das Eisen aus der Glut des Feuers geholt und mit dem Hammer auf dem Amboss bearbeitet, und in die rechte Form getrieben. Auf dem Schleifstein habe ich das Werkstück geschliffen, bis es ein scharfes Messer wurde, das man zum Schneiden, zum Trennen und zum Schnitzen benutzen kann.
Ganz so fremd war mir diese Arbeit nicht. Nur, dass ich normalerweise nicht mit Eisen arbeite. Mein Werkstück ist das Wort, und ich bringe unsere alltäglichen Worte so in Form, dass man dadurch das Wort Gottes hört. Wenn es mir gut gelingt, dann wird es scharf und kräftig. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“ (Hebräerbrief 4,12)

Aus dem Gemeindeleben
Heute findet um 16 Uhr wieder ein Fensterlgottesdienst vor den Fenstern des AWO Heimes statt. Zuhörer und Mitfeiernde sind herzlich willkommen.

Die Renovierungsarbeiten an der Ostfassade des zweiten Pfarrhauses haben begonnen. Seit einer knappen Woche steht das Gerüst und die Zimmerer und Maler haben ihre Arbeit begonnen. Gleichzeitig werden auch die notwendigen Restaurierungen am Leichenhaus und am Bahrhäuschen erledigt.

Der Bürobetrieb im Kirchenbüro läuft in der Renovierungsphase selbstverständlich weiter. Zutritt haben Menschen, die nicht erkrankt sind und die einen Nasen-Mundschutz tragen und jeweils nur eine Person (Ausnahmen bilden hier Hausgemeinschaften)

Morgen feiert der Seniorenkreis einen Gottesdienst im Pfarrgarten. Zur gewohnten Zeit, an einem ungewöhnlichen Ort feiert der Seniorenkreis ab 14 Uhr einen Gottesdienst und reflektiert dabei die vergangenen 100 Tage.

Die neue zwei Wochenchallenge
Diesmal geht es um einen Austausch mit Freunden, mit Familienangehörigen, mit den Kindern, oder den Nachbarn. Corona läßt Menschen immer weiter vereinsamen. Viele Alltagsgespräche sind verstummt, auch weil Menschen nicht mehr viel Neues miterlebten, über das das Erzählen lohnt. Umso wichtiger die Challenge der kommenden zwei Wochen. Suchen Sie sich einen Gesprächspartner und setzen sie aktuelle ethische Probleme auf die  Tagesordnung. Corona beschänkt uns ja mit diesen Fragen reichlich. Themenimpuls für heute könnte sein: Was passiert, wenn meine Coronawarnapp sich meldet und der Biergartenbesuch doch gefährlich war?

 

 

 

Der Kinder- und Familientipp
Wusstest Du, dass es ein Kinderministerium in Deutschland gibt? Hier findest Du Tipps gegen Langeweile und eine Vorlesestunde mit Bundeskinderministerin Dr. Franziska Giffey. Das alles und noch viel mehr gibt's auf: www.kinder-ministerium.de

Das schnelle Dienstagsessen: Frittata ala tempo…
In einer möglichst beschichteten Pfanne (oder einer schweren Gußeisernen Pfanne) etwas Olivenöl erwärmen. Je nach Geschmack und was zur Hand ist, Kirschtomaten, Kartoffelscheiben, Paprikastücke, Zwiebeln, Spargelstücken etc. anbraten. Zwei Eier (möglichst Bio) pro Mitesser in ein Gefäß schlagen. Die Eier verrühren, die Masse salzen und in der heißen Pfanne das Ei stocken lassen. Eventuell Schafs, oder Ziegenfrischkäse dazugeben, dann frisch pfeffern, oder nach Geschmack mit Schnittlauch, oder Lauchzwiebeln, Bärlauch, Rukola, oder Kräutern verfeinern. Und fertig ist das schnelle Mittagessen, das unendliche Variationen erlaubt.

 

Der kleine Fitnesstipp
Corona verdonnerte viele zu homeoffice und verstärkter Computerarbeit. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Hüftspeck und Männerbauch, sondern führt immer öfters zu Rückenproblemen. Um sich gegen diese zu wappnen empfehlen Physiotherapeuten und Orthopäden, geeignete Bürostühle und alle halbe Stunde eine kleine Bewegungseinheit, damit die Halswirbelsäule und der Nacken entlastet werden. Aufrichten, sich bewegen, Schultern lockern und schon geht es weiter…. Auf ergotopia.de finden Sie ein kleines Anleitungsvideo das Ihnen zeigt, wie Sie die Übungen richtig ausführen.

Der Coronakommentar
Nein es ist nicht vorbei. Weltweit wütet die Pandemie immer schlimmer und in Ländern, die spät oder gar nur schleppend mit der Bekämpfung angefangen haben, grassiert Corona weiter. Erschreckend welche Dynamiken entstehen und erschreckend, dass ältere Menschen so ab 50 und ärmere Menschen zu den größten Opfergruppen zählen. Das wirft kein gutes Licht auf die Weltgemeinschaft die vor 72 Jahren die Gleichheit menschlichen Lebens als Grundlage eines menschlichen Zusammenlebens formulierte. Das wirft auch kein gutes Licht auf die Menschheit. Denn nur 10 Jahrhunderte zurückgeschaut, ist schon die Hälfte der Menschheit weltweit miteinander verwandt. Sind theoretisch  in der Welt fast alle Menschen miteinander verwandt. Und natürlich soll ich meines Bruders Hüter sein, besonders, wenn ich Verantwortung trage. Und vielleicht hilft es wieder mehr von Brüdern und Schwestern zu sprechen , als sich abzuschotten oder exklusive Rechte einzufordern, die den Anderen ausschließen. Klar, es ist kein Vorurteil, daß Geschwister streiten, meist dauerhaft, wenn es ums erben und ums Geld geht, aber  der Bruder bleibt der Bruder und  für den Tragen Geschwister Verantwortung und zwar fast immer.

 

Montag, 29. Juni 2020

Die gute Nachricht
Ab Mittwoch dürfen alle Kinder wieder. Ab Mittwoch herrscht wieder ein fast normaler Kindergartenalltag in den Kitas der Kirchengemeinde und alle über 200 Kinder haben wieder ihren eigenen „Arbeitsplatz“ in der Kita. Eltern und Kinder atmen auf und als Träger hoffen wir auf einen guten Betrieb.

Der Bibellesetipp
Loben gibt Kraft in dunklen Zeiten. Loben und Singen öffnen Körper und Seele für alles, was Leben schenkt und was an Lebendigem da ist.  Die Beter der Bibel wußten um diese Kraft des Lobes und schufen zeitlose Texte. Darum lesen Sie in den Psalmen zum Beispiel den Psalm 103, 1-13

Der Denkanstoß von Thomas Rucker
Da liegt er nun neben der Eingangstüre, neben der dicken Mütze, den Lederhandschuhen und dem Brillenetui. Irgendwer hatte in der Kirche den Regenschirm vergessen. Die Mesnerin, die ihn nach dem Gottesdienst gefunden hat, konnte sich nicht daran erinnern, wer da gesessen hat. So liegt er jetzt neben der Kirchentüre auf dem Tisch mit all den anderen Dingen, die vergessen wurden und wartet darauf, dass sein Besitzer (oder seine Besitzerin) ihn wieder abholt.
Besonders in der Barockzeit war es in der katholischen Kirche üblich nach Rettung aus einer Notlage oder Heilung von einer Krankheit in der Kirche eine Votivtafel aufhängen zulassen, auf der stand, welche wundersame Rettung oder Heilung der Spender erlebt hat. Oft sind solche Votivtafeln verziert mit einem Abbild oder einer 3D-Darstellung des verletzen Körperteils.
Ist der Regenschirm jetzt auch so eine Votivgabe, dankbar weil nach dem Gottesdienst der Regen aufgehört hatte oder liegt die Warme Mütze aus Dankbarkeit hier, weil die Sonne wieder warm scheint. Oder sind Regenschirm, Mütze, Handschuhe und Brillenetui nur da,  weil wir von allem zu viel haben, und wir wenn wir etwas vergessen haben, nicht nachdenken, wo wir es hätten liegen lassen können, sondern uns gleich etwas Neues kaufen.

Aus dem Gemeindeleben

Morgen feiern wir um 16 Uhr mit Brigitte Stief und Pfarrer Thomas Rucker wieder Gottesdienst vor dem Altenheim in Roßtal.

Am Mittwoch um 14 Uhr sind die Mitglieder des Seniorenkreises Roßtal zu einem Gottesdienst eingeladen. Dieser beginnt um 14 Uhr im Pfarrgarten unter dem Nußbaum. Aufgrund der Coronaregeln endet dieser Gottesdienst und damit das Treffen der Seniorinnen und Senioren um ca. 15.30 Uhr. Auf ein gemeinsames Kaffeetrinken wird dabei erst einmal verzichtet.

Die neue Kurzandacht "Schätze St. Laurentius" ist online. Kirchenvorstand Martin Horneber erinnert sich an seine Konfirmation vor 45 Jahren in St. Laurentius. Klicken Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=FYDHD54qWHs

Qualität hat einen Namen: Kindertagesstätten Roßtal
Heute Nachmittag werden im Rahmen einer kleinen Feierstunde die Ergebnisse des Qualitätsmanagementprozeßes der roßtaler Kitas präsentiert und der Öffentlichkeit vorgestellt.  In diesem Prozeß wurden die Rahmenbedigungen und die Verfahrensweisen der Kitaarbeit reflektiert, verbessert und standatisiert, so daß die Kinder in den Kitas der Kirchengemeinde noch besser betreut und gefördert werden können.

Glabsters na!? Von Geisterumleitungen und Wetterverzögerungen
Manchmal scheinen Straßenbauarbeiterfirmen von Fußballclubs zu lernen. Geisterspiele finden dort seit einigen Wochen statt und entgeistert verfolgen die Fans, wie der Club es doch noch in die Drittklassigkeit schafft. Aber von der Möglichkeit Geisteraktionen zu machen, waren auch die Straßenbauer zwischen Raitersaich und Roßtal begeistert, denn seit über einer Woche künden Umleitungsschilder von alternativen Wegen nach Clarsbach, derweil sich auf der geplanten Baustelle, noch nicht einmal nachts Gespenster tummeln, aber vielleicht hat ja ein böses Coronafoul die Verzögerung verursacht, oder einfach nur ein ungeeignetes Wetter?

Menschen in Not - Beratung im Diakonischen Werk Fürth
wegen der anhaltenden Kontaktbeschränkungen hat sich auch das Beratungsangebot der Diakonie Fürth verändert. Ein Besuch der Beratungsstellen ist bis auf weiteres nicht möglich, aber die Beratung findet trotzdem weiterhin statt. Gerne beraten wir telefonisch, online per gesicherter Mailverbindung und in besonderen Fällen auch per Videoberatung. Die Informationen dazu finden Sie auf unserer Webseite unter https://t1p.de/dwf
Die Coronakrise stellt viele Menschen und Familien in Stadt und Landkreis Fürth vor große Herausforderungen. Um so wichtiger ist es, dass die Angebote der
•        Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA)
•        Schuldner- und Insolvenzberatung
•        Sexual- und Schwangerschaftsberatung sowie der
•        Erziehungsberatung für den Landkreis Fürth bekannt sind und in Anspruch genommen werden.

Der Coronakommentar
Damit hatte keiner im Landkreis Gütersloh gerechnet. Damit hatte keiner in Nord-Rhein-Westfalen gerechnet, Opfer von Ausgrenzung zu werden. Das was in den Debatten um Ausgrenzungen und Chauvinismus immer wieder geschieht und auch in Deutschland immer wieder Opfer fordert, das trifft nun die Bewohnerinnen und Bewohner eines ganz normalen Landkreises. Urlaub werden heimgeschickt, Gesundheitsatteste werden verlangt und es heißt mit erschreckenden Anklängen in den deutschen Urlaubsgbieten, Gütersloher sind nicht willkommen. 360.000 Menschen aus der Mitte Deutschlands, vor den Toren Bielefelds sind auf einmal abgestempelt , werden angepöbelt und dürfen keinen Urlaub in Deutschland machen und nur die Betroffenen regt es auf. So schnell kann aus begründeten Vorsichtsmaßnahmen Ausgrenzung, ja Gewalt werden. In Spanien, England und Italien wurden Ärzte und Krankenschwestern angepöbelt, sie sollten in andere Ortschaften ziehen… Ja geht’s noch  und keinen regt es auf. Ausgrenzung hat viele Gesichter und gehört wohl zum menschlichen Instinktrepertoire dazu. Aber das was vielleicht für die Neandertaler Überlebensvorteile brachte, muß heute nicht mehr zählen und eine tolerante Gesellschaft braucht wache Augen und engagierte Menschen, denn Gütersloh zeigt, es kann jeden, jederzeit treffen und angenehm ist es nicht, ausgegrenzt zu werden auch in unserem Land und selbstverständlich ist es das Recht der Menschen aus diesem Landkreis Urlaub in Deutschland zu machen, wo es ihnen gefällt.

 

Freitag/Samstag/Sonntag, 26./27./28. Juni 2020

Die gute Nachricht
Corona ist ein Brennglas und durch die Pandemie rückt manches, was hinter verschlossenen Türen verborgen war ins Licht. Veränderung wird möglich:
Denn wer hat hier von solchen Arbeits- und Wohnbedingungen gewusst? Wer hat sich vorstellen können, dass nicht nur in Afrika, oder in China Wanderarbeiter den Wohlstand in solch einem Maße miterarbeiten? Und sie unter solchen Bedingungen leben müssen. Darauf und in noch in viel mehr dunkle Ecken wirft Corona nun Licht und es beginnt sich etwas zu ändern und auf große billige Fleischportionen hat zurzeit eh niemand mehr ernsthaft Appetit.

Der Bibellesetipp
Liebeslyrik vom Feinsten findet sich auch in der Bibel. Weil man einst dachte, es handelt sich um allegorische Beschreibungen der Liebe Gottes zu den Menschen fanden diese alten Hochzeits- und Liebeslieder Eingang in die Bibel und beschreiben die Liebe in allen Facetten. Einen kleinen Eindruck davon vermittelt unser Abschnitt: Doch lesen Sie selbst im Hoheslied 8, 6-7.

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Wie die Heuschrecken
Wenn in der Bibel von Heuschrecken geschrieben wird, ist nicht immer dieses kleine Insekt gemeint, welches, wenn es in großen Schwärmen auftritt, das Land kahl frisst. Oft werden auch Kriegsheere und Plünderer mit Heuschrecken verglichen (so im Buch der Offenbarung oder in dem zwischen Alten und Neuen Testament stehenden Buch Judith).
Im Buch Richter, ehe Gideon zum Richter und Heerführer berufen wird, gibt es eine detailreiche Beschreibung dafür. Die räuberischen Nomadenstämme aus Midian und Amalek werden mit Heuschrecken verglichen. „Und immer, wenn Israel gesät hatte, kamen Midian und Amalek und die aus dem Osten herauf und lagerten sich gegen sie und vernichteten die Ernte des Landes bis hin nach Gaza und ließen nichts übrig an Nahrung in Israel, weder Schafe noch Rinder noch Esel. Denn sie zogen herauf mit ihrem Vieh und ihren Zelten und kamen wie eine große Menge Heuschrecken, sodass weder sie noch ihre Kamele zu zählen waren, und fielen ins Land, um es zu verderben.“ (Richter 6,3-5)
Es hört sich hart an, wenn eine Heuschreckenplage als Fluch und Strafe Gottes genannt wird. Aber obwohl die Heuschrecken alles kahl fressen, man kann diese Insekten essen und so mildert sich die Hungersnot. Wenn die räuberischen Nomadenstämme einfallen, dann bleibt nichts mehr übrig. Die nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Der König David wusste, dass es besser ist eine Strafe Gottes zu erdulden, denn da ist auch Gnade und Barmherzigkeit, als in die unbarmherzigen Hände der Menschen zu fallen. (2. Samuelbuch 24,14)

Aus dem Gemeindeleben:

Die Printausgabe des Coronatagebuches ist ab heute Nachmittag um ca. 16 Uhr in der Kirche und bei Blumen Fröschel zu finden. Vielen Dank auch allen Austrägerinnen und Austrägern in den Ortsteilen unserer Kirchengemeinde.

Gottesdienst in Roßtal
Wir feiern wir am Sonntag den 28. Juni um 9 Uhr und um 10Uhr, in der Laurentiuskirche. Dabei gilt noch das alte Hygienekonzept mit Abstand, Mundschutz und Händedesinfektion.

Gottesdienst Zuhause
Pfarrerin Ulrike Weeger, aus Obermichelbach, hat uns Material für den Gottesdienst@Home zur Verfügung gestellt.
„Echt stark – voller Hoffnung“ ist das Thema im online Kindergottesdienst Sonntag um 10 Uhr – www.kirchemitkindern-digital.de

Stühle gesucht
Nach wie vor suchen wir für unsere mobile Kirche Klappstühle, mit denen die Kirchengemeinde Gottesdienst im Freien feiern kann. Bitte melden Sie sich wegen einer Stuhlspende an das Kirchenbüro. Wir freuen uns.

Zwei Wochen Challenge
Jetzt steht das Wochenende vor der Türe. Damit viel Zeit auch mit den Kindern. Nutzen sie die Zeit und gestalten Sie mit ihren Kindern oder Enkelkindern einen schönen Ausflug, oder laufen Sie mit ihnen ein kleines Stück auf dem Jakobsweg. Nehmen Sie an dieser Challenge teil und machen Sie viele gute Erfahrungen mit Ihren Kindern.

Fritz Wagner: Deine Kirche und der Weg - In Corona-Zeiten auf dem Jakobsweg pilgern
Die Beschränkungen dieser Tage wecken in den Menschen das Bedürfnis aus ihren eigenen vier Wänden herauszukommen, sich treiben zu lassen. Ich stelle das durch die vielen Pilgerbesuche in der Jakobskirche Buttendorf fast täglich fest. Der Jakobsweg bietet sich in besonderer Weise an, sich einmal einen Tag für sich zu nehmen, oder sich mit der Familie und Freunden auf den Weg zu machen. Beim „richtigen Pilgern“ fällt Abstandhalten auch gar nicht schwer. Auf dem Mittelfränkischen Jakobsweg geht es durch Gottes wunderschöne Natur, durch Kleinode, wie die vielen Dörfer mit ihren Kirchen. Dort kann man sich zur inneren Einkehr niederlassen und zu sich und Gott kommen.
Für einen solchen „Pilgertag“ empfehle ich den Jakobsweg von Roßtal nach Heilsbronn. Der Weg ist gut sichtbar mit der Muschel markiert, die Strecke beträgt ca. 14 km.
Wir gehen von der Laurentius-Kirche über den Marktplatz hinunter zur Pelzleinstraße. Nach Fernabrünst geht man nun entweder direkt oder über Buttendorf mit seiner Jakobskirche. In Fernabrünst gleich am Ortseingang links ab, immer der Markierung folgend über die Flur, an Streuobstwiesen und Wald vorbei, hinunter nach Wendsdorf. Von Wendsdorf geht es nach Bürglein (Johanneskirche) und dann nach Böllingsdorf. Von dort durch den „Kettelbachgrund“ am Waldsaum vorbei. Schon sind auch die ersten Häuser von Heilsbronn zu erkennen. In Heilsbronn angekommen sollte man das Münster mit seiner Hohenzollern-Grablege und vielen anderen Schätzen besuchen. Heilsbronn bietet mit seiner Gastronomie auch die Möglichkeit zur Einkehr bzw. Kaffee zu trinken. Danach kann man bequem mit der Bahn nach Roßtal zurück fahren.
Die ausführliche Broschüre (Foto oben) "Der Mittelfränkische Jakobsweg" liegt in unseren Kirchen Roßtal und Buttendorf aus und kann auch online aufgerufen werden.
Ihr Fritz Wagner
Übrigens: Auch der Fränkische Alb-Verein schreibt in seiner neuesten Zeitschrift auf der Titelseite: „Zu Corona-Zeiten stadtnah wandern“. Wir in Roßtal bieten dazu mit unseren schönen Wanderwegen ja die besten Voraussetzungen.

Tiere im Kuschelmodus
In der aktuellen Bildergalerie von Herrn Hochberger können wir Tiere beim Kuscheln beobachten. Vielen Dank für diese Einblicke. (Das pdf bitte im Vollbildmodus betrachten!)

Rezepte für den nächsten Grillabend.
Frau Irmgard Schläger hat uns zwei leckere Rezepte zur Verfügung gestellt, die sich gut vorbereiten lassen. Herzlichen Dank für diese Rezepte.

Weißkrautsalat (für 5 Portionen)
1 kleiner Kopf Weißkraut
3 Frühlingszwiebeln
1 rote Paprika
1 grüne Paprika
3-4 gelbe Rüben (Karotten)    
Marinade
200 ml Essig
150 ml Öl
100 g Zucker
1 TL Salz
1 TL Senfpulver

Zubereitung:
Das Weißkraut hobeln. Zwiebeln und Paprika in Scheiben schneiden.
Gelbe Rüben grob raspeln und alles gut vermengen.
Für die Marinade alle Zutaten in einen Topf geben und aufkochen.
Die heiße Marinade über das Gemüse geben.
1 Tag ziehen lassen.
Geeignet für einen Grillabend


Schichtsalat (für 5 Portionen)
1 Glas Sellerie in Streifen geschnitten
5 Eier hartgekocht, in Würfel geschnitten
200g gekochten Schinken, in Streifen geschnitten
1 Dose Mais
1 Dose Ananas in Stücken
1 Apfel in Streifen
1 Glas Salatcreme
2 Stangen Lauch in Streifen geschnitten

Zubereitung:
Von Sellerie bis zum Apfel alles der Reihe nach in Schichten in eine große Glasschüssel füllen.
Nach jeder Schicht ein paar Lauchringe darüber streuen und etwas Salatcreme darauf streichen.
24 Stunden kalt stellen.

Der Kommentar: Verspielt es bloß nicht!
Gibt es wichtigeres als Urlaub? Gibt es wichtigeres, als noch ein Event und noch eines? Gibt es wichtigeres als Freizeitstress? Ich vermute, alle beantworten diese Frage mit „Ja“. Ich vermute, fast alle sind sich hier einig. Nach Mallorca auf den Ballermann oder nach Ischgl zieht es einen gerade nicht. Überall, wo Menschen unter Alkoholeinfluss, in zu engen Abständen in zu kleinen Räumen beieinander sind, hat Corona leichtes Spiel. Das scheint fest zu stehen. Und dennoch fliegen Menschen zu diesem Zweck durch halb Europa, um zu feiern und Party zu machen. Als ob man nicht noch ein halbes Jahr warten könnte, als ob nicht die Erfahrungen aus Südkorea, oder Israel zeigten, wo die Distanz aufgelöst wird und sei es nur mit Hilfe von Genussdrogen, überall dort beginnt eine zweite Welle. Darum die dringende Bitte an alle, die sich nach Events sehnen, an alle, die unbedingt feiern wollen, an alle, die jetzt in den Urlaub starten, verspielt unsere Erfolge nicht. 100 Tage Kampf gegen Corona, 100 Tage Verzicht und jetzt schon viele private und wirtschaftliche Folgen, die getragen werden müssen, dürfen nicht so leichtfertig für ein Partyvergnügen aufs Spiel gesetzt werden, dürfen nicht einfach  umsonst gewesen sein und die Gütersloher werden zornig genug auf ihren größten lokalen Arbeitgeber sein. Und die Botschaft heißt Abstandhalten, Mundschutz tragen einander aus dem Weg gehen und vor allem nicht einander berühren. Wir alle wollen uns in dieser Zeit nicht umsonst eingeschränkt haben. Dazu gibt es zu viele wirtschaftliche Opfer bis heute. Darum verspielt den Erfolg nicht leichtfertig. Meint Ihr Jörn Künne

 

Donnerstag, 25. Juni 2020

Die gute Nachricht
Die Schule geht wieder los. Nach den Sommerferien soll der Unterricht wieder für alle, wie auch immer organisiert, stattfinden. Das entlastet Eltern und Familien. Das ermöglicht Kindern wieder ein altersgemäßes Aufwachsen mit Gleichaltrigen und das wahrt das Recht auf Bildung. Denn das ist einer der größten Verdienste aus der Reformationszeit, dass es ein Recht auf Bildung für die Kinder gibt, oder genauer eine Pflicht der Obrigkeiten zur Organisation von Bildung für alle Kinder. Klar, dass damals Lehr- und Lernstoff die Bibel war. Aber das war damals revolutionär und ermöglichte den Sprung in die Moderne und das Recht auf Bildung war geboren.

Bibellesetipp
Eigentlich müssten wir jetzt über die Geschichte von der Segnung der Kinder bedenken, aber es gibt vermutlich ein Lese und Schreiblernbuch für den Nachwuchs von königlichen Beamten in Israel, das erhalten geblieben ist. Das Buch der Sprüche spiegelt die Gedankenwelt in einem armen vom Klima nicht verwöhnten Land wieder. Und auch wenn vieles heute überholt ist, damals waren es Sprichworte und Sprüche mit denen die Beamten nicht nur schreiben lernten, sondern beim Schreiben auch wie man ein geordnetes Leben führen kann: Doch lesen Sie selber zum Beispiel Sprüche 23, 1-23.

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Fressen und gegessen werden
Johannes der Täufer war ein echter Naturbursche, er kleidete sich in einen Kamelhaarmantel mit ledernen Gürtel und ernährte sich von Wilden Honig und Heuschrecken. Das klingt sehr naturnah und romantisch.
Corona hat unsere Medien so sehr im Griff, dass wir zurzeit kaum etwas über die Heuschrecken-Plage im östlichen Afrika, der arabischen Halbinsel bis nach Indien erfahren. Riesige, Quadratkilometer große Heuschreckenschwärme werden vom Wind über das Land und über das Meer getrieben und fressen wo sie an den Boden kommen alles kahl. Die Ernte für zigtausende von Menschen wird vernichtet.
Kein Wunder, dass Gott als Druckmittel gegen den ägyptischen Pharao eine Heuschreckenplage einsetzt (die achte der ägyptischen Plagen, 2. Mose 10). Bevor die Israeliten ins gelobte Land einziehen, legt Gott ihnen Fluch und Segen vor. Wenn sie sich zu Gott halten und seine Gebote achten, werden sie reichen Segen bekommen. Wenn sie aber von Gott und seinen Geboten abfallen, dann droht er ihnen unter anderen an „Du wirst viel Samen auf das Feld säen, aber wenig einsammeln; denn die Heuschrecken werden‘s abfressen.“ (5. Mose 28.38) Ein Gutes aber haben die Heuschrecken. Sie fressen zwar das Land kahl,
aber im Morgengrauen, wenn es noch kühl ist, kann man sie leicht fangen und sie sollen eine
schmackhafte proteinreiche Nahrung sein. (Ich habs noch nicht probiert.)

Aus dem Gemeindeleben
Morgen gibt es wieder eine Printvariante unseres Coronatagebuches. Dies liegt auf dem Schriftentisch in der Kirche aus und wird bei Blumen Fröschel verteilt.

Um ein wenig dem Neuen Normal gerechter zu werden und den Aufwand ein klein wenig zu vermindern, wird es ab dieser Woche nicht mehr sechs, sondern nur noch fünf Digitalausgaben des Coronatagebuches geben. Die Freitagsausgabe beinhaltet so bereits das ganze Wochenende mit all den Tipps und Informationen, die fürs Wochenende nötig sind. Auf das Erscheinen der Druckausgabe hat dies keine Auswirkungen.
 
Martin Horneber: Aus der Bahn geworfen – auf neue Wege
Die Erfahrung mit Corona wird ja an vielen Stellen verglichen mit einer Vollbremsung, von 100 auf Null, von einem Lockdown, also einem Absperren ist die Rede.
Und so ging es auch mir und uns auf der Kernmühle: einem Ort, an dem sieben Familien in guter Nachbarschaft leben.
Aus dem Trubel, wenn in der Event-Scheune beinahe jedes Wochenende eine Veranstaltung stattfindet und im Seminarhaus Firmen tagen, sind wir den letzten Monate mehr und mehr zu einem wirklich ruhigen Ort der guten Nachbarschaft, des Abends hin und wieder zusammen Sitzens (natürlich mit Abstand), des Austausches, der Gespräche und Treffen im Garten und am Sitzplatz im Hof geworden.
Wie gut ist es, bekannte und vertraute Nachbarn zu haben, mit denen man auch über Anderes als nur Corona sprechen kann, mit denen man ganz einfach leben kann, und das genießt, was es ja trotzdem noch gibt: Luft, Licht, Sonne und halt freie Zeit.
Die letzten Monate konnten wir nutzen, um den gemeinsamen Hof umzugestalten, konnten den Charme eines Feuerkorbes am Abend entdecken und haben festgestellt, dass trotz Abstandes Gespräche und gemeinsamer Spaß gut möglich sind.
Irgendwo habe ich gelesen: Corona ist kein Geschenk, aber es beschert uns…! Und so ist es in der Tat, dass Corona mir Zeit für mich selbst, Zeit für Gespräche mit der Nachbarschaft, für Besinnung, Fachbücher lesen, aufräumen und ordnen gegeben hat.
Und auch eine neue Wertschätzung für das, was in der Nähe ist an Qualität, an Freundlichkeit, an Menschen, die mir vertraut und wichtig sind, sei es hier auf der Kernmühle, in unserer Gemeinde und da, wo ich ehrenamtlich engagiert bin.
Ich bin froh, dass nun Stück für Stück Lockerungen eintreten und Dinge möglich werden, die wir jetzt einige Monate lang entbehrt haben wie gemeinsame Treffen, Veranstaltungen, Gottesdienste.
Und trotzdem hat dieses „aus der Bahn geworfen werden“ Möglichkeit geschaffen, neue Wege zu finden und zu gehen.
 
Der Kommentar: Wo bleiben die Kinder und die Jugendlichen?
War der Blick auf Altenheime und Senioren in der Coronazeit schon mehr als schwer, so standen diese doch ab und zu im Mittelpunkt der Diskussion. Kinder, und vor allem Jugendliche waren allerdings untergetaucht. Sind noch untergetaucht. Spielplätze dicht, Schule dicht, Kitas dicht, Keine Freunde, kein Sport, dafür unendlich viel Digitales und die Eltern als einzige Ansprechpartner. Dazu der rhythmuslose Alltag, wo Aufstehen doch sowieso so schwer fällt und Aufräumen ebenfalls und dann nur die Eltern als Kontrolleure. Dafür eine Netflixserie nach der anderen , denn die Chats mit Freunden werden auch belanglos, wenn man nichts miterleben kann  und alles nur noch virtuell Wirklichkeit ist. Während für Kinder hier noch die Familie der Bezugsrahmen ist und viele Familien wunderschöne Aktionen mit ihren Kindern unternahmen, ja auch die Väter mit ihren Kindern Fahrrad fuhren, war das für Jugendliche nicht mehr passend. Aber Lesen? Aber digitales Lernen? Aber Sport allein? Was haben unsere Jugendlichen gemacht? Wo sind sie geblieben und was hat diese Zeit mit ihnen gemacht? Schule, das ist nicht nur lernen, sondern Leben und das fehlt. Das fehlt jetzt schon seit 100 Tagen. Wo bleiben unsere Jugendlichen? Was gibt es für sie? Was machen wir für sie? Die Frage bleibt und die verpassten 100 Tage Leben hinterlassen Spuren. Spuren der Leere. Wer hat dafür eine Idee?

 

Mittwoch, 24. Juni 2020

Die gute Nachricht
Nur noch ein halbes Jahr bis Weihnachten. Nur noch sechs Monate, bis wir das verrückte und verrückende Jahr 2020 verlassen können und vielleicht ein weniger verrücktes Jahr beginnt. Klar sind wir gespannt was der Herbst bringt und was rund um Weihnachten möglich ist. Doch damit Weihnachten möglich wird, sind wir jetzt vernünftig und gelassen und gehen vorsichtig gemäß den geltenden Regeln miteinander um.

Der Bibellesetipp: Johannes der Täufer
Heute ist Johannistag. Der Tag in der Mitte des Jahres, der dem Cousin von Jesus gewidmet ist. Johannes der Täufer predigt die Umkehr angesichts des nahenden Himmelreiches. Noch ist Zeit das Leben neu auszurichten und dazu muß man nicht in der Wüste von Heuschrecken mit Honig leben. Doch lesen Sie selber: Matthäus 3. 1-12

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Johanni 24. Juni
In einem halben Jahr ist schon wieder Weihnachten. In den Evangelien wird erzählt, dass ehe Jesus begann öffentlich zu predigen, ein anderer das Kommen des Messias ankündigte, Johannes, der auch der Täufer genannt wird. In der christlichen Tradition legte man seinen Geburtstag ein halbes Jahr vor die Geburt Jesu auf den 24. Juni.
Während wir inzwischen Jesus Christus, den Heiland der Welt erfolgreich auf ein kleines Waggerla im Krippala reduziert haben, ist die Verkündigung Johannes des Täufers, so sie denn gehört wird, immer noch prägnant, scharf und treffsicher: „Ihr Otterngezücht, wer hat euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße! Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Matthäusevangelium 3,7)

Für Unerschrockene: Essen wie Johannes
Heuschrecken sind gesund… So jedenfalls die Kommentare im Internet und tatsächlich finden sich unter „Rezepte Heuschrecken“ verschiedene interessante Varianten der Zubereitung. Aber googlen Sie selber: Stichwort „Insektenfood“ oder „Heuschrecken zubereiten“.

Erlebnisse in der Corona-Aera
Es ist eingetreten, wovor ich mich in den letzten Wochen so sehr gefürchtet habe, die Einschränkungen wurden gelockert, ich muss mich wieder mit anderen Menschen treffen. Sie hätten uns ruhig noch etwas Zeit lassen können. Zehn Kilogramm verliert man nicht innerhalb eines Tages, die Friseur Termine sind auf Wochen ausgebucht und ich muss es mir abgewöhnen, schon um 9 Uhr ein Glas Wein auf dem Schreibtisch stehen zu haben.
Als ich die Ausgaben des letzten Monats in unserem Haushaltsbuch eintrug, stellte ich fest Tanken 0 Euro, Kino 0 Euro, Kleidung 0 Euro, Lebensmittel 350 Euro, Chips und Cola 852 Euro. Ich hätte mir gewünscht, dass die Regierung auch die Maskenpflicht zuhause angeordnet hätte, nicht als COVID-19 Vorsorge, sondern um uns davon abzuhalten zu viel zu essen. Gestern, als ich auf meiner sprechenden Waage stand, sagte diese doch: „Bitte halten Sie die Soziale Distanz ein. Nur eine Person auf der Waage.“
Durch das Home-Schooling verstehe ich die Lehrer in der Schule viel besser. Schon nach einem Tag überlegte ich mir, ob diese Kinder nicht in eine andere Klasse versetzen werden können.
Vor dem Supermarkt war meist schon um dreiviertel sieben eine lange Schlange, obwohl dieser erst um 7 Uhr, und das nur für Senioren, öffnet. Ein junger Mann versuchte sich durch die Schlange zu drängeln, aber die alten Herrschaften fuhren ihn erbost an, er solle sich nicht vordrängeln, überhaupt dürfe er erst in einer Stunden kommen. Schließlich rief der jungen Mann verzweifelt: „Wenn Sie mich nicht die Türe aufsperren lassen, kommen Sie überhaupt nicht in den Laden.“
Hollywood hat uns gelehrt, dass in der Apokalypse Zombies durch unsere Straßen wanken, Aliens die Erde angreifen, Terror und Anarchie regieren werden. Keiner hat uns auf die Schlimmste aller Endzeitversionen vorbereitet: Home Office und Klopapier-Mangel.
Bitte sagen sie nicht „Corona ist nicht so schlimm.“ Wir haben es gesehen, die Kirchen waren zu, Gottesdienste sind ausgefallen, Bars und Kneipen hatten geschlossen. Wenn Himmel und Hölle sich einmal über eine Sache einig sind, dann muss die wirklich sehr, sehr schlimm sein.
Nicht ganz ernst gemeint von Thomas Rucker

Aus dem Gemeindeleben
Die Kantorei stellt sich vor
Die Kantorei hat seit dem 18.03.20 Zwangsurlaub vom Singen. Nicht nur das musikalische Erlebnis bleibt auf der Strecke, sondern das soziale Miteinander
ist auf Eis gelegt. Die Mitglieder der Kantorei müssen sich keine Sorgen machen, denn es wird einen Neuanfang geben. Der Chorleiter und die Kantorei
müssen sich in Geduld üben. Meine Schüler haben in dieser Woche wieder mit dem Unterricht begonnen, und ich konnte feststelllen, daß sie nichts verlernt
haben, obwohl drei Monate kein Unterricht stattfand. Dieser Gesichtspunkt sollte die Kantorei ermutigen. Aus dieser Krise  wird sie gestärkt hervorgehen.
Davon bin ich überzeugt. Die Freude am Singen wird in der ersten Probe nach der Pause wieder spürbar sein. Da das Proben für Laienchöre seit 22.06.20
wieder zulässig ist, aber durch die hohen und strengen Auflagen ist das Singen für unseren Chor ergebnisorientiert nicht durchführbar. Über einen
Neuanfang sollten wir frühestens ab September nachdenken, in der Hoffnung, daß sich die Auflagen wesentlich leichter umsetzen lassen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Chormitgliedern weiterhin alles Gute, Geduld, viel Gesundheit und Gottes Segen.
Ihr Chorleiter Michael Bauer

Ronjas Gefühle in der Corona-Krise
Fast jede Unterhaltung führt letztlich zu einem Thema: Corona-Krise. Ich bin mir sicher, dass dies an keinem spurlos vorübergeht. Unsere Gedanken kreisen um das Thema und lösen Gefühle aus, die wir sonst in dieser Itensität nicht erlebt haben.
Darüber habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.
Wie geht es uns eigentlich?
Unsicherheit ist ein Gefühl, dass mich in den letzten Wochen sehr erfasst hat. “Wie lange geht das noch?”, “Kann Deutschland das stemmen?”, fragte ich mich immer und immer wieder. Aber da sich alle fragen, wie es weitergeht, hält dieser Gedanke für mich einen kleinen Trost bereit. Wenn mich diese Unsicherheit nur als Einzelperson betreffen und rundherum das Leben weitergehen würde, wäre es definitiv schwerer zu ertragen als wenn die ganze Gemeinschaft betroffen ist.
Zudem stelle ich mir die Frage, wie manche ihr körperliches, soziales und seelisches Wohlbefinden in Zukunft sicherstellen können. Ich denke auch hierbei sind sich einige Menschen unsicher, wie sie diese Frage für sich beantworten sollen. Existenzielle Sorgen breiten sich in unseren Köpfen aus, vorallem in den der Erwachsenen.
Der Graben zwischen Arm und Reich wird wieder größer, genauso wie das Corona-Virus insbesondere den wirtschaftlichen und Bildungsstatus der Schwächeren trifft.
Zurzeit macht sich noch ein anderes Gefühl in mir breit. Ich habe noch gar keinen richtigen Namen dafür finden können. Vielleicht handelt es sich um Angst oder Nervösität.
Damit verbunden sind die Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt, die vielerorts stattgefunden haben und weiterhin stattfinden.
Diese sind natürlich gegen die Einschränkungen und Maßnahmen der Bundesregierung. Ich finde es natürlich wichtig, dass das Thema weltweit angesprochen und gehandelt wird, keine Frage, aber andererseits frage ich mich, wofür ich denn wochenlang zu Hause geblieben bin wenn es scheinbar okay ist, dass sich so viele Menschen während der Pandemie auf einem Haufen versammeln.
Auch wenn ich, was das Thema angeht, etwas ungläubig war, kam zeitgleich ein positives Gefühl mit auf: Hoffnung. Es wird langsam wieder gelockert und geöffnet. Eine neue Normalität wird angekurbelt. Damit nimmt die Angst vor dem Corona-Virus an sich noch weiter ab. Neben den vielen schlechten Gefühlen, die leider immernoch überwiegen, schleichen sich ab und zu wieder  Gefühle wie Zuversicht, Erleichterung, Dankbarkeit und Kampfgeist dazu. Auch wenn es schwer ist, für sich selbst und andere stark zu sein, wenn unsere soziale Umgebung an Sicherheit verloren hat, wird es sich sicherlich am Ende lohnen.
Solche Zeiten wie diese helfen einem wieder den Blick auf das Wesentliche zu lenken: Auf ein freundliches, rücksichtsvolles Miteinander und allgemein mal einen Gang zurückzuschalten. Ideen, Kreativität und Herzenswärme sind weiterhin gefragt, auch nach Corona.
Letzendlich ist auch noch ein wichtiges Gefühl gefragt - Geduld. Sicher werden bald wieder (hoffentlich auf längere Sicht) positive Gefühle im Leben überwiegen. Und bis dahin - den Sommer genießen.

Glabsters na: 1,9 Milliarden verschwinden lassen?
Der Fachmann wundert sich und der Laie staunt. Eines der großen Dax-Unternehmen schafft es seine Bilanz mit 1,9 Millarden Euro zu fälschen. So als ob diese Summe Peanuts wären, gab es diese Gelder offenkundig nicht, Luftbuchungen blähten das Geschäftsergebnis auf und das Firmengeflecht war so konstruiert, daß es den größten der Wirtschaftsprüfungsfirmen nicht auffiel, daß die Gesamtsumme der Bilanz niemals stimmen kann. Und wieder war die Gier nach Gewinnen und das Nutzen aller Schlupflöcher der Grund und Wirecard steht in einer Reihe mit den CUM-EX Investoren und den anderen Leuchttürmen unserer Wirtschaft: VW, Deutsche Bank, Holzmann….  Und alle hatten einst das Prinzip des ehrbaren Kaufmannes gelernt.

Hinweis auf RKI
Haben Sie einen Moment Zeit? Dann klicken Sie einfach wieder einmal auf die Seiten des Robert Koch Institutes. Hier finden sich alle wissenschaftlich fundierten Zahlen und Daten rund um das Coronavirus - www.rki.de

Zwei Wochen Challenge: Vergesst die Kinder nicht!
Zeit für eine neue Challenge! Diesmal sollen Kinder im Mittelpunkt stehen. Nicht weil sie besonders durch Corona gefährdet sind, aber weil sie oft in den laufenden Diskussionen zu Betreuungsproblemen reduziert werden und die Frage berechtigt ist, was macht diese Zeit mit den Kindern zwischen Homeschooling, homeoffice der Eltern und digitaler Langeweile? Was brauchen Kinder in diesen Wochen? Überlegen Sie was Sie für Kinder in Ihrer Familie, in ihrer Nachbarschaft anbieten könnten. Wie wäre es mit einem Straßenkreide Mal wettbewerb in ihrer Straße, oder einem Oma vorlese nachmittag, einem Ausflug auf einen benachbarten Bauernhof ? Wie ist es einfach nur mit dem Lieblingskuchen, oder dem Schokoladenpudding, der allen einen Schnurrbart ins Gesicht zaubert…. Oder vielleicht ist in ihrem Garten ein paar Nachmittage lang die Möglichkeit für ein paar eingeladene Kinder ein Planschbecken aufzustellen? Vergeßt die Kinder nicht , heißt so die Challenge für die kommenden zwei Wochen.  Machen Sie mit.

Der Coronakommentar
Ausgerechnet rund um Johanni… ausgerechnet am heutigen Tag des Predigers von Gottes neuer Welt überschlagen sich die Ereignisse und beide Male geht es um Gier. Und beide Male will man am liebsten mit Johannes tauschen. Ein Mantel aus Kamelfell und Heuschrecken mit Honig und das Leben in der Wüste, mehr bräuchte es nicht. Ein Traum vom einfachen Leben, eine Utopie einer Welt, ohne Gier, ein Leben, das nicht getrieben ist vom Zwang immer mehr, immer schneller immer weiter. Ein Leben im Rhythmus der Natur und ohne den Druck noch mehr Leistung zu bringen, noch mehr schaffen zu müssen. Noch mehr zu tun. Eine Welt, in der Mensch und Tier gut behandelt werden  und nicht die Gier des Geldverdienens alles bestimmt. Eine Welt, in der man seinen Aktienkurs nicht mit Scheingeschäften in Asien zum Steigen bringen muss und man keine Motoreinstellungen manipuliert, um noch ein Quäntchen mehr herauszuholen. Es ist einfach bodenlos, was die Flaggschiffe der deutschen Wirtschaft, der Gier nach dem Mehr opfern. Es ist einfach bodenlos, was das für Folgen für die innere Haltung unseres Landes hat. Denn, wenn man damit schon eine Zeitlang durchkommt und 1,9 Milliarden verschwinden können, für die offenkundig auch nirgendwo Steuern verlangt wurden? Warum soll man sich dann überhaupt noch an Gesetze halten?  Warum soll man dann so etwas einfaches, wie den Mundschutz benutzen, oder warum darf man sich dann nicht einfach in Handyläden bedienen, weil die Scheibe ist eh eingeschlagen, warum soll man dann noch Steuern zahlen, warum soll man dann noch für knapp über dem Mindestlohn arbeiten gehen? Warum eigentlich noch? Und sie merken es Anarchie breitet sich aus und am Ende hängt alles mit allem zusammen. Und die Gier des Einzelnen gewinnt und der Egoismus dazu.
Darum noch einmal mit Johannes dem Täufer Lebt einfach, teilt den Besitz und übervorteilt einander nicht und mordet nicht durch euer Tun.
So der Bericht von Johannes im Lukasevangelium, denn das Gottes Reich ist nahe herbeigekommen und es gibt ein anderes, ein einfacheres und besseres Leben. Denn eines hat dort ganz gewiss nicht seinen Platz: Die Gier. Die Gier immer mehr haben zu müssen denn Gier, Neid und Eifersucht sind eben nicht umsonst Todsünden.

 

Dienstag, 23. Juni 2020

Die gute Nachricht
Auch die ungelösten Fragen und Probleme der Vor-Coronazeit sind nicht vergessen. Klimaschutz, Umweltverträglichkeit, soziale Fragen werden wieder diskutiert und bestimmen die Lösungsmöglichkeiten und damit die Lebensmöglichkeiten für die Zukunft mit. Zukunft wird neu gedacht. Das ist jetzt wichtig und es wird in die Wege geleitet, was nötig wird. Damit eröffnet Corona dann doch in einigen Bereichen den Blick in eine andere tragfähigere Zukunft. Und wir diskutieren jetzt wieder anderes, als nur Corona Einschränkungen…

Der Bibellesetipp
Ein Recht auf ein völlig sorgenfreies Leben gibt es nicht. Krankheiten gehören dazu und Leid, das Menschen zugemutet wird. Gott ist auch kein Zauberer, der alle Not auf Wunsch wegzaubert. Wer aber weiß, daß Gott auf der Seite der Mühseligen und Beladenen ist der kann Sorgen manchmal leichter ertragen und es tut gut, daß sein Joch leicht ist. Doch lesen Sie selber: Matthäus 11.25-30

Der Lobgesang - eine nicht ganz so ernst gemeinte Geschichte von Thomas Rucker
Die Vorbereitung eines Gottesdienstes und die Ausarbeitung einer ansprechenden Predigt ist oft schwer, und manchmal ergeben sich dabei ungewollt Situationen, die einer gewissen Komik nicht entbehren. Für alle, die der englischen Sprache ein wenig mächtig sind, hier eine Geschichte, die ich aus Amerika bekommen habe:
The minister was preaching on the evils of drink. Finally he brought his sermon to an emotional end, shouting loud:
„And if I had the power I would like to gather up all the wine in the world and dump it into the river.
And if I had the power I would like to gather up all the beer in the world and dump it into the river.
And if I had the power I would like to gather up all the Whiskey and other strong liquors in the world and dump them into the river."
The choir director's face began to show a worried look. After the minister had returned to his seat, the choir started to sing the next hymn. „Shall We Gather At The River?“

Neue Bilder von Günter Hochberger
Die Sonne scheint, die Tage sind lang und alles blüht. Kein Wunder, dass da auch bei den Tieren Frühlingsgefühle aufkommen. Hier geht's zur neuen Bildergalerie "Kuscheltiere" (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!).

Aus dem Gemeindeleben
Heute gibt es um 16.00 Uhr wieder einen Fensterlgottesdienst vor den Fenstern des roßtaler AWO-Heimes- Vielen Dank an alle, die an diesem Gottesdienst mitarbeiten und auch im Heim selber alles vorarbeiten, denn Plakate grüßen dort von den Balkonen und Bewohnerinnen und Bewohner haben Karten für das Gottesdienstteam geschrieben…

Heute soll mit dem Einrüsten des Ostgiebels des ersten Pfarrhauses begonnen werden. Dieser braucht neben einem neuen Schutzanstrich vermutlich das Auswechseln mancher Hölzer, sowie eine Kontrolle der Gefache. Dies soll in den kommenden Wochen unter der Kontrolle von Denkmalschutz und Kirchengemeindeamt erledigt werden.

Um mögliche Gefahren durch herabfallende Äste auf dem Martinsfriedhof auszuschließen, wurde Ende der vergangenen Woche der Baumbestand dort mit einer fahrbaren Hebebühne kontrolliert und weiteres Totholz herausgeschnitten. Ende Mai hatte ein im Frühjahr nicht erkennbar trockener  Ast, einer Friedhofsbesucherin einen gewaltigen Schrecken eingejagt, als er hinter ihr abbrach und ohne einen Schaden anzurichten, herabfiel.

Kirchen in unserer Nachbarschaft: Die Nikolauskirche in Keidenzell
Schon von Weitem kann man den schiefergedeckten Kirchturm im Farrnbachtal erkennen. Er erhebt sich über Keidenzell südlich von Langenzenn und gehört zu einer architektonischen Besonderheit: einem kombinierten Schul- und Bethaus.
Der Ortsname Keidenzell läßt vermuten, dass hier die Zelle eines Einsiedlers war oder die Außenstation eines Klosters, von wo aus die Klosterbrüder die Abgaben der hörigen Bauern eingesammelt haben. Vermutlich wurde Keidenzell im 8. Jahrhundert von den Benediktinern aus Herrieden betreut. In alten Quellen wird eine Kapelle zu Keidenzell erst 1395 erwähnt, die jedoch im 30jährigen Krieg zerstört wurde.
Mit dem beginnenden 19. Jahrhundert plante man die Erbauung eines Schul- und Bethauses, doch es fehlte am nötigen Geld. Erst als die Gemeinde 1835 einen Bittbrief an den bayerischen katholischen(!) König richtete, konnte der Bau endlich ausgeführt werden.
Die Westseite des Gebäudes besteht aus der ehemalige Schule und der dazugehörigen Lehrerwohnung. Jetzt findet sich dort der Gemeindesaal.
Die Kirche nimmt die Osthälfte ein und wurde eingeweiht 1865. 15 Jahre später wurde der Betsaal durch Kirchturm und Chorraum zur "richtigen" Kirche erweitert. Die modernen blau goldenen Fenster lassen den Chorraum in einem besonderen Licht erstrahlen, wenn einmal im Monat morgens dort Gottesdienst gefeiert wird. Außer zu Gottesdienstzeiten kann man die Kirche nur nach besonderer Anfrage besuchen. Zur Kirchengemeinde Keidenzell gehören noch weiter Dörfer und Weiler im Farnbachtal. Sie werden von der 2. Pfarrstelle in Langenzenn mit betreut.
Ein Ausflug nach Keidenzell würde sich trotzdem lohnen wegen des Naturfreibades, das Badespaß ohne chemische Zusätze bietet. Leider aufgrund der aktuellen Situation auch nicht geöffnet. (Bilder: Stefan Rosenhagen; Text: Thomas Rucker)

Der Kinder- und Familientipp
Coronazeit ist Lesezeit. Das Wetter ist super und endlich kann man sich auch wieder mit ein paar Freunden treffen. Aber was ist mit dem Buch, das man während der Ausgangsbeschränkungen zu lesen begonnen hat? Ganz einfach: im Freien weiter lesen! - Oder noch besser: sich mit Freunden treffen und sich gegenseitig vorlesen. So ist man an der frischen Luft, macht was mit den Freunden und trainiert gleichzeitig die Lesekompetenz. Und das Corona-Buch wird auch endlich zu Ende gelesen. ;-)
Viele Buchempfehlungen und Vorlesegeschichten für alle Altersgruppen hat die Stiftung Lesen auf ihrer Homepage zusammengestellt. Viel Spaß beim Schmökern!  

Der Coronakommentar
Corona heißt Krone so einfach scheint es liest man in lateinlexika nach, wird aus der Krone ein Ring, der sogar militärisch eine Einkesselung beschreiben kann.  Eine Corona war auch ein Ring, von Belagerungskastellen rund um eine Stadt und nicht nur die Krone und der Siegespreis, den ein Kaiser, oder Feldherr errungen hat. Und klar damit weicht der positive Klang, einer Krone für den König, oder die Prinzessin der militärischen Realität, denn Belagerungsringe, rund um St. Petersburg, oder um Stalingrad, Belagerungen, wie die von Wien, oder Magdeburg im 16, 17. Jahrhundert gehen einem durch den Kopf… Die Einkesselung Jerusalems durch die Kreuzfahrer…  
Und nun die Belagerung der Welt durch das Virus. Corona hat einen Belagerungsring um die ganze Welt gezogen. Die Bedrohung ist real und das verunsichert. Klar deutsche, ja europäische Zahlen minimieren die Ansteckungsgefahr. Überall, wo in Deutschland die Fallzahlen steigen, gibt es begrenzte Wohnmöglichkeiten, aber die Gefährlichkeit des Virus bleibt erhalten und in den armen Vierteln der Welt findet Corona genug Nahrung und genug Opfer und es braucht bloß eine kleine Reise und eine falsche Begegung zufällig und schon herrscht wieder Belagerungszustand. Belagerungen überlebt man mit Geduld und mit Zuversicht  und damit, daß Keiner gemeinsame Sache mit dem Feind macht. Verrat ist die große Gefahr in jeder belagerten Stadt und hatte meist fatale Konsequenzen. Darum lehrt schon der Name dieses Virus, wie er bekämpft werden muß. Mit Geduld und langfristig und wenn der virus keine neue Nahrung mehr findet, muß er sich zurückziehen  und verschwinden.  Und das ist unsere Hoffnung auch in dieser Zeit. Gewonnen hat eine Belagerung der der länger durchhält und ich bin mir sicher. Das werden wir sein.

 

 

Montag, 22. Juni 2020

Die gute Nachricht: Mit Erfindergeist durch die Krise!
Manchmal lohnt es sich die Wirtschaftsnachrichten zu lesen, denn nicht alle Berichte dort sind Bettel- oder Jammerreportagen aus den Chefetagen. Beim genaueren Lesen finden sie sich auch die Berichte über findige Ingenieure und engagierte Manager, die Produktionsketten verändern, die neue Produkte und andere Arbeitsformen einrichten, die den "new green deal" Europas mit Leben erfüllen und die dafür sorgen, dass nach Corona tatsächlich ein neues Normal entsteht, das Zukunft hat und gleichzeitig sozialer, nachhaltiger und fairer ist, als es in der Zeit davor möglich war. Achten Sie selber darauf, da gibt es vieles was Mut macht.

Der Bibellesetipp
Das braucht es Ermutigung immer und immer wieder Worte, des Trostes, Worte, die Kraft geben, Worte, die in fast aussichtslosen Situationen ermutigen aufzuschauen und dann gelingt es doch. Das biblische Israel hat das mehr als einmal erlebt und dann doch den Neuaufbruch gewagt. Nach Jahrzehnten des Exils im fernen Babylon wird die Frage der Heimkehr diskutiert. Was motiviert für solch einen Weg, der in ein Land führen soll, das immer noch zerstört und trocken da liegt. Es braucht Worte, die Mut machen. Im Buch Jesaja finden sich diese Worte, Tröstet tröstet mein Volk und sie wirken und machen Mut auch heute noch in schwierigen Situationen. Doch lesen Sie selber: Jesaja 40 1-11

Martin Luther King
Einer, der diese Botschaft aufnahm und einen schier unglaublichen Weg einschlug war der amerikanische Preediger und Pastor Martin Luther King, dessen Bewegung vieles in der amerikanischen Gesellschaft veränderte und dessen Worte angesichts der Proteste in Amerika noch heute wegweisend sind. Darum lesen Sie seine berühmteste Rede, die Rede "I have a dream".

Der vergessene Frühjahrsputz
Home-Office, Home-Schooling und die ganze Zeit selten nach draußen gehen, läßt einen die eigenen vier Wände mit einem ganz anderen Blick betrachten. Möglicherweise fällt dann auch Männer auf, dass der Teppich einmal wieder gesaugt werden sollte. Ein sanft gemurmeltes „Häufiges Staubsaugen zerstört den Teppichflor. Du willst doch sicher nicht schon wieder einen neuen Teppichboden verlegen?“ erstickt solche Bemerkungen im Keim.
Wollmäuse unter dem Sofa oder unter dem Bett entwickeln sich im Laufe der Zeit zu richtigen Staubklumpen oder Wolltigern. Am Besten erklärt man die Bereiche unter Schränken und Betten zum „New Galapagos Environmental Research Project“, in dem die Hypothese Darwins zur Entwicklung der Arten experimentell überprüft wird.
Die Staubschicht auf dem Fenster schützt gegen die schädlichen UV-Anteile und andere langwellige Strahlung des Sonnenlichts. Ungewaschene Fenster erhöhen den Lichtschutzfaktor um mindesten 30 Prozent.
Anzüglichen Bemerkungen über den Stapel ungelesener Zeitungen und Magazine neben dem Lieblingsplatz begegnet man am Besten mit dem Hinweis auf den Feng Shui Effekt. In den Stapel Druckerzeugnisse sammelt sich die Kraft des fernöstlichen Tigers, die sich auf die auf dem Sofa relaxende Person überträgt.
Sollten die Tapeten schon ziemlich ausgebleicht, aber die Lust zum Renovieren noch nicht groß genug sein, helfen einige Wachsmalkreiden. Kritzle einfach einpaar ungelenke Figuren auf die Wand. Sollte jemand darüber die Nase rümpfen, dann schief laut auf und flüstere mit Tränen erstickter Stimme: „Das hat unser Jüngster gemacht, kurz vor dem schrecklichen Unfall. Ich kann es einfach nicht übers Herz bringen das …“
Mixe einen Teil Bodenreiniger „Frühlingsduft“ mit vier Teilen Wasser und fülle das ganze in eine Sprühflasche. Versprüh diese Mischung in verschiedenen Zimmern. Laß auch Wischmop, Eimer und Wischlappen an verschiedenen Stellen in der Wohnung liegen. Dann kremple die Ärmel hoch, binde dir eine Schürze um und leg dich aufs Sofa. Sollten deine Mitbewohner nach hause kommen, dann seufze erschöpft: „Ich putze und putze den ganzen Tag und nichts geht vorwärts …“
Nicht ganz ernst gemeinte Tipps von Thomas Rucker

Aus dem Gemeindeleben

Heute probt der Posaunenchor Roßtal das erste Mal wieder miteinander. Abstandsregeln und Hygienekonzept machen es möglich, dass gemeinsam geprobt werden kann, denn Gott loben, das ist unser Amt…

Morgen kann man erneut einen Fensterlgottesdienst miterleben. Vor den Fenstern des AWO Heimes feiern wir einen Gottesdienst mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des AWO Heimes. Brigitte Stief wird dabei den Gottesdienst musikalisch ausgestalten, der inzwischen zu einer guten Coronatradition geworden ist. Zuhören kann jeder und der Gottesdienst beginnt um 16 Uhr.

Viele kleine Leute
Mir geht in diesen Tagen die Melodie eines Kinderliedes durch den Kopf, das mir noch aus meiner Zeit in der Evangelischen Jugend bekannt ist. Der Text lautet:

"Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten,
die viele kleine Schritte tun,
können das Gesicht der Welt verändern,
können nur zusammen das Leben bestehn.
Gottes Segen soll sie begleiten,
wenn sie ihre Wege gehn."

Es ist als Lied Nr. 065 im „Kommt, atmet auf. Liederheft für die Gemeinde“ zu finden.
Ich finde, durch Corona wird deutlich, dass es nicht immer die ganz großen Dinge braucht, um die Welt zu verändern, sondern dass gerade in den vermeintlichen Kleinigkeiten ein enormes Potenzial liegt. Eine*r holt die Nähmaschine hervor und näht für seine Mitmenschen Masken, ein*e andere*r organisiert online-Andachten oder virtuelle Chorproben, wieder eine*r erledigt die Einkäufe für seine Nachbarschaft oder verteilt Lebensmittel an Bedürftige. Die Summe all dieser Gesten der Hilfsbereitschaft und Solidarität haben unser Land in eine Aufbruchs- und Umbruchsstimmung geführt.
Jetzt, bei der schrittweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen, werden die Weichen gestellt. Jede*r einzelne hat die Wahl und kann entweder versuchen, so schnell wie möglich in ihr/sein gewohntes Leben zurückzukehren oder in ein „neues Normal“, wie es von Zukunftsforschern genannt wird, aufzubrechen.
Ich möchte Sie ermutigen, die positiven Erfahrungen aus der Krise, diesen „Geist von Corona“, die neu gelebte Achtsamkeit, Kreativität und Solidarität, auch in Zukunft zu bewahren. Denn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten… Sie wissen schon.
(Text: Alexandra Schicktanz)

Das schnelle Montags Rezept: Paps(t)nudeln
Schneller geht’s nimmer: Ein beliebiges Päckchen Nudeln nach Anweisung gar kochen. In eine Pfanne etwas Öl geben und je nach Geschmack halbierte Coctailtomaten, vielleicht auch gelbe und grüne Tomaten anbraten. Die heißen Nudeln darübergeben, umrühren und mit einem guten Olivenöl nach gusto übergießen. Dann je nach Geschmack mit frischem Parmesan oder Rucola oder Schnittlauch, oder frisch gezupftem Basilikum bestreuen. Guten Appetit. (Dies soll eines der Lieblingsrezepte von Papst Benedikt gewesen sein, deswegen heißen die Nudeln Papst-Nudeln….)

Der Coronakommentar
Krisen legen den Finger in Wunden. Krisen wirken oft genug, wie eine Lupe und  helfen den Blick auf Probleme zu richten, die sonst gerne übersehen werden. In Deutschland war es die Frage nach dem Stellenwert des Gesundheitssystems oder auch der Schulschließungen und jetzt geht es aktuell um die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. In Amerika ist die Trennung der Menschen nach Hautfarbe und ein grassierender Rassismus aufgebrochen. Und wie so oft geht es um haarsträubende Soziale Ungerechtigkeiten und die fehlende Chancengleichheit. Wie im Brennglas stehen diese Themen im Mittelpunkt und es bleibt nur zu hoffen, daß die Dynamik dieser Fragestellungen Amerika nicht in einem Gewaltinferno zerreißt, denn Probleme, wenn sie entdeckt sind, sollten gelöst werden, aber Martin Luther King, zu dessen Lebzeiten der Rassismus in vielen Bereichen überwunden wurde, ist inzwischen schon 52 Jahre tot und die Probleme sind immer noch da. Jetzt im neuen Normal wird es Zeit die durch Corona (wieder) entdeckten Probleme endlich anzugehen und nach Lösungen zu suchen.  Machen wir uns darum auf den Weg, aufgeschlossen und interessiert, und beginnen wir die erkannten Probleme Stück für Stück zu bearbeiten und zu lösen und essen vielleicht erst einmal Fleisch und Wurst, die nicht aus der billigen großen Fleischfabrik kommen…

 

Samstag, 20. Juni 2020

Die gute Nachricht
Auf einmal geht’s, auf einmal gibt es den Verkehrstechnischen Aufbruch: und das 365 Tage Ticket in Nürnberg wird Wirklichkeit. Klar das ist ein Signal, auch für den Großraum. Stadt und Landkreis Fürth sind gefordert hier nachzuziehen. Denn wer die Lehren aus Corona ernstnimmt, der weiß die Menschen sind vorsichtig. Die „Öffis“ müssen attraktiver werden, Desinfektionssprays und längere Züge reichen da nicht, denn sonst steigen noch mehr aus Angst aufs Auto um. Und die Hoffnung aufs Fahrrad allein wird’s nicht richten…

Der Bibellesetipp
Wieder ein Bibelwort aus aktuellem Anlass. Nein es geht nicht um Schuld bei uns, aber um die fehlende Dankbarkeit, dass wir so gut weggekommen sind in der Coronakrise und es auf dem Land doch leichter zu ertragen war  Kontaktbeschränkungen einzuhalten.  Nein wir sind wirklich dankbar, dass die Pandemie einigermaßen eingedämmt ist. Reaktionen, wie die des großen Schuldners in Jesu Gleichnis sind da nicht angebracht. Denn das worüber sich heute zumeist beschwert wird sind letztlich Luxusprobleme… doch lesen sie selber: Matthäus 18.21-35

Der Denkanstoß von Thomas Rucker
Die Geschichte vom „Propheten Jona und dem großen Fisch“ aus dem biblischen Buch Jona, kennen viele Menschen. Vielleicht weiß man auch noch, dass Jona in die Stadt Ninive geschickt wurde um Gottes Strafgericht anzukündigen wegen der Bosheit der Menschen dort. Das Buch endet mit einem Lehrgespräch zwischen Gott und dem Propheten in dem Gottes Gnade und die Reaktion des Propheten thematisiert wird.
Was leider nicht in dem biblischen Buch angesprochen wird, ist die Reaktion der Bürger Ninives auf die ausgefallenen Strafe. Sind sie glücklich, sagen sie: „Unser König hat verantwortungsvoll, weise und klug gehandelt als er das Fasten und die Buße für alle angeordnet hat. Dadurch wurde die Strafe abgewendet.“
Oder sagen sie „Fake News. Es hat nie ein Anzeichen für eine Strafe Gottes gegeben und sie ist auch nie eingetroffen. Unser König hat uns ein Fasten verordnet, Kneipen, Discos und anderer Vergnügungseinrichtungen geschlossen, um uns unserer Freiheitsrechte zu berauben.“

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienste
St.-Laurentius-Kirche Roßtal am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr. Maria-Magdalena-Kirche in Buchschwabach wird um 9 Uhr gemeinsam gefeiert.

Der Gottesdienst @ home von Vikarin Natascha Kreß aus Veitsbronn für alle, die gerne daheim feiern wollen.

Außerdem wird am Dienstag vor den Fenstern des AWO Heimes wieder ein öffentlicher Fensterlgottesdienst stattfinden. Diesen begleitet Brigitte Stief erneut mit Ihrem Akkordeon.

Die Gottesdienstregeln gelten weiter wir wiederholen Sie hier:

1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine - 2 Meter Abstand sind Pflicht.
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.


Die Änderungen und die Lockerungen...
...Greifen in der kommenden Woche und erhöhen die Zahl derer, die unter den Hygieneregeln (Abstand/Gesund sein/empfohlener Mundschutz/getrennte Wege gehen) an einer Beerdigung teilnehmen dürfen von 50 Personen insgesamt auf 100 Personen, von denen maximal 70 In der Laurentiuskirche, oder 27 in der Martinskapelle Platz finden.
Außerdem ist es erlaubt, dass Chormitglieder gemeinsam singen, allerdings nur mit einem festgelegten Mindestabstand von 2 Metern… Von daher wird mit den Chorleitern ein neues Proben und Auftrittskonzept erarbeitet.
Und Gottesdienste mit 100 Menschen können im Freien stattfinden, die dann auch vom Posaunenchor begleitet werden können.

Malerarbeiten in Buchschwabach abgeschlossen
Die Fensterläden strahlen wieder in Grünblau, die Gartenfassade ist renoviert und gestrichen und die Wetterschenkel können den nächsten Wintern mit viel Regen trotzen. Innerhalb nur einer guten Woche sind so die Malerarbeiten rund um das Gemeindehaus in Buchschwabach erledigt und die Fassade leuchtet über den kleinen Kirschgarten, wie neu.

Operation am offenen Herzen - Die Orgelrenovierung schreitet voran
Jetzt sind auch die letzten Aufträge erteilt und die Orgel in Buchschwabach erhält auch für die einzelnen Tasten neue Ledertaschen, die die alten inzwischen Pergamentartigen , Lufttaschen ersetzen. Dank der Spenden aus der Bevölkerung von Buchschwabach und dem finanziellen Geschick der Kirchenpflegerin war es möglich auch den letzten Auftrag vom empfohlenen Renovierungspaket zu beauftragen.
Leider abgesagt- Die Kirchweih in Buchschwabach findet nicht statt. Wie es nicht anders zu erwarten gewesen ist, mußte auch die Kärwa in Buchschwabach, deren rechtliche Trägerin die Kirchengemeinde Buchschwabach ist abgesagt werden, denn wenn rund herum die Kirchweihen abgesagt werden, kann die Buchschwabacher Kirchweih natürlich auch nicht stattfinden, auch wenn es jammerschade ist, daß dieses Jahr im wunderschönen Sommerschuh Hof nicht gefeiert werden kann.

Gesucht: Kirchlich interessierter Rentner /Rentnerin, Die Kirchengemeinde sucht für die Beerdigungen und Trauerfeiern auf dem Martinsfriedhof einen Mesner, eine Mesnerin, die während der Gottesdienste nach dem rechten sieht. Bewerber, Bewerberinnen melden sich bitte im Kirchenbüro.

Gesucht: Biergartenklappstühle für die mobile Kirche werden weiterhin gesucht. Wer kann uns seine Gartenklappstühle zur Verfügung stellen?

Ein letztes Mal: Die zwei-Wochen-Challenge: Hast Du deine Supermarktverkäuferin heute, oder diese Woche, schon gelobt?


Die Windlichter stellen sich vor
Musik ist ein Weg, der auf vielfältige Weise Menschen in ihrem Innersten berührt. Chorsingen fördert das Wohlbefinden, belegen verschiedenen Untersuchungen. Eine schwedische Studie an der Universität Göteborg zeigt, dass sich beim Chorsingen der Herzschlag der Sänger angleicht. Weil sich beim tiefen Einatmen der Herzschlag leicht beschleunigt und beim Ausatmen etwas verlangsamt, schwankt auch der Herzrhythmus der Sänger im Gleichtakt.
Vor genau 23 Jahren fragte ein Buchschwabacher, ob wir für unser erstes „Kultur unter´m Kirchendach-Konzert“ in unserer schönen Maria-Magdalena-Kirche
einen kleinen Chor gründen könnten.
Dieses Konzert fand damals zugunsten der Kirchendachrenovierung unserer Buchschwabacher Kirche statt.
Bald schon gab es eine kleine Gruppe von ca. 6 Personen, die sich begeistert für dieses Konzert vorbereitete. Nicht nur gesanglich sondern auch instrumental begeisterten die Musiker. Nach kurzer Zeit entschieden wir uns „Windlichter“ zu nennen.
In diesem Rahmen fand dann unser erster Chorauftritt am 18.10.1997 statt.
Nach und nach wurden wir neben den Gottesdiensten auch immer wieder für Taufen, Hochzeiten und Konzerte angefragt. Sogar in Baden-Württemberg durften wir musikalisch bei einer Evangelisation mitwirken.
Der Chor erweiterte sich die Jahre hindurch. So sind wir momentan ca. 18 Personen. Das Alter ist sehr gemischt… unser „Küken“ ist 23 Jahre… unser Ältester bereits im Ruhestand.
Es macht uns sehr viel Spaß gemeinsam zu singen und zu musizieren. Natürlich kommt auch die Fröhlichkeit und Geselligkeit nicht zu kurz.
Unser Repertoire reicht von Gospel über geistliche deutsche, englische, afrikanische und lateinamerikanischen Liedern
bis hin zu Pop z.B. Mamma Mia oder Sister Act.  Ab und zu gibt es auch reine Instrumentalstücke mit Cjemben und Percussion.

Unser Motto die Jahre hindurch:  Alle Länder der Erde, singt zur Ehre des Herrn!
Singt für den Herrn und preist seinen Namen.     Psalm 96, Vers 1u.2


Gudrun und Werner Brand auf dem Jakobsweg
Jakobsweg – Pilgerweg    -   hat er Auswirkungen?
Vor jeder Etappe des Jakobweges haben wir uns in einem Pilgergottesdienst den Pilgersegen geben lassen
und am Ende des Gottesdienstes aus der ‚Pilgerapotheke‘ ein Spruchkärtchen gezogen. Der Pfarrer
bemerkte dazu: „Steckt die Karte ein und denkt auf dem Weg über den Text auch mal nach und vergeßt
nicht, Jakobus wirkt langsam.“

Hier nur eine kleine Auswahl:
"Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt."
"Ich bin nicht alleine auf dem Weg."
"Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis uns unsere Seelen wieder eingeholt haben"  
"Miß nie des Berges Höhe, ehe du den Gipfel erreicht hast. Dort wirst du sehen, wie niedrig er ist."   
"Wunderbar ist die Belohnung für Achtsamkeit."

Für diesen Beitrag im Coronatagebuch überlegen wir, ob der Pilgerweg Spuren hinterlassen hat, auf die wir, zumindest hin und wieder, auch jetzt noch in unserem Alltag stoßen.
Zunächst fällt uns eine ganz banale Sache ein. Es gibt doch diese unfreundlichen Tage, an denen man nicht so recht weiß, soll man sich zu einer Unternehmung aufraffen oder nicht. Und bei uns fällt dann sehr häufig der Satz: Auf dem Jakobsweg müßten wir jetzt gehen (man darf in einem Quartier nur einmal übernachten). Und dieser Satz bringt uns dann in Bewegung.
Auf dem Pilgerweg hatten wir uns für die schwersten Wegstrecken innerlich so vorbereitet, dass wir gerade diese Teilstücke am besten gemeistert haben. An diese erforderliche Einstellung erinnern wir uns, wenn wir seitdem eine Aufgabe oder Schwierigkeit zu packen haben.
Der Weg hat uns auch Vertrauen in uns selbst gegeben. Weil wir den geschafft und durchgehalten haben, sind wir auf die dann folgenden Langstrecken-Unternehmungen gekommen. Und auch das ist eine Erfahrung vom Jakobsweg, man muß gar keine Angst haben, auf Leute zuzugehen und auch mal um Hilfe zu fragen.
Am tiefsten im Gedächtnis ist dieser Satz verankert:
‚Man wandert nicht allein, aber kann auch nicht die ganze Zeit mit seinen Begleitern reden. Und dann spricht man mit sich selbst und nicht alles was man da hört, gefällt einem.‘
(Foto und Text: Gudrun und Werner Brand)

Sie wollen selbst einmal eine Jakobsweg-Erfahrung machen? Schauen Sie doch einmal auf der Seite des Mittelfränkischen Jakobswegs vorbei: https://www.pilgern-bayern.de/node/19

Der Coronakommentar: Wie du mir, so ich dir - Von der Rache als Lebens- Todes- Prinzip
Kain und Abel und gleich in den ersten Kapiteln wird die Rache abgeschafft und Kain der Mörder bekommt ein Schutzzeichen gegen die Rache von Gott aufgedrückt, Nicht Rache, sondern Strafe und heute der Versuch der Resozialisierung  stehen deshalb als Prinzipien hinter allem Strafvollzug. Und dennoch auch 2000 Jahre christlicher Glaube haben den niederen Instinkt der Rache nicht bändigen können. Im Gegenteil die Gerichte sind voll von rachsüchtigen Nachbarschaftskonflikten, von verkorksten Erbstreitigkeiten und verfeindeten Familien. Romeo und Julia mit ihren verfeindeten Familien sind nichts gegenüber dem, was unter deutschen Dächern so alles möglich ist.
Rache als Lebensprinzip macht Menschen kaputt, befriedigt nie und schafft keinen Ausgleich, wohl aber neue Opfer und neue Rachegelüste und neues Leid. Dabei ist es eine der größten Errungenschaften der Menschheit auf Rache zu verzichten und das Spiel wie du mir, so ich dir nicht weiter fortzusetzen. Das galt nach dem Krieg lange als Errungenschaft und common sense:   Bis es jetzt wieder von Staatenlenkern an die Stelle kühler Diplomatie gesetzt wurde. Und es wirkt so aufputschend, so emotional, so tierisch gut ---- im ersten Moment----- und dann. Rache und Gegenrache als Prinzip? Geht’s noch ,das funktioniert in Familien nicht, das klappt im Dorf nicht und das geht zwischen Staaten schon gar nicht. Kein Wunder, also, daß Kain ein Schutzzeichen bekommt und Diplomatie an die Stelle von Rache und Gewalt getreten sind und angesichts einer Naturkatastrophe  wie der Pandemie funktioniert das mit der Rache überhaupt nicht. Darum Rache ist Blutwurst und damit  genauso nicht mehr ganz ernst zu nehmen im erwachsenen Leben, wie der, der aus dem Bauch heraus auf Rache sinnt und  sein Handeln, ja sein Leben darauf aufbaut. Meint Ihr Jörn Künne

 

Freitag, 19. Juni 2020


Die gute Nachricht
Und noch ein Jubiläum rund ums Coronatagebuch! Heute erscheint die Druckvariante des Coronatagebuches zum 10. Mal. In einer Auflage von rund 270 Stück bringen Freiwillige das gedruckte Coronatagebuch zu Gemeindegliedern in vielen Ortsteilen. Rund 2.700 Exemplare fanden den Weg zu den Menschen im Ort und wurden zu treuen Begleitern in der nicht ganz einfachen Coronazeit. Insbesondere in den ganz einsamen Zeiten konnten Leserinnen und Leser so auch Aktuelles aus der Gemeinde erfahren. Miterleben, was anderen in dieser Zeit passiert ist und natürlich die leckeren Gerichte, die es bei unseren ausgefallenen Festen sonst gegeben hätte, nachgebacken und nachkochen. Vielen Dank an alle, die die Herstellung und den Vertrieb der Druckvariante unseres Coronatagebuches organisiert haben. Es ist ein Sprachrohr in die Gemeinde hinein. Der Dank geht auch an das Geschäft Blumen Fröschel, wo die Printversion freundlich ausgestellt und angepriesen wird.

Der Bibellesetipp
Das letzte Buch der Bibel ist das Buch mit den sieben Siegeln. In der Tat ist vieles verschlüsselt und in uralter Bildersprache erzählt. Entstanden in einer Bedrängniszeit mit vielen Sorgen und in einem Land, in dem Christen von der Geheimpolizei verfolgt wurden. Johannes der Seher schrieb ein Trostbuch, an dessen Ende klar ist, wer im Glauben und in der Hoffnung beharrt, der erlebt das himmlische Jerusalem mit. Am Ende gewinnt Gott und sein Reich kennt dann keine Tränen mehr…
Doch lesen Sie selbst, das ist die Verheißung für alle die vor Sorgen und Angst nicht mehr schlafen können. Offenbarung 21, 1-7

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Vor vierzig Jahren machte ein anderer Virus von sich reden, Human Immunodeficiency Virus oder kurz HIV. Es war eine Pandemie, aber es hat Anfangs die normale Gesellschaft kaum interessiert, es war eine Krankheit bei den Homosexuellen, bei den Drogenabhängigen, bei denen die viele Sexualkontakte hatten. Trotzdem kam es langsam in der Mitte der Gesellschaft an. Und es gab lange Zeit keine Medikamente, die die Infektion lindern oder beenden konnte. Auch war nicht klar, wie der Virus übertragen werden konnte, vom Austausch von Körperflüssigkeiten bis hin zum einfachen Körperkontakt, jede mögliche Hypothese wurde in die Welt gesetzt und geglaubt.
Einzige Schutzmöglichkeit war möglichst den sexuellen Kontakt bei Risikogruppen zu vermeiden oder wenigstens das Äquivalent einer Mund-Nase-Bedeckung zu verwenden, ein Kondom.
Damals als junger Vikar habe ich bei der Kinderbibelwoche mit den Kindern eine Theaterstück zu „Jesus und der Aussätzige“ gespielt. Kaum war der Aussätzige aufgetaucht, schrie schon einer „Iiihh, der hat AIDS.“
Ungewollte Konkretisierung einer biblischen Geschichte. Damals bei Jesus hat man die Aussätzigen isoliert und vor dem Dorf verrotten lassen, wir haben die HIV Infizierten in den Isolierstationen gut betreut sterben lassen oder im fernen Afrika vergessen.
Wie lange wird es dauern, bis auch wir die Covid-19 Patienten isolieren und wegsperren, damit wir wieder in Mallorca am Strand liegen können, Diskotheken besuchen und zum Après-Ski nach Ischgl fahren. „Was früher geschehen ist, wird wieder geschehen; was man früher getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne!“ (Buch des Predigers 1,9)

Aus dem Gemeindeleben  
Die am Mittwoch und am Donnerstag verkündeten Lockerungen werden wir in Roßtal gemäß der Anordnungen unserer Landeskirche erst in der kommenden Woche umsetzen, denn sie bedürfen alle einer genauen und klugen Vorbereitung. Was alles gelockert und verändert wird, wird erst in der Samstagsausgabe des Coronatagebuches beschrieben.

Die 10. Printausgabe ist heute ab ca. 16 Uhr in der Kirche und bei Blumen Fröschel abzuholen

Heute feiert der ökumenische Gospelchor United Voices um 18 Uhr im Pfarrgarten einen Gottesdienst.

Am Sonntag feiern wir in Roßtal um 9 Uhr und um 10 Uhr Gottesdienst. An diesem Sonntag ist außerdem Gottesdienst in Buchschwabach, der um 9 Uhr gefeiert wird.

Der Lesetipp von Frank Jungnickel
Zugegeben, wenn ich einen Literaturtipp geben soll, habe ich immer zwiespältige Gefühle.
Ich möchte natürlich nur das empfehlen, was mir gefallen hat. Mein Geschmack aber wird nicht von jedem geteilt werden.
Bestsellerlisten sind jedem zugänglich, haben aber einen ähnlichen Nachteil. Außerdem hege ich den Verdacht, dass hier auch Werbung im Spiel ist und wir am Ende eine Art Autokatalyse erleben, wie auch auf dem übrigen Kunstmarkt. Hier muss und will ich mich deshalb gar nicht einmischen.
Meine Tipps sind dann vielleicht für den einen oder anderen alte Hüte. Trotzdem hoffe ich, ein bisschen von meiner Begeisterung für die von mir angesprochenen Autoren zu übermitteln.
Zuletzt habe ich über Albert Camus geschrieben, der ja mehr Philosoph als Schriftsteller war. Er verstarb leider viel zu früh durch einen Unfall.
Heute möchte ich einen Philosophen besprechen, der zum Glück noch quicklebendig und aktiv ist. Auch er ist „nebenbei“ Schriftsteller. Es handelt sich um den Schweizer Peter Bieri. Als Schriftsteller publiziert er unter dem Pseudonym „Pascal Mercier“.
Viele werden seinen großartigen Roman „Nachtzug nach Lissabon“ gelesen haben. Er hat mich tief bewegt, regelrecht durchgeschüttelt. Der Roman wurde auch verfilmt, was ein schwieriges Unterfangen war. Ich finde, es ist gelungen.
Sein zweiter Roman „Perlmanns Schweigen“ hat mich enttäuscht, nicht weil er schlecht geschrieben ist, sondern weil mir dieser Philipp Perlmann zutiefst unsympathisch ist.
Nun ist Merciers Roman „Das Gewicht der Worte“ erschienen, den ich in den nächsten Tagen lesen möchte.
Wer sich für die philosophischen Arbeiten Bieris interessiert, wird feststellen, dass sie sehr stark ins Gebiet der Psychologie reichen, was sie mir besonders interessant macht.
Als Einstieg empfehle ich das kleine Heftchen „Wie wollen wir leben?“. Ich bin davon so begeistert, dass ich es meinen Enkeln geschenkt habe.
In der Präambel steht „Ich möchte in einer Kultur der Stille leben, in der es vor allem darum ginge, die eigene Stimme zu finden.“ Es geht u.a. um Selbstbetrachtungen und Selbsttäuschungen.
Wer wird da nicht neugierig?

Ein Wandertipp rund um Roßtal
Das Mohnfeld von Großweismannsdorf und die Blühwiese vor der Kernmühle beide Bienenparadiese lohnen auch den Besuch von Menschen und Neugierigen, Sie finden das Mohnfeld an der Verbindungsstraße nach Regelsbach und  die Blühwiese entlang der Straße Weinzierlein-Kernmühle.

Das Kuchenrezept von Christiane Schuster
Ein leckeres und schnelles Rezept für Cremeschnitten aus Siebenbürgen hat uns Frau Schuster zur Verfügung gestellt. Sie benötigen Blätterteig und ein paar wenige Zutaten, die Sie bestimmt Zuhause haben. Wir wünschen Ihnen, bei einer Tasse Kaffee oder Tee, guten Appetit!

Der Coronakommentar
Und es sind wieder die Armen, die zuerst sterben.
Bald eine halbe Million Menschen sind jetzt schon an Covid-19 gestorben. Allen voran rund 120.000 US Amerikaner und hier viele in den ärmeren Vierteln und Staaten. Zum Vergleich die Stadt Fürth hat ungefähr so viele Einwohner. 120.000 Menschen starben bisher und es war für viele sicher ein einsames und unbegleitetes Sterben, denn Ärzte und Krankenhäuser kosten Geld. Und die Dunkelziffern in Amerika, aber auch in vielen anderen, gerade ärmeren Ländern sind hoch. Unvorstellbar dass der Tod so vieler Menschen manchen Staatenlenkern gleichgültig ist, auch weil dadurch eigene (Wiederwahl)Pläne durchkreuzt werden könnten. Über das Elend vieler Menschen hinwegzugehen, ja selbst den eigenen Seuchenexperten nicht mehr anzuhören, das kann nur eine zutiefst narzisstische Persönlichkeit. Also ein Mensch, der nur sich selber sieht, der auf sein Spiegelbild, das er im ruhigen Wasser sieht, fixiert ist und der stirbt, als das Spiegelbild  durch einen Windhauch, zerstört wird. Lebensunfähig, mitleidlos, letztlich einsam und albern, wenn nicht gerade solche Persönlichkeiten hohe Ämter erreichen würden und viel Macht gewinnen. Und trotzdem: letztlich ist der antike Narziss eine arme Persönlichkeit und nicht lebensfähig. Warum gerade solche Persönlichkeiten Staaten lenken ist oft nicht zu verhindern. Wohl aber, dass wir abstumpfen, angesichts der Pandemie und dem massenhaften Sterben. Wieviel Mitleidslosigkeit in jedem steckt. Das hat jeder selber in der Hand und jeder dieser Verstorbenen bei uns, in Schweden, in Amerika oder auf der ganzen Welt verdient Mitleid und jeder hätte gerne noch länger gelebt. Das vor Augen erschreckt. Denn Covid ist eben nicht nur eine Erkältung, sondern leider immer noch eine Bedrohung der ganzen Menschheit und Mitleid ist eine wichtige Motivation sich für die Kranken in den Armutsecken der ganzen Welt einzusetzen. Und ganz konkret auch hier Abstand zu halten und Maske zu tragen. Meint Ihr Jörn Künne

Donnerstag, 18. Juni 2020

Die gute Nachricht
Gott loben mit Posaunen und Trompeten, das ist seit dieser Woche wieder möglich und der Roßtaler Posaunenchor erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Wachgeküsst von den politischen Möglichkeiten und zusammengerufen von Obmann und Chorleiter. Das Proben beginnt am nächsten Montag. Und auch für Young Brass, das junge Bläserensemble aus Buchschwabach öffnet sich der Vorhang wieder und gemeinsame Proben sind wieder möglich. Hörbeispiele für die Qualität unserer Ensembles finden Sie auf der Homepage für Kirchenmusik - www.quempas.jimdosite.com

Der Bibellesetipp:
Ja, es waren Posaunenklänge, die Jerichos Mauern zum Einsturz brachten. Sie stehen für das Handeln Gottes und zeigen, auch in diesem Krieg gilt es mehr auf Gott zu vertrauen als auf Soldaten, Macht und Belagerungsgerät. Aber lesen Sie selbst in Josua 6. 1-20.

Aus dem Gemeindeleben
Trompeten und Posaunen sind laut und auch wenn die einstürzenden Mauern Jerichos eine Symbolgeschichte von Gottes Macht erzählen, bewirken Posaunen und Trompeten auch in Roßtal vieles. Gerade die letzten Monate zeigen, wie gut es tut, dass es Bläser gibt, im Musikzug und in unserem Posaunenchor. Denn Sonntag morgens, in einer Zeit ohne Gottesdienste trugen die Bläserinnen und Bläser ein Zeichen der Hoffnung durch unseren Ort und wenn der Posaunenchorleiter „Die Gedanken sind frei“ vom Kirchturm spielte, dann bekamen die Zuhörer eine Gänsehaut. Posaunenklänge wirken weiter und im Chor blasen macht viel Freude. Jetzt ist das wieder möglich und alle Bläserinnen und Bläser sind zur Probe am Montag um 20 Uhr ins Gemeindehaus eingeladen. Natürlich sind auch Wiedereinsteiger oder auch Anfänger eingeladen im Posaunenchor mitzuspielen. Knapp 20 aktive und engagierte Männer und Frauen spielen im Posaunenchor mit und sie freuen sich über jeden, der kommt. Darum, wer musikalisch etwas bewegen will, der ist im Roßtaler Posaunenchor gut aufgehoben. Interessierte können sich gerne beim Obmann des Posaunenchores Roßtal melden. (Tel.954944)

Der Denkanstoß von Thomas Rucker: Bob ist tot
Claude, unser oranger Kater, lag auf meinem Arm, als ich in Internet die Schlagzeile las, dass Bob, der Londoner Straßenkater im Alter von über 14 Jahren gestorben ist. Er war nur eine Katze oder besser, er war eine Katze. Vor Jahren habe ich in der Presse die Geschichten gelesen, von dem Drogenjunkie, der einen verletzten  Kater aufgelesen hat und mit seinen wenigen Pennies die Tierarztrechnung für den Kater bezahlt hat.
Der orange Kater gehörte niemanden und er wollte auch nicht mehr von James Bowen, seinen neugewonnen Dosenöffner fortgehen. Er saß auf seiner Schulter, wenn er in den Straßen Londons Musik machte oder die Obdachlosenzeitung verkauft hat. Dieser anhängliche Kater mit dem roten Schal hat den obdachlosen Junkie berühmt gemacht und die Verantwortung für dieses Tier hat ihm geholfen, von seiner Drogensucht loszukommen.
Die Treue und Anhänglichkeit mancher Tiere erstaunt oft. Die Bibel kennt keine Katzen, aber sie weiß auch um die Treue mancher Tiere und nimmt sie als Beispiel für die Treue zu Gott: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn.“ sagt der Prophet Jesaja einmal (Jesaja 1,3). Deshalb steht auch in unseren Weihnachtskrippen Ochse und Esel im Stall. Weil der dumme Ochse und der starrsinnige Esel oft klüger sind als wir, die sogenannten Homo sapiens.
Und eine Katze weiß genau, wer ihr die Dosen öffnet. Wenn sie also nächstes Weihnachten eine orange Katze an der Krippe sehen, wissen sie warum.

Diakon Alexander Schneider führt Sie auf den Dachboden unserer St. Laurentius-Kirche
Während die Gottesdienste in unseren Kirchen in der Coronazeit nur eingeschränkt möglich sind, stellen wir Ihnen in unserer Reihe "Schätze St. Laurentius Kirche" über unseren you-tube-Kanal kurze Andachten mit interessanten Aspekten zu unserer Kirche zur Verfügung.
Du weißt den Weg für mich (Dietrich Bonhoeffer)
Welche Schätze gibt es auf einem Dachboden zu entdecken? Ist Neugier oder vielleicht auch Angst der Begleiter auf dem Weg durch einen dunklen Dachboden? Wer ist der Wegbegleiter in meinem Leben?
Jugendliche unserer Kirchengemeinde dürfen während ihrer Präperandenzeit einmal in der Kirche übernachten und dabei auch den Dachboden der Kirche besuchen. Ca. 500 Knicklichter leuchten den Jugendlichen den Weg über den dunklen Dachboden. Im Anschluss beschäftigen sie sich mit der Frage, wer ihr Wegbegleiter in ihrem Leben ist.


Glabsters Na: Der Wegebau durch den Buttendorfer Wald
Zu den Baumaßnahmen, die ich rund um Roßtal nicht verstehe, gehören die neuen Straßentrassen rund um Roßtal. Nein, es sind keine echten Straßen, sondern Trassen für die Landwirtschaft. Natürlich sollen sie zukunftsfähig sein, aber die Zugmaschinen und ihre Anhänger machen auf Grund ihrer schieren Größe Angst und sie fordern Fundamentierungsarbeiten, fast wie bei Autobahnen. Jedenfalls erschrecken diese Kernwege in ihrer Dimension und in ihrem Flächenverbrauch. Weil es aber in Roßtal immer weniger Landwirte gibt, werden diese Wege für die Pächter vom Kanal oder vom Oberland benötigt, und dafür gibt es solch einen Flächenfraß? Besonders deutlich sind die Spuren dieser Arbeiten rund um Stöckach zu sehen und im Buttendorfer Wald, wobei hier verschärfend dazu kommt, dass Buttendorfer diesen Straßenbauten sehr kritisch gegenüber stehen. Und es bleibt die Frage, sind solche Bauten heute noch sinnvoll und gehört nicht das ganze Thema, wie geht es mit der Landwirtschaft weiter öffentlich diskutiert? Mein Ihr Jörn Künne

Wir müssen übers Geld reden
Corona geht auch an der Roßtaler Kirchengemeinde nicht spurlos vorbei. Auch der Kirchengemeinde fehlen Spenden und Kollekteneinnahmen. Es bleiben große Löcher im Finanzhaushalt. Und die Gegenfinanzierung von Coronamaßnahmen, wie zum Beispiel dieses Coronatagebuch, ist aus Spendenmitteln nur schwer zu stemmen. Darum müssen wir über Geld reden und erlauben uns, in der kommenden Woche um eine Überweisung zugunsten der Gemeindearbeit und der neuen Medien zu bitten. Damit wir auch in der Coronazeit an ihrer Seite bleiben können. (DE18 7625 0000 0009 6528 68 )

Coronakommentar
Systemrelevant- vor gut zwei Monaten sah es so aus, das das Wort des Jahres werden würde. Systemrelevant, inzwischen muss man erklären, dass das die Menschen waren, die Deutschland auch im festesten Lockdown am Laufen hielten. Klinikpersonal, Fernfahrer und Verkäuferinnen. Ihre Leistungen waren sagenhaft und sie wurden dafür bewundert und gelobt. Ja, es wurden Einmalzahlungen angekündigt und Verbesserungen ihrer Situation angemahnt. Sie waren ja so wichtig, bis jetzt die Urlaubsplanungen wichtiger wurden und die Planungen für neue Events und Essengehen und Bodybuilding und die Rettung von Lufthansa und Adidas.
Wo sind die Systemrelevanten heute? Und sie sitzen wieder an den Kassen, in den Operationssälen oder am Steuer ihres LKWs… und was hat sich geändert? Klatschen und Beifall verändern nichts und keiner diskutiert, was weiter geschehen soll zur Verbesserung der Lage unserer Systemrelevanten, dafür geht es stets um Milliarden für die Großen, dabei arbeiten in den systemrelevanten Bereichen weit mehr Menschen als in der Automobilindustrie, um nur ein Beispiel zu nennen… Aber sie sind nicht so laut und sie haben keine Zeit zu schreien, denn sie tun das, was sie immer taten, sie arbeiten, damit das System am Laufen bleibt. Gerecht ist das nicht.
Findet Ihr Jörn Künne

 

Mittwoch, 17. Juni 2020

Die gute Nachricht: 75. Ausgabe des Coronatagebuches
Seit dem Ausbruch der Coronapandemie ist dieses Tagebuch ein treuer Begleiter der Gemeinde. 75 Ausgaben gibt es bereits digital und ab Freitag sind es auch 10 Printausgaben, mit rund 2700 Einzelexemplaren. Damit ist unsere Kirchengemeinde präsent und zeigt, wir haben ein großes Interesse an unserer Gemeinde und wir haben etwas zu sagen. Autoren wie Anselm Grün oder unsere Regionalbischöfe haben bereits für das Coronatagebuch geschrieben. Fast alle legendären Gemeinderezepte von den Feuerspatzen bis zu den Butterklößchen beim Fastenessen waren hier zu lesen und die Bildergalerien von Herrn Hochberger und die Audiodateien von und mit Herrn Westphal sind gigantisch. Die Arbeitsstunden von Jutta Hermann natürlich auch und digital, wie analog gibt es eine treue Leserschaft, vielleicht 500 Menschen, vielleicht auch mehr lesen in der Woche das Coronatagebuch. Kirche ist an ihrer Seite, das vermitteln „Die gute Nachricht“, „Der Bibellesetipp“, die Gottesdienstseiten, der Bericht aus dem Gemeindeleben oder auch die Kommentare. Grund genug uns selber zu feiern und Danke zu sagen bei all denen die das Coronatagebuch bisher begleitet haben.  Herzlichen Glückwunsch zur 75. Ausgabe. Und vielen Dank allen, die diese Zeilen ermöglicht haben und weiter ermöglichen.

Der Bibellesetipp
Warum gibt es das Coronatagebuch? Nicht nur zur Unterhaltung, sondern eben um wichtige biblische, theologische und ethische Aussagen zu machen und auch Erzählungen für die Nachwelt zu gestalten, schreibt die Kirchengemeinde das Coronatagebuch und erzählt so einen Teil der Geschichte dieser ersten großen Pandemie nach der Spanischen Grippe 1918/19 . Den Schwerpunkt legt das Coronatagebuch auf die gute Nachricht und das weitertragen der guten Nachricht von der Liebe Gottes zu den Menschen, gemäß dem sogenannten Missionsbefehl Jesu. Doch lesen Sie selbst in Matthäus 28, 18.

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker  
Kirche, das ist mein Arbeitsplatz. Die Kirche als Gebäude ist mir so vertraut wie der Arbeiterin ihre Maschine, dem Verkäufer seine Kasse, der Landwirtin ihr Traktor. Die Kirche ist das Werkzeug mit dem ich arbeite.
In den letzten Wochen ist das oft anders wenn ich in eine Kirche gehe. Lange Zeit gab es keine Gottesdienste, dieser Teil meiner Arbeit ist flach gefallen. Ich bin in die Kirche gegangen wie andere Christen auch, um zu beten, um Ruhe zu finden, um mir und Gott nahe zu sein. Ich kam mir vor wie der Busfahrer der einen Bus betritt und dem ersten Impuls wieder steht sich auf den Fahrersitz zu setzen. Und dann sucht er sich einen Fensterplatz und genießt die Fahrt. „Des ist fei auch schön, einmal einfach so in die Kirche zu gehen!“
Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!
Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN;
mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen
– deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.
Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. (Psalm 84,1-5)

Klappstühle für eine mobile Kirche gesucht!
Als Kirchengemeinde suchen wir für unsere Gottesdienste und Konzerte im Freien gebrauchte Biergartenklappstühle. Bitte schicken Sie uns ein Bild von den Stühlen, wenn Sie uns damit unterstützen können. Wir wollen mit den Stühlen eine mobile Kirche ausstatten und sie im ganzen Gemeindegebiet einsetzen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.  


Aus dem Gemeindeleben
- Gestern tagte der Kirchenvorstand und natürlich war das Gemeindeleben in der Übergangszeit zur sogenannten Normalität Thema. Nach dem die Besucherzahlen in den Gotteshäusern nach wie vor beschränkt sind, wird sich die Kirchengemeinde das Material für eine mobile Kirche beschaffen und diese entsprechend ausstatten.
- Heute um 10 Uhr spielt Michael Bauer an der Orgel der Laurentiuskirche und Zuhörer sind auf den markierten Plätzen mit Mundschutz jederzeit willkommen.
- Toni unser Falkenjunges lernt zurzeit das Jagen und fliegt mit seinen Eltern um die Wette. Der Luftraum über dem oberen Markt ist dabei sein Revier und manch lautstarkes Schreien begleitet sein Fliegenlernen.

Bildergalerie Libellen
Die aktuelle Bildergalerie von Günter Hochberger, zum Entdecken der kleinen Himmelsjäger, finden Sie hier: Bildergalerie Libellen (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Lektor*innen und Prädikant*innenausbildung mit Hindernissen: Alexandra Schicktanz
Nicht nur Gemeindeleben und Veranstaltungen sind durch Corona zum Erliegen gekommen – auch die Ausbildung ehrenamtlicher Lektor*innen und Prädikant*innen musste unterbrochen werden.
Üblicherweise werden dazu mehrtägige Kurse in evangelischen Tagungshäusern abgehalten, die in einen Theorie- und einen Praxisteil untergliedert sind. Die Theorie könnten sich die Ausbildungsteilnehmer*innen zur Not noch selbst aneignen; mit der Praxis wird es allerdings schon schwieriger, da viel in Kleingruppen gearbeitet wird, in denen unter anderem Predigten gehalten und besprochen werden. Dies ist derzeit nicht durchführbar.
Hinzu kommt der praktische Teil der Ausbildung in der Gemeinde. Es ist schwierig ist, angehende Lektor*innen erste praktische Gottesdiensterfahrungen mit einer verkürzten Liturgie vor einer maskierten Gemeinde sammeln zu lassen.
Letztes Jahr wurde ich an Himmelfahrt in meinen Dienst als Lektorin eingeführt und habe im Oktober mit der Ausbildung zur Prädikantin begonnen. Mein Prüfungsgottesdienst hätte eigentlich am 1. Juni in Weiherhof stattfinden sollen. Wann ich diesen halten kann, ist noch ungewiss, da im Moment noch nicht absehbar ist, wann und wo die Nachholtermine für die ausgefallenen Kurse stattfinden können.

Der Gesundheitstipp: Nur Gesunde haben Zutritt
Masken, Hygienevorschriften, Niesettikette, Handdesinfektion. Alles in die Schlagzeilen geratene Begriffe. Alles Worte zum Schutz der Schwächeren, Alles Worte, rund um die Coronakrise. Aber vor lauter technischer Lösungen geht das Naheliegende fast verloren. Wie wäre es, wenn jeder, der sich krank fühlt auch kranksein darf. Wenn jeder der Fieber verspürt daheimbleibt und jeder Arbeitnehmer der sich nicht gesund fühlt nicht in die Arbeit geht und aus falschem Ehrgeiz sich gefährdet und andere anstecken kann. Darum heißt es wer sich schlapp fühlt, der bleibt zu Hause zum Schutz aller anderen. Nur trauen sollte man sich das auch.
Wir lassen Corona verhungern.
Corona braucht Menschen, um zu überleben. Ein Virus braucht einen Wirt, um sich von ihm zu ernähren und fortpflanzen zu können. Wie ein Pirat kapert er Menschen und ernährt sich von Ihnen, immer in der Hoffnung, dass er sich dort vermehren kann und, dass er dann einen neuen Menschen findet. Brutal gesagt, Corona ist auf der Jagd nach Menschenfleisch… Abstand und Hygiene, Kontaktminimierung und Maskenpflicht haben den Menschenfresser arg in Bedrängnis gebracht und die Infektionszahlen reduziert. Corona in Deutschland gehört darum bereits auf die rote Liste, denn dass sich eine Fledermaus Corona von einem deutschen Staatbürger holen kann ist eher unwahrscheinlich… Damit das so bleibt, braucht es noch viel, viel Vorsicht und die ist in Roßtal selbst auf Beerdigungen mit zu erleben. Darum lasst uns weiter dafür sorgen, dass Corona verhungern muss und das Virus keine neue Nahrung mehr findet, denn wer lässt sich schon gerne von einer Mikrobe auffressen…


 

Dienstag, 16. Juni 2020

Die gute Nachricht
Es regnet weiter, auch wenn es etwas wärmer sein könnte, der Regen der letzten Tage, selbst der Starkregen vom Sonntagmorgen, der schon manch Schlammrutsch ausgelöst hat, sind wohltuend für unsere Natur. Auch wenn der Kreislauf und die Lebensfreude unter der kühlen dunklen Witterung leiden, solche Juniwochen waren vor gar nicht langer Zeit normal und für die Felder, Wiesen und Gärten und langsam auch für die Wälder ist das kühle Naß eine echte Wohltat und angesichts der Trockenheitsrekorde in den vergangenen Jahren, ist der Regen wirklich ein Geschenk und es tut gut, daß er jetzt fällt. (Foto: Günter Hochberger, Bildergalerie Wasser)

Der Bibellesetipp
Haben Sie schon einmal ein echtes Revolutionslied gelesen? Haben sie schon einmal von Gottes Umsturzplänen gehört? Die Mächtigen stößt er vom Thron, so singt es Maria im Magnificat und es ist das Lied zu Beginn der Revolution, die Gott  mit Jesus einleitet. Eine Revolution der Barmherzigkeit, die all die großsprecherischen Weltenlenker von ihren Thronen vertreibt.  Dafür erhalten die Hungrigen genug der Güter. Und die Welt wird eine andere.  Doch lesen Sie dieses Revolutionslied selber, den Armen und Hungrigen zum Trost und uns anderen zur Warnung. Lukas 1 47-55

Der Denkanstoß von Thomas Rucker  
Letzten Sonntag im Gottesdienst ist der Steg meiner Brille zerbrochen. Plötzlich habe ich zwei Teile in der Hand, und keines bleibt alleine auf der Nase liegen. Im Gottesdienst geht das noch, dann halte ich mir meine Notizen etwas näher vor die Nase. Aber ich muss noch mit dem Auto nach Hause fahren.
Im Büro klebe ich die Brille notdürftig mit Klebestreifen. Die Frage ist, wird das halten bis ich zuhause bin, und die Ersatzbrille aufziehe oder fällt es vorher auseinander und ich muss nach Hause telefonieren und mich abholen lassen?
Die Frage ist nicht: Reicht es fast bis nach Hause, oder gerade bis nach Hause, oder kann ich die notdürftig geflickte Brille auch noch am Montag tragen, die Frage ist „Ja“ oder „Nein“, „reicht es“ oder „reicht es nicht“.
In der Führerscheinprüfung ging es auch um so eine klare Frage: Bestanden oder Nicht. Wenn du den Lappen in der Tasche hast interessiert sich keiner mehr, ob du mit 0 Fehlern oder gerade so bestanden hast.
Jesus sagt auch beim Reich Gottes geht es um eine so klare Entscheidung, Bist du dabei oder Nicht, wenn der König zu denen zu seiner Rechten sagt: „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!
Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.“ (Matthäusevangelium 25,34-36)

Aus dem Gemeindeleben
Klappbare Biergartenstühle gesucht
Die Kirchengemeinde sucht für die Ausstattung unserer mobilen Kirche klappbare Biergartenstühle am besten Holz-Stahlkonstruktionen mit breiteren Auflegern oder einem Bügel. Wer der Kirchengemeinde für ihre Freiluftgottesdienste entsprechende Stühle zur Verfügung stellen kann, schicke bitte dem Pfarramt ein Handyphoto. Wir freuen uns auf unsere mobile Kirche, die Freiluftgottesdienste im gesamten Gemeindegebiet ermöglichen soll. Vielen Dank für Ihr Angebot!

Heute wird gefensterlt. Vor den Fenstern des AWO Kompetenzzentrums findet heute wieder ein Fensterlgottesdienst mit Pfarrer Thomas Rucker und Brigitte Stief am Akkordeon statt.

Heute tagt der Kirchenvorstand der Pfarrei Roßtal das erste Mal seit Ausbruch der Coronainfektionen wieder physisch und löst den Beschlußstau der letzten Wochen auf.

Gestern wurde die Fassade des ersten Pfarrhauses von sämtlichem Bewuchs befreit. Damit ist die Ostfassade des Pfarrhauses erschreckend kahl. Dringend notwendige Ausbesserungs- und Streicharbeiten an der ganzen Ostfassade machen diesen radikalen Rückschnitt notwendig. In den kommenden Wochen wird die Fassade dann eingerüstet sein, um die Zimmerer und Malerarbeiten fachgerecht ausführen zu können.

Glabsters na: über kleine und große Müllmonster
Kaum daß die Schule wieder begonnen hat, treibt es den Plastikmüll wieder in den Pfarrgarten. Daß während der Coronazeit kaum Kinder in Schule und Hortbetreuung waren, merkte man auch im Pfarrgarten. Während sonst allerhand Müll vom Schulhof und noch mehr von den wartenden Eltern, durchs offene Tor im Pfarrgarten getrieben wurde, gab es in der Coronazeit nur ganz vereinzelte Verpackungsschnipsel, die den Weg durch Gartentor fanden. Aber kaum daß die Schule begonnen hat, landen die Überreste von süßen Snacks und Softdrinks, aber noch mehr von Zigaretten packungen und Hustenbonbons in der Einfahrt und verteilen sich im Pfarrgarten.  Und das nach über 40 Jahren Umwelterziehung an deutschen Schulen….!

Ein Ausflugstipp: Die schönsten Blüh- und Blumenwiesen in Roßtal
Am Ortsausgang Kleinweismannsdorf Richtung Schwabach bietet sich untertags dieses Panorama. Der Mohn scheint über dem Getreide zu schweben und taucht alles in sein leuchtendes Rot. Prädikat: Besonders schön. Wehrmutstropfen: Achtung Verbindungsstraße und Aufpassen beim Queren der Straße.
Und noch ein 2.Blick: Gleichgültig, ob man am Waldrand entlangläuft, oder auf der Verbindungsstraße Weinzierlein –Kernmühle fährt kurz vor der Kernmühle erstreckt sich ein Blumenmeer über mehrere Hektar Fläche. Hier dominieren aubergin und mauve farbene Blumen und geben dem Ganzen ein erdenschwer ruhiges Bild.
Allen die diese Flächen angelegt haben und die diese Wiesen auch pflegen ein ganz herzliches Dankeschön.

Herzlichen Glückwunsch Fritz!
Seinen 70. Geburtstag feiert heute der Kirchenpfleger der Kirchengemeinde Roßtal Friedrich Wagner. Vielen Älteren auch bekannt als der Sparkassenmann vor Ort. Aber auch als Kirchenvorsteher mit rund 30 Dienstjahren, Mesner und Jakobsweg-Kirchenbetreuer, Kulturbeauftragter des Marktes, zeitweiliger zweiter Bürgermeister, Kreisrat, Gemeinderat, die eine Hälfte des AchawäldlasDuos, Familienvater und Herr der Finanzen in der Kirchengemeinde. Wir gratulieren Fritz Wagner ganz herzlich zum Erreichen des 70. Geburtstages. Wünschen Ihm in diesen aufregenden Zeiten Gottes Segen und natürlich vor allem Gesundheit und viel Lebensfreude.

"Auf dem Weg zum Glücklich sein..."
Sie ist seit ihrer Konfirmation als Ehrenamtliche in der EJ engagiert. Außerdem kandidierte sie für die Freien Wähler für den Marktgemeinderat. Nach ihrem Abitur zog es Fabienne Lang nach Costa Rica, wo sie sich einem Freiwilligenprojekt anschloss. Die Corona-Pandemie setzte dieser Reise jedoch aber ein jähes Ende. Zwei Monate nach ihrer Rückkehr in die Heimat haben wir Fabienne gefragt: Wie ist dein aktuelles Lebensgefühl? Das ist ihre Antwort:
Mein aktuelles Lebensgefühl? Das ist keine leichte Frage, die man mal eben so beantworten kann, die einfache schnelle Antwort, die die meisten Menschen wählen würden,um Fragen zu vermeiden: ,,Mir geht’s gut/ Passt“ will ich heute mal umgehen. Aber wo ich anfangen soll ist auch nicht easy zu entscheiden.
Ich muss sagen, gerade geht es mir um einiges besser, als vor 2 Monaten. Müsste ich mein Lebensgefühl von März bis Ende April mit einem Wort beschreiben, ich denke ich würde gedämpft wählen. Warum gedämpft? Durch die strenge Ausgangsbeschränkung war mein Alltag eher von Lustlosigkeit geprägt. Obwohl ich jetzt Zeit hatte für alle möglichen Dinge, hab ich mich anfangs meist nur durch sämtliche Netflix-Serien gesuchtet, hab mich dadurch irgendwie aus der Realität zurückgenommen. Sich in eine Welt reinversetzen um die aktuellen Probleme und all die Geschehnisse um einen herum zu vergessen, wenn auch nur für die Dauer einer Folge ist eben einfacher als sich von all den negativen Nachrichten berieseln zu lassen. Das geht solange, bis die auffordernde Frage von Netflix aufploppt:,,Nächste Folge...“ und man dem Entfliehen und der Belustigung nicht widerstehen kann.
Wenn ich das so lese denke ich mir selber, genau so sieht faulenzen aus und zwar den ganzen Tag lang. Aber was ist so schlimm am Nichts tun, einfach mal die Seele baumeln lassen, einfach das machen worauf man gerade Lust hat, auch wenn man in den Unternehmungen stark eingeschränkt ist. Man hat 24 Stunden am Tag, minus Schlaf, 16 Stunden, die man füllen kann. In der Zeit von Corona fielen meist noch Verpflichtungen wie Schule oder Arbeit weg, also was tun mit dem Haufen an Zeit ...Zuhause.
Wenn man so isoliert von der eigenen sozialen Umgebung ist, hat man viel Zeit zum Nachdenken, nachdenken über sich selber, über das Leben und natürlich über das Lebensgefühl. Was mir in dieser Zeit persönlich wieder sehr bewusst geworden ist, ist die Wertschätzung für die Menschen in meinem Leben, die Menschen die sich um mich kümmern, die mich zum lachen bringen, die einem Liebe schenken. Einfach mal Danke sagen, danke dass du für mich da bist, danke dass es dich gibt. Das geht im normalen Alltag meist unter. Zeit mit der Familie verbringen, zusammen kochen, zusammen spielen ….es sind meist die simplen Dinge, die der Seele gut tun, auch wenn man manchmal anfangs eine ,,Null-Bock“-Einstellung hat. Was tut meiner Seele gut? Auch eine gute Frage, über die man gerade Zeit hat einmal nachzudenken. Bin Ich glücklich? Wenn Nein, warum nicht, was kann ich ändern damit es besser wird?

Um nun aber auf die eigentliche Frage zurückzukommen: Wie sieht mein aktuelles Lebensgefühl aus? Auf dem Weg zum Glücklich sein, würde ich darauf antworten. Im Weg stehen nur noch eigentlich kleine Störfaktoren...damit mein ich nicht nur Corona, sondern auch meine Lebenseinstellung, die ich versuche so positiv zu halten, wie es nur geht.
In dieser Zeit habe ich für mich auch das perfekte Lebensmotto gefunden, das mich jeden Tag dazu ermutigt aufzustehen, wenn ich mal wieder keine Lust auf nix habe. „Man lebt nur einmal, warum dann nicht genauso wie man es will“ Warum nicht versuchen das Leben so schön zu gestalten wie es nur geht, sich mit den Leuten zu umgeben die einem gut tun. Sich Sachen einfach zu trauen, Sachen an denen man wachsen kann und vor allem in allen Dingen und täglichen Situationen man selbst zu sein. Warum sollte man sich verstellen? Man ist so wie man ist, man muss nur lernen sich selber genauso zu lieben. Vielleicht eine der größten Hürden, die wir im Leben überwinden müssen, doch wenn man lernt sich selbst zu lieben, dann ist es noch viel leichter ein glückliches Leben zu führen.

Ich denke, diese ganze Zeit der Veränderungen und der aktuellen Umstände hat auch etwas Gutes, man hat die Möglichkeit sich aus dem geregelten Alltag zurückzunehmen und selbst ein Stück weit zu finden, wenn man es zulässt. Es kostet nun mal viel Kraft sich mit sich selbst und dem Leben auseinanderzusetzen, aber was man nie vergessen darf, man ist nicht allein.
In diesem Sinne versucht auch das Positive in dieser Zeit zu sehen <3

 

 

Montag, 15. Juni 2020

Die gute Nachricht
Man kann über Krankenkassen bestimmt viel Negatives sagen. Manch Antwort von ihnen bleibt unverständlich, aber dass es sie gibt, dass wir eine funktionierende Krankenkasse haben, das half bis jetzt gut durch die Krise zu kommen und manch Intensivstationsaufenthalt kostete mehrere 10.000 Euro. Aber die wurden letztlich von der Solidargemeinschaft der Krankenkassen aufgefangen. Gut also, dass es seit über 150 Jahren Kranken- und Rentenkassen und auch eine Arbeitslosenversicherung gibt.

Der Bibellesetipp
Die Frage nach dem Sinn auch unseres Glaubens, stellt sich angesichts so vieler seltsamer - oft gewalttätiger - Einstellungen, die im Gefolge von den Coronaprotesten auftreten, verschärft. Was bewegt unseren Glauben von der Liebe Gottes zu allen Menschen, wenn überall auf der Welt neue Barrieren aufgestellt werden und egoistischste Einstellungen zu lesen und zu hören sind. Als ob die Bedrohung durch die Krankheit nicht schon genug wäre. Darum ist das Gleichnis vom Sauerteig und vom Senfkorn ein Gleichnis, das Mut macht. Denn so klein uns unser Glaube auch erscheint, er bewegt doch Großartiges und so klein ein Senfkorn ist, am Ende nisten in seinen Zweigen die Vögel. Doch lesen Sie selber: Lukas 13.18-20

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Dieser Tage herauszufinden, was richtig ist und welches die angemessen Verhaltensweisen sind, ist schwierig. Ich bin keine Virologe und auch kein Mediziner. Ich vertraue Menschen, von denen ich oft noch nie etwas gehört habe. Ich vertraue ihnen, weil andere Menschen und Nachrichten, die mich bisher im Großen und Ganzen gut beraten haben sagen „Denen kannst du vertrauen.“
Zur Zeit des Propheten Jeremia war man in Jerusalem in einer vergleichbaren Situation. Die Babylonier hatten das Land besetzt. Der Prophet Jeremia lädt sich ein Joch auf die Schultern, so wie es Ochsen haben, wenn sie einen schweren Wagen ziehen und läuft damit durch Jerusalem. Oben auf dem Tempelberg angekommen, wendet er sich an die Menge, die ihm gefolgt ist.
„Gott hat euch dieses Joch aufgelegt. Beugt euch unter die Herrschaft der Babylonier. Akzeptiert die Einschränkungen, die sie euch auferlegen.“
Das gefällt vielen seiner Zuhörer nicht. Da tritt Hananja auf, ein anderer Prophet. Er reißt Jeremia das Joch von der Schulter und schmettert es zu Boden, dass es zerbricht. „Nur noch ein Kurzes, so spricht Gott, dann werde ich das Joch der Babylonier von eurer Schulter nehmen und zerschmettern.“, verkündet Hananja dazu. Einige der Zuhörer jubeln, andere fragen sich, ob das wirklich so stimmt. (Jeremia 28)
Im Gesetz des Mose steht eine einfache Regel, an der man erkennen kann, ob ein Prophet in der Macht Gottes redet oder nicht: „Ihr fragt euch vielleicht: Woher wissen wir, ob jemand im Auftrag des HERRN spricht oder nicht? Nun, wenn ein Prophet im Namen des HERRN etwas ankündigt und es trifft nicht ein, dann waren seine Worte nicht vom HERRN. Er hat eigenmächtig geredet, und ihr braucht ihn nicht ernst zu nehmen.“ (5. Buch Mose 18,21-22)

Neue Nachrichten aus Siha
Der auch mit großer Unterstützung von Roßtal gebaute Operationssaal neben der Mutter-Kindstation nimmt Gestalt an. Es geht voran. Klar, dass noch viel, viel geschehen muss, damit Mütter in Siha eine sicherere Geburt miterleben können und ein kleiner OP für Kaiserschnitte zur Verfügung steht. Natürlich fehlt bis zum Betriebsbeginn noch eine erhebliche Summe an Geld und unsere Partner in Siha freuen sich über jedwede Unterstützung. Für Überweisungen mit dem Stichwort "OP für Siha" gibt es das Konto DE18 7625 0000 00096528 68    
Hier der Email von Pastor Fadhili aus Siha:
Dear Pastor Künne,
Thank you very much for the Pentecost greetings and information about COVID-19 situation in your area.
We thank God that we had the very good Pentecost time despite of the COVID-19 situation. We celebrated it not as usual because of limitations due to COVID-19.
The situation here in Siha is not bad, we do not have COVID-19 cases even death reported any more, the high schools and colleges are now open, we are expecting for junior schools to be opened as well.
Thank you also for the support to our health centre, the building is on progress and it is keep on well, last week the were installed water system and electrical installation. Find the attached picture.

Aus dem Gemeindeleben
Wussten Sie, dass unter dem Button Weiterlesen alle anderen Coronatagebucheinträge seit Ausbruch der Pandemie zu finden sind? Blättern Sie einfach im Archiv und nutzen Sie die interaktiven Seiten des Coronatagebuches zu Rundfunk und Fernsehtipps oder zum Nachlesen der Wünsche unserer Bundestags- und Landtagsabgeordneten oder hören Sie noch einmal wie Brigitte Vogt und Wilgard Hübschmann mit ihrer Musik Hoffnung verbreiten.  

Heute finden Rodungsarbeiten am ersten Pfarrhaus statt. Ein letztes Mal sind die malerischen Rosen zu sehen, die die Ostfassade schmücken. Ab Dienstag wird ein Gerüst erstellt, das für die Generalsanierung der Ostfassade nötig ist. Dafür wird im Laufe des Sommers der Ostgiebel, wie neu glänzen…
Ebenfalls startet die Fassadenrenovierung von Leichenhalle und Bahrhäuschen auf dem Laurentiusfriedhof. Auch hier sind kleinere Zimmermannsarbeiten und Streicharbeiten dringend nötig und werden in den kommenden Wochen durchgezogen.

Heute trifft sich der Kitaausschuß der Kirchengemeinde. In ihm wird über die Arbeit in der Coronazeit berichtet. Auch die Frage nach der Belegung in den Einrichtungen steht auf dem Programm.

Die Druckausgabe des Coronatagebuches findet sich bei Blumen Fröschel und in der Laurentiuskirche. Gerne können auch Nachbarn mit dieser Coronazeitung der Kirchengemeinde versorgt werden.

Klappbare Biergartenstühle gesucht
Die Kirchengemeinde sucht für die Ausstattung unserer mobilen Kirche klappbare Biergartenstühle am besten Holz-Stahlkonstruktionen mit breiteren Auflegern oder einem Bügel. Wer der Kirchengemeinde für ihre Freiluftgottesdienste entsprechende Stühle zur Verfügung stellen kann, schicke bitte dem Pfarramt ein Handyphoto. Wir freuen uns auf unsere mobile Kirche, die Freiluftgottesdienste im gesamten Gemeindegebiet ermöglichen soll.  Vielen Dank für Ihr Angebot

Auswertung der Wochenchallenge
Hast Du heute schon deine Kassiererin gelobt? Vor einer Woche startete diese Aktion. Darum heute noch einmal die Frage: Hast du heute schon deine Kassierin/ deine Verkäuferin gelobt? Lassen Sie das Thema aktuell bleiben, denn sie sind wirklich systemrelevant, die neuen Heldinnen der Arbeit.
Die neue Bilderserie von Günter Hochberger

Auf die Perspektive kommt es an. Günter Hochberger hat einen Blick für die Schönheit dieser Welt. Darum schauen sie selbst und klicken Sie hier: Fotogalerie folgt in Kürze...

Der Coronakommentar - Über Aluhüte, Hawaiihemdträger, Prepper und Weltverschwörer
Was die Krise nicht alles an den Tag bringt. Jeden Tag eine neue Weltverschwörung, jeden Tag eine andere Welterklärung und vieles davon abstrus und seltsam und nur durch die Echokammern des Internets weitergetragen und weitergegeben. All das was in den letzten Wochen hier ans Licht kam und in lautstarken Demonstrationen weitergegeben wurde, trägt eine große Portion Haß auf alle Anderen in sich, dazu einen fast messianischen Anspruch die Welt retten zu können und  damit die unumstößliche Verblendung nur so die Welt erklären zu können. Es scheint, als ob die Helden der Science fiction und die Weltenretter aus manch Hollywood Produktion sich mit den Kommissaren moderner Thriller verbündet haben, die immer grausigere Thriller und Verschwörungen aufdecken müssen. Wer immer  den Fernseher einschaltet erlebt ihn mit den immerwährenden Kampf der wenigen Guten gegen die bösen Mächtigen.
Kein Wunder, daß zur Zeit überall neue Weltumdeutungen hochploppen und an jeder Ecke eine neue Verschwörung gesehen wird und weil man selber diesen Methoden vertraut, unterstellt man sie immer lautstark den Anderen und am lautesten schreien hier manch Staaten(ins Verderben)lenker.
Manchmal sehnt man sich nach der Deutungshoheit von Kirchen in Zeiten der Krise zurück. Aber auch hier brannten Ketzer und weise Frauen…. Die Eindeutigkeit ist verschwunden, aber das Verbrennen von Feindbildern noch lange nicht. Die Krise bringt den Haß zurück und die Wut auf die wie immer gearteten Anderen. Nur diesmal wissen wir wohin Weltverschwörungstheorien führten in der Kirche. Und wir wissen es wohin diese Theorien bis vor 75 Jahren führten und  die Erinnerung an diese Zeit allein, sollte vor vereinfachten Weltverschwörungsbildern warnen. Kirche, Staat, Zivilgesellschaft, sie alle wissen, es gibt keine einfachen Lösungen und schon gar keine einfachen Welterklärungen. Darum Vorsicht vor jedem Versuch die Welt mit Verschwörungsideologien zu erklären, denn diese zeigen mehr die Angst und das Weltverständnis ihrer Nutzer und das macht dann erst wirklich Angst.
Meint Ihr Jörn Künne

 

 

Samstag, 13. Juni 2020

Die gute Nachricht
Die Regenwoche lohnte endlich einmal. Rund 30 Liter Regen fielen schön langsam pro Quadratmeter und auch wenn die Kälte nervte mit dieser Regenmenge können wenigstens die Gärten und die Felder gedeihen. Immerhin dringt so die Feuchtigkeit rund 30 Zentimeter tief in den Boden ein und sorgt so für ein kleines Feuchtigkeitsreservoir in Garten und Flur. Für unsere Wälder allerdings brauchen wir weit mehr Wasser. (Foto: Günter Hochberger, Bildergalerie Wasser)

Die aktuelle Bildergalerie von Günter Hochberger, zum Entdecken der kleinen Himmelsjäger, finden Sie hier: Bildergalerie Libellen (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Der Bibellesetipp
Arm und Reich sind das Thema, das Lukas an Jesusworten fasziniert. Darum hat er gerade zu diesem Thema immer wieder Jesu Gleichnisse gesammelt und in seinem Evangelium aufgenommen. Eine der krassesten Erzählungen für den Umgang mit Arm und Reich  ist die  warnende Geschichte vom reichen Mann und vom armen Lazarus. Doch lesen Sie selber: Lukas 16. 19-31

Ein Zufallsfund: Eva Arenz und Corona
Manchmal spielt der Zufall einem in die Arme. So war es auch mit dem Beitrag von Eva Arenz. Die freie Mitarbeiterin beim WDR publiziert im Bereich der Lebenshilfe und hat die folgenden Ratschläge zum Umgang mit der Coronakrise formuliert. Gesucht hatte Pfarrer Künne eigentlich die E-Mail Adresse des Fürther Autors Ewald Arenz, aber manchmal sind Zufallstreffer wie dieser auch eine Bereicherung für eine kleine Zeitung wie unsere.

Krise als Chance nutzen?
Welche positiven Effekte von einer Krise übrig bleiben können wir beeinflussen.

Als hätte jemand auf Pause gedrückt. Die Corona-Krise hat uns aus unserem Alltag gerissen. Plötzlich sind wir auf uns selber zurückgeworfen und es gibt kaum Möglichkeiten zum Ablenken. Dafür viel Zeit in den eigenen vier Wänden, die nicht nur bisher ungekannte Erfahrungen bringt und zum Reflektieren einlädt, sondern auch eine unverhoffte Möglichkeit: diese Krise als Chance zu nutzen.

Was mich beruhigt? Der Blick aus dem Fenster und die Feststellung, dass die Natur ungerührt ihrem natürlichen Rhythmus folgt.
Ich glaube keine Krise kommt ohne Grund. Und wenn wir genau hingucken, dann besteht das Leben aus einem gleichmäßigen Wechsel zwischen guten Zeiten sowie kleinen und großen Krisen. Die guten Zeiten sind dazu da, dass wir Kraft sammeln und uns erholen. Die schwierigen Phasen fordern uns heraus, damit wir über uns hinauswachsen und uns weiterentwickeln. Sobald wir das erkennen und akzeptieren können, verliert eine Krise ihren Schrecken. Sie wird zu einer einmaligen Chance und wir erwachen ganz automatisch aus unserer Schockstarre und werden wieder handlungsfähig. Und je mehr wir uns auf das stetige Auf und Ab einlassen, desto größer wird unser Vertrauen – in uns und in die Welt, in der wir leben.
Was ist jetzt wichtig? Wie kommen wir gut durch diese Zeit?
Die Nachrichten sind voll von erschreckenden Meldungen aus der ganzen Welt. Das macht Angst und führt zu Überforderung. Trotzdem ist (eine Fakten-basierte) Berichterstattung wichtig, damit wir nicht die Augen vor der Realität verschließen und lernen, einen guten Umgang mit unserer Angst zu finden. Selbstfürsorge steht dabei an erster Stelle. Je besser wir mit unserer EigenArt in Kontakt sind, desto besser können wir für uns sorgen. Denn nur dann sind wir in der Lage, gute Entscheidungen zu treffen, uns gegenseitig zu unterstützen und um andere zu kümmern. Was dabei hilft ist eine persönliche „Standortanalyse“, z.B. mithilfe der folgenden Fragen:
Wie geht es mir im Moment (körperlich und mental)?
Welche Lebensbereiche und -wünsche sind von der Krise bedroht? Was bereitet mir Sorge?
Welche Werte sind mir wichtig? Was treibt mich an und motiviert mich?
Was hat mir bisher durch Krisen geholfen? Auf welche Ressourcen kann ich zurückgreifen? Worauf kann ich mich verlassen?
Mit welchen Dingen und Themen beschäftige ich mich besonders gerne? Welche davon geben mir Energie und Kraft?
Welche Kompetenzen und Fähigkeiten habe ich, mit denen ich andere unterstützen kann?
Und wie können wir diese Krise am Ende für etwas Positives nutzen?
Ich habe mich lange gefragt, ob es in Ordnung ist, in schwierigen Zeiten gute Dinge zu bemerken und darüber zu sprechen. Darf ich Vorteile an einer Situation sehen, während andere um ihre Existenz kämpfen? Und die Antwort ist definitiv: Ja! Denn die guten Momente und Gegebenheiten in einer schwierigen Zeit spiegeln das Potential und die Chancen wider, die uns die Krise bietet. Ohne sie wären sie (vermutlich) niemals sichtbar geworden. Und ich glaube, es ist unsere Aufgabe, aus einer Krise zu lernen und ihre Potentiale zu nutzen.
Die Herausforderung dabei: Angst verengt unseren Fokus und sorgt dafür, dass wir uns auf die Schwierigkeiten konzentrieren und das Gute gar nicht oder nur am Rande wahrnehmen. Deshalb lohnt es sich, dass wir uns bewusst auf die positiven Dinge und Momente konzentrieren. Egal wie klein oder groß sie sein mögen. Es gibt schon jetzt einige globale, regionale und persönliche Beispiele:
•    Klare Luft in Norditalien und China
•    Reduzierte CO2-Werte
•    Delfine vor Sardinien
•    In vielen Unternehmen: Kultur- und Digitaler Wandel im Blitzverfahren
•    Mehr Kreativität und Konzentration auf Lösungen
•    Mehr Zeit mit Familie und/oder Partner
•    Mehr Solidarität und Gemeinschaft
•    Weniger Hektik, mehr Ruhe
•    Mehr Zeit in der Natur
Um uns dann (zu einem späteren Zeitpunkt) mit den folgenden Fragen auseinanderzusetzen:
Welche positiven Erfahrungen konnten wir sammeln? Was haben wir gelernt? Was wollen wir erhalten? Was brauchen wir nicht mehr? Wie werden wir unseren Mitmenschen begegnen? Wie wollen wir zukünftig leben?
Und versuchen, unsere Erkenntnisse umzusetzen und zum Leben zu erwecken –
für uns persönlich, unsere Familie und Freunde, unser Viertel, unser Land, unsere Welt.

Positive Effekte von Corona auf die Umwelt zum Nachlesen unter National Geographic

Aus dem Gemeindeleben
Gottesdienste feiern wir am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr in St.Laurentius. In der kommenden Woche findet ein Gottesdienst am Dienstag um 16 Uhr vor den Fenstern des AWO Heimes statt und am Freitag um 18 Uhr als Gottesdienst im Freien für den Gospelchor "United Voices".

Bitte beachten Sie die Corona-Regeln für den Gottesdienstbesuch:
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine - 2 Meter Abstand sind Pflicht.
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Gottesdienst Zuhause
Anleitung für den Gottesdienst@home von Pfarrer Johannes Meisinger aus Veitsbronn-Obermichelbach

Kindergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf kirchemitkindern.digital.de

Handgenähte Kindermasken finden Familien in der Laurentiuskirche. Vielen Dank den Näherinnen! Rund 500 Masken konnten auf diesem Wege schon für große und kleine Gemeindeglieder zur Verfügung gestellt werden.

Biergartenstühle gesucht
Gottesdienste im Freien sind seit Anfang Mai erlaubt. Um diese gut, den Hygienestandards entsprechend, durchführen zu können, benötigt die Kirchengemeinde klappbare Biergartenstühle aus Holz. Nachdem die umliegenden Brauereien keine derartigen Stühle haben oder verleihen, ergeht nun die Frage an die Gemeinde: wer kann klappbare Biergartenstühle (mit breitem Bügel oder breiterem Fuß) zur Verfügung stellen und diese der Kirchengemeinde überlassen oder uns entsprechend vermitteln? Bitte schicken Sie uns am besten ein Handyphoto damit die Stühle vom Büro auch geholt werden können.

Der Literaturtipp von Frank Jungnickel
Eintauchen in das Denken und Fühlen anderer Menschen ist wohl kaum besser möglich als durch ein gutes Buch. Es führt dann unweigerlich auch zur Selbstreflektion.
Schon zu Beginn der Corona-Pandemie wurde in den Medien öfter auf den Roman „Die Pest“ von Albert Camus Bezug genommen. Es ist ein philosophisches Buch, in dem es um die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Menschen im Falle einer existenziellen Bedrohung geht. Eine tödliche Seuche, die Pest, befällt die nordafrikanische Stadt Oran und zwingt die Bewohner in eine monatelange Quarantäne. Es ist ein Plädoyer für Menschlichkeit, Mut und Verantwortungsbewusstsein und gleichzeitig Mahnung vor den Gefahren, denen unsere brüchige Zivilisation stets ausgesetzt ist. „Die Pest“ ist auch heute noch Pflichtlektüre an den französischen Gymnasien.
Wer dieses Thema wegen der immer noch bedrohlichen Corona-Pandemie eher meiden möchte, dem empfehle ich Albert Camus wunderbares autobiografisches Werk „Der erste Mensch“. Er schildert darin in bewegenden Details die ärmlichen Verhältnisse seiner Kindheit in Algerien. In seinem unnachahmlich einfühlsamen Sprachstil beschreibt er liebevoll seine Beziehung zu den Menschen, die ihn maßgeblich geprägt haben und übt subtile Gesellschaftskritik.
Wer sich näher mit dem interessanten Leben des Literatur-Nobelpreisträgers befassen möchte, dem sei die großartige Camus-Biografie „Das Ideal der Einfachheit“ von Iris Radisch ans Herz gelegt.

Der Coronakommentar - Von neuen Talismännern
Mal war es ein Christopherus, als Heiliger der Reisenden, mal waren es Babyschuhe der Tochter, mal waren es Schutzengelchen, mal auch nur ein Komm-gut-Heim der Freundin, die am Rückspiegel hingen… Talismänner, Glücksbringer, oder einfach nur Erinnerungsgegenstände? Immer schwingt auch ein klein wenig Magie mit und die Bitte beschützt zu werden auf der Fahrt und auf den Wegen durchs Leben. Klar ein wenig Aberglaube gehört dazu, und manchmal sind es einfach die guten Erinnerungen an einen Menschen der an uns gedacht hat.
Klar diese Gegenstände sind dem Wandel der Zeiten unterworfen und so hängen jetzt, wenig überraschend Mund – Nasenschutze am Rückspiegel und künden so von der Hoffnung auf einen Schutzzauber, der von diesen Masken ausgeht und von dem Wunsch von Corona nicht infiziert zu werden. Und im Gegensatz zu den Talismanen hilft der Mundschutz wirklich denn die Mund.Nasenschutze mahnen: Setz mich auf: Nimm den Mundschutz wenn du in ein Geschäft gehst. Nicht um dich zu schützen, sondern andere… Und darum vielleicht gar keine so schlechte Idee, so zum Schutzengel anderer zu werden.  Meint Ihr Jörn Künne

Freitag, 12. Juni 2020

Die gute Nachricht
Die weltweiten Kontakt- und Ausgangssperren wirkten und verhinderten Millionen von Toten. Das ist das Ergebnis diverser Hochrechnungen und Studien, die einen Verlauf von Covid-19 ohne Einschränkungen durchdacht und hochgerechnet haben. Nur dem entschlossenen Handeln und dem Willen das öffentliche Leben zu schließen, verdanken viele, viele Menschen, dass sie nicht angesteckt wurden oder auch sterben mussten…  Es wirkt und wir hoffen darauf, dass das so bleibt.

Der Bibellesetipp
Natürlich soll man helfen. Natürlich soll man sich für den anderen einsetzen. Aber wer ist der andere? Wem helfe ich? Für wen trage ich Verantwortung? Jesus gibt dafür eine ganz einfache Antwort. Wer mich braucht, der ist mein Nächster und der bekommt meine Hilfe, weil er ein Mensch ist. Darum lesen Sie selbst, was es heißt Gott, den Nächsten und sich selber zu lieben: Klicken Sie hier: Lukas 10.25-37

Der Denkanstoß von Thomas Rucker
Als ich vor über dreißig Jahren eine Pfarrstelle südlich von Nürnberg, im Rother Spargelland, angetreten habe, hat mich einer der jungen Burschen über die Jahreszeiten aufgeklärt. „Nach Ostern“ sagte er, „kommt erst die Spargelzeit und dann kommt die Kärwazeit.“ Für viele der jungen Leute war der Spargel nicht nur ein exklusives Gemüse, das es jahreszeitlich begrenzt gab, sondern auch eine Möglichkeit ein hübsches Taschengeld zuverdienen, wenn sie frühmorgens auf dem Acker ihrer Eltern beim Spargelstechen halfen. Und dieses Taschengeld brauchten sie dann, um in der Kärwazeit mit ihren Kumpels einen schönen Abend zu verleben und am nächsten Morgen alkoholkrank im Bett zu liegen. „Alles hat seine Zeit.“, sagt der Prediger.
Heute ist Spargelzeit nicht nur zwischen Ostern und Johanni, sondern fast das ganze Jahr über. Schon im Februar liegen die Stangen aus Griechenland in der Obstabteilung und im Herbst, wenn die Ernte bei uns schon seit Monaten beendet ist, wird immer noch das Gemüse aus Südamerika eingeflogen. Es ist nicht mehr exklusiv und etwas besonderes wenn Spargel serviert wird.
So vieles sind wir gewohnt, dass jederzeit und immer für uns bereitsteht: Spargel, Erdbeeren, Tomaten, inzwischen blühen bei uns zwölfmal im Jahr die Bäume und Erntezeit ist jeden Tag. Aus einem Kalender, der jeden Monat in anderen Farben geleuchtet hat, der Zeiten der Arbeit und Zeiten zum Feiern gekannt hat, ist eine Zeit geworden in der zu jeder Zeit alles möglich ist. Und anstelle einem bunten Strauß unterschiedlicher Tage, ist oft ein graues Mischmasch geworden, das nichts Interessantes mehr zu bieten hat.
Ich versuche regional einzukaufen. Spargel gibt es im April, Mai, den Erdbeerkuchen im Juni und im Sommer pflücke ich die Tomaten frisch vom Strauch. „Alles hat seine Zeit.“ sagt der Prediger. (Buch des Prediger 3,1)

Aus dem Gemeindeleben
Die Printausgabe des Coronatagebuches liegt ab heute Nachmittag (ca. 16.30 Uhr) in der Laurentiuskirche und bei Blumen Fröschel aus. Gerne kann man diese wöchentliche Broschüre dort abholen und auch Nachbarn mitbringen.  

Heute um 10 Uhr ist Michael Bauer wieder an der Orgel in Roßtal zu hören.

Und um 18 Uhr hält das Hauptamtlichenteam Fürbitte für den Ort und die Menschen in der Coronazeit.

Gottesdienste am Sonntag
Feiern wir um 9 Uhr und um 10 Uhr in der Laurentiuskirche mit Pfarrer Thomas Rucker. Dabei gelten die Hygieneregeln. Mund – Nasenschutz Händedesinfektion und Abstandhalten. Leider gehört auch der Verzicht auf ein gemeinsames Singen zu den entsprechenden Regeln.

Auch das noch: Roßtaler Anmerkungen
An dieser Stelle soll nun in loser Folge eine kleine Kolumne stehen, die den Finger in Situationen und Zustände legt, die dem aufmerksamen Spaziergänger aufstoßen und vielleicht so nicht in Ordnung sind.

Teil 1:  Wo gehe ich beim Lidl über die Straße?
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und liebt den Blick in die Weite. Nur damit ist zu erklären, dass die Absperrungen zum Lidlparkplatz inzwischen wieder verschoben wurden. Alte neue Trampelpfade zeigen, dass der erschütternde Unfall mit Todesfolge nicht mehr im Gedächtnis ist, bei dem ein Mensch außerhalb des Ortes beim Queren der Verbindungsstraße von einem, davon natürlich überraschten, Autofahrer erfasst wurde. Statt durchs Gewerbegebiet zu laufen, wird die scheinbare Abkürzung gewählt. Dabei ist der sichere Weg maximal 20 Meter länger… Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und ein unvernünftiges noch dazu…

Die Entstehung des Coronatagebuches - Teil 2
Neben der Online Ausgabe auf dieser Website gibt es noch eine Druckausgabe unseres Coronatagebuches. In einer Auflage von rund 280 Stück wird sie im Normalfall am Donnerstag redigiert und zum Druck verschickt. Jutta Hermann und in ihrem Urlaub Alexander Schneider, stellen die Texte zusammen, verschieben die Bilder und gestalten eine echte Zeitung aus den täglichen Internetausgaben. Diese werden an die Firma Dataform verschickt, die  daraus am kommenden Tag eine kleine Illustrierte macht. Ein ganzes Team von hauptsächlich Frauen kümmert sich um Druck, Falten und Zusammenlegen. Die Photos entstanden in diesem Arbeitsschritt. Anschließend werden die verpackten Coronatagebücher zum größten Teil in den Ortschaften verteilt. Mitarbeitende aus dem Kirchenvorstand und andere Ehrenamtliche verteilen das Coronatagebuch überall in Roßtal, sodass die neuesten kirchlichen Nachrichten auch viele Interessierte erreichen. Und die Ausgabe, die sie gerade in den Händen halten, hatte rund 40 Väter und Mütter, denen auf diesem Wege ganz herzlich gedankt werden kann.

Kirchen in unserer Nachbarschaft - Entlang des Jakobsweges nach Oberweihersbuch
Wer seine Pilgerreise in Nürnberg St Jakob startet, kann mit U-Bahn und Bus noch bis Oberweihersbuch fahren. Dann aber muss der Pilger zu Fuß weiter gehen. Keine fünf Minuten von der Endhaltestelle des Busses entfernt steht die Kirche St. Jakobus Oberweihersbuch. Von hier aus geht es über Roßtal, Heilsbronn weiter nach Rothenburg und dann in das weit entfernte Santiago de Compostella. Die mittelalterliche Pilger haben hier noch nicht Rast gemacht. Die Jakobuskirche am Hang des Grundbaches wurde erst 1928 gebaut.
Es ist eine schlichte Kirche. Der Kirchenraum ist geprägt von seinem weiten, tonnenförmigen Gewölbe. Das vier Meter hohe Glasfenster hinter dem Altar zeigt den lichtumstrahlten, auferstandenen Christus. Links und rechts von dem Altar steht je eine Sandsteinfigur auf einem Sockel: Rechts Paulus und links der Namenspatron der Kirche Jakobus.
Vor der Kirche steht im Sommer eine kleine Sitzgruppe, die einlädt hier Rast zu machen, wenn man als Pilger aus Nürnberg kommt oder als Spaziergänger von Großweismannsdorf aus über Sichersdorf und Loch den Grundbach entlang nach Stein gelaufen ist. In eineinhalb Stunden ist man zu dieser Kirche gelaufen, die täglich geöffnet ist. (Bilder aus jakobus-online.de Text: Thomas Rucker)

Das Küchlerezept vom Profi Monika Huber
Zutaten:
1Ltr. Milch
120 gr. Hefe
bei Zugabe von 2 Pck. Backpulver wird der Teig noch glatter, muss aber nicht sein.
170 gr. Zucker
180 gr. Butter ( kann auch Butterschmalz genommen werden, dann reichen 150 gr.)
etwas Salz ( 1 Teelöffel)
4 Eier
Saft von 1 Zitrone
1/8  Weinbrand
5 Pfund Mehl
 
Zubereitung:
Hefe mit 1 Esslöffel Zucker und etwas lauwarmer Milch gehen lassen.
Mit etwa 1 Pfd. Mehl und Rest Milch gut durchrühren, gehen lassen
Eier, zerlassenes Fett, Zucker, Salz, Zitrone, Weinbrand zugeben,
Mehl langsam zugeben, immer wieder verkneten bis ein glatter Teig entstanden ist,
Ballen machen, gehen lassen
Ballen dann ausdrehen und Vierecke ausradeln, zugedeckt etwas gehen lassen
In heißem Fett rausbacken. Beim rausbacken die Küchle mit Sieblöffel und heißem Fett immer wieder übergießen, damit sie aufgehen.
Einmal umdrehen.
Rausnehmen und auf einem Gitter abtropfen lassen.
Nicht aufeinander legen, bis sie ganz kalt sind.
Mit Puderzucker bestäuben.

Der Kinderbuchtipp von Diakonin Judith Popp: Die schlaue Esther
Kurz zum Inhalt:
Erzählt wird die biblische Purim-Geschichte von dem jüdischen Waisenmädchen Esther, das im alten Persien Königin wurde und dann auf ganz eigene Art und Weise ihr Volk rettete. Esther war so hübsch, dass sich der persische König Achaschverosch sofort in sie verliebte. Aber Esther war auch unerschrocken und schlau, und an der Seite des Königs konnte sie etwas tun, was einer Frau in der damaligen Zeit sonst kaum möglich war: Sie konnte die Welt verändern.
Für neugierige Kinder liegt das Kinderbuch übers Wochenende zum Lesen in der Kirche aus!

Grüße aus Pinnow
Liebe Freunde in Roßtal!
Herzliche Grüße aus Eurer Mecklenburger Partnergemeinde! Wie gut, wenn man in diesen schweren Zeiten Freunde hat, die Kontakt halten. So gab es immer wieder Grüße und Nachrichten aus Roßtal zu Ostern und Pfingsten. Und ich melde mich einmal, um zu berichten, wie es uns in den letzten Wochen erging:
„Was macht eigentlich Kirche in der Corona-Zeit?“, wurde ich in den letzten Wochen manchmal gefragt. Ja, was macht die „Gemeinschaft der Glaubenden“, wenn Gemeinschaft nicht möglich ist?
Ich weiß, dass sich in den letzten Wochen viele um ihre Eltern und Nachbarn gekümmert haben. Da gab es ausgiebige Gespräche über den Gartenzaun, Einkäufe, Telefongespräche, Video-Konferenzen und Briefe. Ich weiß von einer Nachbarschaft, die sich jeden Tag um 12.00 Uhr an den Gartenzäunen traf, miteinander erzählte und ein Gebet gesprochen hat. Viele kreative Ideen gegen die Einsamkeit und die Angst.
Auch die offenen Kirchen in Görslow, Pinnow und Sukow wurden gut besucht. Gebete und Texte liegen nach wir vor aus und Kerzen können entzündet werden.
Die fehlenden Gottesdienste haben manche mit den sog. „Puschengottesdiensten“ im Fernsehen überbrückt. Auch da gab es viele gute Erfahrungen.
Ein Hauptproblem am Beginn des Lock down waren die fehlenden Mund-Nase-Masken. Ab dem 21. März haben Pinnower Frauen über 600 Masken genäht! Und vom „Grünen Häuschen“ aus (unserem gegenwärtigen Pfarrhausersatz) haben wir sie an Pflegestationen, das Pflegeheim, Arztpraxen, den Kindergarten, EDEKA und sogar an zwei Apotheken weitergegeben. Das war eine großartige Hilfe!
In Pinnow haben wir uns an der Aktion zur Essensverteilung beteiligt. Vormittags haben die Gemeindearbeiter die Bestellungen entgegengenommen, dann wurde im EDEKA eingekauft und gepackt und nachmittags wurden die Lebensmitteltüten zu den Bestellern ausgefahren. In den ersten Wochen waren auch Jugendliche aus der Jungen Gemeinde an der Aktion beteiligt.
Zu Ostern gab es einen Extra-Gemeindebrief. Besonders gelungen fand ich, dass alle Bürgermeister/innen sich mit einem Grußwort und guten Wünschen beteiligt hatten. Dafür gab es viel positives Feedback.
Zehn Mal war ich donnerstags bei der Ausgabestelle der Tafel in der Petrus-Gemeinde auf dem Dreesch, einem Neubaugebiet von Schwerin. In Vertretung für viele Ehrenamtliche, die als Gefährdete zu Hause bleiben mussten, habe ich ein tolles Team erlebt und viele wichtige Erfahrungen mitgenommen.
Meine Frau hielt derweil Kontakt zu den Kindern und Familien. Nach Möglichkeit versandte sie alle zwei Tage per WhatsApp Erzählungen biblischer Geschichten. Sie schickte Briefe und kleine Geschenke und viele Kinder und Eltern meldeten sich zurück.
Seit dem 3. Mai dürfen wir wieder Gottesdienste feiern – mit Abstand und möglichst draußen. Das war eine schöne Erfahrung, wieder zusammen sein zu dürfen, gemeinsam zu singen und zu beten.
Am 20. Mai war ich das erste Mal wieder zu einem Gottesdienst im Pflegeheim – genauer gesagt in einem Zelt im Garten. Endlich wieder ein Stück Normalität auch für die Ältesten!
Die Junge Gemeinde und auch die Konfirmanden treffen sich nun wieder – mit Abstand, im Pfarrgarten oder in der Kirche. Auch die älteren Christenlehre-Gruppen in Sukow und Pinnow kamen zusammen und unternahmen Fahrradtouren.
In den Sommerferien dürfen wir schon wieder Freizeiten für Kinder und Jugendliche anbieten. So fahren wir mit unseren Jugendlichen in der ersten Ferienwoche auf der Peene in Vorpommern paddeln. In der letzten Woche kommen rund 40 Kinder mit in das Freizeitenheim Neu Sammit. Die Kinder und Jugendlichen sind voller Vorfreude!
Jetzt steht der Sommer vor der Tür und der „Neue Alltag“ wird zunehmend eingeübt – auch bei uns. Was dürfen wir tun und was nicht? Niemand soll in Gefahr gebracht werden! Was kann ich also vor meinem Gewissen verantworten? Diese Fragen werden noch lange unseren Alltag mitbestimmen. Vielleicht ist die Situation nach den Ferien eine andere; ich hoffe, eine bessere.
Ich wünsche Euch in Roßtal eine gute Zeit. Sucht weiter mit Abstand die Nähe zu Euren Nächsten.
Und wenn Corona vorbei ist, dann freuen wir uns auf einen Gegenbesuch bei Euch. Besonders unsere Jugendlichen sind schon sehr gespannt!
Bleibt weiter behütet!
Euer Tom Ogilvie, Pastor in Pinnow.

Der Coronakommentar
Es heißt Mund Nasenschutz. Und das ist es auch nur dann, wenn es beides bedeckt. Es heißt Mund-Nasenschutz und ist ein Teil des Gesamkonzeptes zum Schutz vor Covid 19 . Klar ist er lästig, der Mund –Nasen-Schutz, klar läuft die Brille immer an, klar nervt er beim Sprechen und verbirgt das Gesicht des Gegenübers. Und mein Wunsch wäre, wie der Wunsch vieler Anderer auch, wir könnten darauf verzichten. Wie auf viele andere, viel strengere Maßnahmen zuvor auch. Darum die Nachfrage, was ist so schlimm am Tragen des Mund-Nasenschutzes, verglichen mit all den anderen Maßnahmen, die Covid 19 ausgelöst hat, angesichts der Triage in den Krankenhäusern Spaniens, oder den nicht behandelten Menschen in den schwedischen Altenheimen, angesichts von Quarantänemaßnahmen, die Familien, Nachbarschaften, Betriebe stilllegten? Dem Verzicht auf Reisen und  Urlaube? Was ist am Mund Nasen Schutz so schlimm, verglichen mit dem überstandenen Home learning mit unmotivierten Kindern, oder den Besuchsverboten im Altenheim? Was ist die Zumutung durch den Mund Nasenschutz? Was ist die Einschränkung meiner Freiheit, wenn ich ihn im Gesicht trage? Und ich schütze damit die anderen und damit letztlich auch mich selbst. Darum je mehr und je konsequenter er getragen wird, der Mund –Nasen- Schutz, desto schneller sind wir alle ihn los.  Und noch etwas, wer ihn nur auf Halbmast trägt, tut uns allen keinen Gefallen damit, denn es ist ein Mund und Nasenschutz für meine Umwelt und wenn jetzt erst die ersehnte App kommt, dann weiß auch wirklich jeder, wer hier die anderen gefährdet hat.
PS: Und ganz ehrlich ich bewundere Menschen, die ihn den ganzen Tag über tragen müssen und tragen können.

Ganz zum Schluss:
Haben Sie sich schon an der Wochenchallenge beteiligt und die Verkäuferinnen bei Ihrem Einkauf gelobt? Noch ist ein Wochenende dafür Zeit…

 

Donnerstag 11.6.2020

Die gute Nachricht
Neuseeland ist coronafrei. So lauten jedenfalls die Informationen von der anderen Hälfte der Weltkugel. Das ist auch für den Rest der Welt ein Hoffnungsschimmer, denn so wird klar: Corona ist besiegbar und die Pandemie wird ein Ende finden.

Der Bibellesetipp
Wie wäre es heute einmal mit echt harter biblischer Kost? Wie wäre es heute einmal wieder mit den 10 Geboten? Nicht die Variante aus dem Konfirmandenunterricht, sondern original aus der Bibel? Was fällt beim Lesen auf? Was erschreckt und was tut gut? Manches muss man einfach einmal wieder im Original lesen. Darum klicken Sie hier:  2. Mose 2-17

Der Denkanstoß von Thomas Rucker
Die Kolleginnen aus dem Büro waren ganz erstaunt, dass ich mich dazu bekenne, Disney-Prinzessinnen-Filme anzuschauen. Welches meine Lieblingsprinzessin ist?
Balu! Ja, Balu, der Bär aus dem Dschungelbuch. Das war der erste Film, den ich 1968 je im Kino gesehen habe. Balu, verkleidet als OrangUtan-Weibchen tanzt mit King Louie und zusammen singen sie ein Jazzduett aus rhythmisch aneinander hängenden, sinnlosen Lauten. Ich hatte noch nie eine solche Musik gehört und es hörte sich verdammt gut an.
Und das Beste ist, wenn Mama Balu mit Mogli, ihrem Bärenjungen, auf dem Bauch den Fluss hinunter treibt und singt „Probiers mal mit Gemütlichkeit“. „The Bare Necessities“, ins Heute übertragen würde man das wohl als „systemrelevante Notwendigkeiten“ übersetzen.
Was systemrelevante Notwendigkeiten sind, steht auch in unserer Bibel, im Buch des Predigers: „Und wenn irgendein Mensch bei all seiner Mühe isst und trinkt und Gutes geniesst, ist auch dies ein Geschenk Gottes.“ (Prediger 3,13 Züricher Bibel) Balu würde dazu sagen: „Oh Yeah“.

Spazieren und Radeln rund um Roßtal
Ein Klick und die Wanderwege um Roßtal erscheinen. Und wer lieber auf zwei Rädern unterwegs ist, kann auf den Spuren der Hohenzollern radeln.

Naturbeobachtung ganz nah
Günter Hochbergers Libellen sind phantastisch! Klicken Sie darum hier um sie noch einmal unter die Lupe zu nehmen.

Des Herren Leib - Was es mit Fronleichnam auf sich hat
Was das Heilige Abendmahl bedeutet und wie wir es würdig feiern können, hat zu allen Zeiten Christen bewegt. Als er zum letzten Mal mit seinen Jüngern zum Essen beieinander saß, ließ Jesus den Becher mit dem Wein kreisen und er brach ein Stück Brot und verteilte es an seine Freunde. Er forderte seine Jünger auf: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“
Wie kann das würdevoll und richtig geschehen?
In der ersten Überlieferung, die wir über die Einsetzung des Heiligen Abendmahls durch Jesus Christus im 1. Korintherbrief, 11. Kapitel haben, widersetzt sich Paulus Tendenzen, das Mahl für ein Sauf- und Fressgelage zu missbrauchen. Die Balance zwischen Freudenmahl, Gemeinschaftsmahl und Heiliger Handlung war schon immer ein schmaler Grat, auf dem Christen bei der Feier des Heiligen Abendmahls wandelten.
Besonders wie die Worte Jesu, „Das ist mein Blut des neuen Bundes“ und „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird“, zu verstehen seien, haben die Christen zu Spekulationen verleitet. Sind sie nur symbolisch zu verstehen? Ist Christus unsichtbar anwesend in der Gemeinschaft derer, die das Heilige Abendmahl feiern? Ist er wirklich Brot und Wein? Nur solange wir die Elemente konsumieren oder auf ewig und immer?
In einer viele Jahrhunderte langen Diskussion legte die Westkirche 1215, auf dem Vierten Laterankonzil, die sogenannte Transsubstantiationslehre fest. Diese besagt, dass das Brot seinem Aussehen und seiner physikalischen Form nach weiterhin Brot ist, aber sein Wesen, das was Brot ausmacht, also seine Substanz durch das Wesen Jesu Christi ersetzt wird. Durch die Worte, die der rechtmäßig geweihte Priester bei der Messe spricht, lässt sich Christus in der Hostie gefangen setzen.
Vor diesem heiligen Wunder scheute es die Christen. Sie wollten zwar gerne zuschauen und es anbeten, aber Christus in der Hostie in ihre dreckigen, sündhaften Hände nehmen oder gar essen, davor scheuten sie zurück.
In Lüttich hatte schon 1209 Juliana, eine Nonne und Augustinerchorfrau, in einer Vision Christus gesehen, der ihr mitteilte, dass iIm Laufe des Kirchenjahres immer noch ein wesentliches Fest fehle und zwar das Fest zur Verehrung des in der Eucharistie gewandelten Christus. 1246 wurde das Fronleichnamsfest (Fron=Herr, Leichnam=Leib, Körper) in Lüttich gefeiert und schon 1264 durch Papst Urban IV. zum Fest für die gesamte Kirche festgelegt. Beim Fronleichnamsfest wird der Leib des Herrn Christus in der geweihten Hostie in einem kostbaren Schaugefäß (Monstranz) durch die Straßen der Stadt oder des Dorfes getragen und so den Gläubigen zur Anbetung und Verehrung gezeigt.
Martin Luther nannte dies „das schändlichste aller Feste“, denn durch die Zurschaustellung und Anbetung entzieht man das Brot dem, wofür es eigentlich da ist, dem Verzehr um unseren Hunger zu stillen. Unseren Hunger nach Nahrung, unseren Hunger nach Gemeinschaft mit anderen Menschen, unseren Hunger nach Gemeinschaft mit Christus und Gott, unseren Hunger nach einer neuen, besseren Welt.

Aus dem Gemeindeleben
Heute gibt es einen Gottesdienst vor dem Betreuten Wohnen. Um 15.15 Uhr findet er für die Bewohnerinnen und Bewohner am Jakobsweg statt. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“ ist das Thema dieses Freiluftgottesdienstes.

Neu: Projekt: Video -  Kurzandachten in der Kirche
Es ist soweit. Ganz bequem von zu Hause können Sie nun eine Kurzandacht aus der St. Laurentiuskirche ansehen. In Zeiten von Corona versuchen wir als Kirchengemeinde auf die Veränderungen zu reagieren. Digitale Kommunikation rückt mehr in den Vordergrund und wir suchen nach neuen Wegen, um mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. So ein Ansehen von einem Video auf dem Handy oder PC ist absolut virenfrei und daher für uns eine sichere Möglichkeit mit Ihnen Andacht zu feiern.
Wir haben auch noch festgestellt, dass sich unser Kirche, also unser Kirchenraum verändert hat. Die Kirche ist oft leer. Allein oder zu zweit sitzen wir zum Abendgebet in den Kirchenbänken. Wir sehen plötzlich alles aus einer neuen Perspektive. Eine neue Stille lenkt die Blicke auf die Kanzel, den Altar und die vielen anderen großen und kleinen Objekte in unserer Kirche. Wir gehen auf Entdeckungsreise und sehen dabei viele Kirchenschätze! Das wollen wir zum Anlass nehmen und spüren dieser neuen Sicht auf die Dinge in unserer Kirche und der Welt nach.
In dieser neuen Andachtsreihe wird ein Team aus Hauptamtlichen und Kirchenvorstehern sich diesem neuen Projekt stellen und Videoandachten für Sie drehen. Bleiben Sie gespannt: Etwas Neues wird kommen! Diese und weitere Videos finden Sie ab sofort auf dem Youtube-Kanal der Evangelischen Kirche Roßtal oder direkt hier unter der Kachel "Kurzandachten online"

Das Neue Normal - Einkaufen im Weltladen
Zu den wichtigen und guten Veränderungen einer Zeit nach Corona gehört der Blick auf die armen Länder. Damit rückt auch der Weltladen in den Mittelpunkt. Seine Produkte, fair gehandelt, ermöglichen Menschen in den armen Ländern des Südens ein besseres Einkommen. Der Welt-Laden Roßtal hat für Sie geöffnet:
Donnerstags von 14:00-18:00 und samstags von 09:00-12:00 Uhr.
Sie haben zudem auch die Möglichkeit während dieser Öffnungszeiten unter der Tel.-Nr. 0160 9108 6972 eine Bestellung mitzuteilen, die Sie wahlweise
-    selbst abholen, nur während der Öffnungszeiten
-    oder sich die Bestellung liefern zu lassen
Die Lieferung erfolgt: Donnerstags zwischen 18:00 und 19:00 Uhr, Samstags zwischen 12:00 und 13:00 Uhr

Der Coronakommentar
Beleidigte Leberwurst, das war in meiner Kindheit ein Titel, den keiner gerne haben wollte und auf dem Schulhof ging es wirklich nicht immer gesittet zu. Aber eine beleidigte Leberwurst, war einer der keinen Humor hatte, alles persönlich nahm, der keine Ichstärke besaß und der sehr schnell zum Spielverderber wurde. Nein eine beleidigte Leberwurst wollte keiner sein, denn diesen Titel wurde man nicht so schnell los. Beleidigt sein ist eine Schwäche.
Leider machen manche damit Politik und das mit aller Brutalität. Nichts gegen die Prüfung vieler Aussagen durch die Justiz, Aufruf zu Haß ist ein Verbrechen und Beleidigungen muß man nicht dulden. Aber als beleidigte Leberwurst Politik zu machen ist gefährlich, führt zu Überreaktionen, führt zu Gedankenlosigkeit und warum sollte ein ganzer Staat für die Gefühle einer beleidigten Leberwurst gerade stehen, bloß weil diese gerade an der Macht ist. Ganze Staaten werden so zu Geiseln der Gefühle eines einzelnen. Geht’s noch? Gefühle haben in der Politik ihren Platz ja. Aber letztlich nur als Mitgefühl für die Schwachen. Aber das scheinen manche zu vergessen…

 

Mittwoch, 10. Juni 2020

Die gute Nachricht: 3 Millionen Gerettete
Keine Ahnung wie das geht aber Forscher rechneten aus, dass in ganz Europa rund 3 Millionen Menschen mehr an Covid-19 verstorben wären, wenn nicht der beherzte Lockdown überall in Europa durchgezogen worden wäre. Damit war sich fast ganz Europa darin einig: das Leben der Menschen ist wertvoller als politische Karrieren oder wirtschaftliche Interessen.

Der Bibeltipp aus aktuellem Anlass
Jeder Mensch ist das Ebenbild Gottes. Das gibt ihm eine große Würde und eine große Verantwortung. Und auch wenn der Schöpfungsbericht ein theologischer Bericht ist und damit das Glaubenszeugnis seiner Zeit weitergibt, er ist die Grundlage des Menschenbildes in unserem christlichen Abendland. Ebenbild Gottes ist der Mensch und damit ist seine Würde unantastbar. Siehe 1. Buch Mose 1, 26-29
Aus aktuellem Anlass und zur Erinnerung ein Blick auf die Menschenrechtscharta der UN

Aus dem Gemeindeleben

- Orgelmusik mit Michael Bauer gibt es heute um 11 Uhr an der Orgel der Laurentiuskirche.

- Jeden Abend um 18 Uhr sprechen Ihre Hauptamtlichen ein Abendgebet für den Ort, die Gemeinde und die Welt.

Celloduett mit Orgel 
Lassen Sie sich entführen zu einem besonderen Klanggenuss. Judith Popp und Rainer Lüders an den Celli und Michael Bauer an der Orgel spielen Vivaldi Concerto.

Dieses und weitere klangvolle Videos finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.

Die Challenge der Woche läuft - schon an deine Kassiererin gedacht?
Keine 8 Wochen ist es her, dass alle systemrelevanten Berufe ins Bewusstsein traten. Keine zwei Monate später ist davon nicht mehr viel zu spüren. Im Gegenteil, die Menschen, die die öffentliche Versorgung aufrecht erhielten, die müssen sich jetzt wegen des Mund-Nasenschutzes oder auch weil sie die Auflagen der Behörden durchsetzen müssen, manches anhören und gefallen lassen. Zeit darum eine Challange für die kommenden beiden Wochen zu starten und sich etwas Nettes für die Verkäuferinnen auszudenken. Zeit darüber hinaus für Höflichkeit und Freundlichkeit auch dann im Supermarkt zu sorgen, wenn die eigene Brille angelaufen ist und die Schlange wieder länger wird. Also eine echte Challenge!

Grüße aus Siha
Der Originaltext von Dekan Kileo:
ELCT NORTHERN DIOCESE SIHA DISTRICT
27th May, 2020
GREETINGS FROM SIHA
Dear Rev. Markus Broska (The Pastor for Partnership),
Receive warm and lovely greetings from Siha District of the ELCT Northern Diocese. It is my hope that you, your family and the Partnership Committee members and all friends of Siha and all members of the ELKB – Fuerth District are fine. We at Siha are doing well regardless of some challenges we are facing including the fear of COVID-19.
We received with great ambitions your appointment as the Partnership Pastor. We hope as you have started, you will be a good coordinator of the two districts (Fuerth and Siha). We expect through you to have more parishes and individuals participating in issues of the partnership.
The World now is in the challenge of the COVID-19 which is affecting almost all aspect of the human life. COVID-19 has spread almost all over the World, Germany and Tanzania among. A number of people have been infected, some of the ending losing their lives both in Germany and Tanzania, it is a great sorrow to all of us. We heard that in your country the churches were closed as the way to take precaution to more spread, here in Tanzania we are still have Sunday services but with precautions as we are directed by the Ministry of Health. Children are exceptional, so, we do not have Sunday Schools and confirmation classes for them in the church, instead, parents are instructed to teach them in their homes. In this COVID-19 arena, the situation is so difficult to
people especially the health personnel working in the Health Centers and Hospitals. Due to poor and lack of protective gears they afraid of being infected. Let us keep praying for them that they will be protected against the pandemic. Most of the Health Centers and Hospitals become the centers of isolation for the people affected as they are waiting for their sample results. Due to this, our Sanya Juu Health Center as other Health centers according to the order should have the ambulance car for rushing the suspected persons to the selected isolation centers. We are still thinking how to implement the order, even by buying a used Toyota Noah to modify it to become an ambulance. As you remember, this year is our 25th anniversary of the partnership, and you remember we planned to celebrate on August, 2020. But because of the
COVID-19 it seems to be difficult. We accepted your idea of postponing your trip to Siha as well as the celebration because the COVID is still there and we are not sure about the situation in August. At the moment the gatherings rather than Sunday masses are discouraged, schools are still closed except universities and form six students will open the studies on 01/06/2020. The flights are now allowed, so if you have the same situation in your country, maybe you will think again about the August Jubilee event.
In order to keep in memory, the 25th anniversary of our partnership, we decided to build the memorial tower at our district office. We will discuss it with our Bishop Rt. Rev. Dr. Fredrick Shoo who promised to be the guest of honor on the celebration day. We are still hoping that the COVID-19 will end one
day, and the life will become normal. Convey our sorrowful greetings to the families which lost their relatives due to COVID-19 and the get well soon message to those who are infected and affected by the COVID-19.
“We commit our ways to the LORD, we trust in HIM, we know that he will act.” (Psalm 37: 5)
Convey also our sincere greeting to your family, to all three Deans of Fuerth, the Partnership Committee members and to all friends of Siha.
Yours,
Rev. Elisa A. Kileo
THE DEAN

Die deutsche Übersetzung des Briefs:
ELCT NORTHERN DIOCESE SIHA DISTRICT
27. Mai 2020
GRÜSSE VON SIHA
Lieber Pfr. Markus Broska (Der Pastor für Partnerschaft),
Empfangen Sie herzliche und liebe Grüße aus dem Bezirk Siha der Nord-Diözese ELCT. Ich hoffe, dass es Ihnen, Ihrer Familie und den Mit-gliedern des Partnerschaftsausschusses sowie allen Freunden von Siha und allen Mitgliedern des Distrikts ELKB-Fürth gut geht. Uns in Siha geht es gut, ungeachtet einiger Herausforde-rungen, denen wir gegenüberstehen, ein-schließlich der Angst vor COVID-19.
Wir haben mit großen Erwartungen Ihre Ernennung zum Partnershaftspfarrer erhalten. Wir hoffen nach Ihrem Start, dass Sie ein guter Koordinator der beiden Distrikte (Fürth und Siha) sein warden. Wir erwarten durch Sie, dass mehr Gemeinden und Einzelpersonen an den Themen der Partnerschaft teilnehmen.
Die Welt steht jetzt vor der Herausforderung von COVID-19, was fast alle Aspekte des menschlichen Lebens betrifft. COVID-19 hat sich fast auf der ganzen Welt, in Deutschland und in Tansania verbreitet. Eine Reihe von Menschen wurde infiziert, einige von ihnen haben sowohl in Deutschland als auch in Tansania ihr Leben verloren. Das ist eine große Trauer für uns alle. Wir haben gehört, dass in Ihrem Land die Kirchen geschlossen wurden, um Vorsichtsmaßnahmen für eine größere Verbreitung zu treffen. Hier in Tansania haben wir immer noch Sonntagsgottesdienste, aber mit Vorsichtsmaßnahmen, die vom Gesund-heitsministerium angewiesen wurden. Kinder werden besonders behandelt, daher gibt es in der Kirche keine Sonntagsschulen und Konfirmationskurse für sie. Stattdessen sind die Eltern angewiesen, sie in ihren Häusern zu unterrichten.
In diesem COVID-19-Ereignis ist die Situation für die Menschen, insbesondere für das in den Gesundheitszentren und Krankenhäusern tätige Gesundheitspersonal, so schwierig. Aufgrund der schlechten und fehlenden Schutzausrüstung haben sie Angst, infiziert zu werden. Lasst uns weiter für sie beten, dass sie vor der Pandemie geschützt werden. Die meisten Gesundheitszentren und Krankenhäuser werden zu Isolationszentren für die Betroffenen, die auf ihre Testergebnisse warten. Aus diesem Grund sollte unser Sanya Juu-Gesundheitszentrum wie andere Gesundheitszentren gemäß der Order über einen Krankenwagen verfügen, um verdächtigen Personen zu den ausgewählten Isolationszentren zu bringen. Wir denken immer noch darüber nach, wie wir den Auftrag umsetzen können, selbst wenn wir einen gebrauchten Toyota Noah kaufen, um ihn zu einem Krankenwagen zu
machen.
Wie Sie sich erinnern, ist dieses Jahr unser 25. Jahrestag der Partnerschaft, und Sie erinnern sich, dass wir geplant hatten, im August 2020 zu feiern. Aber aufgrund von COVID-19 scheint es schwierig zu sein. Wir haben Ihre Idee, Ihre Reise nach Siha sowie die Feier zu verschieben, akzeptiert, da COVID immer noch da ist und wir uns über die Situation im August nicht sicher sind. Momentan sind die Versammlungen mehr als Sonntagsgottesdienste eingeschränkt, die Schulen sind außer den Universitäten noch geschlossen und die Stufe-6-Schüler werden den Unterricht am 01.06.2020 eröffnen. Die Flüge sind jetzt erlaubt. Wenn Sie also in Ihrem Land die gleiche Situation haben, werden Sie möglicherweise noch einmal über das Jubiläumsfest im August nachdenken. Um das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum in Erinnerung zu behalten, haben wir beschlossen,
den Gedenkturm in unserem Bezirksbüro zu errichten. Wir werden es mit unserem Bischof Rev. Dr. Fredrick Shoo besprechen, der versprach, am Festtag Ehrengast zu sein.
Wir hoffen immer noch, dass COVID-19 eines Tages endet und das Leben normal wird. Übermitteln Sie unser Beileid an die Familien, die ihre Verwandten aufgrund von COVID-19 verloren haben, und an die mit der Nachricht, dass sie von COVID-19 infiziert und betroffen sind.
"Wir befehlen unsere Wege dem Herrn, wir vertrauen auf IHN, wir wissen, dass er handeln wird." (Psalm 37: 5) [Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen.]
Übermitteln Sie auch unsere aufrichtigen Grüße an Ihre Familie, an alle drei Dekane von Fürth, die Mitglieder des Partnerschaftsausschusses und an alle Freunde von Siha.
Ihr
Rev. Elisa A. Kileo
Dekan

Kirchen in der Nachbarschaft - Georg, der Drachentöter in Laubendorf
Im Zenngrund zwischen Wilhermsdorf und Langenzenn liegt der Ort Laubendorf. Wie eine Glucke über ihren Kücken sitzt die Kirche über den Häusern des Dorfes. Sie ist dem Heiligen Georg geweiht. Im Chorraum der Kirche ist er dargestellt als Ritter auf dem Pferd, der den Drachen tötet. Über dem schlichten Altar thront Michael, der Engelsfürst mit dem Schwert, der im Buch der Offenbarung das endgültige Böse den Drachen besiegt.
Als der Kaiserliche Heerführer Wallenstein im Dreißigjährigen Krieg 1632 bei Zirndorf lagerte, kamen seine Soldaten auch bis hierher in den Zenngrund auf der Suche nach Nahrung und Vorräten. Die Bewohner des Umlandes flüchteten in die Georgs-Kirche, und bis in die Neuzeit zeigte man die Türe der Sakristei im Turm, an der man noch die Axthiebe der Soldaten sehen konnte. Sie zogen unverrichteter Dinge davon und konnten den Menschen in der Kirche nichts anhaben. So hat die Georgs-Kirche die Menschen, nicht vor dem Drachen, aber vor dem Wüten anderer Menschen beschützt.
Die schlichte Kirche hat keine großen Kunstschätze, aber sie ist in den Sommermonaten täglich geöffnet und lädt ein zur Stille und zum Gebet.
Der Ort Laubendorf hat eine eigenen Bahnstation an der Regionalbahn nach Markt Erlbach und ist von Roßtal aus in gut einer Stunde mit dem VGN erreichbar. (Fotos und Text: Thomas Rucker)

Unser Backtipp: Der ultimative Rhabarberkuchen von Christel Hemmeter
Noch ist Rhabarberzeit - ganz besonders mit dem entsprechenden Kuchen von Christel Hemmeter für 28-cm-Springform

Für den Teig:
300 g Mehl
150 g Fett
eine Prise Salz
50 g Zucker
drei Eigelb
eine Messerspitze Backpulver
Knetteig herstellen und in Springform drücken, mit Gabel einstechen, 20 Minuten bei 200 Grad Ober-Unterhitze backen

Für den Belag:
700 g Rhabarber
100 g Zucker
zwei Teelöffel Gustin
Rhabarber in Stücke schneiden, mit Zucker und Gustin mischen, auf vorgebackenen Teig füllen und nochmals 20 Minuten bei 200 Grad backen.

Zum Abschluss: Drei Eiweiß zu steifem Schnee schlagen, 50 g Zucker zufügen und auf den etwas ausgekühlten Kuchen streichen. Nochmals bei 220 Grad acht bis zehn Minuten backen.
Wir wünschen gutes Gelingen!

Der Coronakommentar
„Urteile nicht über einen Menschen, bevor du nicht drei Meilen in seinen Mokassins gelaufen bist“, so soll eine alte indianische Weisheit lauten. Drei Meilen, eine Stunde Spazierweg, nicht viel um zu überlegen, nicht viel, um einen menschen zu beurteilen,  aber doch viel mehr Zeit, als ein schnelles Urteil, viel mehr Zeit zum Überlegen, als eine schnelle mail, viel mehr Zeit als ein like, oder ein hate in den sozialen Medien. Und genau das brauchen wir, viel mehr zeit, um einen Menschen wertzuschätzen, um ihn zu beurteilen, um ihn sympathisch zu finden, oder eher neutral… Es ist ja so einfach einen Menschen zu sehen und ihn zu beurteilen, oder zu verurteilen, und es ist so einfach den ersten Eindruck mit einem Klick zu verfestigen und aller Welt mitzuteilen. Und das Urteil braucht keine Stunde und die Verurteilung eines Menschen einfach so, braucht nur ein paar Vorurteile, nur ein paar Bilder im Kopf, oder Stereotype, oder jemanden der sagt das ist so und Menschen senken den Daumen, oder jubeln einander zu. Damit werden andere Menschen viel zu schnell  beurteilt. Und damit falsch beurteilt.  Deshalb noch einmal, vor einem Urteil über einen Menschen, beurteile ihn nie, bevor du nicht drei Meilen in seinen Schuhen gegangen bist und versuche ihn und sein Verhalten damit zu verstehen. Dann fällt man Urteil anders aus und auch Rassismus hat keine Chance.

 

Dienstag, 9.Juni 2020


Die gute Nachricht
Die Öffnung geht weiter: Konzerte im Freien oder im Saal werden wieder möglich, Musikgruppen und Bläserensembles dürfen sich wieder treffen und auch Erwachsenenbildungsveranstaltungen sind neben geöffneten Schulen und Kindertagesstätten wieder möglich. Damit wird auch das Gemeindeleben in unserer Kirchengemeinde in Teilen wieder möglich und Kirchenvorstand und Hauptamtlichenteam entwickeln Konzepte, wie das Gemeindeleben im neuen Normal aussehen kann und wird.

Der Bibellesetipp
Klar wer wandert freut sich über das Erreichen seines Zieles. Das gilt und galt auch für alle Wallfahrer und Jerusalem zu erreichen, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen macht fröhlich und läßt Jubeln und wenn man Jerusalem als Lebensziel deutet, dann gilt dies um so mehr. Versuchen Sie den Psalm einmal als Loblied für Lebensziele, oder Zeitabschnitte auf dem Weg durch ihr Leben zu lesen…. Klicken Sie hier:  Psalm 122

Aus dem Gemeindeleben
Heute wird gefensterlt. Dienstag ist in der Coronazeit, die Zeit des Fensterlns und des Gottesdienstfeierns im Freien. Heute um 16 Uhr finden vor der Nordfassade des Altenheimes und vor dem Garten im Westen wieder Fensterl-Gottesdienste statt. Musikalisch unterstützt von Brigitte Stief am Akkordeon, erklingt die gute Botschaft von der Liebe Gottes wieder vor den Fenstern des AWO Heimes.

Am Mittwoch und am Freitag jeweils um 10 Uhr ist Michael Bauer wieder an der Orgel der Laurentiuskirche zu hören.

Neu: Projekt: Video -  Kurzandachten in der Kirche
Es ist soweit. Ganz bequem von zu Hause können Sie nun eine Kurzandacht aus der St. Laurentiuskirche ansehen. In Zeiten von Corona versuchen wir als Kirchengemeinde auf die Veränderungen zu reagieren. Digitale Kommunikation rückt mehr in den Vordergrund und wir suchen nach neuen Wegen, um mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. So ein Ansehen von einem Video auf dem Handy oder PC ist absolut virenfrei und daher für uns eine sichere Möglichkeit mit Ihnen Andacht zu feiern.
Wir haben auch noch festgestellt, dass sich unser Kirche, also unser Kirchenraum verändert hat. Die Kirche ist oft leer. Allein oder zu zweit sitzen wir zum Abendgebet in den Kirchenbänken. Wir sehen plötzlich alles aus einer neuen Perspektive. Eine neue Stille lenkt die Blicke auf die Kanzel, den Altar und die vielen anderen großen und kleinen Objekte in unserer Kirche. Wir gehen auf Entdeckungsreise und sehen dabei viele Kirchenschätze! Das wollen wir zum Anlass nehmen und spüren dieser neuen Sicht auf die Dinge in unserer Kirche und der Welt nach.
In dieser neuen Andachtsreihe wird ein Team aus Hauptamtlichen und Kirchenvorstehern sich diesem neuen Projekt stellen und Videoandachten für Sie drehen. Bleiben Sie gespannt: Etwas Neues wird kommen! Diese und weitere Videos finden Sie ab sofort auf dem Youtube-Kanal der Evangelischen Kirche Roßtal oder direkt auf dieser Seite unter der Kachel "Kurzandachten online"

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Wenn ich Abends noch einmal bei uns durchs Viertel gehe, dann strömt mir fast aus jedem Garten der Duft von frisch Gegrilltem in die Nase. Jetzt, wo man sich wieder mit einen anderen Haushalt treffen darf, lohnt es sich auch den Grill anzuwerfen. Und wenn man dann ein paar Bratwürste zum rechten Nachbarn reicht und ein Schnitzel zum linken Nachbarn, dann hat man schnell vier Haushalte glücklich gemacht.
Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. (Hebräerbrief 13,16)

Der Kinder- und Familientipp
Raus ins Grüne: bei einem Spaziergang kannst du eine Menge entdecken! Dabei musst du gar nicht weit weg – viele Sachen kannst du direkt im Garten oder im Park vor deiner Wohnung finden.
Möglichkeit 1: Deine Mama oder Papa können eine Vorlage machen, was alles entdeckt werden soll (wie auf unserem Bild).
Möglichkeit 2: Überleg dir, was du wohl alles finden könntest! Sei ruhig mutig!
Und dann kanns auch schon losgehen! Du wirst überrascht sein, was man alles findet, wenn man genau hinschaut.
Ein bisschen Inspiration für deine Liste findest du hier: Mein Spaziergang in der Natur
Dieser Inspirationszettel liegt auch in der Laurentiuskirche auf dem Kindertisch aus. Viel Spaß dabei! (gefunden auf evangelisch-digital.de)

Die Menschen hinter dem Coronatagebuch - Teil 1: Redaktion und Texte
Fast 70 Ausgaben gibt es jetzt vom Coronatagbuch online. Aktuelle Informationen, Hintergründe zur Gemeindearbeit, Historische Fakten, Konzerte und Bildergalerien sind hier digital erschienen. Grund genug heute hinter die Kulissen zu schauen. Das Coronatagbuch entsteht am  Schreibtisch des Hauptamtlichenteams… Im Austausch miteinander wurde das Grobkonzept besprochen und seither sitzen die Pfarrer und Diakone der Gemeinde und schreiben Texte fürs Coronatagebuch. Dazu gibt es treue Lieferanten von regelmäßigen Seriien:  Die Bilder der Hoffnung liefert Günter Hochberger treu und in fantastischer Qualität. Für Videoaufnahmen und damit man die Kirchenmusik auch hören kann arbeitet Reinhard Westphal mit und liefert wunderschöne Videos aus der Kirche und der Kirchenmusik. Hier unterstützen auch Heike Schalldach und Cathrin Gräf.  Die Buchtipps aus dem Vier Türme Verlag und das Interview mit Pater Anselm Grün vermittelte deren Mitarbeiterin Charlotte Künne. Monika Huber und Martin Horneber aus dem Kirchenvorstand schreiben regelmäßig zu Anfragen aus dem Pfarramt. Ergänzt werden sie durch eine große Zahl weiterer Autoren, die vom Kirchenbüro angefragt, sofort bereit waren für das Coronatagebuch zu schreiben.
Sind die Artikel geschrieben, laufen die Fäden im Kirchenbüro bei Pfarrer Künne zusammen und werden von ihm zusammengestellt. Von hier aus geht es dann an Jutta Hermann und Johanna Wollnik, wobei letztere seit einigen Ausgaben Korrektur liest und Jutta Hermann aus dem Homeoffice in Fleißarbeit die Digitalausgabe sowie die Printausgabe erstellt. Eine Aufgabe, die jetzt im wohlverdienten Urlaub von Jutta Hermann, Alexander Schneider übernommen hat. Beider Einsatz in vielen Stunden ermöglicht, dass auch heute wieder eine neue, hoffentlich interessante, Coronatagebuchausgabe auf unserer Website zu lesen ist. Über den Druck und die Verteilung der Printausgabe wird in den folgenden Tagen hier ein Artikel erscheinen.

 

Montag, 8. Juni 2020

Ein Irrtum:
Weil der Wunsch der Vater des Gedankens ist… Es wäre so schön gewesen, wenn die Mehrwertsteuer ab Silvester sinkt, aber leider ist es nur so, daß sie bis Silvester abgesenkt wird. Ich bitte die Ungenauigkeit zu entschuldigen und leider ist die Mehrwertsteuer ab Silvester wieder die alte.

Die gute Nachricht: Es regnet
Immerhin 22 Liter pro Quadratmeter bis Sonntagmittag und es ist regenkühl. Damit haben Garten und Feldfrüchte dieses Jahr doch noch eine Chance und können wachsen. Damit können unsere Gärten und Felder schon etwas anfangen und es wächst und sprießt weiter….Natürlich sind diese Mengen nichts für Wälder und Bäume, aber ein Anfang ist gemacht und der Regen vom Wochenende tut erst einmal gut. Das aktuelle Wetter und ganz genaue Wetterdaten erfährt man auf der Seite www.wetter-rosstal.de

Der Bibellesetipp
Nimmt man die Grausamkeiten dieses Abschnittes nicht wortwörtlich, dann ist der Regen in der Abenteuergeschichte des Elia ein großes Geschenk Gottes und der Wettstreit zwischen dem Gottespropheten und den Baalspriestern eine Machtdemonstration Gottes und der einsetzende Regen ein Zeichen für seinen Segen. Doch lesen Sie die Geschichte selber:  1. Könige 18 . 19-46

Aus dem Gemeindeleben
Die Druckversion des Coronatagebuches liegt in der Kirche und bei Blumen Fröschel für alle bereit, die eher nicht im Internet unterwegs sind. Gerne kann auch ein Exemplar für den Nachbarn mitgenommen werden.

Aus der weiten Welt: Pfingsten in Frankenmuth
Auch in unserer Partnergemeinde in Frankenmuth dürfen wieder Gottesdienste gefeiert werden. Das Bild aus Frankenmuths Lorenzkirche zeigt, dass auch dort das Abstandsgebot gilt und Maske getragen werden muss. Das Abendmahl wurde durch die geöffnete Autoscheibe gereicht - sozusagen ein Drive-through-Abendmahl. In einem Glas befand sich dabei oben die Hostie und unten der Abendmahlswein. Beides natürlich streng nach den Hygieneregeln luftdicht verpackt.

Die Challenge der Woche: Denk an deine Kassiererin…
Keine 8 Wochen ist es her, dass alle systemrelevanten Berufe ins Bewusstsein traten. Keine zwei Monate später ist davon nicht mehr viel zu spüren. Im Gegenteil, die Menschen, die die öffentliche Versorgung aufrecht erhielten, die müssen sich jetzt wegen des Mund-Nasenschutzes oder auch weil sie die Auflagen der Behörden durchsetzen müssen, manches anhören und gefallen lassen. Zeit darum eine Challange für die kommenden beiden Wochen zu starten und sich etwas Nettes für die Verkäuferinnen auszudenken. Zeit darüber hinaus für Höflichkeit und Freundlichkeit auch dann im Supermarkt zu sorgen, wenn die eigene Brille angelaufen ist und die Schlange wieder länger wird. Also eine echte Challenge….

Der Kinder- und Familientipp
Kreative Bastelideen, Experimente, Fingerspiele und und und finden Sie auf evangelisch-digital.de

Die Schätze der Kirche
Wie wird die Sicht auf das Himmelreich Gottes in den Epochen vom frühen Mittelalter über die Reformation bis heute in unserem Kirchenbau verdeutlicht? Welche innenarchitektonischen Gestaltungen sind Zeugen der Reformation? Pfarrer Künne erklärt die reformatorischen Gedanken anhand der Auswahl der biblischen Geschichten der Kanzelbilder. Hier geht's zum Video: https://bit.ly/2XJz8t2

Neue Bilder von Günter Hochberger
Libellen erreichen Fluggeschwindigkeiten von bis zu 50km/h. Außerdem können einige Arten sogar rückwärts fliegen! In der neuen Bildergalerie von Günter Hochberger können Sie diese Flugkünstler aus nächster Nähe betrachten. Hier finden Sie die Bildergalerie Libellen (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Der Buchtipp: Mauritius Wilde „Respekt – Die Kunst der gegenseitigen Wertschätzung“
Respekt ist für Pater Mauritius Wilde die Grundlage menschlichen Zusammenlebens. In diesem Buch erklärt er die Bedeutung dieses wesentlichen Wertes fürs Leben und für die Gesellschaft. Anhand vieler ermutigender Beispiele und praktischer Übungen zeigt er, wie ein respektvoller Umgang mit sich selbst, mit anderen und mit der eigenen Umwelt gelingen kann. Aus dieser Haltung kann ein wertschätzendes Miteinander entstehen.
Das Buch ist online unter https://www.vier-tuerme.de/respekt-die-kunst-der-gegenseitigen-wertschaetzung erhältlich.  ISBN: 978-3-7365-0307-6
Über den Autor: Mauritius Wilde, geboren 1965, ist Priester und seit 1986 Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Zunächst unterrichtete er am klostereigenen Egbert-Gymnasium, bevor er die Leitung des Vier-Türme-Verlags übernahm. Seit 2016 hat er das Amt des Priors in der Primatialabtei Sant'Anselmo in Rom inne. Im Vier-Türme-Verlag war sein Buch Nüchternheit ein großer Erfolg. (Autorenfoto: Julia Martin / Abtei Münsterschwarzach)
Statt einer Leseprobe: https://www.youtube.com/watch?v=IPSCsJI3Xzk

Der Coronakommentar
Was wird das neue Normal unserer Kirche sein? Wie geht Gemeindearbeit innerhalb der Hygieneregeln? Das ist die große Frage an unsere Gemeinde. Und Kirchenvorstand und Hauptamtlichenteam experimentieren. Einerseits setzen wir auf eine starke Internetpräsenz und die verbindet uns als Kirchengemeinde. Die Jugend und ein Teil der Konfirmanden hält über Whats App Kontakt miteinander. Die Familienarbeit vernetzt sich mit einem kleinen Video und einem längeren Chat. Die Chorleiter telefonieren und chatten mit den Sängerinnen und Sängern. Hauskreise finden über Zoom Konferenzen statt und das Coronatagebuch versucht werktäglich den Kontakt zu vertiefen. Viele Themen und Arbeitsbereiche sind hier digital, oder mit der Printversion zu lesen. Das ist ein Teil unserer digitalen Welt. Daneben aber gibt es eine Rückkehr der persönlichen Begegnungen. Nachdem keine Gruppen und Kreise erlaubt sind, wohl aber das Feiern von Gottesdiensten im Freien möglich ist, werden in den kommenden Wochen diverse Zielgruppengottesdienste stattfinden. Und weil die Teilnehmerzahlen sowohl in der Kirche, wie im Freien für Gottesdienste beschränkt ist finden jetzt statt der großen Festgottesdienste viele kleine Gottesdienste statt und es entstehen Konzepte für eine echte Kirche unterwegs… mag sein, daß das ein Weg sein wird, den wir als Kirchengemeinde weitergehen, Mag sein, auch daß kleine Hausgemeinden wieder wichtig werden und digitale Webinare, oder Seminare die Gemeindearbeit prägen werden. Es ist ein stochern im Neben und doch ganz langsam beginnt das neue Normal in unserer Gemeinde Wirklichkeit zu werden und  sowohl digital, aber auch physisch versuchen wir den Gottesdienstauftrag der Kirche umzusetzen und Kirchenvorstand, wie auch Hauptamtlichenteam sind gespannt, wie uns das gelingen wird. Bitte helfen Sie mit und geben sie Anregungen und Wünsche weiter. Sie helfen so Gemeinde der Zukunft zu bauen.

 

Samstag 6. Juni 2020


Die gute Nachricht
Der Mount Everest ist klar zu erkennen und manch anderer Berg ebenso. Die Luft in Neu Delhi kann man wieder atmen und in Peking scheint die Sonne... In Roßtal ist die Luft so klar, dass jedes Auto, das vorbeifährt, noch minutenlang zu riechen ist. Die Luft ist rein und klar wie schon lange nicht mehr und sie so zu erhalten, das wäre ein Ziel für das neue Normal.

Der Bibellesetipp
Früher war es ganz selbstverständlich, die Kinder wurden gesegnet, wenn sie am Morgen das Haus verließen. Taufe, Konfirmation, Trauung, ja der Tod sie alle waren und sind Anlässe für einen Segen und mancher der den fränkischen Gruß Ade sagt meint Gott behüte dich. Ein solches Segenswort ist das älteste Stück Bibel, das bis heute erhalten ist. Ein kleines Silberplättchen mit dem Segen, der in vielen Sonntagsgottesdiensten noch heute gesprochen wird. Lesen Sie selber und spüren Sie die Kraft dieser Worte: 4.Mose 6.22-27

Aus dem Gemeindeleben
Gottesdienste am Sonntag, 7.Juni 2020
Feiern wir, mit unserem Coronaschutzkonzept um 9 Uhr und um 10 Uhr in St. Laurentius Roßtal. Kindergottesdienst und Gottesdienste in den Filialkirchen finden noch nicht statt.

Blickwinkelgottesdienst am Sonntag, 7.Juni 2020, 18 Uhr
Erstmals nach Ausbruch der Coronapandemie feiern wir einen Blickwinkelgottesdienst. Dieser knüpft an die nachösterlichen Terrassen- und Haustürkonzerte von Wilgard Hübschmann an. Unsere roßtaler Gitarrenvirtuosin wird diesen Gottesdienst am Sonntag ab 18 Uhr maßgeblich prägen und mitgestalten.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine - 2 Meter Abstand sind Pflicht.
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Gottesdienst Zuhause
Anleitung für Gottesdienst@home von Vikarin Natascha Kreß aus Veitsbronn

Kindergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf kirchemitkindern.digital.de

Neu: Projekt: Video -  Kurzandachten in der Kirche
Es ist soweit. Ganz bequem von zu Hause können Sie nun eine Kurzandacht aus der St. Laurentiuskirche ansehen. In Zeiten von Corona versuchen wir als Kirchengemeinde auf die Veränderungen zu reagieren. Digitale Kommunikation rückt mehr in den Vordergrund und wir suchen nach neuen Wegen, um mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. So ein Ansehen von einem Video auf dem Handy oder PC ist absolut virenfrei und daher für uns eine sichere Möglichkeit mit Ihnen Andacht zu feiern.
Wir haben auch noch festgestellt, dass sich unser Kirche, also unser Kirchenraum verändert hat. Die Kirche ist oft leer. Allein oder zu zweit sitzen wir zum Abendgebet in den Kirchenbänken. Wir sehen plötzlich alles aus einer neuen Perspektive. Eine neue Stille lenkt die Blicke auf die Kanzel, den Altar und die vielen anderen großen und kleinen Objekte in unserer Kirche. Wir gehen auf Entdeckungsreise und sehen dabei viele Kirchenschätze! Das wollen wir zum Anlass nehmen und spüren dieser neuen Sicht auf die Dinge in unserer Kirche und der Welt nach.
In dieser neuen Andachtsreihe wird ein Team aus Hauptamtlichen und Kirchenvorstehern sich diesem neuen Projekt stellen und Videoandachten für Sie drehen. Bleiben Sie gespannt: Etwas Neues wird kommen! Diese und weitere Videos finden Sie ab sofort auf dem Youtube-Kanal der Evangelischen Kirche Roßtal


Der Welt-Laden Roßtal hat für Sie geöffnet
Donnerstags von 14:00-18:00 und samstags von 09:00-12:00 Uhr.
Sie haben zudem auch die Möglichkeit während dieser Öffnungszeiten unter der Tel.-Nr. 0160 9108 6972 eine Bestellung mitzuteilen, die Sie wahlweise
-    selbst abholen, nur während der Öffnungszeiten
-    oder sich die Bestellung liefern zu lassen
Die Lieferung erfolgt: Donnerstags zwischen 18:00 und 19:00 Uhr, Samstags zwischen 12:00 und 13:00 Uhr

Auf dem Weg zur neuen Bücherstube
Eine erste Schneise in die Wildnis vor dem zweiten Pfarrhaus schlug eine Einsatzgruppe des Bücherladenteams. Angeleitet von Reinhard Westphal und Helmut Held entsorgten sie säckeweise den abgeschnittenen Wildwuchs rund ums zweite Pfarrhaus.

Was bisher geschah...
Nachdem der Bücherladen in der Richtergasse am 18. Oktober 2019 ausgeräumt werden musste, haben fleißige Helfer alle Bücher und Regale ins zweite Pfarrhaus gebracht. Damit waren in drei Räumen mehr als 13.000 Bücher gestapelt. Für den geplanten Grafflmarkt erwarteten wir wieder drei bis vier tausend Bücher. Weitere außerplanmäßige Bücherannahmen waren damit ohnehin ausgeschlossen. Um Platz zu schaffen, luden wir PKW-Anhänger voll und transportierten wir mit mehreren Fuhren etwa 5400 Bücher zu den benachbarten Gebraucht-warenhöfen der Diakonie.
- Eine Bücherabgabe im geringen Umfang ging weiter, indem wir ein Bücherregal zur Selbstbedienung im Gemeindehaus aufgestellt hatten. Diese Option wird übrigens gut angenommen.-
Neue erfreuliche Messwerte zur Schadstoffbelastung im zweiten Pfarrhaus ließen ein Wunschtraum des Bücherteams wieder auferstehen, einen Bücherladen dort einzurichten. Bis zur Sanierung des Gebäudes kann im Erdgeschoss ein Bücherladen eingerichtet und zumindest für Sonderaktionen geöffnet werden.
Regale aus dem Bücherladen wurden bereits aufgestellt und mit Büchern bestückt. In einem zweiten Raum wurden Büroschränke zu Regalen umfunktioniert. In einemnächsten Schritt wollte das Bücherteam Räume und Regale reinigen, Bücher nach Sparten sortieren und die Räume für eine erste Öffnung vorbereiten. Auch sollte der Garten in Ordnung gebracht werden. Die Corona-Krise hat die Zeitpläne ordentlich durcheinander gebracht. Aber wir sind optimistisch, bald wird es weitergehen.
(Fotos und Text: Reinhard Westphal)

Kirchen in unserer Nachbarschaft - Zur schwarzen Madonna in Langenzenn
An der alten karolingischen Reichsstraße gelegen, war Langenzenn schon Ende des ersten Jahrtausend Sitz eines Königshofes. Mitte des 13. Jahrhunderts haben die Nürnberg Burggrafen die Stadt erworben. Im Städtekrieg 1388 wurde der Ort von durchziehenden Armeen niedergebrannt, samt der damaligen Marienkapelle. Aus dem Schutt der Kirche zog man noch eine Marienstatue, die durch Asche und Ruß schwarzgefärbt war. Die Statue wurde als wunderwirkend verehrt und war das Ziel viele Wallfahrten.
Dieses einzige Überbleibsel des alten Langenzenns bekam einen Ehrenplatz in dem Anfang des 15 Jahrhunderts neu gestifteten Augustinerchorherrenstiftes.
Mit der Einführung der Reformation wurde das Kloster aufgelöst. Die Kirche wurde von der Marienenkirche zur Trinitatiskirche umbenannt. Die schwarze Madonna verblieb in der Kirche, auch wenn ihre Bedeutung schwand, sodass man sie Mitte des 19. Jahrhunderts nach Mähren verkaufte. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges ist sie verloren gegangen.
Heute findet man zwar eine schwarze Madonnenstatue hoch über den Kirchenbänken, dies ist jedoch eine Nachbildung.
Wesentlich imposanter ist jedoch der frischrenovierte Chorraum mit den vielen Fresken und bunten Fenster. An einem sonnigen Tag erlebt auch der heutige Besucher, was die spätmittelalterlichen Gläubigen hier gesehen haben: die leuchtenden Farben des Himmlischen Jerusalems.
Im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 wurde hier das Megaprojekt „Luther“ nach dem gleichnamigen Spielfilm von 2003 aufgeführt. Die imposante Klosteranlage, die große Hallenkirche und der umliegende Kirchplatz boten dafür ein einmaliges Ambiente, das von den Theatergruppen Langenzenns bespielt wurde.
In Kirche und Kloster gibt es noch weiter Zeugnisse des Glaubens unserer Mütter und Väter zu entdecken, und wenn man Glück hat hört man auch Markus Simon, den Langenzenner Organisten in dieser Kirche üben.
Das Langenzenner Kloster ist etwa 4 km Fußweg von der Kirche in Laubendorf  entfernt. Bevor man mit dem Zug wieder zurück nach Roßtal fährt, lohnt sich der Besuch der Langenzenner Bibelausstellung Bibel-o-thek. Etwas Zeit sollte man sich trotzdem nehmen für den Besuch der Eisdiele östlich des Bahnhofs. (Fotos und Text: Thomas Rucker)

Der Literaturtipp von Frank Jungnickel
Coronazeit ist Lesezeit. Das gilt natürlich nicht für alle. So mancher ist dienstlich extrem gefordert oder hat existenzielle Sorgen und findet nicht die nötige Ruhe für eine entspannende Lektüre.
Aber einige meiner Freunde und Bekannten berichten mir, was sie in diesen Wochen für literarische Neuentdeckungen gemacht haben.
Der eine oder andere wird sich vielleicht mehr Zeit für die Bibellektüre genommen haben.
Ich will hier mal einen kleinen Brückenschlag versuchen:
Wer ist beim Studium des Buches Hiob nicht schon ins Grübel geraten? Ich entsinne mich noch gut, dass ich mich schon als Jugendlicher mächtig aufgeregt habe, dass Gott sich vom Satan so provozieren lässt und den unschuldigen Hiob grausamen Qualen und Kümmernissen aussetzt. Und Gottes Argumentation kann mich auch heute nicht im Geringsten überzeugen. Wo ist da der allgütige Gott?
Nehme ich aber den Roman „Hiob“ von Joseph Roth zur Hand, dann geht es mir überraschenderweise besser damit. Ich kann gar nicht sicher begründen, woran das liegt. Der gläubige Jude Mendel Singer erleidet ein ähnliches Schicksal wie Hiob. Er lebt allerdings zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Russland und später in den USA. Er ist, im Gegensatz zu Hiob, ein armer Mann. Die geniale Sprache des Autors lässt uns mit ihm hoffe, leiden und letztlich auch verstehen, wenn er alle Brücken zu Gott abbrechen möchte. Mendel Singer ist mir emotional viel näher als Hiob. Gott selbst kommt im Roman nicht vor. Er schweigt. Über ihn wird nur gemutmaßt. Das entspricht eher meiner Lebenswirklichkeit.
Joseph Roth hat mich bereichert, das Buch Hiob befremdet mich.

Der Coronakommentar
Der Countdown läuft, ab diesem Wochenende wird es spannend. In vielen vielen Büros dürften ab Montag Virologen und Immunologen sitzen und auf die Zahlen der Johns Hopkins Universität und des RKI warten. Denn dann sind die Pfingstferien fast vorüber und damit der Beginn der großen Lockerungswelle zwischen vierzehn und zehn Tagen… Und das sind die magischen Zahlen rund um die Ansteckungsgefahr von Corona.  Zahlen nach dieser Zeit und nach einer entscheidenden Änderung in den Möglichkeiten für die Menschen, sind aussagekräftig und wenn sie und die berühmte Zahl R nicht weiter ansteigen, oder nur ein klein wenig angestiegen sind, dann ist Corona vorerst zurückgedrängt. Ferien, Urlaub, Schifahrn, Länderspiele und Party im Karneval, manchmal auch Konzerte und Gottesdienste,  sie alle sorgten für eine schnelle europaweite Verbreitung von Corona…
Manch Bilder aus den vergangen Tagen, lassen keinen Unterschied mehr erkennen zu Zeiten, als Corona nur Fledermäuse mochte… Darum drücken wir die Daumen, daß die Werte mit den Neuinfektionen, in den kommenden Tagen nicht explodieren, sondern das Virus zurückgedrängt ist und wir diese zweite Hürde auch gemeinsam genommen haben. Denn es droht ja noch der Herbst mit seinen Wetterwechseln und dem Grippewetter, das Coronaviren ja auch so lieben. …. Darum bleiben Sie vorsichtig und bleiben Sie gesund. Ihr Jörn Künne

 

Freitag, 5. Juni

Die gute Nachricht
Die Mehrwertsteuer sinkt. Mehr muß man eigentlich gar nicht sagen. Damit geschieht ein politisches Wunder und wie beim niedrigen Benzinpreis sind auf einmal echte Einsparungen bei den Ausgaben zu erwarten und jeder Bürger hat mehr Geld in der Tasche, dass er dann auch entsprechend zur Ankurbelung der Konjunktur nutzen sollte… Aber wie gesagt - von 19% auf 16% - das Einkaufen wird ab Silvester billiger…

Der Bibeltipp 
Paßt ein wenig zur geplanten Senkung der Mehrwertsteuer, denn Jesus mahnt im Lukasevangelium zum sinnvollen Geldausgeben und paßt letztlich auch auf das Regierungshandeln rund um das Konjunkturpaket, denn letztlich geht es nicht ums Geldverdienen und sparen, sondern darum sich mit dem Geld Freunde zu schaffen… Doch lesen Sie selber: Lukas 16 1-9

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
An der Südseite des Kirchturms der St. Laurentius-Kirche befindet sich eine Sonnenuhr, die jetzt an sonnigen Tagen wieder die Uhrzeit (allerdings nicht nach Sommerzeit) anzeigt.
An manchen Sonnenuhren steht der Sinnspruch: „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur.“
Schade, wenn ich in meinem Leben nur die heitren Stunden zähle, nur die Tage n denen es mir gut geht und alles gelingt, dann schrumpft das Tagebuch meines Lebens auf wenige Seiten zusammen. Auch die traurigen Zeiten gehören mit zu meinem Leben und weise ist der Mensch, der beides in seine Leben integrieren kann, Lachen und Weinen, Klagen und Tanzen, Streit und Frieden.
Denn ihr seid alle Kinder eures Vaters im Himmel. Er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Matthäusevangelium 5,45)

Aus dem Gemeindeleben
Neu: Projekt: Video -  Kurzandachten in der Kirche
Es ist soweit. Ganz bequem von zu Hause können Sie nun eine Kurzandacht aus der St. Laurentiuskirche ansehen. In Zeiten von Corona versuchen wir als Kirchengemeinde auf die Veränderungen zu reagieren. Digitale Kommunikation rückt mehr in den Vordergrund und wir suchen nach neuen Wegen, um mit Ihnen in Kontakt zu bleiben. So ein Ansehen von einem Video auf dem Handy oder PC ist absolut virenfrei und daher für uns eine sichere Möglichkeit mit Ihnen Andacht zu feiern.
Wir haben auch noch festgestellt, dass sich unser Kirche, also unser Kirchenraum verändert hat. Die Kirche ist oft leer. Allein oder zu zweit sitzen wir zum Abendgebet in den Kirchenbänken. Wir sehen plötzlich alles aus einer neuen Perspektive. Eine neue Stille lenkt die Blicke auf die Kanzel, den Altar und die vielen anderen großen und kleinen Objekte in unserer Kirche. Wir gehen auf Entdeckungsreise und sehen dabei viele Kirchenschätze! Das wollen wir zum Anlass nehmen und spüren dieser neuen Sicht auf die Dinge in unserer Kirche und der Welt nach.
In dieser neuen Andachtsreihe wird ein Team aus Hauptamtlichen und Kirchenvorstehern sich diesem neuen Projekt stellen und Videoandachten für Sie drehen. Bleiben Sie gespannt: Etwas Neues wird kommen! Diese und weitere Videos finden Sie ab sofort auf dem Youtube-Kanal der Evangelischen Kirche Roßtal

Gottesdienste am Sonntag, 7.Juni 2020
Feiern wir, mit unserem Coronaschutzkonzept um 9 Uhr und um 10 Uhr in St. Laurentius Roßtal. Kindergottesdienst und Gottesdienste in den Filialkirchen finden noch nicht statt.

Blickwinkelgottesdienst am Sonntag, 7.Juni 2020, 18 Uhr
Erstmals nach Ausbruch der Coronapandemie feiern wir einen Blickwinkelgottesdienst. Dieser knüpft an die nachösterlichen Terrassen- und Haustürkonzerte von Wilgard Hübschmann an. Unsere roßtaler Gitarrenvirtuosin wird diesen Gottesdienst am Sonntag ab 18 Uhr maßgeblich prägen und mitgestalten.

Printausgabe
Die analoge Druckausgabe des Coronatagebuches ist ab heute Nachmittag wieder in der Kirche und bei Blumen Fröschel erhältlich. Bitte holen Sie dort die neueste Ausgabe ab und verteilen Sie sie auch an interessierte Nachbarinnen und Nachbarn weiter.

Der Gesundheitstipp: Work-Life-Balance oder vom guten und vom schlechten Stress
Dass Streß das Immunsystem belastet ist klar, wird doch bei Stress der ganze Körper herausgefordert. Nun lässt sich Stress nicht immer vermeiden. Weder in der Arbeit noch in der Familie kann man stresslos leben. Darum gehört das Unterscheiden beim Stress unbedingt dazu. Guter Stress fordert, aber er erfüllt auch. Schlechter Stress dagegen nervt und das ist das Kriterium für die Unterscheidung: Nervt etwas oder mache ich etwas gerne. Und klar heißt der Tipp: ich versuche schlechten Stress zu minimieren und ganz ehrlich hilft es da schon manchmal etwas früher aufzustehen oder etwas mehr Zeit für eine neue Aufgabe einzuplanen.

Das schnelle Essen: Kartoffeln, Butter und Quark
Man nehme neue Kartoffeln, wasche sie gründlich und koche sie als Pellkartoffeln weich. Während die Kartoffeln kochen, wird Schnittlauch kleingeschnitten und unter einen Becher Sahnequark gezogen. Dieser kann mit etwas Sahne noch geschmeidiger gemacht werden oder mit Saurer Sahne etc. Wichtig ist nun, das richtige Maß an Salz für den Quark. Sobald die Kartoffeln gar sind, diese pellen und mit Butterflocken und dem Quark servieren….
Und klar kann man den Quark auch mit Tomaten, Gurken, Knoblauch, Zwiebeln und allen anderen Gewürzen auch je nach Geschmack variieren...  Guten Appetit!

Die harten Fakten zu Corona
Bitte informieren Sie sich über Corona unter folgenden Adressen: www.rki.de (Robert Koch Institut) oder auf der Homepage der Johns Hopkins Universität

Der Coronakommentar: Der Mensch ist ein Lernender
Was Kindern problemlos zugestanden wird, ist für Erwachsene offenkundig ein Problem. Von Kindern wird erwartet,d aß sie lernen. Von Kindern wird erwartet daß sie Irrtümer ausräumen und daß sie einen Lernforschritt machen…Daß die Schulen und die Kitas geschlossen hatten war darum für viele ein großes Problem. Lernen wird von Kindern erwartet, aber offenkundig gilt immer noch die Einstellung von einst: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr… und darum wird Erwachsenen unterstellt, lernen geht langsamer und ein Lernfortschritt ist steht hier meist nicht mehr zu erwarten…. Dabei ist es umgekehrt, der Mensch lebenslang am lernen und das auch im Hohen Alter und auch das ist eine Erfahrung, die wir machen können und müssen. Selbst Professoren können noch dazulernen. Und im Falle des Virus geschieht das auch sehr öffentlich. Das ist zwar schwer nachzuvollziehen, daß Corona  oft anders funktioniert als zu Beginn vermutet aber so funktoniert Wissenschaft nun einmal. Thesen werden aufstellt, Thesen werden widerlegt…. Und damit ist es klar warum es manch widersprüchliche Aussagen gibt und der Stand des Wissens heute ein anderer ist, als vor einem Monat, denn der Mensch ist ein Lernender und das als Professor, oder als Normalbürger.  Wichtig ist, daß gelernt werden kann. Und daß das Gelernte auch angewendet wird zum Schutz der Allgemeinheit.  Meint ihr Jörn Künne

 

Donnerstag, 4. Juni 2020

Die gute Nachricht
Europa wir kommen!!! Die Reisewarnungen für fast überall in Europa  werden am Ende der Pfingstferien aufgehoben. Europa kann wieder zueinander finden und was touristisch gilt, gilt auch für die Bewältigung der Folgen der Pandemie, denn freies Reisen innerhalb Europas war nach dem freien Handelsverkehr der zweite Schritt hin zu einem vereinten und starken Europa. Darum: Europa wir kommen und das als Europäer und nicht nur als Touristen.

Der Bibellesetipp
Eigentlich ist es eine Falle, für uns aber eine klare Einschränkung staatlciher Macht. Jesus wird eine Fangfrage gestellt, denn entweder ist er ein Auführer, wenn er die Steuer verweigert, oder er ist ein Verräter an der Sache seines Volkes, wenn er die Steuerzahlung bejaht. Jesus aber antwortet Grundsätzliches, gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist und damit ist jegliche staatliche Gewalt in ihre Schranken gewiesen  und kann nicht frei tyrannisch bestimmen, was geschehen soll, was gerade angesichts der Bilder aus Amerika wieder in Erinnerung gerufen werden muß. Doch lesen sie selbst: Matthäus 22.15-22

Pfingstgrüße aus Pontault-Combault
Elisabeth Ritterbeck ist Elsässerin, wohnt schon lange bei Paris und schreibt uns mit französischem Charme:

Liebe FREUNDE
Bei uns ist die ausgangsperre zu ende seit 16 Tage
An erster stelle ,raus dem HAUS  ,wenige geschäfte und nicht mehr als
10 personnen gruppiert immer mit schustmasken und 1 meter entfernt
Das wurde gut respecktiert ,und jetz haben wir mehr freiheit
Heute hatten wir den ersten Gottesdienst  in der Kirche gefeiert  unötig
zu erwähnen dass wir uns freuten uns wieder zu sehen
Wir haben werend der Zeit viele  neue und schöne entdekungen gemacht
sowie jeden Tag Gebetstreffen ,unsere Pastoren teilten uns regelmässig Méditationen
mit une jeden Sontag und Feiertag Online Gottesdienst
Die Vorstandssitzungen finden auch Onllne statt und wir geben zu dass es uns gut
gefallen hat Abends unser zuhause nicht zu verlassen
All dies um zu sagen das wir in dieser Zeit ,die noch nicht vorbei ist , auch positive
Ergebnisse erzielt haben
Nichts ist sicher  dass das Leben zuvor zurükkerren wird , aber wir sind  zuversichtlich ,
unser Leben  und unsere Welt ist in GOTTES Hände  und ihn SEINE HÄNDE wird alles gut  
Liebe Freunde ,ich Grüsse Sie und wunsche alles Gute für ihre Familien und die Gemeinde

ELISABETH 

Aus dem Gemeindeleben
Gottesdienste am Sonntag, 7.Juni 2020
Feiern wir, mit unserem Coronaschutzkonzept um 9 Uhr und um 10 Uhr in St. Laurentius Roßtal. Kindergottesdienst und Gottesdienste in den Filialkirchen finden noch nicht statt.

Blickwinkelgottesdienst am Sonntag, 7.Juni 2020, 18 Uhr
Erstmals nach Ausbruch der Coronapandemie feiern wir einen Blickwinkelgottesdienst. Dieser knüpft an die nachösterlichen Terrassen- und Haustürkonzerte von Wilgard Hübschmann an. Unsere roßtaler Gitarrenvirtuosin wird diesen Gottesdienst am Sonntag ab 18 Uhr maßgeblich prägen und mitgestalten.

Printausgabe
Die analoge Druckausgabe des Coronatagebuches ist ab Freitagnachmittag wieder in der Kirche und bei Blumen Fröschel erhältlich. Bitte holen Sie dort die neueste Ausgabe ab und verteilen Sie auch an interessierte Nachbarinnen und Nachbarn weiter.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine - 2 Meter Abstand sind Pflicht.
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.


Fünf Wünsche vom stellv. Landrat Franz Forman
Krisen sind stets auch eine Chance für Erneuerung. In ihnen sollen zukunftsweisende Entscheidungen gefällt werden, wie eine Gesellschaft gestärkt aus schwierigen Zeiten hervorgehen kann.
Was bleiben soll:
•    Die Gesundheit der Bevölkerung steht über wirtschaftlichen Zielen. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass es möglich ist, angesichts der weltweiten unmittelbaren Bedrohung das öffentliche Leben weitgehend anzuhalten. Im Lock-down war die große Solidarität und Hilfsbereitschaft der Menschen eine wohltuende Erfahrung.
•    Kein Weiter so: Es gilt Lehren aus den Erfahrungen der Krise zu ziehen.
•    Das Gesundheitswesen muss gestärkt werden. Warme Worte für Ärzte und Pflegepersonal allein reichen nicht.
•    Wir brauchen Vorräte an Schutzkleidung, Masken und Medikamenten. Die Produktion von solch lebenswichtigen Gütern sollte im eigenen Land oder mindestens in Europa sicher gestellt sein.
•    Bundesweit muss ein Pandemieplan aufgestellt werden, damit wir in Zukunft vorbereitet und gut koordiniert auf solche Ereignisse reagieren können. Für die Bürger/innen sollte mehr Klarheit im Flickenteppich der Bundesländer geschaffen werden.
Was kommen soll:
Lösungen von gestern wie eine Autoprämie zielen nur darauf, den „alten“ Zustand wieder herzustellen. Klüger ist es, zukunftsweisenden Ideen den Weg zu ebnen, um besser für bestehende und neue Gefahren gerüstet zu sein. So leben wir im siebten Jahr, das zu trocken ist. Jetzt müssen Maßnahmen gefördert werden, mit denen wir die gesteckten Klimaziele mindestens einhalten können. Die kommenden Generationen und die Schöpfung werden es uns danken.
Corona heißt auch eine Heilige, die im zweiten Jahrhundert gelebt hat und in Bayern und Österreich verehrt wird. Sie wird bei Seuchen, Unwetter aber auch Geldangelegenheiten angerufen und ist die Patronin der Schatzsucher. Ihre Eigenschaften passen erstaunlich gut in unsere Zeit auf der Suche nach Lösungen.

Der Gesundheitstipp
Abnehmen! Leichter gesagt als getan und extrem mühsam, denn Bauchringe insbesondere bei Männern können verheerende Wirkungen auch jenseits von Corona haben und darum Abnehmen, Abnehmen, Abnehmen, durch Sport, durch Bewegung, durch Ernährungsreduktion, oder auch durchs Intervallfasten. Der Körper und das Immunsystem werden es Ihnen danken.

Der Coronakommentar
Allein gelassen? Diesen Vorwurf bekommen Staat, Regierung, Kirchen, Altenheimträger. Allein gelassen und vergessen, das sollen die Seniorinnen und Senioren in den Heim gewesen sein. Die Besuchsverbote waren streng und die Regeln jetzt variieren von Heim zu Heim und verhindern Überraschungsbesuche. Und ja es gab einsames Sterben und eine Vereinsamen älterer Menschen in den Heimen, da kam auch die aufmerksamste Pflege und der hohe Einsatz des Pflegepersonales nicht dagegen an.
Aber Allein gelassen, das waren und sind viele Menschen schon vorher gewesen und manch Wort des Bedauerns sind Krokodilstränen. Die Vorwürfe zeugen oft genug eher vom schlechten Gewissen der Angehörigen, als dass sie wirklich berechtigt wären.
Denn der Besuch bei Opi, Großtante, oder Nachbarin gehört oft genug nicht zum normalen Wochenablauf moderner Familien und weil Senioren oft genug schlecht hören ist der kurze Anruf am Sonntagabend nur ein sehr bescheidener Ersatz für eine Stunde Spaziergang in der Sonne und ein gutes Gespräch miteinander.
Nein, Menschen in den Heimen waren schon zuvor oft alleingelassen, aber Corona rückt sie wieder in den Blick. Damit stellt sich eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft erneut und die Frage muß beantwortet werden: wie gehen wir mit den Menschen um, die aufgrund von Erkrankungen und Alter in Einrichtungen leben müssen? 
Alleinlassen, ob mit oder ohne Corona, ist keine Option und alt werden wollen alle…
Meint Ihr Jörn Künne

 

Mittwoch, 3. Juni 2020

Die gute Nachricht
Es wird sich gekümmert. Sicher nicht um jedes Lebensdetail in Deutschland, sicher nicht für alle Bereiche eines Lebens, aber rund um die Grundlagen. Da wird sich gekümmert und das Konjunkturpaket, das am Dienstag verabschiedet wurde, ist dafür ein gutes Beispiel, auch wenn man nicht mit allen Details dieses Paketes einverstanden sein muss. Aber nicht das freie Spiel der Kräfte, sondern eine gezielte Unterstützung durch die Gemeinschaft des Staates soll Arbeitsplätze für jetzt und für das neue Normal erhalten und zukunftstauglich machen. Dafür Geld in die Hand zu nehmen lohnt und ja, es wird sich um unsere Zukunft gekümmert.

Der Bibellesetipp
Manchmal sind Jesu Worte nur schwer auszuhalten und seine Kritik am Leben der Menschen und ihrer Lebensziele erschreckt. Gerade im Lukas-Evangelium bildet die Frage "Geld oder Gott?" einen Schwerpunkt. Niemand kann zwei Herren dienen und ein Reicher kommt schwerer ins Himmelreich als ein Kamel durch ein Nadelöhr. Das den Menschen - das uns zur Warnung, wenn jetzt über das neue Normal nachgedacht wird. Doch lassen Sie sich gerne selbst von Jesus warnen und klicken Sie hier: Lukas 16 19-31

Der Gesundheitstipp
Wir müssen reden über Alkohol und Zigaretten! Beides sind legale Drogen - Genussmittel sagen manche - und beide sorgen langfristig für Schäden im Körper, denn beide fordern das Immunsystem heraus und der Körper versucht zunächst diese Genussgifte aus dem Körper zu entfernen. Das erhöht die Chancen aller Kleinstparasiten, sich im Körper erfolgreich zu vermehren. Krebszellen bleiben unentdeckt, Pilze, Bakterien, Viren haben eine größere Chance, sich anzusiedeln und eine neue Heimat in einem menschlichen Körper zu finden. Darum müssen wir über Alkohol und Rauchen reden.

Aus dem Gemeindeleben
Heute  von 10-11 Uhr spielt Michael Bauer an der Orgel der Laurentiuskirche in Roßtal

Heute findet um 19.30 Uhr ein Freiluftgottesdienst vorrangig für die Sängerinnen und Sänger der Kantorei statt. „Geh aus mein Herz und suche Freud“ heißt das Thema dieses Gottesdienstes, der unter den ganz besonderen Bedingungen der Coronazeit im Pfarrgarten gefeiert wird.

Der Kinder- und Jugendtipp: Action rund um den Kirchturm
Kennst Du Geocaching? Kurz gesagt ist Geocaching Rätselraten und Schatzsuche mit dem Smartphone in einem. Für viele Menschen auf der ganzen Welt ist dies eine freizeitfüllende Beschäftigung. Auf der Internetplattform geocaching.com veröffentlichen Geocacher die Geokoordinaten ihrer versteckten Schätze, der sogenannten Geocaches. Millionen Geocaches sind weltweit versteckt.
Mit Hilfe der auf der Plattform genannten Koordinaten, die man auch in einer App auf dem Smartphone sehen kann, suchen und finden Geocacher die Schätze in der realen Welt bei Spaziergängen, Wanderungen oder Radtouren. Diese Schätze sind kleine Boxen oder Dosen und werden an schönen Plätzen, die oft mit einer kleinen Geschichte verbunden sind, versteckt. Die Finder tragen sich in einem kleinen Logbuch ein, das in der Dose liegt. Zusätzlich zu diesem Eintrag sammelt jeder Geocacher auch auf der Internetplattform seine „Schätze“.
Bei manchen Schätzen ist es notwendig, vorher Rätsel verschiedenster Art zu lösen, um die Geokoordinaten herauszufinden, an denen die Dose versteckt ist.
Beim „Roschtler Kirchturm Käsch – RKTK“ muss der Geocacher so ein kleines Rätsel lösen, um die Koordinaten des Schatzes zu erhalten: Wie viele Kirchtürme stehen im Markt Roßtal mit seinen Außenorten? Wo liegen diese?
Wenn Du die Antwort weißt und den Schatz auch finden möchtest, kannst Du auf der Internetseite coord.info/GC7E88H (das ist die Seite des Roschtler Kirchturm Käsch) die Lösungen in einer Tabelle ergänzen und Du erhältst nach einer kleinen Rechenaufgabe die Geokoordinaten des Schatzes. Besuche dann den Ort mit den Koordinaten, die Du herausgefunden hast und trage dich in das Logbuch vor Ort ein!
Viel Erfolg und Spaß beim Lösen und Suchen des Kirchturm-Schatzes!

In der Kirche warten auf dich 14 knifflige Fragen für echte Spürnasen und Kirchenchecker. Mit der Kirchenrallye kannst Du mit deiner ganzen Familie die Roßtaler Laurentiuskirche erkunden und erfährst dabei Spannendes über den Namensgeber der Kirche und über die geheimen Grabstätten! So entdeckst Du viele unserer Kirchenschätze ganz neu und Spaß gibt's obendrauf. Hier kannst Du dir die Kirchenrallye herunterladen. Das Lösungsblatt findest Du in der Kirche auf dem Schriftentisch.

Menschen in Not - Beratung im Diakonischen Werk Fürth
wegen der anhaltenden Kontaktbeschränkungen hat sich auch das Beratungsangebot der Diakonie Fürth verändert. Ein Besuch der Beratungsstellen ist bis auf weiteres nicht möglich, aber die Beratung findet trotzdem weiterhin statt. Gerne beraten wir telefonisch, online per gesicherter Mailverbindung und in besonderen Fällen auch per Videoberatung. Die Informationen dazu finden Sie auf unserer Webseite unter https://t1p.de/dwf
Die Coronakrise stellt viele Menschen und Familien in Stadt und Landkreis Fürth vor große Herausforderungen. Um so wichtiger ist es, dass die Angebote der
•        Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA)
•        Schuldner- und Insolvenzberatung
•        Sexual- und Schwangerschaftsberatung sowie der
•        Erziehungsberatung für den Landkreis Fürth bekannt sind und in Anspruch genommen werden.

Der Kommentar zur Zeit…
Es war der große Aufreger:  Letztes Jahr haben alle über Klimaschutz und Fridays for future diskutiert. Vieles wurde angeregt, vieles aber durch Corona überlagert und vergessen. Aber der Klimawandel schlägt auch in diesem Frühjahr unbarmherzig zu. Ein Blick auf die Felder und das, was dort jetzt schon gelb wird, ist die Wintergerste mit vertrockneten viel zu kleinen Körnern. Daneben die Maisfelder, sonst um diese Zeit schon fast einen halben Meter hoch, kümmernde kleine Stengel. Kartoffeln, die kaum austreiben und ob der Weizen überhaupt noch kommt…
Die Trockenheit hier, bei kalten Nächten, ohne Wasser…. Soll das jetzt der dritte Trockenheitssommer in Folge werden? Einen Blick in die Wälder will man gar nicht mehr werfen, so entsetzlich das Sterben der Kiefern, die Notblüte der Fichten und selbst in den Obstgärten die  Apfelbäume. Der Klimawandel ist reell und er ist ungelöst. All die Anstrengungen, die zum Wiederanfahren der Wirtschaft gemacht werden, bräuchte auch die Natur und der Klimaschutz und gerade, weil wir in Franken in einer der trockensten Gegenden Deutschlands wohnen, wir brauchen eine Wende, die dem Klimawandel entgegensteuert. Das muss ein Teil des neuen Normals werden, in das sich die Welt gerade vorantastet. Die Bilder  sind apokalyptisch, die Pandemie auf der ganzen Welt, die Dürre bei uns und in Afrika, die Überflutungen in Amerika und die Heuschrecken ebenfalls in Afrika.  Es ist Zeit, aufzuwachen und diesen Weckruf zu hören und die Achtung vor der Schöpfung in das neue Normal einzubauen. Die Herausforderung dieser Woche heißt hinzuschauen, auf was konnte man in der Coronazeit problemlos verzichten und was braucht man deswegen auch in den kommenden Monaten nicht.
Die Trockenheit ist das Menetekel für unser Land, auch wenn es in den kommenden Tagen regnen sollte. Bis die Wälder genug Feuchtigkeit haben, braucht es viele und lange Regenperioden.  Hoffen wir auf Regen und beginnen wir mit dem Klimaschutz ernst zu machen.
Meint Ihr Jörn Künne

 

Dienstag, 02. Juni 2020

Die gute Nachricht
Regen in Sicht. So schön ein paar warme Tage gerade sind, die Trockenheit in Garten, Feld und Flur hat Ausmaße angenommen, wie sonst im Hochsommer. Darum gilt: jetzt die warmen Tage genießen und sich auf den Regen ab Wochenmitte freuen! Wald und Flur und unser Garten danken für den Segen von oben.

Der biblische Lesetipp
Verstehst Du auch, was du dort liest? Wegbegleiter sind wichtig, die mit Menschen mitgehen und ihnen nicht nur im Glauben weiterhelfen. Der Finanzminister aus Äthiopien hat dieses Glück. Philippus begleitet ihn ein Stück des Weges und als er genug gehört hat und getauft ist, kann er fröhlich seines Weges gehen. Doch lesen sie selber: Apostelgeschichte 8, 26-40

Aus dem Gemeindeleben - kurz notiert:
- Heute um 16 Uhr finden die inzwischen traditionellen Fensterlgottesdienste vor dem AWO Altenheim statt.

- Morgen am Mittwoch spielt Michael Bauer wieder von 10 Uhr auf der Orgel in der Laurentiuskirche. Zuhörer sind auf der Bank vor der Kirche oder im Gotteshaus erlaubt.

- Morgen um 19.30 Uhr feiert die Kantorei im Pfarrgarten einen abendlichen Gottesdienst - natürlich mit Abstand und Mundschutz. Die Musik in diesem Gottesdienst kommt dabei vom Tonband.

- Die Malerarbeiten am Gemeindehaus in Buchschwabach sind abgeschlossen und der blätternde Anstrich des Fachwerkes auf der Südseite des Gebäudes ist nun renoviert und frisch gestrichen. Ebenso sind alle Wetterschenkel der Fenster ausgebessert und nachgestrichen, denn auch in Coronazeiten ist der Bauunterhalt nötig und wichtig.

Neue Bilder von Günter Hochberger
Mit der neuen Bildergalerie nimmt uns der Weitersdorfer Günter Hochberger mit auf einen sommerlichen Sparziergang durch die blühende Flur. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Die zwei Wochen Challange – Was nehmen wir aus der Coronazeit mit?
Die Pandemie ebbt in Deutschland immer weiter ab und selbst die vorsichtigsten Virologen klingen optimistischer.  Nun wird es Zeit festzuhalten, was die Menschheit aus dieser Zeit lernen und mitnehmen soll.  Darum heißt die Challange in den beiden kommenden Wochen Nachdenken und Festhalten, Formulieren und Bewahren - was diese Zeit überdauern soll. Was sind für jeden Einzelnen von uns die Erfahrungen und Veränderungen, die im neuen Normal weitergelten sollen? Und weil die Kirche immer ein guter Raum zum Nachdenken ist, liegen hier dafür Merkzettel und Stifte bereit.

Der Gesundheitstipp
Das Trinken nicht vergessen. Gerade, wenn die Temperaturen steigen und die Sonne ungehindert scheint, gilt Trinken Trinken, Trinken. Und zwar am Besten Wasser und das kommt unschlagbar gut kontrolliert und gesund aus der Leitung. Mit einer Biozitronenscheibe aufgepeppt schlägt es jede süße Limo  und das Roßtaler Wasser ist eines der Besten. Mehrere Blindverkostungen in Gemeindeveranstaltungen beweisen es.
Warum denn in die Ferne schweifen? Wandertipps rund um Roßtal klicken sie hier:  hier bitte eine Verlinkung machen zur Seite des Heimatvereins Roßtal, der unter Wanderwege Roßtal anklickbar ist…

Weltkindertag am 01. Juni - der Bundespräsident dankt Kindern und Eltern                                                                                                                                       Gestern, am 01. Juni, war internationaler Kindertag. Nachdem Mama und Papa bereits ihren Tag feiern durften, waren gestern die Kinder dran. Viele nahmen diesen Tag zum Anlass um den Jüngsten einmal "Danke" zu sagen - vor allem für das starke Durchhalten in den letzten Wochen. Vergessen wir nicht, dass auch die Kinder in dieser Zeit auf vieles verzichten mussten wie zum Beispiel das Spielen mit den Freunden, das Lernen mit den Klassenkamerad_innen in der Schule oder den Besuch bei den Großeltern. In einem Interview mit dem Kinderkanal KIKA hat sich unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier darum direkt an alle Kinder und Eltern gewandt um ihnen allen seinen Dank auszudrücken. Das komplette Interview finden Sie hier: https://bit.ly/3gJG692

Und wussten Sie eigenlich, dass Kinder bei uns das Glück haben zweimal im Jahr Kindertag zu feiern? Klicken Sie hier und erfahren Sie mehr darüber.

Der Coronakommentar
Es fühlt sich wie ein Neustart an. Rund um Pfingsten, jetzt bei herrlichstem Wetter, es ist wie wenn Deutschland aus einem langen Winterschlaf erwacht. Geschäfte, Kaffees, Kirchen, Biergärten, Hotels und Freizeiteinrichtungen haben wieder offen und der Neubeginn in den Schulen steht vor der Türe… Es fühlt sich wie ein Neustart an und ist doch für vieles kein Frühlingserwachen. Zum einen weil die Themen von zuvor weiterbestehen und zum anderen, weil das neue Normal oft genug ganz anders werden wird, als Menschen sich das vorstellen. Denn ein Weiterso, mit dem Höher, schneller, weiter klappt nicht und ja es gibt Bedrohliches aus der Wirtschaft zu hören und auch in Roßtal werden Menschen unter den Folgen der Krise zu leiden haben.  Corona hinterläßt weltweit Spuren und das trifft eine Exportwirtschaft natürlich besonders.  Es ist eine Illusion, daß das neue Normal die alte Normalität ist und alles ungebrochen weitergehen wird, so als ob es Corona nicht gegeben hätte.  Darum ist es an der Zeit aus dem Starttermin in eine Vergangenheit, die es nicht mehr geben wird, einen Starttermin in die Zukunft zu machen. Und je intensiver sich jeder darüber Gedanken macht und die restlichen Pfingstferien dafür auch nutzt, desto leichter gelingt wirklich ein Neustart und ein Aufbruch in das neue Normal, denn eines ist auch klar, es liegt an jedem einzelnen wie er die nächsten Schritte ins neue Normal geht und welche Lehren er aus Corona zieht und vielleicht fühlt sich manches danach wirklich wie ein Neustart an. Lassen Sie sich darum zum Nachdenken anregen von Ihrem Pfarrer Jörn Künne

 

Samstag, 30. Mai 2020

Zum Geburtstag der Kirche: Ein bunter Bilderbogen aus dem vergangenen Jahr (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)


Geburtstagsgrüße an die Kirche


Monika Huber: Glückwunsch Kirche!
Liebe Kirche!
Jetzt feierst Du am kommenden Wochenende Deinen Geburtstag. Naja, feiern ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt. Ruhig lässt Du es in diesem Jahr angehen. Die Feiern finden streng nach den Hygienemaßnahmen statt. Sogar die Personenzahl ist eingegrenzt. Nicht wie damals an Pfingsten, als das Brausen die Menschen ergriff, als die Leute zusammenkamen und sehen wollten was da passiert, Petrus alles in seiner Predigt zusammenfasste und erklärte, sich dann über 3.000 Menschen taufen ließen.
Solch eine Zusammenkunft von so vielen Menschen ist im Moment bei uns strengstens verboten, liebe Kirche. Dabei würden wir uns wirklich gerne zwanglos zum Feiern zusammensetzen.
Aber Du hast ja in den Jahrtausenden seit damals schon viel erlebt.
Wie oft wurdest Du angefeindet, wie oft gedacht, dass Du am Boden liegst und nicht mehr weiter kannst.
Nicht nur in Rom, in dem jetzt sozusagen der Stellvertreter Christi lebt, wurden Deine Anhänger, die Menschen die ihr Leben ganz Dir übergeben hatten, verfolgt und grausam hingerichtet. Und doch wurdest Du größer. Immer mehr glaubten an Dich, weil die Worte die Jesus gesprochen hatte tief in ihre Herzen hineinfiele.
Leider wurden in Deinem Namen auch viele Gräuelltaten verübt. Wenn man die alten Geschichtsbücher liest, dann kann man sich nur erschüttert abwenden. Ich glaube, liebe Kirche, dass Du Dich da auch abgewandt hast und Dich von den Menschen die da ihr Machtbewusstsein in Deinem Namen auslebten, nichts mehr wissen wolltest. Es ist ja auch zum Steinerweichen wenn die Geschöpfe Gottes meinen dass sie selbst alles besser können und nicht mehr nach den Geboten Gottes fragen. Dabei sind sie doch mit ein Grundstein auf dem Du aufgebaut bist. Der Bund den Gott damals mit seinem Volk geschlossen hatte. Mit Jesus Christus hat Gott dann einen neuen Bund geschlossen auf dem du gewachsen bist.
Immer wieder musstest Du Dich neu orientieren. Und immer botest Du uns Menschen in Deinen Häusern Geborgenheit und Sicherheit an. Mit offenem Herzen können alle zu Dir kommen, sich in den alten Mauern Mut und Kraft holen um das Leben meistern zu können.
Liebe Kirche! Was hast Du Dir nicht schon alles anhören müssen! Du bist alt und hausbacken, gehst an der heutigen Zeit vorbei, stellst Dich nicht den Herausforderungen der heutigen Zeit.
Über Vorwürfe, Zorn, Wut, Enttäuschungen durftest Du auch von so mancher Freude hören. Viele Menschen stehen voller Dankbarkeit und manchmal auch voller Demut zu Dir.
Die Liebe der Menschen zueinander ist eigentlich Dein bestes Metier.
Dein Ambiente wird gar manchmal nur für einen tollen Event genutzt, und ich frage mich, was Du dazu eigentlich sagst. Es gibt ja auch in Deinen Mauern viele gegensätzliche Meinungen, immer ein Für und ein Wieder. Menschen haben eben einfach unterschiedliche Anschauungen.
Du bist allerdings nicht nur sichtbar in den Gebäuden denen wir Menschen einen Turm angefügt haben, damit mit dem Läuten der darin befindlichen Glocken alle an Dich erinnert werden. Nein, wer sich mit Dir auseinandersetzen will, kann Dich in allem was wir als Gottes Schöpfung bezeichnen, sehen und spüren. DU Kirche bist nicht nur in den Mauern zu finden, sondern in dem – modern gesagt- Spirit der Dir nachgesagt wird. Mit Deinen Gebäuden stehst Du in der Mitte der Gesellschaft. Sichtbar. Oder wirst Du nicht mehr gesehen, weil Du halt schon immer da bist?
Ja, liebe Kirche, Du hast schon ganz schön viele Jahre auf dem Buckel. Trotzdem kannst Du Dich immer wieder auch auf Neues einlassen, auch wenn es manchmal Zeit braucht. Aber vielleicht sollten wir Menschen in unserer Zeit auch wieder Geduld lernen, die uns wahrhaftig ziemlich abhandengekommen ist.
Gerate jetzt in den vergangenen Wochen wurde diese Geduld sehr auf die Probe gestellt. Plötzlich zeigtest Du auch ein ziemlich junges Gesicht.
Es ist schön festzustellen, dass Du offen bist, wobei jedoch nicht immer alles super gut ist, auch wenn es zunächst super toll scheint. Irgendwie muss auch das Neue zu Dir passen.
Vielleicht sollten wir Menschen uns klar darüber sein, dass das Vergangene der Jahrhunderte ebenso zu Dir gehören, wie das Neue das vor Dir liegt.
In einem alten Sprichwort lautet es: Gut Ding will Weile haben.
Damit wünsche ich Dir für die Zukunft viel Erfolg beim Wachsen und beim Beständigbleiben, was ja ein Widerspruch ist. Doch dieser Widerspruch passt zu Dir.

Martin Horneber: Herzliche Glückwünsche Du sehr alte und allzu menschliche Kirche!
Je älter man wird, desto ironischer werden die Geburtstagswünsche, die man erhält:
Dass die Torte nicht mehr alle Kerzen fassen kann, dass mit dem Alter die Schönheit der Reife weicht, dass sich anstelle der spontanen Umtriebigkeit nun Klugheit und Weisheit einstellen.
In der Tat ist es so, dass der Geburtstag unserer evangelischen Kirche - sei es die Reformation oder die Geburt Christi - schon ziemlich lange her ist und mit dem Geburtstag eines Menschenleben nicht wirklich zu vergleichen ist.
Und doch ist es ein guter Anlass, darüber nachzudenken, was Kirche ausmacht, was sie aus der Vergangenheit mitbringt und was man ihr für die nähere und ferne Zukunft.
Vor etlichen Jahren habe ich in einem Fernsehinterview einen Bischof auf die Frage, wie es um die Zukunft der Kirche bei sinkenden Kirchensteuereinnahmen bestellt sei sagen hören: die Kirchensteuer gibt es seit ein paar Jahrzehnten, die Kirche ein paar Jahrhunderte länger.
Und da steckt viel Wahrheit drin in diesem Satz, dass die Kirche immer unter dem Brennglas der Jetztzeit bedroht, bedrängt, veraltet scheint und Updates dringend nötig hätte.
Und auf die lange Sicht gesehen wissen wir doch, dass dieses Suchen nach Erneuerung, dieses Wissen der Notwendigkeit von Reformation also Neugestaltung die Essenz der Kirche ist. Nach meinem Verständnis treffen sich in der evangelischen Kirche Menschen verschiedenster Glaubensrichtung, Glaubenserfahrung eben mit ihrem Glauben, mit ihren Zweifeln, mit dem, was sie an Lebendigkeit und Lebenserfahrung mitbringen.
Und da ist es gut, dass die Kirche ein großer Raum ist, der Platz hat, der eine lange Tradition besitzt und mit dieser Tradition immer auch die Herausforderung der Erneuerung, der Neugestaltung und des Updates.
Darum wünsche ich unserer evangelischen Kirche und unsere Kirche in Roßtal zum Geburtstag weiterhin die Fähigkeit, sich selbst auf dem Weg und unterwegs zu sehen, die innere Unruhe auszuhalten, die Kritik von innen und außen zu ertragen, wohl wissend dass die uns fordert und formt.
Nahe bei den Menschen zu sein, das ist nach meinem Verständnis vor allem Luthers Ziel der Reformation gewesen. Das wünsche ich unserer evangelischen Kirche: nahe bei den Menschen zu sein und trotz dieser langen jahrhundertealten Tradition „nicht die Asche zu hüten, sondern die Glut zu bewahren!“
Auch wenn uns jetzt in Coronazeiten Ende Mai 2020 erstmals so vieles von Gewohntem in Gottesdiensten, Gruppen und Kreisen weggebrochen ist, so kann uns dieser Geburtstag zeigen, dass die Kirche schon viele Stürme und Veränderungen erlebt und überlebt hat - nicht einfach um ihrer selbst willen, sondern weil sie immer auf der Suche war nach dem, was ihr Auftrag ist und was die Menschen jetzt brauchen: Nahe bei den Menschen sein!
 
5 Wünsche von Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern
Über Monate gab es verständlicherweise fast nur ein Thema.
Wir sind noch mittendrin und doch bewegt viele schon die Frage „Was kommt nach Corona?“.
Die einen hoffen auf Rückkehr zur Normalität, die anderen sind sich sicher, dass fortan sowieso alles anders sein wird.
Wie es auch kommen mag, die Krise, in der wir uns aktuell befinden, fordert uns dazu heraus, ganz grundsätzlich auf uns und unser Leben zu schauen.
Und so frage ich mich und Sie:
Was haben wir in den Wochen des strikten „Lockdowns“ schmerzlich vermisst und worauf freuen wir uns jetzt? Was haben wir als lebenswichtig für uns erfahren, als es plötzlich nicht mehr verfügbar war?
Was haben wir in der Zeit des Ausnahmezustandes erlebt und gelernt, was wir uns für die „Normalität des Danach“ erhalten wollen?

Ich bin etwa froh darüber, dass Gottesdienste nun wieder „live“ gefeiert werden.
Ich bin froh darüber, dass jetzt wieder mehr Gemeinschaft gelebt werden kann.
Ich bin froh darüber, dass nun die Besuchsmöglichkeiten in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen wieder gelockert werden können.
Ich bin froh darüber, dass die von uns in die Verantwortung Gewählten offenbar rechtzeitig und besonnen Schutzmaßnahmen eingeführt haben.

Ich wünsche mir, dass auch in der Post-Corona-Zeit die, die gerade jetzt oft bis zur Erschöpfung das System am Laufen halten, nach der Krisenzeit nicht wieder aus dem Blick geraten.
Ich wünsche mir, dass das Personal in Krankenhäusern, in Alten- und Pflegeheimen, in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche wie auch für Menschen mit Behinderung weiterhin hohe Anerkennung und Dankbarkeit erfahren.
Ich wünsche mir, dass Familien Modelle finden, in denen sie gemeinsam Herausforderungen meistern können.
Ich wünsche mir, dass wir wirklich lernfähig sind.
Ich wünsche mir, dass wir uns die Erkenntnis bewahren, dass wir etwas erreichen können, wenn alle zusammenhalten und mitmachen. Ich denke da z.B. an die Bemühungen einen Lebensstil zu etablieren, der nicht zulasten der Schwachen und der kommenden Generationen geht – und das lokal, regional und global.

Wir stehen vor Pfingsten, dem Fest der Be-Geisterung der Kirche. Der Geist weht, wo er will, heißt es in der Bibel. Er steht in der Christenheit darum auch für Visionen und Überzeugungskraft, für Selbstkritik und Mut zum Risiko, für Aufbruch und Leben.
Ich wünsche mir für „nach Corona“ die Kraft des Heiligen Geistes, der uns und unsere Welt umgestaltet und bewahrt.

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst an Pfingstsonntag
An Pfingsten finden zwei Gottesdienste in der Laurentiuskirche statt. Thomas Rucker wird mit einer netten Überraschung diese Gottesdienste um 9 Uhr und um 10 Uhr gestalten.
An Pfingstmontag ist coronabedingt kein Gottesdienst. Die nächsten Gottesdienste finden am Sonntag den 7. Juni wiederum um 9 Uhr und um 10 Uhr statt.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Die Printausgabe Coronatagebuch 7 liegt bei Blumen Fröschel und in der Laurentiuskirche zur Mitnahme aus. Bitte denken Sie an Ihre, vielleicht nicht so mobilen, Nachbarn und bringen Sie Ihnen unser Coronatagebuch mit.


Kirchen in unserer Nachbarschaft – das Zautendorfer Schatzkästlein
Zautendorf ist ein kleines Kirchdorf zwischen Cadolzburg und Ammerndorf gelegen. Ursprünglich gab es hier eine kleine Kapelle, die zum Kloster Langenzenn gehörte. Diese Kapelle wurde im Jahr 1591 zur Kirche mit festem Wehrturm erweitert. Darauf weist eine am östlichen Turm-Zifferblatt eingemeißelte Jahreszahl hin. Die Kirche selber ist Johannes dem Täufer gewidmet. Der erste evangelische Gottesdienst wurde in der St. Johannes Kirche in Zautendorf am zweiten Sonntag in der Passionszeit (Reminiscere) im Jahr 1533 gefeiert, nachdem Markgraf Georg der Fromme in seinem Fürstentum Ansbach der Reformation zum Durchbruch verholfen hatte.
Wie für viele Ort in unseren Umland brachte der dreißigjährige Krieg einen großen Einbruch, er ließ Zautendorf völlig verarmt zurück. Markgraf Georg Friedrich der Jüngere ließ die ärgsten Nachwirkungen des Dreißigjährigen Krieges auch in der Zautendorfer Kirche beseitigen.
Dabei wurde der Kirchenraum im sogenannten „Markgrafenstil“ umgestaltet. In der Mittelachse der Kirche sind Taufstein, Altar, Kanzel und Orgel angeordnet, und stellen so auch den Glaubensweg des Christen dar:
Mit dem Sakrament der der Taufe beginnt das Christsein.
Wer getauft ist (und konfirmiert),
darf das Heilige Abendmahl am Tisch des Herrn (Altar) empfangen
Christus ist gegenwärtig in Wort und Sakrament,
deshalb befindet sich die Kanzel bei/über Altar und Taufstein.
Aus der Predigt des Wortes Gottes kommt der Glaube.
Und im Lied, begleitet von der Orgel, antwortet die Gemeinde lobend auf Gottes Taten.
Die sogenannten Markgrafenkirchen drücken in ihrem Baustil das protestantische Grundprinzip vom Priestertum aller Gläubigen aus.
Im Jahre 1700 wurde Zautendorf zur selbständigen Pfarrei mit ihren seit alters dazugehörigen Ortschaften Deberndorf, Rütteldorf und Vogtsreichenbach. Da sich jedoch kein Geistlicher auf Dauer auf die sehr schlecht bezahlte Stelle meldete, blieb sie lange Zeit von der Pfarrei Seukendorf mitversorgt, bis die Pfarrstelle 1810 an die Schloßpfarrstelle in Cadolzburg angegliedert wurde.
Als Dorfkirche im Markgrafenstil ist die Zautendorfer St. Johanneskirche ein Schatzkästlein fränkischer Kirchen in unserm Umland. Die Kirche ist an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen jeweils 9 bis 19 Uhr geöffnet. (Foto: ThM)
 
Gottesdienst ditital
Kindergottesdienst „Feuer und Flamme“ am Sonntag um 10 Uhr auf www.kirchemitkindern.digital.de

Schätze der Kirche
Video mit Pfarrer Thomas Rucker über verborgene Schäte der St.-Laurentius-Kirche

Neue Bilder von Günter Hochberger
Mit der neuen Bildergalerie nimmt uns der Weitersdorfer Günter Hochberger mit auf einen sommerlichen Sparziergang durch die blühende Flur. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Videotipp für Kinder: Pfingsten kurz erzählt und erklärt
Das Pfarrerehepaar Cornelia und Andreas Kraft erzählen für Kinder und Erwachsene, was an Pfingsten geschah, was dies mit dem Heiligen Geist zu tun hat und warum dieses Fest der Geburtstag der Kirche ist.

 

Freitag, 29. Mai 2020

Die gute Nachricht
Jeder Tag ist ein besonderer Tag und der 29. Mai für mich schon immer und so heißt die gute Nachricht dieses Tages, machen wir jeden Tag zu etwas besonderem und genießen wir jeden Tag als Geschenk Gottes

Denkanstoß Pfarrer Thomas Rucker
Nachdem ich mich im Video aus der Kirchen in Roßtal gesehen habe, habe ich mich auch getraut mich im Spiegel für längere Zeit zu betrachten. Ja, ein Besuch beim Barber ist mehr als angemessen. Lange Haare, langer Bart. Aber wenn ich nur mit Nase-Mund-Schutz zum Barber darf, kann der meinen Bart auch nicht verschönern. Ich sehe aus wie das Monster aus „Die Schöne und das Biest“, nur noch die Hörner fehlen.
So ein richtiges Monster war das Biest in dem Film nicht. Am Anfang war er abstoßend, solange er den anderen Menschen mit Hochmut, abweisend, kalt und ungehobelt gegenübertritt. Je mehr er sich aber mit der schönen Frau anfreundet, gleiche Interessen mit ihr teilt, seine Manieren wiederentdeckt, wird das Biest trotz der Hörner und dem zotteligen Pelz zu einer liebenswerten Figur, mit der man sich im Film identifizieren kann, auch wenn er die Bocksbeine hat.
Gott weist den Propheten Samuel zurecht als dieser bei der Suche nach einem neuen König sich nur von Äußerlichkeiten blenden lässt: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.“ (1. Samuelbuch 16.7)
(Die letzte Zeile von Emma Watson, die in dem Film die schöne Frau spielt, finde ich ganz toll. Sie fragt den erlösten Prinzen: „Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dir eine Bart wachsen zu lassen?“)

Der Bibellesetipp
Aus aktuellem Anlass, lohnt sich wieder einmal ein Blick auf den Psalm 23. Klar, das Vertrauen der Tiere auf den Hirten und dessen Fürsorge für die Herde bestimmen diesen Psalm. Daneben aber gibt es das großartige Bild des gedeckten Tisches, allen Feinden gegenüber. Und wenn man das auf die Gegenwart überträgt und das Wort Feinde mit Herausforderungen übersetzt, dann wird es ein passendes Bild und ermutigt gerade in schwierigen Zeiten, darauf zu trauen, es gibt genug und Gott sorgt für einen gedeckten Tisch auch angesichts der nicht ganz einfachen Zeiten auf der Welt. Doch lassen Sie sich von diesen Worten ermutigen und lesen Sie unseren Psalm einmal wieder von Anfang bis zum Ende. Klicken Sie hier: Psalm 23

Aus dem Gemeindeleben
Die Printausgabe des Coronatagebuches liegt in der Laurentiuskirche, oder bei Blumen Fröschel zur Abholung bereit. Hier können Sie es sich als PDF herunterladen.
Die Fassade des Gemeindehauses in Buchschwabach wird zur Zeit überarbeitet und frisch gestrichen.

 

Heute spielt Michael Bauer von 10-11 Uhr an der Orgel der Laurentiuskirche.

Am Sonntag, aber nicht am Montag feiert die Kirchengemeinde Roßtal ihr Pfingstfest mit einem Gottesdienst um 9 Uhr und um 10 Uhr. Pfarrer Thomas Rucker wird dabei die Gemeinde pfingstlich überraschen…



Gott erneuert und gibt frische Kraft von Dieter Schuh
 „Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft,
sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde,
sie gehen und werden nicht matt.“
Jesaja 40, 31

Die Corona-Zeit habe ich auf eine ganz besondere Weise erlebt.
Anfang März wurde bei mir völlig überraschend ein Tumor im Kopf diagnostiziert. Es verging eine Zeit des Hoffens, Bangens und des Wartens auf Befunde.
Einerseits kam da die erzwungene äußere Ruhe gerade recht. Andererseits wurden mir aber auch Grenzen aufgezeigt. Die Angst vor der Zukunft und vor der Endlichkeit des Lebens und das Bewusstsein, die eigene Gesundheit nicht selbst im Griff haben zu können, beschäftigten und beunruhigten mich. Dieses Ausgeliefertsein und Alleinsein – wegen Corona durfte ich keinen Besuch empfangen - machte mich auch demütig.
Mein tiefes Vertrauen in Gott hat mich getragen und gestärkt, diese Zeit der Erkrankung zu überstehen. Dazu haben mir viele Mitmenschen durch Gebete und Botschaften Mut und Kraft zugesprochen.
Ende April wurde ich in Erlangen erfolgreich operiert. Seither erhole ich mich zusehends und versuche, wieder in meinen Alltag zurückzufinden.
Von Gott bewahrt worden zu sein, empfinde ich in tiefer Dankbarkeit. Die Erfahrungen aus dieser Zeit stimmen mich für die nahe Zukunft zuversichtlich. Neben meiner Partnerin und meiner Familie gibt mir mein Glaube an Gott viel Kraft und ‚erneuert‘ mich.
So wie Pfingsten der Geburtstag der Kirche ist, habe ich nach all diesen Erfahrungen auch einen „weiteren Geburtstag“ dazugewonnen.


Das Pfingstessen Sauerbraten mit Anni Grüttner
1 kg. Rinderbraten (aus Schulter oder Keule)
Für den Essigsud: 1 gelbe Rübe/Karotte, 1 Zwiebel, etwas Salz, kräftig Essig, 1Packung Sauerbratengewürz (Koriander, Pfeffer, Piment, Paprika, Wacholderbeeren, Senfkörner, Lorbeerblätter, Nelken, Zimt, Thymian, Muskatblüte), 1 Liter Wasser alles zusammen aufkochen und Fleisch in einem großen Topf damit übergießen, ca. 1 Woche ziehen lassen (Fleisch wird dadurch zarter), kühl stellen, ab und zu Fleisch wenden. Dann das Fleisch aus dem Sud herausnehmen, abtropfen und in heißem Bratöl von allen Seiten anbraten. Das Fleisch zurück in die noch nicht fertige Sauce und ca. 1 Stunde auf kleiner Hitze garen. Dann Fleisch herausnehmen, abkühlen, damit man Scheiben schneiden kann, erst dann Soße mit Sahne- Schmand fertig machen.
Für die Sauce: 4 Esslöffel Zucker in Bratfett karamellisieren, mit Essigsud ablöschen und kräftig aufkochen, bis des Zucker komplett aufgelöst ist. Soße durchseien, 1 kurz eingeweichter Soßenlebkuchen einrühren, aufkochen bis die Soße ganz glatt ist, 1 Packung eingeweichte, abgetropfte Steinpilze zugeben nochmal aufkochen und 1 Becher Schmand mit 1 Becher süße Sahne verrühren und zur Sauce einrühren, mit Salz, Zucker evtl. etwas Essig abschmecken. Die Soße sollte sehr sämig sein.
Beilage: Semmelklöße, gekochte Klöße (seidene) Spätzle oder breite Nudeln
Serviervorschlag: An den Rand von Fleischplatte oder großem Teller Pfirsichhälften aus Dose oder Glas mit Preiselbeeren füllen, schmeckt gut und gibt ein schönes Bild
Ein schönes Festtagsessen und guten Appetit wünscht Ihnen Anni Grüttner.


Der Gesundheitstipp:
Lüften, Lüften, Lüften….Kein Wunder, dass sich Coronaviren in  Senioreneinrichtungen wohl fühlen, oder in Klassenzimmern und Gemeinschaftsunterkünften. Stickige, warme Luft scheint Corona zu gefallen, darum ist Lüften, Lüften und noch einmal Lüften eine Maßnahme gegen Corona. Offene Fenster und offene Türen helfen die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Darum immer wieder Fenster auf und Luft rein….

Coronakommentar - Haben wirs denn immer noch nicht kapiert?
Statt eines Coronakommentares gibt es heute noch einmal einen Fernsehtipp und den schon zum wiederholten Male, denn in diesen Tagen wurden die Pflegesatzverhandlungen für die Ambulante und die Stationäre Pflege ergebnislos abgebrochen, nachdem die Kostenträger kaum Zugeständnisse an die Leistungserbringer gemacht hatten. Statt mit einer satten Erhöhung der Zahlungen,  das Engagement der Pflegerinnen und Pfleger in der Coronazeit zu belohnen, werden nur minimale Verbesserungen angeboten und das obwohl die Pflege Zigtausende von neuen motivierten Schwestern und Pflegern brauchen würde, von der Systemrelevanz dieser Berufe ganz zu schweigen. Der Pflegenotstand ist nur mit mehr Pflegekräften zu überwinden und die kosten einfach mehr Geld. Denn mit mehr Geld und mit mehr Mitarbeitern könnten die Pflegeschlüssel auch erhöht werden und mehr eingestellte Mitarbeiter, entlasteten, die einzelnen Schichten und damit wird der Beruf und die Arbeit in der Pflege wieder attraktiver und das ist nach diesen Monaten eigentlich das Gebot der Stunde. Doch schauen Sie selbst noch einmal ZDF die Anstalt Ausgabe 5. Mai.

 

Donnerstag, 28. Mai 2020


Die gute Nachricht
Pfingsten steht vor der Türe und damit die normalerweise schönsten Ferien des Jahres. Auch für alle, die arbeiten müssen, zwei kurze Arbeitswochen mit je vier Tagen und damit auch einem zusätzlichen freien Tag. Und das Schöne in diesem Jahr ist, dass nicht alles vorgearbeitet werden muss, denn Corona verschiebt die Maßstäbe und manches hat auf einmal viel Zeit, das früher unter Druck noch schnell vor den Ferien fertig gemacht werden musste. Darum schöne Pfingsttage für alle.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Letzte Woche war Vadderdach. Der Tag an dem die männlichen Menschen, die noch keine Väter sind, mit einem Faß Bier im Bollerwagen losziehen und abends angeheitert bis besoffen wieder nach Hause wanken.
Freitag ist dann immer Brückentag, da fällt es nicht auf, wenn Mann mit einem MordsKater zuhause bleibt. Und später erzählt Mann, wieviel Bier Mann gesoffen hat ohne umzufallen. Andere Männliche sprechen nicht so sehr dem Alkohol zu, dafür erzählen und prahlen sie mit anderen Dingen, mit dem Job, dem Verdienst, den PS-starken Auto, den tollen Urlaub und den waghalsigen Unternehmungen, die sie schon gemacht haben. Je mehr die Gleichstellung der Frau voranschreitet, beteiligen sich auch Frauen an diesem, sich gegenseitig übertrumpfen. Jede_er will der_die Beste, Tollste, Schönste sein.
Zu Jesus kamen einmal die beiden Brüder Johannes und Jakobus und baten ihn um die Plätze an seiner Seite im Himmel Reich. Jesus weist sie zurück: „Seid ihr wirklich so toll, wie ihr glaubt es zu sein?“ Und weiter sagt er ihnen, dass über die Plätze im Himmelreich nicht entschieden wird danach, wie toll und wie gut sich einer darstellen kann, sondern dass Gott diese nach seinem Willen verteilen wird. (nach Markus 10,35-45)

Der biblische Lesetipp
Ich kann ja eh nichts bewirken, oder was macht das schon, wenn ich so vernünftig denke und alle anderen nicht? Das Gefühl nichts bewirken zu können, bewegt viele und verhindert noch mehr. Aber Corona lehrt, kleine Ursache große Wirkung, in diesem Falle zum Schlimmen. Wer sich aber von Gottes Reich bewegen lässt, der erlebt mit, aus dem Senfkorn unseres Glaubens wächst ein Lebensbaum für die Welt.
Doch lesen Sie selbst:  Markus 4. 30-34

Kirchen in unserer Nachbarschaft – Wintersdorf, die Montagekirche
Nein, in Wintersdorf wurden die Gottesdienste nicht nur an Montage gefeiert. Die Bezeichnung „Montagekirche“ bezieht sich auf ein Haus aus Fertigteilen, das am Bauplatz nur noch zusammengeschraubt, montiert werden mussten. Die bayerische Landeskirche hatte hierfür einen Bauplan mit mehreren Größen, der von den Gemeinden als Gemeindehaus mit oder ohne Kirchenraum bestellt werden konnte. Durch die Normierung der Bauteile und die hohe Stückzahl waren diese Varianten sehr preisgünstig und wurden in vielen Gemeinden in Bayern als Ersatz für eine Notkirche, als Gemeindehaus oder als geistliches Zentrum in einem wachsenden Gemeindeteil errichtet.
Die evangelischen Christen bauten in Wintersdorf in Eigenleistung in kaum zwei Monaten den Keller, auf dem dann das Haus von der Fachfirma errichtet wurde. Rechtzeitig zur Dorfkirchweih 1975 wurde der Bau fertig, so dass am Kirchweihtag 1975 das evangelische Gemeindehaus mit Kirchenraum und die im Frühjahr erbaute katholische Kirche gemeinsam getrennt eingeweiht werden konnten. Damals fuhr neben dem weitläufigen Areal des Wintersdorfer Kirchengebäudes noch die Bibertbahn.
Das ist Geschichte. Das Bibert-Bärbala fährt nicht mehr, die katholische Kirche wird inzwischen von der koptischen Gemeinde genutzt. Noch feiert die evangelische Gemeinde Gottesdienste in Wintersdorf. Aber das Haus braucht, wie viele der Montagekirchen, nach über 40 Jahren umfassende Renovierungsmaßnahmen. Der Zirndorfer Kirchenvorstand steht vor der Frage, ob es noch sinnvoll ist, in ein Gebäude zu investieren, in dem nur wenige Veranstaltungen stattfinden und nur wenige Gottesdienstbesucher kommen.
Für manche Wintersdorfer ist es die Kirche, an der ihre Eltern und Großeltern mitgebaut haben. Für die meisten ist es aber nur eine alte Baracke, und es gibt doch so viele schöne Kirchen im Umland.
Aber noch steht die Wintersdorfer evangelische Kirche neben der alten Trasse der Bibertbahn und ist von Weinzierleinl in nicht mal einer halben Stunde zu Fuß zu erreichen.
Fotos: Kirchengemeinde Zindorf und Thomas Rucker (Fotos: Gemeinde Zirndorf und Thomas Rucker)

Lasst die Nachbarschaft aufblühen - Mitmachaktion der Diakonie Fürth zum „Tag der Nachbarn“
Nichts klingt so schön, wie wenn wir Blumen sprechen lassen. Gerade jetzt können wir unseren Nachbar_innen mit Blumen oder Pflanzen eine Freude machen und ein Zeichen der Wertschätzung schenken. Denn in den vergangenen Wochen standen angesichts der coronabedingten Ausnahmesituation viele vor neuen, zum Teil großen Herausforderungen - sei es die alleinerziehende Mutter mit zwei Kita-Kindern in der Wohnung gegenüber, der ältere Mann im ersten Stock oder die besonders geforderte Pflegerin nebenan. Diesen Menschen und vielen weiteren tut eine Aufmunterung gut.

Deshalb laden die Stadtteil- und Quartiersprojekte der Diakonie Fürth zum „Tag der Nachbarn“ am 29. Mai dazu ein, Zeichen für gute Nachbarschaft zu setzen, die sich mit dem gebotenen Abstand und Coronakonform umsetzen lassen. „Überlegen Sie, welche_r Ihrer Nachbar_innen sich über einen Blumengruß als Aufmunterung besonders freuen würde“, so Dorothea Eichhorn, Leiterin des Fachbereichs „Diakonische Sozialarbeit“ bei der Diakonie Fürth. „Wer hatte es vielleicht besonders schwer in den letzten Wochen oder wer ist besonders betroffen? Wem möchten Sie einfach mal ‚Danke‘ sagen für die gute Nachbarschaft?“ Mitmachen ist ganz einfach: Blumen, kleine Topfpflanzen oder Blumensamen kaufen, einen persönlichen Gruß schreiben und die Nachbar_innen damit überraschen.

Der „Tag der Nachbarn“ ist eine jährliche Initiative zur Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders. Ziel des bundesweiten Aktionstages ist es, mehr Miteinander in unseren Nachbarschaften sowie Hilfsbereitschaft über Alters-, Herkunfts- und Einkommensgrenzen hinweg zu fördern. Initiiert wurde der „Tag der Nachbarn“ von der nebenan.de Stiftung, gefördert wird er unter anderem vom Bundesfamilienministerium, der Deutschen Fernsehlotterie, der Diakonie Deutschland und vom Deutschen Städtetag.

Hilfetelefon für Männer
Männer erleben Gewalt. Erleiden Gewalt. In der Kindheit, auf der Straße, in Institutionen oder auch in der Partnerschaft. Deshalb gibt es uns, das Hilfetelefon Gewalt an Männern. Wenn Sie also in irgendeiner Form Gewalt erlitten haben, rufen Sie uns an!
Wenn Sie nicht (mehr) zu denen gehören wollen, die alles „mit sich selbst ausmachen“, die es
„in sich hineinfressen“ und die so alleine bleiben mit dem, was ihnen widerfahren ist, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf!
Gerne telefonisch zu unseren Sprechzeiten unter 0800 1239900 oder auch per Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Sie können uns ebenfalls anrufen, wenn Sie sich als Angehörige oder Fachpersonal über Hilfsmöglichkeiten für gewaltbetroffene Männer informieren wollen.


Hurra, der neue Minigottesdienst in der Tüte ist da!
Pfingsten steht vor der Tür und pünktlich zum Fest hängen die neu bestückten Tüten wieder in der Kirche zum Abholen bereit. Mit dieser Tüte können die Kleinen und Großen den Minigottesdienst ganz gemütlich zu Hause feiern. Alles, was man für so einen Gottesdienst braucht, findet man darin. Die Großen können mit Hilfe eines Ablaufs vorlesen, die Kleinen eine LED Kerze anzünden und die Lieder mitsingen. Zeit für eine kurze Gesprächsrunde rund um Pfingsten ist auch eingeplant. In der Tüte ist diesmal eine kleine Überraschung versteckt. Ich wünsche der ganzen Familie viel Freude beim Minigottesdienstfeiern zu Hause. Eure Judith Popp

Corona und die heimische Landwirtschaft - Bettina Hechtel (Kreisbäuerin Fürth)
Das öffentliche Leben pendelt sich mit zunehmender Aufhebung der Corona- Beschränkungsmaßnahmen wieder auf halbwegs Normalität ein. Für uns, in der Landwirtschaft, waren die letzten Wochen trotz des normalen Arbeitsalltags ebenfalls keine einfache Zeit.
Auf den meisten Betrieben leben mehrere Generationen unter einem Dach. In dieser Zeit ein Privileg, denn man konnte sich immer sehen. Dankbar waren auch die Kinder, sie konnten raus. Abwechslung auf einem Bauernhof gibt es genug. Trotzdem immer im Hinterkopf der Gedanke: Hoffentlich bleiben wir alle gesund! Was passiert, wenn wir in Quarantäne müssen. Wer versorgt unsere Tiere, wer macht die anstehenden Arbeiten auf dem Feld, wird die Milch von der Molkerei abgeholt? Fragen, auf die man am Anfang der Beschränkungen nur schwerlich Antworten bekam. War ja klar, so eine Situation gab es noch nie. Doch mit der Zeit, wurden diese geklärt. Ein „Corona-Alltag“ unter Beachtung vorgegebener Regeln stellte sich ein.
Was macht die ungewisse Wirtschaftslage mit unseren Betrieben? Wie wichtig die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln aus dem eigenen Land in solchen Krisenzeiten ist, wird allen bewusst. Die regionale Vermarktung ab Hof erfährt momentan einen enormen Zulauf. Es bleibt zu wünschen, dass der neu geschätzte Wert, die Vielfalt an pflanzlichen und tierischen Produkten vor Ort zu haben, bleibt.
Dennoch wie geht`s weiter? Die Absatzmärkte z.B. im Gastronomiebereich brechen stark ein. Bis sich alles wieder entspannt, werden noch Monate vergehen. Zudem belasten die Anforderungen der Viehvermarktung, der Düngeverordnung, die neuen Vorgaben aus der EU usw. Hinzu kommt noch die niedrige Niederschlagssituation, ein weiteres Dürrejahr wird vorausgesagt.
Doch jede Krise beinhaltet auch eine Chance. Die Landwirtschaft ist systemrelevant.
Ich hoffe diese Erkenntnis bleibt!

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst zur Einheit der Christen
Heute feiern wir um 20 Uhr den ökumenischen Gottesdienst zur Einheit der Christen in Christkönig.
Bitte melden Sie Ihr Kommen im dortigen Pfarramt an.

Geburtstag der Kirche
Pfingsten steht vor der Türe. Wünsche und Anregungen für unsere Kirche und unsere Gemeinde sind herzlich zum Geburtstag der Kirche willkommen. Bitte werfen Sie Ihre Wünsche, Ihre Anregungen, Ihre Gedanken in den Briefkasten des Kirchenbüros am Gartenzaun, oder schicken Sie ihn uns per Post, Mail, Telefon. Vielen Dank für alle Anregungen und Wünsche, die uns auf den verschiedensten Wegen erreichen und erreicht haben.

Der Gesundheitstipp: Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf
Wusste die Bibel schon und ausgeschlafen sind Körper , Geist und Seele fit und die Immunabwehr ist gestärkt, darum flugs der Weisheit der Bibel getraut und heute einmal früher ins Bett oder morgen einmal länger ausschlafen, denn zwischen sieben und acht Stunden braucht der Mensch nun einmal, um ausgeschlafen zu sein.

Videotipp für Kinder: Pfingsten kurz erzählt und erklärt
Das Pfarrerehepaar Cornelia und Andreas Kraft erzählen für Kinder und Erwachsene, was an Pfingsten geschah, was dies mit dem Heiligen Geist zu tun hat und warum dieses Fest der Geburtstag der Kirche ist.

Anstelle eines Coronakommentares
Und es gibt immer noch Menschen, die behaupten Corona gibt es nicht, oder es sei nur wie ein Schnupfen. Darum gibt es heute statt eines Kommentars zwei Links. Der eine führt zu den Zahlen und Fakten des Robert Koch Institutes und ist erreichbar unter www.rki.de und der andere führt in die Mediathek des ZDF und zu genesenen, aber nicht geheilten Patienten: Hier der ergreifende Fernsehbericht von Frontal 21 vom 26.5.2020 - Überlebende berichten.

 

Mittwoch, 27. Mai 2020

Die gute Nachricht
Es gibt viele Maskierte und das ist gut so, denn mit den Masken werden die Anderen geschützt und darum macht es sich gut, nicht nur dort, wo es vorgeschrieben ist, in Bussen, Bahnen und Geschäften in Restaurants und Cafés Maske zu tragen, sondern auch bei anderen Begegnungen dem Gegenüber ein freies Wahlrecht zu lassen. Es gilt die neue Regel bei Begegnungen auch im öffentlichen Raum, höflich nachzufragen, ob das Gegenüber, eigentlich lieber hätte, dass eine Maske getragen wird. Und das gilt aus Höflichkeit selbst dann, wenn man sich auf zwei Meter Entfernung gegenübersteht. Gut, dass es viele gibt, die diese neue Etikette anwenden und so andere und sich selber schützen.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Dieser Tage hat mir unserer Gemeindediakonin Frau Popp eine Gesichtsmaske für Kinder gezeigt, die eine Frau vom Familienfrühstück genäht hatte. Auf dem Stoff waren Anna und der Schneemann Olaf aus dem Film „Frozen“ (Die Eiskönigin - völlig unverfroren) gedruckt. Wäre Elsa die Eiskönigin darauf gedruckt gewesen, ich hätte ihr die Maske aus der Hand gerissen. Ja, ich steh auf gewisse Disney Prinzessinnen.
Ich mag Elsa, die aus der Isolation ausbricht und sich ihre eigen Welt, den Eispalast fern ab von den Menschen, die sie hassen erbaut. Sie lernt aber auch, dass sie ohne die Liebe ihrer Schwester Anna nicht leben kann, ja dass die ganze Welt ohne Liebe ein einziger Eisschrank sein wird.
Gott hat den Menschen als soziales Wesen geschaffen. Er sagt: „Es ist nicht gut, dass die Mensch alleine sei. Ich will ihr eine Hilfe schaffen, die ihr entspricht.“ (nach 1. Mose 2,18)

Der biblische Lesetipp
Heikel ist es allemal, wenn der Versucher auftritt. Und auch bei Jesus kommt die Versuchung nach 40 Tagen Fasten und Selbstisolation in der Wüste, und die Steine könnten Brot werden… Und  nach 65 Tagen Shutdown ist die Versuchung riesig, aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein und er braucht auch nicht alle Königreich der Welt… und manch Bibelstelle liest sich aktueller denn je. Lesen Sie selbst: Lukas 4,1-13

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst zur Einheit der Christen
Am Donnerstag um 20 Uhr findet in Christkönig der traditionelle Gebetsgottesdienst zur Einheit der Christen statt. Eine Anmeldung im katholischen Kirchenbüro Tel. 902020 wird erbeten.

Buchschwabach
Die Malerarbeiten zur Ausbesserung der Südfassade des Buchschwabacher Gemeindehauses haben begonnen. Der lose Holzanstrich wird ausgebessert und die herausgebrochenen Gefache werden dabei nachgeputzt.

Orgelmusik
Michael Bauer ist heute um 10 Uhr in St. Laurentius zu hören.

Videoaufnahmen
Ab 11 Uhr finden heute Ton und Videoaufnahmen in St. Laurentius statt. Aufgenommen werden drei weitere Videos für die Serie Schätze der Kirche. Die fertigen Videos finden Sie unter folgenden Adressen: www.quempas.jimdosite.com

Die Wochenchallenge: Geburtstagswünsche für St. Laurentius
Am Sonntag ist Pfingsten und damit der Geburtstag der Kirche und der Kirchengemeinde. Darum erbitten Kirchenvorstand und Hauptamtlichen-Team gute Wünsche und Ideen an das Gemeindeleben und für die Kirchengemeinde. Denn die Corona-Ausnahmesituation löst sich langsam auf, darum geht der Blick nach vorne und gute Wünsche und Ideen für die Zeit nach Corona werden wichtig.
Schreiben Sie uns elektronisch an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder analog Ihre Wünsche für St. Laurentius im kommenden Jahr. In der Kirche steht eine Holzbox für Ihre Vorschläge und Wünsche bereit.

Der Gesundheitstipp
Rauchen schadet ihrer Gesundheit und Alkohol auch. Mehr muss man eigentlich gar nicht sagen. Beide Genussgifte, beschäftigen die körpereigene Abwehr so, dass andere Schädlinge leichteres Spiel beim Eindringen in den Körper haben. Verzicht und Abstinenz fallen schwer, aber der Körper dankt es.

Der Friedhof und die Blumen von Monika Huber
Vor einem Jahr wurde zu dem Bürgerbegehren „Rettet die Bienen“ unterschrieben. Ich selbst muss dazu sagen, dass ich viel sensibler auf Insekten reagiere. Bei mir am Hof beobachte ich die Bäume und Sträucher, wenn sie blühen. Ich wundere mich, wie viele Wildbienen überhaupt da sind, höre das Summen und Brummen der Bienen und freue mich über die Schmetterlinge, die ihre Eier in der Brennesselecke ablegen können. Ich sehe durch das Anbringen von Nistkästen mehr Vögel, die im Moment fleißig ihre Kinder versorgen, unermüdlich hin und her fliegen.
Ja, und das alles bringt mich in Gedanken auf den Friedhof.
Es gibt viele Menschen, die sich gerne auf Friedhöfen aufhalten. So mancher davon lädt auch ein mit Bänken um sich darauf auszuruhen, um die Ruhe und Stille zu genießen. Die Gräber sind vielfältig bepflanzt, wo Baumbestand da ist, da sitzt es sich gut an heißen Tagen. Wer dann ganz aufmerksam ist, die Ohren spitzt, die Augen aufmacht, der hört den Gesang der Vögel, der morgens und abends am stärksten zu hören ist. Nistkästen sind in den Friedhöfen angebracht, damit die Meisen, Rotschwänzchen, Rotkehlchen und viele andere Arten auch ein Zuhause finden. Egal, ob Specht oder Kuckuck, wenn Gehölze da sind, findet so ziemlich jede Art ihren Platz und auch Nahrung. Der Distelfink/Stieglitz freut sich über die Samenstände die in den Hecken zu finden sind. Die Spatzen finden immer etwas und die frechen Amseln sind auch überall. Eine Vielfalt an Vögeln gibt es zu entdecken, wenn man mal eine Zeit auf dem Friedhof verweilt. Und wenn dann noch ein Eichhörnchen frech und keckernd über den Weg huscht, bringt es einfach auch eine Freude, gerade da, wo Erinnerung an die Menschen die hier ihren letzten Ruheplatz gefunden haben stark ist.
In dieser Erinnerung bepflanzen wir auch die Gräber. Da hat sich im Laufe der Jahre auch vieles verändert. Traditionell werden viele immer noch mit Gottesaugen bepflanzt. Doch immer mehr sieht man Blumen, die die Insekten anziehen. Ich wundere mich immer wieder, wie sich zum Beispiel an ganz einfachen Blumen, besonders ungefüllte Sorten, die Hummeln, Bienen und andere Insekten tummeln. Und über den „Kolibri“, das Taubenschwänzchen muss ich lachen, wenn es duftende und einfache Blüten umflattert und seinen Rüssel in die Blüten versenkt.
Wer den Mut hat, Gewürzpflanzen auf sein Grab zu pflanzen wie zum Beispiel Thymian, oder auch Salbei, der wird mit staunen, wie sich diese fleißigen Tierchen einfinden. Auch der einfache Lavendel ist heiß begehrt.
Allerdings muss man beim Bepflanzen auch darauf achten, ob der Standort auch der richtige ist. Wie viel Sonne bekommt das Grab oder liegt es im Schatten? Steht gleich ein großer Baum daneben, der sich freut, dass er Nahrung durch die Bepflanzung bekommt und dessen feine Wurzeln das Gieswasser schnell aufsaugen?
Die verschiedensten Kriterien sind ausschlaggebend für Pflanzen die man verwendet.
Ein besonderer Punkt ist: Wieviel Zeit kann für die Pflege aufgewendet werden und auch – wie kann ich etwas bei dem Klimawandel beitragen, d.h. welche Pflanze braucht vielleicht nicht so viel Wasser? So mancher blühende Bodendecker erweist sich als sehr genügsam. Dann kann es sogar passieren, dass in einer genügsamen Staudenpflanze ein Vogel seinen Nistplatz hat.
Leider hat sich der Buchs, der ja eine ausgesprochene Friedhofspflanze war, durch den Buchsbaumzünsler fast verabschiedet. Zwar gibt es Spritzmittel, die auch helfen sollen, es aber nicht immer tun. Aber wer will denn immer diese giftigen Mittel verwenden, die zudem auch ziemlich teuer sind? Es gibt buchsähnliche Pflanzen wie zum Beispiel Ilex Granada. Bei der Vielfalt der Angebote findet bestimmt jeder etwas um sein Grab insektenfreundlich anzupflanzen. Unsere Garten- und Blumenhandlungen beraten dazu gerne.

Gerade auf unseren Friedhöfen ist ein Ökosystem zu finden, das wir alle unterstützen sollten. Nein, ein Friedhof ist kein Stück Garten, sondern ein ganz besonderer Ort, auf dem man inmitten von Trauer, Wehmut, Erinnerung viel Leben finden kann. Außerdem ist er auch ein Filter gegen den Feinstaub.
Dieses Öko- und Filtersystem kann jeder ganz leicht unterstützen. Schauen Sie mal ganz bewusst auch auf die kleinen Krabbler, die da überall unterwegs sind.
Was ich mir wünsche wäre: auch wenn die Insekten bestimmt ihr „Haus“ sich irgendwo bauen, so wäre ein Insektenhotel auf dem Friedhof ein ganz besonderer Hingucker. Wer hat Ideen und Zeit, sich mit solch einem Hausbau zu beschäftigen?

Kinder und Familientipp – Insektenhotel für den Garten
Ohne Insekten wie die Wildbienen läuft in Sachen Bestäubung und Fortpflanzung nichts, das wissen wir alle. Helft ein wenig nach, werdet Umweltschützer und Baumeister zugleich - und eröffnet ein Insektenhotel im Garten. Geolino liefert euch eine Bauanleitung.

Bildergalerie „Das große Fressen“
Günter Hochberger hat für uns Tiere bei der erfolgreichen Jagd nach Beute beobachtet und uns eine Bildergalerie zusammengestellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Coronakommentar- Die hohe Kunst der Achtsamkeit
Es war der Megatrend der letzten Jahre, Achtsamkeit zu üben, auf sich, den Anderen, die Umwelt zu achten und es gab eine Vielzahl von Literatur dazu. Ob sie das Denken verändert hat zeigt sich in dieser Krise.
Achtsamkeit ist das Gebot der Stunde. Nicht nur, weil Abstand halten nur gelingt, wenn Menschen aufeinander achten, sondern auch weil Achtsamkeit hilft die Fragen und Sorgen und Anliegen anderer Menschen zu verstehen und das hilft im Zusammenleben enorm.
Achtsamkeit fragt nach dem ganzen Menschen. Fragt nach seinen Bedürfnissen, fragt nach seinen Motiven.
Wie geht es wohl einem Vierzehnjährigen, der seit zweieinhalb Monaten nur Homeschooling und Computer kennt?
Wie reagiert eine Mutter, in der achten Woche, in der die Kinder daheim sind?
Was fühlt ein fünfjähriger, der nicht in den Kindergarten darf und dem langweilig ist?
Was macht den Familienvater der auf dem Heimweg einkaufen will und sich in der Schlange vor dem Eingang gedulden muss, so wütend?
Warum schweigt die Oma am Telefon immer mehr und es kommt kein Gespräch in Gang.
Warum hat die Geschäftsführerin so gar kein Verständnis für meine familiäre Situation?
Weshalb flippt der Chef nach dem Anruf in Italien beim Zulieferer so aus?
Was denken Menschen in Quarantäne?
Was passiert, wenn einer mit der Diagnose Covid auf die Intensivstation muss und das noch mitbekommt?
Achtsamkeit erklärt vieles und schickt Menschen auf die Entdeckungsreise zu den Menschen unserer Tage. Wer das Leben der Anderen achtet, wird sich und dem Anderen gerechter und der versteht die Unruhe, die Corona in die ganze Gesellschaft gebracht hat und der kann dann auch manchmal seine eigenen Gefühle hinten anstellen, denn ich weiß ja warum das Gegenüber so tickt und warum er Angst, Ärger, Wut, Verzweiflung, Depression hat und ich ahne wie es sich anfühlt und damit wächst das Verständnis füreinander und  es gelingt deutlich besser miteinander auszukommen, denn jetzt auch noch ständig Streit und Ärger?  Das muss nicht sein und Achtsamkeit auf und für einander, befreit zu einem friedlicheren Leben.  Meint Ihr Jörn Künne


Dienstag 26. Mai 2020

Die gute Nachricht
Jetzt sind auch die Kinder dran. Schule, Kindergärten, Kinderbetreuungseinrichtungen öffnen auch in Bayern.
Schrittweise und immer sehr sehr vorsichtig. Aber nach der Öffnung von Spielplätzen und Museen, folgt damit ein weiterer logischer Schritt. Und nach den Pfingstferien kehrt dann das neue Normal in den Familien ein und es tut gut, dass jetzt die Kinder dran sind.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Es häufen sich die Gedenktage, Gestern vor 43 Jahren am 25.5.1977 lief der erste Film der Star Wars Saga in den amerikanischen Kinos an. Im letzten Dezember wurde nach 42 Jahren mit dem neunten Teil die Hauptgeschichte um den Skywalker Clan abgeschlossen. Aber um die drei ersten Episoden die 1977, 1980 und 1983 erschienen sind, hat sich ein ganzes Universum an Merchandising, Spielen, Filmen und Bücher entwickelt. Ob die Macher des ersten Films sich das vorgestellt haben?
Dass der kleine Fischerverein, den ein gewisser Jesus aus Nazareth vor zweitausend Jahren gegründet hat einmal ein Weltumspannendes Unternehmen wird, ja sogar eines das das ganze Universum und die ganze Welt verändern will, Jesus hatte das auf dem Plan gehabt. Er sagte einmal: „Man kann Gottes himmlisches Reich mit einem Sauerteig vergleichen, den eine Frau zum Brotbacken nimmt. Obwohl sie nur wenig davon unter eine große Menge Mehl mischt, ist am Ende alles durchsäuert.“ (Matthäusevangelium 13,33)

Der biblische Lesetipp
Nach der Grundlage des christlichen Glaubens gefragt, antworten die meisten mit den 10 Geboten und benennen dabei eine der Wurzeln christlichen Glaubens die in der jüdischen Tradition verwurzelt ist. Doch auch das Gebot der Nächstenliebe ist dort schon vorgebildet und wird von Jesus als Dreifachgebot der Liebe zusammengestellt. Gottes Liebe, Nächstenliebe und Selbstliebe sind die drei Aufgaben für uns Christen. Doch lesen Sie selbst und denken Sie nicht nur heute an diese Aufgabe: Matthäus 22, 34-40

Der Gesundheitstipp
Bewegung ist gesund, jeder weiß es. Darum gibt es auf dem Roßtaler Freizeitgelände einen Bewegungsparcour zum gezielten Training verschiedenster Muskelpartien. Für die einzelnen Geräte und was man damit machen kann, gibt es eine hervorragende Anleitung als pdf Dokument.

Die Challange der Woche Geburtstagswünsche für St. Laurentius
Am Sonntag ist Pfingsten und damit der Geburtstag der Kirche und der Kirchengemeinde. Darum erbitten Kirchenvorstand und Hauptamtlichen-Team gute Wünsche und Ideen an das Gemeindeleben und für die Kirchengemeinde. Denn die Corona-Ausnahmesituation löst sich langsam auf, darum geht der Blick nach vorne und gute Wünsche und Ideen für die Zeit nach Corona werden wichtig.
Schreiben Sie uns elektronisch an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder analog Ihre Wünsche für St. Laurentius im kommenden Jahr. In der Kirche steht eine Holzbox für Ihre Vorschläge und Wünsche bereit.

Aus dem Gemeindeleben

Restaurierungsarbeiten beginnen
Heute beginnen die Maler und Restaurierungsarbeiten an den Gemeindehäusern in Buchschwabach und in Roßtal, sowie am Kirchturm in Großweismannsdorf. Außerdem wird in den kommenden Wochen der Ostgiebel des Pfarrhauses überarbeitet, ausgebessert und neu gestrichen. 

Fensterln vor dem AWO-Kompetenzzentrum
Heute Nachmittag um 16 Uhr finden vor den Fenstern des Altenheimes in der Hans-Eckstein-Straße 1 wieder zwei Freiluftgottesdienste mit Pfarrer Rucker und Brigitte Stief statt. 

St. Laurentius in Zeiten von Corona  für Vater, Mutter, Kind und Kegel – generationenübergreifend die Laurentiuskirche kennenlernen.
Ganz einfach Raum und Zeit genießen. Die Kirche betreten, die Kraft und die Ruhe des alten Kirchenraumes spüren und merken Glaube trägt. Dafür ist die Kirche täglich von acht bis acht, also von 8-20 Uhr geöffnet.

Mit der Krypta gibt es einen ganz besonderen Raum der Stille und der Meditation, dessen Wurzeln 1200 Jahre in die Zeit Karls des Großen zurückreichen. Echtes Mittelalterfeeling ist so direkt vor unserer Haustüre erlebbar.

Auch ganz analog bietet die Kirchenrally eine halbe Stunde Spiel und Spaß für Familien. Sie liegt auf dem Schriftentisch aus, oder kann hier heruntergeladen werden.
Bewegung mit historischem Hintergrund bietet das Geochaching rund um die Laurentiuskirche und den Oberen Markt an.

St. Laurentius für Fortgeschrittene: Für historisch Interessierte gibt es in den Roßtaler Heimatblättern jede Menge fundierte Informationen zur Laurentiuskirche.

Musik in der Kirche miterleben, ist jeden Mittwoch und jeden Freitag um 10 Uhr möglich, wenn Michael Bauer der Roßtaler Orgel so manch Geheimnis entlockt.
Musik in St. Laurentius auch daheim genießen, das ist möglich unter www.quempas.jimdosite.com

Der Coronakommentar
Kann man sich an alles gewöhnen und muss man sich über alles aufregen?
Ich bin entsetzt über mich selber. Mich regt die beschlagene Brille auf, denn der notwendige Nasen-Mundschutz macht mich als Brillenträger immer wieder blind. Mich regen Menschen auf, die keine Kontakthemmungen haben und mich regen die vielen Recht(e)haber auf, die mit Anforderungen und Ansprüchen (die vielleicht auch berechtigt sind) auf mich zukommen.
Und dann frage ich mich „Wo bleibt die Dankbarkeit?“ Meine Dankbarkeit hier in Deutschland zu leben und es geht einigermaßen glimpflich ab… Meine Dankbarkeit für verantwortungsvolle Politiker, die Leben retten wollen und denen jede_r Verstorbene weh tut. 
Und ja, über was rege ich mich auf, was sind meine Probleme noch für Probleme, wenn gleichzeitig Kühllaster die Verstorbenen aus Kliniken abholen und Bulldozer Massengräber ausheben, weil die an Covid Sars 19 Verstorbenen die Bestattungsunternehmen überfordern.
Habe ich mich an die Schreckenszahlen gewöhnt? 8.000 Menschen in Deutschland verstorben, oder 100.000 in Amerika? Noch einmal: Der Vietnamkrieg kostete Amerika rund 60.000 Tote in eineinhalb Jahrzehnten und jetzt in zweieinhalb Monaten diese Zahl. Und was in China, Russland, Brasilien passiert, was in den armen Ländern der Südhalbkugel geschieht? Mit welchen Maßstäben lebe ich hier und rege ich mich über die richtigen Themen auf und genauso schlimm, habe ich mich an die täglichen Opferzahlen gewöhnt?
Die vielen, vielen Menschen, die nicht mehr weiterleben durften, die vielen, vielen Menschen, geopfert auch von ihren Regierungen? Kann man sich daran gewöhnen? Ja, man kann und ich blicke erschrocken in den Spiegel und nehme mir vor, mich nicht mehr über alles aufzuregen, aber über das was wirklich schlimm ist umso mehr, denn man darf sich nicht an alles gewöhnen und schon gar nicht an Menschenleben, die achtlos geopfert werden.

 

 

Montag 25. Mai 2020

Die gute Nachricht
Verantwortung füreinander - der Mund Nasen Schutz schützt nicht mich, sondern ich schütze den anderen… In den Geschäften, in den Gottesdiensten, oft auch auf der Straße, die Menschen in Roßtal halten Abstand und tragen den Mund-Nasenschutz, einen Schutz, der zu allererst den anderen schützt. Und ja, auch wenn das subjektive Gesundheitsgefühl sagt,  ich bin gesund, kann keiner ausschließen schon längst ansteckend zu sein, denn Corona ist nachweislich schon über eine Woche ansteckend, bevor Symptome auftreten. Darum die gute Nachricht: Roßtal übernimmt Verantwortung und trägt Mundschutz, um andere zu schützen und damit letztlich selber geschützt zu werden.

Denkanstoß von Thomas Rucker 
Haben Sie ihr Handtuch griffbereit? Heute ist Towel-Day (Handtuch-Tag) zur Erinnerung an Douglas Adams den Autors des „Hitch Hackers Guide to the Galaxy“ (Per Anhalter durchs All), einer Trilogie in fünf Bänden, ein Werk das viele unserer irdischen (englischen) Gebräuche und Traditionen satirisch verarbeitet. Unter anderen wird darin auch erklärt, warum es so wichtig ist stets ein Handtuch dabei zu haben. Man kann es als Segel verwenden wenn man den Moth Fluss hinabfährt, nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe, vors Gesicht gebundenen dient es als Schutz vor dem Gefräßigen Plapperkäfer von Traal. Nicht zu unterschätzen ist der psychologische Aspekt. Wenn ein Anhalter ein Handtuch dabei hat, dann hat er sicher auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug, usw.
Für ChristenMenschen gibt es etwas, das ähnlich nützlich und wichtig ist wie ein Handtuch, was einen Türen öffnet und gegen Feinde verteidigt, was als Ausweis dient und vermuten läßt, dass dieser Mensch einen weiterhelfen kann. Paulus beschreibt es so: „Wenn ich allen Glauben hätte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.“ (nachzulesen im 1. Korintherbrief 13. Kapitel)

Der biblische Lesetipp
Die himmlischen Momente sind rar gesät, solange man auf der Erde lebt. Hier bestimmen Corona, Sorgen, Probleme das Leben und manchmal legen sie sich wie ein Schleier über das Leben. Umso wichtiger die himmlischen Momente zu bewahren und zu erinnern und zu merken sie sind da und sie sind unendlich wertvoll, denn sie geben Kraft für den Alltag. Darum lesen Sie hier: Lukas 13, 44-46

Aus dem Gemeindeleben:

Rückblick Gottesdienste
Es ist wieder möglich Gottesdienst zu feiern und das Konzept geht auf. In bisher acht Gottesdiensten, die in St. Laurentius und in Buchschwabach gefeiert wurden, hielten sich die Menschen an die Hygieneregeln und wurden dabei von freundlichen Ordnerinnen und Ordnern kompetent eingewiesen.

Trauerfeiern und Beerdigungen
Dürfen stattfinden, aber es gelten strenge Hygieneregeln und Obermengen. Diese bestimmt für Gottesdienste im Freien eine Obergrenze von maximal 50 Personen. Daraus errechnen sich die Zahlen auf unseren Friedhöfen. In der Kirche in Großweismannsdorf gibt es 20 Sitzplätze und 30 Stehplätze im Freien. In der Martinskappelle gibt es maximal 34 Sitzplätze und entsprechend 16 Stehplätze im Freien und in der Laurentiuskirche gibt es zwar knapp 70 Sitzplätze, aber für die Beisetzung im Freien sind nur 50 Personen erlaubt. Die engsten Angehörigen in den Familien übernehmen die Auswahl der erlaubten Personen. Aufgrund der Regeln in dieser Zeit bitten Friedhofsverwaltung und Kirchenbüro darum, deren Entscheidungen anzunehmen und das Beileid und die Trauer auf andere Weise auszudrücken. 

Ökumenischer Einheitsgottesdienst am 28.5.2020. Es sind noch Plätze frei
Leider nur nach Voranmeldung, aber diese ist auch jetzt noch möglich, Tel. 902020, feiern die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Roßtal den Gebetsgottesdienst für die Einheit der Christen.

Fensterln in der AWO
Am Dienstag um 16 Uhr geht Thomas Rucker zusammen mit Frau Stief wieder vor das soziale Kompetenzzentrum und gestaltet mit Lautsprecher zwei Freiluftgottesdienste

Toni fliegt
Ella und Harold, unsere Falken, haben ihr erstes Ziel für dieses Jahr erreicht. Toni, ihr Falkenjunges fliegt. Zwar noch immer ziemlich unsicher und immer noch ziemlich wackelig, was die Landegenauigkeit betrifft, aber Toni fliegt und lernt mit den Altvögeln jetzt das Jagen. Lautes Geschrei auf dem Kirchturm kündigt darum zurzeit das Kommen der Wanderfalken an.

Schätze der Kirche
Video mit Pfarrer Thomas Rucker über verborgene Schäte der St.-Laurentius-Kirche

Der Informationstipp - RKI  und John Hopkins Universität
Sie wollen mehr wissen über das Virus und seine weltweite Verbreitung, dann besuchen Sie die Seiten des Robert-Koch-Instituts oder der Johns-Hopkins-Universität.

Diakonie Fürth hat Telefonkontaktbörse ins Leben gerufen
Die Plauderei beim Stadtteilcafé entfällt, die beim gemeinsamen Spielenachmittag mit den Nachbarn meist auch und zu Hause ist niemand zum Reden. Gerade alleinstehende und ältere Menschen treffen die Folgen der Corona-Pandemie hart. Als Antwort darauf hat die Diakonie Fürth eine Telefonkontaktbörse ins Leben gerufen. Die Idee dazu stammt aus den Stadtteil- und Quartiersbüros des Fürther Wohlfahrtsverbandes.

„Wer jetzt jemanden zum Plaudern sucht, sollte zum Hörer greifen“, sagt Dorothea Eichhorn, Leiterin des Fachbereiches „Diakonische Sozialarbeit“ bei der Diakonie Fürth. „Wir bringen mit unserer Telefonkontaktvermittlung Gleichgesinnte zusammen.“ Diese telefonieren regelmäßig miteinander und verlegen so den unterhaltsamen Plausch von Angesicht zu Angesicht, der derzeit nicht ohne weiteres möglich ist, kurzerhand einfach an den Hörer.

„Es ist wichtig etwas dafür zu tun, dass soziale Kontakte trotz aller Einschränkungen nach wie vor möglich sind“, betont Diakonie-Vorstand Stephan Butt, verantwortlich für die Sozialen Dienste. „Wir alle sind aktuell gefordert, gerade denen, die einsam sind, unter die Arme zu greifen und für sie da zu sein.“ Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich aus der ein oder anderen Plauderei sogar eine anhaltende Telefonfreundschaft oder später eine echte Begegnung im Stadtteil- und Quartiersleben.

Anmeldung zur Plauderzeit
Interessierte melden sich bitte direkt in den Stadtteil- und Quartiersbüros der Diakonie Fürth: Koordiniertes Stadtteilnetzwerk GeH Hin Hardhöhe, Billinganlage, Scherbsgraben (T 0176 455 442 35), Stadtteilprojekt Eigenes Heim/Schwand (T 0176 4555 09 76), Stadtteilprojekt Ronhof (T 0911 988 087 78), Quartiersprojekt Oberasbach (T 0911 80 1935 69), Quartiersprojekt Langenzenn (T 09101 703 635). Dort werden den Anrufer*innen passende Kontakte vermittelt. Weitere Informationen: www.diakonie-fuerth.de.

Zur Entspannung: Das große Fressen - Bildergalerie
Günter Hochberger hat für uns Tiere bei der erfolgreichen Jagd nach Beute beobachtet und uns eine Bildergalerie zusammengestellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Der Gesundheitstipp
„Wasch dir die Hände, aber bitte mit Seife!“ Das ist ein typischer Elternsatz. Aber das ist auch ein Satz, der in dieser Zeit immer und immer wiederholt gehört. Es tut gut, dass dieser Satz gilt und sich der gefährliche Virus von normaler Seife in die Schranken weisen lässt. Also nicht nur vor und nach dem Essen Händewaschen nicht vergessen. Wenn jemand einen anderen originellen Spruch kennt, dann bittet das Coronatagebuch-Team um Zusendung.

Coronakommentar
Ausgerechnet ein Gottesdienst… Passend zum Sonntag, ploppte die Meldung auf. In einem Gottesdienst in Frankfurt haben sich mehrere Dutzend Menschen mit Corona infiziert. Ein Alptraum für den Gemeindeleiter, ein Alptraum für jede Gemeinde. Schuld zu sein an der Krankheit eines anderen Menschen… Und das Grübeln geht los und die Suche nach Fehlern beginnt. Was konnte der Virus und wie hätte man die Teilnehmenden schützen können? 
Klar, das hat Folgen, auch für unsere Gemeinde. In die allgemeinen Lockerungen schleicht sich die Sorge ein, was wäre wenn? Und wenn selbst die Schutzkonzepte nicht mehr Schutz bieten… Und die Besucherinnen und Besucher entstammen zumeist den Risikogruppen….  Und der Zwiespalt ist da. Öffentliche Verkündigung sucht ein Publikum und ist auf möglichst viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgerichtet. Da ist das Auftreten von Corona nach einem Gottesdienst erschreckend kontraproduktiv.
Was also dann? Zum einen liegt es in der Verantwortung eines jeden einzelnen, ob er am Gottesdienst teilnehmen soll und ob er die letzten Tage gesund genug dafür war. Die Entscheidung dafür trifft jeder selber. Die Konzepte der Kirchengemeinden bieten dafür nur den hoffentlich gut überlegten Rahmen für eine möglichst sichere Teilnahme. 
Und ja, Kirche sammelt Erfahrungswerte und Kirche ist mit allen in Deutschland am Lernen. Das ist das tröstliche an dieser Meldung. Das ganze Land tastet sich vorwärts und lernt gemeinsam mit der Herausforderung zu leben. Und Gottesdienste sind nun einmal ein Teil des Lebens und aus möglichen Fehlern, oder Schwachpunkten zu lernen ist auch Aufgabe von Kirche und Gemeinde nur wenn sie das nicht tut, dann müssten alle Gottesdienste erneut in den Shutdown.
Meint Ihr Pfarrer Jörn Künne und freut sich auf Anregungen und Ideen aus der Gemeinde.

 

Samstag, 23. Mai 2020

Die gute Nachricht
Es normalisiert sich, aber viele wollen ein neues Normal und nicht mehr das Vergangene. Darum wird in vielen Familien diskutiert und vor vielen Geschäften ebenso, was soll von den Corona Veränderungen bleiben, was soll das neue Normal sein, neben der Digitalisierungswelle und den Vor- und Nachteilen eines Homeoffices. Und die Diskussion steht erst am Anfang. Was ist das neue Normal? Diskutieren Sie mit!

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Manch einer von den Älteren erinnert sich noch an die Disco-Pop-Gruppe Boney M, die den 137. Psalm „By The Rivers Of Babylon“ 1978 in die Charts gebracht hat. Sie hatten dafür einen Raggaesong der Melodians aus den frühen siebziger Jahren etwas überarbeitet. Allerdings wurde nicht der ganze 137. Psalm verwendet, das brutale Ende wurde weggelassen und dafür Worte aus dem 19. Psalm angefügt: „Let the words of my mouth, and the meditation of my heart, be acceptable in thy sight, O LORD.“
Wenn ich schon nicht singen kann, dann möge „the meditation of my heart“ oder wie Luther es übersetzt „das Gespräch meines Herzens“ vor Gott stehen. „Ich singe dir mit Herz und Mund.“ hat Paul Gerhardt gebetet. Teil Zwei muss Corona bedingt, im Gottesdienst, leider jetzt ausfallen.
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR. (Psalm 19,15)

Der Bibellesetipp zum Wochenende
Bevor sie in den Gärten verblüht sind, hier das Loblied Jesu auf die Lilien auf dem Felde und der zeitlose Hinweis Gottes, dass man vom Geldverdienen alleine nicht leben kann. Aber lesen Sie selbst Matthäus 6, 19-34 als Beitrag zur Frage, was ist das neue Norma?

Bildergalerie „Das große Fressen“
Günter Hochberger hat für uns Tiere bei der erfolgreichen Jagd nach Beute beobachtet und uns eine Bildergalerie zusammengestellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Unsere Kirchenmusik zum Entspannen finden sie unter www.quempas.jimdosite.com

Aus dem Gemeindeleben

Sonntagsgottesdienst
Gottesdienst in St. Laurentius feiern wir mit allen bekannten Hygieneregeln am Sonntag den 24. Mai um 9 Uhr und um 10 Uhr.

Regeln für Gottesdienste
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine - 2 Meter Abstand sind Pflicht.
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

LKG-Gottesdienst
Gottesdienst feiert die Landeskirchliche Gemeinschaft Roßtal ebenfalls am 24. Mai um 16.30 Uhr in der Laurentiuskirche, nachdem die eigenen Räumlichkeiten der LKG im Brückenweg das Feiern eines Gottesdienstes nicht unbedingt erleichtern.

Ökumenischer Gottesdienst zur Einheit der Christen
Seien Sie einer der Ersten beim Ökumenischen Gottesdienst für die Einheit der Christen. Rufen Sie im katholischen Pfarramt Tel. 92020 an und sichern Sie sich einen der 34 Plätze, die es in Christkönig gibt und feiern Sie mit uns den ökumenischen Gottesdienst zur Einheit der Christen um 20 Uhr am Donnerstag den 28. Mai.

Gottesdienst digital
Fernsehgottesdienst am 24. Mai um 9:30 Uhr live im ZDF www.zdf.fernsehgottesdienst.de
Kindergottesdienst „Gottes Hoffnungszeichen“ um 10 Uhr  unter www.kirchemitkindern-digital.de

Printausgabe des Coronatagebuches
Die Druckausgabe unseres Coronatagebuches erhalten Sie an diesem Wochenende im Anschluss an die Gottesdienste in der Kirche, bei Blumen und Gemüse Fröschel und zu den Öffnungszeiten in der Laurentiuskirche. Sie können sich das pdf auch selbst ausdrucken.

Post für den Falkner
Vielen lieben Dank an Lukas (6 Jahre) für das schöne Falkenbild!

Toni, kurz vor dem Ausfliegen
Hier kommt das jüngste Fotos von unserem Falkennachwuchs auf dem Kirchturm

Der Gesundheitstipp
Der Mensch ist was er isst. Und wieder geht es ums gesünder essen. Erbsen und Bohnen statt Steak und Braten. Das Gemüse schenkt genauso viel Eiweiß wie Fleisch und ist mit seinen Faserstoffen noch weit gesünder. Darum weniger Fleisch, aber mehr Gemüse und Nüsse und dem Körper geht es besser….

Leider nicht persönlich
Am 20. Mai sollte eigentlich eine größere Veranstaltung des Jugendfördervereins Roßtal stattfinden:  alles war geplant, angekündigt, eingeladen und vorbereitet, aber der Corona-Virus hat auch hier zugeschlagen und es verhindert.
„75 Jahre Frieden“ wäre das Thema gewesen angesichts des 8. Mai und ist es trotz Corona dennoch!
Ein heiterer Sommerabend hätte es sein sollen mit dem Musical-Film „Mademoiselle Marie“ und einer Podiumsdiskussion u.a. mit Frau Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags a.D., Ihrer Tochter Claudia Stamm und Fritz Stiegler, dem Autor des Musicals und Impresario der Cadolzburger Burgfestspiele. Diesen KiK (Kino in der Kirche) konnte es nun nicht geben, aber wir haben Frau Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags a.D. und Fritz Stiegler (seine Antworten finden Sie bereits im Tagebuch vom 20. Mai) vier Fragen gestellt, die wir hier gerne mit ihren Antworten verbreiten wollen:

Betrifft uns der 8. Mai 1945 und die 75-jährige Zeit des Friedens?
Natürlich betrifft uns der 8. Mai 1945 auch heute noch, denn wir haben seit 75 Jahren Frieden in Deutschland und Europa. Es ist heute wichtiger denn je, diesen Tag zu feiern und ihn als Tag der Befreiung zu würdigen. Die Verbrechen des Nationalsozialismus dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Wer an diesem Gedenktag von einem "Tag der Niederlage" spricht, betreibt hochgefährliche Geschichtsverzerrung. Eine „Schlussstrichdebatte“ darf es nicht geben.

Was hat uns in den letzten 75 Jahren als Gesellschaft stark gemacht?
Ich denke, die Menschen sind sich heute bewusst, was ein Leben in Freiheit und Demokratie bedeutet. Und dass es sich dafür lohnt, zu kämpfen. Im Moment zeigt sich, dass Stäke auch bedeuten kann, auf Freiheiten zu verzichten und solidarisch zu sein, weil das die momentane Corona-Krise erfordert. Die allermeisten Menschen halten sich ja an diese für uns alle nicht einfachen Regeln und Maßnahmen. Nicht zuletzt das Vertrauen in einen gerechten Staat und in eine lebendige Demokratie hat unsere Gesellschaft stark gemacht. 

Wie hält man eine Gesellschaft zusammen – damals und heute?
Ich denke, eine Gesellschaft wird von etwas Sinnstiftendem zusammengehalten, etwas, wofür es sich lohnt, zu kämpfen. Fatal war es, dass damals die falschen Werte zu Menschenverachtung, Unrecht und unendlichem Leid geführt haben. Heute wissen wir, welch hohes Gut wir in Freiheit, Frieden und Demokratie haben. Der Zusammenhalt der Gesellschaft ist aber nichts, was man einfach als gegeben hinnehmen kann. Er muss immer wieder von den Menschen neu geschaffen werden. Dort, wo Menschen füreinander da sind, sich einsetzen für das Wohl der anderen, da wo Menschen mehr tun als sie eigentlich müssten, da haben wir ein lebendiges Miteinander und echten Zusammenhalt.

Wie gelingt Verständigung/Versöhnung/konstruktiver Dialog/guter politscher Diskurs?
Auch in der Politik ist es natürlich wichtig, dass man miteinander und nicht gegeneinander arbeitet. Es ist unsere vordringlichste Aufgabe, alles dafür zu tun, den Frieden, nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt, wo immer es möglich ist, zu erhalten oder herzustellen. Dies gelingt nur in einem länderübergreifenden Dialog. In Europa ist dafür in den letzten 75 Jahren viel getan und erreicht worden. Wir gedenken gemeinsam der Opfer und Vertriebenen, oder heuer des 75. Jahrestages der Befreiung. Und auch jetzt, in dieser, seit dem Zweiten Weltkrieg nie dagewesen Krise, sollten wir den Blick nicht nur auf Deutschland lenken, sondern mit unseren Nachbarn gemeinsam nach Lösungen suchen.

Lesetipp: „Mann werden – Mann sein“ von Josef van Scharrel
Kochen, Putzen, Kinder und Gefühle – ist doch nur was für Frauen. Echte Männer schauen Fußball, pflegen ihr Autor und grillen mächtige Steaks. Zum Glück sind solche Rollenbilder nur noch Klischees. Die früher klar definierten und dabei ziemlich einschränkenden Geschlechterideen sind im Wandel begriffen. Diese Entwicklung bietet ungeahnte Wahlmöglichkeiten, die Freiheit aber auch Orientierungslosigkeit bedeuten können.

Als Seelsorger und Seminarleiter im Gästehaus des Klosters Nütschau begegnen dem Mönch Josef van Scharrel immer wieder Männer, die nach ihrem ganz persönlichen Bild von Mann-sein suchen. In seinem Buch „Mann werden – Mann sein“ gibt er ihren Erfahrungen Raum. Mit inspirierenden Texten und ganz praktischen Anleitungen will er Männern Mut machen, über sich und ihr Verhältnis zu Männlichkeit nachzudenken. Und sich als Männer mit allen Gefühlen, allen Stärken und Freuden, Schwächen, Ängsten und Fehlern zu zeigen.
Was ihn zum Schreiben bewegt hat, was für ihn Mann-sein bedeutet und wieso das Männerbild der Bibel fortschrittlicher als gedacht ist, verrät er im Interview:

Verlag: Br. Josef, ganz ehrlich: Brauchen wir noch ein Buch über Männer?
Br. Josef: Brauchen wäre übertrieben, mit meinem Buch will ich aber meine Freude am Mann-sein ausdrücken und zeigen, wie viele unterschiedliche Formen von Mann-sein möglich sind.

Verlag: Was bedeutet Mann sein für Sie?
Br. Josef: Professor Gerald Hüther, Neurobiologe und Autor, meinte einmal: „Der Mann der Zukunft muss ein Liebender sein“. Das ist für mich ein entscheidender Gedanke! Mann-sein heißt für mich, sich liebend der Welt, dem Kollektiven zuzuwenden, den Platz einzunehmen, an dem Mann seinen Teil als Gabe für die Schöpfung beitragen kann. Mann-sein heißt dann aber auch, selbstbewusst sein Mann-sein zu leben.

Verlag: Kann es überhaupt diesen Zustand von „Mann-sein“ geben?
Br. Josef: Es gibt keinen endgültigen Zustand des Mann-seins, keinen Punkt, an dem man sagen kann: Jetzt bin ich ein Mann. Es gibt so viele Formen von Mann-sein wie es Männer gibt. Wichtig ist, diese Verschiedenheit zu erkennen und anzunehmen.

Verlag: Über Jahrhunderte hinweg wurden Stellen aus der Bibel zitiert, um die klare Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern zu rechtfertigen. Wie kann da die Bibel überhaupt eine Quelle für neue Formen des Mannseins sein?
Br. Josef: Der Theologe und Journalist Franz Alt schrieb bereits in den 80er Jahren ein Buch, das „Jesus – der erste neue Mann“ heißt. Auch der schon zitierte Gerald Hüther meinte in seinem Vortrag über den liebenden Mann, wir hätten seit 2000 Jahren eine Blaupause, wie dieser Mann zu sein habe. Die Bibel dient also schon länger als Inspirationsquelle für Formen des Mann-seins, die keinem bestimmten Rollenklischee entsprechen.
Wir müssen aber lernen, die Bibel neu zu lesen. Und wir Männer dürfen uns vom Patriarchat, das auch seinen Platz in der Bibel gefunden hat, befreien.

Verlag: Als Mönch scheinen Sie sich an vielen Stellen traditionellen männlichen Rollenbildern, der Idee von Männern als Väter, Ehemänner, Versorger der Familie, zu entziehen. Was macht Sie so sicher, dass Sie in Ihren Kursen und mit Ihrem Buch trotzdem Ideen und Hilfestellungen für Männer bieten können?
Br. Josef: Ich sehe Mönch-sein nicht als ein sich der traditionellen Idee des Mann-seins entziehen. Vielmehr lebe ich eine Form des Mann-seins. Im Kloster zu leben heißt nicht, auf einer Insel zu leben. Die Welt mit all ihren Herausforderungen tangiert auch das Kloster. Gerade hier musste ich mich meiner Rolle als Mann stellen, indem ich mich fragte: Wer bin ich als Mönch und als Mann? Wo habe ich meine Vaterschaft gelebt? Wie lebe ich meine Sexualität?
In meinem Buche gebe ich auf diese Fragen Antworten. Dabei versuche ich andere Männer, die sich ähnliche Frage stellen, zu unterstützen. Mein Buch ist ein Angebot an sie, und vielleicht findet der ein oder andere Leser darin Hilfen, um seinen Weg als Mann zu gehen.

Link zum Onlineshop: https://www.vier-tuerme-verlag.de/buecher/lebenshilfe/leben-und-beruf/2752/mann-werden-mann-sein


Freitag, 22. Mai 2020

Die gute Nachricht
Wir sind Roßtal, wir halten zusammen. Schlagworte und blinder Zweckoptimismus könnte man meinen. Stimmt aber nicht. Was in diesen Wochen Familien füreinander schafften. Was die unglaublichen Frauen alles leisteten und wie solidarisch Roßtalerinnen und Roßtaler füreinander da sind, das ist unglaublich und dafür kann man nur Danke sagen, oder eben wir sind Roßtal und wir halten zusammen in dieser Krise und auch dann, wenn die Krise vorbei ist.
 
Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Endlich wieder Gottesdienst. Gottesdienst mit Auflagen, Abstandsregeln, Mund-Nase-Schutz, Desinfektion und ohne Gesang. Evangelischer Gottesdienst ohne Lieder - unvorstellbar.
Unvorstellbar, wie so vieles was wir in den letzten Wochen als Realität erlebt haben. Unvorstellbar, wie das, was hätte geschehen können, wenn die Kontaktsperre und die damit verbundenen Einschränkungen nicht erfolgt wären.
Das Volk Israel erinnert sich auch an eine Zeit als ihnen der Lobgesang für Gott im Halse stecken blieb. Die Eroberer hatten einen Großteil der Bevölkerung Jerusalems und Judas weggeführt nach Babylon. Und als sie traurig vor ihren Hütten saßen forderten die Bewacher sie auf: „Singt, singt Lieder für euren Gott.“
Im 137. Psalm wird davon erzählt: An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. Unsere Harfen hängten wir an die Weiden im Lande. Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen fröhlich sein: „Singet uns ein Lied von Zion!“ Wie könnten wir des HERRN Lied singen in fremdem Lande? (Psalm 137,4)

Der Bibellesetipp
Und der Vater ist barmherzig, Lukas nimmt das berühmte Gleichnis Jesu und erzählt es im 15. Kapitel und es geht weder um den Zorn des älteren Bruders, noch um die Naivität und den eventuellen Ungehorsam des Jüngeren. Der barmherzige Vater steht im Mittelpunkt und seine offenen Arme gelten beiden Söhnen, weshalb dieses Gleichnis heute vom Barmherzigen Vater handelt. Doch lesen Sie selbst in Lukas 15, 11-32.

Die neue Bildergalerie von Günter Hochberger
Das große Fressen ist der Name der neuen Bildergalerie vom Weitersdorfer Günter Hochberger. Vom akrobatischen Flugkünstler, beeindruckenden Bewegungskünstler, stillen Genießer und cleveren Resteverwerter ist in dieser Bildergalerie eine Vielzahl tierischer Charaktere vertreten. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Aus dem Gemeindeleben

Sonntagsgottesdienst
Gottesdienst in St. Laurentius feiern wir mit allen bekannten Hygieneregeln am Sonntag den 24. Mai um 9 Uhr und um 10 Uhr.

LKG-Gottesdienst
Einen Gottesdienst feiert die Landeskirchliche Gemeinschaft Roßtal ebenfalls am 24. Mai um 16.30 Uhr in der Laurentiuskirche, nachdem die eigenen Räumlichkeiten der LKG im Brückenweg das Feiern eines Gottesdienstes nicht unbedingt erleichtern. 

Ökumenischer Gottesdienst zur Einheit der Christen
Seien Sie einer der Ersten beim Ökumenischen Gottesdienst für die Einheit der Christen. Rufen Sie im katholischen Pfarramt Tel. 92020 an und sichern Sie sich einen der 34 Plätze, die es in Christkönig gibt und feiern Sie mit uns den ökumenischen Gottesdienst zur Einheit der Christen um 20 Uhr am Donnerstag den 28. Mai.

Konfirmation
Wahlfreiheit für den Zeitpunkt der Konfirmation schlagen die Mitglieder des Gemeindeentwicklungsausschusses den Kolleginnen und Kollegen im Kirchenvorstand vor. Denn so langsam geht den Jugendlichen beim Warten die Luft aus und die Zeit zieht sich. Darum soll es verschiedene Wahlmöglichkeiten rund um die Konfirmation geben, unter denen die Eltern mit ihren Jugendlichen wählen können. Noch vor Pfingsten werden die Angebote für die Konfirmationen an die Eltern versandt werden, damit ein wenig mehr Planungssicherheit in Familien und in der Gemeindeplanung herrschen kann.

Resümee
Erste Eindrücke von den Gottesdiensten mit der neuen Normalität der Masken und der Abstände wurden ausgetauscht und auch die Gottesdienstzeiten wurden in diesem Zusammenhang reflektiert. Dabei wurde festgelegt, dass die Besucherzahlen von den Mesnern festgehalten werden sollen. 

„Frauen sind unglaublich“ - 333 Masken nebenher genäht
Selbst im Kindbett, nach einer Geburt, wurde in Roßtal fleißigst genäht. Rund 15 Frauen taten ihr Bestes, und nutzten die Coronazeit zum Nähen von Mundschutzen aller Größen. 333 Masken lieferten Mütter und Großmütter in der Sammelstelle der Kirche ab. Viele Besucherinnen und Besucher der Kirche waren dankbar für eine günstige DIY Maske und so versorgten die Unglaublichen Mütter nicht nur Kinder, Mann, Schule und Homeoffice, sondern Menschen in ganz Roßtal. Eine Leistung, die Gemeindediakonin Judith Popp einfach unglaublich findet.

Die Öffnungszeiten des Weltladens
Donnerstag 14:00 – 18:00 Uhr
Samstag    09:00 – 12:00 Uhr
Sie haben die Möglichkeit während der Öffnungszeiten zu bestellen – Tel: 0160 9108 69 72
Die Bestellung können Sie während der Öffnungszeiten abholen oder liefern lassen.
Die Anlieferung erfolgt Donnerstag zwischen 18:00 und 19:00 Uhr und Samstag zwischen 12:00 und 13:00 Uhr.

Die Printausgabe des Coronatagebuches
Es ist wieder Freitag und damit Zeit für die Druckausgabe des Coronatagebuches. Ab heute Nachmittag wird es in der Kirche und bei Blumen Fröschel zur Abholung bereit liegen. Sie können sich das pdf auch selbst ausdrucken.

Der Gesundheitstipp Vitamin C und Vitamin D
Und immer wieder das Essen, Immer wieder diese beiden Vitamine und nicht als Zusatzstoffe, sondern im normalen Essen zum Beispiel mit Zitronen, Orangen, Paprika, Sanddorn, bei Vitamin C , Lachs und Hering und dazu Sonne bei Vitamin D. Damit lässt sich die Körpereigene Abwehr stärken und erhalten.

Leckere Rezepte von Christiane Schuster  
Was kochen Sie am Wochenende? Eierspeisen oder ein Gulasch sind immer eine leckere Wahl. Christiane Schuster hat für Sie zwei neue Rezepte für Sie bereitgestellt. Vogelmilch mit Schneeballen oder Kartoffel-Schweinegulasch bringen Abwechslung auf den Tisch. Guten Appetit!

Der Coronakommentar
Es braucht einen neuen Dialog miteinander, um das neue Normal für und miteinander zu gestalten. Jetzt ist die Zeit dafür zu planen statt zu protestieren.
Über das neue Normal wird viel geredet und das ist gut so, denn so einmütig die ersten Wochen der Coronazeit bewältigt werden mussten, so vielfältig war das Leben zuvor und ist das Leben auch jetzt noch und Menschen sind unterschiedlich und Menschen sind so frei ihr Leben in die Hand zu nehmen und selber zu gestalten. Allerdings nach Corona ist vieles nicht mehr wie einst. Die langsamen Lockerungen signalisieren, es ist noch nicht vorbei. Das langsame Tempo der Öffnungen schenkt auch Zeit zum Nachdenken und zur Besinnung. Auch wenn es eher lächerlich klingt, wenn Schülerinnen und Schüler an einem Mittwoch für 60 Minuten das Schulgebäude betreten dürfen und sonst weiter daheim beschult werden müssen. Das sind 60 Minuten neues Normal und vielleicht auch 60 Minuten Ruhe um nachzudenken, was lohnt sich aus dieser Zeit mitzunehmen. Was behalten wir in Erinnerung, was ist uns wichtig auch für die kommende Zeit und was wird damit unser neues Normal werden. Die Zeit dafür zu nutzen ist jetzt die Aufgabe. Und weil es die Aufgabe von vielen ist, sprechen sie miteinander, hören sie hin, lassen sie sich bewegen und suchen Sie das neue Normal gemeinsam. Vergeuden Sie ihre Energie nicht mit dem Schimpfen über den Sinn mancher Regeln oder über diese Krankheit, denn die Zukunft ist das neue Normal und das kann man gemeinsam im Gespräch, im Dialog gestalten - dafür ist jetzt Zeit.

 

 

Himmelfahrt – Donnerstag, 21. Mai 2020

„Vadderdach“
Als Pfarrer habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu diesem „Vatertag“. In meinem Kalender steht er als Christi Himmelfahrt. Ja, ich könnte es noch verstehen, wenn wir sagen würden, das ist der Tag an dem Jesus Christus zum Vater gegangen ist. Aber wenn jetzt Männer Vatertag feiern nur weil Mütter den Muttertag haben, das halte ich für überzogen. Überhaupt da es am Vatertag eigentlich ganz unwichtig ist, dass Väter von ihren Kindern selbstgemalte Bilder, einen Blumenstrauß, Rasierwasser oder eine Sixpack Bier bekommen. Vatertag heißt, dass Buben, die meist noch zu jung sind, eine Familie zu gründen mit dem Bollerwagen und mehreren Kästen Bier oder gleich einem ganzen Fass losziehen und abends sturzbesoffen nach Hause kommen.

Ich wollte das anders machen. Als unsere Tochter geboren war, bin ich mit ihr nach dem Himmelfahrtsgottesdienst im Kinderwagen spazieren gegangen. Natürlich im Park, im Wald, wo die Vatertagsausflügler auch hingezogen sind. In mancher Gruppe habe ich junge Männer entdeckt, die ich kannte und manchmal wurde mir auch eine Flasche Bier angeboten. Ja, ich habe mitgetrunken, nur eine, ich hatte ja schließlich Verantwortung für den Kinderwagen. Aber es war so schön mit Männern zusammen zu sein, zu Reden über Dinge, über die nur Männer reden können, Dinge zu tun, die Männer nur dann machen, wenn sie unter sich sind.

Auf dem Dorf sind die Kärwaburschen, die aktuellen und die ehemaligen, alte und junge, einmal im Jahr am dritten Adventswochenende zum Skifahren in die Alpen gefahren. Manche hatten auch Skier dabei, aber für die meisten waren am Wichtigsten die sieben Fässer Bier, die in den Bus geladen wurden. Den Herrn Pfarrer haben sie auch eingeladen und manchmal bin ich auch mitgefahren.
Was macht man ein Wochenende lang im Winter in der Hütte? Sechsundsechzig klopfen, Musik machen, reden. Reden von all den tollen Dingen, die man so macht, von dem neuen PS starken Auto, von der Beförderung, vom Boldern und  Bungeejumping, vom Urlaub in Thailand und von der Bedienung oben in der Hütte am Berg. Und wenn all die wichtigen Themen abgearbeitet waren, wurde von dem anderen erzählt, von dem, was Mann oft verschweigt. Von der Arbeit, wo man nicht mehr so schnell ist, vom Hof wo es nicht klar ist ob jemand die Nachfolge antritt, von all den Zipperlein, die man hat, von den Kindern die man nicht mehr versteht, von der Frau, wo es nicht mehr so läuft, besonders im Bett. Es braucht schon sehr viel Vertrauen, dass Männer davon erzählen, oder fünf, sechs oder noch mehr Seidla Bier.
In der Nachbarhütte war eine gemischte Gruppe Motorradfahrer untergebracht. Am Samstag Abend
kamen die zu uns, ihnen war das Bier ausgegangen. Die Männer waren recht schnell integriert. Und die drei Frauen, um sie herum stand eine Schar junger Gockel, die sich alle von ihrer besten Seite präsentierten mussten. Selbst manche von den Alten haben sich zum Affen gemacht, um vor den jungen Madla aufzutrumpfen und wie ein fescher Gockel um sie herum zu stolzieren.
Männer haben auch Gefühle und sie können darüber reden, wenn sie alleine sind. Aber schick nur eine Frau in die Gruppe, dann werden alle zum stolzen Gockel.

Wieder ein Gottesdienst an Christi Himmelfahrt. Wir wollen ihn im Freien für die ganze Familie feiern.
Im Posaunenchor war die erste Reaktion auf die Anfrage, ob sie spielen: „Dann fällt ja unsere Vatertagsausflug ins Wasser.“ Vatertagsausflug, die alten Männer ziehen eh nur zum Nachbarn in den Garten, wo das Bier schon kalt steht und der Grill glüht. Ich weiß nicht, was meinen Kollegen geritten hat. „Nach dem Gottesdienst gibt es ein Weißwurst-Frühstück.“ versprach er ihnen.
Wir haben im Garten vom Kindergarten Gottesdienst gefeiert, mit Posaunenchor und mit vielen Familien, Vätern mit ihren Kindern. Und danach saßen wir an Bierbänken, tranken Weißbier und aßen Weißwürste mit Brezen. Und immer wieder stand einer der Männer auf und schaute, was seine Kinder oder seine Enkel machen, im Sandkasten, auf der Schaukel oder beim Ball spielen.
Christi Himmelfahrt, Vaddertach, Männer unter sich, halt so oder irgendwie oder ganz anders, naja.
Ihr Thomas Rucker

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst in Buchschwabach
Wir feiern heute an Himmelfahrt in Buchschwabach Gottesdienst um
9 Uhr. Und freuen uns, das erste Mal wieder in der Buchschwabacher
Kirche feiern zu können.

Tagebuch gedruckt
Die Printausgabe des Coronatagebuches ist am Freitag ab ca. 16 Uhr in der Kirche und bei Blumen Fröschel zu erhalten.

Der Familientipp
In der Laurentiuskirche liegt ein Kirchenquiz für Jung und Alt aus und es gibt Informationen zu Wanderfalken und ein Malbuch für Kinder.


Mittwoch, 20. Mai 2020

Die gute Nachricht
Hofläden boomen. Das ist nicht nur eine Schlagzeile aus Oberbayern, sondern trifft auch bei uns zu. Entweder, weil die Kleinen die Krise überstehen sollen, weil das Bewusstsein für Lieferketten und regionale Produkte gewachsen ist, weil die Menschen mehr Zeit haben oder einfach weil es wirklich besser schmeckt, gibt es einen Boom bei den Direktvermarktern und Hofläden in unserer Nachbarschaft und das darf trotz Warteschlangen so bleiben.

Der biblische Lesetipp
Die Weisheit der Bibel- Eine Mahnung zum Nutzen der Zeit.  Alles hat seine Zeit. Die gut zu nutzen, die auch zu genießen und das selbst unter Coronabedingungen, das ist die Lebensweisheit im Buch Prediger und ja da hat dann wirklich alles seine Zeit.  Doch lesen Sie selbst in Prediger 3, 1-13

Gedanken zu Himmelfahrt von Markus (Mike) Neugebauer
was mir an Christi Himmelfahrt immer wieder in den Sinn kommt: Der Sohn Gottes kehrt zurück zu seinem himmlischen Vater! Kommt heim ins Himmelreich und hat für uns geliebte Menschen hier auf Erden alles vollbracht! Hat die Weichen für eine herrliche Zukunft gestellt! 😊

Also eigentlich ein Grund stolz auf seinen Sohn zu sein … so würde es zumindest in unserem Sprach-Jargon lauten, aber bei Gott ist alles anders! Hier geht es nicht um oberflächliche Bekundungen von Stolz – zumal dieses Wort in der Heiligen Schrift überwiegend negativ belastet ist – nein, hier geht es um die Zukunft der Menschheit – Jesus hat durch sein teures Blut den neuen Bund besiegelt und bietet allen Menschen, die ihm nachfolgen, den Weg in die himmlische Ewigkeit an. Von daher bietet sich Christi Himmelfahrt auch immer als Eigenreflexion an, um inne zu halten und zu prüfen, ob man auf dem richtigen Wege ist … und wenn tiefer Friede einkehrt, kann man auch ein stückweit vom Himmelreich träumen! 😊

An Christi Himmelfahrt gibt es aber auch für uns Männer die Möglichkeit – ganz im Sinne eines „Vatertages“ – bewusst den Tag mit seinem Sohn / mit seiner Tochter zu verbringen … und sich womöglich gemeinsam Gedanken zu machen, wie schön es einmal im Himmel sein wird! 😊
Auf einen „herrlichen Vatertag an Christi Himmelfahrt“ …
Ihr Mike Neugebauer

Mademoiselle Marie ist abgesagt
Für den 20. Mai hatten wir eine große Veranstaltung in der Laurentiuskirche mit Barbara Stamm, ihrer Tochter und Fritz Stiegler geplant. Diese Veranstaltung wird ausfallen. Alternativ dazu hat sich der Jugendförderverein als Veranstalter entschlossen, Statements der jeweiligen Teilnehmer-innen des Podiums zu erbitten.
Rechtzeitig dazu hat Fritz Stiegler geantwortet.
 
Betrifft uns der 8. Mai 1945 und die  75-jährige Zeit des Friedens?
Die Zeit zwischen dem 8. Mai 45 und heute wurde geprägt von der Nachkriegsordnung und dem Zusammenwachsen der europäischen Staaten. Europa wurde für die Völker der Garant für Frieden und Wohlstand in einer Zeit, in der die Weltmächte ihre eigenen Süppchen kochen und von Köchen geführt werden, die Salz und Zucker nicht unterscheiden können. Europa tut gut daran fest zusammen zu stehen. Einzelne Staaten würden zerrieben werden, zwischen Dummheit, Arroganz und Machtstreben.      

Was hat uns in den letzten 75 Jahren als Gesellschaft stark gemacht?
Die offensive Aufarbeitung der Vergangenheit hat den Kern unserer Gesellschaft so stark gemacht, dass Populismus, Antisemitismus und Ausländerhass auch in Zukunft nur von einer Minderheit zelebriert wird. Ich habe es zu meinen Recherchen von „Valentina“ und nun auch vom neuen Musical „Heiner“ erleben dürfen, dass die Gemeinden in Langenzenn und in Wilhermsdorf offen und konstruktiv mit den Gräueln der Nazizeit umgehen. Es hilft ungemein, dass die Bürger und ihre gewählten Vertreter aufbegehren und dem aufkeimenden braunen Spuk die Stirn bieten. Endlich ist auch unsere Jugend aufgewacht und streitet mit ihren Demos gegen den Klimawandel um ihre Zukunft.

Wie hält man eine Gesellschaft zusammen – damals und heute?
Corona zeigt, wie ein kleines Virus die ganze Welt lahmlegen kann. Was passiert da erst, wenn der große Brocken, die Klimakrise voll hereinbricht. Wenn Dürren, Überschwemmungen, Stürme oder auch Kältewellen für Massenflüchtlingsströme, Hungersnöte und ungeahnte soziale Verwerfungen sorgen, zumal die dreiviertelste Welt von verantwortungslosen und dreisten Politikern geführt wird.

Wie gelingt Verständigung/Versöhnung/konstruktiver Dialog/guter politscher Diskurs?
Verständigung und Versöhnung braucht Vorbilder. Politiker, die nicht auf die nächste Wahl schielen, Wirtschaftsbosse, denen die Dividenden nicht das Hirn vernebeln. Führungskräfte, die endlich Nachhaltigkeit praktizieren. Die so wirtschaften, dass für die nächsten Generationen nicht nach bewohnbaren Planeten im Universum gesucht werden muss. Weg von Geiz ist geil. Weg von immer größer, immer weiter, immer mehr, weg vom steten Wachstum. Endlich mit der Natur leben und nicht wie bisher gegen sie.      

Aus dem Gemeindeleben

Michael Bauer spielt heute wieder an der Orgel der Laurentiuskirche in Roßtal
Wie jeden Mittwoch und jeden Freitag ist er ab 10 Uhr auf dem Friedhof zuhören.
 
Endlich wieder Gottesdienst in Buchschwabach
Am Himmelfahrtsmorgen um 9 Uhr in der Frühe, läuten die Glocken zum ersten Gottesdienst seit einem knappen Vierteljahr in Buchschwabach. Zwar sind hier nur 24 Plätze im Innenbereich ausweisbar, aber ein Lautsprecher wird vor der Türe stehen und einige Stühle im nötigen Mindestabstand sorgen auch für die Einhaltung der Hygienekriterien. Diese lauten entsprechend der Kriterien für St. Laurentius Roßtal:
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Der Kinder und Familientipp
Noch gibt es Malbücher und Stifte in unserer Kirche, damit Kinder mehr von unseren Wanderfalken erfahren und erleben können und noch ist Toni nicht ausgeflogen, auch wenn er schon längst kein knuddeliger Federball mehr ist.

Der Gesundheitstipp
Honig. Naturbelassener Honig vom Imker aus dem Ort oder vielleicht auch von den eigenen Bienen. Jederzeit beim Nachbarn zu erwerben oder in den Roßtaler inhabergeführten Lebensmittelläden. Jeden Tag ein Löffel Honig pur, im Tee aufgelöst oder in heißer Milch. Die desinfizierende Wirkung des Honigs lindert und verhindert Krankheiten und das schon seit Jahrtausenden.

Die Schokosahnetorte mit Bananen von Mesnerin Monika Bauer
Ein echtes Geschenk für den Vatertag ist eine Schokosahnetorte und vielleicht haben die Roßtaler diese fantastische Torte verdient.
Zutaten für den Boden:
6 Eier
150g Zucker
85g Mehl 405
85g Stärkemehl
40g Schokopulver
2,25 Teelöffel Backpulver
Zutaten für die Füllung:
6 Becher Sahne
2 Portionen Sahnesteif
Ca. 4-5 Bananen (Fairtrade)
Einige Esslöffel Schokoladenpulver
Aprikosenmarmelade
Rum zum Tränken der Böden
Und Schokostreusel zum Verzieren
Sowie eine mit Backpapier ausgelegte 26 cm. Springform
Die Arbeitsschritte
Eier und Zucker schaumig schlagen und die restlichen Zutaten des Bodens sorgsam unterheben.
Den Teig in die Form füllen und bei 170 Grad ca. 45 Minuten backen.
Den Kuchen aus der Form lösen und einige Stunden ruhen lassen. Anschließen den Boden zwei Mal durchschneiden und den unteren Boden mit einem Tortenring umfassen, dann etwas mit Rum tränken und mit Marmelade bestreichen, sodann mit den halbierten Bananen belegen.
3 Becher Sahne mit Sahnesteif und Schokopulver aufschlagen und die Hälfte über die Bananen verteilen. Ebenso dann auch mit dem zweiten Boden verfahren. Anschließend den Deckelboden auflegen und einige Stunden kühlen.
Den Tortenring entfernen und die restliche Sahne mit dem Sahnesteif und dem Schokopulver aufschlagen. Den Rand und den Deckel damit bestreichen und 16 Stücke anzeichnen. Nach Belieben verzieren und mit Schokostreuseln bestreuen, evtl., auch den Rand so verzieren. Gutes Gelingen und einen guten Appetit.

Der Coronakommentar
Hochmut kommt vor dem Fall – Die Coronapandemie scheint eingegrenzt, das macht leichtsinnig und kann gefährlich werden.
Die Lockerungen, die Demonstrationen, der wieder erlaubte Schulbesuch, die Diskussion über den Sommerurlaub… Es hat den Anschein, als ob das neuartige Coronavirus ausgerottet wäre, oder zumindest fast… Aber Vorsicht, wer einen derart unbekannten Gegner, ohne Impfschutz und Impfstoff, ohne wirksame Medikamente schon besiegt haben will, überschätzt sich und unterschätzt den Virus. Einen Virus, über den alle Experten täglich Neues herausfinden und der vor allem in den armen Ländern und in den Ländern, deren Regierende  bereits die Existenz des Virus leugneten, massiv Todesopfer fordert und das nicht nur bei Vorerkrankten.
Sich selber zu überschätzen, den Gegner aber unterschätzen ist eine gefährliche Mischung und das geht normalerweise nach Hinten los und trifft wieder alle Risikogruppen, also Menschen, die übergewichtig sind, die einen zu hohen Blutdruck haben, deren Cholesterinspiegel nicht stimmt, die fast 60 Jahre alt sind und die damit ein Drittel der Bevölkerung, wenn nicht mehr stellen…. Nein Corona ist zurückgedrängt, aber keineswegs verschwunden und darum geht an alle die große Bitte, seid Vorsichtig, es ist noch nicht vorbei…


Dienstag, 19. Mai 2020

Die gute Nachricht
Heiraten ist wieder in. Im Büro beobachten wir: Nächstes Jahr gibt es einen wahren Heiratsboom und im Kirchenbüro kommen wöchentlich neue Hochzeitsanmeldungen an. Wir freuen uns über die vielen Paare und wünschen eine gute Vorbereitung.

Der biblische Lesetipp - nicht nur für starke Männer
Frag nach, dann kann dir geholfen werden. Fragen ist keine Schwäche und Nachfragen hilft weiter und so kann dem mächtigen Finanzminister aus Äthiopien geholfen werden. So findet er was er sucht und so kann er seine Expedition nach Jerusalem, erfolgreich beenden. Doch lesen Sie selbst in der Apostelgeschichte 8, 26-39

Die neue Serie: Kirchen in unserer Nachbarschaft
Thomas Rucker hat in seinem Berufsleben schon manch Kirche kennengelernt. Diese stellt er uns in einer heute beginnenden neuen Serie vor. Sein erster Ausflug geht nach Zirndorf.

Pest und Cholera - Die Kirche St. Rochus in Zirndorf
In früheren Zeiten vertraute man bei Pandemien wie Pest und Cholera weniger auf Hygiene und Social Distancing, sondern rief die Heiligen um Hilfe an. Einer der hilfreichen Heiligen war Rochus von Montpellier. Er soll im 14. Jahrhundert gelebt haben und sich bei einer Pilgerreise nach Rom um Pestkranke gekümmert haben. Dabei erkrankte er selbst schwer, genas aber von der Seuche. Seit dem wird er als Schutzpatron bei Pest und Seuchen angerufen. Auch in unserer Gegend wurden ihm Altäre und Gedenkstätten (z.B. der Rochusfriedhof in Nürnberg) errichtet.
Einen Vorgängerbau der Kirche in Zirndorf gab es schon vor der ersten Jahrtausendwende. Sie war dem Heiligen Clemens geweiht, der Bischof in der Stadt Rom um das Jahr 100 war. Im 14. Jahrundert wurde das heutige Langhaus gebaut, das 1412 durch die Norderweiterung und den Turm ergänzt wurde. Hundert Jahre später war die Kirche schon wieder zu klein und 1510 wurde sie nach Osten hin erweitert. Im Innenraum und an den Außenmauern kann man die unterschiedlichen Erweiterungsbaue sehen. Bei dieser letzten Erweiterung wurde der Altar versetzt und damit auch der Patronatswechsel zum Pestheiligen Rochus vollzogen.
Leider konnte weder der Heilige Rochus noch die befestigte Friedhofsmauer die Kirche und den Ort Zirndorf vor der großen Katastrophe bewahren. Im Sommer 1632 lagerte der Kaiserliche Heerführer Wallenstein in Zirndorf um den Schwedenkönig Gustav Adolf in Nürnberg zu belagern. Die Schlacht an der Alten Veste im September 1632 ging ohne klaren Sieger aus. Verlierer waren auf alle Fälle aber Zirndorf und die umliegenden Orte. Die Einwohnerschaft Zirndorfs sank auf weniger als eine Drittel der Vorkriegspopulation. Die Rochus-Kirche war als Lager, Stall und Unterkunft von den Soldaten benutzt worden. Viele der Kunstwerke und Einrichtungsgegenstände waren verfeuert oder zerstört.
Die Markgrafen von Ansbach, denen Zirndorf gehörte, legten erst vierzig Jahre später ein, wie wir heute sagen würden, Wirtschaftsförderungsprogramm auf. Sie gründeten eine Brauerei, errichteten eine Schule und ließen die Kirche renovieren. Diese Dreierallianz aus Bier, Bildung und Beten stärkte Körper, Geist und Seele der Einwohner und verhalf Zirndorf zum Zuzug neuer Bürger und zu einer wirtschaftlichen Blüte.
Leider war die Kirchenrenovierung an den Außenmauern der Kirche stehen geblieben. Der Innenraum wurde erst Anfang des 18. Jahrhunderts durch Spenden begüterter Bürger von heimischen Handwerkern wieder hergerichtet nach dem Vorbild der Wilhermsdorfer evangelischen Kirche.
Sehenswert ist der Hochaltar der deutlich Zeichen des katholischen Barocks trägt, aber ein protestantisches Bildprogramm zeigt. Einzigartig in unserer Gegend ist die Bilderbibel mit der die Emporen geschmückt sind. 44 Tafeln zeigen Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament. Die bunten Glasfenster der Kirche sind Spenden Zirndorfer Industrieller aus dem beginnenden 20. Jahrhundert.
Die St. Rochuskirche in Zirndorf ist von Roßtal aus nach einer angenehmen Sonntagswanderung (2 Stunden) erreichbar.
Ihr Thomas Rucker
Fotos: St. Rochus Zirndorf

Aus dem Gemeindeleben
Heute findet um 16 Uhr wieder ein Fensterl –Gottesdienst vor dem AWO-Kompetenzzentrum statt. Frau Stief mit dem Akkordeon und Pfarrer Künne mit dem Mikrophon erzählen von Himmelfahrt und bringen Dank und Klage vor Gott.
Unsere Kirche ist offen. Von 8 bis 20 Uhr kann man zum Gebet, zur Besinnung, oder einfach nur zum Ausruhen die Kirche besuchen und die heilsame Kraft dieses Ortes spüren.

Der Gesundheitstipp nicht nur für Männer
Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf, so die Weisen der Bibel und darin liegt viel Wahrheit, denn wer sich genügend Zeit zum Schlafen nimmt, stärkt sein Immunsystem und damit seine Gesundheit und gewinnt damit Lebensqualität und letztlich Lebensjahre. Darum empfehlen Experten immer zwischen sieben und acht Stunden Schlaf täglich.

Fotogalerie „Fenster“
Das Fenster sind das Thema der Bilderserie von Günter Hochberger. (Bitte pdf im Vollbild-Modus betrachten)


Der Coronakommentar
Dass Covid 19 in Wohnheimen verstärkt auftritt, stellt auch in Deutschland die Armutsfrage erneut auf die Tagesordnung. 
Corona trifft die Schwachen. So schlimm es ist, Corona ist eine Krankheit, die eben nicht wahllos alle Menschen trifft, sondern Corona ist eine Krankheit, die in  Massenunterkünften, in beengten Wohnverhältnissen und in Heimen aller Art auftritt. Das ist erschreckend und die Landkreise, die die 50er Marke reißen, haben diese Fälle in Wohnheimen, in Gemeinschaftsunterkünften. Das identifiziert ein Problem und das wirft Fragen auf. Fragen, wie menschenwürdig Unterbringung ist und was eine gerechte Bezahlung von Menschen ist und warum gerade Covid wieder einmal sehr deutlich zeigt, dass Armut und früher Tod so eng beieinander liegen. Hier gibt es noch viel zu tun. Corona gibt uns viele Hausaufgaben mit. Die Frage der Armut und der Wanderarbeiter in Deutschland ist auch bei uns neu gestellt. 

 

Montag, 18. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Auch diese Woche ist kürzer. Auch diese Woche hat nur vier Arbeitstage und am Donnerstag ist Himmelfahrt und auch Vatertag. Damit ist diese Woche insbesondere allen Männern gewidmet und das Coronatagebuch ebenso. Das fängt bei der täglichen Bibelleseempfehlung an und endet bei den Gesundheitstipps noch lange nicht. Lassen Sie sich überraschen, was Männer in dieser Woche so alles empfehlen, schreiben und machen.

Der biblische Lesetipp
Es gibt ärgerliche Bibelstellen gerade in den Evangelien. Aber manchmal geht es um Prioritäten, die gesetzt werden müssen. Diese müssen Frauen und Männer jeder für sich lösen. Aber schauen sie selbst einmal: Da gibt es Martha, die die ganze Arbeit hat, da Jesus mit 12 Jüngern zu Gast ist. Das ist viel Arbeit und als sie ihre Schwester Maria um Mithilfe bittet, hört sie von Jesus, dass ihre Schwester alles richtig macht, wenn sie die Zeit mit Jesus verbringt. Das aber ist nicht das Lob der Faulheit, sondern der Erkenntnis was wichtiger ist. Wenn Jesus schon da ist, dann hat der Abwasch auch noch später Zeit. Aber lesen sie selbst in Lukas 10, 38-40

Aus dem Gemeindeleben
Gruppe und Kreise
Noch immer sind Gruppen und Kreise verboten. Chorproben, Vorträge und gesellige Runden sind damit nicht möglich und finden auch in dieser Woche nicht statt.
Besuche
Noch immer sollen öffentliche Kontakte vermieden werden. Darum wird es auch in der nächsten Zeit keine Besuche durch das Hauptamtlichenteam geben. Telefonanrufe, aber auch elektronische Kontakte helfen miteinander im Gespräch zu bleiben.  Unsere Laurentiuskirche allerdings ist offen und es findet um 18 Uhr täglich ein Gebet für Roßtal, Corona und die Welt statt.

Der Gesundheitstipp  - Gesund, abwechslungsreich und fleischarm essen
Die Sonne bringt es an den Tag. Frisches Gemüse gibt es jetzt überall zu kaufen. Regional, möglichst biologisch erzeugt, gibt es viele zarte und leckere Gemüse, um mit Rohkost, oder auch fein zubereitet den Hunger zu stillen, denn eines ist seit Jahrzehnten bekannt: Es fördert die Gesundheit fleischarm, abwechslungsreich, frisch zubereitet zu essen und damit den Hunger zu stillen.

Der Kinder und Familientipp (auch für Väter geeignet): Kirchenrally zum Mitnehmen
Nachmittags mit den Kindern die Laurentiuskirche erkunden, auf eigene Faust klären, was für ein Tier den Kanzeldeckel ziert oder wo Weihnachten das ganze Jahr in der Kirche zu finden ist. Die Kirchenrally macht es möglich und ist auf dem Schriftentisch zu finden.

Falkenbuch zum Ausmalen
Auch das Falkenmalbuch liegt in der Kirche aus. Zusätzlich zu der kleinen Ausstellung über das Heranwachsen von kleinen Wanderfalken auf dem Kirchturm gibt es ein Ausmalbuch zum kostenlosen Mitnehmen in der Kirche und dank der Spende eines regionalen Bleistiftherstellers gibt es auch zu jedem Malbuch zwei Buntstifte dazu.

Der Coronakommentar
Diskussion gehört zur Demokratie. Der Austausch unterschiedlichster Meinungen auch und die prallen bei den Demonstrationen ungebremst auf einander.  Demokratie braucht Auseinandersetzungen und Kompromisse. Kompromisse, die auf fachliche Expertisen angewiesen sind.  Und da taucht im Windschatten der Hygienedemonstrationen eine andere Ungeheuerlichkeit auf. Hat unsere Regierung zu spät gehandelt? Waren Karneval am Rhein und Skifahren in Österreich wichtiger, als der entschlossene Kampf gegen Corona? Hätte ein Lockdown bereits einen Monat zuvor noch viel mehr Tote verhindern können? Laut ARD Nachrichten, lagen die warnenden Berichte und die Pandemie Handlungspläne ja schon in den Schubladen. Und auch wenn die chinesische Informationspolitik auf Gesichtswahrung aus ist, die Szenarien waren seit 2012, ja eigentlich seit Beginn der 2000 er Jahre bekannt und vorhanden. Aber wer traut sich ein ganzes Land herunterzufahren, wenn das noch nie geschehen musste. Wer traut sich den Bayern das Skifahren zu verbieten und den Rheinländern den Karneval? Und jetzt wird demonstriert, dass alles zu streng war. Ganz das Gegenteil war der Fall. Wenn schon bekannt war, was kommt, dann müsste jetzt demonstriert werden, dass man nicht schnell genug, hart genug gehandelt hat. Und fast 8.000 Menschen, nach internationalen Berechnungen gerne noch fast 10 Jahre länger hätten leben können. Dagegen ist Maskenpflicht in Geschäften doch wirklich nichts. Meint Ihr Jörn Künne

 


Samstag, 16. Mai 2020

Die gute Nachricht
Die Kalte Sophie ist vorbei und mit ihr die Eisheiligen, die dieses Jahr ihrem Namen alle Ehre gemacht haben. Jetzt ist Spargel, Erdbeerzeit und die Sonne scheint. Was will man an diesem Wochenende mehr? Und ganz klar, Corona lehrt auch die kleinen und nahen Vergnügungen wertzuschätzen und zu genießen. Darum achten sie auf das Schöne, nutzen sie die Zeit im Garten und lassen sie sich anstecken von der lebensspendenden Lust, die der Mai allen schenkt und stellen sie am Abend fest, ja es war ein schöner Tag und ich habe auch hier daheim viel Schönes miterlebt.

Der biblische Lesetipp
Loben macht frei. Das erleben Paulus und Silas in der Apostelgeschichte mit und das ist für jeden möglich. Beim Abendgebet den Dank nicht vergessen und schon schläft man besser. Beim Tagesrückblick auch in Coronazeiten das Loben nicht vergessen und schon lebt es sich leichter und die manchmal scheinbar so festen Mauern wanken und zerbrechen und Menschen sind wieder frei.  Doch lesen Sie selbst die Apostelgeschichte 16, 23-34.

Die Familienaktion – Falken beobachten  
Ein besonderes Naturerlebnis kann der Familienspaziergang am Wochenende werden. Hoch oben auf dem Kirchturm haben die Wanderfalken ihren Horst. Direkt unter der Turmuhr auf der Ostseite brütete das Wanderfalkenpaar mit Namen Ella und Harold, seinen Nachwuchs aus. Das Toni genannte Küken sitzt seither auf dem Sims, wartet auf Nahrung und ist inzwischen vom flaumigen Baby zu einem pubertären Muskelprotz, der seine Flügel trainiert, herangewachsen. Mit dem bloßen Auge, aber noch besser mit einem Fernglas ist Toni mit seinen Eltern zu beobachten.
Bevor Toni ausfliegt ist an diesem Wochenende noch einmal die Gelegenheit ihn und seine Familie zu beobachten. Rund um diese schnellsten, Tiere der Welt, immerhin sind Wanderfalken bis zu 320 Stundenkilometer schnell und damit schneller als ein ICE , gibt es in der Kirche eine kleine Ausstellung mit Fotos der Falken aus dem vergangenen und diesem Jahr.

Für alle Schulkinder liegt ein Greifvogel-Malbuch von Bernd Pöppelmann zum Mitnehmen auf. Bedingung fürs Mitnehmen ist das Zeichnen eines Falkenbildes, das im Kirchenbüro abgegeben werden soll. (Hier ein Auszug des Malbuches zum selbst ausdrucken) 

Damit man Toni und seine Eltern auch wirklich gut sehen kann, empfiehlt es sich Ferngläser mitzunehmen. Die besten Beobachtungspunkte sind auf dem Kirchhof markiert. Willkommen im Reich der Falken.

Fernseh- bzw. Videotipp: Anna und die wilden Tiere - Der Falkner und seine Greifvögel

Kinder fragen und der Falkner antwortet
In der Kirche liegen Stifte und Zettel, mit denen man Fragen an den Falkner Hans Kurt Hussong stellen kann. Diese Fragen leitet das Kirchenbüro weiter, ebenso wie die Antworten. Lassen Sie sich von der Expertise des Fürther Falken experten informieren.

Fernsehtipp: Der Fürther Falkenexperte Hans Kurt Hussong ist zu sehen in der Mediathek des Franken Fernsehens am 30.4.2020 „zu Besuch bei den Wanderfalkenküken auf St. Paul.“

Familienrally in der Kirche
Als weiteres Highlight für Familien, liegt die Familienrally für alle, die die Geheimnisse der Kirche erkunden wollen, am Eingang auf.

Aus dem Gemeindeleben

Printausgabe
Übers Wochenende liegt die Druckversion des Coronatagebuches bei Blumen Fröschel und auch in der Kirche aus. Die neue Ausgabe beginnt mit einem Editorial von Diakonin Judith Popp und trägt die Nummer fünf. Einige Restexemplare der Nummer 4 sind in der Kirche ebenfalls zu erhalten.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Gottesdienste in Roßtal
Wir feiern am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr Gottesdienste in St. Laurentius musikalischer Überraschung.

Himmelfahrt in Buchschwabach
In Buchschwabach findet der erste Gottesdienst an Himmelfahrt den 21. Mai statt. 24 Plätze hat die Kirche und ein paar Stühle vor der Türe. So dass gemäß der Regeln aus Roßtal an Himmelfahrt auch in Buchschwabach endlich wieder Gottesdienst gefeiert werden kann. Dieser beginnt um 9 Uhr in der Kirche in Buchschwabach.


Gottesdienst Zuhause
Anleitung für Gottesdienst@home von Pfarrerin Ulrike Weeger aus Obermichelbach
Kindergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf www.kirchemitkindern.digital.de

Gestickte Karten
Es gibt Karten und Stickarbeiten von Frau Ulscht zugunsten unseres Partnerdekanat in Siha, Tansania Bestellungen können über das Pfarramt gehen.

Aktion „Gut, dass es dich gibt“
Schicken Sie einen Kommentar, oder einen Dank an die Mitarbeitenden des diakonischen Werkes. Denn die Arbeit der Pflege ist hart und braucht jedwede Unterstützung. Schreib deiner Krankenschwester, oder grüße einen Menschen aus dem Gesundheitssystem, der sich gerade in der Pflege, oder Versorgung alter, oder kranker Menschen einbringt.
Die Diakonie Fürth ruft unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften in einer kurzen Grußbotschaft zu sagen, warum es gut ist, dass es sie gibt. Gefragt sind persönliche Statements (Text, Bild, Video, Audio), die als wertschätzende Botschaft nach und nach auf der Diakonie-Website veröffentlicht werden. Mitmachen ist ganz einfach: Eine kurze Mail mit der eigenen Grußbotschaft an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.

Wenn sich Corona im Geldbeutel bemerkbar macht
Diakonie Fürth bietet Beratung bei coronabedingten Einkommenseinbußen - hier der Link zum Angebot

Kultur einmal anders
Unsere Kirchenmusikseiten finden Sie hier

Der kleine Gesundheitstipp
Viele Fragen wie kann man das Immunsystem stärken. Und die Antwort ist manchmal ganz einfach: Rechtzeitig ins Bett gehen und genügend Schlafen und das nicht nur am Wochenende.

Neue Fotogalerie „Fenster“
Das Thema der neuen Bilderserie von Günter Hochberger sind Fenster. (Bitte pdf im Vollbild-Modus betrachten)

Der Coronakommentar
„Kein Schaden ohne Nutzen“ sagt der Volksmund und das trifft auch auf Corona zu. Manches könnte in der Zeit nach Corona beibehalten werden.
Es lohnt sich genauer hinzusehen und nachzufragen. Corona ist gefährlich und hat schlimme Folgen. Das ist unbenommen und jeder der eine der schlimmeren Versionen hatte wird es nie im Leben wiederholen wollen. Dennoch gibt es sicher mehr als 10 Gründe warum Corona nicht nur schlechte Seiten hatte, auch wenn diese deutlich überwiegen und die Welt noch lange bewegen werden.
Hier nun der Versuch 10 Gründe für einen Nutzen der Coronazeit zu finden:
1.    Die Coronazeit zeigt die Vorzüge und die Qualität des deutschen Gesundheitswesens, einschließlich des deutschen Krankenkassensystems im internationalen Vergleich.
2.    Die Coronazeit führt zu einer  Neuentdeckung systemrelevanter Berufe und einer Hochschätzung des öffentlichen Dienstes und der Pflege
3.    Die Coronazeit zeigt, daß Deutschland handlungsfähig ist und den Wert menschlichen Lebens mit viel Aufwand schützt.
4.    Die Coronazeit ermöglicht einen Digitalisierungs- und Fortschrittsschub, den vor Monaten keiner für möglich hielt und technische Innovationen ungeahnter Größe werden geplant und umgesetzt.
5.    Die Coronazeit zeigt, wie hoch die Bereitschaft war und ist sich für den Schutz menschlichen Lebens einzusetzen und füreinander Verantwortung zu übernehmen, denn das Maskengebot, oder die Kontaktverbote schützten ja die Anderen.
6.    Das Grundgesetz und seine Grundrechte sind endlich in der Diskussion. Viele entdecken den Schatz, der hier zu finden ist neu und lesen das erste Mal wieder ihre Rechte und die Grundlagen unseres Landes, 75 Jahre nach Kriegsende und im 30. Jahr der Wiedervereinigung dringend notwendig.
7.    Homeoffice, von vielen Arbeitgebern als unmöglich abgetan, ist nun eine Selbstverständlichkeit.
8.    Familie und Nachbarschaft haben eine neue Bedeutung bekommen und beweisen täglich neu ihre Tragfähigkeit.
9.    Lokal einkaufen und global denken, Über die Verbindungen in die ganze Welt wird neu nachgedacht und es entstehen wieder mehr lokale Versorgungs- und Lieferketten, auch wenn sie ein wenig teurer sein sollten.
10.     Es muss nicht immer das große Event sein, auch eine Videoschaltung mit dem Freundeskreis kann zu einem gemütlichen Weinabend werden und statt der Kreuzfahrt geht man im Buchschwabacher Mühlbachgrund spazieren.
Überlegen Sie selbst, es stimmt - kein Schaden ohne Nutzen. Und manches, jetzt angewöhnt lohnt sich auch weiterhin zu bewahren.
Meint Ihr Jörn Künne

 

Freitag, 15. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Es ist Wochenende und es fühlt sich auch langsam wieder an, wie ein Wochenende. Die Eisheiligen sind vorbei. Also Zeit für die Bohnen und die Tomaten und das Wetter soll schön werden darum hinaus in die Natur, den Garten gerichtet und die Sommerpflanzen gepflanzt. Der Sommer kann kommen und mit ihm die Lebenslust und die Lebensfreude und damit ist Hochbetrieb in unseren Gärten an diesem Wochenende vorprogrammiert.

Der biblische Lesetipp
Zwei Monate dauert nun der Coronaausnahmezustand in Deutschland. Zwei Monate, in denen das öffentliche Leben eingeschränkt war und vielfach noch ist. Eine Ahnung wie es dem Volk Israel während seiner fast 70 jährigen Gefangenschaft in Babylon erging, bekommen wir in diesen Tagen. Diesem halfen prophetische Worte, wie die Jesajas, der ihnen Gottes Tröstet tröstet mein Volk entgegenruft und damit Mut macht sich der Gegenwart zu stellen. Nachzulesen ist dieser zeitlose Text im Propheten Jesaja 40, 1-11.

Die Familienaktion – Falken beobachten  
Ein besonderes Naturerlebnis kann der Familienspaziergang am Wochenende werden. Hoch oben auf dem Kirchturm haben die Wanderfalken ihren Horst. Direkt unter der Turmuhr auf der Ostseite brütete das Wanderfalkenpaar mit Namen Ella und Harold, seinen Nachwuchs aus. Das Toni genannte Küken sitzt seither auf dem Sims, wartet auf Nahrung und ist inzwischen vom flaumigen Baby zu einem pubertären Muskelprotz, der seine Flügel trainiert, herangewachsen. Mit dem bloßen Auge, aber noch besser mit einem Fernglas ist Toni mit seinen Eltern zu beobachten.
Bevor Toni ausfliegt ist an diesem Wochenende noch einmal die Gelegenheit ihn und seine Familie zu beobachten. Rund um diese schnellsten, Tiere der Welt, immerhin sind Wanderfalken bis zu 320 Stundenkilometer schnell und damit schneller als ein ICE , gibt es in der Kirche eine kleine Ausstellung mit Fotos der Falken aus dem vergangenen und diesem Jahr und für alle Schulkinder liegt ein Malbuch zum Mitnehmen auf. Bedingung fürs Mitnehmen ist das Zeichnen eines Falkenbildes, das im Kirchenbüro abgegeben werden soll. 
Außerdem haben wir einen Kasten aufgestellt, in den Fragen an den Falkner gestellt werden können. Seine Antworten finden sich dann am kommenden Wochenende im Coronatagebuch und werden per Mail bearbeitet.
Damit man Toni und seine Eltern auch wirklich gut sehen kann, empfiehlt es sich Ferngläser mitzunehmen. Die besten Beobachtungspunkte sind auf dem Kirchhof markiert. Willkommen im Reich der Falken.
Fernseh- bzw. Videotipp: Anna und die wilden Tiere - Der Falkner und seine Greifvögel

Neue Fotogalerie „Fenster“
Das Thema der neuen Bilderserie von Günter Hochberger hat das Thema Fenster. (Bitte pdf im Vollbild-Modus betrachten)

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienste
Wir feiern am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr Gottesdienste in St. Laurentius (hier gibt es eine musikalische Überraschung) und an Himmelfahrt um 9 Uhr in Buchschwabach.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Es trommelt um 19 Uhr
Ein Trommel-Flashmob ist am heutigen Abend gegen 19 Uhr in Roßtal zu hören. Die Trommel- und Sambagruppe von und mit Andrea Herzog spielt und trommelt von ihren Terrassen, Balkons und Haustüren aus.

Die Printvariante des Coronatagebuches
Ist auch an diesem Wochenende in der Kirche, oder auch bei Blumen Fröschel zu erhalten (pdf zum selbst drucken). Auch von der 4. Ausgabe gibt es noch ein paar Restexemplare in der Kirche.

Die Wochenchallenge
Schreib deiner Krankenschwester und lobe sie, läuft auch an diesem Wochenende weiter. Anerkennung tut gut und das gerade in der Pflege. Darum lob deine Nachbarn aus dem Gesundheitswesen persönlich, oder schicke ihnen über das Diakonische Werk Fürth einen elektronischen Gruß.

Die Diakonie Fürth ruft unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften in einer kurzen Grußbotschaft zu sagen, warum es gut ist, dass es sie gibt. Gefragt sind persönliche Statements (Text, Bild, Video, Audio), die als wertschätzende Botschaft nach und nach auf der Diakonie-Website veröffentlicht werden. Mitmachen ist ganz einfach: Eine kurze Mail mit der eigenen Grußbotschaft an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.

Kochen und backen mit Christiane Schuster
Haben Sie auch während der Spargelsaison Eiweiß übrig? Dann hat Christiane Schuster mit dem Eiweißkuchen ein leckeres Rezept zur Eiweißverwertung für Sie. Und vorher vielleicht überbackene Käsenudeln?

Der Coronakommentar
Was bleibt von der Pandemie und wo hinterlässt sie ihre Spuren. In der Roßtaler Küche hat sie bereits ihre Spuren hinterlassen, meint unser Autor.
Keine Lust mehr auf Fertigpizza! Kein Interesse an Dosenravioli, aber frischer Salat aus dem Garten ein Walnusstopping dazu und ein paar Spitzen Rucola, Essig, Salz und Öl und fertig ist der perfekte Salat. Die Pandemie, rüttelt die Essgewohnheiten nicht nur in Roßtal durcheinander. Weil Homeoffice für mehr Pfunde auf den Hüften sorgt, stehen heimische Produkte, die schnell zubereitet sind, zunehmend auf dem Speiseplan. In den ersten Wochen waren Nudeln, Reis und Klopapier ausverkauft. Nun haben Zutaten für schnelle heimische Küche, wie Spiegelei mit Bratkartoffeln, wieder Hochkonjunktur. Heimische Kost, die nicht auf lange Lieferketten angewiesen ist, nicht in Coronageplagten Landstrichen geerntet wird, sondern kurze Wege hat. Die ist in Roßtaler Küchen inzwischen allgegenwärtig und gerne auch vegetarisch. Zum Beispiel Salat, Stopfer, Kartoffelsalat mit Sellerieschnitzel oder Hengleins Schupfnudeln mit Kraut. Kurze Wege, heimische Produkte… und die Nudeln halten sich im Regal noch eine ganze Weile. Corona verändert die Ess- und Kochgewohnheiten und der Trend zu frisch, schnell und regional ist vielleicht gar nicht so schlecht. Auch in Zukunft und damit vielleicht auch Vorbild für den Einkauf bei anderen Warengruppen.


Donnerstag, 14. Mai 2020

Die gute Nachricht
Die Zahlen sprechen für sich: Auch in Bayern gibt es kaum Neuinfektionen durch Corona. Ein deutliches Zeichen für den Erfolg der Kontaktbeschränkungen und der Verbote der vergangenen Wochen. Es ist ein Erfolg aller, dass hier die Zahlen derartig fielen und die Zahl der Neuerkrankten so deutlich gefallen ist. Und ja, es ist noch nicht vorbei, aber mit Disziplin und einem guten Plan sind Erfolge gegen Corona möglich.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Rätselfrage: Welches ist der älteste Pop-Song?
Zumindest was den Text betrifft ist es „Turn, turn, turn (to everything there is a season)“ von The Byrds, der1965 die Spitzen der Charts erreichte. In unterschiedlichen Arrangements und Coverversionen wurde schon vorher der Text, den Pete Seeger 1950 geschrieben hatte, verwendet. Er bezog sich damit auf einen 3000 Jahre alten Abschnitt aus dem Buch des Predigers (3. Kapitel) „Alles hat seine Zeit.“ Ein Text, der selbst heute wieder seine Aktualität hat.
Alles, was auf der Erde geschieht, hat seine von Gott bestimmte Zeit: geboren werden und sterben, töten und Leben retten, weinen und lachen, sich umarmen und sich aus der Umarmung lösen. (Prediger 3,1+2+5, Übersetzung Gute Nachricht)

Der biblische Lesetipp
Heute gibt es noch einmal einen kleinen Blick in die Welt der Psalmen. Auch zur Warnung vor vielen Fake News und zur Warnung für alle, die mit falschen Tipps über die Coronazeit nachdenken. Wenn man diese aktuelle Situation mitbedenkt, bekommt das, was in Psalm 1 steht, ganz schön aktuelle Bedeutung.
Doch lesen sie selbst im Psalm 1.

Der Gesundheitstipp zur Stärkung des Immunsystems
In loser Folge werden hier Tipps zur Stärkung des Immunsystems veröffentlicht, die Mitglieder des
Kirchenvorstandes und Mitarbeitende in der Kirchengemeinde weitergeben.
Heute empfiehlt Jörn Künne heißen Holundersaft.
Damit haben wir fast alles besiegt. Das war das Hausmittel bei Künnes und so wurde jeden Herbst schwarzer Holunder geerntet, grob von den Stielen abgestriffen und im Dampfentsafter entsaftet. Aufgekocht mit etwas Zucker und dann in Twist-off-Flaschen abgefüllt. So stand diese alte Medizin im Schrank und wartete auf die erste Erkältung. Heiß gemacht und warm getrunken, wirkte Holundersaft wahre Wunder und manchmal schwitzten wir dann das Fieber erst richtig aus….

Aus dem Gemeindeleben

Michael Bauer spielt
Am Freitag ab 10 Uhr spielt Michael Bauer erneut an der Orgel der Laurentiuskirche Roßtal. Die Türen der Kirche stehen offen, hören Sie einfach einmal hinein.

Die Druckausgabe Nummer 5
Die neue Printausgabe des Coronatagebuches wird es am Freitag ab ca. 16 Uhr in der Laurentiuskirche und bei Blumen Fröschel geben. In der Kirche gibt es auch Restexemplare der Coronatagebuchausgabe 4. 

Die Bildergalerien von Günter Hochberger
Immer wieder faszinierend und erholsam die Bilder von Günter Hochberger (Bitte pdf im Vollbild-Modus betrachten)

Wir kommen zu ihnen nach Hause
Filme bei YouTube: Evangelische Kirche Roßtal (als Suchbegriff eingeben) Ganz neu Geh aus mein Herz und suche Freud mit Stephen Jenkins.
Homepage für Kirchenmusik: www.quempas.jimdosite.com

Der Coronakommentar
Schade, dass der öffentliche Diskurs so entgleist. Schade, dass das Gemeinschaftsgefühl der ersten Coronawochen so entschwindet. Denn Gemeinsam waren wir stark und gemeinsam ertrug sich die Bedrohung auch tatsächlich leichter. Aber wenn heute Verführer von einer Coronalüge sprechen und wenn das Virus als Fake abgetan wird, dann zerbricht die Gemeinschaft, die im Kampf gegen die steigenden Fallzahlen, so erfolgreich war. Nein, Corona ist weiterhin da und bei genauerem Nachdenken, kennt inzwischen jeder mindestens einen Menschen der an Corona erkrankt, oder vielleicht sogar verstorben ist. Meine Coronabekannten sind zwischen 35 und 99 Jahre alt und keiner der Genesenen möchte Corona jemals wieder haben. Als Pfarrer weiß ich von 15 Menschen aus Roßtal und Umgebung, die erkrankt waren, oder sind und ja, das sind eine Menge Menschen in unserem Gebiet. Und sie alle berichten, sofern sie überlebten, dass sie das nicht noch einmal miterleben wollten. Und nein, es waren nicht alles ältere Menschen, sondern zur Hälfte Menschen unter 45 Jahren, ohne Vorerkrankung wie Übergewicht, Diabetes, oder Herzkrankheiten. Corona ist gefährlich, aber nur, wenn man sich nicht dagegen rüsten kann. Die Todeszahlen anderer Länder, warnen davor zu früh zu lockern und es braucht die ganze Gesellschaft, um hier vorsichtig einander zu schützen und das gelingt zurzeit noch einigermaßen gut. Darum bitte, passen Sie aufeinander auf und stimmen Sie nicht jeder Stimme zu, die sagt, es gibt Corona nicht, denn ist noch nicht vorbei und es gibt viel Grund, um vorsichtig sein zu müssen. Weiß Ihr Jörn Künne

 

 

Mittwoch, 13. Mai 2020

Die gute Nachricht 
Wir bleiben vernünftig in Roßtal. Kein Gespräch in den letzten Tagen bei dem nicht Besorgnis durchklang, verspielen wir das Erreichte durch zu schnelles Öffnen. Keine Begegnung, in der nicht nachgefragt wurde, wir öffnen zu schnell? Und in der Konsequenz viele die noch daheim bleiben. Der Mundschutz wird zum Schutze der Anderen getragen und vor den kleineren Geschäften gibt es immer Warteschlangen. Wenn sich Menschen auf der Straße treffen, dann immer mit Abstand und Vorsicht. Wir bleiben vernünftig und tragen so zum Erfolg gegen Corona bei.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Manch einer von den Älteren erinnert sich noch an die DiscoPopGruppe BoneyM, die den 137. Psalm „By The Rivers Of Babylon“ 1978 in die Charts gebracht hat. Sie hatten dafür einen Raggae-Song der Melodians aus den frühen siebziger Jahren etwas überarbeitet. Allerdings wurde nicht der ganze 137. Psalm verwendet, das brutale Ende wurde weggelassen und dafür Worte aus dem 19. Psalm angefügt: „Let the words of my mouth, and the meditation of my heart, be acceptable in thy sight, O LORD.“
Wenn ich schon nicht singen kann, dann möge „the mediation of my heart“ oder wie Luther es übersetzt „das Gespräch meines Herzens“ vor Gott stehen. „Ich singe dir mit Herz und Mund.“ hat Paul Gerhardt gebetet. Teil zwei muss, coronabedingt, im Gottesdienst leider jetzt ausfallen.
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR. (Psalm 19,15)

Neue Bilder von Toni
Unser, unsere Toni wächst und wird größer. Inzwischen werden bereits die Flügel trainiert, denn immerhin sollen sie den Wanderfalken zu Spitzengeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern schnell machen. Damit wird Toni eines Tages zu den schnellsten Tieren unserer Erde gehören und ein erfolgreicher Jäger werden. 

Printausgabe ist noch erhältlich
Noch gibt es in der Kirche, oder im Kirchenbüro die neueste Ausgabe des Coronatagebuches in der Printversion. Holen Sie sich die Printausgabe, oder bringen Sie diese jemandem mit, der kein Internet hat.

Post für den Seniorenkreis
Lag in diesen Tagen im Briefkasten. Weil im Mai und wohl auch im Juni noch kein Seniorenkreis stattfinden kann, erhielten alle bekannten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen kleinen Gruß vom Seniorenkreis, damit die Verbindung nicht abreißt. Vielen Dank an Inge Eichinger, die so aus der Ferne grüßen muss.

Stickarbeiten für Tansania
Mit dieser Stickarbeit, einem Spezialauftrag zu einem Hochzeitsjubiläum, bringt sich Hannelore Ulscht in Erinnerung. Stickaufträge, wie dieser zu Hochzeiten, Jubiläen oder runden Geburtstagen, nimmt die Leiterin unseres Missionskreises gerne entgegen. Auch ihre traditionellen Karten gibt es nach wie vor zu bestellen. Der Erlös der Karten, wie auch anderer Stickarbeiten kommt dem Fürther Partnerdekanat am Kilimandscharo zu Gute und soll den Bau eines Operationssaales finanzieren. Bestellanfragen werden über das Kirchenbüro Tel 57416 weitergeleitet. 

Die Wochenchallenge - Anerkennung für die Pflege
Sie kennen einen Menschen, in der Nachbarschaft, der in der Pflege arbeitet? Sie haben eine Krankenschwester, oder einen Altenpflegehelfer in der Verwandtschaft? Sie haben Angehörige in einem Heim? Dann schicken Sie doch einen persönlichen Gruß an diese Menschen. Sagen Sie danke, oder beteiligen Sie sich an der Aktion des Diakonischen Werkes Fürth, das zu virtuellen Grüßen an die Pflegenden in Stadt und Land aufruft.

Die Diakonie Fürth ruft unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften in einer kurzen Grußbotschaft zu sagen, warum es gut ist, dass es sie gibt. Gefragt sind persönliche Statements (Text, Bild, Video, Audio), die als wertschätzende Botschaft nach und nach auf der Diakonie-Website veröffentlicht werden. Mitmachen ist ganz einfach: Eine kurze Mail mit der eigenen Grußbotschaft an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.


Fünf Wünsche von Jan Mrochen
Die Welt steht Kopf und wir mit ihr. In den letzten Wochen hat sich unser Leben verändert wie nie zuvor. Die Menschen helfen sich wieder gegenseitig und erleben ihr Umfeld mit offenen Augen und Ohren. Man könnte auch einfach sagen: „Uns und unserem Umfeld geht es so gut, dass die meisten sich nicht im Ansatz beschweren können!“.

Wir bewältigen diese Krise ganz nach dem Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“, denn jedes Leben ist gleich viel wert und muss bewahrt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Wir weiterhin alles geben, um unser Umfeld zu beschützen. 
30 Millionen Menschen haben sich in den Vereinigten Staaten seit dem Beginn der Corona-Krise Arbeitslos gemeldet (Stand 30.04.2020). Die Folge ist, dass manche sich nicht mal mehr eine Krankenversicherung leisten können. Ob ein börsennotiertes Unternehmen ein paar Prozent verliert sollte niemals wichtiger sein als die Gesundheit der Menschen, die hinter diesem Unternehmen stehen. 

Für unsere Zukunft nach Corona wünsche ich mir:
1.    Dass die Achtsamkeit der Menschen untereinander bestehen bleibt und der Alltagstrott nicht wieder die Überhand ergreift.
2.    Dass soziale Berufe mehr Wertschätzung in unserer Gesellschaft erfahren und deren Attraktivität erhöht wird.
3.    Dass wir trotzdem positiv auf diese Zeit zurückblicken können und für uns etwas daraus mitnehmen konnten.
4.    Dass die Politik die Forschung im Gesundheitssektor mehr fördert.
5.    Dass die alt gedienten Strukturen in Wirtschaft und Politik aufgebrochen werden, um mit den führenden Wirtschaftsnationen (USA, China) mithalten zu können.

Bildergalerie
Das große Summen – eine Bildergalerie von Hummel, Biene und Wespe fotografiert von Günter Hochberger. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Coronakommentar 
Persönliche Kontakte sind nicht zu ersetzen, dazu brauchen sich Menschen viel zu sehr. Raum dafür langsam und vorsichtig zu geben, ist Konsens in Roßtal.
Die Welt ist elektronisch vernetzt, Konferenzen finden am Telefon, oder als Videokonferenz statt, Schüler haben Lernplattformen und mit der Oma in Hamburg wird geskypt. WhatsApp hält den Freundeskreis zusammen und Twitter wird nur noch vom amerikanischen Präsidenten genutzt, auf Instagram tummeln sich die reichen und Schönen und im Internet gibt es unendlich viele Gescheite und auch ein paar reichlich dumme Foren und Chatrooms. Der Mensch will in Kontakt miteinander bleiben, voneinander wissen und miteinander leben. Der Mensch will miteinander sprechen und voneinander Neues erfahren. Aber trotz vielfältigster elektronischer Möglichkeiten, trotz all der vielen technischen Lösungen, jetzt nach langen Wochen voller Telefonkonferenzen, sehnt man den persönlichen Kontakt herbei . Endlich den anderen  zwar mit Maske sehen, endlich den anderen persönlich treffen. Im Gottesdienst, beim Einkaufen, beim Spaziergang und jedes Gespräch dauert ein klein wenig länger, als früher und jede kleine Begegnung wird noch ein klein wenig wertvoller und es tut gut, dass sie mit der nötigen Vorsicht auch möglich sind. Selbst jugendliche lesen nicht mehr alle Nachrichten und wer im Homeoffice ist, der drückt ständig neue Mails weg. Nein, nicht die sozialen Medien sind die große Zukunft sondern nach wie vor die persönliche Begegnung zwischen Menschen und dafür Räume und Treffpunkte zu haben das ist zutiefst menschlich und  mit den nötigen Abstandsregeln und dem Mundschutz ja auch wieder in kleinen Grüppchen möglich und es tut so gut sich wieder zu treffen. Es tut so gut einander zu haben, es tut so gut miteinander direkt zu kommunizieren, es gehört einfach zum Menschsein dazu und es tut gut, dass wir dank Corona lernen einander wieder mehr zuzuhören und auch direkter miteinander zu sprechen. Denn der persönliche Kontakt ist durch nichts zu ersetzen.

 

Dienstag, 12. Mai 2020

Die gute Nachricht
Auch in den Altenheimen waren Besuche rund um den Muttertag möglich. Mit vielen, vielen Vorsichtsmaßnahmen, war es möglich in den verschiedensten Altenheimen Familienangehörige zu treffen. Auch wenn es sich noch fremd anfühlt unter Beachtung von Coronaregeln Besuche bei der Mutter oder dem Vater zu machen. Es war wieder möglich und vielleicht hat auch der ein oder andere Besuch von seinen Kindern bekommen, die sich auch ohne Corona selber Abstandsregeln geschaffen haben…

Der biblische Lesetipp
Vier Freunde muss man haben, die einen auf einer Trage über Stock und Stein tragen. Vier Freunde, die sich von nichts schrecken lassen und den Gelähmten durchs Dach herunterlassen. Wahrscheinlich haben sie auch zusätzlich noch die Pflege übernommen und über die Jahre ausgefüllt. Glücklich also, wer solche Freunde hat. Doch lesen Sie selbst in Lukas 5, 17-26

Das Tagesthema: Tag der Pflege
Heute erinnert, der bundesweit begangene Tag der Pflege, an die angespannte Situation im Gesundheitswesen. Natürlich hat sich unter der Corona Pandemieherausforderung seine Leistungsfähigkeit herausgestellt. Trotz vieler Kritikpunkte und vieler Verbesserungsideen, gab es in Deutschland nicht die Bilder aus Spanien, Italien und Amerika. Dennoch sind inzwischen rund 7.000 Tote zu beklagen und in vielen Bekanntenkreisen gibt es Menschen, die infiziert waren, oder noch krank sind. Sie zu pflegen und all die anderen „normalen“ Kranken in dieser Zeit, wird den Pflegekräften überall auf der Welt zugemutet. Und die Arbeits- und Lebensbedingungen sind oft hart. Deshalb verschaffen sich deutschlandweit Pflegekräfte am Tag der Pflege Gehör und weisen auf ihre Anliegen hin. Das soll auch heute und hier in diesem Coronatagebuch geschehen, das darum heute den Schwerpunkt Pflege hat.

Wie lebt es sich an einem Corona Hotspot?
Das AWO Heim in Langenzenn ist einer der am Schlimmsten von Corona befallenen Orte in ganz Bayern. Die Ausnahmesituation für Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für die Pflegekräfte war und ist erschreckend und zeigte die Gefährlichkeit des neuen Virus. Dekan Friedrich Schuster hat sein Erleben der Situation in Langenzenn mit diesen Stichworten zusammengefasst:
-    Dramatische Situation im AWO-Seniorenheim: Aktuell 23 an Corona Gestorbene. Davon 16 Evangelische.
-    Wir begleiten die Hinterbliebenen / führen Trauergespräche über das Telefon (wenn Hinterbliebene Corona-Kontaktpersonen sind), sitzen teilweise im Freien auf der Terrasse und führen dort mit ausreichend Abstand die Trauergespräche. Dabei verstehen uns die älteren Hinterbliebenen manchmal nicht, wenn wir mit Mund-Nasen-Schutzmaske sprechen. 
-    Wir arbeiten momentan die Sonntage durch (arbeiten die Beerdigungen ab)
-    Wir erleben nicht nur Trauer über den Verlust, sondern auch große Betroffenheit, weil Hinterbliebenen nicht beim Sterben dabei sein durften, weil Schutzkleidung gefehlt hat.
-    Wir erleben Wut über unser kommerzialisiertes Gesundheitssystem, das v.a. über Fallzahlen geregelt ist und nicht ausreichend den Menschen sieht. So wurde eine betagte Seniorin mit Halswirbelfraktur nach wenigen Tagen nach Hause „entlassen“ (eigentlich hinausgeschmissen), weil sie nicht mehr operiert werden konnte und alle Betten für Corona-Patienten freigehalten werden mussten, die dann nicht kamen. Für die Familie war es ein traumatisches Erlebnis, allein gelassen zu werden – auch mit der Pflege. 
-    Viele Beerdigungen werden verschoben, die Trauer hängt in der Luft, hat keinen Ort (Grab). Kann man nach Wochen als Seelsorger noch anknüpfen?
-    Die Frage der Schutzkleidung und der flächendeckenden Schnelltests muss dringend für alle Beteiligte geklärt werden.
-    Warum gibt es so viele Tote in Pflegeheimen? Zu wenig Schutzkleidung? Zu wenig Tests? Zu viele Gemeinschaftsflächen? Zu viel Austausch der Mitarbeitenden? Diese Fragen werden von den Hinterbliebenen gestellt.

Gut, dass es dich gibt - Diakonie Fürth setzt mit Aktion zum „Internationalen Tag der Pflege“ ein Zeichen
Sie leisten Großartiges für andere. An 365 Tagen im Jahr helfen sie mit ihrer Fürsorge und Hingabe pflegebedürftigen Menschen, die im täglichen Leben auf Unterstützung angewiesen sind. Die Pflegekräfte der Diakonie Fürth machen damit das Leben älterer Menschen in den beiden Seniorenpflegeheimen Sofienheim in Fürth und Gustav-Adolf in Zirndorf sowie in der ambulanten Pflege lebenswerter. Sie haben stets ein offenes Ohr für die Bedürfnisse und Anliegen der ihnen anvertrauten Menschen, den Bewohner*innen und Patient*innen.

Es ist eben ein echter Job für Alltags-Helden. Aus diesem Grund will die Diakonie Fürth zum „Internationalen Tag der Pflege“ ein Zeichen setzen: Unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ ruft der Fürther Wohlfahrtsverband alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften gegenüber mit einer kurzen Grußbotschaft ihre Anerkennung und Wertschätzung für die wertvolle Arbeit, die diese jeden Tag leisten, auszudrücken.

„Pflegekräfte erfüllen absolut wichtige gesellschaftliche Funktion“

„Sie nehmen einen Arbeitsalltag in Kauf, der allzu oft fordernd und anstrengend ist“, unterstreicht Ruth Papouschek. Die für die Pflege zuständige Diakonie-Vorständin weiter: „In diesen Tagen sprechen wir völlig zurecht von Alltagshelden, wenn wir an die Ärzte und Pflegekräfte in unseren Krankenhäusern denken. Wir dürfen aber auch die nicht vergessen, die in der ambulanten Pflege und in den Seniorenpflegeheimen Tag für Tag über sich hinaus wachsen.“

Vor diesem Hintergrund stößt ihr vor allem eines sauer auf: die gescheiterten Gebührenverhandlungen für die ambulante Pflege mit den Kassen. Darüber könne auch der 500 Euro Bonus der Staatsregierung für die bayerischen Pflegekräfte nicht hinwegtäuschen. „Natürlich nehmen wir das als Zeichen der Anerkennung für unsere Mitarbeitenden gerne an“, betont Ruth Papouschek. Jedoch dürfe der Bonus nicht vergessen lassen, dass die Pflegeberufe grundsätzlich neu und besser zu bewerten seien als bisher. Ihre Sorge: „Ich sehe trotz des Applauses in der Corona-Krise keine generellen Anzeichen für eine Besserung im Pflegeberuf.“

Den „Internationalen Tag der Pflege“ am 12. Mai will Ruth Papouschek aber auch nutzen, um noch einen weiteren Aspekt in den Mittelpunkt zu rücken, an dem noch gearbeitet werden muss, wenn der Beruf attraktiver werden soll. Die Diakonie-Vorständin wirbt für mehr gesellschaftliche Wertschätzung für den Pflegeberuf, die über bloße Worthülsen hinausgeht: „Pflegekräfte erfüllen eine absolut wichtige gesellschaftliche Funktion und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass jeder von uns irgendwann einmal auf sie angewiesen sein wird. Es ist ein fordernder Beruf, den nicht jeder ausüben kann. Das sollte man sich klarmachen und in alltäglichen Situationen ernsthafte Anerkennung zeigen.“

Die Diakonie Fürth ruft unter dem Motto „Gut, dass es dich gibt“ alle Menschen in Stadt und Landkreis Fürth dazu auf, den Diakonie-Pflegekräften in einer kurzen Grußbotschaft zu sagen, warum es gut ist, dass es sie gibt. Gefragt sind persönliche Statements (Text, Bild, Video, Audio), die als wertschätzende Botschaft nach und nach auf der Diakonie-Website veröffentlicht werden. Mitmachen ist ganz einfach: Eine kurze Mail mit der eigenen Grußbotschaft an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! genügt.

Die Wochenchallenge: Wir danken für die Pflege
Kennen Sie eine Krankenschwester? Ist ihr Neffe Krankenpfleger? Sind ihre Nachbarn Ärzte? Kennen Sie eine Altenpflegerin: Dann bereiten Sie ihnen doch eine Freude, dann schenken sie ihnen doch eine Aufmerksamkeit, dann geben sie ein wenig Dankbarkeit weiter und setzen ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung für Menschen, die in dieser Zeit eine wirklich schwierige Arbeit machen. Sagen, singen, schreiben Sie ihren Dank und schicken ihn weiter an Mitarbeitende im Gesundheitswesen und in der Pflege. Karten für diese Aktion liegen auf dem Schriftentisch der Kirche auch aus. 

Das Coronabild von Tobias Döllinger
Wie erleben Kinder und Teenager Corona mit. Die Pandemie verändert das Leben total und bringt viele Gedankenanstöße in Bewegung. Tobias Döllinger hat seine Gedanken in einem Bild zusammengefasst.

Aus dem Gemeindeleben
Fensterln auf die andere Art
Heute findet vor dem AWO Kompetenzzentrum erneut ein Fensterl –Gottesdienst statt. Zwar hat sich die Lage auf den Stationen inzwischen einigermaßen entspannt, aber größere Zusammenkünfte sind immer noch ein Risiko. Darum findet unser Gottesdienst im Freien statt. Und es besteht die Möglichkeit Mitarbeitende, wie Bewohnerinnen und Bewohner mit Grußbändern und Plakaten zu grüßen.  Der Beginn ist auf der Nordseite des Heimes um 16 Uhr.

Blog-Tipp für Mamas:
„Stadt Land Mama“ ist wie eine Tasse Kaffee mit Deiner Freundin – er wärmt von innen und man fühlt sich nicht mehr so unfähig, verloren und alleine. Der Blog ist das Herzblut-Hobby von zwei Journalistinnen und Alltags-Verarbeitungs-Selbsthilfegruppe in einem. Sie schreiben über Gefühle, Alltag, Versagen und Glück. Nehmt Euch eine Tasse Kaffee und lest selbst! Hier mein Lieblingsbeitrag der letzten Woche: "Nach 8 Wochen ist die Luft raus"


Der Coronakommentar
Ist heute ein Link und ein Fernsehhinweis. Die Satiresendung „Die Anstalt“ des ZDF bringt es auf den Punkt. Eine Dreiviertelstunde Gesundheitswahn und Pflegefragen rund um Corona. Klicken Sie einfach hier: www.zdf.de /comedy/die Anstalt Ausgabe 5. Mai und sie verstehen unser Gesundheitssystem neu.

 

Montag, 11. Mai 2020

Die gute Nachricht
Unser Gottesdienstkonzept ging auf. Ich freue mich, dass in beiden Gottesdiensten jeweils rund 45 Menschen saßen und diesen ersten Gottesdienst nach dem Shutdown miterlebten. Natürlich ist die Gemeindebeteiligung sehr eingeschränkt, wenn nicht gesungen werden darf. Auch die Abstände zu einander sind erschreckend, aber es war wieder möglich und dank der Organistin erklangen am Sonntag Kantate (übersetzt singt) auch wieder Lieder in der Kirche.
 
Lesetipp in der Bibel
Kennen Sie die Psalmen? Wissen sie von der Kraft ihrer Worte? Der 23. Psalm fällt sicher vielen auf Anhieb ein und ist ein wirkliches Kraftwort für alle. „Der Herr ist mein Hirte“ - Geborgenheit und Schutz sprechen aus diesen Worten, aber da gibt es noch weitere 149 Psalmen, Glaubenszeugnisse und Gebete von einst. Worte, mit denen die Menschen ihren Glauben und ihr Leben beschrieben. Dankbarkeit schwingt mit und Lebensfreude, wenn Sie den heutigen Lesetipp ansehen. Der 98. Psalm ruft zum Singen und zur Freude auf. Die eigene Geschichte, das Leben in dieser Woche, die Freude über viel Gelungenes und die Begegnung mit den Angehörigen am Muttertag - loben macht fröhlich. Loben lässt eine graue Krankheitswoche leichter werden. Loben hilft bei einem guten Wochenstart. Lesen Sie hier den Psalm 98.

5 Wünsche für die Zeit nach Corona von Luca Bäuerle
Mittlerweile ist es schon über 4 Wochen her, dass eine Ausgangsbeschränkung für uns alle gilt. Langsam dürfen wir uns wieder mit der Familie/den Freunden treffen und etwas unternehmen, jedoch nur unter bestimmten Regeln. Was in der Zukunft kommt das weiß leider noch niemand. Daher kommen hier meine 5 Wünsche für die Zeit nach Corona.
1.    Ich wünsche mir, dass trotz der Corona Pandemie, langsam aber sicher wieder ein „normaler“ Alltag einkehrt und jeder wieder in seinen Job, zu seiner Familie oder zu seinen Freunden gehen kann.
2.    Ich wünsche mir, dass wir trotz alle dem geduldig sind und uns dafür einsetzen eine zweite Welle des Corona Virus zu vermeiden
3.    Ich wünsche mir, dass nach der Corona Pandemie, bestimmten Berufsgruppen mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung geschenkt wird.
4.    Ich wünsche mir, dass die nationale und internationale Wirtschaft schnell wieder auf die Beine kommt und sich von der Pandemie schnellstmöglich wieder erholen kann.
5.    Mein letzter Wunsch ist ein Wunsch der mit meinem beruflichen Leben zusammenhängt. Ich wünsche mir für die Zeit nach Corona, dass die Menschen sich wieder raus trauen und in Gaststätten sowie Biergärten gehen. Und so mithelfen, dass es jedem Gastwirt in Deutschland bald wieder besser geht.

Aus dem Gemeindeleben

75 Jahre Frieden in Europa
Roßtal hat auf seinem Friedhof eine nicht ganz alltägliche Besonderheit. Gleich an der Friedhofsmauer findet sich ein immer noch gepflegtes Grab, eines unbekannten Soldaten. Dort fand am 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes in Europa, eine ökumenische Gedenkandacht statt. Bei strahlendem Sonnenschein und gemäß der geltenden Abstandsregelung erinnerten der katholische Priester Wolfgang Jäger und der evangelische Pfarrer Jörn Künne an die Erfahrungen ihrer Familien mit Krieg und Vertreibung und gaben so dem feierlichen Erinnern eine sehr persönliche Färbung. In seiner Ansprache betonte der evangelische Pfarrer das verbrecherische Handeln Deutschlands in den Jahren 1933-1945 und verwies darauf, dass Lehren aus dieser Zeit gezogen wurden und der Schutz und die Würde menschlichen Lebens seit 75 Jahren politisches Handeln bestimmen.  Das spiegelt sich auch in der Coronakrise wider. Zusammen mit dem Bürgermeister des Marktes Roßtal, Rainer Gegner, legte die Kirchengemeinde am Grab dieses unglücklichen, unbekannten Soldaten eine Schale nieder. Für eine ganz eigene, friedliche Stimmung sorgte Reyno Schödel. „Where have all the flowers gone“ oder die deutschen Protestlieder „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ und „Die Gedanken sind frei“ prägten, gerade weil sie auch Evergreens sind, diesen Freiluftgottesdienst der der erste, öffentliche Gottesdienst in Roßtal, seit knapp zwei Monaten war.

Ein bisschen wie bei Dornröschen
So wie es gerade im Kindergarten Sonnenblume ist, stellt man sich den beschriebenen Schlaf im Märchen Dornröschen vor.
Alle sind da, aber es war kein Leben im Schloss!
Wobei, Leben findet bei uns schon statt, nur in anderer Form.

Seit Mitte März, der Beginn des Betretungsverbotes von Kindertageseinrichtungen und der Einschränkungen, hat sich unsere Kinderzahl von 12 auf, jetzt Anfang Mai, 24 Kinder erhöht, deren Eltern zur kritischen Infrastruktur gehören und sie somit die Einrichtung besuchen dürfen.
Im Gespräch mit den Kindern merkt man, sie wissen gut über Corona und die Hygienevorschriften Bescheid und gehen diesen nach!
Über Mindestabstand und Masken brauchen wir hier kaum nachdenken, da dies für Kindergartenkinder schwer und Krippenkindern kaum oder nicht nachvollziehbar ist.
Gerade die Mimik, von welcher sich Kinder ein Bild vom Erwachsenen machen, geht völlig verloren und wir wirken auf die Kinder befremdlich.

Da es uns wichtig ist, mit allen Eltern einheitlich zu kommunizieren, wurde für jede Gruppe ein Emailverteiler erstellt. Um den Eltern Informationen und für die Kinder Beschäftigungen und Anregungen zum Basteln, verschiedene Lieder und Fingerspiele, Bilder und Videos in regelmäßigen Abständen aus der Sonnenblume zukommen zu lassen.
Für alle Kinder, ob Krippe oder Kindergarten, ging Anfang April die Aufgabe raus, dass sie Regenbogen in individueller Weise zuhause gestalteten, diese in den Briefkasten werfen. Nun zieren die unterschiedlichsten Regenbogen unseren Gartenzaun im Hof. Als weitere Aufträge folgten Schmetterlinge, Sonnenblumen und Papageie für die jeweiligen Gruppen der Kinder, um diese damit zu dekorieren.
Auch hier erhalten wir wunderschöne und einmalige Kunstwerke der Kinder – man sieht wieviel Zeit, Mühe und Kreativität in den Familien steckt!!!
Unsere Biggi`s (Vorschulkinder) werden so mit Aufgaben für das „Home-Schooling“ versorgt, um nicht völlig aus der Spur zu geraden. Auch für sie ist es zurzeit nicht dasselbe Lernen - im Kindergarten gehört die Biggi-Stunde am Mittwoch zum Alltag.
Um gerade für die Krippenkinder und kleineren Kinder in Erinnerung zu bleiben, haben wir ein kurzes Video vom Team in der Kita aufgenommen. Sieben Wochen seine Erzieher nicht zu sehen, kann vielleicht eine schwere Wiederkehr in die Einrichtung bedeuten.
Nachdem Anfang April klar war, dass in diesem Monat keine Kita-Veranstaltungen stattfinden, wurden kurz darauf auch die Mai Veranstaltungen wie z.B. Elternsprechabend, Elternfrühstück, Muttertags- und Vatertags-Kaffee der Krippen und das Sommerfest abgesagt.
Da hatten wir noch große Hoffnung, dass es dann wieder „normal“ sein wird und dann folgte Ende April die traurige Gewissheit, dass alle Veranstaltungen bis August abgesagt sind.
Die Aussicht, dass alle Kinder zeitnah in die Kindertagesstätte zurückkehren schwand damit auch. Was uns dazu bewegte, die Osternester der Kindergartenkinder nun doch nach Ostern zu jedem Kind nach Hause zu bringen, weil ein gemeinsamer Start aller Kinder nicht ersichtlich sein wird.

Es ist etwas wie im Märchen, alle warten darauf, dass jemand vorbei kommt und die Kindertagesstätte aus dem Schlaf erweckt und das Leben geht wieder wie vorher weiter…

Bleibt alle gesund und bis hoffentlich bald!
Ihr/Euer Team aus der Sonnenblume

Bildergalerie
Das große Summen – eine Bildergalerie von Hummel, Biene und Wespe fotografiert von Günter Hochberger. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Buchtipp: Ein eigenes Zimmer von Virginia Woolf
„A Room of One's Own“, 1929 entstanden, erschien in deutscher Übersetzung erst 1978 unter dem Titel ›Ein Zimmer für sich allein‹. Virginia Woolf greift auf ihre eigene, erzählerisch-essayistische Weise eine ganze Reihe von Fragen zum Thema Frauen und Literatur auf, die sie und ihre Zeit bewegten: Warum haben Töchter aus gebildetem Haus nicht die gleichen Möglichkeiten zur Universitätsausbildung wie ihre Brüder? Warum ist die Literatur über Frauen fast ausschließlich von Männern geschrieben? Hätte Shakespeare eine Schwester gehabt, ebenso begabt wie er, wie wäre es ihr ergangen? Wie könnte weibliches Schreiben in der Gegenwart aussehen? Was brauchen Frauen, um künstlerisch tätig sein zu können: ein gewisses Maß an finanzieller, vor allem aber geistige Unabhängigkeit, symbolisiert durch ein eigenes Zimmer.

Der Kommentar
Manchmal erschrickt man schon über das was Kardinäle sagen und Bischöfe sagen. Gut es waren diesmal katholisch, konservative Kollegen, die letztlich den Papst beschädigen wollten und für die Corona der Anlass bildete krude Thesen zu verbreiten. Klar gibt es eine lautstarke Bewegung, die Corona für eine Verschwörung halten und Absicht dahinter vermuten, was ihnen umso leichter fällt, als sie selber nämlich keine guten Absichten rund um die Pandemie haben. Und klar, was man selber denkt unterstellt man dann den Anderen auch… Im Klartext hier ist die Absicht: Verwirrung stiften auf Stimmenfang gehen, Unruhe schaffen und den eigenen Vorteil daraus schöpfen. China und Russland sind da im Internet ganz geschickt - stiften Verwirrung und mischen Wahrheit und Fälschung. So manch einer fällt darauf herein und lässt sich wie die Kardinäle vor diesen Karren spannen oder besser benutzt den Windschatten des Karren um dem Papst ans Bein zu fahren. Papst Franziskus nämlich warnt vor Corona und erträgt die Einschränkungen solidarisch mit. Italien hatte wirklich harte Maßnahmen zur Covid 19 Bekämpfung ergriffen, da waren selbst die bayerischen Maßnahmen ein Spaziergang… Aber wenn man genügend Verwirrung gestiftet hat, dann kann man im Verborgenen seine eigenen Ziele besser durchsetzen und da sind manch Organisatoren von Demos, oder Protestkundgebungen auf undurchsichtige Weise dabei.  Und während in Roßtal alle, nun gut fast alle, sagen: „Macht langsam, Corona ist noch nicht vorbei“ wird von diesen Verwirrung gestiftet und zum Umsturz aufgerufen.
Und einige katholische Kollegen und sicher auch viele amerikanische, protestantische Kollegen werden zum Sprachrohr kruder Ideen. Wer die Gefährlichkeit von Corona unterschätzt, der nimmt zusätzliche Tote in Kauf und dann stellt sich die Schuldfrage in ganz verschärftem Ton. Denn dann sind nicht die Chinesen und ihre Essgewohnheiten mehr schuld… Dann ist Corona auch kein Schicksal mehr, sondern womöglich ein Verbrechen an der Menschlichkeit. Darum aufgepasst es gibt bei Corona viele Falschmeldungen und viele seltsame Interessen. Informationen aber findet man beim googeln übers RKI oder die Johns Hopkins Universität. Zu deren Daten rät Ihr Jörn Künne

 

Samstag, 9. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Es ist vorbei. Die längste Pause in der es in St. Laurentius keine Gottesdienste gab ist vorüber. Das Evangelium von Jesus Christus, die gute Nachricht der Liebe Gottes zu den Menschen und der Auftrag an uns Menschen dieser Liebe Gottes zu entsprechen erklingt an diesem Sonntag wieder öffentlich in unserer Kirche.
Gott Sei Dank dürfen wir wieder öffentliche Gottesdienste feiern.

Die Bibelstelle zum Nachlesen
Wenn von Frauen in der Bibel die Rede ist, dann werden sie entweder in die Schranken gewiesen, das geschieht gerne in gesetzlichen Texten, sobald aber von Frauen, Müttern und Töchtern erzählt wird, treten selbstbewusste Frauen auf, die das Leben in die Hand nehmen und ihre Belange und die Belange der Familie durchsetzen und klären. Angefangen von Eva bis zu Maria, ohne Frauen und Mütter geht gar nichts. Und das erste bekannte Revolutionslied stammt von einer Frau. Maria selber singt und schreit es hinaus. Doch lesen Sie selbst wie sie mit der Ankündigung der Geburt Jesu umgeht:  Lukas 1. 46-56

Aus dem Gemeindeleben

Gottesdienst
Gottesdienste feiern wir am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr in St. Laurentius. Wir freuen uns über Ihr Kommen, auch wenn einiges anders und ungewohnt sein wird. Bitte bringen Sie ihren Mundschutz mit.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Musik macht Mut
Die Welle der Hoffnung startet um 11 Uhr und rollt durch Roßtal. Stephen Jenkins, der Posaunenchor, der Musikzug , Mitglieder der Sing- und Musikschule - sie alle spielen von zu Hause aus noch einmal mit bei der Welle der Hoffnung und gestalten so in Roßtal  ein kleines Muttertagskonzert.

Leider wohnen in den verschiedenen Außenorten nur wenig Musikerinnen und Musiker Aber vielleicht ist dieser bedauernswerte Mangel ein Anstoß wieder einmal die Trompete aus dem Schrank zu holen oder ein Instrument zu lernen, wenn man in Buttendorf, oder Großweismannsdorf, in Buchschwabach, oder Weinzierlein wohnt…. Aber vielleicht gibt es ja auch Menschen, von denen wir in Roßtal einfach nichts wissen und die trotzdem dabei sind und schon immer mitgewirkt haben.

Haustürkonzert
Wilgard Hübschmann spielt am Sonntagabend um 18 Uhr vor ihrer Haustüre auf ihrer Gitarre in der Frankenmuther Straße 16 und verbreitet Fröhlichkeit und Maistimmung. Hier können Sie in ein vergangenes Haustürkonzert hineinhören.

Weltladen hat geöffnet
Donnerstag    14:00 – 18:00 Uhr
Samstag            09:00 – 12:00 Uhr
Sie haben die Möglichkeit während der Öffnungszeiten zu bestellen – Tel. 0160 9108 69 72
Die Bestellung können Sie – während der Öffnungszeiten – abholen oder liefern lassen.
Die Anlieferung erfolgt:
Donnerstag zwischen 18:00 und 19:00 Uhr
Samstag zwischen 12:00 und 13:00 Uhr

Neue Bildergalerie
Ein Muttertagsspaziergang in die Welt von Hummel, Biene uns Wespe. Vielen Dank an Günter Hochberger der uns diese Fotos zur Verfügung stellt. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)


Gedanken zum Muttertag von Renate Ströbel
Muttertag – da fällt mir spontan ein, dass ich zwei Tage vor dem Muttertag geboren wurde. Ich war sozusagen die Muttertagsüberraschung für meine Mutter.
Einen errechneten Geburtstermin gab es damals nicht, also rechnete meine Mutter „irgendwann“ im Mai mit der Niederkunft. Das war dann für sie der erste Muttertag, an dem sie selber Mutter war. Gefeiert hat sie den nicht, schließlich war sie da noch in der Klinik. Am Tag nach dem Muttertag wurde ich getauft, in der Klinik noch. Meine Mutter war nicht dabei. Das hat mich als Kind schon irgendwie verstört, dass bei meiner Taufe meine Mutter nicht dabei war. Auf meine Frage nach dem „Warum“ hieß es: das war halt damals so. Je älter ich wurde, desto mehr war ich überzeugt davon, dass ich als Mutter ein Riesentheater gemacht hätte, wenn ich an der Taufe meines Kindes nicht hätte teilnehmen dürfen. Aber damals war nur eines wichtig: dass das Kind möglichst bald nach der Geburt getauft wurde!

Von späteren Muttertagen weiß ich nur noch, dass wir jedes Jahr in der Schule im Fach Handarbeit etwas für unsere Mutter fabriziert hatten, meistens was Nützliches, wie Topflappen. Über diese Sachen hatte sich die Mutter dann zu freuen, ob sie sonderlich gelungen waren oder nicht.

Etliche Jahre später war ich selber Mutter. Ich erinnere mich noch gut an wunderschöne Muttertagsfeiern im Kindergarten. Sie fanden meistens draußen im Garten statt. Es waren herrlich entspannte Feiern bei Kaffee und Kuchen, Liedern und Gedichten der Kinder. Ein großes „Danke“ an Heidi Hetzer, die damals noch Scheuerpflug hieß, und ihrem Team in der Großweismannsdorfer Zwergenburg! 
Daheim haben sich meine Töchter am Muttertag schon früh am Morgen mächtig ins Zeug gelegt (eigentlich schon am Abend vorher, da wurde meistens „heimlich“ ein Kuchen gebacken). Da wurde ein Frühstückstisch so reichlich gedeckt, dass es eigentlich an diesem Tag kein Mittagessen gebraucht hätte, dazu ein großer Strauß Wiesenblumen gepflückt. Ich durfte die Küche erst betreten, wenn alles komplett fertig war. Wir hatten ein ausgiebiges Familienfrühstück, danach war der Muttertag für meine Kinder erledigt und sie hatten sich so dafür verausgabt, dass das Tischabräumen nicht auch noch dazu gehörte, das „durfte“ dann wieder ich selber machen, schließlich war ich ja schon sehr verwöhnt worden und konnte dabei wunderbar entspannen ;-) . Zur Ehrenrettung meiner drei Töchter muss ich anmerken, dass sich das inzwischen geändert hat und sie das Aufräumen von Frühstückstisch und Küche jetzt selbstverständlich auch übernehmen … und die Frühstücksideen werden von Jahr zu Jahr ausgefallener und aufwändiger :-)
Was von all diesen verschiedenen Muttertagen geblieben ist? Es kommt nicht auf große Geschenke an, an diesem einen Tag im Jahr. Wertschätzung und Zuneigung sind es, die uns Mütter „aufblühen“ lassen, gerne das ganze Jahr über, aber auch an diesem Tag besonders.

Vielleicht schätzen wir es in diesen schwierigen Tagen besonders, wie gut es tut, wenn jemand Zeit für uns hat oder wir Zeit mit unserer Mutter oder Großmutter verbringen, zuhören, staunen, welche Herausforderungen sie im Laufe ihres Lebens gemeistert haben. Da relativiert sich manches, was uns im Moment zu schaffen macht und wir nehmen vielleicht manche Einschränkung gelassener hin. Es freut mich, dass ein Teil dieser Einschränkungen nun noch rechtzeitig zum Muttertag gelockert wurde und Besuche von nahen Verwandten, auch in Heimen, wieder möglich sind.
In diesem Sinne wünsche ich allen Müttern und Kindern (auch den „großen Kindern“, die wir für unsere Mütter ja immer bleiben) einen fröhlichen und gesegneten Muttertag
Ihre Renate Ströbel

Gedanken zum Muttertag von Monika Huber
Was kann man denn dazu schreiben?
Am Sonntagabend ein Satz sinngemäß von Herrn Habeck:
Alleinerziehende Frauen sind einfach hinten runtergefallen. Vielleicht weil man dachte, die Mutti wird’s schon richten.
Diese Aussage hat mich zu vielen Gedanken bewegt. Provokant gefragt: War das denn nicht schon immer so? Gerade jetzt erinnern wir uns an das Kriegsende des 2. Weltkrieges.
Wenn ich im Gespräch, mit Frauen aus dieser Generation bin, dann erfährt man vieles, was da im Gegenüber so einfach erzählt wird. Alles in allem kommt dabei heraus:  Frauen mussten es richten. Den Haushalt, mit aufwändigem waschen, bügeln und kochen, das großziehen der Kinder, das so ganz anders war als in unserer heutigen Zeit. Sie mussten schauen, dass ihre Familie möglichst etwas zum Essen bekam. Was gerade in den Städten außerordentlich schwierig war. Mit Diensten in besseren Häusern, oft mit Näh- und Flickarbeiten, konnten sie ihre Angehörigen durchbringen. Nachdem die Städte in Schutt und Asche lagen, kam ihnen beim Wiederaufbau die Aufgabe zu, aufzuräumen, damit Neues begonnen werden konnte. Auf dem Land sah es wieder anders aus. Dort wo die Männer für den Krieg eingezogen waren, mussten die Frauen den Hof oft alleine bewirtschaften. Die Frauen schafften das, ob in der Stadt oder auf dem Lande. Auch als die Männer traumatisiert, krank, teilweise hilfsbedürftig aus dem Krieg und der Gefangenschaft heimkehrten, schafften die Frauen das - sie mussten es schaffen. Sie mussten unwahrscheinliche Einschränkungen und Entbehrungen hinnehmen, aber sie schafften es, ihre Kinder und sich durch die Zeit zu bringen.
 
„Wir schaffen das“ - ich finde, das ist nicht nur so ein daher gesagter Satz von Frau Merkel, sondern ein Satz, den sich Generationen von Frauen zu Eigen gemacht haben. SIE schafften das. Alle Achtung vor den Frauen, die Männerarbeit verrichteten und dann den Männern wieder das Ruder überließen. Damals, nach dem 1. und dem 2. Weltkrieg.
Frauen standen ihre Frau/ihren Mann, weil die Arbeit eben getan werden musste. Sie schafften es, im aufstrebenden Wirtschaftswunder „Homeoffice“ zu machen- Heimarbeit! Da gingen die halbe Nächte drauf, damit Geld in die Haushaltskasse kam. Schlecht bezahlter Stundenlohn, erst wenn die Kinder mithalfen rentierte sich die Arbeit. Heimarbeit durfte auch gemacht werden, aber um arbeiten zu gehen, brauchten Frauen die Genehmigung ihres Mannes.
Eigentlich hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht, wie männerlastig die Coronazeit geprägt ist. Erst nach genauen Überlegungen ist mir aufgefallen, dass z.B. weniger Virologinnen als Virologen im Fernsehen auftreten. Bei Nachrichtensendungen wird anscheinend darauf geachtet, dass immer eine Frau und ein Mann die Sendung moderieren. Bei Politiker/ Politikerinnen ist in manchen Bereichen die öffentliche Präsenz scheinbar ganz gut ausgeglichen, auch wenn Frauen nicht so oft zu hören sind als Männer, da sie nicht so lautstark und im Hauruck-Verfahren Änderungen der Einschränkungen durchsetzen.
Nach wie vor gibt es viele „frauenspezifische“ Berufe, in denen auch gerne Frauen in Teilzeit arbeiten. Wobei hier die Bezahlung für die wenigen Männer, die diese ergreifen, und für die Frauen fast gleich schlecht ist. Da gab ein Physiotherapeut auf die Frage ob denn seine Frau auch den gleichen Beruf hat, zur Antwort: „Nein, die muss was gescheites arbeiten, damit wir als Familie auch über die Runden kommen.“
 Ärgerlich ist, dass oft nach wie vor Frauen für die gleiche Arbeit noch immer weniger bezahlt bekommen als Männer.
Was ist für Familien wichtig? Gemeinsam das Leben zu meistern, ohne dass der eine den Anderen ganz vereinnahmt. Jede Lebensgemeinschaft sollte sich fragen, was der Partner nötig hat, wo er Hilfe braucht und nicht ob es denn mehr Frauensache oder auch Männersache ist, um Arbeiten abzuschieben oder liegen zu lassen.
Ihre Monika Huber

Buchtipp zum Muttertag: Petra Urban „Der Duft von Glück“
Mit mir zufrieden sein? Nicht immer nur meine Fehler sehen? Gar mich selbst lieben? – Darf ich das?
Auch wenn ich es sonntags nicht in die Kirche schaffe? Ich einfach keine Torten für den Kindergeburtstag backen kann? Ich keine Lust habe, schon wieder mit meinen Kindern zu basteln? Meine Kinder nicht immer oberste Priorität besitzen? Oder ich mich gegen eine Karriere und stattdessen ganz zu Hause bleibe? Oder meine Familie nicht dem klassischen Vater-Mutter-Kind-Prinzip entspricht?
Ja! Eindeutig und klar: Ja, ich darf! Weshalb, zeigt Schriftstellerin Petra Urban in „Der Duft von Glück“ – der Buchtipp zum Muttertag.
Leseprobe:
„Aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut, wie unglaublich schwer es sein kann, sich selbst zu lieben. Ja zu sagen zu der Frau, die tagtäglich aus dem Spiegel herausschaut. Sie mit liebenden Augen anzusehen und ihren Wert nicht allein an dem zu messen, was uns allen so wichtig ist im Leben: Leistung und Erfolg, gutes und makelloses Aussehen. Sie vielmehr so zu akzeptieren und anzunehmen, wie sie ist. Und zwar ohne Kompromisse und Bedingungen.
Selbstliebe – das ist das tief eingegrabene Wissen, wertvoll, das Urvertrauen, gut und goldrichtig zu sein. Jetzt höre ich schon die ersten Einwände: So, wie ich bin? So ungenügend und fehlerhaft? Auf gar keinen Fall! – Doch! Die frohe Botschaft lautet: Wir alle, die wir in dieses wunderbare Leben hineingeboren sind, tragen von Anfang an das Prädikat »besonders wertvoll«. Ein Gütesiegel, das uns bis ans Lebensende bleibt. Unabhängig von den Stärken und Schwächen, die wir im Lauf der Zeit entwickeln, von Alter, Aussehen und Kleidergröße. Jeder Mensch ist einmalig und einzigartig, ein absolutes Wunderwerk der Schöpfung. Jeder Mensch trägt einen göttlichen Funken in sich.
Mich nicht nur dann zu lieben, wenn alles rundläuft, das Leben mich auf Händen trägt, sondern auch dann, wenn es seine Leichtigkeit wieder einmal verloren hat, wenn Kummer den Alltag dominiert, Gefühle erkalten, Beziehungen ungemütlich werden. Das ist Selbstliebe: eine warme, lebendige Kraft, die uns zuverlässig durchs Leben trägt. Eine Geisteshaltung, die uns innerlich wachsen und äußerlich aufblühen lässt. Die wichtigste Energiequelle, die wir haben, um ein glückliches Leben zu führen. Und genau das verdienen wir alle: ein glückliches Leben. Also: Wer im Badezimmer ein Frauenzimmer mit dem gewissen Etwas sehen will, sollte in den Spiegel gucken!“
Das Buch ist online unter https://www.vier-tuerme-verlag.de/buecher/lebenshilfe/gutes-fuer-leib-und-seele/2750/der-duft-von-glueck-selbstbegegnung-im-spiegel-der-jahreszeiten erhältlich.
ISBN: 978-3-7365-0296-3
Foto: Copyright Irina Fürstenau
Über die Autorin: Dr. phil. Petra Urban wuchs in Düsseldorf auf. Bereits im zarten Alter von acht Jahren verfasste sie erste Gedichte, die sie Passant*innen auf der Straße anbot. Vorerst aber ohne nennenswerten Erfolg. Sie studierte Philosophie und Germanistik, wie sie heute mit einem Augenzwinkern sagt, um dieses kindliche Trauma zu kompensieren. Zurzeit lebt sie als Schriftstellerin in Bingen am Rhein. Schwerpunkt ihres Schreibens ist die Lebenswirklichkeit von Frauen, mit Blick auf die Momente seelischer Befreiung.

 

Freitag, 8. Mai 2020

Gratulation Roßtal! Wir leben 75 Jahre im Frieden.
Heute vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, unterzeichneten die Befehlshaber der Deutschen Wehrmacht ihre bedingungslose Kapitulation – der Zweite Weltkrieg auf europäischem Boden war zu Ende. In den sechs Kriegsjahren brachte das nationalsozialistische Deutsche Reich mit seinen Achsenmächten unermessliches Leid, Tod und Zerstörung über weite Teile des Kontinents und die gesamte Welt. Über 55 Millionen Menschen verloren in diesem sinnlosen Krieg ihr Leben, unter ihnen sechs Millionen Juden, die dem ideologischen Rassenwahn zum Opfer gefallen waren. Hitler hatte sich seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 einen faschistischen Staat erschaffen, in dem rechtsextremes Gedankengut die Meinungsvorherrschaft innerhalb der Bevölkerung erlangte. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Erinnerung an die Gräueltaten des Dritten Reiches in Vergessenheit gerät, da sie uns ermahnen, wozu Fanatismus und Rassismus führen können. Seit dem Ende dieses dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte erlebt unser Land Zeiten des Friedens – wofür wir alle, denke ich, unendlich dankbar sein sollten und an dessen Fortwähren wir jeden Tag arbeiten müssen. Auch in Europa insgesamt herrschte seit dem Zweiten Weltkrieg zwar nicht ununterbrochen Frieden – stellvertretend seien hier nur der immer noch andauernde Ukraine-Konflikt und die Jugoslawienkriege in den 1990ern genannt – aber in dieser Zeit wurde die „europäische Idee“ geboren und über Montanunion und Europäische Gemeinschaft schließlich die Europäische Union etabliert. Wirtschaftlicher Wohlstand und Reisefreiheit sind nur zwei der zahlreichen Errungenschaften dieses Gemeinschaftsprojektes. Wenngleich sich die EU in den letzten Jahren großen, komplexen Herausforderungen, wie etwa der Flüchtlingskrise oder dem aufkeimenden Nationalismus bzw. europakritischen Stimmen in einigen Mitgliedsländern, stellen musste und immer noch muss, ist sie ein einzigartiges Friedensprojekt, das zu einem Mehr an Völkerverständigung und in vielen Fragen auch zu einem transnationalen Denken geführt hat. Gerade in Zeiten der Krise wie jetzt – vielleicht die größte globale Krise seit dem Zweiten Weltkrieg – muss die EU zusammenhalten. Auch wenn es gewiss herausfordernd ist, ist es das wert. Denn niemand von uns, so meine ich, möchte wieder in Zeiten Leben, wie sie vor der Geburt des europäischen Gemeinschaftssinns bestanden und heute vor 75 Jahren mit der Kapitulation des Dritten Reiches endeten.
Ihr Rainer Gegner, Erster Bürgermeister

Denkanstoß zum Frieden von Pfarrer Thomas Rucker
8. Mai 1945, das Ende des zweiten Weltkrieges in Europa, VE-Day (Victory Europa), Tag der Niederlage des deutschen Volkes, Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Eine Generation später, 40 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat unsere damaliger Bundespräsident eine denkwürdige Rede gehalten. Manches von dem was er als noch andauernde Nachwirkung des Zweiten Weltkrieges anspricht, zum Beispiel die deutsche Teilung ist eine weitere Generation später auch überwunden. Anderes, was er als Errungenschaften der Nachkriegsgeneration hervorhebt, die Überwindung des Nationalismus, das Zusammenwachsen Europas ist wieder in Gefahr.
Etwas das Richard von Weizsäcker in seiner Rede als Leid des Krieges und der Nachkriegszeit beschreibt, hat sich bis heute nicht geändert, und ist und war in Deutschland, in Europa, ja in der ganzen Welt immer noch aktuell:

„Den vielleicht größten Teil dessen, was den Menschen aufgeladen war, haben die Frauen der Völker getragen.
Ihr Leiden, ihre Entsagung und ihre stille Kraft vergißt die Weltgeschichte nur allzu leicht. Sie haben gebangt und gearbeitet, menschliches Leben getragen und beschützt. Sie haben getrauert um gefallene Väter und Söhne, Männer, Brüder und Freunde.
Sie haben in den dunkelsten Jahren das Licht der Humanität vor dem Erlöschen bewahrt.
Am Ende des Krieges haben sie als erste und ohne Aussicht auf eine gesicherte Zukunft Hand angelegt, um wieder einen Stein auf den anderen zu setzen, die Trümmerfrauen in Berlin und überall.
Als die überlebenden Männer heimkehrten, mussten Frauen oft wieder zurückstehen. Viele Frauen blieben aufgrund des Krieges allein und verbrachten ihr Leben in Einsamkeit.
Wenn aber die Völker an den Zerstörungen, den Verwüstungen, den Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten innerlich nicht zerbrachen, wenn sie nach dem Krieg langsam wieder zu sich selbst kamen, dann verdanken wir es zuerst unseren Frauen.“ (Link zur Rede Richard Weizsäcker vom 8. Mai 1985)


Die Bibelstelle der Hoffnung: Jesaja11, 1-10
Ja es ist wie Weihnachten! Wenn Frieden herrscht, dann ist das Leben so, wie es Jesaja verheißt. Darum lesen Sie selbst Jesaja 11, 1-10.

Fünf Wünsche für die Zeit nach Corona von Carsten Träger, MdB
(Umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion)
Die letzten Wochen waren und sind für viele Menschen eine enorme Herausforderung. Die Corona-Pandemie hat unser Leben tiefgreifend verändert. Vieles, was uns selbstverständlich schien, ist heute ein kostbares Gut geworden: Der Besuch der Großeltern, das Grillfest mit Freunden, der gemeinsame Sport in der Mannschaft – aber viel grundlegender auch ein Leben ohne Angst.
Der Schutz von Gesundheit und Leben aller hat für mich weiter die höchste Priorität. Ein echtes „Ende“ der Pandemie sind leider noch nicht absehbar, weil es noch keinen Impfstoff oder Immunität gibt. Wann wir also wirklich eine Zeit „nach Corona“ erleben werden, kann noch immer niemand wissen. Aber es mehren sich die Anzeichen, dass ein unkontrollierter Ausbruch verhindert werden konnte und dass viele der strengsten Maßnahmen zurückgenommen werden können. Die Zeit „nach dem Corona-Shutdown“ bricht gerade an. Für diese ganz konkrete Zukunft habe ich fünf Wünsche.
1)    Ich wünsche mir, dass auch wenn die Infektionszahlen zurückgehen und wieder ein Stück „Alltag“ einkehrt, weiterhin alle besonnen handeln. Es ist noch nicht vorbei. Wir haben es bisher gut gemacht. Aber wir dürfen nicht nachlassen. Ich wünsche mir, dass wir die Solidarität und Hilfsbereitschaft, die viele Menschen für Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger in den Risikogruppen gezeigt haben, aufrechterhalten.
2)    Ich wünsche mir, dass muss mit aller Kraft an einem Strang ziehen, dass mit allen Mitteln gegen das neuartige Coronavirus geforscht und die Gesundheitsämter und Forschungseinrichtungen so unterstützt werden, dass wir für eine „zweite Welle“ oder eine weitere Pandemie noch besser gerüstet sind als für diese.
3)    Ich wünsche mir, dass der Applaus und die Dankbarkeit, dass das Verständnis dafür, wie wichtig manche Berufsgruppen sind, die wir in den letzten Jahren für selbstverständlich genommen haben und die in unserer Gesellschaft viel zu kurz gekommen sind, dauerhaft bestehen bleiben. Die Arbeit von Pflegekräften, Kassiererinnen und Kassierern, von Paket- und Postzustellern, aber auch von Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern, muss uns mehr Wert sein; sie brauchen bessere Arbeitsbedingungen und großzügigere Personalschlüssel.
4)    Ich wünsche mir, dass wir das Verhältnis von Staat und Markt unter dem Eindruck der Pandemie neu überdenken. Wenn es hart auf hart kommt, kann nicht der Markt für uns entscheiden – wir müssen gemeinsam als Gesellschaft demokratisch entscheiden. Nur ein starker Staat kann alle schützen. Hätten wir auf die neoliberalen Einflüsterungen gehört, dann stünden wir jetzt schutzlos der Pandemie gegenüber. Krankenhäuser etwa dürfen für mich keine auf Gewinn ausgelegten Gesundheitsunternehmen sein; sie sind Garant für die Gesundheit der Menschen und dürfen uns deshalb etwas kosten.
5)    Die große Aufgabe der kommenden Zeit wird sein, unsere Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, auch wenn das Virus noch nicht besiegt ist. Ich wünsche mir, dass wir dabei in die Zukunft schauen: Wir werden Konjunkturpakete brauchen und weitere Hilfen des Staates. Aber wenn wir alle gemeinsam helfen, dann muss auch klar sein, dass nicht Einzelne durch Boni und Dividenden von dieser Unterstützung der großen Solidargemeinschaft profitieren. Und vor allem müssen wir den wirtschaftlichen Neustart auch als Chance sehen. Wir müssen jetzt Wirtschaft, Umwelt und gesellschaftlichen Zusammenhalt zusammendenken, gezielt neue, umweltfreundliche Technologien fördern und in gute Arbeitsplätze investieren.

Aus dem Gemeindeleben

Heute um 11 Uhr ökumenisches Friedensgebet
Nach dem Friedensläuten um 11 Uhr, findet am Grabmal des Unbekannten Soldaten auf dem Laurentiusfriedhof ein ökumenisches Friedensgebet statt. Reyno Schödels Musik, die erinnernden Worte von Pfarrer Wolfgang Jäger und Jörn Künne, erinnern das Kriegsende, die Befreiung vom Naziterror und die lange Friedenszeit seither.

Heute ab 16 Uhr
Die Printversion des Coronatagebuches wird, in der Kirche und bei Blumen Fröschl, erhältlich sein. Falls Sie es selbst ausdrucken möchten finden Sie hier das pdf-Dokument.

Heute um 18 Uhr
Findet das Abendgebet mit Liveübertragung per Jitsi Meet statt.
(Die Detailanleitung finden Sie im Tagebucheintrag vom Mittwoch)

Sonntagsprogramm am Muttertag
Wir feiern Gottesdienste am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr mit dem ausgehängten Hygiene Konzept und in Form eines Predigtgottesdienstes.
Um 11 Uhr startet vom Kirchturm aus wieder eine Welle der Hoffnung. Stephen Jenkins, der Posaunenchor, der Musikzug Roßtal, Mitglieder der Musikschule,
freie Musiker, sie alle spielen zum Muttertag ein vorerst letztes Mal die Welle der Hoffnung.
Um 18 Uhr findet wie immer das Gebet für Roßtal statt und ihr Hauptamtlichenteam betet für Roßtal in der Laurentiuskirche.
Ebenfalls um 18 Uhr nach dem Läuten spielt Wilgard Hübschmann vor ihrer Haustür in der Frankenmuther Straße 16 auf der Gitarre.

Gottesdienstregeln
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine. 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das Hereinkommen und das Hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.

Frühlingsgewand für St. Laurentius
Rechtzeitig zur Wiederaufnahme der Gottesdienste ist das Roßtaler Gotteshaus mit Blumen und Bildern neu geschmückt. Statt Informationstafeln über das Gemeindeleben, das zurzeit ruht, schmücken nun großflächige Bilder von Blumensträußen, die die Roßtaler Künstlerin Ilse Westphal gemalt hat, die Wände.
Fröhliche Farben, sollen die Tristesse der letzten Wochen vertreiben, als die Kirche zwangsweise über Wochen leer bleiben musste. Umso mehr freut es das Mesnerehepaar Bauer, dass zur Wiederaufnahme der Gottesdienste in der Laurentiuskirche bunte Blumen die erwarteten Besucherinnen und Besucher begrüßen. Und am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr die Kirchenglocken wieder in die altehrwürdige Laurentiuskirche rufen. Dass dabei die nötige Vorsicht herrscht zeigen die bunten Punkte auf den Bänken, die es erlauben mit dem nötigen Sicherheitsabstand Platz zu nehmen, darauf legt der Mesner wert und freut sich auf die Besucher, die in der großen Kirche viel Platz haben.

Toni geht’s gut
Ella und Harold kümmern sich intensiv um ihren kleinen Wanderfalkennachwuchs und Toni gedeiht wie auch diese Fotos von Herrn Hussong zeigen.

Sonntagsentspannung einmal anders
Für einen virtuellen Muttertagsspaziergang mit den Bildern von Herrn Hochberger (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten) oder mit einem Gitarrenkonzert von Wilgard Hübschmann, das Sie auf der Homepage für Kirchenmusik finden – www.quempas.jimdosite.com

Das schnelle Rezept fürs Wochenende
Nachkriegsrezepte meiner Großmutter für einen schnellen Brotaufstrich, wenn beispielsweise überraschend Gäste kommen. Fünf Kinder, Kriegerwitwe und eine drei Zimmerwohnung in Nürnberg. So startete die Familie meiner Mutter in Nürnberg durch. Oft waren Freunde da und dann hieß es in der Küche zaubern. Hier nun ein Rezept, das in den 50er Jahren schnelle und leckere Imbisse ermöglichte:
Obatzda nach Großmutter Art
Man nehme einen Teil weiche Butter (z.B. 100 Gramm)
Füge Zwei Teile (jetzt 200g) möglichst schon älteren Camembert, oder weichen Briekäse dazu. Mische alles mit klein gehackten Zwiebeln gut durch. Jetzt noch nach Geschmack pfeffern oder mit Paprika überstreuen. Nun noch einmal eine Stunde in den Kühlschrank stellen und guten Appetit!


Donnerstag, den 7. Mai 2020

Die gute Nachricht
Es entwickelt sich ein neues Normal. Überall in Deutschland gibt es mehr öffentliches Leben. Überall setzt die Lockerung Energien und Perspektiven frei für ein neues Normal. Wie dieses Normal neben der Maskenpflicht und der wirtschaftlichen Fragen aussieht, das ist Gestaltungssache nicht nur der Länder, sondern eines jeden Einzelnen und liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Und das ist die gute Nachricht. Jeder kann diese Verantwortung für sich wahrnehmen und jeder darf sein Leben wieder frei gestalten und dabei vielleicht auch die Lehren aus der Coronazeit berücksichtigen.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker
Im Religionsunterricht der vierten Klasse hat mich die Einstellung des Schulunterrichts im März mitten in einem großen Erzählzyklus unterbrochen. Wir haben gerade die Mose-Geschichten durchgenommen und ich kam gerade bis an den Punkt, wo die Israeliten das erste Passafest feiern, während der Todesengel durch Ägypten geht und in jedem Haus, das nicht durch das Blut des Lammes gesichert ist, die Erstgeborenen erschlägt. Mitten in der Nacht machen sich die Israeliten auf und ziehen aus der Sklaverei in die Freiheit. Tolle Geschichte soweit, und vielleicht auch ein guter Einschnitt für die Pause.
Aber der wichtigste Teil der Geschichte kommt ja noch. Mose zieht mit einer Bande dahergelaufener Sklaven durch die Wüste. Die ehemaligen Sklaven müssen erst soziales Zusammenleben lernen. Freiheit bedeute nicht, dass sie tun und lassen dürfen, was sie wollen. Nehmen, was einen gefällt. Schlagen, wen man so trifft. Lügen, dass sich die Bäume biegen.
Mose macht den ehemaligen Sklaven klar, dass ihre Freiheit dort begrenzt ist, wo sie die Freiheit eines anderen Menschen verletzt. Das müssen wir heute in Zeiten von Corona auch wieder beherzigen. Meine Freiheit wird eingeschränkt, weil sonst einem anderen Menschen die Freiheit zu leben genommen wird. Mit Gottes Hilfe gibt Mose den Volk Israel zehn einfache Regeln, die ein soziales Zusammenleben ermöglichen.
Du sollst deine Mutter und deinen Vater ehren. Du sollst nicht töten. (2. Mose 20,12+13)

Der biblische Lesetipp
Verstehen Sie Paulus? Nicht immer sind seine Texte eingängig, oder beim ersten Durchlesen verständlich. Doch einer der Schlüssel, um den Apostel und Briefautor zu verstehen, findet sich im 1. Korintherbrief im 13. Kapitel, der mit einem Lobpreis der Liebe endet. Die größte unter ihnen aber ist die Liebe. Gottes Liebe, der wir entsprechen können und die damit Maßstab allen Lebens sein sollte. Doch lesen Sie selbst im 1. Korintherbrief 13, 1-13

Aus dem Gemeindeleben

Schutzmasken
Gibt es weiterhin in der Kirche. Sie werden von den Frauen der Familienarbeit in aufwendiger Heimarbeit hergestellt.
Gegen eine Spende sind diese dort abzuholen

Neue Bilder in der Kirche
Seit Mittwoch gibt es in der St.-Laurentius-Kirche wieder einen neuen Wandschmuck und es hängen statt der Fotos aus dem Gemeindeleben Bilder gemalt von der Roßtaler Künstlerin Ilse Westphal aus.

Die Roßtaler Tafel öffnet wieder
Mit einem neuen und klaren Hygienekonzept startet am Freitag um 12 Uhr die Ausgabestelle der Roßtaler Tafel im Gemeindehaus wieder.

4. Printausgabe des Coronatagebuches
Zum vierten Mal und wieder in einer Auflage von 300 Stück erscheint am Freitagnachmittag die Druckausgabe des Coronatagebuches. Ab etwa 16 Uhr ist sie druckfrisch in der Kirche oder auch bei Blumen Fröschel zu erhalten.

Das Sonntagsprogramm am Muttertag
Wir feiern Gottesdienste am Sonntag um 9 Uhr und um 10 Uhr mit dem ausgehängten Hygiene Konzept und in Form eines Predigtgottesdienstes.
Um 11 Uhr startet vom Kirchturm aus wieder eine Welle der Hoffnung. Stephen Jenkins, der Posaunenchor, der Musikzug Roßtal, Mitglieder der Musikschule, freie Musiker, sie alle spielen zum Muttertag ein vorerst letztes Mal die Welle der Hoffnung.
Um 18 Uhr findet wie immer das Gebet für Roßtal statt und ihr Hauptamtlichenteam betet für Roßtal in der Laurentiuskirche.
Ebenfalls um 18 Uhr nach dem Läuten spielt Wilgard Hübschmann vor ihrer Haustür in der Frankenmuther Straße 16 auf der Gitarre.

Der 8. Mai und unser ökumenisches Friedensgebet
Morgen nach dem Friedensläuten um 11 Uhr, findet am Grabmal des Unbekannten Soldaten auf dem Laurentiusfriedhof ein ökumenisches Friedensgebet statt. Reyno Schödels Musik, die erinnernden Worte von Pfarrer Wolfgang Jäger und Jörn Künne, erinnern das Kriegsende, die Befreiung vom Naziterror und die lange Friedenszeit seither.

Kindertipp: Basteln für Muttertag
Inspirationen für ein selbstgemachtes Muttertagsgeschenk findet Ihr auf der Seite www.familie.de.

Der Coronakommentar
Jetzt fehlen nur noch Kindergärten, Schulen und Events, dann ist alles wieder wie normal. Doch welche Events brauchen wir wirklich? Es empfiehlt sich hier sehr genau hinzuschauen.
Biergärten, Gastwirtschaften und ein erster Teil Tourismus, dazu Museen, Tierparks und Spielplätze, das sind die Lockerungen in diesen Tagen und damit beginnt die Frage:“Was mache ich am Wochenende?“ Und welche Highlights kann ich am Montag im Büro erzählen? Womit beeindrucke ich mein Kaffeekränzchen am Mittwoch und wann kann ich meine Kreuzfahrt nach Venedig endlich buchen. Noch finden keine Konzerte, keine Kirchweihen, oder Gemeindefeste statt. Aber die Frage, was mache ich am Wochenende, die wird wieder wichtig. Und die muss jeder für sich selbst entscheiden.  Für viele steht die Antwort sicher schon fest. Ich mache da weiter, wo ich aufgehört habe vor Corona. Mein Wochenende ist mein Heiligtum und mein Wochenende lass ich mir nicht verderben … aber muss immer alles sein? Die jetzt für die meisten schon ganz schön bequemen letzten Corona Einschränkungen lassen sich auf der Sonnenterrasse mit einem Hugo inzwischen ganz gut aushalten. Es sei denn, man hat Kinder für die virtuellen Hausaufgaben zu motivieren, aber ansonsten auf der Terrasse sitzen, den Hugo oder einfach eine Tasse Kaffee in der Hand und dann einmal nachdenken, dazu könnte man diese Tage nutzen. Und dabei nachdenken, welches Event brauche ich denn wirklich, welches Ereignis brauche ich denn für mein Leben, was macht mich zufriedener, was schenkt mir Erholung, was nehme ich aus der Stille dieser Tage mit und was sind meine Prioritäten in Zukunft. Und klar, dann stehen viele Events auf dem Prüfstand und viele liebgewonnene Gewohnheiten, aber muss ich wirklich jede Woche einmal in die Stadt? Oder warum war mir der Hexenkessel beim Club so wichtig? Weshalb fliehe ich jedes Wochenende aus meiner Wohnung?
Oder gibt es andere Alternativen, solche die Ressourcen und den Geldbeutel schonen? Diese, die mit unseren Kindern zu tun haben, oder mit viel mehr Zeit für mich? Wichtig, sich jetzt diesen Fragen zu
stellen, denn wenn diese Fragen jetzt nicht beantwortet werden, dann kann es passieren, dass ich im nächsten Frühjahr da sitze und sehnsüchtig zurückblicke auf eine Zeit in der es manchmal schon fast himmlisch ruhig war und das Coronafrühjahr für viel Zeit zum Nachdenken, über das was wichtig ist schenkt.

 

Mittwoch, den 6. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Rund 250 Masken, für Erwachsene und Kinder haben die Unterstützerinnen der Familienarbeit schon genäht und in der Kirche verteilt. Vielen Dank für so viel Engagement und so viel Phantasie bei der Gestaltung dieser Masken. Sie helfen andere zu schützen und zeigen wir tragen auch in der Lockerungsphase von Corona Verantwortung füreinander.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Bei einem Spaziergang durch unser Wohnviertel sah ich ein Mädchen auf einem Trampolin im Garten springen. Hoch, Salto rückwärts, Salto vorwärts. Dass es sowas noch gibt. Trampolin-Springen dachte ich wäre out. Soviel stehen eingewachsen in den Gärten oder wurden in den letzten Jahren abgebaut. Aber hier sprang noch einmal ein Mädchen.
Ich weiß nicht, wovon sie träumte, mit ihren Freundinnen wieder Spaß haben, zum Sportunterricht gehen oder zum Bouldern? Träumt sie davon über all die Einschränkungen und Kontaktsperren hinweg zuspringen?
Leider ist das nur, oder „Gott sei Dank“ ist das noch in unserer Phantasie möglich. Und wer nicht genug Phantasie hat, darf ein Buch lesen, zum Beispiel die Leseempfehlungen in unserer Bibel und sich mitnehmen lassen über Zeit und Raum hinweg in eine andere Welt.
Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. (2. Samuel 22,30)

Der biblische Lesetipp: Matthäus 25, 14-30
Das Gleichnis von den genutzten, oder vergrabenen Talenten erschreckt und ermutigt zugleich. Nicht das Wuchern und Handel treiben im Wirtschaftssystem ist gemeint, obwohl das Nutzen der Talente gerade jetzt gefragt ist, um flexibel den Neustart zu wagen. Es geht um das Nutzen der Gaben, die Gott uns Menschen geschenkt hat. Talente, die in Coronazeiten wieder entdeckt werden, Talente, die helfen Verantwortung für andere zu übernehmen, Talente die helfen eine andere Welt zu schaffen, als die Welt vor Corona. Aber lesen Sie selbst in Matthäus 25, 14-30

Aus dem Gemeindeleben

Live dabei – Abendgebet um 18 Uhr
Schon seit Beginn der Corona-Krise wird jeden Tag um 18 Uhr ein Gebet für Roßtal und die Welt gesprochen. Mit diesem Abendgebet möchte das Hauptamtlichen-Team der Pfarrei ein Zeichen der Verbundenheit im Glauben und der Solidarität setzen. Viele Roßtaler sind diesem Aufruf bereits gefolgt. Einige zünden eine Kerze an, sprechen ein kurzes Gebet und ein Vater Unser oder halten einfach kurz inne während die Glocken läuten. Es tut gut sich in dieser Zeit mit vielen anderen Christen in einer Gebetsgemeinschaft verbunden zu wissen.
Mithilfe der Online-Plattform für Videokonferenzen „Jitsi“ besteht nun am Mittwoch (06.05.) und am Freitag (08.05.) die Möglichkeit, diese Gebetsgemeinschaft sichtbar zu machen und sich daran zu beteiligen. Wer möchte lädt sich dafür die Jitsi-App auf sein Smartphone (downloadbar im App-Store) oder öffnet diesen Link in seinem Internetbrowser: https://meet.jit.si/
Jetzt muss nur noch der Konferenzname Abendgebet18 eingeben werden und schon kann man ab 18 Uhr der Übertragung folgen.
Eine Teilnahme per Telefon ist ebenfalls möglich. Wählen Sie dafür die Telefonnummer 089/38038719. Nicht erschrecken, es antwortet eine Computer-Stimme und fordert Sie auf Englisch auf, diese PIN-Nummer einzugeben: 1057 1120 93. Nachdem Sie diese Zahlenfolge eingegeben haben, bestätigen Sie die Eingabe durch Drücken der Taste mit dem Doppelkreuz (#) und schon sind Sie per Telefon zugeschaltet.

Die Übertragung beginnt mit dem Läuten der Glocken und endet mit einem Abendsegen. Herzliche Einladung zu diesem digitalen Abendgebet in Ihrer Laurentiuskirche!

75 Jahre Frieden- Ökumenisches Friedensgebet
An Freitag jährt sich das Ende des zweiten Weltkrieges zum 75. Mal. Damals am 8. Mai 1945 schwiegen die Waffen und es begann eine unglaubliche Friedensgeschichte. An diese soll am Freitag um 11 Uhr, am Grabmal des unbekannten Soldaten, auf dem Roßtaler Friedhof erinnert werden. Zusammen mit dem Sänger Reyno Schödel wird an diesem Vormittag, nach dem Glockenläuten, ein ökumenisches Friedensgebet stattfinden. Der Dank für die lange Friedenszeit, aber eben auch die Erinnerung an die Schrecken dieser Zeit und des Nationalsozialismus stehen im Mittelpunkt dieses Gedenkens.

Die Printausgabe des Coronatagebuchs ist noch erhältlich
Die Druckausgabe des Coronatagebuches der vergangenen Woche ist in der Kirche immer noch zu erhalten. Bitte bedienen Sie sich und nehmen Sie dieses Tagebuch auch für Ihre Nachbarn mit.

Ella & Harold
Es gibt neue Bilder unserer Wanderfalken. Am Wochenende war der Falkenexperte Kurt Hussong in Roßtal und hat die folgenden Aufnahmen unserer Wanderfalkenfamilie fotografiert.

Gottesdienstregeln
Gottesdienste sind ab Sonntag möglich. Aber es gibt Coronaregeln, über die zwei Ordner in der Kirche informieren und die für einen geregelten Ablauf der Gottesdienste, gemäß des Hygienekonzeptes unserer Kirche, sorgen.
Es darf niemand kommen, der an Husten, oder einem Infekt der Atemwege leidet. Auch Fieberpatienten sind vom Gottesdienst ausgeschlossen.
Sind Sie gesund, dann kommen Sie bitte mit Abstand über den Haupteingang in die Kirche und desinfizieren Sie Ihre Hände.
Ein Nasen-Mundschutz ist leider Pflicht.
Halten Sie bitte Abstand beim Hineingehen und beim Hinausgehen.
Desinfizieren Sie bitte Ihre Hände
Setzen Sie Sich bitte nur auf die markierten Sitzplätze.
Bringen Sie bitte Ihr eigenes Gesangbuch mit.
Verlassen Sie im Anschluss die Kirche und den Friedhof zügig und mit Abstand.
Und lassen Sie sich von all den Regeln nicht entmutigen Ihren Glauben fröhlich zu leben.

Wie geht’s weiter mit Gruppen und Kreisen?
Nachdem jetzt Gottesdienste und Andachten in jeglicher Form wieder erlaubt sind, stellt sich die Frage nach Gruppen und Kreisen, nach Vorträgen und Veranstaltungen. Nach Chören und Musikensembles. Diese sind nach wie vor nicht erlaubt und werden darum von uns auch nicht angeboten. Damit entfallen auch all die geplanten Veranstaltungen bis auf weiteres.
Wenn es um Fakten und begründete Daten geht, dann schauen Sie doch nach bei www.rki.de  Das Robert Kochinstitut informiert dort breit und ausführlich über das Virus und den Kampf dagegen. Schlagen Sie nach.

Kindertipp: Papierflieger falten
Welches Papierflugzeug bleibt am Längsten in der Luft? Welches kann die weiteste Strecke zurück legen? Probiert es aus! Ob Düse, Schwalbe oder Doppeldecker - hier zeigt geolino fünf Papierflieger und die Anleitungen der Modelle zum Papierflieger basteln. Viel Spaß beim Bauen und fliegen lassen!

Der Coronakommentar:
Man soll keine Äpfel mit Birnen vergleichen das ist der Schluss aus unendlich vielen Coronastatistiken. Und daraus wächst die Erkenntnis, dass für jedes Land, jede Region andere Regeln und Krankheitsverläufe gelten.
Die Macht der Zahlen bestimmt das Leben in Deutschland. Auf der Grundlage von Daten der John Hopkins Universität, des Robert Koch Institutes und vieler wissenschaftlicher Studien aus der ganzen Welt, bis hin zur Heinsbergstudie, die gerade diskutiert wird. Wir erleben mit, Zahlen lügen nicht. Aber Zahlen müssen interpretiert werden und das ist nicht ganz einfach. Denn ganz schnell kommt die banale Weisheit zum Tragen, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. Das ist zwischen Staaten so. Das ist mit den Bundesländern so und sogar zwischen einzelnen Regionen. Dass in Mecklenburg Vorpommern andere Regeln gelten müssen als in Bayern wird beim Blick auf die Landkarte verständlich. Von München aus ist man schneller in Norditalien, als in Schwerin…. Und wie man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann, ist es eben auch bei unseren Bundesländern so. Das mag man bedauern, aber wenn man im Bundesland mit den meisten Coronainfektionen lebt und im Landkreis mit den meisten fränkischen Todesopfern an Covid Sars 19, dann ist mir ein Deutschland mit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten ganz recht und die Bedingungen hier sind andere, als dort und in Frankreich gelten andere Regeln und in Schweden auch. Nur eines bleibt gewiss. Corona ist für viele Menschen tödlich und mögen die Zählweisen auch unterschiedlich sein und mögen auch manchmal die daheim Gestorbenen nicht mitgezählt worden sein. Es ist eine Pandemie und es kann jeden treffen und die Zahl der Toten aus der sogenannten Übersterblichkeitsquote zeigt, es ist noch nicht vorbei und es ist immer noch lebensgefährlich, auch wenn die Zahlen unterschiedlich berechnet werden und die Ursachen je nach Region verschoben sind. Daraus für alle Länder das Gleiche zu fordern oder umgekehrt egoistisch zu schreien, der darf, aber ich nicht, das ist dann nicht möglich. Denken sie an die Äpfel und an die Birnen… und nein es ist nicht Gehorsam, in Bayern langsamer mit der Öffnung zu sein, sondern es ist Vernunft und Einsicht und hier lügen unsere Zahlen nicht. Klicken sie ruhig einmal auf die Seite des Robert Koch Instituts www.rki.de oder der www.john-hopkins Universität und schauen nach, wie es in Bayern ist, oder in Mecklenburg-Vorpommern.

Dienstag, 5. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Wir feiern wieder Gottesdienst. Zusammen mit dem Kirchenvorstand, der gestern Abend tagte, wurde das Hygienekonzept beschlossen. Ab Sonntag, den 10. Mai - ab Muttertag also, sollen sonntags vorläufig zwei Gottesdienste in der Laurentiuskirche stattfinden. Um 9 Uhr und um 10 Uhr feiert die Gemeinde Gottesdienst, damit auch alle einen Platz finden, die kommen wollen. Ein strenges Regelwerk organisiert das Corona konforme Verhalten der Besucher, von dem wir in der Rubrik „Aus dem Gemeindeleben“ noch berichten werden. Wir freuen uns auf den ersten Gottesdienst mit Ihnen. 

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Chocolate is the proof that GOD wants us to be happy.
Eine Geschichte der Polizei Mittelfranken erwärmt das Herz.
Ein 11-jähriger Junge aus der Region Ansbach rief in der Einsatzzentrale an und brach in Tränen aus. Seine Mutter war gerade außer Haus, und er fühlte sich einsam.
Eine freundliche Polizistin beruhigte ihn am Telefon und schickte eine Streife vorbei, die vor Ort feststellte, dass er wohlauf ist. Mit einem leckeren Nutella/Nutoka/…-Schokoladencreme-Brot konnten sie dem kleinen Mann wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Die Polizei Mittelfranken hat mit zwei Erkenntnissen absolut Recht: „#wirbleibenzuhaus ist nicht immer einfach“, und „Manchmal braucht die Seele einfach etwas Schokolade!“
Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jesaja 40,31)

Der biblische Lesetipp:
Gerade in dieser Woche lohnt es sich einmal wieder in der Bergpredigt die Seligpreisungen anzuschauen. Gerade weil diese Woche 75 Jahren Frieden in Deutschland erinnert werden können und mit dem 8. Mai 1945 ein anderes Wertesystem wichtig wurde, das auch von den Seligpreisungen geprägt wurde, gerade darum lohnt ein Blick aufs Original und Jesus macht Mut zu  Frieden, Sanftmut und Gerechtigkeit. Doch lesen Sie selbst in Matthäus 5, 1-12.

Ramadan was ist das eigentlich?
Nicht nur Ostern entfiel als religiöses Fest in den Kirchen auch Muslime in Deutschland erleben die Corona Maßnahmen als Einschränkung. Grund genug einmal nachzufragen, was ist eigentlich der Ramadan? Dr. Rainer Oechslen ist der Islamexperte unserer Landeskirche und erklärt was der Ramadan ist:

Am 24. April hat der Monat Ramadan begonnen, für unsere muslimischen Geschwister der wichtigste Monat des Jahres. Der Enthaltsamkeit tagsüber folgen normalerweise Abende in froher Gemeinschaft. Man lädt Verwandte und Freunde ein oder wird eingeladen. Die Pflege guter Beziehungen ist ein Element des Ramadans; dazu gehört auch, dass man sich in diesem Monat nicht nur des Lästerns über andere Menschen enthält, sondern überhaupt aller unguten Reden. Moscheegemeinden und muslimische Organisationen geben an den Abenden im Ramadan oft Empfänge, bewirten ihre Partner aus der Kommunalpolitik und den Kirchen und tauschen Grußworte aus.
Viele Muslime gehen nach dem Essen noch einmal in die Moschee, verrichten das Nachtgebet und anschließend noch ein besonderes Gebet, das es nur im Ramadan gibt, das Tarawwih-Gebet. Oft wird dabei im Laufe des Monats der gesamte Koran in 30 Abschnitten rezitiert. Wenn ein guter Koran-Rezitator anwesend ist – die Rezitation des Korans ist hohe Kunst –, dann wird diese Lesung des Korans für viele Muslime zum wichtigen spirituellen Erlebnis.
In diesem Jahr nun ist alles anders. Schon eine Woche bevor der Staat im März öffentliche Gottesdienste untersagt hat, wurden viele Moscheen in Deutschland für das gemeinsame Gebet geschlossen. Auch die heiligen Stätten in Mekka, Medina und Jerusalem liegen verwaist. Es gibt dafür – ähnlich wie bei den Kirchen in Deutschland – kein Beispiel aus der jüngeren Geschichte. Auch die Geselligkeit in den Großfamilien ist in diesem Jahr nicht möglich. Die Abende des Ramadans können nur mit denen gefeiert werden, die das Jahr über miteinander leben. Wer die Anhänglichkeit der allermeisten Muslime an ihre Eltern kennt und ihren tiefen Respekt vor den Älteren, der weiß, was dieses Opfer bedeutet.
Auch nun, da der Staat das Gottesdienstverbot vorsichtig lockert, gibt es in fast keiner Moschee gemeinsame Gebete. Grund dafür ist, dass zu den vorgeschriebenen Gebeten Körperkontakt gehört. Männer und Frauen stehen in ihren Bereichen jeweils Reihe für Reihe Schulter an Schulter. Das aber ist nun gerade ausgeschlossen. Ein anderer Grund ist der Teppichboden in vielen Moscheen. Der lässt sich nur schwer desinfizieren. Ähnlich wie die Kirchen verweisen muslimische Gemeinden auf das Gebet zuhause. Auch sie versuchen mit Videobotschaften, Telefon- und Onlinekontakten ihren Mitgliedern nahe zu sein.
Vielen Muslimen hat das Beispiel des Propheten Muhammad geholfen, die Einschränkungen zu ertragen. Muhammad (oder Mohammed) hat während einer Epidemie den Muslimen geraten, weder in die Moschee noch sonst in die Öffentlichkeit zu gehen und alle nicht unbedingt nötigen Kontakte zu meiden.
Auffällig ist für mich, dass die Unterschiede zwischen den Religionen zurzeit fast keine Rolle spielen. Sie unterliegen alle den gleichen Vorschriften und stehen vor den gleichen Herausforderungen. Wenn ich mit der Maske vor Mund und Nase zum Einkaufen gehe, dann schmunzele ich bei dem Gedanken, welche Aufregung die Verschleierung mancher muslimischen Frauen noch vor kurzem bedeutet hat. Nun sind wir alle verschleiert, sogar die Männer und die Polizei muss uns auffordern, beim Autofahren die Maske abzunehmen, damit sie uns erkennt, falls wir zu schnell fahren. Ich kann nur hoffen, dass wir uns das merken für die Zukunft.

Aus dem Gemeindeleben:

Abendgebet digital
Schon seit Beginn der Corona-Krise wird jeden Tag um 18 Uhr ein Gebet für Roßtal und die Welt gesprochen. Mit diesem Abendgebet möchte das Hauptamtlichen-Team der Pfarrei ein Zeichen der Verbundenheit im Glauben und der Solidarität setzen. Viele Roßtaler sind diesem Aufruf bereits gefolgt. Einige zünden eine Kerze an, sprechen ein kurzes Gebet und ein Vater Unser oder halten einfach kurz inne während die Glocken läuten. Es tut gut sich in dieser Zeit mit vielen anderen Christen in einer Gebetsgemeinschaft verbunden zu wissen.
Mithilfe der Online-Plattform für Videokonferenzen „Jitsi“ besteht nun am Mittwoch (06.05.) und am Freitag (08.05.) die Möglichkeit, diese Gebetsgemeinschaft sichtbar zu machen und sich daran zu beteiligen. Wer möchte lädt sich dafür die Jitsi-App auf sein Smartphone (downloadbar im App-Store) oder öffnet diesen Link in seinem Internetbrowser: https://meet.jit.si/
Jetzt muss nur noch der Konferenzname Abendgebet18 eingeben werden und schon kann man ab 18 Uhr der Übertragung folgen.
Eine Teilnahme per Telefon ist ebenfalls möglich. Wählen Sie dafür die Telefonnummer 089/38038719. Nicht erschrecken, es antwortet eine Computer-Stimme und fordert Sie auf Englisch auf, diese PIN-Nummer einzugeben: 1057 1120 93. Nachdem Sie diese Zahlenfolge eingegeben haben, bestätigen Sie die Eingabe durch Drücken der Taste mit dem Doppelkreuz (#) und schon sind Sie per Telefon zugeschaltet.

Die Übertragung beginnt mit dem Läuten der Glocken und endet mit einem Abendsegen. Herzliche Einladung zu diesem digitalen Abendgebet in Ihrer Laurentiuskirche!

Die Gottesdienstregeln
Wir dürfen wieder -  Gottesdienstfeiern ist wieder erlaubt, allerdings mit ganz klaren Regeln!
1. Kein Erkrankter darf kommen.
2. Alle tragen Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes.
3. Nur Hausgemeinschaften sitzen in derselben Reihe
4. Jeder hat seine Bank für sich alleine 2 Meter Abstand sind Pflicht!
5. Abstand gilt auch für das hereinkommen und das hinausgehen.
6. Wir freuen uns trotzdem mit Ihnen einen kurzen, fröhlichen Gottesdienst feiern zu können.
Und so laden wir ein, am Sonntag den 10.Mai um 9 Uhr oder um 10 Uhr, zu einem unserer beiden Gottesdienste zu kommen und miteinander in St. Laurentius zu feiern.

Orgelmusik
Michael Bauer spielt am Mittwoch und am Freitag verlässlich um 10 Uhr auf der Orgel der Laurentiuskirche in Roßtal.

Das Coronagedicht von Ludwig Felsenstein 
So klein, wir können ihn nicht sehn,
unsichtbar in unserm Licht,
man mag ihn wenden, oder drehn,
den kronenstacheligen Wicht.

Unlebensfähig gar allein,
ein Nichts im Angesicht der Welt
in unser Zellen geht er rein,
dort alles überkopf er stellt.

So groß, so stark ist seine Macht
Das halbe Leben legt er lahm,
was keine Politik geschafft,
bringt der zuwege ohne Scham.

So wie verbreitet hat er sich
Auf dem gesamten Erdenrunde,
nach Möglichkeit nun schütze dich,
Corona ist in aller Munde!

So still ist es nun um micht her,
ob Flieger, Auto, oder Schiene,
in Stadt und Land ruht der Verkehr,
vertagt, vergessen die Termine.

So blau der Himmel ob der Stadt,
so klar das Wasser in Venedig,
wie man es kaum gesehen hat,
Klimarettung hochkarätig!

Wie lange wird dies weitergehn
Wohl auf der Erd in Stadt und Land?
Auf den Schöpfer lasst uns sehn
Gott hat die Zügel in der Hand!

Die Fotogalerie von Herrn Hochberger
Wer sie noch nicht gesehen hat, Herr Hochberger entführt mit diesen Wasserbildern wieder in eine zauberhaft schöne Welt außerhalb von Corona. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Frag den Vogelphilipp: ein Tipp nicht nur für Kinder
Sie sind draußen unterwegs, hören einen Vogel singen und wüssten gern, was für ein Vogel das ist? Der Vogelphilipp sagt es Ihnen. Alles, was Sie brauchen, ist ein Smartphone und die kostenlose App "WhatsApp". Schon kann´s losgehen:
1.    Telefonnummer des Vogelphilipp zu Ihren Kontakten hinzufügen: 01 60 / 44 2 44 50
2.    Vogelgesang mit WhatsApp aufnehmen und an den Vogelphilipp senden.
3.    Der Vogelphilipp antwortet und sagt Ihnen, welchen Vogel Sie singen hören.
Philipp Herrmann, wie der „Vogelphilipp“ wirklich heißt, erkennt alle heimischen Singvögel an ihrer Stimme. Schon als kleiner Junge nahm er an Vogelstimmen-Wanderungen des BUND Naturschutz teil, war begeistert und kaufte sich Vogelstimmen-CDs. So wurde er schließlich ein ausgewachsener Vogelkundler.

Mit der Vogelstimmen-Hotline auf WhatsApp möchte der Vogelphilipp Spaziergängern wieder ein Gefühl für die Vogelarten geben, die um uns und mit uns leben. Die Teilnehmer sollen für die Natur vor der Haustür sensibilisiert und ihr Interesse für die Biologische Vielfalt geweckt werden.
Die Aktion läuft bayernweit. Alle Interessierte aus Bayern können sich gerne an den Vogelphilipp wenden und ihm auf WhatsApp eine Aufnahme einer Vogelstimme schicken. Probieren Sie es aus!

Der Coronakommentar: Vor dem Tod sind auch alle gleich!
Die ständige Berufung auf Gleichbehandlung und den Gleichheitsgrundsatz nervt und verführt zu leichtsinnigem Verhalten und dann gibt es diese schockierende Wahrheit: Vor dem Tod sind alle gleich…
Alles soll lockerer werden. Die Ministerpräsidenten überbieten sich in Lockerungen, die Gerichte kippen Verbote mit dem Hinweis auf den Gleichheitsgrundsatz und gleichzeitig protestiert eine bunte Mischung von Wutbürgern und ja auch echt besorgten Mitmenschen, für mehr Freiheiten und Lockerungen. Die Fußballdiskussion wird abendfüllend geführt und die gesamte Autoindustrie fordert neue Staatshilfen immer mit dem Hinweis, alle müssten gleich behandelt werden. Menschenschutz muss gegen den Schutz der Wirtschaft abgewogen werden.
Dagegen wehrt sich nicht nur der gesunde Menschenverstand. Auch im Grundgesetz gibt es einen Vorrang für den Schutz eines jeden Lebens. Und die körperliche Unversehrtheit, die der Staat zu schützen hat, ist Grundbedingung für eine freie Entfaltung der Persönlichkeit eines jeden Menschen und folgt in Artikel 2 des Grundgesetzes, gleich dem Grundsatz dass die Würde eines Menschen unantastbar ist.
Keiner kann darum sagen, sein Gewinnstreben ist wichtiger als ein Menschenleben und dass Fußball wichtiger sei, als der Schutz der Spieler, oder gar der Zuschauer und auch der Druck der Wirtschaftsverbände, die alte Normalität wieder zu erreichen ist zur Zeit menschenverachtend und Humbug noch dazu. Denn welche Länder sind unsere Haupthandelspartner? Frankreich? Amerika, die EU und welche Grenzen sind gerade dicht? Für wen also Autos produzieren mit Staatsunterstützung? Nur weil der Gleichheitsgrundsatz für alle Geschäfte und Industrien gelten soll? Nein der Schutz des Lebens ist der Grundsatz nach dem sich alles zu richten hat. Der gelingt durch Abstandhalten, Mundschutz, Händewaschen, Daheimbleiben und Rücksichtnahme den Schwachen gegenüber. Und Vorsicht, damit nicht am Ende dieser Krise, einer der Gleichmacher ist und der Tod dann wirklich alle gleich macht. Die Zahlen warnen immer noch denn rund 7.000 Menschen haben in Deutschland bisher nicht überlebt…. Darum ist es so viel besser, wenn alle gleich vorsichtig sind und damit gleich erfolgreich durch die Krise kommen.

 

Montag, den 4. Mai 2020 

Die gute Nachricht:
Kommt aus Amerika und berichtet von einem Heilmittel, das eine Coronaerkrankung deutlich verkürzen kann. Ein gegen das Ebola Virus wirkendes Arzneimittel zeigt nach dem wissenschaftlichen Berater des amerikanischen Präsidenten Fauci deutlich Wirkung. Klinische Tests lassen hoffen, dass es damit eine weitere Waffe im Kampf um das Leben von Menschen gibt.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Text und Video
Ostern konnten wir nicht feiern wie wir es gewohnt waren. Keine Feier der Osternacht in der Krypta, keine festlichen Ostergottesdienste. Der russische Schriftsteller Leo Tolstoi erzählt in einer seiner Geschichten auch von einer ungewöhnlichen Osterfeier.
In den Weiten Russlands hatte der sadistische Gutsverwalter den leibeigenen Bauern befohlen die Felder am Ostersonntag zu pflügen. Mürrisch, schimpfend und fluchend machen sich die Bauern unwillig an die Arbeit. Aber keiner wagt sich zu wehren oder zu widersprechen. Nur einer, er schirrt die Pferde an und fährt mit den Pflug hinaus auf die Felder. Dort zündet er eine Kerze an und stellt sie auf das Querholz des Pfluges. So zieht er die Furchen. Obwohl der Wind bläst, geht sein Licht nicht aus. Und auch wenn er am Ende des Feldes den Pflug wendet, fällt die Kerze nicht herab. Er singt die Osterpsalmen und jedem den er begegnet, sendet er den Ostergruß „Christus ist auferstanden“. Er feiert Ostern, auch wenn die Umstände gar nicht danach sind.
Ostern hängt nicht an einen besonderen Termin, den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Ostern ist da, wo wir die frohe Botschaft weitersagen: „Christus ist auferstanden.“ Ostern ist da wo wir mit unseren Worten und unseren Taten von dem Auferstandenen Christus erzählen, dessen Liebe allen Menschen gilt.
 Wir müssen unser Licht nicht unter einen Scheffel stellen. Christus sagt seinen Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäusevangelium 5,14+16)

Hier geht es zum Video auf unserem YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/watch?v=Zs3k8hIQ1xE

Diese Woche aktuell: Das Kriegsende
Vor 75 Jahren näherte sich das Kriegsende in Europa. An diesem Freitag vor 75 Jahren war  Schluss mit dem Gemetzel, natürlich nicht schlagartig und es wurde weiter gestorben und es wurde weiter geschossen und Befreiung, Flucht, Vertreibung, Rache, Verzweiflung, Hunger,  sorgten weiter für viele Opfer und in Asien ging der Wahnsinn weiter. Aber in Europa war der Krieg zu Ende und dank des Engagements US-Amerikanischer Truppen aber auch des unendlich hohen Blutzolles der sowjetischen Bevölkerung war Schluss mit dem faschistischen Raubzuges durch Europa und eine neue, beispiellose Friedenszeit konnte beginnen. Daran kann in dieser Woche dankbar gedacht werden, gerade, weil Corona die schlimmste Bedrohung seit dem Ende des zweiten Weltkrieges für die ganze Welt ist.

Zu dieser Ausgabe des Coronatagebuches:
Weil das Ende des zweiten Weltkrieges gleichzeitig auch der zaghafte Beginn der Völkerfreundschaft mit den westlichen Alliierten wurde, steht in diesem Coronatagebuch Amerika im Vordergrund und biblische Geschichten, ein historischer Aufbruch und das Kriegsende sind heute hier zu lesen.

Der biblische Lesetipp: Eine Aufbruchsgeschichte, Genesis 12, 1-9
Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. Das hört Abraham. Das lässt ihn aufbrechen, damit beginnt die Geschichte seines Wüstenzuges. Nicht, dass Abraham ein junger Mann ist, nein im gesetzten Alter von 75 Jahren, bricht Abraham mit seiner Familie auf und wagt Neues, von Gott gesegnet und anderen Segen bringend. Heute 75 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ist das eine Ermutigung, es ihm gleich zu tun. Heute in dieser Krise ist das eine Ermutigung den eigenen Segen für andere zum Segen werden zu lassen, auch im Aufbruch, auch im Losziehen in die Welt nach, oder mit Corona. Und diese Geschichte ermutigte immer schon Menschen aufzubrechen und Neues zu wagen auch vor 175 Jahren als die fränkischen Siedlungen in Amerika gegründet wurden und Menschen motiviert durch Wilhelm Löhe nach Saginaw Country Michigan aufbrachen. Doch lesen Sie die biblische Geschichte selbst Genesis 12, 1-9

Die Bibelstelle des Kirchenvorstandes:  Martin Horneber über Angst und Zuversicht
Dieses Bibelwort begleitet mich seit meiner Konfirmation 1975:
Wir wissen aber dass denen, die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen müssen. Römer 8, 28

Wie viele Ängste hatte ich schon in meinem Leben?
Heute bin ich 58 und erinnere mich zwischen vage und deutlich an meine Angst vor dem dritten Weltkrieg, vor dem NATO Doppelbeschluss, der Aids-Epidemie, vor dem Waldsterben, vor Lebensmittelvergiftung, vor der Bankenkrise und was nicht alles.

Und heute sind wir mitten in einer Pandemie, mit der ich niemals gerechnet habe und denke wieder an meinem Konfirmationsspruch aus Römer 8: wir wissen aber, dass denen die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen müssen.
Was haben mich all die Ängste meines bisherigen Lebens geleert?
Angst ist eine Grundkonstitution des Lebens und notwendig. Und gleichzeitig müssen wir lernen, mit diesen Ängsten umzugehen, den Ängsten Zuversicht, Realität, Fakten und Erfahrung entgegen zu setzen.
Meine Ängste haben mich gelehrt, gelassen und zuversichtlich zu bleiben.
Das, was mich wirklich bedroht und worauf ich auch wirklich Einfluss habe, realistisch einzuschätzen. Und ganz konkret mir vieles vom Leib - sprich von meinen Augen und Ohren fernzuhalten. Konkret heißt das, nicht zu viele Nachrichten zu konsumieren, auf meinem Handy alle Push Nachrichten, die mir in Echtzeit Katastrophen auf dem Bildschirm bringen zu deaktivieren und Sendungen, die mit Angst Geld machen, die Unsicherheit breit treten, die mir von Katastrophen berichten, deren Wissen keinerlei Nutzen für mich oder sonst jemanden hat, abzuschalten.
Gott lieben im obigen Sinne heißt: ihm als dem Spender des Lebens zu vertrauen und zu wissen, dass hier Schutz, Zuversicht und Geborgenheit sind.
Das ist herausgewachsen aus dem Kinderglauben, dass schon alles gut gehen wird und dass der liebe Gott meine manchmal naiven, manchmal frommen Wünsche erhört und erfüllt.
Da halte ich es lieber mit Dietrich-Bonhoeffer: Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen!

Und die Verheißung heißt: alles was passiert, dient mir zum Besten.
Das habe ich trotz der Krisen und Ängste gelernt und auch erlebt: jede Krise hat einen Ausgang, ich kann anpacken, ich kann nach Lösungen suchen und kann mir immer die stärkste Kraft bewahren, die das Leben fördert und schützt: die Zuversicht!
Dabei hilft mir mein Konfirmationsspruch, den ich vor 45 Jahren am Altar der Laurentius-Kirche zugesprochen bekommen habe: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen müssen!

Ich wünsche uns allen viel Zuversicht! Ihr Martin Horneber

Der Gruß aus Frankenmuth von Daniel Haubenstricker
Liebe Roßtaler,
in diesen unsicheren Zeiten, mit Corona Virus in Frankenmuths Pflegeheimen, mit unseren leeren Straßen und Schulen und Geschäften und Kirchen, denke ich manchmal an die kleinen Schönheiten:  Die Tulpen blühen, die Vögeln singen, der Regen gießt die neu gesäten Felder. Und ich denke anr die großen Freuden: Die Oster-Botschaft, unseren Glauben, unsere Familien und Freunden.  Gott sei Dank dürfen wir uns am Telefon unterhalten, entweder Ortgespräch mit Nachbarn oder Ferngespräch mit fränkischen Verwandten und Freunden. Ich persönlich bin sehr dankbar, dass ich im Sommer 2019 meine fränkische Heimat besucht habe. 
Ich wünsche Ihnen Muth, Trost, Lust, und Hilf, wie Pfarrer Löhe unsere 4 Franken-Siedlungen in Michigan genannt hat. 
Ihr Daniel Haubenstricker
 
Der Lesetipp:
In Trettendorf zeigte man bis nach dem Krieg noch die sogenannte Löhestube. In ihr übernachtete der Neuendettelsauer Pfarrer Wilhelm Löhe, wenn er vom Besuch seiner Familie in Fürth auf dem Weg nach Hause war. Dort auch hielt er viel beachtete Gemeindeabende und Bibelstunden ab, nicht immer zur Freude der Roßtaler Pfarrer. Hier auch motivierte er junge Menschen aus Roßtal nach Amerika auszuwandern. Sein Ziel waren Gemeindegründungen dort, die durch ihr besonderes christliches Leben segensreich für die indigene Urbevölkerung und die geistlich verarmten Neusiedler sorgen sollten. So kam es zur Gründung der Frankenstädte in Michigan Frankenmuth, Frankenlust, Frankenhilf und Frankentrost. Doch lesen sie die Abenteuer der Franken in Amerika selbst.

Evangelisches Leben in Frankenmuth:
Und so geht die evangelisch Lutherische Kirchengemeinde Frankenmuth mit der Coronakrise um:  
Hymn Marathon
Have you ever wondered what it would be like to hear EVERY hymn in the Lutheran Service Book?? Well, here’s your chance! 
You are invited to tune into the “virtual” hymn fest to end all hymn fests this Friday, April 24th from 8:00 am – 4:30 pm live from St. Lorenz Lutheran Church!
Dr. Scott Hyslop will put on his running shoes at 8:00 am and start with the first hymn in the Lutheran Service Book and isn’t going to stop until he gets to the other end of the book! 
 Here is how it will work.  You will either turn on Facebook Live, stlorenz.org, or Channel 191. Dr. Hyslop will play an introduction to each hymn and then play one stanza of each hymn in LSB UNLESS you would like to hear a hymn in its entirety! If you would like to hear an entire hymn presented or, if there is a hymn you LOVE that isn’t in LSB you can email Dr. Hyslop at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! before 5:00 pm on Thursday, April 23rd.

Aus dem Gemeindeleben Roßtal
Kirchenvorstandsitzung
Heute Abend findet erneut eine digitale Kirchenvorstandssitzung statt. In dieser wird über das Hygienekonzept und die Wiedereröffnung unserer Kirchen nachgedacht und die Einzelheiten für den Beginn der Gottesdienste festgelegt. Ab Sonntag 10. Mai sollen dann zumindest in St. Laurentius wieder Gottesdienste stattfinden.


Masken
Gegen Spende können auch in der neuen Woche selbstgemachte Masken in der Kirche erworben werden. Dank des Engagements von Müttern, ehemaligen Lehrerinnen und Frauen aus der Gemeinde wurden bereits rund 200 Gesichtsmasken verteilt, mit denen Menschen sich vor dem Weitergeben des Virus schützen können.


Kindergottesdienst
Einige Exemplare des Familien- und Minigottesdienstes, den Gemeindediakonin Judith Popp entworfen hat, hängen noch zum Mitnehmen in der Kirche. Mit diesem Arbeitsmaterial können Kinder und Familien ihren Glauben leben und sich stärken lassen für die nicht ganz einfache Coronazeit. 


Printausgabe Coronatagebuch
Die Druckausgabe des Coronatagebuches liegt in der Kirche, im Kirchenbüro oder bei Blumen Fröschel aus und kann kostenlos dort mitgenommen werden. Die Printausgabe wendet sich vornehmlich an Menschen, die keinen digitalen Zugang habend und sie kann auch von dieser Seite aus heruntergeladen werden.

Bildergalerie
Wasser ist das Thema der Bildergalerie für diese Woche von Günter Hochberger (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten).  

Coronakommentar:
Wer den Krieg in Roßtal noch bewusst miterlebt hat, hat drei Erinnerungen an diese Zeit. Die erste Erinnerung ist der Bombenangriff auf Nürnberg am 2. Januar, bei dem viele Eltern, ihre Kinder aus den Kellern holten und ihnen den blutroten Nachthimmel über Nürnberg zeigten. Das geschah im vollen Bewusstsein, hier geschieht etwas historisch Grausames. Die zweite Erinnerung war das Erschrecken, dass der ehemalige Bürgermeister Hans Eckstein am Weinzierleiner Berg Opfer von Tieffliegern wurde und das Grauen des Krieges bekam in der Zivilbevölkerung einen Namen.
Diesen beiden erschreckenden Erinnerungen standen aber Vielen, die damals Kinder waren die Bilder von Amerikanern entgegen, die egal, ob Sie von Weinzierlein kamen, oder von Clarsbach auf Roßtal vorrückten,  aus ihren Jeeps und Panzern Schokolade und Kaugummis warfen. Strahlende meist farbige Amerikaner, Fröhlich lachend und vor allem kinderlieb. Das sind die hängengebliebenen Erinnerungen vieler Jungs und Mädels, die damals offenkundig völlig unbeaufsichtigt an den Straßenrändern standen, und die sich über die Lockerheit der Soldaten freuten, die Schokolade verteilten. Während die abziehende Wehrmacht noch Angst und Schrecken verbreitete, war mit den ersten amerikanischen Soldaten in Roßtal klar, jetzt beginnt eine andere Zeit und wo es Schokolade gibt und Kaugummi, kann der Friede nicht mehr weit sein. Damit wurde die Wurzel einer tiefgehenden Völkerfreundschaft gelegt und damit der Beginn der Westbindung in die Wege geleitet. Statt schnarrender Befehle und der Drohung jeden zu erschießen, der nicht gehorcht, gab es Jazzmusik und Survival kits, Zigarettenstumpen und Tabak. An Stelle von Plünderungen, wie sie die Nazi Propaganda verkündete, wurden Ham and Eggs - Schinken und Eier  meist höflich verlangt und dazu vielleicht noch die Flasche Rheinwein, die im Keller lagerte. So sieht eine ausgestreckte Hand aus. Und nichts begründete die enge Bindung an den Westen und die USA so sehr wie freundliche Gesichter der GIs, die Kinder anstrahlten und die Menschen am Straßenrand beschenkten und damit konnte es wirklich Frieden werden, damals am 18. April 1945, hier in Roßtal.

 

Samstag, den 2. Mai 2020

Die gute Nachricht:
Captain Tom ist 100. Gut, dass Großbritannien seine Senioren hat, an der Queen, die 94 wurde und an Captain Tom, der mit 99 Jahren 33 Millionen Euro fürs Gesundheitssystem sammelte, kann sich ganz Großbritannien festhalten. Während der Staatschef mit Corona und jetzt auch seinem neuesten Nachwuchs kämpfen muss, geben die Superalten der ganzen Nation Mut und Rückhalt und Hoffnung in einer bis jetzt nie dagewesenen Krise. Und vielleicht kommen dann auch hier manch voreilig über Senioren Urteilende ins Nachdenken….

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Ein Blättern in unserem Gesangbuch zeigt, dass unsere Vorfahren genauso wie wir liebten und lebten mit ihren Familien und Freunden. Und dass sie oft die gleichen Ängste geplagt haben wie uns heute. In unserem Gesangbuch haben die Gedanken derer überlebt, die sich mit Gottvertrauen der Krise entgegen gestellt haben. Matthias Claudius hat vor 440 Jahren gedichtet (EG Lied Nr 482,7)
So legt euch denn Geschwister
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns Gott mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen.
Und unseren kranken Nachbarn auch.
Behüt Sie Gott, und Ihre kranken und gesunden Nachbarn auch. Bleibms xund.
Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne. (Psalm 4,9)

Der biblische Lesetipp: Markus 8, 1-9
Es reicht für alle, das ist die Quintessenz der Speisungswunder in den Evangelien. Es genug für alle im neuen Reich Gottes, oder dort wo die Regeln des Gottesreiches gelten und dann werden auch die 4000 satt. jedenfalls gibt es für eine große Menge von Menschen, die Jesus in die Wüste folgten genug. Die Versorgungslage ist schwierig, aber am Ende reicht es für alle und das ermutigt auch in unseren Tagen mit Gottvertrauen und Phantasie dem Mangel zu begegnen. Doch lesen Sie selbst Markus 8, 1-9

Aus dem Gemeindeleben

Ein Gruß aus dem Kindergarten Sonnenblume:
Dort wartet das Team sehnsüchtig auf die Kinder und auf einen geregelten Betrieb und der Regenbogen im Fenster der Kinder ist die Antwort auf diesen Gruß. Achten Sie im Gemeindegebiet einmal auf die vielen Fenster, an denen ein Regenbogen klebt dahinter darauf ein Kind wartet, dass es wieder in seinen Kindergarten gehen kann. (Ausmalvorlagen für Regenbögen)

Online Gebete:
In der kommenden Woche gibt es zwei Möglichkeiten an einem Abendgebet für Roßtal teilzunehmen. Am Mittwoch und am Freitag kann man online mitdenken, mitdanken und mitbeten. Das tägliche Gebet für Roßtal um 18 Uhr wird dabei von einer Kamera aufgezeichnet und Zuhörerinnen und Zuhörer können elektronisch live dabei sein….Die Einwahldaten folgen in den nächsten Tagen.

Turmblasen & Haustürkonzert:
Ein voraussichtlich letztes Mal wird Stephen Jenkins am Sonntag um 10 Uhr auf dem Kirchturm stehen und mit seiner Posaune allen Roßtalerinnen und Roßtalern  ein frohmachendes Ständchen spielen und auf Wunsch einer Roßtaler Familie, wird auch das Lied  Die Gedanken sind frei, zu hören sein.
Wilgard Hübschmann aus der Frankenmuther Straße stellt am Sonntagabend Ihren Lautsprecher wieder vor die Haustür und spielt um 18 Uhr auf ihrer Gitarre - ein Haustür-Terrassenkonzert.

Gebet für Verstorbene der Woche.
Guter Gott!
Wir erinnern heute an Reiner Tiefel aus Weinzierlein, an Georg Lindert aus Großweismannsdorf, an Alma Riedel aus Roßtal und Elisabeth Geißendörfer aus Roßtal, die in diesen Tagen verstorben sind. Wir bitten Gott um seine schützende Hand unter unseren Verstorbenen, Wir bitten um Trost für die Trauernden und hoffen, dass unser Vertrauen ins Leben auch heute wieder Kraft gibt die Zukunft zu wagen.

Gottesdienste beginnen wieder:
Ab dem 4. Mai sind Gottesdienste in Bayern wieder erlaubt. Unter einem klaren Hygienekonzept, dürfen gesunde Menschen miteinander feiern und zu Gebet und Predigt zusammenkommen. Das wird bei uns ab dem 10. Mai sein. Die genauen Regeln beschließt der Kirchenvorstand am Montag.

Die Printausgabe:
Schon seit Donnerstag liegt die Printausgabe des digitalen Coronatagebuches in der Kirche und bei Blumen Fröschel aus.  Dazu gibt es eine Variante zum downloaden  und ausdrucken, mit der Bitte diese Exemplare  Weiterzugeben.

Die Aktionen der Woche:
Es gibt wieder selbstgenähte Mundschutze in der Kirche, Karten, um bei der Aktion „Vergiss mein nicht!“ mitzumachen und einen Mini-Gottesdienst in der Tüte für Kindergarten- und Grundschulkinder.

Neue Bildergalerie:
Wasser ist das große Thema der neuesten Galerie von Günter Hochberger, der mit wunderbaren Bildern ein wenig von der Tristesse der Coronazeit ablenkt und Urlaubsgefühle auf den Bildschirm zaubert. (pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten)  

Gruß an Konfirmanden
Einen kleinen Gruß erhielten die Konfirmandinnen und Konfirmanden an diesem Wochenende. Werner Albert aus Buchschwabach widmete Ihnen wieder sein Lied und spielte für die Jugendlichen in der Buchschwabacher Kirche. Die Jugendlichen erhielten die Möglichkeit exklusiv das Lied anzuhören. Wer mehr von unseren Chören wissen will und mehr Chöre hören möchte, der klicke hier: www.quempas.jimdosite.com

Gottesdienstprogramm:   
Anleitung für Gottesdienst@home von Pfarrer Johannes Meisinger aus Veitsbronn/Obermichelbach
Kindergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf www.kirchemitkindern.digital.de


Familientipp: GC7E88H – Dieser Code führt Sie zu den Roßtaler Kirchtürmen
Kennen Sie Geocaching? Kurz gesagt ist Geocaching Rätselraten und Schatzsuche mit dem Smartphone in einem. Für viele Menschen auf der ganzen Welt ist dies eine freizeitfüllende Beschäftigung. Auf der Internetplattform geocaching.com veröffentlichen Geocacher die Geokoordinaten ihrer versteckten Schätze, der sogenannten Geocaches. Millionen Geocaches sind weltweit versteckt.
Mit Hilfe der auf der Plattform genannten Koordinaten, die man auch in einer App auf dem Smartphone sehen kann, suchen und finden Geocacher die Schätze in der realen Welt bei Spaziergängen, Wanderungen oder Radtouren. Diese Schätze sind kleine Boxen oder Dosen und werden an schönen Plätzen, die oft mit einer kleinen Geschichte verbunden sind, versteckt. Die Finder tragen sich in einem kleinen Logbuch ein, das in der Dose liegt. Zusätzlich zu diesem Eintrag sammelt jeder Geocacher auch auf der Internetplattform seine „Schätze“.
Bei manchen Schätzen ist es notwendig, vorher Rätsel verschiedenster Art zu lösen, um die Geokoordinaten herauszufinden, an denen die Dose versteckt ist.
Beim „Roschtler Kirchturm Käsch – RKTK“ muss der Geocacher so ein kleines Rätsel lösen, um die Koordinaten des Schatzes zu erhalten: Wie viele Kirchtürme stehen im Markt Roßtal mit seinen Außenorten? Wo liegen diese?
Wenn Sie die Antwort wissen und den Schatz auch finden möchten, können Sie auf der Internetseite coord.info/GC7E88H (das ist die Seite des Roschtler Kirchturm Käsch) die Lösungen in einer Tabelle ergänzen und Sie erhalten mit einer kleinen Rechenaufgabe die Geokoordinaten des Schatzes. Besuchen Sie dann den Ort mit den Koordinaten, die Sie herausgefunden haben und tragen Sie sich in das Logbuch vor Ort ein!
Viel Erfolg und Spaß beim Lösen und Suchen des Kirchturm-Schatzes!



WELCHE HUMMEL IST DAS? FRAG DIE HUMMEL-HOTLINE!
Hummeln sind beliebt. In Deutschland gibt es 41 Arten von ihnen - aber welche habe ich gerade vor mir? Einfach die Hummel fotografieren und uns das Bild per WhatsApp oder Mail schicken.
Das Hummeltelefon-Team antwortet mit dem Namen der Hummel-Art  und Informationen rund um Ihre Hummel.
1.    Telefonnummer der Hummel-Hotline zu Ihren Kontakten hinzufügen: 01 51 / 18 46 01 63
2.    Hummel mit WhatsApp fotografieren und Foto an die Hummel-Hotline senden.
3.    Unsere Experten antworten sagen Ihnen, welchen Hummel-Art Sie entdeckt haben.
Gerne können Sie Ihr Hummel-Foto auch per Mail die Hummel-Hotline schicken: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Hummel-Hotline ist ein Gemeinschaftsprojekt des BUND Naturschutz (BN) und des Institut für Biodiversitätsinformation (IFBI).
"Da immer weniger Wildbienen in heimischen Gärten zu finden sind, möchten wir mit dieser Aktion auf das Insektensterben aufmerksam machen und die Menschen für die pelzigen Flieger begeistern", erklärt Dr. Klaus Mandery, Leiter des IFBI, Vorsitzender des BUND Naturschutz Haßberge und Bienenexperte.
Jeder Hummelfund wird auch dieses Jahr wieder in eine interaktive Karte eingetragen. Im Jahr 2019 waren es mehr als 1.000 Funde. So kann man mehr über die Verbreitung der Hummelarten in Bayern lernen. Das ist enorm wichtig, um den Schutz der Wildbienen bestmöglich an deren Bedürfnisse anpassen zu können.
Mit Ihrer Hummel-Beobachtung helfen Sie also auch, mehr über die pelzigen Brummer zu erfahren und sie besser schützen zu können!

Der Coronakommentar:  Das Leben geht weiter
Nicht nur Corona bestimmt unser Leben. Vieles geht weiter und ändert sich. So ist der Wechsel an der Spitze des Marktes Roßtal fast geräuschlos vorübergegangen. Dabei markiert der Wechsel an der Rathausspitze auch eine Zäsur für alle Bürger und braucht eine möglichst breite Unterstützung aus der Bevölkerung.
Vielen Dank Hannes und Gottes Segen Rainer!
Der Wechsel im Bürgermeisteramt unterstreicht sehr deutlich es wird anders werden. Corona macht alles anders und die bis dahin bekannten Herausforderungen verändern die gewohnte Politik im Roßtaler Rathaus.  Die Fragen nach angemessener Kinderbetreuung, einer renovierten oder neuen Schule standen vorher im Raum und natürlich auch Finanzfragen. Jetzt aber kommen all die Coronaprobleme und kulminieren im Marktgemeinderat und in der Verwaltung unseres Gemeinwesens. Dicke Bretter werden in der kommenden Periode zu bohren sein. 
Doch zuvor gilt es zu danken. Den ausgeschiedenen Marktgemeinderatsmitgliedern, die sich für diesen Ort engagierten, einbrachten und manchmal verkämpften. Aber gemeinsam auch Erfolge feierten und Roßtal voranbrachten.
Zu danken ist selbstverständlich auch dem ausgeschiedenen ersten Bürgermeister Hannes Völkl. In diesen 12 Jahren ist vieles mit seiner Beharrlichkeit und seinem Engagement erreicht worden. Viele Einweihungen durften gefeiert werden, viele Feste und viel Gutes wurde fertig.
 Klar nicht immer ist man einer Meinung und nicht immer sind alle auf gleicher Linie, aber Roßtal wird und gedeiht und es waren wichtige und gute Jahre, die wir unter der Ägide von Hannes Völkl miterleben durften. Die richtige Mischung von Moderne und Tradition, von Aufbruch und Bewährtem, Ausgleich und Gemeinschaft, jedenfalls meistens. Anstrengend ist das Amt eines Bürgermeisters sowie so. Vielen Dank Lieber Hannes, vielen Dank auch an den Marktgemeinderat, der in den vergangenen 6 Jahren unseren Ort geprägt und bewegt hat. Es tut gut mit welcher Ernsthaftigkeit hier gearbeitet wurde und was erreicht werden konnte. Vielen Dank.
Und natürlich dem neuen Marktgemeinderat, dem neuen Bürgermeister wünsche ich Weitblick, Ausdauer, Kreativität für alles was kommt. Ein offenes Ohr für die Gemeinde und ein sachliches und gutes Ringen um die besten Lösungen.  Darum Gottes Segen für alle, die Verantwortung in schwieriger Zeit übernehmen.  Und wie immer in diesen Coronatagen, bleiben Sie gesund und behütet. Ihr Jörn Künne


Donnerstag, der 30. April 2020

Die gute Nachricht: Das gar nicht mehr so unbekannte Alien Corona
Gut fünf Monate ist es her, dass das neue Corona Virus über die Menschheit herfiel. Wie ein Alien bemächtigte es sich der gesamten Welt. Aber innerhalb dieser fünf Monate verlor das Virus einen großen Teil seiner Geheimnisse und damit auch seiner Macht. Forscherteams auf der ganzen Welt verstehen immer besser, wie das Virus funktioniert und auch was es wann und wo im Menschen auslöst. Gigantische Forschungskapazitäten wurden mobilisiert und jetzt fünf Monate nach seinem Entstehen gibt das Virus seine Geheimnisse preis und die Chancen auf Gegenmittel, auf Impfstoffe, auf verbesserte Behandlungen wachsen täglich und keiner muss den absurden Ratschlägen medizinischer Laien folgen.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Heute ist Walburgis-Nacht. Die meisten denken dabei an den Tanz der Hexen um das Feuer am Bocksberg und für mich war lange Zeit „Wallpurg“ der Name für irgendeine nordische Gottheit oder einen Dämon.
Aber ganz im Gegenteil. Es ist die Nacht vor dem Gedenktag der Heiligen Walburga am 1. Mai. Sie war eine der angelsächsischen Missionare, die zusammen mit Bonifatius im 8. Jahrhundert ins Frankenreich gekommen sind. Ihr Bruder Willibald ist der erste Bischof des Bistums Eichstätt und sie selbst hat, neben dem Männerkloster ihres anderen Bruders Wunibald, in Heidenheim ein Frauenkloster gegründet.
Dorthin schickten fränkische Adelige ihre Töchter. Die Bildung der Frauen im Kloster war hervorragend. Während die Männer sich mit Jagd, Politik und Kampf vergnügten, lernten die jungen Frauen einen Haushalt zu führen. Heute würde man sagen, sie machten eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Sie lernten, eine Burg oder einen großen Gutshof zu verwalten. Nach dem Tod ihres Bruders Wunibald leitete Walburg die beiden Klöster in Heidenheim alleine und verhandelte, was wirtschaftliche Dinge betraf, mit Adeligen und Grundbesitzern bis hin zu Kaiser Karl dem Großen.
Mit dem, was die frommen Frauen den adeligen Töchtern beibrachten, sorgten sie dafür, dass diese ihren Ehemännern zumindest ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen waren.
Und noch etwas: Wenn die Frau des Hauses für das Christentum begeistert war, gab sie diese Begeisterung an ihre Kinder und das Gesinde weiter, und auch der Ehemann wurde dadurch beeinflusst. So gesehen war Walburga und die angelsächsischen Frauenklöster nicht nur ein Schritt zur Verkündigung des Christlichen Glaubens, sondern auch zur Gleichberechtigung der Geschlechter. 
Hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt eines in Christus Jesus. (Brief an die Galater 3,28)

Biblischer Lesetipp: Lukas 7, 1-10
Der Hauptmann von Kapernaum eine Glaubensgeschichte aus dem Lukasevangelium. Zu den eher an den Rand gedrängten Geschichten aus den Evangelien gehört auch die Erzählung vom Hauptmann von Kapernaum, der als Fremder Jesus vertraut und dafür auch entsprechend gelobt wird. Aber lesen Sie selbst www.bibleserver.com/LUT/Lukas7

Minigottesdienst in der Tüte
Ab dem 1. Mai 2020 hängen diese Tüten in der St. Laurentiuskirche in Roßtal zum Mitnehmen

Zu Hause als Familie gemeinsam singen und beten ist momentan im Alltag nicht so einfach. Der Minigottesdienst in der Tüte soll den Familien eine Hilfe daheim Gottesdienst zu feiern. Holen Sie sich eine Tüte aus der Kirche, diese hängen an einem Seil gespannt vorne im Chorraum. Ohne große Vorbereitung suchen sich dann zu Hause als Familie mit ihren kleinen einen gemütlichen Ort um zur Ruhe zu kommen. In der Tüte finden Sie
•    einen kurzen Ablauf des Minigottesdienstes zum Selberlesen.
•    eine LED Licht zum anzünden
•    ein Liedblatt mit Liedern die Ihre Kinder aus dem Kindergarten bereits kennen
Ich wünsche Ihnen zu Hause einen gesegneten Gottesdienst mit Ihrer Familie.
Ihre Diakonin Judith Popp

Aus dem Gemeindeleben

Printausgabe bereits am Donnerstag
Bereits heute gibt es die Printausgabe des Coronatagebuches. In der Kirche, bei Blumen Fröschel und verteilt durch Kirchenvorsteher ist es ab Donnerstagnachmittag ca. 16 Uhr zu bekommen. Eine Downloadvariante, für alle, die die Wochenausgabe ausdrucken, oder weitergeben wollen, findet sich hier.


Videos aus dem Gemeindeleben:
Musik aus unserer Gemeinde finden Sie auf der Homepage für Kirchenmusik www.quempas.jimdosite.com
Auf dem YouTube-Kanal Evangelische Kirche Roßtal finden Sie beispielsweise eine Abendgebet von Pfarrer Thomas Rucker und ein Lied von Organistin Brigitte Vogt.

Die Aktion der Woche: Den Feiertag zum schreiben nutzen
Schreib mal wieder! Nichts ist in diesen Tagen wichtiger, als in Kontakt zu bleiben. Darum unterstützen wir die Aktion „Vergiss mein nicht!“ und laden ein einander Karten zu schreiben. Die Kirchengemeinde unterstützt sie dabei mit Karten aus und von der Kirche. Auf dem Schriftentisch liegen diese zum Mitnehmen aus.

Die Bildergalerie von Günter Hochberger
sind immer noch zu sehen:  Hier geht es zum virtuellen Spaziergang (Bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Fünf Wünsche für die Zeit nach Corona von Uwe Kekeritz, MdB
(Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Sprecher für Entwicklungspolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)

 „Wiederhochfahren“, „zurück zur Normalität“, sind die Wünsche vieler Menschen und etlicher meiner Kolleg*innen. Doch zu welcher Normalität wollen wir zurück? Zu einer Normalität, in der unser Wirtschaften und damit unser Konsumverhalten die Klimakrise beständig verschärft, die Artenvielfalt gefährdet und unsere Erde immer weiter an den Rande des ökologischen Kollaps bringt? Eine Normalität, in der die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, bei uns und weltweit? Eine Normalität, in der Populist*innen und Rassist*innen immer mehr Einfluss gewinnen?
Nein, zu dieser Normalität wollen wir und will ich nicht zurück. Deshalb wünsche ich mir für die Zeit während und nach Corona …
1.    Einen Neustart für eine andere politische Kultur, in der vernünftige, wissenschaftsbasierte Argumente zählen wohlwissend, dass es immer Alternativen gibt, dass aber auch Entscheidungen getroffen werden müssen. In der die demokratischen Parteien als gemeinsames Ziel das Gemeinwohl, das Wohl aller Bürger*innen und besonders auch das kommender Generationen verfolgen. Um den Weg dorthin darf und muss gestritten werden, aber fair und kompromissbereit.
2.    Bedingung dafür und zugleich Ergebnis davon ist ein stärkerer gesellschaftlicher Zusammenhalt. Und das brauchen wir während und nach der Krise: Mehr Solidarität bei uns und weltweit. Zum Beispiel muss endlich der ALG-II-Regelsatz angehoben werden, um den Ärmsten in unserer Gesellschaft ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Außerdem dürfen wir trotz der großen Herausforderungen durch die Corona-Krise die Menschen in den Ländern des Globalen Südens nicht vergessen. Vielmehr müssen wir auch sie großzügig und entschlossen unterstützen. Das können wir uns leisten.
3.    Damit wir und unsere Kinder und Kindeskinder eine Zukunft auf diesem Planeten haben, müssen wir endlich wirksamen Klimaschutz umsetzen. Die Corona-Krise zeigt, dass große gemeinsame Lösungen möglich sind, wenn der politische Wille da ist. Politisches Handeln in der Corona-Krise ist geleitet von wissenschaftsbasierten Argumenten. So müssen wir auch beim Klimaschutz verfahren. Es ist höchste Zeit.
4.    Darüber hinaus müssen wir unser Gesundheits- und Pflegesystem stärken und es nicht weiter profitorientiert führen. Vor allem müssen wir dafür sorgen, dass Pfleger*innen leistungsgerecht entlohnt werden, das heißt dass sie am Ende des Monats deutlich mehr Geld auf dem Konto haben. Das ist nicht zuletzt wichtig für die Nachwuchsgewinnung in diesem Bereich, damit künftig mehr junge Menschen den wichtigen Beruf der Pfleger*in ergreifen. Ähnliches gilt für die weiteren als „systemrelevant“ erkannten Tätigkeiten, denen weit überwiegend Frauen nachgehen. Dies würde auch endlich die ungerechte Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern verringern.
5.    Schließlich müssen wir jetzt und in Zukunft unsere Zivilgesellschaft und Demokratie stärken. Unsere Demokratie funktioniert auch in der Krise sehr gut. Das gilt es zu bewahren und weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt, damit Populist*innen und Rassist*innen immer weiter an den Rand gedrängt werden. Ich wünsche mir eine Politik mit menschlichem Antlitz, die Hilfebedürftige unterstützt und nicht zurückweist. Ein erster konkreter Schritt in diese Richtung wäre, die Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln und anderswo zu evakuieren und gerecht auf alle Länder der EU zu verteilen.

Das Rezept gegen die Eisheiligen und gegen kalte Mainächte: Eiergrog
Ein Getränk aus dem Norden spielt in den Gemeindeabenden, meist im Februar, eine wichtige Rolle: Der leckere Eiergrog mit dem Originalrezept aus St. Peter-Ording. Hier in der traditionellen und geselligen, warmmachenden Form.
Gebraucht wird:
1 frisches Eigelb -bitte so perfekt wie möglich vom Eiweiß trennen
Dazu 2-4 Teelöffel Zucker (je mehr Zucker, desto schneller ist man fertig)
Den Zucker und das Eigelb in eine breite Tasse geben und dann mit einem Teelöffel solange schlagen, bis die Masse schneeweiß und cremig ist. Nur dann ist der Eiergrog ein richtiger Eiergrog.
In der Zwischenzeit wird Wasser aufgekocht und der Rum (40 prozentiger Rum reicht) im Wasserbad gewärmt.
Ist die Masse in der Tasse weiß und cremig, wird der Rum zugegeben. Vom Esslöffel bis zum Stamperl reichen hier die Mengenempfehlungen. Anschließend wird die Tasse mit dem kochenden Wasser aufgefüllt. 
Wichtig: nun nicht umrühren und durch den Eierschaum das wärmende Heißgetränk genießen….

Der Coronakommentar:
Kreativität geht auch in Krisenzeiten nicht verloren, sondern hilft durch Krisen hindurch.
Die Krise wird Spuren hinterlassen. Die Krise wird Entscheidungen treffen und sie wird Firmen und Geschäftsideen vernichten. Das ist in jedem Einzelfall schlimm und die staatlichen Unterstützungen werden in keinem Fall die Sorgen, die Ängste, die schlaflosen Nächte aufwiegen, die eine Coronapleite verursacht. Das Leid und die Sorgen vieler Selbstständiger soll hier nicht klein geredet werden. Und doch gibt es ein großes Aber, eines, das in der Krisenzeit und in all den Diskussionen über die wirtschaftlichen Folgen nicht vergessen werden sollte.
Mag sein, dass Firmen und Ideen scheitern, mag sein, dass Materielles verloren geht, aber die Köpfe bleiben und eine Pleite ist kein Grund mehr für einen Freitod, wie es vor 150 Jahren noch üblich war, sondern sie ist ein Grund neu anzufangen und ganz viel neue Kreativität zu entwickeln. Denn hinter jeder Geschäftsidee, hinter jedem Konzept, hinter jeder Ladentheke, jedem Labor, jedem Computer sitzt ein Mensch, der seine Kreativität, seine Ideen, seinen Wagemut, seine wirtschaftlichen Kenntnisse und seine Netzwerke behalten hat. Und darauf lässt sich auch in dieser Zeit vertrauen und das hilft auch in dieser Zeit weiterzumachen, oder neues zu entwickeln und neues zu schaffen. Ganz vieles ist ja schon in dem erzwungenen Homeoffice entstanden und entwickelt worden. Ganz viel ist schon geschehen in diesen Zeiten und ganz viel Neues wird nach diesen Tagen unser Denken, unser Handeln, unser Leben bestimmen und ich bin mir sicher, einmal kreativ, immer kreativ und einmal Unternehmerin, immer Unternehmerin. Das macht Hoffnung in nicht ganz einfacher Zeit.

 

Mittwoch, den 29. April 2020

Die gute Nachricht
Corona kann in seine Schranken verwiesen werden und Corona ist auch mal vorbei. Rund 120.000 Menschen können davon berichten und darunter sind auch viele, die aus den Intensivstationen wieder zurückkamen. Gott sei Dank, auch wenn es für viele Menschen, hochbetagt und vielseitig erkrankt, der Schubser auf die andere Seite wurde. 120.000 gesundete Menschen sprechen der Medizin, der Pflege, der Pharmaindustrie und der Politik ein gutes Zeugnis aus. Gut, dass das so möglich war.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Sie: „Ich geh jetzt einkaufen!“
Er: „Schatz, jetzt? Es ist Mitternacht und du bist im Nachthemd!“
So begann im letzten Jahr ein Werbespot im Lokalradio, der für den Lieferservice eines lokalen Supermarktes warb. Jetzt wird er wieder gesendet.
Wir müssen nicht alles neu erfinden. Wir haben Mittel und Wege, die uns auch in dieser Zeit helfen. Lieferservice, Internet, Chatprogramme, Telefon, und nicht zu vergessen: Nachbarn, die ein Augen auf uns haben, und manchmal auch die Tüte mit dem Einkauf an unsere Haustüre hängen.
Ich bin dankbar für die vielen Menschen, die sich im Gesundheitswesen um die Kranken und um die (noch)Gesunden kümmern. Aber ich bin auch dankbar für die vielen Menschen, die diese kleinen Helferlein erfunden haben, die uns jetzt in der Zeit der Kontaktsperre helfen in Kontakt zu bleiben und uns mit den Dingen des täglichen Bedarfs versorgen.
Friede sei mit deinen Helfern, denn dein Gott hilft dir! (1. Chronik 12.19)

Die Lieblingsstelle aus der Bibel: Monika Huber (Kirchenvorstand)
Eine Geschichte, die sehr selten zu hören ist, ist das Buch Tobit. Die Geschichte von Tobias ist eine spannende, faszinierende Erzählung: Der alte Vater bittet seinen Sohn Tobias, zu dem Stamm, zu den Wurzeln seiner Väter zu gehen um sich dort eine Frau zu suchen und um dort das hinterlegte Silber zu holen. Aber er möchte, dass der Junge sich einen Begleiter mitnimmt. Es meldet sich Raphael, ein Engel Gottes, der allerdings nicht als Engel sichtbar ist. Mit dem Segen des Vaters machen sich beide auf den Weg. Raphael gibt dem Tobias so manchen guten Rat auf diesem Weg. Tobias nimmt die Ratschläge gerne an, er verlässt sich auf den Mann der da bei ihm ist und dessen Hund auch hinter ihnen herläuft. Voller Vertrauen geht der junge Tobias seinen Weg, besteht alle die Gefahren die ihm drohen, erfüllt die Aufträge des Vaters auch weil er sich immer wieder mit Nachfragen vertrauensvollen an seinen Begleiter wendet. Er geht zurück zu seinen Eltern, immer noch mit Raphael, den er Asarja nennt. Erst ganz am Schluss, beim Abschied, gibt sich Asarja als Raphael zu erkennen.
Aus der ganzen Weggeschichte spricht so viel Gottvertrauen. Da ist zuerst Tobit, der in der Fremde, in Ninive, seinen Glauben auch lebt, da ist Tobias, der voller Gottvertrauen seinen Weg geht. Sie rührt mich immer wieder von neuem an. Über allem steht Gottes: Fürchte dich nicht, ich bin bei dir alle Tage.

Die fünf Wünsche für die Zeit nach Corona von Petra Guttenberger, MdL
Das Corona-Virus stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen und zeigt wie fragil unser Zusammenleben und unser gesamtes System ist. Es zeigt aber auch, wie wichtig Vertrauen und Zuversicht sind, welchen Stellenwert Familie und menschliche Nähe haben und wie wichtig der Erhalt von Freiheit und der unbedingte Schutz des Rechtsstaates für unsere Demokratie ist.
Die massiven Einschränkungen der Rechte des Einzelnen in den letzten Wochen waren wichtig. Man darf sich diese aber auch nicht schönreden, sondern sollte dies dazu zum Anlass nehmen, sich des Wertes unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewusst zu sein. Ich wünsche mir eine Welt nach Corona, die die offene und freiheitliche Welt vor Corona fortsetzt.
Deshalb wünsche ich mir:
1. Kontinuierliche Rückkehr zu einem Alltag, in dem mitmenschliches Miteinander innerhalb, wie außerhalb der Familien wieder ohne Einschränkungen gelebt werden kann.
2. Den Erhalt von Offenheit und Miteinander zwischen den Staaten, vor allem aber auch mit den Menschen in unseren Nachbarstaaten und weit darüber hinaus.
3. Ein neues Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung unseres Gesundheitssystems für jeden Einzelnen, in dem kontinuierlicher Sparzwang keinen Platz mehr hat und ein besonderes Bewusstsein für die Freiheit in unserer Gesellschaft.
4. Eine umfassende Wiederherstellung der Rechte des Einzelnen und ein Wiederstarken unserer wirtschaftlichen Systeme, da die Angst des Einzelnen um seine Existenz eine Gesellschaft lähmt. Ein angstfreies Miteinander ist deshalb unumgänglich.
5. Die Bewahrung eines starken Bewusstseins dafür, dass die Stabilität regionaler Erzeugerketten verstärkt in den Blick gerät.

Aus dem Gemeindeleben:

Musikalisch:
Michael Bauer spielt heute wieder von 10-11.30 Uhr an der Orgel der Laurentiuskirche
Ein Video von Frau Vogt ist auf der kirchenmusikalischen Seite unserer Kirche zu hören. Ebenso die Kantorei und der Posauenenchor.


Gemeinsam – einsam singen
In Roßtal wird gerne gesungen, das ist in Zeiten von Corona in der Gemeinschaft nicht möglich und sinnvoll. Aber zur gleichen Zeit das gleiche Lied an verschiedenen Orten, also gemeinsam-einsam singen, das erlauben die Regeln doch und so hat Michael Bauer, der Chorleiter der Roßtaler Kantorei, die Telefonkette seines Chores aktiviert und den Chor zu einem gemeinsamen Singen aufgerufen. Zum normalen Probentermin am Mittwochabend um 19.30 Uhr sind die Sängerinnen und Sänger der Kantorei eingeladen die Choräle „Weißt du wieviel Sternlein stehen“ und „der Mond ist aufgegangen“ anzustimmen. Damit wird das Gemeinschaftsgefühl im Chor wieder gestärkt und gleichzeitig konnten die meist älteren Mitglieder der Kantorei ausgiebig miteinander telefonieren, was der um sich greifenden Vereinsamung entgegenwirken soll. Und dass sich Sängerinnen und Sänger der anderen Chöre der Aktion anschließen. Vielleicht verwandelt sich diesen Mittwoch Roßtal in einen Klangteppich des Vertrauens und der Freude.

Gottesdienste feiern – Wir warten auf die Ausführungsbestimmungen
Für das Feiern von Gottesdiensten gibt es klare Vorgaben der Landeskirche. An diese ist die Kirchengemeinde Roßtal gebunden und wir werden an dieser Stelle über all die Möglichkeiten berichten, die sich damit eröffnen.

„Vergiss mein nicht!“ – die Aktion der Woche: Karten für die Freunde 
In der Kirche liegen Postkarten für die Wochenaktion bereit. Wer sie an Freunde in der weiten Welt, oder auch in Roßtal schreibt, darf sie sich abholen und einem Menschen damit Freude bereiten.

120 Masken in einer Woche genäht – Dankeschön an die Frauen vom Familienfrühstück
Am Montag vor einer Woche fragte ich über eine Videoanruf unsere Frauen von Familienfrühstück: „Ich weiß, dass einige von euch richtig gut nähen können, was haltet ihr davon, wenn wir für die Kirchengemeinde Masken nähen und die dann in der Laurentiuskirche in einem Körbchen auslegen? Wäre das nicht eine tolle Aktion?“
Die Reaktionen darauf waren: Super, Klasse Idee – Ich nähe eh gerade für meine Familie, da könnte ich gerne einige mehr nähen und vorbeibringen. Ich habe auch bunte Stoffe für die Kindermasken…
Zwei Stunden später konnte ich bereits die ersten 20 Masken in der Kirche auslegen! Großartig, ich war einfach nur begeistert, wie schnell und hilfsbereit die Frauen die Idee umgesetzt hatten.
Und die Masken kommen in der Gemeinde auch richtig gut an! Senioren, die nicht nähen können sind dankbar, dass sie sich in der Kirche bedienen dürfen und legen auch gerne eine kleine Spende ein. Mütter mit Kindern freuen sich vor allem über die selbstgenähten Kindermasken. Herzlichen Dank an die fleißigen Näherinnen!!!!!
Mit über 120 selbstgenähten Masken nach einer Woche kann man ja ausrechnen wie lange die Frauen genäht haben, über 40 Stunden! Und das Nähen geht weiter…
Judith Popp für die Frauen vom Familienfrühstück

Coronagedanken: Wünsch dir was bei Papa Staat
Mitten in der Krise beginnt ein Wettbewerb der Lobbyisten, Staatliche Hilfen wollen alle. Dabei die nicht so Stimmgewaltigen nicht zu vergessen, ist das Gebot der Stunde mitten im Wunschkonzert der Konzerne und Verbände.
Corona ist eine Herausforderung, für den Einzelnen, der mit Beschränkungen zurechtkommen muss. Für Familien, die schauen müssen, wie sie mit ihren Kindern zurechtkommen, für die Gastwirtschaften und Cafés, wie sie überleben, für Start-ups, wie eine ungeplante Zukunft planbarer wird, für den Sport, wie es weitergehen kann mit Geisterspielen und  für die Kommunen, was gemacht werden kann, wenn die Gewerbesteuereinnahmen so einbrechen, wie zu befürchten steht. Und es hat Gründe, warum der Entwicklungsminister Deutschlands von einer drohenden Hungerpandemie im globalen Süden spricht.
Corona bewegt uns alle und Corona bedroht die Welt und was geschieht im politischen Diskurs: Wir spielen „Wünsch dir was…“ Jeder Pressesprecher, jeder Berufsverband, jede Interessensvertretung spielt gerade „Wünsch dir was“ oder schlimmer noch:Ich bin auch noch da und habt ihr nicht vergessen, dass es mich auch noch gibt. Klar, an all diesen Verbänden, in all diesen Industriezweigen, stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel und es ist Aufgabe eines jeden Verbandes zu schreien, auf sich aufmerksam zu machen und getreu dem Motto: Wer am lautesten schreit, findet sich als erstes in einem ARD Brennpunkt wieder, oder darf vor laufender Kamera um Absatzhilfen für seine, immer noch nicht sauberen PKW werben. Und so spielen sie gerade „Wünsch dir was“ und jeder hat gute Vorschläge, wie eine Öffnung am besten passieren kann und wie die Steuergelder, also unser aller Gelder am besten verteilt werden können und wie diese unsere Gelder dann doch Unternehmen retten sollen. Dass VW und Adidas hier schreien müssen, schmerzt aber dennoch…. Unser Geld für Firmen, die tricksten und satte Gewinne erwirtschafteten und die davon nur geringe Rücklagen bildeten… Aber klar 50.000 Arbeitsplätze….
Und doch es klingt alles ein wenig nach „Wünsch dir was…“ und alles ist erlaubt zu fordern…. Das Leben ist kein Wunschkonzert, auch und gerade nicht für die Großen, die eigentlich von unserer aller Leistung profitierten. Und dennoch Rettungspakete sind richtig und antizyklische Konjunkturpolitik auch. Arbeitslosenzahlen wie in Amerika braucht kein Mensch und schon gar nicht am Vorabend des 1. Mai. Aber bitte kein „Wünsch dir was„ von Konzernen, während es bei den Familien vor Ort immer prekärer wird. Darum alles mit Maß und Ziel und vor allem die Schwachen, ohne laute Stimme nicht vergessen, das ist der Wunsch zum ersten Mai.
Ihr Jörn Künne

 

Dienstag, den 28. April 2020

Die gute Nachricht:
Das Leben wird lockerer und das Wetter wird schlecht. Beides sind gute Nachrichten, denn die Klimakrise war ja nie weg. Regen ist so dringend nötig, wie wohl im Trockenjahr 1947 das letzte Mal. Darum ist der angekündigte Regen für die kommenden Tage zumindest eine Linderung der Trockenzeit bei uns. Gleichzeitig verhindert der Regen auch, dass die Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen dazu verführen über die Stränge zu schlagen und damit viele neue Infektionsketten beginnen. Gleichzeitig gibt es Grund zu vorsichtigem Optimismus, dass es gelingt Corona einzugrenzen und den Blick wieder auf mindestens genauso bedrohliche Themen zu richten, wie eben die erschreckende Trockenheit bei uns.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
In unserem Gesangbuch unter der Nummer 454 steht folgendes Lied:
1. Auf und macht die Herzen weit, euern Mund zum Lob bereit!
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
2. Gottes Wort erschafft die Welt, hat die Finsternis erhellt.
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
3. Gottes Macht schützt, was er schuf, den Geplagten gilt sein Ruf.
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
6. Darum macht die Herzen weit, euren Mund zum Lob bereit!
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
Der Text ist schon (oder erst) siebzig Jahre alt, die Melodie beruht jedoch auf einen alten chinesischen Tempelgesang. Es ist nicht alles schlecht was aus China kommt. Auch nicht jenes Morgengebet aus China, das ich beim Surfen im Internet gefunden habe:

Herr, erwecke Deine Kirche und fange bei mir an.
Herr, baue Deine Gemeinde auf und fange bei mir an.
Herr, lass Frieden und Gotteserkenntnis überall auf Erden kommen und fange bei mir an.
Herr, bringe Deine Liebe und Wahrheit zu allen Menschen und fange bei mir an. Amen


Mein Lieblingsbibelvers: Markus „Mike“ Neugebauer (Kirchenvorstand)
Meine biblische Lieblingsgeschichte ist eindeutig im Lukas-Evangelium 15, 11-32 mit den unterschiedlichen Titeln: „Der verlorene Sohn“ bzw. „Das Gleichnis von den beiden Söhnen“ bzw. „Der liebende Vater“. In dieser Geschichte geht es um so viele Lebens- und Glaubenswahrheiten, dass man damit womöglich eine ganze Bibelwoche gestalten könnte… und ich bin auch sehr dankbar, dass dies das Leitbild unserer Kirchengemeinde ist bzw. über viele Jahre war.

V11-13: Die Geschichte beginnt damit, dass der jüngere Sohn aus seinem gut bürgerlichen, wohlhabenden Leben „ausbrechen“ möchte, von seinem Vater sein Erbe einfordert und ihn dabei bis auf die Knochen blamiert; denn es bedeutet: „Vater, ich wünschte, du wärst tot … lass‘ uns so tun als ob und gib‘ mir meinen Anteil!“ – Stichwort: Aufbruch des Aussteigers – öffentliche Blamage und massive Enttäuschung des Vaters und dennoch Verständnis, weil er das Herz seines Sohnes sieht , der einen unersättlichen Lebensdurst hat und meint, weit draußen fernab von seiner Familie und Heimat das wahre Leben zu finden. Weit gefehlt!

V14-19: Der jüngere Sohn verprasst ALLES – ein immenses Vermögen … übertragen in die heutige Zeit dürften das Unsummen – vielleicht Millionen - gewesen sein! Das Hoffnungsvolle: In der Gosse am Schweinetrog kommt er zur Einsicht, tut Buße, kehrt um zu seinem Vater mit den Worten: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße…“ – Stichwort: Buße, Reue und Umkehr

V20-24: Das vorläufige Happy-End: Der liebende Vater rennt seinem heimkehrenden Sohn entgegen und blamiert sich aus lauter Liebe ein zweites Mal, denn seine Liebe ist größer als alles andere! Der Vater richtet ein großes Fest aus, weil sein jüngerer Sohn nun wieder daheim ist … und versöhnend zurück ins Leben gefunden hat. – Stichwort: Liebe – Versöhnung – aufeinander zugehen – großes Fest feiern und andere am Lebensglück teilhaben lassen.
An dieser Stelle spielt auch die Glaubenswahrheit hinein, dass Gott das Verlorene sucht (siehe V4-10) … und es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

V25-32: Nun kommt der ältere Sohn ins Spiel, der treu und gehorsam immer der Arbeit seines Vaters nachgegangen ist, aber ähnlich wie Marta vielleicht nur oder verstärkt die Arbeit sah … und weniger die Herzenshaltung. Natürlich hat man auch mit dem älteren Sohn Verständnis, aber was ihm fehlt, war der Blick für das Wesentliche im Leben … und man kann auch nicht sagen, dass er verantwortungsbewusst gehandelt hat, denn damals war der ältere Sohn dafür verantwortlich, auf das Wohl des jüngeren zu achten … der ältere Sohn hat im Grunde an seiner Berufung und letztlich dem Sinn des Lebens vorbeigelebt. – Stichwort: Sind wir in der richtigen Spur? Wer ist mein jüngerer Bruder bzw. Nächster? Lebe ich am Sinn meines Lebens vorbei? Bin ich dankbar, für all das Wunderschöne in meinem Leben oder nehme ich es als Selbstverständlichkeit hin?

Jede Passage bewegt mein Herz, weil ich Vater von zwei Söhnen bin, wo gewisse Vergleiche (zumindest beim jüngeren Sohn) nicht unangebracht sind … und es treibt mir immer wieder Tränen in die Augen, wenn ich von der Liebe des Vaters überwältigt werde. Beim älteren Sohn hinterfrage ich auch immer wieder mein Leben, meine Herzenshaltung und meinen Umgang mit meinem Nächsten! Eine wirklich sehr bewegende Geschichte … mehr geht nicht.

Der biblische Lesetipp: Lukas 15
Das Schlamperkapitel aus dem Lukasevangelium ist der heutige biblische Lesetipp. Im 15. Kapitel seines Evangeliums erzählt Lukas drei Gleichnisse, in denen etwas, oder jemand verloren geht. Der Vater schließt den verloren geglaubten Sohn in die Arme, die Hausfrau freut sich über den wiedergefundenen Groschen und der Hirte macht sich auf die Suche nach dem verlorenen Schaf. Verloren geglaubtes wird wiedergefunden und am Ende rennt Gott uns voller Freude entgegen, denn Verlorenes wird von Gott gesucht und gefunden. Doch lesen Sie selbst – Link zum Bibelserver
https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas15

Die Wochen-Aktion: „Schreib mal wieder!“
Erinnern Sie sich noch an handgeschriebene Karten und Briefgrüße? Die Freude aus dem Briefkasten nicht nur Rechnungen und Werbung zu holen? Corona bietet die Chance Anderen wieder eine Freude zu bereiten und die wachsenden Mauern der Einsamkeit zu durchbrechen. Darum machen Sie mit bei der Aktion „Vergiss mein nicht“, schreiben Sie eine Karte und schicken Sie diese an Menschen, die vielleicht gerade besonders unter den Kontaktbeschränkungen leiden müssen. Die Kirchengemeinde Roßtal unterstützt diese Aktion mit Karten, die in der Kirche abgeholt werden können.

Aus dem Gemeindeleben:

We proudly present Toni
Wir freuen uns Ihnen Toni den Nachwuchs unserer Wanderfalken Harold und Ella, fotografiert von Kurt Hussong, dem Falkenkenner aus Fürth, zeigen zu können. Nachdem Corona und die Wohnvorlieben der Eltern ein erneutes Falken TV, also die Installation einer Kamera verhindert haben, ist das jetzt das erste offizielle Foto des roßtaler Falkennachwuchses.

Michael Bauer spielt
Wie jeden Mittwoch und jeden Freitag um 10 Uhr an der Orgel der Laurentiuskirche Roßtal.

Gebet für Roßtal
Jeden Abend um 18 Uhr nach dem Gebetsläuten spricht ein Geistlicher der Kirchengemeinde ein Gebet für Roßtal in der Laurentiuskirche. Persönliche Anliegen, aber vor allem die Pandemie mit ihren Folgen und auch die anhaltende Dürre sind Themen dieses Gebetes für Roßtal

Brigitte Vogt an der Orgel:
"Großer Gott wir loben Dich" auf der Orgel der St.-Laurentius-Kirche mit einem kleinen Rundgang durch unserer Kirche. Hier gehts zum Video auf der Homepage für unsere Kirchenmusik oder direkt bei YouTube.

„Fensterln“ einmal anders
Heute Nachmittag um 16 Uhr baut die Kirchengemeinde wieder ihren Lautsprecher vor den Fenstern des sozialen Kompetenzzentrums auf. Und eine kurze Andacht der Hoffnung erschallt vor den Fenstern des roßtaler Altenheimes.

Ein Ausflug zu den schönsten Osterbrunnen
So könnte man die Bildergalerie von Günter Hochberger für diese Woche nennen. Verreisen Sie doch einfach in unserem schönen Franken und achten Sie auf die vielen Osterbrunnen. Hier geht es zum virtuellen Spaziergang (Bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Coronakommentar: Corona Lockerungen - dem Winterschlaf entkommen
Nur nicht übertreiben, ist das Motto der bayerischen Staatsregierung und ihrer Coronaregelungen das sei wichtig zum Schutz vor einer zweiten Welle der Infektionen. Dabei können sich die Menschen ein Beispiel an der Natur nehmen, wenn Tiere aus dem Winterschlaf erwachen.
Die Länge der Tage, der Anstieg der Temperaturen, der Hunger im Bauch. Dann weiß der Bär, es ist Zeit aus dem Winterschlaf aufzuwachen. Es ist Zeit aus der Höhle hervorzukommen und weiterzuleben. Wobei ein Bär weiß was wichtig ist und was er braucht und die nächsten Schritte führen ihn dorthin.
Und genau das ist jetzt unsere Situation. Wie aus dem Winterschlaf sich ins Leben zurückbewegen mit dem sicheren Instinkt, was ist wichtig in meinem Leben, was sind die Lebensmittel für mich.
Die rund 6 Wochen Lock down, die rund 40 Tage in der Wüste der Corona, waren und sind eine Zäsur und eine Pause, die keiner je vergessen wird. Wohl aber muss jetzt deutlich werden, was zählt und was brauche ich, was brauchen wir wirklich zum Leben und das in der richtigen Reihenfolge und ein klein wenig waren die Tage jetzt wie Winterschlaf. Wir haben mehr Pelz auf dem Kopf und auf dem Bauch ein paar Pfund mehr… Wir wissen wie Homeoffice geht und wir waren wochenlang nicht einkaufen und unsere Senioren waren fast, wie weggesperrt. Wer dann allein war, wer dann manchmal nur telefonieren konnte, der muss sich erst einmal akklimatisieren, gleichsam wie aus dem Winterschlaf aufwachen und sich aufwärmen und erst dann geht es los. Aber auch nicht mit dem alten Tempo, sondern gemach und nicht alles auf einmal und vor allem erst einmal das Wichtigste. Da können wir von all den Winterschläfern lernen, langsam tun, sich aufwärmen, alte Kontakte neu knüpfen, langsam nach vorne schauen und dann das Wichtigste zu erst.
Für die Bären heißt das sicher den Stoffwechsel in Gang bringen und sich auf die Nahrungssuche zu begeben. Und was ist für sie, was ist für uns das Wichtigste Was brauchen  Menschen nach dieser Zwangspause, um auch aus dem Kokon der Einsamkeit zu entkommen, um auch den Kokon der Selbstgespräche, der Stille, des verlangsamten Rhythmus zu durchbrechen…
Events, Fernreisen, Luxuseinkäufe, das sicher nicht, lange Kneipenabende, oder Fußballbundesligaspie, das sind sicher nette Dinge, aber sicher nicht das, was wir brauchen um aus dem Lock down aufzuwachen. Darum lernen wir von den Tieren, machen Langsam und nur das für uns wichtigste zuerst und vielleicht brauchen wir dann vieles andere gar nicht mehr und das schont Geldbeutel und Umwelt gleichermaßen.   Meint Ihr Jörn Künne

 

Montag, den 27. April 2020

Die gute Nachricht:
Es kehrt wieder ein Stück Leben in die Städte zurück. Auch in Bayern öffnen heute wieder kleinere Läden und es wird möglich schnell einmal im Lieblingsladen vorbeizuschauen. Immer mit Abstand und immer die Regeln befolgend mit Mundschutz. Aber man muss jetzt nicht mehr nur im Internet shoppen, oder eben verzichten, sondern Einkauf ganz real wird wieder möglich und das tut einfach gut.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Der 27. April 1986 war ein wunderschöner Sonntag im Frühling. Wir waren mit dem Fahrrad am Neckar unterwegs, saßen im Gras in der Sonne und haben Picknick gemacht. Abends hörten wir in den Nachrichten von der radioaktiven Wolke, die aus Tschernobyl Richtung Westen sich ausbreitet. Eine Gefahr, die man nicht sieht, die man nicht riecht, die man nicht spürt.
Der Aufenthalt draußen im Freien war gefährlich. Spielplätze lagen verlassen, Biergärten und Straßencafés waren leer. Viele schwangere Mütter sorgten sich um ihre ungeborenen Kinder. Die Bauern pflügten wunderschöne, aber verstrahlte Salatköpfe unter.
Wir hatten damals Angst. Wir beachteten die Anweisungen, die uns die Wissenschaftler und Politik gegeben haben.
Vierzehn Jahre später habe ich viele gesunde Mädchen und Jungen konfirmiert, die inzwischen oft selbst schon Eltern geworden sind. Wir haben überlebt, und das Leben, das einige Wochen lang fast stillstand, ging weiter.
Erhöre mich, HERR, wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, denn mir ist angst; erhöre mich eilends. (Psalm 69,17+18)

Der biblische Lesetipp: Matthäus 14. 22-34
Noch einmal ein Rettungs- und ein Glaubenswunder. Nein es geht nicht ums Nachahmen und versuchen. Keiner sollte auf der Spitzweed das Laufen versuchen, das bitte nicht, aber zu wissen Jesus zieht den sinkenden Petrus aus dem Wasser, das ist trostreich und es tut gut auf Gott vertrauend sich den Stürmen des Lebens zu stellen. Doch lesen Sie selber, die Erzählung vom sinkenden Petrus macht Mut und tut auch uns einfach gut. 

Neu der Lieblingsbibelvers:
An dieser Stelle berichten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher von ihren Lieblingsbibelversen. In loser Folge stellen sie vor, welche Worte sie ihr Leben lang begleiteten. Den Anfang macht Sybille Mrochen:
„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich.“ Psalm 23, 4

Immer wieder gibt es in unserem Leben Stunden, Tage und Begebenheiten die uns betrüben und traurig machen. Für mich ist die Gewissheit, dass Gott bei mir ist Trost und Sicherheit. Gerade dann wenn ich keine Lösung weiß oder voll Bangen auf ein wichtiges Ergebnis, wie ein Arztbesuch, warte. Schön ist es auch wenn unverhofft etwas Gutes oder Positives passiert. Da sag ich danke, mit einem Blick nach oben. „ Denn du bist bei mir.“

Ein Psalm Davids. „Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten!“ Psalm 27, 1

Die Aktion der Woche: „Vergiss-mein-nicht!“ - 5 Karten gegen die Vereinsamung  
Seit fast zwei Monaten hält Corona uns Bayern im Griff. Seit fast zwei Monaten reduziert das Virus die persönlichen Kontakte auf ein Minimum. Die engste Familie, Arbeitskollegen und manchmal beim Einkaufen. Damit die Vereinsamung vieler Alleinstehenden, Älteren und chronisch Kranken ein wenig gelindert wird, gibt es diese Woche eine erste Challenge, eine Herausforderung mit der Bitte sich vielfach daran zu beteiligen. „Schreib mal wieder“ heißt die Aufgabe der Woche. Wenn viele Gemeindeglieder in der kommenden Woche nur fünf Postkarten schreiben und einen Gruß  mit der Post an einen Menschen schicken, schenken Sie fünfmal Freude und egal, ob Jung, oder Alt die klassische Post zeigt: Ich denke an Dich und das sehr persönlich. Um diese Aktion schreib mal wieder zu unterstützen liegen in der Laurentiuskirche liegen Karten mit Motiven unserer Kirche auf dem Schriftentisch aus. Und die Challenge beginnt. Fünf Karten an Menschen, von denen Sie lange nichts gehört haben. Schick Freude mit der Aktion „Vergiss-mein-nicht!“ – eine Karte gegen die Vereinsamung.

Aus dem Gemeindeleben:

Eine Gebrauchsanweisung für den neuen Kirchenboten
In diesen Tagen, liegt der Kirchenbote Ausgabe Mai in den Briefkästen der Roßtalerinnen und Roßtaler und der Weinzierleiner, Sichersdorfer und Oberbüchleiner. Selbstverständlich wird nicht gesammelt und auch das, sonst im Mai, übliche Kirchgeldschreiben liegt nicht bei. Dafür aber soll der Kirchenbote Kontakt mit der Gemeinde halten und da bei Redaktionsschluss (Anfang April) noch nicht bekannt war, wie sich die Pandemie und das kirchliche Leben weiterentwickeln, stehen alle Gottesdienste und alle geplanten Veranstaltungen in diesem Heft. Nachdem sich die Kirchengemeinde an die staatlichen Vorgaben halten muss, sind aus heutiger Sicht die meisten Veranstaltungshinweise und Gruppeninformationen hinfällig. Es gibt keine Seniorenkreise und keine Chorproben und was Andachten und Gottesdienste betrifft so wird es ab dem 10. Mai einen ganz zaghaften Wiederbeginn geben. Sobald Näheres bekannt ist, wird es im Coronatagebuch und in der Zeitung zu lesen sein.

Neues zum Gottesdienstlichen Leben? Fragen an die Gemeinde. Wie halten Sie es mit Abstandsregeln? Wie gerne tragen Sie einen Mundschutz? Waren Lieder im Gottesdienst nicht immer einer der Gründe, warum Sie kamen? Wie gehen sie damit um, wenn Sie der 51. Besucher sein sollten, oder der 16.? Und gehören Sie zu einer der Risikogruppen? Viele, viele Fragen - Kirchenleitung und das roßtaler Hauptamtlichenteam werden zusammen mit dem Kirchenvorstand nach Lösungen ab dem 10. Mai suchen und hier berichten.

Trockenheit und Pandemie
Sind die Themen der abendlichen Gebete des Hauptamtlichenteams. Jeden Abend um 18 Uhr nach dem Läuten der Gebetsglocken spricht einer der Hauptamtlichen ein Gebet für den Ort. Diese Woche steht die Pandemie und die schreckliche Trockenheit im Mittelpunkt des Nachdenkens. Und zur Erinnerung: Das Abendläuten beendet nicht nur den Arbeitstag, sondern lädt ein zum Mitbeten und das in dieser Woche rund um die Themen Trockenheit in unserem Landstrich und Corona und die Folgen.

Printausgabe – vergriffen
200 Exemplare zählte die letzte Druckausgabe des Coronatagebuches, die noch am Wochenende vergriffen war. Falls Sie das Tagebuch für jemanden ausdrucken möchten finden Sie hier das pdf-Dokument

Fünf Wünsche für die Zeit danach: Hans Wölfel Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Fürth
1. Die mutigen und selbstlosen Menschen - oft in einfachen Berufen - die uns das Leben in der Krise möglich machen, bekommen einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft, dauerhaft höheres Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen.
2. Die Verantwortlichen der in der Krise geretteten Unternehmen erweisen sich der Hilfen würdig.
3. Gescheiterte Existenzen finden schnell wieder eine Perspektive.
4. Die naive und gewinnmaximierende Form der Globalisierung ist beendet. Lokales und regionales Handeln stehen an erster Stelle.
5. Termine und Veranstaltungen sind auf ein erträgliches Maß reduziert. Die atemlose Hektik ist vorbei.

Faszination Osterbrunnen:
So könnte man die Bildergalerie von Günter Hochberger für diese Woche nennen. Verreisen Sie doch einfach in unserem schönen Franken und achten Sie auf die vielen Osterbrunnen. Hier geht es zum virtuellen Spaziergang (Bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Kindertipp: Experimente für Zuhause
Broschüre der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. soll Kinder dazu anregen, selber zu experimentieren und genau wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untereinander oder mit anderen über ihre Ergebnisse zu diskutieren. Hier geht es zum Download der 33-seitigen Broschüre.

Der Coronakommentar: So soll es nicht mehr weitergehen!
Die Geschäfte öffnen heute wieder, es soll nicht mehr so weitergehen, das ist der Wunsch aller. Damit sind aber nicht allein die Coronabeschränkungen gemeint, deren Ende auch jeder herbeisehnt, sondern da sind sich fast alle Roßtalerinnen und Roßtaler einig: Die Pandemie ist auch ein Anstoß über Lebens- und Arbeitsweisen nachzudenken und sich auf die Suche nach Alternativen zu begeben. Immer wieder kommen diese Sätze:  Das musste einmal kommen, ein weiter so geht einfach nicht mehr. Es gibt Grenzen des Wachstums und Jeder weiß: das Höher, Schneller, Weiter, - das immer Mehrhabenwollen, - das kann nicht der Weg sein, irgendwann ist selbst unsere Welt endlich. Und das Nachdenken hat begonnen: eine Rückkehr zur Normalität kann nicht eine Rückkehr zum System vorher sein. Die Rückkehr zur Normalität wird zu einer anderen Normalität führen müssen, als bisher. Denn eine Welt auf immer neuen Rekordjagden ist keine lebenswerte Welt und ist für Krankheiten anfällig, ja ist selber krank. Und Homeoffice und Digitalisierungsschub in diesen Tagen, dürfen das Tempo hinterher nicht noch mehr erhöhen. Außerdem wurden in dieser Zeit auch andere Werte gelebt und neu gelernt. Familie, der Garten, Zeit haben, Sport im Freien, die nähere Umgebung. Dazu die großen existentiellen Erfahrungen: Krankheit und Sorge, Angst und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Solidarität und nach wie vor Verantwortung für die Menschen in den armen Ländern des Südens oder auch innerhalb Europas. Der Wert des Menschen und wir setzen uns füreinander ein und ein 99 jähriger Brite ist der beste Coronaspendensammler der Welt, weil hinter seinem Handeln ein Mensch steht und es in dieser Krise und dann auch Hinterher immer um die Menschen geht. 
In vielen Gesprächen sind das die Themen der Roßtaler, sind das die Beiträge zum Weiterdenken und dem Denken folgt das Handeln. Es wird für die meisten kein weiter so, sondern ein anders weiter werden und das lasst uns im Gespräch und im Handeln suchen und versuchen. Meint Ihr Jörn Künne

 

Samstag, den 25. April 2020

Die gute Nachricht:
Man lernt nie aus! Der Mensch lernt solange er lebt. Es bleibt dabei, wo immer Menschen leben, sie lernen ständig dazu. In diesen Zeiten natürlich jeden Tag. Corona schafft einen hohen Lerndruck, aber wir sind ganz gut unterwegs. Wann habe ich eine Maske auf, wann nicht, welches Geschäft hat mehr als 800 Quadratmeter und wie komme ich auch ohne Friseur aus und mache mein Haar, so, dass ich mich trotzdem aus dem Haus traue zum Sport, oder aus triftigem Grund….  Und die Streber wissen auch: was gilt jetzt in Hessen und was machen die Berliner?
Ok, manches verwirrt auch und es tut gut, dass wir uns auf unsere bayrischen Regeln beschränken können. Und vermutlich wird uns noch Einiges an Lernstoff zugemutet, ganz analog und durchs Leben. Und darum ist es gut, dass wir lernfähig sind und lernwillig auch, denn die Zensur stellt diesmal die Krankheit aus…. Gut also, dass wir lernfähig sind.

Eine Hoffnungsgeschichte aus der Bibel:  Lukas 8.22-25
Ein tosendes Meer, Sturm, ein kleines Boot und die Angst der Jünger; das sind die Zutaten dieser kleinen Hoffnungsgeschichte. Die Jünger im Sturm und sie entdecken, wenn Jesus mit in Boot sitzt, dann brauchen sie in den Stürmen des Lebens keine Angst zu haben. Allerdings stellt sich ihnen dann doch die Frage, wie groß ist unser Glaube und das Vertrauen, dass es mit Gott an der Seite gut ausgehen wird. Aber lesen Sie selber und entdecken Sie sich in den Stürmen unserer Zeit geborgen in Gottes Hand.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Am Sonntag wäre Konfirmation in Buchschwabach gewesen, aber wie so Vieles in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen muss sie verschoben werden. Zur Konfirmation haben wir allen Familien eine Videobotschaft mit Bildern aus unserer gemeinsamen Konfirmandenzeit gesendet. Eine der Antworten darauf war das Bild von einem wunderschön gedeckten Konfirmations-Brunch-Tisch, auf dem der aufgeklappte Computer stand und unsere Videobotschaft zu sehen war.
Ich fand das süß. In der Zeit des Home-Schooling und des Home-Office und der Beschränkung auf die Hausgemeinschaft ist die Gefahr groß, dass jeder Tag wie der andere wird. Ohne Sonntag hat die Woche nur noch Werktage.
Auch wenn Sie keinen Konfirmanden in der Hausgemeinschaft haben, machen Sie doch mal einen Tag in der Woche zu etwas Besonderem, frühstücken Sie miteinander oder machen Sie eine Cocktailparty am Abend (es gibt auch gute nicht-alkoholische Cocktails), gestalten Sie einen Spielenachmittag oder einen altmodischen Dia-Abend mit Bildern von Ihrem Handy oder … vielleicht fällt Ihnen etwas ganz anderes Tolles ein.
Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. (1. Buch Mose 2,2)

Fünf Wünsche für die Zeit nach Corona: Martin Horneber (Kirchenvorstand)
Es gibt so Tage, da stehe ich mit einem dumpfen Gefühl auf, und die Last, Unsicherheit und Ängste haben mich im Schlaf beschäftigt. Und trotz dem Sonnenschein und blauen Himmel draußen ist meine Stimmung trüb.
Und genauso ein Tag ist heute und damit der richtige Tag, um mir über 5 Wünsche für die Zeit nach Corona Gedanken zu machen.

1. Zuallererst wünsche ich mir, dass wir das Richtige lernen und mitnehmen aus Corona. Die guten Lerneffekte sind ja: wir rücken näher zusammen, wir schätzen den Wert von direktem Kontakt, Begegnung. Das Falsche lernen wäre: das war halt eine Krise, und ist jetzt rum und jetzt geht so weiter wie vorher. Betriebsunfall!

2. Ich wünsche mir die dauerhafte Erkenntnis, dass wir mit Krisen umgehen können und müssen! Und nicht nur mit solchen, die direkt und unmittelbar das Leben betreffen, wie eben Corona. Ich weiß wohl, dass unsere Hirne nicht dafür gebaut sind, auf langfristige Gefährdungen einzugehen, weil sie nicht sichtbar sind. Ich wünsche mir, dass wir uns bewusst machen, welche Gefahr Umweltzerstörung, Turbokapitalismus und ungebremster Ressourcenverbrauch sind und dass wir dabei dann ebenso entschlossen, zielstrebig und konsequent handeln.

3. Ich wünsche mir, dass wir den Wert von Regionalität, von Nachbarschaft, von lokaler Qualität in der globalisierten Welt erkennen und diese Erkenntnis sich in unserem täglichen Handeln auswirkt: beim Einkaufen, beim Bestellen im Internet (oder eben nicht!), beim Urlaubsziel, bei der Auswahl von Herstellern und Lieferanten.

4. Ich wünsche mir, dass wir falsche Ängste vor der Globalisierung bewusst erkennen und uns nicht ins Boxhorn jagen lassen von Vereinfachern und Schwarz-Weiß-Malern. Die Globalisierung ist eine riesige Herausforderung und ein friedliches und gerechtes Miteinander ist das grundlegende Ziel.
Diese Krise kann uns helfen, die Spielregeln dafür zu überdenken, ernsthaft, ehrlich und wertorientiert darüber nachzudenken, wie viele Vorteile es hat, wenn es gerecht zugeht, wenn Mitbestimmung und Demokratie gelten, wenn wir ein ausgewogenes Maß zwischen Lokalität und Globalisierung finden.

5. Ich wünsche mir, dass die Erkenntnis, wozu wir Menschen und wir als Gesellschaft in einer akuten Krise bereit sind etwas zu tun oder zu unterlassen uns den Mut und die Zuversicht gibt, auch andere Krisen anzugehen, zu meistern und das Richtige zu lernen. Krisen sind existentielle Herausforderungen.
Diese Krise zeigt uns, dass zusammen stehen, Zuversicht und Würde von Jung und Alt die Werte sind, mit denen wir als Gesellschaft leben und handeln wollen. Das ist ein gutes Mittel und ein Schutz gegen Hetze, dumpfe Parolen, gegen Empörungs-Unkultur und Sündenbock-Suche.

Wenn uns die Krise lehrt, nach dem tiefsten Erschrecken wieder mehr auf dem Boden der Tatsachen unserer natürlichen Grundlagen und der Verletzlichkeit des Lebens zu landen, dann haben wir glaube ich vieles gelernt, was wir auch in Zukunft sehr gut brauchen können!

Aus dem Gemeindeleben:


Die Printausgabe des Coronatagebuches
Liegt seit Freitagnachmittag in der Kirche und bei Blumen Fröschel aus und wartet auf Leserinnen und Leser. Nehmen Sie sich dieses Heft mit, bringen Sie es Ihren Seniorinnen und Senioren mit, für die diese Ausgabe extra gemacht ist.

Kirchturmblasen mit Stephen Jenkins
Wenn der letzte Glockenschlag verklungen ist, ertönt Stephen Jenkins Posaune erneut vom Kirchturm. Hoffnungslieder und alte Choräle, Musik zum mitschwingen wird auch an diesem Sonntagmorgen um 10 Uhr erklingen. Darum Fenster auf und hingehört, je nach Windrichtung ist Stephen überall in Roßtal zu hören….

Wilgards Terassenkonzert
Am Sonntagabend, wenn das 18 Uhr Läuten verstummt ist, spielt Wilgard Hübschmann auf Ihrer Terrasse und in ihrem Vorgarten mit der Gitarre und vielleicht schließen sich andere Musiker an und unterhalten sonntags um 18 Uhr Menschen aus der Nachbarschaft.

Die Sonntagsöffnung
Unsere Kirchen in Weitersdorf, Buttendorf und Großweismannsdorf sind am Sonntagnachmittag geöffnet. Ab 12 Uhr bis 18 Uhr stehen die Türen offen und die Osterkerzen brennen. Auch in Buchschwabach ist die Kirche von 14 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet. Und St. Laurentius ist wie jeden Tag von acht bis acht offen…

Die Bildergalerie Osterbrunnen:
Günter Hochberger aus Weitersdorf hat uns eine Bildergalerie mit Osterbrunnen zusammengestellt. Vielen Dank für diesen farbenfrohen Augenschmaus. Hier geht es zum virtuellen Spaziergang (Bitte im Vollbild-Modus betrachten)

Seniorentipps:
Das Amt für Gemeindedienst hat uns einige Tipps für Senioren zur Verfügung gestellt, die wir gerne an Sie weitergeben.

Gottesdienstprogramm:  
Anleitung für Gottesdienst@home von Diakon Gerhard Landes aus Veitsbronn/Obermichelbach
Aufgezeichneter Gottesdienst aus Wachendorf wird am Sonntag um 9:15 Uhr bei Franken Life (Facebook) gesendet und ist danach auf dem Youtube-Kanal der Kirchengemeinde Cadolzburg zu sehen.
Kindergottesdienst am Sonntag um 10 Uhr auf www.kirchemitkindern.digital.de

Coronakommentar: Haarige Probleme
So langsam wird es haarig, mit unserem Aussehen und mit noch ganz anderen Problemen, meint Ihr Pfarrer Jörn Künne und hat leider weder für die Haare, noch für die anderen Probleme eine Lösung.
Keine guten Zeiten für Spiegel. Der Blick dorthin, am frühen Morgen verführt zu sagen, ich kenn dich zwar nicht, aber ich wasch dich trotzdem. Nein, den Blick in den Spiegel meidet man zur Zeit gerne. Der Ansatz, der herauswächst und die natürliche Haarfarbe spitzt durch und wer ist schon gerne bei den grauen Panthern dabei? Die Frisuren, denen die Welle Dauer verleiht, der Pony, der das Kinn erreicht und dann erst wir Männer, Haarfrisuren Stand 1981. Noch keine wallenden Mähnen, aber ganz schön Wolle auf dem Kopf, oder doch gleich die Glatze mit dem Bartschneider machen? Und bei Manchen fehlen nur noch die Kotletten und wir wünschen uns die gelbschwarzen Mantas von Opel zurück….  Haarige Zeiten, haarige Probleme, aber lös- und ertragbare Probleme. Und wir werden an alte Zeiten erinnert und wir erinnern uns später an diese Zeit, wenn wir die Frisuren sehen und die Bilder, heute gemacht, anschauen. Und wir werden uns im Rückblick daran erinnern, wir haben es geschafft, damals 2020, dieses Virus zu bekämpfen und trotzdem fröhlich zu leben….
Allerdings, da gibt es noch eine ganze Reihe anderer haariger Probleme und deren Lösungen warten noch und teilweise schon recht lange. Damals, als  1979 die Dritte Welt Bewegung losging, oder die Sache mit der Kernkraft eskalierte, wir friedensbewegt waren, oder die Grünen warnten, wir haben nur die eine Welt und keine zweite in der Tasche. Damals, als wir Männer diese Frisuren schon einmal trugen zu Bundeswehr-Parkas und Jeans… da ploppten diese Themen schon auf. Und wir lösten sie nicht, weder als „Langhaarerte“, noch später. Teilerfolge gelangen, aber wenn jetzt der Exit folgen wird, und alle das „Weiter so“, mit einem enormen Spardruck verbunden, einfordern, dann  ist es höchste Zeit, diese ganzen haarigen Fragen mit einzubringen, zu diskutieren und zu lösen. Manche unserer Antworten werden deutlich weitergehend sein, müssen, als die damals bei Ziggi und Bier gefundenen.    Kurzum, es wird haarig werden…  Meint Ihr Pfarrer mit den langen Haaren.  
Ihr Jörn Künn

 

Freitag, der 24. April 2020

Die gute Nachricht:
Anders, als bei Epidemien vergangener Jahrtausende, weiß die Menschheit um die Ursachen der Krankheit heute. Und anders als zu Pestzeiten und in Choleratagen vergangener Jahrhunderte ist heute der Auslöser der Pandemie bekannt. Die ganze Welt kämpft mit dem Virus und die ganze Welt entwickelt Impfstoffe und Medikamente. Für eine Krankheit, die noch nicht einmal ein halbes Jahr alt ist, ist das ganz schön schnell und die Hoffnung ist berechtigt, dass die vernetzte Welt der Medizinforschung zu Erfolgen kommt und das Leben mit und trotz Corona wieder möglich wird.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Bei der Fahrt zu meiner Arbeitsstelle in Roßtal fahre ich einen Teil des Weges durch das Knoblauchsland. Auf manchen Feldern sehe ich schon die Maschinen, die den Boden bearbeiten oder die Spargelstecher mit ihren Körben durch die Furchen gehen. Viele andere Felder sind noch leer, der Boden ist umgebrochen, aber für mein Auge hat sich nichts getan. Ist hier der Samen schon ausgestreut oder warten die Landwirte auf die Saisonkräfte, die dann den Salat und Anderes pflanzen?
Bei all den Sorgen, die uns umtreiben, bei all den Ängsten, die uns lähmen und mutlos machen: Es gibt ein Leben nach Corona. Und jetzt wird der Samen dafür gelegt. Auf unseren Feldern, in unseren Gärten wird jetzt angepflanzt, was wir im Herbst ernten und wovon wir im Winter leben werden.
Möge Gott uns Sonne und Regen, Frost und Hitze geben, alles zu seiner Zeit,
damit wir im Herbst wieder eine Ernte einbringen können.
Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. (Psalm 145,16)

Das gute Wort: Lukas 10, 25-36  Der barmherzige Samariter
Das ist die biblische Geschichte für unsere Zeit. Das ist das Wort zum Nachdenken, nicht nur heute. Der barmherzige Samariter, aus Kindertagen vertraut, handelt und hilft, dort wo es nötig ist, dem der es nötig hat. Sein eigenes Leben setzt er damit allen Gefahren aus, denn die Räuberbande könnte ja immer noch auf weitere Beute lauern. Und als Samariter, also als Mensch aus Samaria, hätte er keine Verpflichtung gehabt, einzugreifen und zu handeln. So aber sorgt er dafür, dass der verletzte Reisende gerettet wird und die bestmögliche Versorgung erhält. Und damit wird er zum Maßstab der Nächstenliebe für alle Zeiten.  Aber lesen Sie selber:

Das Kochrezept: Langosch und das berühmte Zeltlagerstockbrot der Evangelischen Jugend
Mit dem Langos kann man eine ganze Gruppe von 20 Menschen versorgen und mit dem Stockbrot weitere 10 Personen. Hier geht es zum Rezept-pdf. Bitte achten Sie auch auf die mögliche Waldbrandgefahr.

Aus dem Gemeindeleben:

Kirchturmblasen statt Trübsal blasen
Freuen Sie sich wieder auf Sonntag. Denn auch an diesem Sonntag spielt der Leiter des Posaunenchores Roßtal Stephen Jenkins auf dem Kirchturm und  erfreut mit seinen Melodien die Menschen im ganzen oberen Markt. Öffnen Sie einfach zum Läuten der Kirchenglocken um 10 Uhr Ihre Fenster und lauschen Sie. Und wenn der Wind richtig steht, dann spüren Sie die Kraft der Musik.

Sonntag 18 Uhr Hoffnungsmusik in der Frankenmuther Straße
Ein weiteres kleines Terassenkonzert gibt Wilgard Hübschmann am Sonntag um 18 Uhr in ihrem Garten und auf ihrer Terrasse. Wer zufällig an diesem Abend dort seinen Spaziergang macht, geht beschwingt nach Hause. Und vielleicht motiviert ihr Beispiel noch weitere Musikerinnen und Musiker gegen 18 Uhr ihre Instrumente auszupacken und für Andere zu spielen.

Das Coronatagebuch auch ausgedruckt:
Heute Nachmittag liegt es wieder aus, das gedruckte Coronatagebuch mit der Zusammenfassung der letzten Woche. Druckexemplare können in der Kirche und bei Blumen Fröschel mitgenommen werden. Falls Sie das Tagebuch für jemanden ausdrucken möchten finden Sie hier das pdf-Dokument. Bitte drücken Sie bei Tippfehlern ein Auge zu und schmunzeln Sie einfach darüber hinweg.


Basteltipp: Heimische Vögel als Papiermosaik oder Ausmalbild
Das ARD Buffet hat eine schöne Videobastelanleitung mit Vorlagen bereit gestellt.
Die heimische Vogelwelt ist ein aktuelles Thema. Diese Grußkarten oder Wandschmuckbilder sind das ganze Jahr aktuell und ein schönes Geschenk für die Großeltern, Freunde oder zum Muttertag.


Gottesdiensthinweise fürs Wochenende:

Übersichtstabelle zu Kirche im Fernsehen, Radio und Internet als pdf-Dokument und Übersichtskarte der Evangelischen Funkagentur.

Jeden Sonntag, 10:32 Uhr, Bayern 1: Evangelische Morgenfeier. Danach in der in der Mediathek
Jeden zweiten Sonntag ab 10.05, Deutschlandfunk (DLF) Gottesdienst (Informationen unter www.rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/) Nächste Termine 22.3. / 5.4. (im Wechsel mit ZDF).
Jeden zweiten Sonntag um 9.30 Uhr, ZDF: evangelischer Gottesdienst. Nächster Termin 26.4. (im Wechsel mit DLF)


Coronagedanken:
Es gibt ein Leben auch neben all den Herausforderungen durch Corona. Das Virus und die Pandemie dürfen unser Denken und Leben nicht allein bestimmen. Zeit, den Blick aufs Frühjahr zu lenken und das Leben zu feiern.
Plötzlich saß er da, der Storch auf dem Pfarrhaus. Heimgekehrt aus dem tiefen Süden Afrikas, wohl auf der Durchreise in den Zenngrund oder auf dem Weg in den Norden, rastete der Storch auf dem Dach des ersten Pfarrhauses. Ein Zeichen, natürlich ein Zeichen. Das Zeichen dafür, dass  es ganz banal Frühjahr ist und die Störche zurück sind, aber natürlich auch ein Zeichen fürs Leben, das überall zu sehen ist, aber nur, wenn man hinschaut
Es ist Frühjahr und der Wiesengrund leuchtet im Gelb des Löwenzahns. Es ist Frühjahr und die Bäume treiben aus, überall erst grüne Schatten und dann über Nacht ein Blättermeer. Vogelgesang am Morgen und die Amsel schmettert am Abend mit den Kirchenglocken um die Wette. Ein blauer Himmel, wie selten. Dazu die Sonne auf der Haut, endlich warm.
Käfer und Schmetterlinge und an geschützten Stellen der blühende Flieder und er braucht Sonnenschein, damit er duftet.  Gut, es ist überall zu trocken und natürlich, jeder weiß um Corona, aber die Lust am Leben mitten im Frühjahr kann uns das Virus nicht nehmen. Die Kinder toben im Garten, und der Weißwein für den Abend ist kaltgestellt. Das Telefonat mit der Oma gab Entwarnung und mit den Enkeln wurde geskypt. Ja, es ist Leben und der Storch auf dem Pfarrhaus mahnt, schaut hin, das Leben in diesem Frühjahr ist nicht abgesagt. Das Leben ist da, heute und gerade in diesen unwirklich schönen Tagen unter dieser unwirklich schwerwiegenden Bedrohung. Aber das Leben ist da und das lasst uns dieses Wochenende, mit Abstand und mit Mundschutz, entdecken und nutzen und leben und feiern. Corona ist nicht alles. Und ein Storch auf dem Dach ist immer ein Zeichen fürs Leben.

 

 

Donnerstag, den 23. April 2020

Die gute Nachricht
Azurblau und Sternenlicht. Der Blick zum Himmel lohnt. Zwar hat kein Regen den Himmel abgewischt, aber die fehlenden Flugzeuge und die eingeschränkte Industrieproduktion und nicht zu vergessen, der deutlich reduzierte Verkehr, sie alle führen zu einer deutlich besseren Luft, erkennbar daran, dass die Abgase eines vorbeifahrenden Autos noch lange in der Luft zu erschnuppern sind… probieren sie es aus….
Die Luft ist klar, der Himmel südfranzösisch blau und die Sterne funkeln nachts am Firmament und wer eine Sternschnuppe in den letzten Tagen sah, konnte sich das Ende der Coronakrise wünschen. Und dann erst der hellste Stern am Firmament, hier zeigt sich Venus in ihrer ganzen Schönheit und auch solche stillen Momente unter dem Himmelszelt sind Coronamomente….

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Die ermutigende Geschichte Josef und seine Brüder
Mitten ins gestresste Familienleben hinein greift die kleine Novelle Josef und seine Brüder. Alles, was zu einem großen, oder auch kleinen Corona Lagerkoller gehört, findet sich hier wieder. Tragische Verwicklungen, Gestrafte Eltern, Geschwisterzank und Hass. Vergebung und Liebe, Verführung und die Führung durch Gott, all das und noch viel mehr beinhaltet der Lesetipp zum Wochenende. Josef und seine Brüder durch die Jahre zu begleiten und in den Plagen auch unsere Zeit wieder entdecken, das ist möglich, wenn Sie sich eine halbe Stunde auf die Terrasse setzen und die Josefsgeschichte aufschlagen: Die entzückende biblische Geschichte von Josef und seinen Brüdern findet sich im 1. Buch Mose von Kapitel 37 bis 50 wieder.

5 Wünsche an die Zukunft von Ronja:
Eines ist sicher: Den Kampf um Klopapier, Desinfektionsmittel und Nudeln wollen wir langsam aber sicher hinter uns bringen. Dennoch habe ich mir Gedanken gemacht, was denn Gutes durch das Corona-Virus passiert ist. Was möchte ich, das bleibt? Was vermisse ich? Was vermisse ich überhaupt nicht?

Ich wünsche mir zuallererst, dass die Hilfsbereitschaft erhalten bleibt. Sei es das Einkaufen der Nachbarn für die Älteren, oder das Durchhaltevermögen der tapferen Notfallsanitäter die mehrfach mit COVID-19 Erkrankten in Berührung gekommen sind. Die Solidarität untereinander ist stark bemerkbar, das sollte auch für die Zukunft erhalten bleiben.

Mein zweiter Wunsch ist, dass wir bald wieder normal zur Schule bzw. in die Arbeit gehen können, ohne Angst haben zu müssen, ein Gast einer riesigen “Corona-Party” zu sein. Auch wenn es heutzutage durch digitale Kommunikationstechnologien durchaus möglich ist, den Unterricht zu Hause stattfinden zu lassen, bin ich dennoch ein Fan der Schule, als Begegnungsstätte und Ort des Lernens, und lasse mir den Unterricht am liebsten gut verständlich vortragen.

Dazu kommt, dass dadurch, dass sich keine Menschenmassen ansammeln dürfen, die Existenz einiger Freizeitstätten, die von Besuchern leben, sehr gefährdet ist und dass ehrenamtliche Beteiligungen, die oft sehr wichtig für manche Bereiche in unserer Gesellschaft sind, nicht stattfinden können. Beispielsweise werden Tiergärten gezwungen Notpläne für die Schlachtung ihrer Tiere zu erstellen, da sie neben den Spenden schließlich keine weiteren Einkommen mehr haben. Deshalb wünsche ich mir von Herzen, dass es trotzdem gelingt, das alles zu erhalten und dass das Engagement und die Motivation der Ehrenamtlichen trotz dieser längeren Pause nicht kaputtgeht.

Außerdem ist mir persönlich aufgefallen, dass Nachhaltigkeit ein sehr wichtiger Wert für mich geworden ist, und ich denke, dass mir hierbei einige zustimmen können. Und damit meine ich nicht zwingend, dass ich nur noch darauf achte, regionale Produkte zu kaufen, sondern, dass mir generell mein Verbrauch und Konsum bewusst geworden sind. Wodurch ich auch gelernt habe zu verzichten, auch wenn einmal keine Tafel Schokolade mehr daheim ist, ich sehr reflektiert über diese kritische Lage nachgedacht habe, ob es nun wirklich nötig ist in den Supermarkt zu gehen, oder ob ich damit noch ein paar Tage warten kann, um das dann bei einem etwas größeren Einkauf zu erledigen. Ich wünsche mir, dass wir weiterhin mehr über unseren Verbrauch nachdenken und aufgrund gleicher Anschauungen und Ziele bereit sind, zu verzichten.

Mein letzter Wunsch ist, für uns alle, dass die Dinge die uns bewusst geworden sind, noch etwas länger anhalten, wir sie auf uns wirken lassen, und sich dadurch vielleicht nachhaltige Veränderungen in uns selbst, aber auch für die Gesellschaft entwickeln können, die uns für die Zukunft stärken, denn diese Krise wird sicherlich nicht die letzte gewesen sein. Daher hoffe ich, dass wir daran reifen und die Zukunft gemeinsam positiv gestalten.

Aus dem Gemeindeleben
 
Öffnungszeiten Weltladen:
Donnerstag 14:00–18:00 Uhr und Samstag 09:00–12:00 Uhr
Sie haben die Möglichkeit während der Öffnungszeiten zu bestellen – Tel: 0160 9108 69 72. Die Bestellung können Sie (während der Öffnungszeiten) abholen oder liefern lassen.

Printausgabe Coronatagebuch:
Die zweite Printausgabe unseres Coronatagebuches liegt ab morgen Nachmittag in der Laurentiuskirche und beim Obst- und Gemüsegeschäft Fröschel auf. Darin finden sich alle Artikel vom letzten Donnerstag an, bis zum 23.04.
Bitte nehmen Sie das Coronatagebuch mit und bringen Sie es Menschen, die noch nicht digital unterwegs sind mit.
 
Der neue Kirchenbote:
Ab Freitag gibt es den neuen Kirchenboten. Dieser besteht aus zwei Teilen. Einer Zusammenschau von Coronaerfahrungen von Mitarbeitenden aus der Kirchengemeinde und aus dem üblichen Serviceteil. Dieser enthält unser Programm, wie es normal gewesen wäre. Welche Gottesdienste ab wann und von wem gehalten werden dürfen ist noch nicht absehbar. Wir informieren auf diesen Seiten und in der Presse, welche Termine jetzt wirklich stattfinden können.

Fensterln einmal anders:
Vor den Fenstern des AWO Heimes fand am Dienstag zur gewohnten Zeit eine Freiluft Kurzandacht statt. Viele Fenster waren geöffnet, als Brigitte Stief und Jörn Künne mit Hilfe des Friedhofslautsprechers eine kurze österliche Andacht für die seit Wochen in Quarantäne befindlichen Menschen im Heim, gestalteten. Vertraute Lieder, vertraute Texte unter einem strahlend blauen Himmel machten Hoffnung und schenkten neuen Mut in schwieriger Zeit.

Bilder des Frühlings:
Ein virtueller Spaziergang mit Bilder von Günter Hochberger - klicken Sie einfach hier. (Das hinterlegte pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Der Kindergartengruß:
Wir von der ev. Kita Regenbogenland, sind gerade in dieser besonderen Zeit in der Notbetreuung für unsere Kleinsten jeden Tag vor Ort.
Und wollen mit diesem Plakat einen besonderen Gruß an alle Kinder und Eltern senden, die wir momentan nicht in unserer Einrichtung betreuen dürfen.
Liebe Kinder... wir vermissen euch... euer Lachen, euer Leben, eure Unbeschwertheit, eure Freude und noch so vieles mehr!!!!
Wir wünschen Gottes Segen, seinen Schutz und Gesundheit,
das Team vom Regenbogenland

Der Kindertipp: Die Maus Seite im Internet
Die Sendung mit der Maus kennt jeder. Aber kennt ihr auch den Hobbyraum auf der Homepage der Maus? Hier geht es zum Hobbyraum mit Filmen, Fotos, Experimenten, Basteltipps von und für Maus-Fans.

Alle gegen Alle - die Coronawarnung:
Die Lockerung der Coronaregeln hat nicht nur Vorteile, sie weckt Begehrlichkeiten. Die Untugend des Neids bedroht die Schicksalsgemeinschaft aller. Die tödliche Gefahr durch das Virus wird dadurch verstärkt.
Alle Menschen sind gleich, aber einige sind gleicher… Als noch alle zu Hause bleiben mussten, als noch alle Geschäfte geschlossen waren, als noch alle Menschen die gleichen Regeln befolgen mussten, war es ziemlich friedlich in Deutschland und man wähnte den großen Egoismus eingedämmt. Seit aber die einen dies dürfen und die anderen das verboten bekommen geht es los, auf europäisch und gesamtdeutscher Ebene ist er wieder da der Lobbyismus und jeder Bundesverband bekommt sein ZDF Spezial. Und was im Großen geschieht, geschieht im Kleinen auch, warum darf der Gartenmarkt öffnen, aber das Blumengeschäft nicht, warum sind Autogeschäfte weniger ansteckend, als Babymärkte und woher weiß ich als Kunde, dass ich gerade der 41. Bin oder mein Lieblingsgeschäft 815 Quadratmeter groß ist und ich gerade dieses mit meinem Einkauf unterstützen wollte… und noch eine Stufe tiefer, da stehen sich dann Kindergarteneltern, die im Homeoffice sind, den Eltern gegenüber, die ihre Kinder in die Kita bringen dürfen, oder da sind die Vorsichtigen und Vernünftigen daheim, während der Kaffeeklatsch an der Supermarktkasse stattfindet.  Und damit immer mehr und immer lauter verbunden, der Satz, die haben aber, oder der darf jetzt schon, und warum ich nicht.
Warum ich nicht, der Beginn einer jeden Neidsituation, der Beginn vieler Auseinandersetzungen im Kinderzimmer und der Beginn eines Kampfes aller gegen alle. Und natürlich ist der Virus nicht gerecht und es ist nicht gerecht für die Gastwirte, aber natürlich auch nicht für die Schwestern im Heim, oder die Ärzte auf der Intensiv und was für uns alle als Notfallkrankenhäuser aufgebaut wurde, ließ Schrecklichstes erwarten und was geschieht in unseren großzügigen Wohnungen mit Gartenanteil  und gefülltem Kühlschrank hier? Die Neid Diskussion läuft trotzdem an. Dabei gilt: noch sind die wenigsten wirklich wirtschaftlich am Ende und auch dann ist keiner wirklich allein. In anderen Staaten geht es weit bedrohlicher zu…   und dennoch der Spaltpilz ist unterwegs und eine Mischung aus Neid und Egoismus ist immer schlimm und ich bin froh, dass bei uns das Klopapier ausverkauft war. In Amerika sahen wir es, da wurden die Waffenläden leergekauft, als der Lock down sichtbar wurde.
Darum halten wir uns zurück mit Sätzen, wie die da und der da und warum die und weshalb die nicht. Corona ist ungerecht aber kein Grund sich zu zerfleischen, weil keiner dem anderen die Lockerungen gönnt.

 

Mittwoch, den 22. April 2020

Die gute Nachricht buy local - oder Kauf daheim…
Noch haben in Nürnberg nicht alle Geschäfte geöffnet, Noch warnen Lieferdienste und Amazon vor Lieferengpässen in unserer Region. Noch sind die Schlangen vor den Baumärkten überschaubar, und schon stellt sich die Frage warum müssen wir uns dort überhaupt anstellen? Warum müssen wir überhaupt fortfahren und außerhalb Roßtals einkaufen?
Pflanzen, Erde, Dünger, Gartenwerkzeuge, das kann man alles in Roßtal auch erwerben und keiner muss dazu das Risiko eingehen mit wildfremden Menschen in der Schlange zu stehen. Vieles, von dem was wir brauchen gibt es in Roßtal auch und wer nachfragt erlebt, es gibt fast alles auch geliefert und bestellbar und keiner muss unnötig in die Stadt fahren. Benzinkosten, Parkgebühren, Wertverluste und Klimaschäden, die nicht entstehen, kompensieren den manchmal etwas höheren Preis in den meisten Fällen.

Fünf Wünsche für die Welt danach von Dekan Jörg Sichelstiel
1. Keine Rückkehr zur Normalität
Der so oft vorgebrachte Wunsch auf Rückkehr zur Normalität unterstellt, dass es früher besser oder gar in Ordnung gewesen wäre. Wir wissen alle, dass das nicht stimmt. Ich brauche nur an die Diskussionen zum menschengemachten Klimawandel, zum wachsenden Antisemitismus und zum Rechtsterrorismus zu erinnern. Die jetzt angekündigten „Lockerungen“ entwickeln bereits eine Dynamik hin zu einem Weiter-so-wie früher, die mir verhängnisvoll erscheinen.
2. Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig
Das vermeintlich starke globalisierte Wirtschaftssystem hat sich als äußerst anfällig und schwach erwiesen. Produktionsausfälle an einem Ort der Welt und zusammengebrochene Lieferketten haben Alarm ausgelöst. Zu viele Infizierte, Krankgeschriebene oder Sterbende kann sich kein Wirtschaftssystem und kein Staat leisten. Die Legitimationsbasis verflüchtigt sich, wenn der Staat nicht mit allen Mitteln eingreift, damit nicht noch mehr Tote mit Lastwägen abtransportiert werden. Dadurch rückten die „schwachen Berufe“ in den Fokus der Aufmerksamkeit – Berufe, die überdurchschnittlich von Frauen ausgeübt werden. Das gilt für die Pflege, aber genauso für die Verkäuferinnen.  Sie wurden systemrelevant. Ihre Kraft hält und trägt. Stärke und Schwäche haben den Platz gewechselt – zumindest eine Zeitlang in der öffentlichen Wahrnehmung. Mein Wunsch: Dass diese Erkenntnis Konsequenzen haben muss, auch in Form besserer Bezahlung und besserer Arbeitsbedingungen.
3. Zukunftsorientierter Neustart mit Nachhaltigkeit statt „Wiederhochfahren“
In diesen Komplex gehört das verhängnisvolle Wort vom „Wiederhochfahren“ der Wirtschaft. Der durch Corona erzwungene Stopp sollte zu einer Zäsur werden. Corona ist kein sog. „Black swan“, also kein unvorhersehbares Ereignis außer der Reihe, sondern es wird sichtbar und spürbar, was durch die sich gegenseitig verstärkenden Wechselwirkungen von gesellschaftlichen und technologischen Dynamiken und der rapiden Verschlechterung der globalen Umweltsituation ausgelöst wird. Es gibt einen elementaren Zusammenhang zwischen Tier-, Umwelt- und menschlicher Gesundheit. Konsequenter Klima- und Artenschutz bedeuten auch effektiven Gesundheitsschutz. Es braucht eine echte Weiterentwicklung von Energie-, Ernährungs- und Verkehrswende. (vgl. Der Schock hat System, SZ 15.4.2020, S. 9)
4. Buße als Normalität
Martin Luther hat in seiner ersten der 95 Thesen geschrieben, dass das ganze Leben Buße sein soll. Die Corona-Pandemie hat in vielen Bereichen Bußfragen aufgebracht, Fragen nach Umkehr, Schuld, Neuorientierung. Das Gesundheitswesen wurde lange Jahre mit falschen  Zielvorgaben gesteuert. Schmerzhaft stellen wir fest, dass Schutzausrüstung fehlt. Die kleinen Krankenhäuser werden gebraucht, sterben aber reihenweise den Finanztod. Das sind nur einige Beispiele aus einem Bereich. Es betrifft auch Privates. Das Leben ist von Terminen und Freizeitstress geprägt. Corona zwingt zur Auszeit. Nachbarschaften werden neu entdeckt. Hilfsbereitschaft wächst.
5. Den Buß- und Bettag wieder einführen, mit neuem Namen: Tag der Umkehr oder Zukunftstag
Der Buße als Normalität entspricht, dass der Buß- und Bettag als gesamtgesellschaftlicher Umkehrtag neues Gewicht gewinnt. Der Name sollte ein in der pluralen Gesellschaft akzeptierter sein. Als evangelische Kirche werden wir ihn mit Gottesdiensten und Buße und Beichte feiern und unseren Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog leisten. Der Tag könnte Umkehrtag oder auch Zukunftstag heißen, denn es soll um eine bessere Zukunft gehen.

--> Dazu gibt es jetzt auch ein youtube-Video: https://youtu.be/qJWsT67RbUg

Ein Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: LeihBello
In der Zeitung stand, dass zur Zeit viele Menschen im Tierheim anfragen, ob sie für die Zeit der Kontaktsperre ein Tier, einen Hund oder eine Katze ausliehen dürfen. Ich kann verstehen, dass Menschen in der Zeit des Alleinseins sich nach Nähe sehnen, und sei es nur ein pelziger, weicher Kamerad, der sich an einen kuschelt. Was wird aber in einem kleinen Tier vor sich gehen, wenn es nach der Zeit der großen Nähe wieder in den Käfig und Zwinger des Tierheimes eingesperrt wird?
Es gibt so viele Zeichen der nachbarschaftlichen Nähe und Hilfe in der jetzigen Zeit. Ein netter Gruß im Briefkasten, ein selbstgebackener Kuchen an der Haustüre, die Nachbarskinder, die für die nichtmehr so agilen einkaufen. Was wir daraus nach der Corona-Krise? Ich hoffe doch eine Straßenfest oder eine Grillparty im Garten oder wenigstens das tägliche „Guten Morgen“ über den Gartenzaun.
Denn wer den Herrn fürchtet, der wird auch gute Freundschaft halten; und wie er ist, so wird auch sein Nächster sein. (Sirach 6,17)
[Das Buch Sirach gehört zu den Apokryphen (=verborgenen) Schriften, die nach Abschluss des Kanons der Schriften des Alten Testaments und vor den Ereignissen um Jesus Christus (Neues Testament) im Judentum entstanden sind. Martin Luther sah in ihnen keinen notwendigen Bestandteil der Bibel, fand sie aber für nützlich zu lesen. Deshalb sind sie nur in manchen evangelischen Bibelausgaben zwischen dem Alten und dem Neuen Testament eingeordnet. In der katholischen Bibel (Einheitsübersetzung) sind sie in das Alte Testament eingegliedert.]

Aus dem Gemeindeleben
Schutzmasken in der Tüte
Auch auf dem Schriftentisch der Kirche kann man Alltagsschutzmasken bekommen. Mitarbeiterinnen aus der Familienarbeit haben in den letzten Tagen diese Masken für die Gemeinde genäht. Gerne darf für die Masken eine Spende in den Danke-Kasten der Kirchengemeinde geworfen werden.
Orgelmusik mit Michael Bauer:  Zuverlässig jeden Mittwoch und jeden Freitag um 10 Uhr ist Michael Bauer an der Orgel der Laurentiuskirche zu hören. Wer zufällig an einem dieser Tage über den Friedhof geht, kommt so in den Klanggenuss eines kleinen Orgelkonzertes.
Gottesdienstöffnungen
Viel wird in diesen Tagen über die Wiederaufnahme von Gottesdiensten gesprochen. Immer wieder werden neue Ideen und Gedanken in den Raum geworfen und die Gerüchte verdichten sich, dass ab Mai auch in Bayern wieder Gottesdienste stattfinden. Die Kirchengemeinde Roßtal hält sich dabei streng an die landeskirchlichen Auflagen und informiert hier, wenn es soweit ist, über die Modalitäten und Regelungen unter denen Gottesdienste stattfinden können, dabei hat der Schutz vor Ansteckung  oberste Priorität. Denn Andacht, Bibellese und Gottesdienst kann man auch daheim halten.

Der Bibellesetipp:
Eine entzückende Liebesgeschichte und Novelle findet sich im Buch Ruth. Nicht allein der Treueschwur zur Schwiegermutter, einer der bekanntesten Trausprüche: wo du hingehst, da gehe auch ich hin, findet sich dort - sondern die Geschichte, wie sich Boas und Ruth näher kommen, empfiehlt sich zur entspannten Lektüre. Versuchen Sie es doch einmal und lesen sie die Geschichte mit etwas Phantasie und viel Freude.  Und immerhin ist Ruth eine der Ahnen Jesu.  Also hineingeschaut und die Geschichte einmal gelesen.

Fünf Wünsche an die Zeit nach Corona von Christopher Eckert (Evangelische Jugend)
1. Ich wünsche mir, dass die Menschen aus der Krise lernen, was Gemeinschaft angeht. Es haben sich so viele Initiativen in der Nachbarschaftshilfe oder ähnlichen Bereichen gegründet, es wäre schade, wenn diese Bemühungen danach im Sande verlaufen würden.
2. Ich wünsche mir, dass die Wertschätzung für die wirklich systemrelevanten Berufe nicht nur krisenbedingt ausgesprochen wird, sondern, dass hier ein grundsätzliches Umdenken stattfindet. Vielleicht merken wir uns, dass überbezahlte Fußballspieler in der Krise zu bedeutungslosen Randfiguren verblassen, aber trotzdem ihre Millionen an Gehältern kassieren, während das Pflegepersonal, das an der Front leben rettet, ebenso, wie viele andere Berufe, die jetzt in der Krise zu Rettern avancieren, mit dem Gehalt kaum über die Runden kommt.
3. Ich wünsche mir, dass die Digitalisierung der Schulen und Hochschulen weiter fortschreitet. Während der Schulschließungen haben viele Schulen gemerkt, dass die technischen Voraussetzungen für effektives Home-Learning kaum gegeben sind und die Schülerinnen und Schüler die Versäumnisse der Verantwortlichen ausbaden müssen. Ebenso sollten Online-Vorlesungen an Hochschulen nicht nur in Krisenzeiten möglich sein, sondern es sollte grundsätzlich über Alternativen nachgedacht werden
4. Ich wünsche mir, dass die Menschen aus ihrem Verzicht lernen. Nach der Krise soll nicht jeder seine versäumten Urlaubsreisen kompensieren und in Konsumwahn verfallen. Vielleicht lernen die Menschen ein wenig kürzer zu treten. Vielleicht merkt man, dass man auch gut ohne zwei Luxusurlaube pro Jahr und auch ohne wöchentliche Shoppingtouren gut leben kann. Aber natürlich wünsche ich dennoch dem Einzelhandel, dass nach der Krise genug Geld in die Kassen fließt, um die Defizite auszugleichen.
5. Ich wünsche mir, dass die Menschen lernen, das zu schätzen, was sie besitzen, materiell und immateriell. In der Krise zeigt sich, welche Menschen mir wichtig geworden sind, wie glücklich man über einen Garten sein kann, wie privilegiert man ist, wenn man gesund und fit ist. Das soll nach der Krise nicht verloren gehen. Die Menschen sollen optimistischer in die Zukunft gehen, weniger Neid und mehr Freude über die eigene Familie, die besten Freunde und die Kleinigkeiten, die das Leben lebenswert machen.

Das Oktoberfest entfällt-ein Plädoyer für das Bänkchen vor der Haustür
Die Absagen aller Großveranstaltungen bis weit in den Herbst hinein ist schade, kann aber auch zur Rückbesinnung auf traditionelle Formen der Begegnung und des Erlebens führen. Ein Beispiel dafür könnte die Renaissance des Bänkchens vor der Haustüre sein.
Wissen Sie was das größte Event für viele Roßtalerinnen und Roßtaler war, bevor es den Fernseher gab und jeder auf Weltreise ging? Klar die Kärwa in den verschiedensten Ortsteilen und der Turnerball im Fasching. Aber Großveranstaltungen fallen jetzt aus.  Und ansonsten? Welches Event bescherte der Feierabend? Ja es war meist das Bänkchen neben der Haustüre. Und fast jeder hatte dort gleich neben der Eingangstüre eine Bank, auf der tagsüber auch einmal die Katze ihren Platz fand, oder die Milchkannen zum Trocknen standen. Der Hausbaum daneben warf Schatten und wenn das Gebetläuten zur Arbeitsruhe rief, dann war das der Ort für das Event des Abends. Die Kinder wurden zum Bierholen in die Wirtschaft geschickt, manch eines der Kinder musste dann das Bier an der Schlossquelle noch einmal mit etwas Wasser auffüllen, denn etwas Verlust war ja immer, besonders wenn man den Schlossberg durstig mit einem gefüllten Krug hinunter musste.
War das Bier dann da, war Zeit zum Gespräch. Die Familie dabei, die Nachbarn, die kamen. Geschäfte wurden abgesprochen, Neuigkeiten ausgetauscht, das was am Milchhäusla noch nicht gesagt werden konnte ausgesprochen. Hatte der Bauer Tabak, wurde gemeinsam Pfeife geraucht und über den Stand der Ernte, oder die Trockenheit des Sommers geredet.  Man erzählt sich: bei einigen gab es auch eine Sauerstoffflasche, die miteinander geteilt wurde und nicht nur der Schnaps. So saß man bis die Füße kalt wurden, oder der Nachtwind um die Ecke fegte. Oder der Altsitzer fragte: „Du hast gwiß ka Aerbert mehr?“  So war man zufrieden und hatte Zeit miteinander, Füreinander. Mann, Frau, Kind, Oma, Opa, Knecht und Magd, Nachbarn, Freunde und manchmal zufällig Vorbeikommende und dann war Feierabend. Kein Event, kein Sport, kein Termin, kein Oktoberfest, aber eine Bank vor dem Haus. Und abends auch ein Platz im Freien für den Nachbarn, oder die Bekannten. Einst und jetzt auch:
 Und ein Eis ist schnell geholt, oder ein Hugo ist schnell selbst gemacht, oder ein Ammerndorfer, oder ein Zirndorfer geöffnet. Und wenn man den Bierpreis auf dem Oktoberfest rechnet, dann ist eine Bank neben der Haustüre schnell finanziert und in diesen Coronazeiten sind auch nicht ganz so viele mit dem Auto unterwegs, was in normaleren Zeiten oft ganz schön nervig ist. 
Dafür mit Abstand heute der Nachbar, oder die Nachbarin mit auf dem Bänkla und den Feierabend so als Event gestaltet. Und ja das ist ein triftigerer Grund, das Haus zu verlassen, als die meisten Feiern und Feste, die dieses Jahr eh ausfallen müssen.
Probieren Sie es aus, das Bänkla vor dem Haus macht dann schnell süchtig…..

 

 

Dienstag, den 21. April 2020

Die gute Nachricht:
Überall in Roßtal hängen Regenbogenbilder in den Fenstern und verbinden die Kinder aus Roßtal mit Kindern aus der ganzen Welt. Unter dem Hoffnungszeichen des Regenbogens zeigen die Kinder, so bunt ist unsere Welt und so bunt wollen wir sie auch in Zukunft erleben. Und so bunt werden wir sie mit und nach Corona auch gestalten. 

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Wieder ein Filmabend, „Fluch der Karibik“, der Piratenfilm mit Johnny Depp. Kapitän Jack Sparrow landet mit seinem maroden Boot am Pier von Port Royal an. Der Hafenmeister kommt ihm entgegen und verlangt einen Schilling Hafengebühr und den Namen des Neuankömmlings. Kapitän Jack Sparrow legt drei Schillinge in das Buch und meint „Vergessen wir den Namen.“
An diesen und den beiden folgenden Sonntagen wäre in unseren Gemeinden die Konfirmation von 32 jungen Menschen gewesen. Nein, das ist nicht vergessen, nur aufgeschoben in dieser Zeit der Ausgangsbeschränkungen. Wir werden die Konfirmationen an anderen Tagen nachholen, genauso wie die Jubelkonfirmationen, und dann wird jede Konfirmandin und jeder Konfirmand bei seinem Namen gerufen, ihr/ihm wird der Konfirmationsspruch zugesprochen und sie werden im Vertrauen auf unseren Gott gesegnet.
So spricht der HERR, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43,1)

Aus dem Gemeindeleben:
Ella und Harold sind Eltern!
Und sie haben ein Sonntags(Küken)kind. Am Sonntag war er das erste Mal zusehen der kleine Wanderfalke, den die Eltern, der inzwischen prächtig gefärbte Harold und seine erfahrene Henne Ella jetzt auf dem Kirchturm aufziehen. Toni soll der kleine Falke heiße, von dem ja noch nicht klar ist, ob es ein Männchen, oder ein Weibchen ist. Sobald wir ein Foto von ihm haben schicken wir es. Falken TV wird es dieses Jahr nicht geben, denn Ella und Harold bevorzugten zur Brut nicht den extra angefertigten Brutkasten, sondern die Nische des vergangenen Jahres.
 Den glücklichen Eltern, herzlichen Glückwunsch und allzeit guten Flug über den Feldern und Fluren von Roßtal.
Blumen fürs Heim:
Kurz vor Ostern brachte das Blumengeschäft: „die Blume“ den Bewohnerinnen und Bewohnern des sozialen Kompetenzentrums einen Frühlingsgruß der Kirchengemeinde. Die bunten Blumen und ein kleiner Lesegruß ließen es hinter den Altenheimmauern ein klein wenig Ostern werden.

Zukunftsmusik?
Fritz Stiegler, Mundartdichter und Landwirt aus Gonnersdorf schreibt uns seinen Blick auf die Zeit mit und nach Corona.  

Klammheimlich mischt sich ein unsichtbares Virus unter uns Menschen und sorgt binnen kurzer Zeit für mehr Unruhe, als alles bisher da gewesene seit dem Krieg. Die Welt kommt zum Stillstand, Ausgangssperren werden verhängt. Die Politik agiert verantwortungsvoll und umsichtig. Sie hört auf die Wissenschaft, auf Fachleute und der Bürger hat das Gefühl, er ist in diesem Land gut aufgehoben, denn der Bürger hat Angst - vor diesem kleinen Wesen, das für’s  Auge unsichtbar, anscheinend mehr Schaden anrichten kann, als tausende Atomsprengköpfe, die überall auf der Welt verteilt, per Knopfdruck von verwirrten Staatsmännern, den ganzen Planeten in Sekunden in die Luft jagen könnten.  
Den anderen Wissenschaftlern jedoch, die schon seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig vor einer noch viel größeren Herausforderung, nämlich dem Klimawandel warnen, denen will der Bürger nicht recht glauben. Denen ihr Horrorszenario trifft ihn ja nicht so plötzlich wie ein Virus, das ihn von heute auf morgen auf die Intensivstation befördern könnte.    
Denn der Bürger denkt, es sind ja nicht die eigenen Wälder, die dahinsiechen und absterben. Und für das Grundwasser, das in unserer Trockenregion immer weniger wird, ist die Gemeinde verantwortlich. Es ist ja auch das Co2 der Chinesen und der Amis, das die Erderwärmung ansteigen lässt. Es ist die Schuld der armen Länder, dass sie nicht reich sind. Es ist die Schuld der Flüchtlinge, dass sie vor Krieg und Hunger flüchten.
Und es ist das Schicksal der nächsten Generation, dass sie nicht in eine Zeit hinein geboren wurde, als die Welt noch in Ordnung war. Als das Wirtschaftswachstum über allem thronte. Als die Welt genügend Öl und Rohstoffe besaß, als die Flieger täglich hundertausendmal  von einem Flughafen zum nächsten pendelten und Millionen von Fahrzeugen die Städte verstopften. Als Sojaschrot und Palmöl von Brasilien nach Europa transportiert wurden und man dafür Autos und Maschinen nach Brasilien schaffte, auf Kosten des Regenwaldes, der wiederum für Äcker weichen musste, auf denen man Sojaschrot und Palmöl anbaute. Ganz zu schweigen von Millionen Tonnen Plastikmüll, der die Mägen der Fische verstopfte.
Achselzuckend macht sich der Bürger seine Gedanken über die Sorgen von Gestern, die das Virus wie ein Geist zurück in die Flasche gepresst hatte. Der Bürger verschränkt die Arme, seufzt ein kurzes „Noja.“ Und damit wäre alles gesagt.
Obwohl! Vielleicht bleibt ja doch was hängen von der Entschleunigung, vom Stillstand. Vielleicht denkt der eine oder andere Bürger um. Vielleicht ein Urlaub weniger im Jahr, kein Wochenendtrip nach Istanbul, kein Linienflug von Nürnberg nach München, keine hunderte  PS unter der Motorhaube, keine Erdbeeren aus China, kein Massenbesäufnis am Ballermann...
Vielleicht hört der Bürger beim Wandern wieder die Lerche am Himmel zwitschern. Vielleicht genießt er den heimischen Spargel, besucht die Kulturveranstaltung nebenan, jubelt den Spielern in der Kreisliga zu, wandelt sich vom „Ich“ hin zum „Wir“ und denkt daran, dass es ein einzigartiges Geschenk ist, auf diesem herrlichen Planeten leben zu dürfen.
Vielleicht wird ihm auch bewusst, dass der Planet krank ist, schwerkrank sogar. Befallen von einem Virus, das ihm seine Lunge zerstört. Das kleine Virus hat bereits einen Namen. Es nennt sich Mensch.         
Fritz Stiegler, Gonnersdorf       
                  

Der Kindertipp: Regenbogen fürs Fenster basteln
Malvorlagen für Regenbögen findet ihr im Hommeschooling-Bereich des Labbé-Verlages. Dort gibt es bis zum 30.04.2020 viele tolle Vorlagen gratis, die normalerweise kostenpflichtig sind.

Schöne neue Welt - oder wie Corona eine neue Wirklichkeit schafft
Corona ist gelungen, was kaum einer für möglich gehalten hätte, die gesamte Welt ist eine andere geworden und das ruft Widerstand hervor. Dabei sollte der Grund für die Einschränkungen nicht vergessen werden.
Quarantäne, Kontaktverbote, Lockdown- Shutdown, Virologen an der Macht, Schul- und Kitabetretungsverbote, Gottesdienstverbot, Versammlungsverbote, Homeoffice und Home schooling Corona schränkt ein. Grundrechte werden außer Kraft gesetzt und jetzt gibt es noch diese grässlichen Masken. Die Welt ist eine andere. Und das mit Recht. Warum sind Menschen oft so vergesslich? Wäre Corona ein Erdbeben, keiner würde gegen die Maßnahmen des Staates protestieren, wäre Corona ein Wirbelsturm gewaltigen Ausmaßes, oder auch ein Supergau eines Atomkraftwerkes , den Anweisungen der Regierung würde kein Widerstand entgegenschlagen. So aber ist es ein fast unsichtbarer Virus und weil man ihn nicht sehen kann, sind den Verschwörungstheoretikern Tor und Tür geöffnet. Und Normalbürger fragen, ist der Virus wirklich so schlimm? Müssen wir uns noch mehr einschränken? Und was ist mit meinen Grundrechten? Klar vieles erschreckt und Firmen und Betriebe, die jetzt pleitegehen und Familien, die nicht wissen, wie es weitergehen kann, und Menschen weggesperrt in Heimen, sind schlimm… Aber!
Aber warum sind Menschen so vergesslich. Massengräber in New York, Kühllaster vor den Krankenhäusern, um die Verstorbenen einzuladen, mit Särgen gefüllte Kirchen, Überfüllte Krankenhäuser und Ärzte und Schwestern, die verzweifeln und dann selber wegsterben. Warum sind wir Menschen nur so vergesslich. Corona ist tödlich und was nützt es mir in die Wirtschaft zu gehen, wenn ich 10 Tage später auf der Intensivstation liege?
Gut diese Bilder erschrecken und schmerzen und das sollen sie auch, denn Corona ist nicht pille palle, sondern tödlich und vor allen Rechten die ich habe, und die ich mir nehme, steht der Schutz menschlichen Lebens. Und alle anderen Rechte sind davon abgeleitet. Alle anderen Rechte sind damit auch untergeordnet dem Gebot der Nächstenliebe, und auch dem Willen Gottes, der wollte, dass es Menschen gibt und der den Menschen zu seinem Gegenüber gemacht hat. Diesen Menschen, dieses Leben zu schützen mit Masken und Kontaktverboten, mit Daheim sein und Sitzen auf dem Balkon, ist letztlich ein leichteres Opfer, als zu riskieren, dass es bei uns so wird, wie in Italien, England und den USA, wobei die Dunkelziffern der Verstorbenen und der Erkrankten noch viel höher sind.
Darum vergessen wir nicht den Grund warum unsere Bürgerrechte zeitweilig eingeschränkt sind und warum die Welt jetzt eine andere sein muss. Und das mit der Freiwilligkeit, die als Alternative ins Spiel gebracht wird, ist dann doch so eine Sache, aber darüber können wir ein anderes Mal nachdenken. 
Meint Ihr Jörn Künne


 
Montag, den 20. April 2020

Die gute Nachricht:
Wir haben die 0,7 - was nach einer super guten Abiturnote klingt, ist für uns alle die Kennzahl für die Verhaltensnote der letzten vier Wochen. Die 0,7 ist die Richtzahl für die Ansteckungsquote und so ist es jetzt auch gut. Denn 0,7 bedeutet, dass ein Infizierter nur noch 0,7 andere Personen ansteckt und nicht mehr drei bis vier, wie zu Beginn der Pandemie. 0,7 bedeutet das Virus stirbt aus, ok nicht gleich, aber es infiziert immer weniger Menschen, und am Ende gibt es ein Medikament, oder eine Impfung und am besten gleich Beides, aber auch das ist eine gute Nachricht. Daran wird auch gearbeitet. Und wir haben die Zeit dazu, es sei denn zu Viele sind nicht mehr vorsichtig. Und dann rächt es sich, heute im Baumarkt gewesen zu sein und mit mehr Menschen Sport zumachen, als in der eigenen Wohnung wohnen, oder doch zu dicht beieinander gestanden zu sein im Supermarkt.
Doch die 0,7 steht und dafür uns allen Herzlichen Glückwunsch, weiter so und wer hätte gedacht, dass wir das so schaffen. Alle anderen Fakten und Zahlen finden Sie auf www.rki.de

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Gottesdienst um jeden Preis?
Die Ausgangsbeschränkungen werden gelockert. Kleine Geschäfte werden wieder öffnen. Aber wir dürfen weiterhin keine Gottesdienste feiern. Das ist ein gewaltiger Eingriff in unsere Grundrechte, die Religionsfreiheit wird massiv eingeschränkt.
Ich kann verstehen, dass römisch-katholische Christen auch hier eine Lockerung fordern. Die Sonntägliche Messe erfordert die körperliche Anwesenheit, wenn man die vom Priester geweihte Hostie empfangen soll.
Als Evangelische ist es nicht so dringend. Wir feiern das Heilige Abendmahl nicht an jedem Sonntag. Singen, beten und in der Bibel lesen können wir auch alleine oder im kleinen Kreis. Auch eine Auslegung der Bibelstelle, eine Predigt kann man nachlesen, im Fernsehen anschaue, im Radio hören oder im Internet mitverfolgen. Das wichtig ist, dass wir das zusammen machen. Ehrlich, es kommen so wenigen Menschen zum Gottesdienst, dass wir in der Laurentius Kirche gut den Sicherheitsabstand von 1,5m einhalten können.
Aber was ist nach dem Gottesdienst? Nach so vielen Tagen der Selbstisolation werden wir mit unseren Freunden und Bekannten auf dem Friedhof stehen, in kleinen Grüppchen, ohne Sicherheitsabstand, erzählen und uns umarmen.
Darum verzichten wir um unsere Sicherheit willen und um der Sicherheit der anderen Menschen willen auf unsere Zusammenkunft, und vertrauen auf unseren Herrn Jesus Christus, der auch der Andacht in unserer Hausgemeinde seinen Segen zugesprochen hat: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäusevangelium 18,20)

Aus dem Gemeindeleben:
Stephen Jenkins war es, der am Sonntagmorgen zur Gottesdienstzeit vom Kirchturm spielte
Und Wilgard Hübschmann wars, die am Sonntagabend in der Frankenmutherstraße ein kleines Konzert der Hoffnung gab.

Statt eines feierlichen Gottesdienstes und eines großen Festes erhielten die verhinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden eine weitere Mail aus dem Kirchenbüro. Alexander Schneider, Thomas Rucker, Jörn Künne grüßten elektronisch und präsentierten dann die Fotos, die während des gesamten Präparanden und Konfirmandenjahres aufgenommen wurden in einem speziellen Link für die Jugendlichen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben und noch besteht die Hoffnung im Sommer die Konfirmationen nachzuholen und zu feiern.
Regeln der Landeskirche für die langsame Lockerung der Bestimmungen fehlen immer noch. Auch wenn sie angekündigt wurden, noch gibt es keine Ausführungsbestimmungen für die schrittweisen Lockerungen im Gemeindeleben. Hier heißt es einfach Fortsetzung folgt und wir warten.

Die Printvariante unseres Coronatagebuches erschien in einer Auflage von 80 Exemplaren, von denen nur noch fünf im Kirchenbüro zu erhalten sind. Die nächste Ausgabe gibt es am Freitag um 11 Uhr in Kirche und bei Blumen Fröschel.

Ab sofort ist der Welt-Laden wieder geöffnet
Donnerstags von 14:00-18:00 und samstags von 09:00-12:00 Uhr.
Sie haben zudem auch die Möglichkeit während dieser Öffnungszeiten unter der Tel.-Nr. 0160 9108 6972 eine Bestellung mitzuteilen, die Sie wahlweise
-    selbst abholen, nur während der Öffnungszeiten
-    oder sich die Bestellung liefern zu lassen
Die Lieferung erfolgt: Donnerstags zwischen 18:00 und 19:00 Uhr, Samstags zwischen 12:00 und 13:00 Uhr


Wie soll die Welt anders sein? Fünf Wünsche von Tobias Winkler (Leiter des Verbindungsbüros des europäischen Parlamentes zur bayrischen Staatsregierung)
1.    Stärkung der Pflegeberufe: Die Wertschätzung für die Beschäftigten in der Pflege, in den Krankenhäusern und bei den Rettungsdiensten soll sich auch in besseren Löhnen und Gehältern und besseren Arbeitsbedingungen widerspiegeln. Wir verstehen jetzt sicher besser, wie wichtig diese Berufe für uns alle sein können. Ich hoffe deshalb sehr, dass wir den seit vielen Jahren kaum beachteten Forderungen der Pflegebediensteten mehr Gehör schenken und es nicht bei symbolischen Solidaritätsbekundungen bleibt. Besonders eine alternde Gesellschaft benötigt ein intaktes Gesundheitssystem.
2.    Neues Vertrauen in die Politik: Die Krise legt unbarmherzig die Schwächen der Links- und Rechtsextremisten, besonders der jüngst erstarkten rechten Populisten offen. Nach dem Motto "große Klappe, nix dahinter " bieten sie für keines der akuten Probleme eine Lösung. Besonders in schweren Zeiten merkt man, auf wen man sich verlassen kann, wer da ist, wenn man Hilfe braucht, wer konstruktiv an Lösungen arbeitet, wem man auch zutraut, künftige Herausforderungen zu meistern. Ich wünschen mir, dass viele der Wählerinnen und Wähler dieser Parteien, Vertrauen in die Politik zurückgewinnen und bei kommenden Wahlen die seriösen und etablierte Kräfte unterstützen.
3.    Gemeinsames Handeln in Europa: Die ersten Reaktionen der europäischen Nachbarn auf die vielen Infektionen in Italien, Österreich und Spanien waren nicht Hilfsangebote oder solidarische Unterstützung, sondern Grenzschließungen! Bei der medizinischen Versorgung, von der Materialbevorratung bis zur Bereitstellung von Beatmungsplätzen, hätte früheres gemeinsames Handeln vermutlich Leben gerettet. Hier haben die EU-Mitgliedstaaten eine Chance vertan. In wirtschaftlicher Zusammenarbeit sind wir besser geübt, deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir die bevorstehende Rezession in Europa gemeinsam bewältigen werden. Solidarität heißt dabei nicht, "Deutschland zahlt für die Schulden der Anderen", sondern wir heben gemeinsam die Wirtschaftskraft Europas wieder auf ein Niveau, das den Wohlstand möglichst vieler Menschen in aller Welt sichert.
4.    Verantwortungsvolle Demokratie: Für die Demokratie wünsche ich mir mehr Ernsthaftigkeit. Wahlentscheidungen sollten nicht aufgrund der schönsten Frisur oder der meisten Follower auf Instagram getroffen werden. Wir sollten PolitikerInnen wählen, denen wir zutrauen, uns sicher durch Krisenzeiten zu führen. In Talkshows über politische Utopien zu schwadronieren ist das Eine, aber Verantwortung zu tragen, wenn es darauf ankommt, frei von Ideologien abzuwägen und weitreichende Entscheidungen zu treffen, die am Ende über Leben und Tod entscheiden, das ist etwas für Führungspersönlichkeiten, die über Erfahrung, Stärke aber auch Besonnenheit und Empathie verfügen. Wahlen sind weder ein Spiel noch ein Experimentierfeld für Protest oder Satire, auch Wählerinnen und Wähler haben eine Verantwortung in der Demokratie.
5.    Neuordnung der Prioritäten: Die Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung in Schule und Beruf hat einen großen Schub bekommen, der hoffentlich noch lange nachwirkt und unser Leben einfacher und nachhaltiger macht. Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wenn eine Videokonferenz eine Dienstreise ersetzt, ist nur ein positives Beispiel und schont auch noch unsere CO₂-Bilanz. Die "erzwungene Entschleunigung" führt aber bei vielen Menschen auch zur Besinnung auf das Wesentliche im Leben. Man spürt, dass es leichter ist, auf Fernreisen zu verzichten, als auf Begegnungen mit Familie und Freunden, mit den Eltern oder Großeltern. Nach dieser Krise bleiben bei möglichst vielen Menschen hoffentlich: Der Zusammenhalt in der Gesellschaft, die gegenseitige Rücksichtnahme und die neue Freude an vermeintlich kleinen Dingen, die unsere Umwelt jedem preisgibt, der sich und anderen gegenüber offen und vorurteilsfrei entgegentritt.

Grüße von Maede Soltani:  
Erinnern Sie sich noch, eine brechend volle Kirche,  das war damals noch möglich, Fritz Stiegler, die Cadolzburger , das Weihnachtsmusical,  und das Ganze zugunsten eines Schulprojektes im Iran. Damals stellte die Tochter des nürnberger Menschenrechtspreisträgers, Maede Soltani , das Projekt und die Arbeit im Schulprojekt vor. Jetzt im Rahmen der Coroanapandemie und dem Zusammenrücken der Menschheit, schreibt Sie uns:

Lieber Herr Künne, lieber Fritz und lieber Cadolzburger Vorstand,
ich hoffe Sie hatten alle ein fröhliches Osternfest trotz allen Einschränkungen.
Wir erleben sicherlich gerade einen sehr wichtigen Zeitabschnitt der Geschichte.
Danke für Ihre beide letzte Emails Herr Künne, meine Mutter und meine Familie bestellen Ihnen viele schöne Grüße aus dem Iran aus.
Die Übergabe von Spenden ist vor der Coronapandemie bei NGO "Mehr e Giti" in Tehran passiert. Sollte eigentlich einige Tagen nachdem meine Mutter zurück im Iran war passieren, wegen Hochwasser in Provinz Sistan Balouchestan und danach die plötzliche Tot von einem ehrenamtlichen Mitglied von NGO müssten sie den Termin ein paar Mal verschieben.
 Die Schule für Homa ist schon geöffnet worden, eine offizielle Öffnungsfeier gab es aus verschiedenen Gründen noch nicht. Ich habe ein Paar Bilder die ich Ihnen später schicken werde.
 Ich habe einen Beleg in Englisch und ein Paar Bilder von der Übergabe bekommen, die ich in diesem Email angehängt habe. Die Bilder kommen in What's app, daher haben keine gute Qualität.
 Christine Roth hat mich inzwischen auch über einen Spendeneingang auf das Konto musica nova benachrichtigt. Es sind 494 € mit Bettref "Benefizkonzert Fritz Stiegler "eingegangen. Diese werde ich auch über meine Familie an das NGO ankommen lassen, Meine Mutter kommt sicherlich nach der Coronasperre wieder zum Besuch.
Nochmal vielen Dank für Ihre freundliche Unterstützung.
Liebe Grüße Ihre Maede Soltani

Der virtuelle Spaziergang Bilder von Günter Hochberger - klicken Sie einfach hier und finden Sie sich an den schönsten Orten unserer Welt wieder. (Das hinterlegte pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)


Vorsicht vor den Eisheiligen! Vorsicht vor der kalten Sophie und der fiesen Corona
Heute öffnen Garten- und Baumärkte in Bayern! Aber bevor Sie sich in die Schlange vor Dauchenbeck, Bauhaus, oder Obi einreihen, denken Sie an die kalte Sophie und an die fiese Corona. (Die kalte Sophie ist die letzte der Eisheiligen am 15. Mai. Bis dahin sind Bodenfröste immer noch möglich)
Darum können und sollten Tomaten, Geranien, Sommerterassenblumen und Bohnensamen auch noch in drei, vier Wochen gekauft werden und sie reifen dieses Jahr aus.
Und nebenbei stände ja Corona heute auch noch neben Ihnen in der Schlange. Und zugegeben, ein Gartenmarktbesuch ist nur dann wirklich schön, wenn das ausgegebene Geld nicht reut weil die Pflanzen hinterher erfrieren.  Er ist nur dann schön, wenn wir Zeit zum Bummeln haben und auch nur dann, wenn man nicht eine Stunde auf den Einlass warten muss. Seien Sie darum vernünftig, bleiben Sie daheim, denn die unfreundlichen Damen warten nur auf uns ….

Der Kindertipp: Lust auf eine Zeitreise?
Wer etwas über Geschichte erfahren möchte ist bei Kinderzeitmaschine.de genau richtig. Auf dieser Kinderinternetseite geht es mit einer Zeitmachine in verschiedenen Epochen – von der Steinzeit bis zur Neuzeit. Die Kinder wählen das gewünschte Ziel und fliegen mit der Zeitmaschine los. Dort angekommen, lernen sie die damalige Bevölkerung in kurzen Animationen kennen und haben dann anhand von Texten und Spielen die Möglichkeit, die jeweilige Epoche genau zu erkunden.

Der Coronakommentar: Und plötzlich ist dein Job lebensgefährlich
Dass Krankenschwestern und Altenpfleger einen verantwortungsvollen Beruf haben, ist jedem in der Pflege bewusst, dass die Hilfe für den Nächsten auch einmal Opfer fordert und man ungeplant einspringen muss, ist ein Teil des Berufsethos. Dass der Dienst in der Pflege aber plötzlich lebensgefährlich werden kann, wie im Falle von Corona Infektionen, das erschreckt und muss zu einer neuen Hochachtung für die Pflegenden führen.
Normalerweise wissen die Mitarbeitenden in der Pflege sich zu schützen. Denn natürlich gab es schon immer infektiöse Patientinnen und Patienten und nach manchem Hausbesuch war man froh die Hände desinfizieren zu können. Aber die Pflege, die Arbeit als Arzt, Gesundheit und Leben von diesen, war nicht in dieser Massivität bedroht.
Corona sprengt hier den Rahmen. Viele der Corona Toten weltweit waren Ärzte und Pflegepersonal, die sich einsetzten für ihre erkrankten Mitmenschen und dabei von Covid-19 befallen und getötet wurden. Und ja ein ganz normaler Beruf mit ganz normalen Schichten mit ganz normalem Stress ist auf einmal lebensgefährlich, vergleichbar wahrscheinlich mit dem Beruf eines Polizisten in Mexiko City oder in den Downtowns Chicagos…
Und so gilt meine Hochachtung all denen, die trotzdem tagtäglich auf Tour sind, in der Praxis sitzen, oder im Krankenhaus arbeiten, denen, die immer noch nicht optimal mit Schutzkleidung versorgt sind, die zusätzlich zu den Aufgaben in der Arbeit, ihre Männer, Kinder, Frauen beruhigen müssen und doch nicht wissen, was in 14 Tagen ist. Hut ab vor dieser Berufs-Einstellung zur Hilfe für den Nächsten.
Hut ab und Dankeschön für diese große Leistung in einer Zeit und in einem Land in dem der Wert eines Menschenlebens die Richtung des gesellschaftlichen und politischen Handelns bestimmt und der Mensch im Mittelpunkt steht. Gott sei dank . Das heißt aber auch wir brauchen Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern, damit dieses Menschenleben gerettet, gepflegt, geheilt werden kann.
Dies muß nach Corona Folgen haben.  Aber nicht so wie der abgrundtiefe Egoismus mancher Nachbarn,  die Ärzten und Krankenschwestern empfehlen  umzuziehen, denn sie gefährdeten die Nachbarschaft. Unerträglich daß man auf solch einen Gedanken überhaupt kommt.
Nein zuallermeist steht der verbale Dank im Mittelpunkt und das Lob für den Einsatz und es wird wahrgenommen, daß allein schon das Sitzen in einem Schutzanzug  anstrengend ist. Dazu wächst auch das Verständnis daß nicht alle Wünsche an die Pflege erfüllt werden können in dieser Zeit. Corona bringt Pflegende und Ärzte an die Grenzen und das muß akzeptiert werden.  Und da wäre noch die ganz große Aufgabe,  wenn es dann wieder ruhiger wird, dann sind die strukturellen Verbesserungen gefragt, im Schichtdienst, in der Ausbildung, in der Schutzausrüstung und vor allem in der Attraktivität dieser Berufe, denn die Lösung für alle Fragen sind mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die bekommt man leichter, wenn die Heldinnen und Helden dieser Tage nicht sofort wieder vergessen werden, und der gnadenlose Spardruck im Gesundheitswesen wieder Einzug hält.
Vorerst bleibt nur der Dank, daß soviele in Pflege, Betreuung und in Praxen arbeiten und das oft über die Belastungsgrenzen hinweg. Darum Machen Sie mit und zeigen Sie den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Roßtaler Pflegedienste und vor allem des AWO-Kompetenzzentrums,  und unseren Arztpraxen daß Sie deren Arbeit schätzen. Sagen Sie und zeigen Sie Ihren Dank, denn Anerkennung und Lob motivieren weiter für die manchmal ganz schön gefährliche Arbeit.

 

Samstag, den 18. April 2020

75 Jahre Frieden in Roßtal: Johann Völkl erster Bürgermeister
Die Nacht vom 17. auf den 18. April 1945 endete für viele Roßtalerinnen und Roßtaler mit einem gewaltigen Schrecken durch eine Explosion. Die letzten verbliebenen deutschen Soldaten hatten die Winkelbrücke gesprengt, um die unaufhaltsam vorrückenden amerikanischen Soldaten aufzuhalten. Zum Glück war außer vielen zerborstenen Fensterscheiben und Beschädigungen durch herumfliegende Teile an Bauwerken kein größerer Schaden entstanden. Vor allem wurden keine Mitbürger verletzt oder getötet.

Den meisten Roßtalern, die noch hier lebten, war allerdings schon vorher klar, dass der Krieg verloren war. Sie bangten um die Zukunft unseres Ortes und hofften, dass er von Angriffen durch die amerikanischen Streitkräfte verschont bleiben würde.

Nach den Schilderungen der Begebenheiten an diesem 18. April vor genau 75 Jahren, die in den Roßtaler Heimatbüchern von 1978 und 2004 sowie im Buch von Ulrich Grimm „Roßtal 1945/46“ ausführlich beschrieben sind, war es eine Handvoll Männer, die gegen den Befehl des sogenannten Führers die weiße Fahne am Turm unserer Laurentiuskirche hissten. Leider wissen wir bis heute die Namen dieser Männer nicht. Aber für mich sind sie Helden im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr unerschrockenes Handeln hat Roßtal vor größeren Schäden und vor allem von weiteren Opfern dieses unseligen Krieges bewahrt.

Ich, ein Angehöriger der Enkelgeneration, der in einem offenen, friedlichen, von Freundlichkeit, Solidarität und Nächstenliebe geprägten Heimatort aufwachsen durfte, bin diesen Männern noch heute dankbar.

Die damaligen Bewohnerinnen und Bewohner unseres Marktes lebten in einer ungewissen Zeit mit Sorgen um das tägliche Brot, um im Krieg befindliche Angehörige und mit der Angst, wie die Zukunft werden würde.

Nachdem die Roßtalerinnen und Roßtaler den Neuanfang nach dem Krieg und die vielfältigen Aufgaben des gesellschaftlichen Lebens in den vergangenen 75 Jahren gemeinsam sehr gut gemeistert haben, sollten wir uns an ihnen - unseren Eltern, Großeltern, Freunden, Bekannten und Mitbürgern - ein Beispiel nehmen, gerade in der jetzigen Krise.

Mit Solidarität, Nächstenliebe, Rücksichtnahme und gegenseitiger Achtsamkeit werden wir auch die, für das Leben unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger notwendige Zeit, überstehen.

Denn, wie wir alle wissen, verlief das Leben nach dem 18. April 1945 für die Bewohnerinnen und Bewohner unseres Marktes Roßtal bis heute gut.

Die Amerikaner kommen: Erwin Hemmeter
Unter dieser Überschrift wurde in den letzten „Kirchlichen Nachrichten“ der Pfarrei Roßtal eingeladen, am 18. April um 19 Uhr ein Erinnerungsbistro zum 75. Jahrestag des Einmarsches der Amerikaner in Roßtal zu besuchen. Dies ist, wie auch alles andere, der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Deshalb bat mich Pfarrer Künne, meine Erinnerungen, soweit es möglich ist, aufzuschreiben.

Ich, Erwin Hemmeter, bin im Juli 1936 geboren, war also zu diesem Zeitpunkt 8 ¾ Jahre alt. Eingeschult im September 1942, besuchte ich in einer reinen Jungenklasse bis 1944 die beiden ersten Jahrgänge. Unsere Roßtaler Volksschule wurde ein Behelfskrankenhaus für die Luftangriffe auf Nürnberg und unsere dritte Klasse fiel ins Wasser. Schulbeginn mit der vierten Klasse war, soweit ich mich erinnere, am 1. Oktober 1945, als die Amerikaner unser Schulhaus geräumt hatten.

Gewohnt habe ich in der Felsenstraße, wo mehr als die Hälfte, außer den Belians, Nebenerwerbslandwirte mit meist zwei Kühen, mit Schweinen, Ziegen und Hühnern waren. Mit Hilfe von eigenen Kindern, Verwandtschaft, Freunden und Tagelöhnern wurde im Krieg von Frauen die schwere Feldarbeit mit Hand ohne Traktor bewältigt. In der „Felsen“ hatte jeder mindestens einen großen Felsenkeller zugänglich vom Haus bzw. Nebengebäuden. Einer von uns war vom Hausgang aus zu erreichen, hatte einen Lüftungskamin, war abgestützt und besaß einen Notausgang.

Schlimm für uns Kinder, ich hatte noch eine um vier Jahre jüngere Schwester, war nächtlicher Fliegeralarm bei Angriffen auf Nürnberg. Die feindlichen Verbände kamen immer aus Nordwest, flogen also nördlich an Roßtal vorbei. Bomben fielen bei uns keine: Raus aus dem Bett, Anziehen der gestrickten wollenen, langen Strümpfe, die immer so kratzten, kurze Hose und Schuhe. Schlaftrunken in den Keller bis die Sirenen Entwarnung verkündeten.

Schon Anfang April hörten wir, dass die Amerikaner von Unterfranken her auf Nürnberg zukommen. Tiefflieger bombardierten einen Munitionszug am Bahnhof Roßtal. Gott sei Dank kam meines Wissens niemand ums Leben. Flakfeuer der deutschen Wehrmacht zwischen Schwalbenhof und Fernabrünster Weg Richtung Westen und Süden (in Clarsbach wurde eine Scheune in Brand geschossen). Mein Cousin Hans-Peter Bauer und ich haben noch am 17. April einen deutschen Soldaten, der sein Gepäck auf unseren Handwagen geladen hatte nach Zirndorf gebracht, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Amerikaner schon in Cadolzburg waren und der Flugplatz in Buchschwabach von einer US-Einheit besetzt war.

An diesem Dienstag hat Gastwirt und Metzger Leonhard Fischhaber bei uns im Hinterhof ein Kälbchen von uns geschlachtet, damit die Menschen in unseren beiden Kellern, die auch aus dem Gebiet über der Wegbrücke wegen des Luftschutzes zu uns kamen, nicht verhungerten: Das war schon sehr mutig, denn darauf stand ja zu diesem Zeitpunkt noch die Todesstrafe. Ich kann mich noch an die Hakenkreuzfahne auf der Laterne unseres Kirchturms erinnern. Die von der Roßtaler Hitlerjugend (HJ) bewacht wurde

Es war schon hell in den frühen Morgenstunden des 18. April, einem Mittwoch, als ich neben unserem belegten Keller auf einer Matratze durch einen mächtigen Knall aus dem Schlaf geweckt wurde. Die Fensterscheiben flogen durch den Raum: Die Winkelbrücke wurde von einem deutschen Wehrmachtskommando gesprengt. Die nahe Holzturnhalle auf dem Turnplatz, bei der ich mich noch an die dort von der Wehrmacht gelagerten Segelflieger erinnerte, wurde so stark beschädigt, dass sie bald darauf abgerissen werden musste. Die Häuser in der unmittelbaren Umgebung hatten keinen Ziegel mehr auf dem Dach. In unserer St. Laurentiuskirche waren auch viele Fenster geborsten. Die Trümmer der Brücke, auch kurze Gleisabschnitte flogen weit bis in den oberen Markt. Meine Cousine Irmgard Wagner erzählte mir, dass am Vortag, dem 17. April, Soldaten des Sprengkommandos bei ihnen am Brückenweg um Trinkwasser gebeten hatten.

Am späten Vormittag dieses 18. April ging ich zur Wegbrücke, um von der gesprengten Winkelbrücke etwas mitzubekommen. Oben angelangt sah ich wie ein US-Jeep vom Süden her kommend, einen Konvoi von etwa fünf Fahrzeugen anführte mit aufgepflanztem MG. Panzer meine ich waren nicht dabei. Einer der Soldaten fragte immer wieder: „Wo Bürgermeister, wo Deutsch-Soldat?“ Sie bekamen von den dort versammelten älteren Roßtalern den Weg über die Felsenstraße zum Matzenberg gezeigt, wo rechts oben im ersten Haus des noch freien Geländes Bürgermeister Flachenecker wohnte, der aber nicht zuhause war. Am Kirchturm wehte nun die weiße Fahne, wobei nicht sicher ist, wer sie gehisst hatte, es könnten auch mehrere gewesen sein. Ich rannte von der Wegbrücke aus gleich nach hause und rief meiner Mutter zu: „Di Ami senn dou!“

Ausnahmslos hatten zu diesem Zeitpunkt alle ihre Häuser in unserer Straße mit einem an der Festerbrüstung angebrachtem weißen Bettlaken geziert. Noch an diesem Tag bestand Ausgangssperre, ich glaube ab 17 Uhr, was für mehrere Tage galt und von Patrouillen kontrolliert wurde.

Gehört habe ich später, dass auch etwa zur selben Zeit von Clarsbach bzw. Raitersaich kommend Jeeps in gleicher Weise durch die Bahnunterführung der Clarsbacher Straße Roßtal ohne Gegenwehr eingenommen haben. In der Villa des Bürgermeisters waren die Offiziere und in der Pelzleinstraße die Mannschaften untergebracht, wobei die Eigentümer ihre Häuser kurzfristig räumen mussten. Dorthin bin ich in den ersten Tagen allerdings nicht gekommen. Jedenfalls haben die GIs überall Eier verlangt, die sie sich dann gebraten haben. Da waren sie sich sicher, dass diese nicht vergiftet sind.

Großes Glück hatten wir in Roßtal, dass der während des Krieges bei uns praktizierende Arzt Dr. Landvogt eine Amerikanerin als Ehefrau hatte. Sie soll, wie man erzählte, öfter mit den Offizieren im Auto gesehen worden sein und auch wegen der friedlichen Übergabe unseres Ortes verhandelt haben.

Am Nachmittag ging ich dann über den Ortnersberg bis zur gesprengten Winkelbrücke und sah erstaunt, dass die Amerikaner durch Fahrzeuge mit Räumschild schon den gesamten Schutt zur Seite geschoben und die Straße wieder befahrbar war.

Ich sammelte damals Hoheitszeichen und Orden der deutschen Wehrmacht und tauschte mit einem Verwandten aus Fürth. Diese vergrub ich und meine Mutter unsere Hakenkreuzfahne mit zwei Sportgewehren meines im September 1944 verstorbenen Großvaters im Garten. Den Volksempfänger brachten wir zur Sammelstelle im Gasthaus „Zur Linde“ in der Felsenstraße.

Es war unser Glück, dass wir von den Amerikanern besetzt wurden, denn von da an ging es uns besser. Wir bekamen von ihnen auch von den Farbigen Kaugummi, Schokolade und Drops, sowie Orangen. Stationiert waren die GIs den Sommer über im Schulhaus und erlebten dort auch den Brand der riesigen Oetterich-Scheune , wo ich auch gesehen habe, dass sie am Anfang versuchten, mit Wassereimern zu löschen.

Corona, was uns im Moment die Natur auferlegt, ist sehr schlimm. Aber übertroffen wird diese Pandemie noch von den heutigen  Kriegen auf der ganzen Welt. Wir in Roßtal sind bisher verschont geblieben; aber ich habe meinen Vater und meinen Paten im 2. Weltkrieg verloren, die ich in meinem Leben sehr vermisste. Wenn bloß die Großen dieser Welt aus der Vergangenheit lernen würden und ihre Macht- und Gewinnansprüche endlich aufgeben könnten. Dafür sollten wir täglich unseren Gott bitten!
Erwin Hemmeter

Literaturhinweis: Roßtaler Heimatblätter
Wer gerne mehr zum Thema lesen möchte der sei auf die Roßtaler Heimatblätter verwiesen, die alle im Internet aufrufbar sind. Rund ums Kriegsende berichtet das Heimatblatt 30.

Aus dem Gemeindeleben:
Wieder kein Gottesdienst in unseren Kirchen… Dafür wieder der Hinweis auf Rundfunk und Fernsehgottesdienste und die Bitte machen Sie zumindest am oberen Markt, die Fenster weit auf und hören Sie Musik, die Hoffnung macht von unserem Posaunenchorleiter Stephen Jenkins und vielleicht auch von ihren Nachbarinnen und Nachbarn. Um 10 Uhr zur vertrauten Gottesdienstzeit spielt Stephen Jenkins Musik, die Hoffnung macht.

Am Dienstag trifft sich der Kirchenvorstand Roßtal digital zum Nachdenken über Corona und all die damit verbundenen Fragen. Von dieser Sitzung werden sicher Impulse für das Gemeindeleben dieses Sommers ausgehen und nicht nur Absagen für alle unsere Großveranstaltungen. Näheres wird im Coronatagebuch stehen.

Gottesdienst:
Anleitung für Gottesdienst@home von Pfarrerin Ulrike Weeger aus Obermichelbach
Kindergottesdienst live um 10 Uhr unter www.kirchemitkindern-digital.de
Übersicht der Gottesdienstangebote

Beratungsangebote der Diakonie Fürth:
Wegen der anhaltenden Kontaktbeschränkungen hat sich auch das Beratungsangebot der Diakonie Fürth verändert. Ein Besuch der Beratungsstellen ist bis auf weiteres nicht möglich, aber die Beratung findet trotzdem weiterhin statt. Gerne beraten wir telefonisch, online per gesicherter Mailverbindung und in besonderen Fällen auch per Videoberatung. Die Informationen dazu finden Sie auf unserer Webseite unter https://t1p.de/dwf.

Vorsicht Suchtgefahr: Das Feuerspatzenrezept von Anna Behringer
Sie brauchen:
500 gr. Quark (gleich welche Fettstufe)
500gr. Biomehl 405/550
5 glückliche Eier
175 gr. Zucker
1 Prise Salz
1 Packung Backpulver
2 Packungen Vanillezucker
Abrieb einer Biozitrone
Evtl. etwas Puderzucker für die Deko
Sowie rund einen Liter Rapsöl zum Ausbacken
Zunächst werden Eier, Zucker und Quark miteinander vermischt, anschließend Salz, Vanillezucker und Zitronenabrieb zufügen  dann erst Backpulver und das Mehl dazugeben und alles gut miteinander vermischen.  Anschließend mit einem Eßlöffel die Spatzen abstechen und im Rapsöl auf mittlerer Hitze ausbacken. Sie sind fertig, wenn sie goldbraun aussehen und der Schaschlikspießtest gelingt und kaum mehr Teig an ihm hängen bleibt...
Auf einem Küchentuch abtropfen lassen und vielleicht mit etwas Puderzucker überstreuen. Anschließen warm oder kalt genießen. Vorsicht! diese Feuerspatzen machen süchtig. 

Basteltipp: Schutzengel-Handschmeichler
Ein Handschmeichler ist ein Gegenstand, der sich gut anfühlt, wenn man ihn in der Hand hält. Er verbindet mit den Menschen, von denen man ihn bekommen hat, und spendet Trost. Er passt auch gut in eine Hosen- oder Jackentasche. Ein Schutzengel darauf bringt zum Ausdruck, dass Gott uns begleitet.
Anleitung: Man benötigt glatte ovale Steine, die die richtige Größe haben, dass wir sie mit unserer Hand umschließen können. Filzstifte in dunklen, kräftigen Farben und Klarlack (schnell trocknend), Pinsel, eventuell etwas Glitzerpaste. Stehen keine Steine, aber Modelliermasse wie Fimo zur Verfügung, können in einem ersten Schritt die Steine geformt werden. Modellierte Handschmeichler haben den Vorteil, dass sie sich besonders gut in die Hand schmeicheln.
Die Steine werden mit den Filzstiften bemalt: Engelgestalten oder einfach nur Flügel, die dann auch noch mit der Glizterpaste verziert werden können. Nach dem Trocknen wird das Bild mit Klarlack fixiert. Quelle:Kirche mit Kindern - Sorgen zu Gott bringen

Freitag, den 17. April

Die gute Nachricht:
Es geht aufwärts und auch wieder hinaus. Erste vorsichtige Lockerungen und erste neue Geschäftsöffnungen finden wieder statt. Und wenn die Menschen wirklich weiterhin ganz vorsichtig sind, dann ist Corona ein Teil unserer Geschichte und auch ein Teil unseres Lebens, aber nicht mehr die Pandemie, die alles kaputt macht und bedroht. Schade nur, dass das Feiern von Gottesdiensten weiterhin untersagt ist und unsere Veranstaltungen immer noch nicht stattfinden können.

Darf der Staat das Feiern von Gottesdiensten verbieten? Eine Würdigung auf dem Hintergrund von Dietrich Bonhoeffer schreibt Dekan Jörg Sichelstiel aus Fürth:
Religionsfreiheit und Corona
Ob der Staat wegen der Corona-Pandemie Gottesdienste verbieten darf und ob sich die Kirchen daran halten sollen bzw. müssen, hat das Bundesverfassungsgericht für den Staat beantwortet. Es wäre zwar ein überaus schwerwiegender Eingriff in die Glaubensfreiheit – insbesondere in den Tagen von Karfreitag und Ostern - , aber gerechtfertigt, weil der Lebensschutz höher wiegen würde.
Aber sollen sich die Kirchen auch daran halten? Dietrich Bonhoeffer unterscheidet in seiner Ethik letzte und vorletzte Dinge und setzt sie in Beziehung zueinander. Er stellt eine radikale Lösung, eine Kompromisslösung und sein Modell der Wegbereitung vor. Der Staat, das Gesundheitswesen, die Corona-Regelungen und das Verhalten der Kirchen gehören zu den „vorletzten Dingen“.
Wer radikal sei, sehe nur das Letzte: den Glauben an die Rechtfertigung durch Christus. Was aus der Welt wird, fällt dann nicht mehr ins Gewicht, weil die Welt sowieso vergehen wird. Wer so denkt, den kümmert die Frage der Rechtmäßigkeit des Gottesdienstverbotes im Grunde nicht, weil er Mittel und Wege finden wird, das Wort Gottes zu lesen, zu sagen und zu hören.
Wer dagegen Kompromisse schließe, belasse die Welt in ihrem Recht, denn noch steht die Welt, noch ist das Ende nicht da. Bestehendes wird gerechtfertigt, die Kirche ordnet sich dem Staat unter. Wer so denkt, der interessiert sich im Grunde auch nicht für die gestellte Frage, weil er die Vorgaben fraglos hinnimmt.
Für Bonhoeffer sind beide Lösungen extrem. Der Radikalismus würde das Bestehende hassen, d.h. Gottes Schöpfung, der Kompromiss dagegen das Letzte. Mit der Kompromisslösung muss man mit der Welt durch Mittel der Welt allein fertig werden. Das Wort Gottes habe da nichts mehr zu suchen.
Bonhoeffer will beides würdigen. Man müsse für das Vorletzte Sorge tragen, weil man alles dafür tun müsse, dass das Wort Gottes auch gehört werden kann. Ihm müsse der Weg bereitet werden. „Es gibt eine Tiefe der menschlichen Unfreiheit, der menschlichen Armut, der menschlichen Unwissenheit, die das gnädige Kommen Christi hindert.“ Die Aufgabe der Wegbereitung ist damit eine von „unermesslicher Verantwortung“. Bonhoeffer kommt hier zum schärfsten Urteil: Es wäre eine Lästerung Gottes, den Hungernden hungrig zu lassen.
Würde sich die Kirche heute nicht darum scheren, ob Versammlungen in Gottesdiensten Gesundheitsrisiken beinhalteten, würde sie den Menschen und damit Christus verachten. Würde sie nur online auf allen Kanälen predigen und sich nicht in Wort und Tat der Not vieler – Naher wie Ferner, Christen wie Nichtchristen – annehmen und ihre Stimme für sie erheben, würde sie Gott lästern. Würde sie nicht darauf dringen, die Einschränkungen der Religionsfreiheit immer wieder neu auf den Prüfstand der Verhältnismäßigkeit zu stellen, wäre sie lächerlich. Würde sie den demokratischen Rechtsstaat nicht respektieren, verfiele sie in Willkür. Verantwortung hat das alles in den Blick zu nehmen.

Aus dem Gemeindeleben:
Ab heute Neu: Das Coronatagebuch zum Mitnehmen.
Eine gedruckte einfache Form unseres Coronatagebuches gibt es ab heute in der Kirche, im Kirchenbüro und im Laden Blumen Fröschel. Bitte nehmen Sie es von dort mit und bringen Sie es auch Menschen, die das Coronatagebuch nicht digital lesen können

Wir sind für Sie da: Im Internet und am Telefon sowieso, aber auch jeden Vormittag bis auf Dienstag von 9-12 Uhr und bitte klopfen Sie am Fenster, dann erreichen Sie Friedhofsverwaltung, Hauptamtlichenteam, Kitaverwaltung und Pfarramt. Vielen Dank allen, die die Stellung halten und im Hintergrund dafür sorgen, dass die Arbeit weitergeht.
Gottesdienste und Gottesdienste in Rundfunk und Fernsehen entnehmen Sie bitte durch klicken auf diesen Link.

Neu im Coronatagebuch: Bilder des Friedens - Bilder zur Besinnung
Dank des Hobbyphotographen Günter Hochberger aus Weitersdorf gibt es von dieser Seite ausgehend, Bildergalerien mit Spaziergängen und Ausflügen, die ein wenig von der Tristesse mancher Coronatage ablenken können. Klicken Sie einfach hier und finden Sie sich an den schönsten Orten unserer Welt wieder. (Das hinterlegte pdf bitte im Vollbild-Modus betrachten!)

Das Rezept zu Ostern-Kuchen nach Siebenbürgener Art: 
Christiane Schuster hat uns ihre Rezepte für Rahm-Hanklich, süßer Maiskuchen Mali und Nussstriezel zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür und Ihnen gutes Gelingen.

Coronakommentar:
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das gilt für viele Probleme, die jetzt fünf sechs Wochen nicht mehr die Schlagzeilen beherrschten. Aber sie sind weiter da und auch wenn sich rund um Corona vorsichtiger Optimismus breit machen kann, die alten Probleme bleiben. Weder Klimawandel, noch der Frieden in der Welt, noch die Wohlstandsproblematik zwischen Nord und Süd sind gelöst.
Wissen Sie noch wann es bei uns das letzte Mal ergiebig geregnet hat? Nur diese eine Frage und wir merken, es braucht nicht nur Energie, um die Krankheit Covid-19 zu bekämpfen, sondern der Klimawandel hinterlässt seine Spuren erneut in Wald und Flur und manch Gartenbesitzer ist entsetzt über den Zustand seines Rasens. Ein Griff in die Erde und alles staubt. Was das für die jetzt schon lichter werdenden Wälder heißt ist gar nicht abzusehen.
Und damit sind die alten Schlagzeilen zurück und die Probleme vor Corona harren weiter auf Lösungen. Frieden in der Welt, Verteilung des Wohlstandes auf der Erde, Hass auf Minderheiten, Terrorismus, all das ist aus dem Blick geraten, aber es ist nicht weg. Die Erkenntnisse, der Diskussionsstand hier, die Gedanken und die Fortschritte bei all diesen Themen sind überlagert und hier muss ein erster Weckruf erfolgen, manche meinen derartig wichtige Menschheitsthemen im Gefolge der erwarteten Weltwirtschaftskrise, gleich abräumen zu können. Die Diskussion über die Klimaziele dieses Jahres zeigte es bereits öffentlich mit erschreckender Deutlichkeit.  
Und das Hauen und Stechen wird beginnen, wenn es um die Bezahlung unserer Rettungsschirme geht, was ist dann noch in den öffentlichen Kassen für Klimaschutz und Radwegeprogramm, für Fair Tradebeschaffung und sauberes Trinkwasser für alle übrig? Und wie lösen wir den Schulbetrieb und die Kindergartenversorgung…
Corona geht, aber die Probleme bleiben und manche lassen sich vielleicht zusammen mit Coronathemen lösen. Die Verantwortung für sauberes fließendes Wasser damit in den Häusern der Armen des Südens Hygienemaßnahmen greifen können. Das schützte uns, vor einer Wiederkehr der Pandemie und das schützt die Menschen dort ein wenig besser vor Ansteckung.
Oder die Veränderung im Reiseverhalten, solch einen blauen Himmel gibt es selten und vielleicht ist es eine der Stellschrauben, daß es bei uns wieder regnet.
Oder die Absagen von all den Events, die so schön und so gut sind und unsere Zeit manchmal von dem ablenkt, was vor unserer Haustüre liegt und nach Corona kennt jeder jede Ecke seines Gartens und weiß ihn zu schätzen….
Und die Frage nach dem Wert des Menschen? Was ist ein Menschenleben wert in Deutschland auf der Intensivstation, in Frankreich und Italien in England und Brasilien, von Kenia und Tansania wage ich nicht mal mehr zu schreiben… Wir lernen den Wert eines Menschenlebens und der ist für alle Menschen gleich. Das wird uns noch lange beschäftigen….
Sie merken es, der Themen gibt es viele und es sind keine unbekannten Themen. Man kann sie mit Corona verknüpfen und was noch viel wichtiger ist, man kann sie in der Coronapause auch miteinander besprechen und damit vielleicht auch lösen.
Meint Ihr Jörn Künne

 

Donnerstag, 16. April 2020

Eilmeldung:
Es ist noch nicht vorbei! Gottesdienste, Chöre, Feste und Feiern, Gruppen und Kreise bleiben nach wie vor verboten. Näheres und unser weiterer Spielraum folgt in den nächsten Ausgaben unseres Coronatagebuches.

Die gute Nachricht:
Unsere Krankenhäuser haben noch Kapazitäten. Und das nicht nur für Menschen mit Corona, sondern eben auch für viele viele bereits vorher bekannte Krankheiten. Und auch wenn alles in den Krankenhäusern der Region auf Corona vorbereitet ist, Herzinfarkte, kleine oder größere Schlaganfälle, Brüche und vermutete Krebserkrankungen, all das und noch viel mehr wird in der gewohnten Qualität in unseren Krankenhäusern behandelt und es gilt nach wie vor: Lieber einmal zu viel nachgefragt, als die Folgen eines Schlaganfalles, lebenslang mit sich herumtragen. Aber natürlich gilt zuallererst: Bleiben Sie gesund!

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Unser Telefonanbieter hat uns jetzt in der Zeit der Kontaktbeschränkungen das Angebot gemacht in dieser Zeit kostenlos einen Streaming-Dienst zu nutzen. Wir haben jetzt Zugriff auf einige hundert Spielfilme und Serien. Das haben wir über Ostern reichlich genutzt. Abends gab es großes Kino mit den Superhelden-Filmen: Superman, Ironman, Batman, Hulk und wie sie alle heißen. Die Stadt, die Welt, die Menschheit ist bedroht durch eine Geheimorganisation, einen verrückten Wissenschaftler, eine außerirdische Bedrohung gegen die der Superheld ankämpft. Und nach viel Zack, Bumm, Krach und vielen Kämpfen siegt das Gute über das Böse.
Von einer ähnlichen Situation erzählt H.G. Wells in seinem Buch „The War Of The Worlds / Krieg der Welten“. Marsianer greifen das England des neunzehnten Jahrhunderts an. In diesem Buch sind es keine Superhelden, die die außerirdische Bedrohung aufhalten, sondern kleine unsichtbare Bakterien, die das Immunsystem der Marsianer angreifen und zerstören.
Es ist schon komisch, wir haben große StarWars-Projekte und Abwehrschirme gegen die scheinbar riesige Bedrohung aus West oder Nord, Süd oder Ost, oder aus dem All, und vergessen dabei die alltägliche Bedrohung durch die kleinsten Angreifer Bakterien und Viren, die unsere Welt genauso lahmlegen. Wir stecken Milliarden in unsere militärische Verteidigung und vernachlässigen dabei unser Gesundheitssystem, unsere physische und psychische Gesundheit.
Jesus Christus fragt: Was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? (Markusevangelium 8,36)

Wie soll es nach Corona weitergehen:
Fünf Wünsche für die Zeit nach Corona wurden bei verschiedensten Menschen in Kirche, Politik, Gesellschaft angefragt. Heute nun die Wünsche und Anregungen von Bruder Wolfgang aus dem Kloster Münster Schwarzach.
Bruder Wolfgang Sigler ist Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Der gebürtige Regensburger ist seit 2015 Teil der Mönchsgemeinschaft. Zurzeit studiert er Theologie am Kolleg St. Benedikt in Salzburg. Zudem engagiert sich der 32-Jährige in der Jugendarbeit der Abtei „Junges Münsterschwarzach“. Foto © Julia Martin / Abtei Münsterschwarzach

Für die Zeit nach Corona wünsche ich mir, dass sich unsere Kinder erinnern werden.
Zwar daran, wie sie sich eingesperrt fühlten und nicht zu ihren Freunden zum Spielen durften. Wie Mama weinte und Papa ratlos daneben stand. Wahrscheinlich nicht an die Beerdigung von Tante Anni aus dem ersten Stock. Da durften sie nicht hin.
Aber auch daran, wie sie am Balkon standen, mit den anderen lauthals und herrlich falsch mitsangen und klatschten. An das Osternest, dessen Überbringer sie wieder nicht erwischten, weil er schon zwei Treppen weiter war, nachdem es an der Tür geklingelt hatte. An die Kerze, die sie jeden Abend ans Fenster stellten.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass danach alles anders werden wird. Schnell werden unsere alten Raster wieder einrasten. Umso mehr kommt es darauf an, dass wir uns erinnern, worauf es ankam. Auf die Menschen, die durchhielten und halfen, obwohl man es von ihnen nicht hätte einfordern können. Auf den Moment, da wir unsere Alten wieder in die Arme schließen und feste drücken konnten. Und an diese Stimmung, als man endlich wieder raus durfte und alle, die man im Park traf, einem zulächelten.
Warum auch immer Gott das so gefällt: Ostern geht zuerst den Kreuzweg, und wir gehen mit. Das Todesdunkel wird aber immer durchbrochen werden vom Licht, und sei es noch so klein. Mitten im Tod ist das Leben. Selbst die Nacht strahlt vor Gott wie der Tag. Darauf kommt es an.


Aus dem Gemeindeleben:
-Am Sonntag wäre die erste Konfirmation gewesen, wir denken an die Jugendlichen, die an diesem Sonntag konfirmiert hätten. Ein kleiner Gruß der Kirchengemeinde erreicht die verhinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden und wir hoffen auf ein Nachholen der Konfirmationen im Sommer und im Herbst.
-Inzwischen haben auch die goldenen Konfirmandinnen und Konfirmanden ihren Jubiläumsgottesdienst abgesagt, denn für derartige Veranstaltungen gibt es zur Zeit keine Planungssicherheit.
-Es wird auch einen Kirchenboten Mai geben. Fertig geschrieben und mit einer Reihe von Erfahrungsberichten aus der Coronazeit versehen, wird er gerade gedruckt.
-Am Freitag gegen 10 Uhr spielt Michael Bauer wieder an der Orgel der St. Laurentiuskirche  und weil die Türen offenstehen kann es jeder, der auf dem Friedhof Sport betreibt auch hören und miterleben.
-Unsere Kirche-österlich geschmückt - lädt weiter zu stillem Gebet und Nachdenken über Gott und die Welt ein. Sie ist von 8-20 Uhr jeden Tag geöffnet.
-Am Sonntag spielt Stephen Jenkins vom Kirchturm. Für Muttertag, oder Pfingsten ist dann je nach Coronalage wieder eine gemeinsame Aktion mit allen Musikerinnen und Musikern, die sich beteiligen wollen eine Welle der Hoffnung geplant.

Neu! Neu! Das Coronatagebuch ist ab Freitag auch als Printausgabe erhältlich.
Gerade weil viele ältere Menschen unser Coronatagebuch nicht aus dem Internet lesen können, wird es in Zukunft ab Freitag eine gedruckte Sammelausgabe der vorhergehenden Woche geben. Diese liegt aus bei Blumen Fröschel und in der Laurentiuskirche. Dort kann sie beim Wochenendeinkauf mitgenommen werden. Machen Sie der älteren Generation damit eine große Freude und bringen Sie ihnen das Coronatagebuch mit.

Kindertipp: Zaubersand - kinetischen Sand selbst machen
Um Zaubersand selber zu machen, braucht ihr nur zwei Zutaten: Mehl und Öl. Wie ihr den Sand herstellen und damit basteln könnt, findet ihr hier bei geolino erklärt. Zaubersand ist eine tolle Möglichkeit, um auch drinnen mit Sand spielen zu können. Besonders praktisch: Zaubersand klebt nicht und hinterlässt somit keine Spuren.
Außerdem kann mit Zaubersand noch leichter geformt werden als mit normalem Sand, da er länger die Form hält und nicht so schnell zerfällt.
Ein weiterer Pluspunkt: Der Zaubersand kann nach Lust und Laune verändert werden. Wer bunten Sand möchte, fügt einfach etwas Lebensmittelfarbe hinzu und wer sich glitzernden Zaubersand wünscht, mischt bei der Herstellung einfach etwas Glitzerpulver unter. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Wenn der Zaubersand nach dem Spielen abgedeckt aufbewahrt wird, kann man ihn mehrere Tage lang verwenden.Viel Spaß beim Zubereiten und spielen.

Der Coronakommentar: Mitmenschlichkeit lohnt
Alle Regierenden hat Corona überrascht, aber in dieser Herausforderung zeigt sich, wer auf der Seite seiner Mitmenschen steht und Leben rettet und für den nicht nur Macht, Geld, Einfluss zählt. Viele Regierungen haben in der Krise ihr wahres hässliches Gesicht gezeigt. Und sie gehören meist einer Sorte von Regierungen an. Die aber sollen gewarnt sein, Hochmut kommt vor dem Fall.

Die Coronakrise offenbart den wahren Charakter von Menschen. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Hamsterkäufe von Toilettenpapier auf der einen Seite, aber auch unglaubliche Disziplin von 80 Millionen Deutschen, die sich an Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen halten, damit Kranke und Alte, immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung geschützt werden und wie es scheint, es wirkt.  Und natürlich sind da die Rücksichts- und Bedenkenlosen immer noch unterwegs, aber wie gesagt Corona holt das Beste und das schlechteste aus uns Menschen heraus, wie es der Bundespräsident ganz zu Anfang gesagt hatte.
Was das heißt wird in einer weltweiten Groteske, in einer homerischen Tragödie gespielt. Wie verantwortungsvoll reagieren die Mächtigen der Welt und was sind ihre wahren Bestrebungen. Und auch wenn unser Europa und die EU nicht immer glücklich agieren, das gibt es eben nicht, dass man innerhalb von zwei Stunden eine Ausgangssperre verhängt und sich dann über überfüllte Geschäfte und Straßen beschwert. Abstand statt Kontakt wird so unmöglich gemacht. (Türkei) Oder man schließt die Wirtschaft und Abermillionen arbeitslose Wanderarbeiter versuchen in überfüllten Zügen zu fliehen. (Indien) Oder man erklärt das Wort Corona für verboten und für eine Erfindung des Westens und damit gibt es keine Pandemie (Weißrussland) Oder das oberste Gericht verbietet dem Präsidenten das Virus zu leugnen. (Brasilien) Oder und da stockte es bei mir endgültig: Da erklärt ein Präsident, dass der Tod von nur 100.000, oder 200.000 Menschen schon ein Sieg gegen die Pandemie wäre….  (Amerika, das Land in dem im blutigen Vietnamkrieg  innerhalb von 15 Jahren 58.000 Soldaten starben…)
Dazu wird gelogen, vertuscht, gefälscht, oder wie es in Russland geschieht, die Verantwortung auf die nächste Ebene verlagert….
Im tiefsten Mittelalter handelten Landesherren oftmals vernünftiger und ihrer Bevölkerung dienlicher, als es heute im Zeitalter des Computers geschieht. Es ist erschreckend, wer alles seine Maske fallen ließ und wer alles menschenverachtend sprach und spricht, wer alles Aufklärung und Informationen steuerte und dabei log, leugnete, verzögerte, angebliche Macht demonstrierte, Machtkämpfe austrug und dabei dafür sorgte, dass es noch weit mehr Tote gab und schwere Fälle dazu.
In der Krise lernten die eigenen Bevölkerungen, das wahre Gesicht ihrer Regierungen kennen und wieviel ihnen ein Menschenleben, auch das Leben eines Schwächeren wert ist. Und das Gedächtnis der Menschheit ist lang. Das nur all denen zur Warnung, die meinen sie seien Gottgesandt in ihrer Position und das Elend der Anderen ist ihnen gleich.  In der Geschichte der Menschheit war der Hochmut von Menschen und die Verachtung der Schwachen immer der erste Schritt in den Untergang. Und das gilt auch für diese Krise und ihre Folgen. Meint ihr Jörn Künne

 

Mittwoch, den 15. April 2020

Die gute Nachricht:
Heute entscheidet es sich, wie wird es weitergehen mit den Bewegungsbeschränkungen? Wie wird es weitergehen mit den Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Und am Exit wird hin und hergezogen. Die gute Nachricht daran ist, man kann darüber schon ernsthaft reden, es kommt eine andere Zeit, aber das Virus ist nicht fort, das wissen wir alle und es wird wellenförmig wieder kommen, solange es keinen Impfstoff geben wird. Aber man kann guten Gewissens über einen Ausstieg aus dem Katastrophenszenario nachdenken und das allein macht Mut. 

Der Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker: Notre Dame - ein Jahr nach dem Brand
Vor einem Jahr war die Welt noch in Ordnung. Am Abend des 15. April 2019 brach in der Pariser Kathedrale Notre Dame ein Feuer aus. Am Morgen war der Dachstuhl abgebrannt und die Kirche nichtmehr betretbar. In einem Frankreich in dem die christlichen Kirchen kaum noch gesellschaftliches Gewicht haben, wird es für die meisten Menschen nicht die Zerstörung des geistlichen Mittelpunkts ihrer Gemeinde gewesen sein, sondern ein Bauwerk ist abgebrannt, das von der nationalen Geschichte erzählt.
Man kann auch in anderen Kirchen Ostern feiern. Und trotzdem mir fehlte es in den alten vertrauten Formen die Auferstehung Jesus Christi zu feiern. Aber andererseits entdeckte ich in der OsterKlangWelle in Roßtal, in Onlinegottesdiensten ganz andere Formen wie die Botschaft von der Auferstehung Christi in unserem Leben deutlich werden kann.
Vielleicht muss manchmal etwas Altes abgebrochen werden, damit Neues wachsen kann.
Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21,5)

Aus dem Gemeindeleben:
-Michael Bauer spielt heute um 10 Uhr wieder auf der Orgel der Laurentiuskirche Roßtal
-Unsere Kirche ist offen – und das soll auch so bleiben. Jeden Tag von 8-20 Uhr ist ST. Laurentius geöffnet. Zeit zum Nachdenken, zum Kerze anzünden, zum Gebet, zur Stille, zum Spüren der Glaubenskraft in Krypta und Kirche.
-Das Coronatagebuch zum Weitergeben. Viele Seniorinnen und Senioren, die zurzeit allein daheim sind, haben kein Internet und keine Möglichkeit unser Coronatagebuch zu lesen. Aber vielleicht können Sie als Leserinnen und Leser Artikel und Inhalte herunterladen und ausdrucken? Damit die ältere Generation auch sieht und merkt wir denken an Sie und sie sind nicht allein.

Die neue Kolumne: Ein Leben nach Corona
In loser Reihenfolge sollen an dieser Stelle Wünsche für die Zeit nach Corona zu finden sein. Ideen, Anregungen von Menschen, die Verantwortung tragen, von engagierten Gemeindegliedern, Promis in Landkreis und Kirche werden hier fünf Themen, fünf Wünsche für die Zukunft nach Corona formulieren, getreu des Auftrages unseres Bundespräsidenten, es liegt an uns was wir aus Corona lernen und wie wir unser Land danach verändern. Den Beginn dieser Zukunftswünsche schreibt Thomas Rucker.

Fünf Wünsche nach Corona oder was mir in der Zeit der Ausgangsbeschränkung bisher wichtig geworden ist.
Wie bringen wir das Wirtschaftssystem nach dem Lockdown wieder in Gang? Diese Frage wird immer lauter diskutiert. Wie wird meine Leben nach Corona aussehen, wird alles wieder so wie vorher oder gibt es Dinge, die ich in der Zeit des LockDowns erlebt habe, die auch danach noch Auswirkungen haben?
1. Kontakt halten
Jetzt in der Zeit der Kontaktsperre treffe ich mich fast täglich im Internet mit Menschen, die ich sonst vielleicht einmal im Jahr für ein verlängertes Wochenende persönlich treffe. Ich schreibe Verwandten und Freunden kurze E-Mails oder telefoniere und erzähle wie es uns geht. Ich möchte diese Kontakte behalten.
2. Die Alten ehren
Im Februar haben wir den neunzigsten Geburtstag meines Vaters gefeiert. Alle Kinder, Enkel, Nichten und Neffen waren da. Jetzt in der Zeit der Kontaktbeschränkungen erzählen meine Eltern, dass die Verwandtschaft immer wieder bei ihnen anruft. Meine Eltern sind die Letzten ihrer Generation in unserer Familie. Meine Cousinen und Cousins haben erlebt, wie das ist wenn die Eltern nicht mehr da sind. Es ist weniger das Wissen und die Erfahrung, als vielmehr die Liebe, die sie uns gegeben haben, die die Generation unserer Eltern, Tanten und Onkels für uns so wichtig und wertvoll macht. Das 4. Gebot (nach lutherischer Zählung) wird mir immer wichtiger.
3. Was ist systemrelevant?
So viele Dinge haben immer Aufmerksamkeit gefordert und erklärt, dass sie sofort und dringend notwendig sind. Jetzt wo vieles nicht möglich ist, merke ich wir können auch ohne das leben. Auto fahren, Flugreisen, industrielle Produktion, es ist still gelegt. In manchen Zeitungsartikeln wird sogar vermutet, dass die BRD ihre Klimaziele für 2020 einhalten kann, wegen dem ShutDown im Frühjahr. 
Wenn dem wirklich so ist, oder wenn dem nur annähernd so ist, könnten wir dem Klimawandel aufhalten, wenn wir unseren Lebensstil radikal ändern? Die CoronaKrise zeigt: wir können uns einschränken.
4. Zeit haben
Ein Freund von mir ist im Homeoffice und Kurzarbeit und postet auf Facebook, womit er seine Zeit ausfüllt. Er bäckt Brot, macht Käse und Bratwürste. Andere erzählen von Bücher, die sie lesen oder posten Bilder von Dingen, die sie gebaut haben. Wir haben Zeit für manches, das auch wichtig ist. Ich genieße die 38,5 Stunden Woche und den Familien Sonntag. Wenn das jetzt geht, warum soll das danach nicht auch möglich sein?
5. Ein großes Fest
Wenn wir wieder zusammen kommen dürfen, dann werden wir mit all unseren Freunden ein großes Fest im Garten feiern. Wir werden die Bratwürste meines Freunds grillen, den Käse und das Brot probieren, und all die leckeren Kuchen, von denen wir nur Bilder gesehen haben. Wir werden uns gegenseitig zeigen und vorführen, was wir in den letzten Wochen gebaut haben, aus den Bücher vorlesen, die uns wichtig geworden sind, vielleicht auch miteinander Musik machen auf den Instrumenten, die so lange vernachlässigt in der Ecke lagen. Ich werde bis zur letzten Flasche Wein aus dem Keller holen und wenn es sein muss noch nachts zur Tankstelle gehen und Nachschub besorgen. Und wir werden uns besoffen von Liebe und Freundschaft in den Armen liegen.


Der praktische Tipp: Hefe selbst herstellen  
½ Würfel Hefe
100 ml lauwarmes Wasser
100 g Mehl
1 EL Zucker
Falls der halbe Hefewürfel nicht vorhanden ist, geht es auch mit lauwarmen Hefeweizenbier statt Wasser. Alles vermengen und über Nacht stehen lassen. Eine Hälfte verwendet man zum Backen (ca. 1 Würfel Hefe) und die zweite Hälfte kann man erstmal in den Kühlschrank stellen und später wieder mit Wasser, Mehl und Zucker füttern. So ist jetzt immer Hefe im Haus.

Sterben in Zeiten von Corona:
Sprich darüber, sonst entscheiden andere über dich! Das ist nicht nur das Gebot der Stunde, wenn man in diesen Zeiten über ein gutes Lebensende nachdenken will.
Denn der Tod in Form von Massengräbern in New York, oder in Kühllastern vor Kliniken, oder in Form von Bodypacks, vor chinesischen Kliniken ist uns auf den Bildschirmen sehr nahe gerückt. Dazu die horrenden Zahlen des Sterbens von Menschen durch das Virus und die bedrückenden Erfahrungen aus all den Ländern, die den Bevölkerungsschutz und ihr Gesundheitswesen privatisiert hatten und die Herausforderungen nicht ernst genug nahmen. Das Sterben findet auf dem Bildschirm statt, oder in fremden Ländern. Bis jetzt kommt Deutschland ganz gut durch die Krise aber der Tod und seine Bilder kommen doch in die Wohnzimmer.
Dabei ist das Sterben immer schon gegenwärtig. Immer schon wird gestorben und im Ort Roßtal, gibt es von echten Roßtalern, das Altenheim muss etwas herausgerechnet werden ,auf unseren Friedhöfen rund 100-120 Trauerfeiern und Beerdigungen. Etwas mehr als 1,5 Prozent unserer Bevölkerung stirbt jedes Jahr. Trauer und Schmerz gehören immer dazu und Krankheiten und hohes Alter auch. Und bei jedem Menschen stellt sich die Frage, wie gelingt ein gutes Sterben?
Wir haben inzwischen einen hohen Standard für ein, wenn man so will, gelingendes Sterben und das ist gut so. Hausaufgaben machen, nannte es die frühere Leitung der Diakoniestation, das muss zu Lebzeiten und in vollem Bewusstsein gemacht werden und wo das geschehen ist, herrschte leichter Frieden. Als Familie wissen was noch getan werden soll, und wie die Patientenverfügung aussieht, viele haben sie daheim ausgefüllt. Ärzte und Krankenhaus sprechen offen über das Sterben und haben eigene Ethikstandards für das Sterben entwickelt.  Und es gilt:  immer dann wenn man vorher gut darüber gesprochen hat, dann können Menschen leichter sterben.  Umso schlimmer, dass Corona hier allen palliativen Standards spottet.  Und die Bilder aus den überfüllten Intensivstationen haben sich tief eingeprägt.  Corona auf der Intensivstation sorgt vielfach für palliative Desaster. Niemand soll ersticken müssen und niemand soll Schmerzen leiden, dieser Grundsatz gilt, aber es gilt auch die Frage, können wir den Tod zulassen, bei Menschen 85 Jahre alt, vielleicht dementiell verändert und der Alterskrebs wartet auf seine Chance.  Daheim sterben wollen, wie bei einer normalen Herzschwäche und dann doch an die Beatmung gehängt…. Was will ich, wie gestalte ich mein Sterben? Das gilt es immer zu klären, egal ob mit Corona oder ohne. Und es geht nur wenn man darüber spricht und es geht nur gut, wenn vorher Kinder und Partner informiert sind, wenn es Unterschriften gibt, wenn klar gesprochen wird, wie soll mein Sterben geschehen, und auch wer darf dann auch mit Schutzkleidung dabei sein… Corona macht die Diskussion nicht einfacher und vielleicht verlieren wir bereits erarbeitete Standards, aber daheim sterben zu dürfen, Schmerzfrei und nach Erledigung aller Hausaufgaben, das bleibt ein Menschenrecht auch jetzt in der Pandemie und wenn darüber gesprochen wurde, wie es sein soll, dann gibt es auch in Corona Zeiten ein Sterben, das Begleitung bis zu Letzt und einen guten Abschied ermöglichen kann. Darüber muss geredet werden in der Familie, mit den eigenen Ärzten und auch mit den Ärzten in Kliniken und in Notarztwägen. Darum suchen Sie das Gespräch mit Ihrer älteren Generation und klären sie es für sich selber meint ihr Jörn Künne

Kinder- und Familientipp: Rätselspaß
Was ist im Bild auf dem Post-it-Zettel zu sehen? Dieses Bilderrätsel und unendlich viele Rätsel für Klein und Groß sind auf der Website von Raetseldino.de zu finden. Von Labyrinth-, Punkt-zu-Punkt-, Kreuzwort-Rätseln, über Detektivspiele, Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsstufen bis hin zu Rätselgeschichten reicht die Auswahl.
Übrigens auf dem Post ist ist eine Spinne beim Handstand zu sehen ;-)

Dienstag, 14. April 2020

Die gute Nachricht:  
erstmals mehr Geheilte als Infizierte!
Vielleicht weil es Ostern war, ganz sicher auch weil sich sehr viele an die Ausgangsbeschränkungen halten und die meisten Menschen mehr als 1, 5 Meter von anderen getrennt stehen, haben sich die Zahlen gedreht und mehr als die Hälfte derer, die positiv auf Corona getestet worden sind; sind inzwischen wieder gesundet. Über 60.000 Menschen haben Corona in Deutschland schon hinter sich und haben hoffentlich jetzt einen Immunschutz. Den knapp 60.000 Erkrankten wünschen wir gute Besserung und einen guten Heilungsverlauf.

Denkanstoß von Thomas Rucker:
Vor über 44 Jahren am 11. April 1976 wurde ich konfirmiert. Damals hat mir mein Pfarrer einen Konfirmationsspruch mit auf dem Weg gegeben, den ich lange Zeit nicht verstanden habe: Jesus Christus spricht: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannesevangelium 16,33)
Erzähle einen pubertierenden Jüngling von 14 Jahren dass er Angst hat. Dieser Konfirmationsspruch war einzigartig.
Keine der anderen 89 Konfirmandinnen und Konfirmanden hat diesen Spruch sonst bekommen, obwohl etliche Sprüche mehrmals vergeben wurden. In den Jahren meiner pastoralen Tätigkeit ist er mir nur zwei weitere Male als Konfirmationsspruch begegnet. Einmal vor vielen Jahren bei einer Beerdigung und jetzt in diesem Jahr wurde er von einem meiner Konfirmanden gewählt.
So sehr ich mich damals verwundert habe, ist er mir in den letzten Jahren zum Trost und Mut-mach-Spruch geworden. Vielleicht auch in der Version wie er viele Jahre in der Michaels Kapelle auf den Schwanberg an der Wand hing.
„Seid ohne Furcht, wenn eines Tages die Kraft der Atome (heute müsste man sagen: der unsichtbar kleinen Viren) den kreisenden Erdball zersprengen sollte, dann wird sie doch nicht sein gegen jene Gewalt, die den Stein vom Grabe hinwegwälzte.
Christus hat einmal den Tod besiegt, alles Grauen währt nur bis zum dritten Tag und jede Vernichtung ist eingeschlossen in seine und unsere Auferstehung.

Aus dem Gemeindeleben: Rückblicke
Ostern ohne Gottesdienst Teil 1
Fernsehgottesdienste waren das Angebot der Stunde  und viele sahen die gut durchdachten Gottesdienste rund um Ostern aus ebenfalls leeren Kirchen. (Bitte beachten Sie die Rundfunk und Fernsehtipps, die auch hier regelmäßig erscheinen)
Ostern ohne Gottesdienst Teil 2
Das einsame Trompetenspiel von Pfarrer Thomas Rucker und die  Lesung der Auferstehungsgeschichte auf den Friedhöfen in Roßtal, Buchschwabach und Großweismannsdorf war ähnlich überwältigend, wie der Sonnenaufgang der die bunten Glasfenster in St. Laurentius von Rot, über Gelb ins gewohnte Blau verwandelte.
Ostern ohne Gottesdienst Teil 3
Die geöffneten Kirchen waren der Hauptanziehungspunkt für Spaziergängerinnen und Spaziergänger am Sonntag und dass in den meisten unserer Kirchen das Osterlicht brannte und als Zeichen der Hoffnung nach Hause getragen werden konnte empfanden viele als sehr tröstend.
Ostern ohne Gottesdienst Teil 4
War nicht zu überhören, denn Posaunenchor, Musikzug, Musikschule und Musikerinnen und Musiker, die sich bei Stephen Jenkins dem Posaunenchorleiter gemeldet hatten, spielten quer durch den Ort eine Welle der Hoffnung und verkündeten musikalisch die Osterbotschaft: Der Herr ist auferstanden Gott lässt das Leben gewinnen.  Nebenbei beteiligten sie sich am deutschlandweiten Flashmob: Christ ist erstanden, der vom hannoverschen Posaunenchorverband angeregt worden war und die Kirchenglocken stimmten um 12 Uhr ins Läuten aller evangelischen Glocken lautstark mit ein.
Und nun die Frage an Sie, was haben Sie an Ostern erlebt, was haben Sie gemeinsam gestaltet? Schreiben Sie uns, Sie und Ostern sind uns nämlich wichtig und gute Ideen werden hier gerne veröffentlicht. 

Corona und die Kinder:
Die Kinder verdienen ein ganz besonderes Lob in dieser Zeit, denn sie halten sich nicht nur tapfer, sondern sie lernen mit ihren Eltern Werte fürs ganze Leben :
„Ich liebe alle Menschen, nur die Corona, die mag ich nicht.“ So die dreijährige Tochter unserer Sekretärin. Wahrheit aus Kindermund… und fast fünf Wochen nach Schließung der Schulen und Kindertagesstätten. Was das mit Kindern macht? Wie Kinder auf diese Zeit reagieren werden, was sie langfristig bewegen wird? Ob es Spätfolgen haben wird. Ob mehr Kinder Helden des Alltags werden wollen, Krankenschwestern und Ärzte, Supermarktkassiererinnen, oder Polizisten? Dass geholfen werden kann, tut nicht nur der Kinderseele gut und prägt vielleicht den einen oder anderen Berufswunsch. Gut das ist Zukunftsmusik, aber die radikale Änderung eines Kinderlebens, der ganze Tag anders und den ganzen Tag daheim. Ein Trainingsfeld für Konflikte einerseits, aber auch das Miterleben von Gemeinschaft in der Familie und dass alle viel mehr Zeit füreinander haben und klar was folgt daraus kurzfristig, welche Vorbilder waren und sind wir für unsere Kinder. Und wie soll das in Zukunft auch sein, dann wenn die doofe Corona endlich fort ist.
Wie sieht es dann mit dem Kinder- und dem Familienleben aus? So wie vorher wird es nicht so schnell und Feste und Events werden wohl erst einmal weiter ausfallen. Wie schaut dann unsere Primetime mit Kindern aus? Welche Positiven Anregungen nehmen Kinder, nehmen wir als Familien mit aus dieser Zeit.
Da ist auch die große Rücksichtnahme auf Ältere. Und jeder der seinem Kind erklären musste, warum es den Opa nicht besuchen darf, prägt das Denken seines Kindes und vermittelt ihm Werte. Den Wert, zum Beispiel, dass auf die Schwachen Rücksicht zu nehmen ist, oder den Wert, dass man manche Situationen nur gemeinsam lösen kann, dass um anderer Menschenleben zu schützen, jetzt keine Zeit für Kinderturnen, Babyschwimmen und Kasperletheater ist. Wer mit seinen Kindern redet, der erklärt welche Werte stecken dahinter, warum geschieht das und ja das prägt die Kinder. Und hier offenbart die Krise auch eine Chance und Möglichkeit, denn Kinder lernen immer und am liebsten aus Erfahrung und Corona zeigt uns, es zählt noch anderes, als einen Kindertermin nach dem anderen wahrzunehmen oder immer besser, schneller toller zu sein. 
Das alles gilt es zu bewahren  das alles gilt es zu thematisieren immer wieder und dafür dürfen alle Kinder besonders gelobt werden und vielleicht haben Sie eine gute Idee, wie sie Ihre Kinder loben und beschenken können, denn ganz ehrlich ihr Kinder macht das richtig gut und ja auch das keiner von uns mag den Virus Corona. 

Osterpost aus Tansania:
Dear Künne,
It is Good Friday, we celebrate the love of God and the sacrifices he made for us. We remind ourselves that Jesus Christ took our sins, shame and burdens to the cross we exchanged places. We were supposed to go through all what he went through, every one of us. Every one of us needed to carry his/her Cross, not only a few of us, all of us, Romans 3: 23 " For all have sinned and fall short of the Glory of God". We remind ourselves that we are forgiven and IT IS FINISHED, also we are very much loved by God, all of us in the same way but in his way.
Although I forget now and then, this is where I learn that I am nobody to judge or hate others. That we are equal despite all the differences. Also, this is where I learn that I am here to give love without expecting returns, because from Jesus, I have already received the love to take me through my entire life, Oh Lord help me to always remember that this love is sufficient. This is where I learn to forgive, because I was forgiven before asking and my forgiven sins were many and terrible than the few others committed against me, I took 1,000,000,000 from someone and I was forgiven, I must be very stupid not to forgive someone who took 10 from me. Am I his true follower? Am I committed to his cause? Sometimes I try, sometimes I forget and be completely the opposite but he remains merciful and loving to forgive and give our relationship a fresh start every second.
Jesus dedicated this day to the oppressed, discriminated, stigmatized, to the Gender-Based Violence survivors, to the people living with life-limiting illnesses including Corona victims, to the Orphans and Vulnerable Children, people with different disabilities, to those who lost their loved ones, to those who are going through a divorce and all kinds of challenges in their relationships and families, to those who think they don't matter, because we told them so, to the worried young parents, adolescents and youth who are going through different challenges, those in the edge of losing their businesses and power, he dedicated this day to you.
Have faith in the work Christ did on the Cross, have faith in his unconditional love and great plans for you. He lived your life before you and everything you are going through is known to him. Call upon his miraculous name and even if everything around you spread negativity, please know for sure that he is powerful than your fears and challenges.
While praying, let's continue to take all the necessary precautions.
Stay safe and healthy.
Fadhili

Basteltipp:
Hast ihr leere Klopapierrollen Zuhause? Wenn ja, haben wir hier einen tollen Link zu Bastelanleitungen für Euch.
Von Murmelbahn, Stiftehalter, fliegenden Fischen, Einhorn, schnellen Flitzern, bis hin zu Robotern reicht die Aleitungsvielfalt.

 


Sonntag, den 12. April 2020

Der Herr ist auferstanden- er ist wahrhaftig auferstanden. Frohe Ostern trotz allem und mit dem uns leider gestohlenen Auferstehungsbild wünschen wir allen fröhliche und gesunde Ostern.

Ostern in Bildern: Die Botschaft von Jesu Auferstehung Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich. Markus 16,  1-8 

Ostern macht Mut: Ein Exklusivgruß der Regionalbischöfe für unser Coronatagebuch
Liebe Schwestern und Brüder in Roßtal,
„Hoffen auf Ostern“ oder „Kehrt Ostern das Leben zurück?“
so oder so ähnlich konnte man es in den letzten Tagen immer wieder als Überschrift in den Medien lesen. Die Corona-Pandemie ist das alles bestimmende Thema und viele hatten die Hoffnung, dass nach Ostern die notwendigen Beschränkungen unseres Alltags gelockert werden. Heute wissen wir: Nein! Ostern kehrt das Leben nicht zurück!
 „Dieses verdammte Virus muss doch endlich zu besiegen sein“, denken viele. Wie lange das dauert, weiß im Augenblick noch niemand. Mit Händen zu greifen ist aber, dass sich Corona wie ein Schatten über die Welt gelegt hat. Und die Zahl der Toten wird weiter steigen.
„Kehrt Ostern das Leben zurück?“ Ja! Auch wenn wir nicht zu unseren Eltern und Großeltern reisen dürfen, auch wenn wir unsere Kinder und Enkel bestenfalls am Handy oder Laptop sehen werden, auch wenn viele das beängstigende Gefühl haben, ich weiß nicht mehr weiter: Ostern ist in der Welt! Seit fast 2.000 Jahren. Seit dem Tod die Macht über den gekreuzigten Christus genommen wurde. Seit damals ist die Botschaft von Ostern in der Welt. Am Grab wurde den verzweifelt trauernden Frauen klar: „Sucht ihr Jesus, den Gekreuzigten? Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden!“ Ein Engel raunt es ihnen liebevoll in die Seele. Gott lässt dem Tod nicht das letzte Wort über seinen Sohn, über keinen Menschen! Das kann niemand beweisen. Es ist wie mit einem Versprechen für die Zukunft. Erst am Ende können wir sicher sein. Und trotzdem haben so viele Menschen darauf vertraut, dass es gilt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ Mit diesem Vertrauen wurde die Geschichte des Christentums geschrieben. In diesem Vertrauen wurden und werden viele Leben gelebt, gewannen und gewinnen viele eine neue Dimension, eine Ahnung vom Ziel und vom Sinn des Ganzen. 
Ostern ist das Fest, an dem wir Christen den Triumph des Lebens über den Tod feiern. Jesus Christus ist auferstanden von den Toten und hat damit allen, die es glauben können, das ewige Leben geschenkt.

Leicht zu glauben ist das nicht, wenn einem die Angst vor einem tödlichen Virus die Kehle zuschnürt oder wenn die Grundlage der eigenen Existenz wegbricht. Für uns beide bedeutet Ostern aber auch: Mit Gott müssen wir in unserem Leid nicht stehen bleiben, der Weg Gottes mit uns geht weiter. Wir können wieder aufstehen, uns aufmachen und weitergehen.
Uns allen gilt dieses besondere Angebot: „Ich lass dich nicht fallen und ich verlasse dich nicht! Trau dich, wag es, mir zu vertrauen.“ Bei allem, was uns jetzt verunsichert und ängstigen kann, dürfen wir dann wissen: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und Besonnenheit“. So steht es in der Bibel.
Kraft, Liebe und Besonnenheit, das wünschen wir Ihnen, für Sie selbst und für den Umgang miteinander. So könnten wir uns gegenseitig zeigen, dass am Ende das Leben das letzte Wort hat.
In diesen Tagen fühlen wir uns besonders allen Menschen nah, die in Ängsten leben: Angst um die Gesundheit eines lieben Menschen oder um die eigene, weil man zu einer Risikogruppe gehört oder erkrankt ist. Angst um das wirtschaftliche Überleben, Angst um den Arbeitsplatz.
Wir denken besonders an alle, die „den Laden am Laufen halten“: Im Supermarkt und in den Krankenhäusern, im Pflegeheim, bei der Müllabfuhr, den Ordnungs- und Rettungskräften, und überall wo Menschen, füreinander da sind und zusammenhalten. Und wir denken an die, die wir in die Verantwortung gewählt haben. Wir sind miteinander im Gebet verbunden und bitten Gott darum, dass er uns beisteht in diesen Zeiten.

Wir wünschen Ihnen frohe Ostern! Und: Bleiben Sie behütet!
Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern und Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche

Unser Ostersonntagprogramm:
Auch wenn es keine Gottesdienste gibt, Möglichkeiten zur Andacht und zum Nachdenken gibt es dennoch.

Wenn um 10 Uhr die Klangwelle der Hoffnung (Musik macht Mut) vom Kirchturm sich ausbreitet und wellenförmig nach außen verbreitet. Musikerinnen und Musiker aus ganz Roßtal mitmachen und die Osterbotschaft musikalisch über Berg und Tal hinweg erklingen lassen. Beteiligte sind neben Stephen Jenkins dem Posaunenchor Roßtal, dem Musikzug Roßtal diesmal auch viele Musikerinnen und Musiker aus der Musikschule Roßtal. Sie alle lassen es für uns Ostern werden.
 

Das Osterlicht brennt: Mit dem Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens wird mit dem Glockenläuten die Osterkerze in St. Laurentius angezündet. Diese brennt dann bis in den späten Nachmittag in der Kirche, damit Menschen sich auch das Osterlicht ins Haus holen können.
Das ist auch möglich in Weitersdorf. Dort steht die Kirche ab 11 Uhr offen und die Osterkerze brennt.
In Buttendorf steht die Kirche ab 9.30  Uhr offen und die Osterkerze brennt.
In Buchschwabach ist die Kirche von 14-15.30 Uhr geöffnet und auch in ihr brennt dann die Osterkerze
Alle Kirchen, alle Glocken im Gemeindegebiet werden außerdem um 12 Uhr läuten und damit an der bundesweiten Osteraktion der EKD teilnehmen.

Die Osterbotschaft auf dem Friedhof erklingt, wenn Pfarrer Rucker um 7 Uhr auf dem Laurentius-, um 8,45 Uhr auf dem Buchschwabacher- und um 10.15 Uhr auf dem Großweismannsdorfer Friedhof steht, dorthin jeweils seine Trompete mitnimmt und  stellvertretend für die ganze Gemeinde das Osterevangelium auf dem Friedhof liest.
Das Gebet der Pfarrer für die Gemeinde um 18 Uhr schließt den Ostersonntag und den Ostermontag ab

Die Gemeindefürbitte:
Guter Gott!
Du zeigst mit Ostern, daß Du den Tod besiegt hast. Im Vertrauen darauf bringen wir dir unsere Verstorbenen Gemeindeglieder Elsa Winkler aus der Baumgartenstraße und Günther Rackl aus Buttendorf. Nimm sie in Gnaden an und tröste Ihre Familien uns aber stärke den Glauben, daß Du das Leben für uns alle willst.  Amen.

Unsere Kitas und Corona: Freitag den 13.te in der Sonnenblume …
… war es schon sehr ruhig.
Der Grund hierfür war, dass das Team beim Konzeptionstag zur QualitätsManagement-Entwicklung zusammen saß. Neben der Arbeit an der QM war da auch das Thema „Corona“, welches uns ja schon einige Tage lang begleitete! Wir führten Gespräche zu Corona und schulten unsere Kinder zum „richtigen und zeitlich ausreichenden Hände waschen“ und somit klang immer wieder, zweimal hintereinander, das Lied „Happy Birthday to you“ von den sechs Waschbecken aus dem Bad heraus in den Kindergarten. Warum „Happy Birthday“? Die Kinder können es im Schlaf und außerdem hat es bei zweimaligem Singen, die empfohlene Länge für die Hygienemaßnahme. Nur zu diesem Zeitpunkt haben wir die Lage noch nicht so ernst empfunden. Jeder dachte, mit den hygienischen Maßnahmen sind wir auf der sicheren Seite gegen dieses heimtückische Virus.
So saß das Sonnenblumen-Team zusammen und versuchte sich auf die QM zu konzentrieren.
In dem Wissen, dass Ministerpräsident Söder um 9.00 Uhr an diesem Tag eine Pressekonferenz geben wollte, war dies nicht so einfach für uns.
„Was wird jetzt kommen?“, „Wie geht es weiter?“, „Gibt es Schulschließungen?“, „Betrifft dies auch die Kindertagesstätten?“, …
Dann kam die Entscheidung, dass es für Schulen, Kindergärten und Krippen bis Ende der Osterferien ein Betreuungsverbot gibt.
„Wie, auch wir? Und nun?“
Jetzt galt es die 99 Eltern persönlich über das Geschehen zu informieren. So telefonierte jede Gruppe mit ihren Eltern und klärten ab, wer zur systemrelevanten Berufsgruppe gehört, um deren Betreuungsbedarf sicherzustellen. Ebenso wurde alle Aktionen bis Ende April z.B. der Basar der Sonnenblume, das Osternester basteln der Krippen, der Ostergottesdienst, die Gartenaktion, der Elternabend für die „Neuen Kinder“ und der Oma-Opa-Nachmittag abgesagt. All dies machte uns den „Ernst der Lage“ doch ziemlich bewusst und es legt sich einen auf das Gemüt!
So planten wir unser weiteres Vorgehen für die kommenden Wochen und den Dienstplan für die Notbetreuung während der Kita-Schließung.

Woche 1 und 2
In der Käfergruppe findet die Notbetreuung von 8 Kindern systemrelevanter Eltern mit zwei Kolleginnen statt, ab der zweiten Woche können bis zu 12 Kinder sein, da der Kreis der Berechtigten ausgeweitet wurde. Und hier merkt man wie unwirklich das alles ist. Ein paar Kinder, NEIN, das ist nicht normal!!! Wo sonst in einer Gruppe 25 Kinder spielen, singen, bauen, basteln, malen, essen, zanken, sich vertragen, um Hilfe bitten, etc.  Ob für die anwesenden Kinder oder für uns Erwachsene – diese Situation kennt niemand in einer Kindertagesstätte!
Für die Kinder behält der Tagesablauf die gleiche Struktur. Jeder spielt mit jedem, aber man merkt schon, dass ihnen teilweise auch ihre Freunde fehlen. So wurde am ersten Tag noch in den Wald gegangen, wir backten Apfel-Birnen-Muffins, kochten Hackbällchen in Tomatensoße mit Nudeln, backten Schokomuffins, machten eine Gemüse- und Hackfleisch-Lasagne, malten Ostereier an und verzierten diese, … 
Und der Rest des Personals? In Kleingruppen ging es an das Reinigen der Sonnenblume! Die zwei Küchen bekamen eine Grundreinigung. In jeder Gruppe wurde der Gruppenraum, die Galerie, die Spielecken und Kreativzimmer aus- und aufgeräumt, geputzt, desinfiziert und Unmengen von Wäsche gewaschen. Auch die Räume, für die sonst keine Zeit zum  Aufräumen bleibt, haben wir uns vorgenommen. Die Materialzimmer wurden von Grund auf ausgemistet, sortiert und ordentlich eingeräumt. Der Wasch- und Heizraum wurde, ebenso wie der Keller im blauen Haus, entrümpelt und aufgeräumt. Im Personalzimmer wurden die Fachliteratur, die Bilderbücher und die Bastelbücher sortiert und ordentlich eingeräumt und das ein oder andere Fachbuch wurde zum Lesen mit nach Hause genommen. Außerdem wurde der Garten auf Vordermann gebracht. Der Fahrzeug-Unterstand hat eine optische Trennung erhalten, das Sandspielhäuschen glänzt vor Ordnung, das Beet ist für die Gartensaison vorbereitet, das restliche Laub ist zusammengerecht und in Säcke verpackt, …
Die Müllbilanz der Aufräumzeit kann sich sehen lassen, wir haben drei große Restmülltonnen, vier grüne Tonnen und drei große Altpapierkartons, sieben gelbe Säcke, 2 Biotonnen und 15 Laubsäcke gefüllt - Altglas- und Altkleidercontainer wurden auch angefahren.
Am Ende der ersten Woche wurde noch für jedes Sonnenblumen-Kind, als kleine Überraschung,  eine Tüte gepackt – Inhalt als Überraschung war ein Brief, ein Ausmalbild, Straßenmalkreide und Gummibärchen. Die Tüte wurde zu Hause bei jedem Kind an den Gartenzaun bzw. an die Haustüre gehängt oder in den Briefkasten gesteckt.

Woche 3
Nach wie vor ist es sehr still in der Sonnenblume. Wer nicht gerade Kinderdienst hat oder im Kleinteam zum Besprechen oder vorbereiten im Kindergarten ist, arbeitet Zuhause. Portfolio und Beobachtungsbögen, Erstellen von Berichten, Vorbereitungen für die Biggi-Abschieds-Woche, Fertigstellen der Osternester, …
Auch das QM wird weiterentwickelt und die Konzeptionserneuerung  läuft auch weiter.
Unser Büro ist täglich besetzt um für verschiedene Institutionen erreichbar zu sein, außerdem werden die alten Betreuungsverträge kontrolliert und die neuen, zukünftige Betreuungsverträge vorbereitet und versendet.
Fortsetzung folgt …

Danke an meine Kolleginnen!
Trotz des Ausnahmezustandes muss ich feststellen, dass diese Zeit auch etwas Positives hat!
Gerade unser Team hat es noch mehr zusammen geschweißt. Egal welche Arbeit wir zu tun hatten, jeder half mit, der eine half dem anderen und keiner war sich zu schade mitzuhelfen.
Viele gute Gespräche kamen bei der gemeinsamen Arbeit zu Stande oder im Gespräch stellte man fest „sowas habe ich zuhause, das kann ich dir für die Zeit der Ausgangssperre mitbringen“.
Dieses Hand in Hand arbeiten, hat das Miteinander gestärkt und dem WIR-Gefühl sehr gut getan.
Ich bin sehr froh, Teil eines so tollen Teams zu sein!

Liebe Sonnenblumen-Kinder!
Es ist schon sehr still und ungewöhnlich in der Kita. Im Kinderdienst merkt man schon sehr, was einem fehlt!
Ihr Frösche, ihr Käfer, ihr Igel, ihr Mäuse und ihr Eichhörnchen – ihr fehlt in der Kita! Wir denken an euch und freuen uns, euch bald wieder in der Kita empfangen zu dürfen.
Haltet durch, es kommt wieder eine andere Zeit!

Liebe Eltern!
Als Mama weiß ich, es ist nicht immer einfach, gerade wenn die Kinder noch klein sind. „Mir ist langweilig“, „ich weiß nicht, was ich machen soll“, usw. – so einige, nennen wir es, „Experimente“ werden an solchen Tagen gemacht.
Haltet auch ihr durch, nutzt die Zeit als Familie!

Bleibt alle gesund und bis Bald!
Eure / Ihre Ute aus der Fröschegruppe

Samstag, den 11. April 2020

Unser Ostersonntagprogramm:
Auch wenn es keine Gottesdienste gibt, Möglichkeiten zur Andacht und zum Nachdenken gibt es dennoch.

Wenn um 10 Uhr die Klangwelle der Hoffnung (Musik macht Mut) vom Kirchturm sich ausbreitet und wellenförmig nach außen verbreitet. Musikerinnen und Musiker aus ganz Roßtal mitmachen und die Osterbotschaft musikalisch über Berg und Tal hinweg erklingen lassen. Beteiligte sind neben Stephen Jenkins dem Posaunenchor Roßtal, dem Musikzug Roßtal diesmal auch viele Musikerinnen und Musiker aus der Musikschule Roßtal. Sie alle lassen es für uns Ostern werden.
 
Das Osterlicht brennt: Mit dem Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens wird mit dem Glockenläuten die Osterkerze in St. Laurentius angezündet. Diese brennt dann bis in den späten Nachmittag in der Kirche, damit Menschen sich auch das Osterlicht ins Haus holen können.
Das ist auch möglich in Weitersdorf. Dort steht die Kirche ab 11 Uhr offen und die Osterkerze brennt.
In Buttendorf steht die Kirche ab 9.30  Uhr offen und die Osterkerze brennt.
In Buchschwabach ist die Kirche von 14-15.30 Uhr geöffnet und auch in ihr brennt dann die Osterkerze
Alle Kirchen, alle Glocken im Gemeindegebiet werden außerdem um 12 Uhr läuten und damit an der bundesweiten Osteraktion der EKD teilnehmen.

Die Osterbotschaft auf dem Friedhof erklingt, wenn Pfarrer Rucker um 7 Uhr auf dem Laurentius-, um 8,45 Uhr auf dem Buchschwabacher- und um 10.15 Uhr auf dem Großweismannsdorfer Friedhof steht, dorthin jeweils seine Trompete mitnimmt und  stellvertretend für die ganze Gemeinde das Osterevangelium auf dem Friedhof liest.
Das Gebet der Pfarrer für die Gemeinde um 18 Uhr schließt den Ostersonntag und den Ostermontag ab

Die Kraft der Auferstehung:
Menschen sind dem auferstandenen Jesus begegnet und diese Begegnung hat ihr Leben verändert. Von der Trauer zur Hoffnung, vom Zweifel zum Glauben, vom Versagen zum erneuten Auftrag. An verschiedenen Stellen in unserer Gemeinde erzählen Aufsteller die Geschichte dieser Menschen. Vielleicht begegnen sie ihnen auf ihren Wegen in unserem Ort.

Mach dir eine Osterfreude: Mit Schwarzwälder Kirschtorte
Vielen Dank an unsere Mesnerin Monika Bauer die diese schöne und leckere Torte für die Hauptamtlichen gebacken und dekoriert hat.
Hier finden Sie das Rezept für eine der besten Torten Roßtals aus einer ehemaligen Traditionsbäckerei:
Zutaten für die Biskuitböden:
6 frische Eier (am besten Bio) zusammen mit 150g Zucker sehr schaumig schlagen
85g Mehl Weizen 405
85g Stärkemehl
40g Schokopulver/Backkakao  (am besten fair gehandelt)
Und 2 1/4 Teelöffel Backpulver
In die Eier-Zuckermasse geben, dort  sorgsam unterheben und in einer mit Backpapierausgelegten 26 cm Springform 45 Minuten backen.
Nach dem Backen etwas auskühlen lassen und auf der Form lösen und einige Stunden ruhen lassen.
Für die Füllung und die Verzierung:
1Glas  Sauerkirschen
1 Päckchen roter Tortenguss  
Etwa ¼ l Kirschsaft mit dem Tortenguss kochen dann die Kirschen unterrühren und erkalten lassen.
6 Becher Sahne und 2 Päckchen Sahnesteif
Zum Tränken des Bodens  Saft oder Kirschwasser, Johannisbeergelee und Raspelschokolade.
Jetzt die Böden zweimal waagerecht durchschneiden den unteren Boden mit einem Tortenring umstellen. Diesen mit Kirschwasser, oder Saft leicht tränken und mit dem Gelee bestreichen. Die erkalteten Kirschen darauf verteilen.
Dann 3 Becher Sahne mit einem Sahnesteif aufschlagen und die Hälfte auf dem Unteren Boden verteilen. Darauf den 2. Boden legen.
Ebenso mit dem Zweiten Boden verfahren. Den Deckelboden darauf legen und einige Stunden gut kühlen.
Jetzt den Tortenring entfernen, die restliche Sahne  mit dem Sahnesteif schlagen und den Rand und den Deckel damit bestreichen. 16 Stücke einzeichnen und nach Belieben verzieren und mit der Raspelschokolade bestreuen und dies auch am Rand entlang tun. Auf jedes Stück eine Kirsche legen.
Gutes Gelingen und Frohe Ostern!

 

Freitag, den 10. April 2020

Die gute Nachricht:
Nächstenliebe fordert Einsatz. Dass viele zu Hause bleiben, dass Seniorinnen und Senioren teilweise schon drei Wochen nicht mehr das Haus verlassen konnten, dass Eltern und Kinder manchmal an der Grenze zum Wahnsinn stehen, weil die Wohnung zu eng ist und man sich nach vier Wochen auch nichts Neues mehr erzählen kann und - das auch, dass berufliche Existenzen gefährdet, ja vielleicht auch schon beendet sind, das sind alles Opfer die von vielen gebracht werden und die Wirkung zeigen. Wir schinden Zeit für den Ausbau der Intensivstationen, wir wollen Momente wie in Spanien, Frankreich, Italien vermeiden, wir testen Arzneimittel und es scheint zu gelingen und das auch im Namen der Nächstenliebe. Darum ist und bleibt es auch in der bayrischen Landeskirche Konsens, die Kirchen geschlossen zu halten und so einmalig das ist, öffentliche Gottesdienste abzusagen. Und nein es ist kein Angriff auf die Religionsfreiheit, sondern ein Akt der Nächstenliebe, auch wenn das wehtut.
Aber Religionsausübung geht auch anders. Allein unser Coronatagebuch kennt jetzt schon viele Wege, den Glauben trotzdem zu leben und die angebotenen Links  zeigen, Beten, Singen, Glauben, Hoffen, Gottesdienst feiern das geht auch digital oder einfach anders und entspricht damit Luthers Hinweis :zum Beten kann man auch ins stille Kämmerlein gehen, und wenn das das einzige Opfer bleiben sollte, dann erbringen wir es als Kirche, so traurig das ist, aus Nächstenliebe mit leichter Hand.


Denkanstoß von Dr. Stefanie Schardien, Wort zum Sonntag-Sprecherin exklusiv für uns (St. Michael - Fürth)
Im Alles-Anders dieses Frühlings 2020 erleben wir die Wiederkehr unsere kirchlichen Feiertage fast beruhigend. Auch wenn wir sie nicht wie sonst begehen dürfen. Vielleicht eröffnet aber gerade dieses nie gekannte Innehalten einen neuen Blick auf die Botschaft dieser Tage. Für dieses Corona-Tagebuch Ihrer Gemeinde bringe ich Ihnen eine kleine Radierung des Malers Thomas Zacharias.
Er nimmt uns mit auf den Berg Golgatha. Nah dran sind wir am Geschehen, am Sterben, am Tod, an der verdunkelten Sonne. An diesem Kreuz kommt mein Blick nicht vorbei. In diesem Jahr höre ich bei jedem Satz viel von dem mit, was in den Nachrichten gemeldet wird: von der Not in den Krankenhäusern, von unserer Hilflosigkeit gegen das gefährliche Virus, von der Einsamkeit und Angst, die viele Menschen in diesen Tagen empfinden.
Not lehrt beten, hat meine Großmutter im ernüchterten und wissenden Rückblick auf die Kriegszeiten immer gesagt. Viele Menschen empfinden jetzt diesen Impuls zu beten, nach Gott zu rufen, ihre Angst jemandem anzuvertrauen oder um Hilfe zu bitten. Gott, wie ihn Thomas Zacharias in seiner Radierung zeichnet, ist kaum erkennbar. Nur die angenagelten Arme, ein angewinkeltes Bein lassen sich sehen. Kein gütiger Blick, keine segnenden Hände. Das ist die Karfreitags-Erfahrung mit Gott: Gottes Sohn leidet selbst, fürchtet sich, weint, stirbt. Die Unsichtbarkeit Gottes macht uns kaputt, hat Dietrich Bonhoeffer einmal geschrieben. So verstehe ich die Menschen, die sich abwenden vom Kreuz: Der kann uns ja doch nicht helfen, scheinen sie zu denken, manche wütend, manche verzweifelt, andere bestätigt. Ihr Kirchenleute könnt mit Eurem Reden vom lieben Gott in dieser Krise auch nicht helfen, hab ich vor kurzem gehört. Wer unter Hilfe ein Wunder versteht, der mag Recht haben: Es fällt kein Impfstoff vom Himmel, Menschen sterben weiterhin. Trotzdem gehört zu meiner christlichen Hoffnung: Dass ich einem verletzlichen Gott, der das menschliche Leiden selbst erfahren hat, in solchen dunklen Zeiten im Leben mein Vertrauen schenken kann. Viel mehr als es einem heldenhafter, unantastbarer Gott.
Am Fuße des Kreuzes wird es licht. Auch die Dunkelheit über dem Kreuz scheint sich langsam aufzulösen. Als Christin, die in der Geschichte schon rückwärts blicken darf, entdecke ich in diesem Licht die Verheißung der Auferstehung. Das Leben gewinnt. Das ist uns versprochen.
Und doch bleibt es eine Herausforderung, genau im Leid, in Trauer, in der erlebten Finsternis darauf zu hoffen und an Gott festzuhalten. 
Kann ich das in diesen Tagen? Wo ist eigentlich mein Platz in diesem Bild? Komme ich gerade an und begreife alles noch nicht recht? Oder will ich nur weg von dem Ort wie die anderen? Gehöre ich mit zu den Ratlosen und Zweifelnden? Spüre ich vor allem die Dunkelheiten, die Gottesfinsternis? Oder will ich mich an den hellen Fuß des Kreuzes stellen und die anderen hinweisen auf die ersten Lichtstrahlen, die das Dunkel durchbrechen? Wenn ich einen Platz am Kreuz suche, nimmt mich Gott heute nicht an die Hand. Aber ich darf hoffen, dass Gott mich von dort abholt.

Passion in Bildern: Markus 15,  24-41
Und sie kreuzigten ihn. Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los darum, wer was bekommen sollte. Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und es stand geschrieben, welche Schuld man ihm gab, nämlich: Der König der Juden. Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ha, der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! Desgleichen verspotteten ihn auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat andern geholfen und kann sich selber nicht helfen. Der Christus, der König von Israel, er steige nun vom Kreuz, damit wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn auch. Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und einige, die dabeistanden, als sie das hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elia. Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt, lasst uns sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme! Aber Jesus schrie laut und verschied. Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen! Und es waren auch Frauen da, die von ferne zuschauten, unter ihnen Maria Magdalena und Maria, die Mutter Jakobus des Kleinen und des Joses, und Salome, die ihm nachgefolgt waren, als er in Galiläa war, und ihm gedient hatten, und viele andere Frauen, die mit ihm hinauf nach Jerusalem gegangen waren.

Betrachtungen einer leidenschaftlichen Organistin zu dieser Zeit: 
Liebe Gemeinde,
was für Zeiten, die wir gerade erleben! Ich schreibe diese Zeilen mitten in der Karwoche, und es ist eigenartig für mich als Organistin, in den nächsten Tagen zuhause zu sein. Keine Gründonnerstags-Liturgie, kein gemeinsames Erleben des Karfreitags und kein gemeinsam jubelndes Osterhalleluja in den Gottesdiensten. Es fehlt mir sehr – und urplötzlich verschiebt sich wieder die Wahrnehmung. Wie so oft, erweist sich der Wert der Dinge erst dann richtig, wenn man sie nicht mehr hat…
Zugleich haben wir in unseren Chorälen einen reichen Schatz an Trost, Ermutigung und Hoffnung, und ich erlebe wieder einmal, wie die Texte lebendig werden und zu mir sprechen: „harre meine Seele…wenn alles bricht, Gott verlässt uns nicht – größer als der Helfer ist die Not ja nicht“ . Und dann passiert etwas, wenn ich diese Lieder spiele und singe, allein in der Kirche: Ich komme immer mehr in das Lob Gottes und in die Gewissheit, dass wieder andere Zeiten kommen werden. Am Ende meiner Orgelzeit habe ich dann  das Bedürfnis, laut und mit vollem Werk „Großer Gott, wir loben dich“ zu spielen und ich kann wieder voller  Gottvertrauen und Zuversicht weitermachen.  Versuchen Sie es mal – stöbern sie im Gesangbuch und singen sie – es hilft!
Ich freue mich auf den Tag, wenn wir wieder miteinander Gottesdienst feiern dürfen, dann feiern wir aber ein großes Fest!!
In diesem Sinne „und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in Seiner Hand“, bleiben Sie gesund!
Brigitte Vogt

Aus dem Gemeindeleben:
Zur Sterbestunde Jesu um 15 Uhr wird die große Glocke der Laurentiuskirche zu hören sein und mit ihrem dumpfen Schlagen von Tod und Sterben Jesu künden. Damit ertönt statt einer Predigt  das Läuten unserer Kirchenglocke in die Stille dieses Tages und kündet vom Tod des Jesus aus Nazareth, der das Gottes Reich predigte und von Gott als Vater sprechen konnte. Und das Folterkreuz zum Zeichen der Erlösung machte.
Die Kantorei hören
Das ist dieses Jahr leider nur mit Aufnahmen möglich. Verschiedene Musiken zur Sterbestunde Jesu sind aufgenommen worden. Mit Bild und Ton finden sich diese Musiken zur Sterbestunde Jesu unter folgendem Link. Lassen Sie sich von der Musik und den Texten mitnehmen ins Passionsgeschehen.
Blumen der Hoffnung
Bereits gestern konnten 100 Blumentöpfe mit Frühlingsblumen und einem Lesegruß der Kirchengemeinde im Roßtaler sozialen Kompetenzzentrum übergeben werden. Sie sollen die über 100 Bewohnerinnen und Bewohner erfreuen  und in die Isolation der Zimmer einen kleinen Hauch Frühling bringen, denn die besonderen Maßnahmen zum Schutz von Bewohnerinnen und Bewohnern sorgen leider immer noch dafür, dass nur die Mitarbeitenden das Haus betreten dürfen und so viele Bewohnerinnen und Bewohner seit rund drei Wochen ohne Kontakt zur Außenwelt leben müssen.

Der Coronakommentar
„So konnte es nicht mehr weitergehen…“ „Irgendwann musste einmal etwas passieren.“ „die Welt wird eine andere sein, wenn Corona vorbei ist. “Jeden Tag höre ich diese Deutungen der Coronakrise mehrfach. 
Allerdings, was soll nicht mehr so weitergehen, was soll sich ändern, und wer bestimmt die Änderungen. Stoff für viele besinnliche Tage darüber nachzudenken. Der Karfreitag ist ein stiller Feiertag. Immer schon diente er der Besinnung. Also Zeit einmal zu strukturieren und Nachzudenken.
Was soll nicht mehr so weitergehen? Das Reisen, die Globalisierung- was auch immer damit gemeint ist? Das Streben nach Profit und Geld. Das Wachstum der gesamten Volkswirtschaft? Der Mensch, oder der Gewinn als Maßstab aller Dinge?
 Oder die Pessimisten mit ihrem, na klar, da musste mal etwas schief gehen, denn es kann nicht immer nur aufwärts gehen… Aber dem liegt viel zu oft eher ein boshafter Neid zu Grunde und nicht die klare Analyse des Club of Rome, der schon vor rund 50 Jahren die Grenzen des Wachstums aufzeigte. Wer denkt in diese Richtung?
Noch ist das alles sehr diffus und noch gibt es keine klaren Diskussionen und keine Orte der Klärung.  Vermutlich hoffen noch sehr viele, dass nach dem Ende des Lock downs alles ist wie vorher. Heuer Wirtschaftseinbruch um 4,3 Prozent, 2021 Wirtschaftswachstum um 5.6 Prozent…Klar das wäre einfach, aber wie immer: die einfachen Antworten stehen nicht am Anfang einer Diskussion, sondern am Ende.
 Vielleicht hilft es darum heute schon ein paar Themen zu benennen, um an diesem stillen Tag nachzudenken. Und wenn die Welt eine andere werden soll, dann bitte so, dass ich mitdenken und mitgestalten darf und natürlich gibt es weit mehr Themen, als die, die ich gerade identifiziere:
Aber das schon einmal vorweg, die Diskussion muss beginnen Über unser Gesundheitswesen und seine Mängel. Nur weil sich vor allem das Personal Ärzte, wie Putzfrauen reinknien und praktische Lösungen suchen, funktioniert es gerade noch. Aber manches erleben wir grenzwertig und das schon bei uns. Gesundheitsvorsorge gehört nicht in private Hände, sondern ist Teil der öffentlichen Daseinsfürsorge auch mit allen Kosten. Pflege, Gesundheit, Mitmenschlichkeit gibt es nicht profitorientiert oder mit immer knapperen Kassen. Denn dann suchten wir beim nächsten Mal wieder nach FFP-2, oder 3 Masken…
Dann das Thema Umwelt und Mobilität, Ein Himmel so blau wie selten spannt sich über unser Land… Welche Lehren ziehen wir aus diesen Tagen ein Weiter so wie bisher verbietet sich. Aber wie dann außer das Videokonferenzen deutlich weniger Co2 verursachen, als reale Treffen. ….
Oder die Frage der Digitalisierung. Jetzt geht alles digital und online. Ein wahrer Technikschub überall, aber in welche Richtung soll es weitergehen und wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Und sind Apps wirklich das Gelbe vom Ei, wenn die Krise vorbei ist? Und wie immer wo arbeiten die Menschen dann, die bisher diese Arbeiten erledigten?
Dann auch die Frage nach den armen Ländern. Dort wo es in den Kliniken an Desinfektionsmitteln fehlt und Beatmungsgeräte Fremdworte sind. Was für ein Glück für uns hier leben zu können, aber dort und war Italiens Norden nicht auch kurz vor dem brasilianischen Niveau weil es nicht ausreichte? Und ja ich habe ein schlechtes Gewissen, nein ich halte es fast nicht aus, wenn ich denke was hätten wir dort in den Armen Ländern des Südens bewegen müssen. Und was muss jetzt und nach der Pandemie für die Menschen dort geschehen…
Vier Themenblöcke aber natürlich nur eine Auswahl an Themen und wer diskutiert das mit wem und wie kommt meine Meinung mit ins Spiel? 
Aber gemach! Schritt für Schritt! jetzt heißt es Themen benennen, Gesprächspartner finden, miteinander in Dialog treten, Foren finden, um die Zukunft zu diskutieren und zu fragen, wenn es so nicht weitergehen kann, wie denn dann. Wir werden hier noch öfters darüber sprechen was denn dann alles anders ist, wenn Corona vorbei ist.
Einen besinnlichen Karfreitag gerade mit diesen Themen  wünscht Ihnen deshalb
Ihr  Jörn Künne…
 

Donnerstag, den 8. April 2020

Die gute Nachricht:  Die Menschen verstehen sich wieder besser
Social distancing hat einen weiteren spannenden Effekt, denn Abstand halten, führt dazu, dass sich Menschen in Ländern mit Corona bedingten Einschränkungen wieder besser verstehen können.  Wer nämlich mit seinem Gesprächspartner reden möchte, womöglich noch durch einen kleidsamen Mundschutz hindurch, der muss deutlich klar und laut sprechen. „Sprich deutlich, nuschel nicht so!“ Das ist in diesen Tagen ein Gebot der Höflichkeit und des Gesundheitsschutzes und nebenbei verstehen sich Menschen wieder besser. Achten Sie einmal beim Einkauf, oder auch bei uns auf dem Friedhof darauf. Wer den nötigen Sicherheitsabstand einhalten will, der kann gar nicht anders, als laut und deutlich zu sprechen.

Die Passion in Bildern: Das Abendmahl
Aber am ersten Tag der Ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Passalamm zum Essen bereiten? Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passamahl halten mit meinen Jüngern. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passalamm. Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen. Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.  Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln zu ihm zu sagen: Herr, bin ich's? Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.  Matthäus 26, 17-30  

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Einzig im Johannesevangelium wird eine kleine Episode erzählt, die sich zuträgt, ehe sich Jesus mit seinen Jüngern zum Abschiedsmahl niederlässt. Die Gäste kommen an, ihre Füße in den Sandalen sind bedeckt vom Staub und Schmutz der Straßen. Da beugt sich Jesus zu ihren Füßen hinunter und wäscht jedem der Gäste die Füße. (Joh. 13) Er übernimmt die Arbeit eines niedrigen Sklaven und zeigt, wie wertvoll diese für die Herren sein kann. In den vielen Jahrhunderten seitdem haben immer wieder Herrscher anderen Menschen die Füße gewaschen (oder waschen lassen). Heute ist es nur noch der Papst, der am Gründonnerstag diese Zeichenhandlung vollzieht.
In der Corona-Krise wird deutlich spürbar, dass die niederen Dienste, an denen viele naserümpfend vorbeigehen, systemrelevant sind. Es ist nicht Germanys Next Topmodel oder DSDS oder die Fußballbundesliga, die systemrelevant sind, sondern die Kassiererin im Supermarkt, die Fachkraft für Lagerlogistik, die LKW-Fahrerin, die pflegenden und andere medizinische Berufe, Rettungsdienst und Feuerwehr. Es ist nur ein Zeichen, aber ein gutes Zeichen, dass sich die bayerische Staatsregierung vor den Pflegenden und Ärztinnen, wenn auch nicht mit einer Fußwaschung sondern mit einem Gehaltsbonus, verneigt.
Der Erste unter euch soll sich allen anderen unterordnen, und wer euch führen will, muss allen dienen. (Lukasevangelium 22,26 Übersetzung: Hoffnung für alle)

Aus dem Gemeindeleben:
Danke ans Büro - Auch in den Coronatagen ist das Kirchenbüro besetzt und am Laufen. Ein herzliches Dankeschön darum heute an die Mitarbeiterinnen im Büro: Heidi Nüchterlein und Martina Lämmermann sind dort am besten telefonisch für sie da.  In der Kindertagesstättenverwaltung arbeiten Herbert Bühling und Gabriele von Fragstein weiterhin. Sie koordinieren auch den Arbeitseinsatz mit den Erzieherinnen in den Kindertagesstätten die offen sind für Kinder von Eltern, die systemrelevante Berufe  haben. Das Coronatagebuch wird von Jutta Hermann im Homeoffice bearbeitet und zusammengestellt, auch dafür sei gedankt.
Anregungen und Fragen dürfen gerne zu den üblichen Bürozeiten, oder per Mail weitergegeben werden.
Unseren Kirchenmusikerinnen und -Musikern gilt der Dank auch, denn deren Arbeit ist trotz Corona noch immer überall zu hören….
Eine Randnotiz: Nachdem ein öffentliches gottesdienstliches Leben zur Zeit nicht möglich ist, befinden wir uns auch in gut lutherischer Tradition denn zum Beten kann man nach Martin Luthers Worten, auch ins stille Kämmerlein gehen. Eine besondere Verantwortung wies er dabei auch dem damaligen Haushaltsvorstand zu. Die Väter sollen die Funktion der Pfarrer übernehmen und die Familie christlich unterweisen. Dies findet sich auf unserem Konfessionsbild auch in gemalter Form wieder. Dort ist am oberen Rand eine Familie abgebildet, die in ihrem Haus christliche Unterweisung bekommt auch wenn nicht alle Kinder auf diesem Gemälde damit einverstanden sind. Praktische Tipps und Informationen wie Väter und Mütter hier ihrer Verantwortung gerecht werden können, finden sich im Gesangbuch, oder auch in den täglichen Tipps unseres Coronatagebuches.

Gottesdienst zu Hause:
Heute ist Gründonnerstag unserer Tradition nach fand an diesem Abend das letzte Abendmahl statt. Mahlzeiten, auch Feste, gehören zum öffentlichen Wirken Jesu dazu. Eingeladen waren die Mühseligen und Beladenen und alle anderen Menschen auch. Heute kann leider kein Abendmahl stattfinden aber es gibt für heute zwei Entwürfe den Gottesdienst daheim zu feiern. Dafür klicken Sie hier: Der Gründonnerstagsgottesdienst von Rainer Oechslen und die Hausandacht von Eva Forssman

Der Coronakommentar:
Wir haben es gemacht, wir haben es getan, jeder von uns und ganz oft und mal mit vollem Ernst, mal weil es Tradition ist: Jetzt aber zeigt es sich, was Neujahrswünsche wert sind und ob sie länger wirken als so manch guter Vorsatz, der ja meist schon am Ende der Woche wieder vergessen ist. Mit den Neujahrswünschen wäre das dieses Jahr fatal, denn das war das Motto, mit dem wir ins neue Jahr starteten, denn sie wissen:
Der normale Neujahrswunsch hier in Roßtal heißt:  Ich wünsche dir ein gesundes Neues Jahr, so die hochdeutsche Variante. Abgekürzt und aus dem Dialekt heraus heißt es dann a xunds Neies  und etwas ausführlicher: I wünsch Dir a gesunds neies Joahr .
Wie oft haben sie es anderen gewünscht? Aus heutiger Sicht hoffentlich vielen und hoffentlich auch dem alten Brauch gemäß: bis der Habern gsäiht  wird?  Das soll Anfang März der Fall sein.  Solange darf man noch a gsunds Neues wünschen.
Allerdings, In diesem Jahr wird entweder kein Hafer gesät, oder die Regel gilt nicht mehr, denn Gesundheit wünschen darf und muss man gerade jetzt immer und überall.  Und der Neujahrswunsch wird zum Ganzjahreswunsch: Und Neujahrswünsche gehen in Erfüllung: Damit Ihnen allen: viel Gesundheit und bleiben Sie behütet.

Kindertipp:
Der Westfälische Verband für Kindergottesdienst gestaltet am Gründonnerstag einen Kindergottesdienst. Die Live-Übertragung startet um 18 Uhr hier. Eine Vorschau könnt ihr euch bereits ansehen.

 

Mittwoch, den 8.April 2020

Die gute Nachricht:
Kommt diesmal aus der Vergangenheit. Sie wissen was gute Nachricht auf altgriechisch heißt?  Na klar, Euaggelion, Evangelium und die Angeloi, die Engel sind gleich mit dabei. Und die gute Botschaft in dieser Woche heißt, der Herr ist auferstanden er ist wahrhaftig auferstanden. Tod, Folter, Krankheit, Pandemie, Leid, sie alle haben seit Ostern nur noch eine eingeschränkte Macht. Daran erinnert Ostern, das ist die gute Nachricht für uns alle und das gerade in dieser Zeit, darum freuen sie sich mit mir auf Ostern und lassen Sie die Osterbotschaft gerade in diesen Tagen in sich wirken und bei sich wachsen.  Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden und hinter dem Kreuz, das am Karfreitag  zu bedenken gilt, scheint das Licht der Hoffnung. Übrigens, in unserer Kirche in ganz besonderer Weise, schauen sie einmal am frühen Morgen rein.

Die Passion in Bildern: Der Ölberg

zum vergrößern auf das Bild klicken

Die Geschichte dazu Matthäus 26, 36-46
Da kam Jesus mit ihnen zu einem Garten, der hieß Gethsemane, und sprach zu den Jüngern: Setzt euch hierher, solange ich dorthin gehe und bete. Und er nahm mit sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet mit mir! Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst! Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Zum zweiten Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, dass dieser Kelch vorübergehe, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille! Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voller Schlaf. Und er ließ sie und ging wieder hin und betete zum dritten Mal und redete abermals dieselben Worte. Dann kam er zu den Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist da, dass der Menschensohn in die Hände der Sünder überantwortet wird. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verrät.

Denkanstoß Thomas Rucker
In den Tagen vor dem Passafest die Jesus mit seinen Jüngern in Jerusalem war, übernachtetet er bei seinen Freunden Martha, Maria und Lazarus in Bethanien. An einem Abend gab Simon, den Jesus vom Aussatz geheilt hatte, in seinem Haus in Bethanien eine große Einladung. Viele waren da die Jesus sehen wollten, ein Wort mit ihm wechseln. Und draußen im Hof standen noch viel mehr.
Da kam eine Frau, sie massierte Jesus den Nacken, die Schläfen, den Kopf, mit kostbarem Nardenöl. Der Duft erfüllte den Raum und die Menschen schauten erstaunt auf, was da jetzt geschehen war.
Jesus war den ganzen Tag in Jerusalem unterwegs gewesen, hat Kranke geheilt, mit Schriftgelehrten und Priestern diskutiert, und jetzt beim Abendessen wollte wieder jeder seine Aufmerksamkeit.
In dem Musicalfilm „Jesus Christ Superstar“ wird das recht deutlich dargestellt, wenn die Lahmen und Krüppel auf Jesus einstürmen, und in der nächsten Szene Mary ihn salbt und singt „Try not to get worried - Lass mal all die Sorgen fahren.“ Diese Frau nimmt ihn zärtlich in den Arm, fragt nach dem, was er jetzt braucht, Entspannung, Ruhe, etwas Zärtlichkeit.
Jetzt in Zeiten von Corona, wo der Kontakt zu anderen Menschen sehr eingeschränkt ist, fällt auf wie sehr diese zärtlichen Begegnungen uns fehlen. Ein Umarmung, ein Händedruck oder auch nur ein freundlicher Schlag mit der Hand auf die Schulter.
Wie geht es den Menschen in den italienischen Sterbehospitälern, denen niemand die Hand hält? Warum dürfen die Enkel die Oma/den Opa nicht mehr umarmen? Wie ist es wenn einen der Partner/die Partnerin in der Demenz nicht mehr erkennt?
Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. (Markusevangelium 14,6+7)

Aus dem Gemeindeleben: Das Osterwochenende
Für Gründonnerstag gibt es einen Lesegottesdienst von Dr.Rainer Oechslen und eine Hausandacht für Jung und Alt von Eva Forssmann
Am Karfreitag kann man nicht nur die Glocken, sondern auch die Musik zur Sterbestunde digital sehen und hören - merken Sie sich schon einmal diesen Link zu youtube.
Am Ostersonntag startet mit vielen, vielen Beteiligten die Welle der Hoffnung, die Kirchen sind geöffnet. Die Osterkerzen brennen und auf den Friedhöfen spielt Pfarrer Rucker auf seiner Trompete
Außerdem spielt heute am Mittwoch um ca. 10.30 Uhr  Michael Bauer auf der Orgel der Laurentiuskirche in Roßtal
Ostern steht vor der Türe, darum hier schon einmal eine Auswahl aller Gottesdienstlinks:
- Zusammenstellung über Andachten und Gottesdienste von Kirchengemeinden in Bayern: https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/gottesdienste-online-corona-kirche
- Gottesdienste, Andachten, Gebetsgruppen und darüber hinaus Empfehlungen, Stellungnahmen und grundsätzliche Informationen zu "Kirche von zu Hause" in Bayern in der aktuellen Situation auf der Homepage der Evangelischen Landeskirche in Bayern: https://corona.bayern-evangelisch.de
- Gottesdienste und Angebote in Rundfunk und Internet zu den einzelnen Feiertagen in der Osterzeit auf der Webseite der Evangelischen Landeskirche in Bayern: https://corona.bayern-evangelisch.de/ostern.php
- Tipps und Hinweise auf spirituelle Angebote und Informationen über aktuelle Entwicklungen auch im Web 2.0 bei
Facebook: @evangelischlutherischekircheinbayern,
Instagram: @bayernevangelisch@evangelisch,
Twitter: @elkb,
YouTube: @bayernevangelisch.
Soundcloud: @bayerische-landeskirche.
Auf dem YouTube Channel gibt es digitale Kindergottesdienste sowie eine Playlist von allen bayerischen Online-Gottesdiensten zum Mit- und Nachfeiern.
- Andachten und Gottesdienste im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Fernsehen und Internet: z.B. Mediathek des BR: http://www.br.de/religion
- Andachten des Evangelischen Presseverbandes für Bayern e.V. während der Zeit der Corona-Pandemie: https://www.sonntagsblatt.de/act
- Evangelische Rundfunk- und Fernsehsendungen im privaten Medienbereich in Bayern auf einen Blick: www.sonntagsblatt.de/artikel/medien/aktuelle-radio-und-tv-tipps
- Gottesdienste in ZDF und Deutschlandfunk: https://www.zdf.de/gesellschaft/gottesdienste und www.deutschlandfunk.de/kirchensendungen.915.de.html
- Zusammenstellung der Angebote der evangelischen Kirchen deutschlandweit: https://www.ekd.de/kirche-von-zu-hause-53952.htm

Das Kochrezept für Gründonnerstag: Spinat nach Künne Art
Bewusst, einen Tag vor dem Festtag, damit der Einkauf der Zutaten möglich ist, heute nun das Rezept für den Gründonnerstag. Morgen Abend hätte es nach dem Tischabendmahl wieder ein  gemeinsames Abendessen gegeben. Der Tradition nach wäre es ein grünes Gericht gewesen, auch wenn der Name Gründonnerstag  wohl eher vom gut fränkischen Wort Greinen-Weinen kommt. Gründonnerstagsspinat für zwei Personen soll es heute geben.
Dafür brauchen wir:  
2-4 hartgekochte Eier
4 große fränkische Kartoffeln als Salzkartoffeln gekocht (Schälen, Vierteln, In Salzwasser rund 15-20 Minuten kochen, bis sie vollständig weich sind)
1 Päckchen Sahnespinat  ca. 450 g  in einer Schüssel aufgetaut.
Für die Mehlschwitze, 40 g Butter  eine halbe kleine Zwiebel kleingehackt sowie 1 El Weizenmehl  und rund 100 g (halber Becher Sahne)
Salz nach Geschmack, oder gekörnte Brühe nach Geschmack, oder selbstgemachtes Salzgemüse zur Würze…
Während die Kartoffeln kochen, die Butter zerlassen und die Zwiebel darin glasig dünsten, anschließend den Esslöffel  Mehl zugeben und zu einer glatten Masse bei mittlerer Hitze verrühren. Nun nach und nach die Sahne zugeben und immer warten, bis sie mit der Mehlschwitze gut vermischt ist. Die gekörnte Brühe einstreuen, oder das Salzgemüse mit aufkochen und anschließend den Spinat portionsweise zugeben. Wieder immer warten, bis er sich mit der Sahnemasse gut verbunden hat und kurz aufkochen. (Obacht hier gibt es dann gerne den berühmten grünen Blubb) Alles in Schüsseln füllen und gemeinsam Essen. Guten Appetit.

Coronakommentar:
Helden des Alltages: die Mitarbeiterin in der Pflege, der Mitarbeiter an der Kasse, die Mutter in Homeschooling und Homeoffice, Der 90 jährige, der im AWO Heim lebt und alles ganz gelassen hinnimmt und der LKW fahrer, der den Nachschub an frischem Gemüse aus Spanien bringt. Helden des Alltages und endlich rücken einmal die ganz normalen Menschen ins Rampenlicht.  
Gut Lutherisch ist deren Berufsethik:  wir erfüllen unsere Verpflichtungen, wir machen in unserem Beruf nichts Besonderes, wir erfüllen unsere Pflicht  ist deren Einstellung und dass man früher einmal sagte, ich gehe in den Dienst, wenn man zur Arbeit ging, spiegelt das wieder.
Jeder kann an seinem Ort, in seiner Stellung, in seinem Beruf das tun, was wichtig und was richtig ist. Corona nimmt da eh keine Rücksicht auf Ansehen oder Macht und egal, ob man Flugzeugträger kommandiert, oder nur die eigenen erwachsenen Kinder, egal, ob man in Downingstreet number 10 wohnt, oder in der Fürther Straße in Roßtal, Corona macht alle gleich und wie das Virus alle als Patienten gleich macht, lässt es uns entdecken auf einmal bin ich als Pfarrer nicht mehr so gefragt, aber wer im Supermarkt kassieren kann, oder wer im Wasserwerk dafür sorgt, dass ich mir Händewaschen kann… Das sind die Helden des Alltages.
Und es tut uns allen gut zu sehen, was sind die  wirklich systemrelevanten Berufe  in diesem Land und der Dank dafür in Geld tut gut, aber der Dank dafür in Wertschätzung ist viel mehr und wenn diese bleibt,  auch nach Corona, dann ist etwas gelungen in unseren Köpfen und in diesem Land. Und dann löst sich auch das Problem des Mangels viel leichter, denn Held des Alltages  solch ein Titel lädt ein dabei zu sein und mitzumachen denn das leidige Problem der fehlenden Anerkennung ist eben nicht nur eine Frage der angemessenen Bezahlung.
Dass die Anerkennung aber bleibt, dafür können wir auch nach Corona sorgen. Arbeiten wir daran und schätzen unsere Helden des Alltags wieder mehr. Meint Ihr Jörn Künne

Dienstag, den 7. April 2020

Die gute Nachricht:
Rund 30.000 nachweislich von Corona Geheilte in Deutschland… das ist doch eine Zahl zur Freude. Corona kann man bekommen, Corona kann leicht verlaufen, wie in der Mehrzahl der Fälle und Corona geht auch wieder vorbei, das ist eine begründete Hoffnung. 30.000 Menschen die wieder gesund geworden sind, das ist eine Zahl mit der wir auf Ostern zugehen können, denn das heißt auch, dass Corona Infektionen in rund 14 Tagen vorüber sein können, gab es doch rund um den 20. März erst rund 30.000 Infizierte (Quelle John Hopkins Universität) Und natürlich sind unsere Gedanken auch bei denen, die jetzt mit Covid-19  schwer zu kämpfen haben.

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
„Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie Jesus mit List ergreifen und töten könnten. Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.“ (Markusevangelium 14,1-2)
Es gibt unterschiedliche Berichte wann Jesus hingerichtet wurde. Hat er nun noch das Passalamm mit seinen Jüngern gegessen (so das Markus-, Matthäus- und Lukasevangelium) oder starb er zu der Zeit als man im Tempel die Passalämmer schlachtete. (so das Johannesevangelium) Zumindest die Stadt war voll von Menschen, die zum Fest kamen. Und vor diesen soll verborgen werden, dass jemandem seine grundlegenden Menschenrechte, das Recht auf Freiheit, das Recht auf Leben durch einen windigen Rechtsspruch geraubt werden.
Wir leben in Tagen in denen unsere Menschenrechte auch eingeschränkt werden, das Recht auf Freiheit, das Recht auf Arbeit, das Recht auf freie Religionsausübung und vielleicht auch demnächst das Recht auf Leben und Medizinische Versorgung. Noch werden diese Einschränkungen durch den Konsens der Mehrheit in unserem Land getragen. Die Notstandsverordnungen werden durch Parlamente und Gerichte geprüft und beschränkt.
Was aber wenn sich jemand diese Notlage zu Nutze macht. Die Notverordnungen bei der nächsten kleine Grippewelle wieder einsetzt oder vielleicht gar nicht auflöst?
Die Vergangenheit und der Blick in manche Nachbarländer zeigen, dass solche Gedankenspiele nicht utopisch sind.
Bei Jesus ist es gelungen mit dem manipulierbaren Teil des Volks das „Kreuzige“ zu rufen und seine Freunde soweit einzuschüchtern, dass niemand gegen das Unrecht aufstehen wollte.

Aus dem Gemeindeleben:
In der Karwoche erinnern wir den Kreuzestod Jesu. Darum sollen bis Ostersonntag Bilder von Kunstwerken aus unseren Kirchen zum Nachdenken anleiten:  Heute nun ein Bild aus der Kirche Maria Magdalena in Buchschwabach. Der Tradition nach war es Maria aus Magdala, die Jesus mit dem Salböl Gutes getan hat.
"Die Salbung in Betanien: Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten. Dort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente bei Tisch; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: Warum wurde dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft und das Geld den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern er war ein Dieb; er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben wurde. Da sprach Jesus: Lass sie. Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses." Johannes 12, 1-7

Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf: Corona - Humanitäre Hilfe verstärken
Berlin/Nürnberg, 03.04.2020. Durch die Corona-Krise wird sich die Situation der Menschen in Krisenregionen weiter verschlechtern. Sie werden die Krankheit selbst, aber auch wirtschaftliche, soziale und politische Auswirkungen der globalen Krise massiv zu spüren bekommen. Die Diakonie Katastrophenhilfe warnt davor, die Lage zu unterschätzen. Gesundheitssysteme in vielen ärmeren Ländern sind nicht dazu in der Lage, mit einer großen Zahl von Corona-Patienten umzugehen.
„Besonders zuspitzen wird sich die Lage in Ländern wie Syrien, wo die Kriegsparteien in den vergangenen Jahren gezielt die medizinische Infrastruktur zerstört haben“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Für unsere Arbeit in Krisengebieten brauchen wir gerade jetzt finanzielle Unterstützung.“
Die Gesundheitssysteme in Syrien, aber auch im Jemen oder in Venezuela, sind schon ohne die Gefahr durch Corona kaum existent oder nicht leistungsfähig. Selbst verhältnismäßig gut zu behandelnde Krankheiten verlaufen häufig tödlich. „Wenn die ohnehin wenigen und überlasteten Krankenhäuser nun mit vielen Corona-Fällen konfrontiert sind, können andere Krankheiten gar nicht mehr behandelt und Geburtshilfe nicht mehr geleistet werden“, sagt Füllkrug-Weitzel.
„Und wir befürchten, dass viele Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten nicht nur an COVID-19, sondern auch an den indirekten Folgen durch die Bewegungseinschränkungen leiden müssen.“ Hierzu zählt etwa Hunger, weil Einkommensmöglichkeiten wegbrechen und Felder wegen Ausgangssperren brachliegen.
„Die Politik ist jetzt gefordert und muss zusätzliche Mittel für Hilfsorganisationen bereitstellen. Die humanitären Krisen, die schon vor der Corona-Pandemie Millionen Menschen bedroht haben, sind nicht einfach verschwunden, sondern können sich in den kommenden Monaten teilweise massiv zuspitzen. Daher reicht es nicht aus, wenn Gelder einfach umgeschichtet werden“, fordert Füllkrug- Weitzel. Gerade jetzt sei es wichtig, internationale Solidarität zu leben. „Wir bitten auch die Menschen hierzulande, all jene nicht zu vergessen, die schon vor der Corona-Krise in großer Not waren und rufen zu Spenden für unsere Arbeit auf.“
Im intensiven Austausch mit ihren lokalen Partnerorganisationen hat die Diakonie Katastrophenhilfe bereits Hilfsprojekte an die aktuelle Situation angepasst und wird dies in den kommenden Tagen weiter vorantreiben. „Gerade in Zeiten von Reisebeschränkungen, die auch Hilfsorganisationen treffen, zeigt sich, dass humanitäre Hilfe ohne unsere lokalen Partner undenkbar ist“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Darauf müssen auch die staatlichen Geber reagieren und den lokalen Helfern einen besseren Zugang zu finanziellen Ressourcen ermöglichen.“
In den vergangenen Tagen wurden bereits Aufklärungskampagnen in verschiedenen Ländern gestartet, beispielsweise in Indien, Indonesien und Guatemala. In dem südamerikanischen Land schaltet der lokale Partner der Diakonie Katastrophenhilfe Radiospots, um die Menschen auf die Gefahr durch Corona und nötige Prävention hinzuweisen. Hygieneprojekte in der DR Kongo, die bis vor kurzem die Bevölkerung vor Ebola schützen sollten, werden nun gegen eine Ausbreitung des Corona-Virus eingesetzt.
 
Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin, Evangelische Bank,
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02 BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Corona-Hilfe weltweit
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Kindertipp: Was hat der Hase mit Ostern zu tun?
Seit rund 300 Jahren hoppelt der Hase durch Oster-Geschichten. Jeder kennt ihn bei uns - ganz egal, welchem Glauben er oder sie angehört. Das ist kein Wunder. Schließlich fällt der beliebte Eier-Verstecker in jedem Frühjahr in riesigen Rudeln bei uns ein. Schön plüschig oder aus Schokolade stürmt er auch den letzten Supermarkt.
Dabei ist seine Herkunft umstritten. So meinen manche Menschen, Gläubige hätten den Hasen einst wie ein Osterlamm als Opfer dargebracht. Schweizer sollen ihren Kindern das Märchen vom Osterhasen erzählt haben, weil die Kinder den Hühnern das Bemalen und Verstecken der Eier nicht zugetraut haben.
Besonders verbreitet ist aber diese Erklärung:
Im Ei beginnt Leben und der Hase ist ein Meister im Kinderkriegen. Daher gelten Hase und Eier als Symbole für das Leben. Beide passen also perfekt zu Ostern. Denn das ist für Christen ein Fest für das Leben, das Gott den Menschen schenkt.
Quelle: https://www.religionen-entdecken.de/eure_fragen/was-hat-der-hase-mit-ostern-zu-tun
Videotipp: https://www.religionen-entdecken.de/filme/ostern

Der Coronakommentar: Wer ist schuld an Corona?
Zeit auch einmal hier die Schuldfrage zu stellen und den verschiedensten Theorien eine Absage zu erteilen. Verrücktes wird auf der Suche nach Schuldigen beschrieben und esoterische und andere Verschwörungsideen machen es schwierig nicht wütend zu werden. Denn warum gibt es Corona? Warum gibt es Grippe? Warum gibt es Masern? Oder die Pest, oder die Cholera?  Warum gibt es Malaria Mücken und warum lauern jetzt im Gras die Zecken aus aller Welt Ländern? Warum?  
Und wenn ich die Erde selber wäre, dann würde ich fragen, warum gibt es den Menschen?
Es gibt sie alle, die Krankheiten und Lebewesen, weil theologisch gesehen Gott Leben will und ein Gegenüber und es gibt sie evolutionstheoretisch gesprochen, weil sich Gene veränderten und weil es für sie einen Lebensraum gibt, der Nahrung und Fortbestehen garantiert. Das mit den Mutationen und den Krankheiten ist uns längst allen vertraut und was den Antibiotikaeinsatz in einem Teil der Tierzucht, oder auch in Krankenhäusern betrifft, so entwickeln sich  auf unterschiedliche Weise Resistenzen und die vermehren sich umso lieber.
Warum es dann das neue Corona Virus gibt? Weil es in uns Menschen eine Überlebensnische gefunden hat. Darum gibt es dieses Virus, und wenn es von Tieren auf Menschen übersprang, dann deswegen, weil wir die bessere Grundlage zum Überleben für dieses Virus sind. So einfach und doch so gefährlich ist das.
Dahinter einen weiteren Sinn, eine Verschwörung, eine Aktion böser Mächte etc. zu sehen, die dieses arme Virus zweckentfremden und als Nutztier für was auch immer verwenden, ist abwegig, auch wenn es natürlich auch Gewinner rund um diese Krise gibt, wenn man nur an die plötzlich gestiegenen Preise für Desinfektionsmittel denkt, oder die Ausnutzung der Krise um die eigene Macht zu stärken in einigen Ländern.
Aber Corona ist ein Virus und bleibt ein Virus und die entstehen und vermehren sich dort wo es Nahrung für sie gibt und die bieten wir Menschen nun einmal reichlich. Mehr Sinn, mehr Zweck hat Corona nicht, auch wenn Corona anregt über manches in unserer Zeit nachzudenken und wir das hier auch tun.
Im Einzelnen informiert und widerlegt Argumente und Verschwörungstheoretiker:

Link-Tipp:
Information über Falschinformationen und gegen Mythen des Europäischen Parlaments
https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/priorities/eu-antwort-auf-das-coronavirus/20200326STO75917/mythen-uber-covid-19-woran-erkennt-man-falschinformationen


Montag, den 6. April 2020

Die gute Nachricht:
Wir halten uns dran. Es gelingt und die Maßnahmen greifen. Klar erkranken unsagbar viele Menschen an Covid. Momentan sind  so viele Menschen in Deutschland,  nur um die Größenordnung zu beschreiben,  wie es Einwohner in der Stadt Fürth gibt, erkrankt.  Am Ende der Woche wird man leider wohl die Einwohnerzahl unseres Landkreises dazurechnen müssen, aber es wirkt trotzdem:  Die Zahl der Infektionen hat nicht mehr die gleiche Steigerungsrate, wie zu Beginn. Es gibt Hoffnungszahlen und es gibt Hoffnungszeichen, 50.000 Intensivbetten nicht nur 4000 wie im Lande des Brexit und ich bitte meinen oftmaligen Ärger über Krankenkassenbeiträge zu verzeihen. Wir halten uns an die Regeln, jedenfalls ziemlich und wir erleben mit, dass das einen Silberstreifen Hoffnung schickt und unser Gesundheitssystem mit allem Verbesserungsbedarf  den es gibt, durchhält und  wir erleben mit die Rettung jedes einzelnen Menschlebens steht immer noch im Mittelpunkt.  

Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Von Jesus erzählt man sich folgende Geschichte: In diesen Tagen setzte sich Jesus im Supermarkt der Kasse gegenüber. Er beobachtete die Menschen, die mit vollen Einkaufswagen an die Kasse kamen. In großen Mengen legten sie Klopapier, Nudeln, Dosengemüse, Mehl und Hefe auf das Band. Dazu Handschuhe und Desinfektionsmittel. Sie alle trugen Atemschutzmasken und zahlten bargeldlos mit ihren Plastikkarten und Mobiltelefonen.
Da lud Jesus seine Jünger zur Videokonferenz ein und sprach: „Habt ihr sie gesehen?“
„Nein, wen?“ antworteten seine Jünger.
„Die arme Witwe, die sonst jeden Tag kommt und ihren täglichen Einkauf macht.“ antwortete Jesus. „Sie ist schon alt, und sie bleibt zuhause, damit sie sich und die anderen nicht gefährdet.
Die meisten Kunden hier hamstern nur um ihren Überfluss noch mehr zu vergrößern.
Aber für diese Frau sind die wenigen Worte, die sie mit der Kassiererin wechselt, das „Grüß Gott.“ und „Danke. Auf Wiedersehen.“ oft die einzigen Worte, die ein anderer Mensch an diesem Tag zu ihr spricht.“
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wer von euch geht zu der Frau und bringt ihr gute Worte und den täglichen Einkauf?“ (nach dem Lukasevangelium 21,1-4)

Aus dem Gemeindeleben:
Musik macht Mut - Welle der Hoffnung
Wunderbar war sie zu hören die Welle der Hoffnung, die an diesem Sonntag vom Kirchturm ausging und durch den Kernort zog. Musik die die Coronaeinsamkeit vertreibt. Musik für die Seele und dass sich so viele anstecken ließen und so viele mit Ihren Instrumenten mitmachten und die Choräle und Musikstücke erklingen ließen, das war ein großes Zeichen der Hoffnung. Dafür vielen Dank. Aufnahmen vom Sonntag zuvor finden Sie hier.
Kontakthalten-Coronatagebuch für Ältere
Vielleicht gehören Sie zu den regelmäßigen Leserinnen und Lesern dieses Coronatagebuches. Vielleicht freuen Sie sich über manch Tagesabschnitt und denken, eigentlich würde meine Mutter, mein Nachbar das Tagebuch auch gerne lesen. Vielleicht drucken Sie einfach die für Sie interessanten Seiten aus und geben sie dann auch an die Menschen weiter, die noch nicht, oder nicht mehr digital unterwegs sind.
Rückmeldungen aus der weiten Welt
Weitere Rückmeldungen aus der Welt erreichten uns aus Amerika, wo die Menschen viele Sorgen haben, aber auf die Kraft des Landes und die Energie der auf regionaler Ebene Führenden vertrauen.  In Indien dagegen herrscht große Sorge und die Mädchen, die normaler Weise für das Azadi Projekt nähen, produzieren jetzt die, so dringend benötigten, Atemschutzmasken. Die Mädchen und Jungen Frauen in den Wohnprojekten haben in der Ausgangssperre verschiedene kreative Projekte entwickelt und kommen mit der Situation offenkundig ganz gut zurecht. Für ihre Familien in den Slums und in den Dörfern sieht es da wesentlich schlechter aus und die Sorge geht um, was macht Corona mit all den Menschen, die bisher schon unter schlimmsten Bedingungen lebten und die immer noch nicht daheim Zugang zu frischem Wasser haben, damit regelmäßiges Händewaschen möglich wird.
Unsere Karte ist weiter verfügbar
Gerade, weil wieder überall Grenzen geschlossen werden und nationale Egoismen zum Verschwinden von Schutzkleidung und letztlich auch wieder zum Entstehen von Feindbildern führen, ist es dringend nötig, 75 Jahre nach Kriegsende die Kontakte in die Weite Welt aufrecht zu erhalten und einen digitalen Gruß zu verschicken, denn nie war es einfacher mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu sein und zu bleiben. Ab sofort ist es das Startbild unseres Tagebuches.
Das Gebet für die Welt
Geht auch in dieser Woche weiter und beim Gebetsläuten, das wir bei 18 Uhr belassen, sind Pfarrer Rucker, Diakon Schneider und Pfarrer Künne auch in dieser Woche in der Kirche  und denken an Sie, bringen Ihre, unsere Notlagen vor Gott und lesen die Texte der Karwoche, damit die Botschaft vom Leiden, Sterben und Auferstehen zumindest einmal am Tage in unserer Kirche erklingt.
Johannes und Maria unter dem Kreuz
Die Karwoche bedenkt das Leiden und Sterben Jesu. Bilder aus unseren Kirchen laden ein zum Nachdenken über das Leid in der Welt. Zünden Sie eine Kerze an, schalten Sie den Computer ein, oder stellen Sie ihr Handy daneben und lassen Sie sich auf die so vertrauten Bilder ein, spüren Sie, was die unbekannten Künstler aussagen wollten und  sprechen Sie ein Gebet für die Menschen die vom Leid in der Welt heruntergezogen und betroffen sind. Maria und Johannes –zwei Menschen vom Leid tief betroffen.

Der Coronakommentar: Wir sind nicht im Krieg!
Warum ist es noch nicht wie in Frankreich, oder schlimmer wie in Amerika? Warum schockieren die Bilder aus England so sehr? Warum wird dort von einem Krieg gesprochen und nicht von einer Krise? Und warum gibt es dort schlimmste Hochrechnungen über mögliche Opfer? Ich denke es liegt auch am mentalen Umgang mit dieser Pandemie. Mit einem anderen Nachdenken und damit einem anderen Herangehen an die Krise. Und das hat durchaus historische Wurzeln:
Wir haben aus der Geschichte gelernt:  wir haben in den Jahren unserer Bonner und jetzt Berliner Republik  eine ganz anderen Art von Lebenseinstellung geschaffen. Eine die den Wert eines jeden Menschen gleich schätzt. Das war ja nicht immer so: bis vor 75 Jahren hieß es gerade hier in Deutschland: Es gibt lebenswertes Leben und lebensunwertes Leben und Ersteres opferte sich und Letzteres wurde umgebracht. Das war der Krieg und das System: Was war da schon ein Menschenleben wert? Die einen waren Helden und die anderen waren Feinde. Umgebracht wurden beide. Kriegsrhetorik überall.
Der Schock folgte nach dem Ende des Krieges. Mit dem 8. Mai 1945 spätestens war klar jedes Sterben im Krieg ist ein sinnloses Sterben. Und es gibt kein Lebensunwertes Leben. Und um jedes Leben muss gerungen und gekämpft werden und die Menschenrechte gelten universell und einfach allen. Das zieht sich durch unser aller Denken bis heute. Darum haben wir hier mit Recht kein Kriegsrecht.
Darum ist die Kriegsrhetorik mancher Staaten auch so falsch. Hier geht es um den Umgang mit einer Krankheit und nicht um einen Krieg und auch 100.000 Soldaten, die das Virus bekämpfen sollen sind keine Armee, die jetzt das aufholen kann, was in vielen Jahren, in denen es nicht um den Menschen ging, sondern ums Geschäft, versäumt wurde.  Und dem Virus kann keiner befehlen bleib an der Grenze stehen oder ich schalte das Internet ab und trage keine Maske und jeder der jetzt noch auf der Straße steht wird erschossen und wir merken, wie seltsam es sein kann, wenn Kriegsrecht herrscht.
Wenn nur in Kriegersprache gedacht wird…. Vor allem, dann werden Opferzahlen schon vorausgesetzt und Helden müssen an die Front. Und ganz praktisch heißt dass das meine Nachbarin sich opfern soll, weil sie Ärztin ist, oder mein Nachbar, der Krankenpfleger ist, denn der ist jetzt Soldat in diesem Krieg und es ist gut und schön fürs Vaterland zu sterben… oder für die Unzulänglichkeiten eines profitorientierten vernachlässigten Gesundheitswesen…..
Umgekehrt bei uns, der Kampf gegen Covid, soll so wenig Opfer wie möglich schaffen, möglichst eben keine und der Wert eines 80 jährigen ist dem Wert eines 27 jährigen gleichgestellt. Darauf ist unsere Gesellschaft aufgebaut. Deshalb gibt es in vielen, vielen Bereichen einen Generationenvertrag, und der schützt b: den jetzt Älteren und den jetzt Jüngeren, der hoffentlich auch einmal bei den Älteren dabei ist. Covid 19 ist allerdings auch zu Jüngeren hinterfotzig und manchmal tödlich, wie so viele Krankheiten.  
Nein es ist kein Krieg, in den die Jüngeren ziehen sollen und alleine Helden sind, sondern es ist eine gewaltige Anstrengung im ganzen Land, um die Pandemie einzudämmen. Mit so wenig Opfern wie möglich, (es ist eben kein Krieg)
Und wir sind uns einig: es wird alles für jedes Menschenleben getan.  Das schenkt nicht nur Vertrauen in Gesellschaft und Staat, sondern stärkt auch das Miteinander in unserem Land und es wird eine der großen Veränderungen danach sein, dass nicht allein Leistung und Wettbewerb, sondern auch der Einsatz füreinander unser großer Vorteil in dieser Krise war und wir eben nicht mit Kriegsworten eine falsche Wirklichkeit herbeigeredet haben.   
Meint Ihr Jörn Künne

Nähtipp:
Einweghandschuhe und selbstgenähte Mund-Nasen-Maske sind meine neue Einkaufsroutine. Für alle die noch Gummiband und Baumwollstoff zu Hause haben möchten wir hier auf die Anleitung mit Schnittmuster und Video vom ARD-Buffet verlinken. Dort wird eine Mund-Nasen-Maske genäht in die man sogar noch einen Filter einlegen kann.

Eine Übersicht mit weiteren kostenlosen Schnittmustern wurden hier zusammengestellt. (Die Übersicht findet ihr am Ende der beiden Schritt-für-Schritt-Anleitungen)

 

Samstag, den 4. April 2020

Sonntagsgrußwort von Dekanin Almut Held:
Bis Ostern…
ist es am Palmsonntag noch eine Woche hin. Die Passionszeit neigt sich, zumindest liturgisch, ihrem Ende zu. Passionszeit, so nennen wir Evangelischen die sieben Wochen vor Ostern und denken dabei an den letzten schweren Weg, den Jesus als Mensch auf Erden zu gehen hatte. Auch für weniger kirchlich ausgerichtete Menschen ist sie als Fastenzeit eine gute Möglichkeit, lieb gewordene Gewohnheiten zu überdenken, inne zu halten und an der einen oder anderen Stelle Verzicht zu üben.
Verzicht üben – dass müssen wir in dieser besonderen Zeit wirklich alle. Verzicht auf Kontakte ist keine einfache Bußübung. Er fällt, bei aller Sinnhaftigkeit, wirklich nicht leicht. In diesen Wochen lernen und erfahren wir ganz neu, wie schön es ist, in eine Gemeinschaft eingebunden zu sein. Sei es Familie, Verwandtschaft, Schule und Uni, Freundeskreis oder Kollegium.  Es ist auch schön und wohltuend, in die Gemeinschaft der Glaubenden eingebunden zu sein, die sich gerne und regelmäßig zu Gottesdiensten und aufbauenden Veranstaltungen trifft. Dass wir darauf gerade in der Vorbereitung auf Ostern verzichten müssen, ist nicht nur für Pfarrer und Pfarrerinnen und alle Musikschaffende unserer Gemeinden ganz schwer auszuhalten, sondern auch für Sie, die Sie gerne unsere Angebote wahrnehmen, nicht nur, aber auch die gottesdienstlichen.
Bis Ostern … So äußern sich gerade in allen Nachrichten, Talkshows, Blogs aus der Quarantäne heraus usw. auch prominente Vertreter und Vertreterinnen aus Medizin, Politik und Gesellschaft. „Wir warten … bis Ostern…“ „Vielleicht … nach Ostern“ – solche und ähnlich hoffnungsvolle Zeitangaben sind momentan täglich zu hören und zu lesen.
Bis Ostern … Das ist gerade ein Hoffnungsgedanke. Ostern wird es zeigen. Ostern wissen wir mehr. Ostern ist ein Hoffnungsanker! Ostern bringt Erlösung!
Ob das auch für die Ausbreitung und Bewältigung der Pandemie gilt, wissen wir noch nicht.
Aber das erste Ostern hat uns gezeigt: Das Leben ist stärker als der Tod.
„Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium." 2. Tim. 1,10
Deshalb lassen Sie uns im Gebet verbunden und in der Krise zuversichtlich bleiben.
Bis Ostern. Und darüber hinaus.
Seien Sie behütet und bleiben Sie gesund!
Das wünscht Ihnen Ihre Dekanin Almut Held

Die gute Nachricht: 
Und er braucht ihn doch, den Nächsten,  vom Wesen her braucht der Mensch den Menschen, ein Gegenüber. Nicht nur in der Einsamkeit einer Quarantäne, nicht nur wenn man im urlaubsparadies das Zimmer nicht mehr verlassen darf, nicht nur in der Einsamkeit in den Altenheimen, in denen die Menschen warten, wie geht es weiter, oder trifft mich Corona auch noch….  Nein der Mensch braucht den anderen, den Kontakt mit ihm und jedes Gespräch auf der Straße  in gebührendem Abstand von mehr als 2 Metern gehalten, mit, oder ohne Mundschutz dauert in diesen Tagen länger. Jeder hat Zeit und jeder nimmt sich mehr Zeit und jeder braucht es, das Gespräch mit dem Mitmenschen, mit dem Nächsten. Computer ersetzen das Gespräch nur sehr lückenhaft, und die Sehnsucht zu telefonieren, zu skypen, mehr von einander zu erfahren wächst mit jedem Tag an dem die Ausgangsbeschränkungen gelten mehr. Ruf doch mal an, klar, Skype doch mit mir, Schreib mir was bei WhatsApp all das sind Kennzeichen dafür, daß der Mensch den anderen braucht und keiner kann allein durchs Leben gehen, darum wird die Welt nach Corona ein stück weit menschlicher sein, weil wir wieder gelernt haben miteinander zu sprechen. Und das ist doch eine wirklich gute Nachricht.
Erste Antworten aus der weiten Welt (Tom Ogilvie/Elisabeth Ritterbeck).
Am Donnerstag gingen unsere Hoffnungsgrüße in die weite Welt. Mit unserer Karte, die immer noch herunterladbar ist, gingen Grüße rund um den Globus, Neuseeland war das erste Ziel,  Australien, Indien, Amerika und Tansania folgten auch unsere Partnergemeinden in Pontault-Combault vor den Toren von Paris , und Pinnow in Mecklenburg-Vorpommern erhielten Post von uns. Deren zum Teil echt erschütternde Antworten lesen Sie im Folgenden, sie spiegeln die unterschiedlichen Bedrohungslagen wieder und doch zeigen Sie uns vereint im Glauben und im Gebet und das ist es wofür Freunde da sind, einander auch über Hunderte von Kilometern weg im Gebet, in den Gedanken und in der geübten und gelebten Solidarität zu tragen und an einander zu denken.  

Nachricht aus Pontault-Combault
Liebe  Freunde
Danke für die Neuheiten von ROSSTAL
Bei uns ist es genau das gleiche   Gestern haben wir ein jungen VATER von 2 Kindern gegraben von CORONA infiziert. Wir konnten seine FRAU und Kindern nur mit Gebet begleiten, wobei jeder Ausgang verboten ist. MARY unterstützte die Familie.
Wir treffen uns jeden Tag über ein Website namens ZOOM, um gemeinsam auszutauschen und vor allem miteinander zu beten. Es tröstet uns, uns jeden Tag zu sehen und die Absichten des Gebets auszutauschen. Wir nehmen auch regelmäßig Nachrichten von den älteren Glieder unserer Gemeinde die keine Verbindung zu soziale Netzwerken haben.
Wir wandeln mit Zuversicht in dieser Zeit  der Leidenschaft und der Auferstehung unseres HERNN und vertrauen IHM unsere Sorgen an. Er ist an unserer Seite und dieses Virus wird besiegt.
Wir sind von ganzem Herzen mit Ihnen und der Gemeinde ROSSTAL in Gedanken und im Gebet
ELISABETH für die Gemeinde PONTAULT COMBAULT

Nachricht aus Pinnow
Lieber Jörn, liebe Freunde in Roßtal,
herzlichen Dank für Deinen lieben Brief. Bis auf die erzwungene Isolation und ihre Folgen geht es uns recht gut. In unserem Landkreis gibt es noch wenige Erkrankte; in Pinnow noch niemanden. Anders als in anderen Gegenden von M/V leben wir auch nicht vom Tourismus; in diesen Orten stehen die Menschen vor großen Herausforderungen.
Ihr habt vielleicht auf unseren aktuellen Gemeindebrief gewartet. Als er aus dem Druck kam, war er schon Makulatur. Wir konnten ihn nur mit einer Einlage verteilen. Im Moment arbeiten wir an einer Extraausgabe. Ich habe sämtlich Bürgermeister/innen um Grußworte gebeten. Beide Briefe schicken wir Euch dann zu.
Große Not herrschte in Bezug auf Mundschutze. Henrike hat die Organisation in die Hand genommen: 8 Frauen haben fleißig genäht und so konnten wir viele Einrichtungen versorgen: das Pflegeheim, zwei Pflegedienste, 2 Apoteken, Arztpraxen, die Tafel in Schwerin etc...
Außerdem sind wir am Verteildienst von Lebensmitteln beteiligt. Jetzt zahlt sich aus, dass wir gute Verbindungen zu unseren kommunalen Partnern haben.
Bei den Absagen für unsere Sommerveranstaltungen wollen wir "auf Sicht" fahren. Bisher haben wir nur die Konfirmation auf Ende August verschoben. Mal sehen, ob unsere Freizeiten und Sommerfeste stattfinden können.
Sorge bereiten mir die Nachrichten aus unseren afrikanischen Partnerkirchen. Ohne ihre Kollekten werden sie in finanzielle Not geraten. Außerdem habe ich so einige Krankenhäuser vor Augen. Intensivmedizin ist dort kaum möglich.
Auffällig finde ich, wie intensiv die Gespräche sind, wo sie denn möglich sind. Die Menschen rücken zusammen, stärken einander, beten füreinander. Das stimmt mich hoffnungsvoll. Corona wird viel verändern. Vielleicht können wir das Gute mit in die Zeit danach mitnehmen.
Bleibt behütet!
Herzliche Grüße, Tom

Über Corona lachen: Erinnern sie sich?
Was war eine der schlimmsten Situationen als Kind? Fußnägel schneiden, oder Ohrenschmerzen? Und vielleicht auch die Angst vor dem Haare waschen beim Badetag. Ein Frischer Waschlappen über den Augen beruhigende Worte der Mutter und am Ende dann doch Seife in den Augen, dann doch das Shampoo zwischen den zugepressten Augenlidern, und dann im letzten Moment, wo alles schon vorüberschien, dann mit den seifigen Fingern selber ins Auge langen… und  dann brannten die Augen wie Feuer und die Lust aufs Baden war vergangen und wenn es dann wieder hieß Haare waschen…. Dann hatten auch die frechsten Bengel Angst….
Was das mit Corona zu tun hat? Dem Virus, der die schlimmste Krise seit dem zweiten Weltkrieg ausgelöst hat? Der mächtigste Virus unserer Epoche, der der Weltwirtschaften stolpern lässt und tausende von Toten fordert.  Der seit Wochen unser Denken, Handeln, Leben bestimmt. 
Dieser Virus hat Angst vor Seife. Ja Angst wie der Bengel vor dem Haare waschen, Angst vor der Seife, die seine leicht fetthaltige Oberfläche auflöst und den Virus absterben lässt. Ganz einfache fettlösende Seife.  … Deshalb immer Händewaschen und wie man es seinen Kindern eben beibringt, aber bitte mit Seife….  Natürlich kann keiner von uns Seife lutschen, ist der Virus erst einmal im Hals müssen andere Mittel ran…  Aber vorbeugend hilft Seife, hilft Spülmittel. Nicht zum Gurgeln, aber damit die Hände gesäubert werden, hilft ganz normale Seife und es tut gut zu wissen, dass der Menschheit Feind Nummer 1, dieses Corona -Virus, Angst vor Seife hat und so einfach auf allen Oberflächen zu bekämpfen ist und dieses Virus hier schwach und verletzlich wird. Ein bisschen Seife an den Fingern, gründlich die Hände gespült und damit ist Corona zum Teil besiegt und ja es ist wichtig sich das auch vorzustellen, mit Wasser und Seife ist ein Teil der Bedrohung zu besiegen, die die Welt und das Leben so vieler in Angst und Schrecken versetzt. Denn die Schwächen eines solchen Gegners zu kennen hilft ihn zu besiegen und die  Vorstellung, Eigentlich hat das Virus Angst vor dem Shampoo wie das Kind in der Badewanne, das hilft auch einmal über das Virus zu lachen…
 und vielleicht schauen Sie am Wochenende einmal all die schrecklichen Fotos an, die es von Ihnen oder Ihren Kindern in der Badewanne gibt… und denken sie an ihre größte Angst am Badetag….. und dem Corona Virus geht es genauso.
 
Denkanstoß von Pfarrer Thomas Rucker:
Vor vielen Jahren besuchte ich zum ersten Mal einen Gnadenhof für Esel in Südengland. (www.thedonkeysanctuary.org.uk). Esel sind so wundervolle Tiere, dass ich öfters dorthin zurückgekehrt bin. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn ein solches Grau-(Braun-, Schwarz-)Tier seinen Kopf über das Gatter streckt und du es zwischen den Ohren kraulen darfst.
Esel sagt man bei uns sind störrisch und dumm. Im Vergleich zu Pferden sind sie viel zurückhaltender und vorsichtiger. Pferde leben in den weiten Steppen. Beim ersten Anzeichen der Gefahr können sie loslaufen und fliehen.
Esel leben in gebirgigen Landschaften. Bei jedem Schritt prüfen sie, ob der Fels tragfähig ist, ob das Geröllfeld auch stabil ist. Während das Pferd über die weiten Grasflächen davon läuft, ist es für einen Esel oft sicherer stehen zu bleiben, als auf dem lockeren Geröll abzurutschen und sich die Beine zu brechen. Es ist kein Starrsinn oder Dummheit, sondern nur die Vorsicht, die die Tiere stehen bleiben lässt. Lieber verweigern sie sich, kämpfen, treten und beißen als sich in Gefahr zu begeben.
Am Palmsonntag erzählen wir die Geschichte wie Jesus in Jerusalem einzieht. Er reitet auf einen Esel. Sicher er hätte vielleicht auch einen vierspännigen Streitwagen der Römer bekommen um wie ein siegreicher Feldherr in die Stadt einzuziehen. Aber er nimmt den Esel, das Reittier der alten israelitischen Könige Saul und David.
Esel sind vorsichtig, sie prüfen erste den Weg den sie gehen. Ob Jesus seinen Weg auch geprüft hat? Hat er bedacht, was ihn erwarten könnte, wenn er sich nach Jerusalem, in die Feste seiner Gegner wagt? Dazu noch am Passafest, dem großen Wallfahrtsfest, wo viele religiös fanatische Menschen in der Stadt sind?
Die Evangelien erzählen, dass Jesus wusste, auf was er sich einlässt. Er selbst sagt: „Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird überantwortet werden den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten, und sie werden ihn zum Tode verurteilen und den Heiden überantworten.“ (Markusevangelium 10,33)

Aus dem Gemeindeleben - Musik macht Mut: Welle der Hoffnung
Geschlossene Kirchen, abgesagte Gottesdienste, das Gemeindeleben verschoben, oder digitalisiert.  Kein Fastenessen, kein Ostereiermarkt im Heimatmuseum.  Eine echt stille Passionszeit.
Auch in der Laurentiuskirche herrscht meistens Corona bedingte Friedhofsstille. Das muss so nicht bleiben, dachte Stephen Jenkins. Zusammen, mit dem Posaunenchor organisierte er am vergangenen Sonntag eine Bläserstafette durch den historischen Frankenmarkt. Während er als bezahlter Kirchenmusiker auf dem Kirchturm das Startsignal gab, spielten im ganzen Ort verteilt die Mitglieder des Posaunenchores  von daheim aus, zu klar verabredeten Zeiten. Dass die Choräle nicht überall zuhören waren, lag in der Natur der Sache, aber es motivierte den Musikzug Roßtal dazu Bläserhilfe anzubieten und so werden am Sonntag  nicht nur 16, sondern fast 30 Musiker ab 10 Uhr eine Welle der Hoffnung durch den Ort Roßtal starten und mit ihrem Spiel vielen Bewohnern eine sonntägliche Freude bereiten. Drei Choräle werden dabei erklingen und zumindest im Kernort eine Welle der Hoffnung auslösen….



Gebet für die Verstorbenen aus Roßtal und Umgebung:
Guter Gott!
Nicht immer verläuft Leben, wie wir es wünschen. Nicht immer macht der Körper das, was wir wollen, nicht immer geht alles gut im Leben und Leid, Krankheit und Tod greifen auch in jungen Jahren nach uns. Darum lass die Verstorbenen dieser Woche in unseren Herzen weiterleben, aber hilf uns auch, den Tod als Freund und Ende für deren Leid und deren Schmerzen entdecken und hilf uns mit Zuversicht auf Ostern zuzugehen, denn wir wissen um die Kraft des Lebens gegen den Tod.  Amen.

Notrufnummern: Bei Konflikten zu Hause
Zu Hause eskalieren die Konflikte?
Sie sind von häuslicher Gewalt betroffen?
Sie fragen sich, wie Sie Betrofenen helfen können?

Unter folgenden Notrufnummern finden Betroffene von Konfliktsitutationen und häuslicher Gewalt oder ihr Umfeld kostenlos und anonym Hilfe und Beratung.


Rundfunktipps für Sonntagsgottesdienste:
Übersichtstabelle zu Kirche im Fernsehen, Radio und Internet als pdf-Dokument und Übersichtskarte der Evangelischen Funkagentur.

Jeden Sonntag, 10:30 Uhr, Bayern 1: Evangelische Morgenfeier. Danach in der in der Mediathek
Jeden zweiten Sonntag ab 10.05, Deutschlandfunk (DLF) Gottesdienst (Informationen unter www.rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/) Nächster Termin 5.4. (im Wechsel mit ZDF).
Jeden zweiten Sonntag um 9.30 Uhr, ZDF: evangelischer Gottesdienst. (im Wechsel mit DLF)
Osternacht in BR Fernsehen: 11. April von 22.00-23.00 Uhr aus Bad Reichenhall mit Regionalbischof Christian Kopp. Danach in der BR-Mediathek verfügbar. Kirchedigital sorgt für ein Liedblatt zum Download.

Wöchentliche Hör-Andachten

Eine Übersicht über religiöse Beiträge in den bayerischen Privatradios gibt www.sonntagsblatt.de

Digitale spirituelle Angebote
EKD „Kirche von zu Hause“ sammelt Angebote in Deutschland. Darin (Stand 14.3.20) Hinweise zu 
- Twitter Andachten #Twaudes und #Twomplet
- OnlineKirche der EKM
- Andachts-App
- Kirchenjahr-evangelisch
- BibelAPP
- App XRCS (Hannover)
- Netzwerk yeet (gep)

Gottesdiensttipps:
Für Kirche mit Kinder gibt es jetzt einen eigenen youtube-Kanal www.kirchemitkindern-digital.de

Für Erwachsene haben wir mehrere Anleitungen für Sie bereit gestellt
-   Ablauf Gottesdienst@home von Diakon Gerhard Landes aus Veitsbronn/Obermichelbach
-   Hausgottesdienst aus Puschendorf
-   Hausgottesdienst für Familien und Jüngere aus Puschendorf

 

Freitag, den 3. April 2020

Die gute Nachricht: Prinz Charles ist wieder gesund
Ja und das ist heute nicht nur eine Boulevardmeldung, sondern eine echte gute Nachricht, denn damit ist klar Corona geht auch vorbei und die Zahl der Geheilten und aus den Krankenhäusern und der Quarantäne Entlassenen steigt auch und in der Flut der Neuerkrankungen, in der Masse der Infektionen und der schrecklichen Bilder ist das einfach wohltuend, daß Menschen wieder gesunden und das Beispiel Prinz Charles zeigt, auch Promis sind vor dem Virus nicht sicher. Und es zeigt:  auch wenn er vielleicht bevorzugt behandelt wurde, was bei einem Prinzen nicht ungewöhnlich ist sein Körper mußte sich selber helfen, denn gegen Viren gibt es keine Mittel außer der eigenen möglichst stabilen körpereigenen Abwehr und die kann man mit einem gesunden Lebensstil und einer entsprechenden Ernährung, ein Stück weit wenigstens, trainieren.

Coronatänze
Ja Corona gibt den Takt vor. Ja immer schneller steigt die Zahl der Erkrankten. Jung und Alt trifft es. Und Reich und Arm, Mann und Frau, ja die Welt tanzt nach dem Coronarhythmus. Pandemien waren deshalb nicht umsonst Anlass für die Gestaltung mittelalterlicher Totentänze. Hap Grießhaber hat in dieser Tradition eine berühmte moderne Holzschnittmappe geschaffen, den Totentanz von Basel und er zeigt die Krankheit und der Tod sind der große Gleichmacher. Es trifft alle und die Krankheit gibt den Rhythmus vor.  
Das gilt jetzt auch bei uns und noch ist es ein Tanz zur Vermeidung der Krankheit und noch lange kein Totentanz.  Wir tanzen ihn um Abstand zu gewinnen und Abstand zu halten. Bewegen uns im großen Abstand wie Tänzer auf vorbestimmten Positionen.  Achten Sie darauf, wie vernünftige Menschen den Abstand auf zwei Meter zu halten suchen und es fast ein Tanz ist wenn Menschen sich begegnen, oder wenn sie versuchen den Abstand im Gespräch zu bewahren. Achten sie darauf wie immer wieder neu Bewegung in die Gruppierungen von Menschen kommt. Abstand halten gilt, wenn man in der Schlange vor einem Geschäft wartet, oder wenn man Menschen auf dem Friedhof trifft, oder wenn Spaziergänger sich begegnen. Wir alle tanzen den Coronatanz und das ist gut so, denn mit dem Abstand, den wir halten, denn mit den zwei Metern bis zum Nächsten schaffen wir Raum, dass wir auch zukünftig einen Lebenstanz tanzen können.  Und darum so sehr man einander nahe sein möchte, halten wir Abstand, tanzen den Coronatanz. Ja die Krankheit gibt den Rhythmus vor, aber auch das gilt kein Tanz dauert ewig und Distanz schützt nun einmal.  Und bitte halten Sie auch dann Abstand, wenn Sie nicht mehr so gut hören….  Meint Ihr Jörn Künne

Gedanken von Jörg Alt: 
Gestern Abend hätte der Jesuitenpater und Buchautor Jörg Alt im Gemeindehaus über Globalisierung, Weltwirtschaft und Weltethik mit uns nachgedacht. Leider fiel dieser Abend den Coronaverschiebungen erst einmal zum Opfer. Um einen Beitrag und seine Sichtweise zu Corona und die Aufgaben unserer Weltgemeinschaft gefragt, hat er uns diese Zeilen zukommen lassen:
 
Liebe Leserin, lieber Leser,
was habe ich letzten Freitag von CSU (nahen) Personen Schläge bekommen als ich sagte, dass Corona und Klimakrise gleich wichtig und gleich tödlich seien! Das sei doch nicht vergleichbar!
Doch durchaus: Die eine Krise ist halt spürbar, die andere scheint weit weg. In Deutschland hat durch den Klimawandel schlimmstenfalls die Bahn Probleme bei „Extremwetter“, anderswo sterben schon jetzt viele tausend Menschen – Stichwort Dürrekatastrophe in Südafrika. Aber auch in der Klimakrise fahren wir sehenden A